Haben Juden eigene Gene?

Die unselige Diskussion zur Frage, ob Juden nur „mosaischen Glaubens“ sind, oder eine eigene Rasse seien wie Schäferhunde, Pudel, Schnauzer und Bulldoggen, hätte eigentlich 1945 abgeschlossen sein sollen. Spätestens dann erfuhr die Welt, wohin die abstruse Erfindung der Aufklärung geführt hatte, den Menschen in Rassen einzuteilen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 29. August 2010

Die Arier sind nach 1945 spurlos verschwunden und so blieb nur noch eine einzige nennenswerte Rasse in der Welt übrig: Die Semiten. Und auch unter denen gibt es eigentlich nur eine einzige wirklich herausragende Sorte, nämlich die der Juden. Himmler hat dem Jerusalemer Mufti Hadsch Amin el Husseini ausdrücklich geschrieben, dass die Araber keine Untermenschen seien wie deren semitische Brüder, die Juden. Dennoch geistert bei manchem Kritiker die Vorstellung um, dass Palästinenser und jüdische Israelis doch eigentlich keinen Krieg miteinander führen könnten, weil sie doch „Semiten“ und gemeinsamer Abstammung seien – als ob protestantische und katholische Nordiren unterschiedliche Gene hätten und sich deshalb bekämpfen.

Die Rassen wurden anhand von Sprachfamilien bestimmt. Arabisch und Hebräisch sind sich so ähnlich wie Spanisch, Italienisch und Rumänisch, oder Türkisch und Finnisch! Doch die Sprachen verbreiteten sich ungeachtet der jeweiligen Völker. Die Ägypter zum Beispiel sprechen heute Arabisch, betrachten sich als Araber, haben aber unter den Pharaonen weder eine semitische Sprache gesprochen noch sich als Araber betrachtet. Also müssen sich die Ägypter nach der arabischen Eroberung allesamt einer Genwäsche unterzogen haben. Die Genforschung hat noch nicht verraten, wie das funktioniert.

Bei den Juden ist alles noch komplizierter. Sie betrachten sich als Volk mit einer gemeinschaftlichen Religion, Kultur und Geschichte. Da sie sich schon in biblischer Zeit vor 2600 Jahren über alle Welt verteilten, blieb nicht aus, dass sie sich mit der jeweiligen Lokalbevölkerung vermischten und gleichzeitig an ihrer Kultur festhielten. Da man zum Judentum konvertieren kann und dann als vollgültiger Jude gilt, handelt es sich bei den Juden keinesfalls um eine biologische „Rasse“, wie es die Nazis propagierten.

Wie in jeder menschlichen Stammesgesellschaft blieb nicht aus, dass gewisse Gruppen, zum Beispiel kurdische Juden, Erbkrankheiten entwickelten, die nur unter ihnen verbreitet sind. Das haben moderne Genforscher herausgefunden. Sie nutzen dieses neue Wissen, um diese Krankheiten zu bekämpfen. Auch der weit verbreitete Glaube, dass Juden ein eigenes jüdisches Gen haben müssten, weil aus diesem Minivolk (weniger als 1 Promille der Weltbevölkerung) über hundert Nobelpreisträger hervorgegangen sind, hat nichts mit Genen zu tun. Im Gegensatz zu Christen und Moslems ist jeder jüdische Junge an seiner Bar Mitzwa (vergleichbar mit der Konfirmation) gezwungen, in der Synagoge aus der Bibel vorzulesen. Deshalb gab es unter Juden keinen Analphabetismus, während im Mittelalter in Europa nur Mönche lesen und schreiben konnten. Lesen und Schreiben bildet und schärft den Geist. Das pflegten die Juden und es war Teil ihrer Kindererziehung. Die intelligentesten Gene nützen nichts, ohne entsprechende Ausbildung.

Dann wurde kürzlich entdeckt, dass die jüdische Priesterkaste, also die Cohen, Kahn und Katz, die am Sabbat immer als erste zur Tora-Lesung in der Synagoge gerufen werden, mutmaßlich einen gemeinsamen Stammvater haben, gleichgültig ob es sich um Juden aus Jemen, Marokko, Irak oder Polen handelt. Der Stammvater hat sogar einen Namen: Aharon, Sprecher des biblischen Moses. Da identifizierbare Genketten nur über den Vater vererbt werden, liegt diese Entdeckung fast auf der Hand. Während die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk über die Mutter läuft, ist ein Jude nur über den Vater „Priester“, und das seit über 3000 Jahren.

