Das Regime hofieren

Iranischer Außenminister Salehi im Februar in Berlin…

Von Stephan Grigat, Jungle Blog – Von Tunis nach Teheran

In Deutschland lässt man sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen: Egal, ob das iranische Regime das Land mit einer neuen Hinrichtungs- und Verstümmelungskampagne überzieht oder ein wichtiger iranischer Ex-Diplomat in aller Deutlichkeit davor warnt , dass das iranische Regime selbstverständlich gewillt wäre, Nuklearwaffen gegen Israel auch zum Einsatz zu bringen – wichtige deutsche Firmen, wie beispielsweise MAN halten weiterhin an ihrer Unterstützung der Mullahs fest. Egal, ob die Bahai im Iran systematisch diskriminiert und verfolgt oder Homosexuelle ermordet werden – fast niemand in Europa denkt auch nur darüber nach, dem Beispiel Kanadas zu folgen und die Beziehungen zur iranischen Folterdiktatur abzubrechen. Egal, ob der Präsident des iranischen Pseudoparlaments, Ali Laridjani, Israel erneut als „Krebsgeschwür“ ins Visier nimmt oder im Iran Holocaust-Karikaturen-Festivals veranstaltet werden – Spitzenvertreter des Regimes werden hierzulande weiterhin hofiert.

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi soll nicht nur bei der Sicherheitskonferenz in München Anfang Februar seinen großen Auftritt bekommen, sondern die „Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik“ (DGAP) hat ihm zudem noch für einen Vortrag am 4.2. in ihre Räume in der Berliner Rauchstraße geladen. Dort soll er um 12:30 Uhr laut Einladung über Irans Rolle für einen „regionalen Frieden“ reden. Vielleicht denkt die DGAP dabei ja an das neuste Statement des Khamenei-Vertrauten und potentiellen Präsidentschaftskandidaten Ali Akbar Velajati, der sich nochmals unmissverständlich an die Seite des Assad-Regimes gestellt und jeden Angriff auf Syrien als einen Angriff auf den Iran gewertet hat.

Welche Rolle das iranische Atomprogramm aus der Sicht des Regimes bei der Förderung solch eines „regionalen Friedens“ nach dem Geschmack der Ajatollahs spielen soll, weiß kaum jemand besser als Salehi, der vor seinem Posten als oberster iranischer Diplomat Vertreter bei der Internationalen Atomenergieorganisation in Wien und Chef des iranischen Atomprogramms war. Als solcher stand er auf der Sanktionsliste der EU, doch als Außenminister wurde er von dieser wieder gestrichen. Schließlich sollte der endlose Dialog mit dem Holocaustleugner-Regime nicht abreißen, auch wenn dessen einziges Ergebnis stets ein weiterer Zeitgewinn für die Machthaber in Teheran bedeutet, den sie nutzen, um die Urananreicherung voranzutreiben, an nuklearen Sprengköpfen zu arbeiten und ihre Raketentechnik zu verbessern.

Die DGAP fordert hinsichtlich des iranischen Regimes schon länger „eine umfassende Zusammenarbeit in unterschiedlichen Bereichen“, den Abbau von politischem Druck und das Aussetzen von Sanktionen. Insofern ist es nicht überraschend, dass sich der 1955 gegründete Think tank schon in der Vergangenheit durch die Hofierung von nachgeordneten iranischen Regimevertretern hervorgetan hat. Gleich dem Außenminister des Antisemitenregimes eine Bühne zu bieten hatten man sich bisher allerdings noch nicht getraut. Dass das ausgerechnet in der jetzigen Situation geschieht ist schon deswegen bemerkenswert, weil die DGAP vom deutschen Außenministerium mitfinanziert wird. Interesse an weiterhin guten politischen Beziehungen hat aber nicht nur das Auswärtige Amt, sondern auch die deutsche Wirtschaft. Und die ist im „Förderkreis“ der DGAP prominent vertreten: von BASF und Bayer, Daimler und Deutsche Bank, Herrenknecht und MAN über den Bundesverband der Deutschen Industrie und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände bis zu Rheinmetall, Thyssen Krupp und Siemens sind fast alle mit dabei, die schon bisher durch ihre Iran-Geschäfte das Regime in Teheran mit am Leben erhalten haben.

