Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Newt Gingrich hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, indem er die Palästinenser als „erfundenes Volk“ bezeichnet hat. Der palästinensische Verhandlungschef Saeb Erekat ermahnte Gingrich, erst einmal die Geschichte zu erforschen…
Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 10. Dezember 2011
Tatsache ist, dass es den Begriff „Palästinenser“ im heutigen Sinne, als Bezeichnung der Araber des Gebiets „Palästina“, tatsächlich erst seit der PLO-Charta Jassir Arafats von 1968 gibt. In Resolutionen der UNO kommt der Begriff „Palästinenser“ erstmals 1974 vor. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat in einer Forschungsarbeit ermittelt, dass auch in offiziellen Dokumenten der DDR wie der Bundesrepublik die „Palästinenser“ erstmals 1974 erwähnt werden.
Die Aufregung ist also künstlich, obwohl sie üblichen Klischees der Propaganda einen Strich durch die Rechnung macht.
So hat der palästinensische Gouverneur von Nablus kürzlich vor Journalisten erklärt, dass Jesus der erste Palästinenser gewesen sei. Das ist eine lächerliche Behauptung, da das Heilige Land, von den Römern als „Judäa“ erobert, erst im Jahr 136 nach Christi Geburt von Kaiser Hadrian in Palästina umbenannt worden ist.
Die Palästinenser wurden 1968 von Jassir Arafat „erfunden“, so wie das biblische Volk der Juden erst 1897 von Theodor Herzl beim ersten zionistischen Kongress in Basel „erfunden“ worden ist.
Es geht nicht um die Herkunft oder Geschichte der Völker, sondern um deren Eingliederung in die Familie der modernen Nationen. Entsprechend gibt es „Deutsche“ erst seit gut 200 Jahren und nicht früher.
Ob „erfunden“, wie Gingrich behauptet, oder seit Jahrhunderten existent, wie die Palästinenser behaupten, spielt heute keine Rolle. Die Juden erhielten erst durch die Balfour-Deklaration der Briten 1917 und später durch UNO-Resolutionen eine internationale Legitimation, in „Palästina“ eine „nationale jüdische Heimstätte“ zu gründen. Entsprechend erhielten die Palästinenser dank der PLO-Charta von 1968 die internationale Anerkennung, ein Volk mit Anrecht auf einen eigenen Staat zu sein. 1993, im Rahmen der Osloer Verträge, hat das auch Israel anerkannt.
So wie behauptet wird, dass die Juden kein echtes Volk seien, weil angeblich die europäischen Juden konvertierte Kusaren seien oder die Äthiopier gar nichts mit Juden zu tun hätten, kann man genauso bei den Palästinensern anhand der Hautfarbe und Familiennamen ausmachen, dass viele von ihnen aus Sudan, Saudi Arabien oder aus dem Hauran stammen. Manche christliche Palästinenser berufen sich stolz darauf, Nachfahren der vor 1000 Jahren eingefallenen Kreuzfahrer zu sein.
Politisch ist das alles irrelevant.
Die modernen „Nationen“ sind erst im Rahmen der europäischen Aufklärung entstanden. Sie sind heute die Grundlage für das weltweit geltende System der Nationalstaaten und der Mitglieder in der UNO. Da spielt es keine Rolle, ob arabische Staaten wie Irak, Syrien und Jordanien künstlich von den Briten geschaffen worden sind oder Frankreich den Maghreb in Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen aufgeteilt hat. Heute gilt ein Staatensystem. Dieses in Frage zu stellen, würde bedeuten, dass kein einziger Staat in den beiden Amerikas oder in Afrika eine Existenzberechtigung hätte. Allesamt sind moderne Erfindungen. Aber einmal „erfunden“ und anerkannt, gelten sie nun einmal als existent, gleichgültig ob künstlich oder mit uralter Geschichte.
(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com
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Worüber Beschweren Sie sich eigentlich, das Sie nicht lesen können oder das was Sie lesen nicht verstehen können oder das Ihr Protestantischer Norden kein Enfluss hat im Vergleich zu der Israel Lobby in Nord Amerika.
”aber dem Außenstehenden ist es nicht einmal vergönnt, das böse Wort “Israellobby” auch nur zu denken, ohne dass er sich zum Obersturmbannführer macht. Werfen Sie mir bitte vor diesem Hintergrund nicht vor, meine Wahrnehmung der Welt sei gestört, wenn ich dieses Paradoxon beim Namen nenne.”
Sie erscheinen mir etwas Erregt und Verwirrt Sie sollten erstmal einen Nord deutschen Protestantischen Korn trinken und Ihren Kopf ordnen.