Die Juden als Semiten und als Rasse zu bezeichnen, ist ein Produkt der europäischen Aufklärung. Es war der „wissenschaftliche“ Ersatz für den alten, religiös motivierten Judenhass. Da der Vorwurf des „Gottesmordes“ infolge der Aufklärung nicht mehr zog, musste die bis heute verbreitete Judeophobie (Abneigung gegen Juden) anders begründet und motiviert werden. Dazu diente die Rassentheorie. Unter Hitler führte sie zu den bekannten Exzessen.

Wer heute irgendwelchen Menschengruppen und speziell den Juden separate Gene nachsagt, stellt sich in eine Reihe mit den übelsten Rassisten und schlimmsten Antisemiten.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

41 Kommentare zu “Haben Juden eigene Gene?

  1. Geht’s noch????
    Nehmt doch mal die Polemik raus aus den Fakten…

    Ich habe in den letzten Tagen mal die jüdische Presse wie in JP oder Haaretz zum Thema Sarrazin gelesen und erstaunlich viel Zustimmung gefunden.
    Und das  „jüdische Gen“ ist nicht einmal mehr ein Grund für Diskussion sondern aktzeptierter Fakt (auf den die meisten sogar stolz sind).

    Ich denke der deutsche ZdJ (und alle die Sarrazin deshalb für einen Antisemiten halten) hat irgendwie, irgendwann den Faden verloren…

  2. @efem, fiete und Leo
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    Ich habe mir die von Euch genannten Quellen angeschaut, stelle fest, dass ich von nichts wußte und dabei fiel mir nur ein böser Satz ein: Wie wäre es, wenn man bei den Auftraggebern der Studie einmal einen Gentest macht, ob sie ein Hitler oder Göbbels-Gen haben?
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    Aber einmal etwas ernsthafter: Wie die meisten andere Eroberer auch haben die Römer nicht alle Bewohner Judäas vertrieben, auch nicht, als sie Jerusalem zerstörten. Wenn hier schon Gen-Test gemacht werden, wäre es vielleicht aus historischen Gründen wirklich einmal interessant zu wissen, ob nicht die Mehrheit der Palästinenser von diesen zurückgebliebenen Juden abstammen. Soviel ich weiß, gab es zwar im Laufe der letzten 2.000 Jahre zum Teil erhebliche Zuwanderungen in dieses Gebiet, teilweise natürlich auch Abwanderungen, die ursprüngliche Bevölkerung ist aber nie vollständig vertrieben worden, sondern einverleibt worden. Vielleicht würde dies ein ganz neues Licht auf den Nahost-Konflikt werfen und vielleicht sogar Positives bewirken. Jedenfalls hat das israelische Außenministerium bessere Chancen verlorene Stämme im eigenen Staatsgebiet, in den besetzten Gebieten und in den palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon usw. als in Indien oder sonstwo zu finden. Aber daran besteht wohl kein Interesse. Allerdings weiß ich aus Erfahrung, dass ich keinem Gutachter traue, den ich nicht selbst bestochen …. äh, ich meine mit einer objektiven Untersuchung … beauftragt habe. Insoweit kann natürlich auch das Gegenteil passieren und die israelische Rechte noch ein weiteres Propaganda-Argument haben.

  3. @ Joachim
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    Du fragst dich:
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    Ich weiß nicht, ob wie einer schreibt, die israelische Regierung viel Geld investiert, um eine jüdische Rasse zu beweisen.
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    Lies mal::
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    „Eine indische Genetikerin soll jetzt im offiziellen Auftrag Israels die Verbindung zwischen dem in der indischen Region Lucknow im Bundesstaat Uttar Pradesh beheimateten Stamm der Afridi Paschtunen und den so genannten «Verlorenen Stämmen» Israels, die sich vor tausenden von Jahren in ganz Asien angesiedelt haben sollen, untersuchen. Dies berichtete die «Times of India» Mitte Januar. Die mit der Forschung beauftragte Wissenschaftlerin Shahnaz Ali arbeitet im israelischen Haifa mit der renommierten Technion Universität zusammen, dem israelischen Institut für Technologie.
    .
    Einige Experten schreiben Israels Entscheidung, diese Studie zu finanzieren, der verbreiteten Annahme zu, wonach die Paschtunenkrieger Afghanistans und Pakistans – die von der USA und der NATO als Terroristen bekämpften Taliban – aus den Afridi Paschtunen hervorgegangen sind. Auch wenn Spekulationen über eine tief verwurzelte Verbindung zwischen diesen, dem Anschein nach, in keinem Zusammenhang stehenden Völkern wiederholt angestellt wurden, so ist dies doch das erste Mal, dass Israels Außenministerium sich bereit erklärt hat, Forschungsarbeiten für die irrwitzige Suche nach den «verlorenen», jüdischen Wurzeln bei den Paschtunenstämmen zu finanzieren.“
    .
    Quelle (Februar 2010): http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.2212.html
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    no comment
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    efem

