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Von Wolfenbüttel nach New York

Eine amerikanische Ausstellung über die Wissenschaft des Judentums in Braunschweig…

Die im 19. Jahrhundert entstandene „Wissenschaft des Judentums“ steht ab dem 17. November 2016 im Zentrum einer kleinen Sonderausstellung im Zweigmuseum Hinter Aegidien, das die jüdische Abteilung des Braunschweigischen Landesmuseums beherbergt.

Integration durch Bildung – ein Schlagwort mit langer Geschichte

Sie führt zurück in die Zeit um 1800, als Jüdinnen und Juden im Gefolge der Aufklärung den Aufbruch in die Moderne mitgestalten wollten: Rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe erforderten eine neue Form von Bildung jenseits der jüdischen Traditionen. Zur Bildungsreform sollte auch ein neuer Blick auf jüdische Kultur und Geschichte beitragen. Die „Wissenschaft des Judentums“ entstand, als sich Intellektuelle und Forscher wie Heinrich Heine, Eduard Gans, Leopold Zunz und Abraham Geiger zusammenfanden, um das Judentum zum Gegenstand moderner Forschung zu machen. Damit formulierten sie die Ansätze für eine neue jüdische Identität.

Die Region um Braunschweig spielte hierbei eine bedeutende Rolle. Die jüdischen Reformschulen in Wolfenbüttel und Seesen legten seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts für viele Schüler die Grundlagen, um in der bürgerlichen Gesellschaft erfolgreich zu werden. Leopold Zunz selbst war Absolvent der Samson-Schule in Wolfenbüttel. Die von Zunz und anderen Intellektuellen angeregte Wissenschaft des Judentums entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts in zahlreichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen, deren Traditionen bis heute wirksam sind.

Das Leo Baeck Institute New York widmete der Wissenschaft des Judentums eine aufschlussreiche Ausstellung. Das Braunschweigische Landesmuseum und das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. konnten dank ihrer Kooperation mit dem Leo Baeck Institute diese Präsentation nach Braunschweig holen und sie in Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig ergänzen. Unter den New Yorker Exponaten aus New York sind einige, die ihren Ursprung in Wolfenbüttel haben. Sie kehren damit erstmals – gleichsam zu Besuch – in die Region ihrer Entstehung zurück.

Laufzeit:
16.11.2016 – 5.3.2017

Öffnungszeiten:
Fr-So 10 bis 17 Uhr

Eintrittspreise:
Tageskarten für alle Dauerausstellungen des Braunschweigischen Landesmuseums
Erwachsene 4 €, ermäßigt 3 €
Kinder (6-17) 2 €

Ausstellungsort:
Zweigmuseum Hinter Aegidien
Hinter Aegidien, 38100 Braunschweig
Weitere Informationen

ERÖFFNUNG:

am Mittw och , den 16. November 2016, um 18.30 Uhr
im Braunschweigischen Landesmuseum Hinter Aegidien – Jüdisches Museum

Begrüßung
Dr. Heike Pöppelmann
Direktorin Braunschweigisches Landesmuseum

Grußworte
Prof. Dr.-Ing. Alexander von Kienlin
Präsident des Israel Jacobson Netzwerks für jüdische Kultur und Geschichte e.V.
Dr. Felix Klein
Sonderbeauftragter des Auswärtigen Amtes für die Beziehungen zu jüdischen Organisationen und Antisemitismusfragen

Hinführung
Ausstellungsteam Braunschweig

Einführender Vortrag
Rabbiner Prof. Dr. Ismar Schorsch
Ehrenpräsident des Leo Baeck Institute New York

 

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