In der Nacht vom 11. auf 12. Februar 2009 wurde die Außenmauer der Gedenkstätte des
ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen mit Naziparolen beschmiert. Weithin sichtbar steht in 70 Zentimeter großen Buchstaben an der Mauer neben dem Eingang in die Gedenkstätte: “Was unseren Vätern der Jud ist für uns die Moslembrut seid auf der Hut! 3. Weltkrieg – 8. Kreuzzug”…

Der Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreich, Willi Mernyi, stellte gegenüber der Presse
treffend fest: “Die Schändung der KZ-Gedenkstätte bedeutet eine ganz neue Dimension des
Rechtsextremismus. Hier wurde nicht nur irgendeine Hausmauer beschmiert, sondern ganz
bewusst das ehemalige KZ Mauthausen. Da stecken keine ‘dummen Buben’ dahinter, sondern
rechtsradikale Provokateure. Die Wortwahl zeigt, dass die Täter mit der Diktion von NS-Hetzblättern wie dem ‘Stürmer’ mehr als vertraut sein müssen.”
Das Comité International de Mauthausen, ein Zusammenschluss von 20 Länderorganisationen der ehemaligen Häftlinge des KZ Mauthausen, forderte in einem Schreiben an Bundeskanzler
Faymann und Bundespräsident Fischer “eine rasche Ergreifung der Täter und eine dauernde
polizeiliche Überwachung der Gedenkstätte”, denn “einen derartigen Anschlag auf die
Gedenkstätte Mauthausen hat es bisher noch nie gegeben.” Die österreichische Islamische Glaubensgemeinschaft appellierte am Samstag (14.2.09) an die Politik, die “Signale ernst zu nehmen”.
Die Geschichte hat unmissverständlich gezeigt, dass man den Nazis frühzeitig und entschlossen
entgegen treten muss. Jede Verharmlosung und auch jede taktische tagespolitische
Instrumentalisierung fördert ihre gesellschaftliche Akzeptanz und stärkt ihnen den Rücken.
Deshalb verurteilten auch wir, die Mitgliedsorganisationen des Mauthausen Komitee Deutschland, diese Straftat aufs Schärfste und fordern von den zuständigen Sicherheitsbehörden eine rasche Ausforschung der Täter und von der Justiz eine konsequente Anwendung der entsprechenden Gesetze gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung.
Von der österreichischen Bundesregierung fordern wir die sofortige und dauernde polizeiliche
Überwachung der Gedenkstätte zu veranlassen.
Für den Vorstand
Ingrid Bauz und Ludwig Einicke
Pressemitteilung des Mauthausen Komitee Deutschland
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