  4. Dieses Erstaunen darüber dass „es wieder so weit ist“ oder „es schon wieder los geht bei denen die das nicht mehr selbst erlebt haben und darum nicht wiedererkennen?“ ist verständlich, gut gemeint und mir auch sympatisch aber trotzdem in etwa naif.
    In dem Willen sind die Grenzen (über welche wieder so weit ist bzw.nicht sein darf) klar, in der Realität oft nicht. Die Hoffnung, dass das Erleben davor rettet, die gleiche Fehler zu begehen, ist nur eine Hoffnung.
    Ich kann versuchen, zwei Sachen festzuhalten:

    Die erste
    Auch der Rassismus wie jeder (auch harmloserer) Vorurteil hat immer einen realen Anlass. Auch die Wissenschaft kann „Anlässe“ dafür liefern, auch die genetische Forschung. Deswegen ist es angesagt, dass es eine Selbstregulierung und bestimmte Tabus geben sollte. sowie in der Atomforschung zu seiner Zeit.
    Nicht desto trotz gibt es einen deutliche Grenze, über die sachlich unzulässige Schlussfolgen aus den  realen Anlässen gezogen werden und sich menschen-verachtend verhält. 

    Die zweite:

    Es gibt komplizierte Situationen, wie in Israel, wo alle Beteiligten (unabhängig davon, wie gut oder schlecht, ehrlich oder verlogen sie sind) dorthin gebracht werden, diese Grenzen zu überschreiten.
    Wie können wir denen (den Palestinensern und den Israelis) helfen?
    Sicherlich was dort passiert, vergiftet die Situation überall…

  5. Danke, Ihr Lieben. Das Spiegel-Forum hat mich mit diesen Beitraegen zensiert.

    Wenn natuerlich in Deutschland im Spiegel schon zensiert wird, dann brauchen wir uns nicht zu wundern. Wahrscheinlich ist der Moderator minderintelligent, aber nicht genetisch.

  6. Ich muss aber auch sagen, dass die Diskussion ueber Moslems und Einwanderer in den USA, anscheinend gerade in der konservativ-christlichen fundamentalistischen Medienkultur hetzerische und irreale Zuege angenommen hat, die ebensolche Dissonanz und Unglauben ausloesen, wenn man die Geschichte kennt.
    Ich kann schon die ganze Zeit meinen Augen und Ohren nicht trauen, wuensche ich koennte das Fernsehgeraet abschaffen bzw. den Volksempfaenger aus dem Fenster schmeissen.

    In Deutschland erscheint ja ein Sarrazin als Reinkarnation des Alfred Tetzlaff noch beinahe real, wenn man es als Satire auffasst. Aber eine Machtuebername durch eine Armee von geklonten Alfred Tetzlaffs, in Verbindung mit der Bundeswehr in Afghanistan, dem Krieg gegen Terror und einem bramabarsierenden Bush scheint mir als Satire zu ausgefeilt. Dass praktisch ein Propaganda-Ansatz wie beim Stuermer heute noch zieht haette ich nimmer geglaubt, kann es immer noch nicht glauben. Wer ist denn die Klientel solcher Propaganda? Ich dachte das waeren nur 10% hoechstens, sind die so ueberlaut, dass sie ueberlebensgross erscheinen? Oder hat sich das Klima in Deutschland in den 10+ Jahren meiner Abwesenheit so verschoben?
    In den USA kann ich nicht sagen, was sich langfristiger veraendert hat, waren die immer schon so und ich habe es in guten Zeiten nur nicht bemerkt? Mir fehlt da einfach der historische Referenzpunkt aus eigener Anschauung. In Deutschland habe ich ja selbst noch massenweise Altnazis gehoert in den 50ern und 60er Jahren, aber ich dachte die sind jetzt alle tot. Geht es schon wieder los bei denen die das nicht mehr selbst erlebt haben und darum nicht wiedererkennen?