Das Bündnis STOP THE BOMB und weitere Organisationen haben gegen den Auftritt Salehis bereits Proteste angekündigt. So der Auftritt nicht noch abgesagt wird, soll es am 4.2. voraussichtlich eine Protestkundgebung vor der DGAP in der Rauchstraße in Berlin-Tiergarten geben.

3 Kommentare zu “Das Regime hofieren

  1. Ich habe als Kollegen sehr nette und gut ausgebildete Iraner, möchte nicht wissen, wieviel Hirnschmalz die für perfektes Englisch und Deutsch verbraucht haben.

    Auf dieser Site sind es praktisch immer die selben Miesepeter, die das hohe Lied vom ewig bösen Perser jodeln…

  2. Experte meldet schwere Explosion in Atomanlage

    „Seit Tagen sollen in einer iranischen Atomanlage nach einer schweren Explosion 190 Menschen von der Umwelt abgeschlossen sein. Gebäude im Umkreis seien ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen“

    „Nach einem Bericht des Iran-Experten Reza Khalili hat es in der iranischen Nuklearanlage von Fordo vor einigen Tagen eine schwere Explosion gegeben, die weite Teile der Anlage zerstört hat. Khalili berichtet, er habe diese Information von einem ehemaligen iranischen Geheimdienstmitarbeiter bekommen.“

    „Die Explosion habe sich vor fünf Tagen ereignet, einen Tag vor der israelischen Parlamentswahl. 240 Menschen, die in der Anlage beschäftigt gewesen seien, sollen dabei von der Außenwelt abgeschnitten worden sein. Das iranische Regime hat die zunächst geheim gehaltene Anlage von Fordo tief in einen Berg in der Nähe der heiligen Stadt Qom hineingegraben, um sich so unverwundbarer gegen etwaige Angriffe von außen zu machen.“

    „Nachdem Khalili seinen Bericht am Donnerstag auf der Nachrichtenwebseite WND veröffentlicht hatte, fand er schnell Verbreitung unter Experten für den Iran und das iranische Atomprogramm. Bisher ist diese Meldung nicht von iranischer Seite bestätigt worden, und es war unklar, wie verlässlich Khalilis Quellen sind. Nun hat die „Welt am Sonntag“ jedoch von einem Iran-Experten mit Geheimdienstkontakten bestätigt bekommen, dass die Explosion sich tatsächlich ereignet habe. Nach diesen Information sind nicht 240, aber immerhin um die 190 Arbeiter in der Nuklearanlage von der Außenwelt abgeschlossen worden.“

    mehr unter
    http://www.welt.de/politik/ausland/article113155950/Experte-meldet-schwere-Explosion-in-Atomanlage.html

  3. Das wundert nicht, was das steht.

    waehrend westerwelle von sanktionen geredet hat stiegen
    gleichzeitig die umsaetze zwischen deutschland und dem iran
    in einer fase mal um 14%.

    dann redet er wieder von druck auf dem iran.. ein paar tage
    spaeter erzaehlt er, dass die situation in afganistan nur unter
    einbeziehung vom iran besprochen werden kann und macht sich
    dafuer stark.

    dann werden erdoel sanktionen verhaengt und ein paar wochen
    spaeter gibt es eine wirtschaftskonferenz zu was weis ich
    was und auf der liste der sparachkanaele steht englisch,
    franzoesisch, spanisch und.. farsi antuerlich…

    und klar.. die meisten leute lesen nur den teil von saktionen
    und lassen den rest weg und sind am ende dann ueberzeugt, dass
    deutschland in wahrheit nur von den usa und israel regiert
    wird…

    J

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