Da es „Antisemitismus“ oder ersatzweise eine „Verschwörungstheorie“ ist, auf die Zugehörigkeit einiger einflussreicher US-Zeitgenossen zum Judentum bzw. zu Israel zu verweisen – und „Antisemitismus“ unfein ist und „Verschwörungstheorien“ unfein sind - muss niemand anerkennen, dass es einflussreiche Zeitgenossen in den USA gibt, die dem Judentum oder Israel in einer besonders wirkungsmächtigen Weise in Politik, Wirtschaft und Medien zugetan sind, will man sich nicht selbst des „Antisemitismus“ zeihen oder als „Verschwörungstheoretiker“ den Rest seinen Daseins verbringen; im Einzelfall besteht auch für Interne noch die Gefahr, als „Moser“ klassifiziert zu werden, wie Alan Dershowitz deutlich machte.
”wenigstens das sollte man von einen Präsidenten
erwarten können.”
Ja siehe Wulf
Wer ist eigentlich im Knast gelandet wegen Vergewaltigung? Heuss, Lübke, Heinemann, Scheel, Carstens,….?
ACHTUNG FALLSTRICKE
Auf die diversen wiederholt in beleidigender Form vorgebrachten Bezichtungen als “Araberfreund” gehe ich nicht ein und rate auch anderen Lesern, die sich u. U. mit dem Gedanken tragen, sich mit dem israelischen Faschistenmainstream in Diskussionen zu stürzen, es zu unterlassen. Es handelt sich um eine Falle. Entweder man weist diese Unterstellung zurück, dann ist man ein Antisemit, weil man “Israelbashing” betreibe, da einem die Araber egal wären, man nur einseitig auf die Israelis einschlüge, oder man engagiert sich für die bedrängten Araber ( also die von Wassermangel, Enteignung, täglicher Diskriminierung bedrohten armen Teufel in der Region), dann ist man erst recht Antimsemit, weil man vom Tun und Treiben der korrupten “Elite” vom Schlage Arafats ablenke und deren Terror nicht zur Kenntnis nähme, oder man gilt gleich als Terroristenfreund.
Wundern kann einen diese Vorgehensweise nicht. Warum sollte man in Israel fairer zu einem Außenstehenden sein als zu den Arabern selbst?
Übrigens gilt für mich der Satz, das das Reich Jesu nicht von dieser Welt sei.
Wenn es Jesus gab, so liegt sein Verdienst darin, die positiven Lehren der jüdischen Lehre allen Menschen zugänglich gemacht zu haben, auch gegen innere Widerstände, an denen der Mensch Jesus scheitern musste.
Nun, offensichtlich geht das immer so weiter …
Ich verabschiede mich und wünsche den Judenhassern und Masochisten schöne Feiertage!
Das wünsche ich Ihnen, lieber Willow ,und Ihrer vorgesetzten Dienststelle auch.
Bitte beantworten Sie mir trotzdem eine Frage. Wenn ich mit großem Respekt vor den Menschen stehe, die in Israel und innerhalb der jüdischen Gemeinschaft weltweit immer noch die Kraft haben, sich gegen den Blut-und-Boden und Volk-ohne-Raum Mainstream der Netanjahus ( sen. und jun. ) und Liebermans zu stellen, mich also mit den “jüdischen Selbsthassern” solidarisiere, was bin ich dann Ihrer Definition nach?
Wiederholung meiner Frage mit Nachdruck: Dieser Tage gab es Demonstrationen in Israel gegen die Ultraorthodoxen, die so nach und nach das ganze Land terrorisieren. Peres und Netanjahu sind besorgt über die negativen Veränderungen, die Israel durchmacht.
Nun, Peres nehme ich diese Sorge um die israelische Demokratie ab. Hier steht das Lebenswerk seiner Generation auf dem Spiel.
Bei dem Amerikaner Netanjahu, der bekanntlich nach dem Tod seines Bruders in Entebbe beschloss, Politiker und werden, und seinem Spezi Lieberman mag es wohl eher so sein, dass ihm das streng religiöse Lager zu sehr als Konkurrenz am rechten Rand und darüber hinaus erscheinen mag. Vollends in der Defensive sind die immer weniger und weniger werdenen liberalen und linken Kräfte.
Also, lieber Willow, soll ich nun Ihrer Meinung nach alle drei Seiten hassen?
Es reicht mir, dass ich zwei dieser Gruppen auf den Tod nicht ausstehen kann. Nicht, weil sie Juden sind, sondern weil ich mir mit Grausen vorstelle, solche Fanatiker würden hier in Deutschland die Regierung stellen und mich und meine Landsleute sowie andere hier lebende Personen bedrängen.
Es steht Ihnen frei, mir das selbstverständlich nicht zu glauben, oder wieder mit unhaltbaren Angriffen auf mich zu antworten.
An dieser Stelle möchte ich mich bei der Redaktion von haGalil für die Toleranz bedanken, auch polemische und sonstwie deutliche Beiträge zu veröffentlichen.
Da stehen Sie besser da als die “Zeit”. Die ist so feige, dass, sobald jemand auf die eigenen israelkritischen Artikel reagiert und noch einen “d’raufsetzt”, sofort zu löschen und Nutzer zu sperren.