  7. Ich muss sagen, dass diese Diskussionen in der Oeffentlichkeit ueber Immigranten, Schmarotzer, Moslems, Juden und ihre Genetik allein durch die Vereinigung dieser Motive in einer Diskussion ungute Empfindungen ausloesen, selbst wenn die Einzelaussagen vielfach nicht greifbar rassistisch sind. Die thematische Kombination macht dennoch, dass man Assoziationen mit der Nazipropaganda wahrnimmt, die formal aehnlich aufgebaut war, ebensolche assoziativen Kombinationen nutzte um zum Rassenhass ueberzuleiten. Insgesamt erscheint diese Diskussion unwirklich, von kognitiver Dissonanz gepraegt, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
    Ich kann immer noch nicht glauben, dass es schon wieder soweit ist.

  8. Obwohl hier etwas neben der Sache, bitte einmal einen Blick ins Forum Spiegel, wo anscheinend ein erboster Mob ueber Kopftuchgene, Schmarotzertum, Islam und Juden entlang der Propagandalinie eines Julius Streicher diskutiert.
    http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=19963&page=330
    Manchmal glaube ich Auszuege aus „Der Giftpilz“, verlegt von Julius Streicher dort wiederzufinden.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Der_Giftpilz
    Ist es in Deutschland schon wieder soweit?
     

  9. “ Roger
    כ‘ באלול ה’תש“ע (30. August 2010) at 16:44 · Reply
    “Arabisch und Hebräisch sind sich so ähnlich wie … Türkisch und Finnisch!”
    Quatsch.  Da verwechselt Uri Sahm vermutlich Türkisch mit Ungarisch.“
     
    Fragen sie mal Finnen zum Thema, Herr Sahm liegt richtig… auch wenn immer wieder, selbst in Schulbüchern, eine Verwandschaft zwischen Ungarisch und Finnisch behauptet wird, Finnen werden ihnen gerne erläutern, daß einige asiatische, also ursprüngliche, Turk-Dialekte dem Finnisch sogar so ähnlich sind, daß eine Verständigung möglich ist – was bei dem für unsere Ohren sehr ähnlich „klingenden“ Ungarisch nicht der Fall ist.
     
    Ja, immer wieder wird behauptet, Finnisch sei dem Ungarischen ähnlich – in der Realität versteht aber trotz angeblich

    • Wie wär’s mit einem kurzen Blick auf den Wikipedia-Artikel „Finnische Sprache“?  Der wurde übgrigens im wesentlichen von in Deutschland lebenden Finnen geschrieben.  Darin wird das Verhältnis von Finnisch zu Ungarisch beschrieben wie etwa das Verhältnis von Deutsch zu Persisch.  Na, und das ist doch ein recht guter Vergleich für das Verhältnis von Arabisch zu Hebräisch, wenngleich letztere zweifellos doch noch ein bisschen näher zusammen liegen.  Das Wort „Türkisch“ kommt in dem ganzen Artikel überhaupt nicht vor.  Obwohl ein Vergleich des Finnischen mit dem Türkischen durchaus reizvoll wäre, handelt es sich doch bei beiden um agglutinierende Sprachen.  Aber sie sind sehr weit voneinander entfernt, man lese dazu etwa den Wiki-Artikel „Altaische Sprachen“. Sahms Behauptung „Arabisch und Hebräisch sind sich so ähnlich wie … Türkisch und Finnisch“ bleibt Quatsch.

