JCall-Deutschland gegründet

Neue jüdische Organisation wendet sich gegen israelischen Siedlungsbau…

JCall, die Initiative europäischer Juden für Frieden und Vernunft, hat sich am heutigen Sonntag auch in Deutschland konstituiert. Auf der Gründungsversammlung in Frankfurt am Main wurde Rabbiner Tovia Ben-Chorin aus Berlin zum Ersten Vorsitzenden und der Frankfurter Universitätsprofessor Micha Brumlik zum Zweiten Vorsitzenden gewählt. Mit JCall erheben europäische Juden gemeinsam ihre Stimme „in Liebe zu Israel, im eigenen Interesse und mit dem Blick auf eine gerechte Lösung und des Nahostkonflikts“, sagt Ben-Chorin. JCall fordert die europäischen Regierungen, die EU, die Politiker in Israel und in der arabischen Welt zu einer entschiedenen Friedenspolitik auf.

Gerade jetzt drohen die Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern an der Frage des Siedlungsbaus erneut zu scheitern. JCall Deutschland appelliert dringend an alle Beteiligten, das Ziel einer friedlichen Konfliktlösung nicht aus dem Auge zu verlieren. Der israelische Siedlungsbau ist seit vielen Jahren ein schweres Hindernis für politische Fortschritte im Nahen Osten. Die Siedlungen gefährden überdies den demokratischen Charakter des Staates Israel. „Wir sorgen uns um die Zukunft Israels in seiner kulturellen und moralischen Bedeutung für die Juden der Welt“, erklärt der deutsche JCall-Vorstand.

Pressemeldung JCall Deutschland, 26.09.2010

4 Kommentare zu “JCall-Deutschland gegründet

  1. “Droht die Friedensprozess wirklich an ein paar Wohnungen zu scheitern?“

    Die West-Bank gehört nicht zu Israel. Lt. internationalem Recht sind alle jüdischen Siedlungen illegal. Die ‚paar’Wohnungen beherbergen mittlerweile mit Ost-Jerusalem fast eine halbe Millionen Israelis. (West-Bank 300 000 auf einem Gebiet der Größe Luxemburgs)

    Für die Siedlungen werden Palästinenser fortwährend enteignet, ihrer Häuser und Felder beraubt und vertrieben.

    “es ist leich in Deutschland zu leben und sagen gibt diese Gebiete an Palestinenser. wo ist die Balance?“

    Soll das ein Witz sein? Die Palästinenser wurden aus 73% ihres ursprünglichen Siedlungsgebiets gewaltsam vertrieben. Sie hatten sich damit abgefunden und Israel innerhalb der Grünen Linie anerkannt und Israel hat immer noch nicht genug und eignet sich mehr und mehr an.

    Wo bleibt DA die Balance?

    Wo soll denn überhaupt noch ein lebensfähiger Palästinenserstaat entstehen?

    Wo blieb die Anerkennung Palästinas? Es wurde von Arafat schon jenseits der Grünen Linie ausgerufen, aber Israel verhindert die Anerkennung.

    Darüberhinaus – haben die Israelis alles Recht der Welt zu bauen so viel sie wollen, und zwar in ihrem Land.

    Jenseits der Grünen Linie wird Israel von keinem Land der Erde anerkannt und die Staatenbildung Palästinas und somit die Grundlage für ein sicheres und menschenwürdiges Leben für die Palästinenser, verhindert Israel um sich auch noch den letzten Rest Palästinas anzueignen.

    Ich wünsche J-Call in Deutschland viel Erfolg!

  2. „Was du willst, dass dir die Leute tun, das tue ihnen auch“.
    Diese Formulierung der „Goldenen Regel“ möge Ihr Leitstern sein und Ihnen zum Erfolg verhelfen, Frieden zu stiften.
    Paschalom

  3. es ist leich in Deutschland zu leben und sagen gibt diese Gebiete
    an Palestinenser. wo ist die Balance?

    Was tun Palestinenser für Israel außer Raketten werfen?
    Habt Euere Kinder schon einmal in einem Bunker gesehen?

  4. <p>Hmm. Droht die Friedensprozess wirklich an ein paar Wohnungen zu scheitern? Droht da irgendwer? Oder irgendwas? Oder droht der Friedensprozess an den palästinensischen Raketen und tödlichen Attentaten der vergangenen Wochen zu scheitern (die den deutschen Medien bekanntlich nahezu kein Wort wert waren) oder an der Nicht-Anerkennung des jüdischen Staates? Baugenehmigungen sind doch genau wie Formulierungen (jüdischer Staat vs. Staat Israel) doch zunächst Bausteine, Verhandlungsmasse. Nur, weil Abu Mazen mit Abbruch droht… ja nun, das gehört doch, ob man es mag oder nicht, zum gewohnten Prozedere dazu.</p>
     
    <p>(Und wäre eigentlich ein Scheitern dieser Gesprächsrunde, bei aller Hoffnung auf Fortschritte, wirklich soo ein Drama und das Ende <i>des</i> Friedensprozesses an sich?)</p>
     
    <p>Ich fand ja <a href=“http://yaacovlozowick.blogspot.com/2010/09/terms-of-negotiations.html“>Yaacov Lozowicks</a> pragmatische Gedanken zum „Siedlungsbau“ eigentlich recht einleuchtend. ;-)</p>
     
    <p>JCall wünsche ich auf seinem Weg aber alles Gute und in seiner Arbeit viel Erfolg!</p>

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