  10. Aus dem Kommentarbereich eines anderen Artikels:

    Die jüngste Entscheidung der israelischen Regierung unter Ministerpräsident Netanjahu, 400 Kinder ausländischer Fremdarbeiter aus dem Land zu weisen, zeigt das Mühen um den Charakter des Staates Israel. Ausländische Arbeitskräfte wecken mit ihren Kindern in Israel „Ängste vor einer Überfremdung und möglichen Mischehen“.
    Die Entscheidung der Regierung werde, so die Korrespondentin Sarah Lemel, damit begründet, man müsse die jüdische Identität des Staates Israel gewährleisten. Immerhin sei Israel als nationale Heimstätte des jüdischen Volkes gegründet worden.
    Der israelische Innenminister Eli Jischai von der Schas-Partei gilt als treibende Kraft des Beschlusses zur Ausweisung nichtjüdischer Kinder.
    Man stelle sich vor, in Deutschland würde jemand ähnliche Forderungen „zur Gewährleistung der deutschen Identität des deutschen Staates“ erheben, da doch Deutschland „die nationale Heimstätte des deutschen Volkes“ sei! Ferner gelte es, „Überfremdung und mögliche Mischehen“ zu verhindern. Der Aufschrei deutscher Parteioligarchen und deren Presseorgane würden sich überschlagen in Vergleichen zum Nationalsozialismus.
    In Israel gibt es aber auch Kritiker der Kinder-Ausweisung. Einige erinnerten gar an die Deportation jüdischer Kinder während des Holocaust.

    • Und genau mit dieser Erinnerung werden die Grenzen überschritten. Es ist nämlich schon ein bisschen was Anderes, ob man Kinder ins Gas schickz oder in ihr Geburtsland. Wie konnten Sie nur vergessen, dies zu erwähnen, Werner?!

      • auf die beiden Werner hinsichtlich der Deportation von Kindern:
        Eigentlich haben beide Recht, jeder auf seine Weise. Der Vergleich mit dem Holocaust hinkt wirklich, Ausweisung und Ermordung sind zwei verschiedene Dinge. Aber es besteht hier auch eine Gemeinsamkeit und dies heißt Rassismus, wenn die Sachverhaltsschilderung des Werners ohne Nachnamen stimmt. Den Umgang der Nazis mit Juden, aber auch mit Polen und anderen gliedert sich zeitlich in verschiedene Phasen, zu Beginn wurden insbesondere polnische Juden, die sich während der Weimarer Republik vor allem auch in Berlin angesiedelt haben, aus rassischen Gründen ausgewiesen – und für diese Phase und insoweit stimmt die Parallele. natürlich nicht zu 100 %, aber in den wesentlichen Zügen.
        Außerdem sollten sich die Israelis einmal überlegen, ob durch eine solche Politik nicht auch ihre eigenen Menschenrechte beschnitten werden. Die ausgewiesenen Kinder haben garantiert israelische Freunde, die jetzt ihre Freunde verlieren.
        In Deutschland kamen einige Jahre nach der Massenausweisung als nächste Stufe die Nürnberger Gesetze. Was kommt in Israel als nächstes: ein Gesetz zum Schutz des Judentums, nach dem Israelis keine Nichtjuden mehr heiraten dürfen? Schließlich wird die Ausweisung laut Werner schon mit möglichen späteren Heiraten begründet. Damit hätte dann Hitler eines seiner Ziele postum doch noch teilweise erreicht: Keine Heirat zwischen Deutsche und „Personen artverwandten Blutes“ mit Israels. Teilweise nur deshalb, weil nicht alle Juden Bürger Israels sind.
        Und was kommt dann? Ausländergettos? Einreiseverbot für alle Nichtjuden? Reisebeschränkungen für unverheiratete Israelis, damit sie sich nicht im Ausland verlieben und heiraten? Sie meinen Schwarzseherei? Vielleicht, aber das haben manche Nazi-Opfer auch bis zum Zeitpunkt ihrer Ermordung gedacht. Was ist, wenn nicht ich sondern Sie sich irren? Jeder, der es mit Israel und den Menschen dort gut meint, sollte öffentlich dagegen Stellung nehmen – und, wenn er kann, etwas tun.

  11. Das dieser Rassenquatsch nicht tot zu kriegen ist.
    Natürlich gibt es „rassische Unterschiede“ auf genetischer Basis, man schaue sich nur einen Schwarzafrikaner und einen Europäer an, aber außer ein paar kleinen äußeren Unterschieden ist das, was sonst noch erzählt wird, doch kompletter Unsinn. Juden sind Juden, weil sie jüdischen Glaubens sind oder weil sie sich aufgrund ihrer jüdischen Vorfahren (und/oder wegen den sie umgebenden Idioten) als nichtgläubige Juden fühlen. So mancher, der von den Nazis als Jude umgebracht wurde, war erheblich arischer (blond und blauäugig) im Sinne der Nazis als Hitler und viele aus seiner Bande. Im Studium lernte ich die personifizierte Widerlegung des diesmal positiven Vorurteils kennen, dass Schwarzafrikaner alle musikalisch seien. Ein Kommilitone aus Uganda sang schrecklicher als eine Kreissäge und er besaß weniger Taktgefühl als ein Kaninchen. Jedes Kaninchen ist musikalischer, was aber nicht heißt, dass er in seinem Fach nicht besser war als so mancher deutschsprachige Student, obwohl er nicht in seiner Muttersprache studierte. Allen dummen Rassisten und Nationalisten sei gesagt, in jeder Gruppe, der er sich überlegen fühlt, gibt es viele Menschen, die bedeutend mehr Intelligenz und soziale Kompetenz besitzen als er selbst und wenn er die Welt unbedingt von den Dummen befreien will, rate ich zu Selbstmord.
    Ich weiß nicht, ob wie einer schreibt, die israelische Regierung viel Geld investiert, um eine jüdische Rasse zu beweisen. Ich kann das nicht glauben, aber wenn es stimmen würde, erinnerte es mich an ähnliche Studien der Nazis, die damals allerdings noch mangels Kenntnisse in der Genetik auf anatomische Vergleiche angewiesen waren, aber mit ihrer sogenannten Rassenforschung auf der gleichen Schiene waren. Das wäre zwar angesichts der Geschichte kein guter Vergleich, aber er drängt sich auf und er ginge mit denen nach Hause, die so etwas tun. Damit will ich nicht sagen, dass es je nach Zweck nicht statthaft sein kann, genetische Unterschiede z. B. aus medizinischen Gründen zu erforschen. Aber wer hieraus politische Forderungen im Sinne von Trennung von Menschen unterschiedlicher Herkunft (Rasse, Religion, Nationalität) herleitet, ist ein Verbrecher.

  12. Ach wie bin ich froh dass ich nur ein einfacher Maier bin, dessen Vorfahren irgendwo auf der Schwäbischen Alb herumge.oegelt haben. Spasseshalber werde ich mir gleich heute noch bei igenea einen Schnelltest bestellen. Vielleicht kommt ja heraus, dass ich in direkter Linie von Abraham abstamme, wobei mir eigentlich die Familie Gates monitär gesehen gelegener käme.

  13. Wie man erkennen kann, haben Juden andere Gene, ansonsten würde es die Frage, ob Jude eine genetische Herkunftsanalyse machen möchte, nicht geben. Rabbi Nechama sagt so und israelische Regierung hat viel Geld investiert um zu beweisen, das Juden Rasse rein ist und es gibt solche Genetische Markierung. Das ist Wissenschaft von Israel gefinden.
    Frage ist, warum ist für Israelische Regierung so wichtig genetische Markierung und Angst vor Mischung.
    Sind diese Gene besser, wie Sarrazin sagt?
    Vor allen jüdische Frau ist rein mit Markierung wie Patriarchin, leset Israelische Presse. Grosser Stolz! Auch Jesus, diese Gene hatte. Die Christen in Deutschland und weiten Teilen der Welt haben mal so garnichts mit Yeschuah aus Betlehem zu tun. Das was aus dieser Diskussion klar zuerkennen ist, das ein latenter Judenhass auch 65 Jahre nach dem 2 Weltkrieg vorhanden ist, nur heute sind die Juden um sich wehren zu können und nicht wie Schafe zu Schlachtbank.

  14. Vielen Dank an Claudio C. für diesen differenzierten Beitrag!
    Die Menschheit hat also viel mehr Gemeinsames als Trennendes (99,9 zu 0,1%). Und zu diesen Gemeinsamkeinten scheint es schrecklicherweise zu gehören, dass Kriege, Massaker, Rassismus und Völkermord ihren Ausgang immer und immer wieder in diesem – eigentlich zu vernachlässigenden – Trennenden haben. Wie dumm!

  15. Zitat aus einem Artikel der NY Times:
    Studies Show Jews’ Genetic Similarity

    The surveys provide rich data about genetic ancestry that is of great interest to historians. “I’m constantly impressed by the manner in which the geneticists keep moving ahead with new projects and illuminating what we know of history,” said Lawrence H. Schiffman, a professor of Judaic studies at New York University.
    One of the surveys was conducted by Gil Atzmon of the Albert Einstein College of Medicine and Harry Ostrer of New York University and appears in the current American Journal of Human Genetics. The other, led by Doron M. Behar of the Rambam Health Care Campus in Haifa and Richard Villems of the University of Tartu in Estonia, is published in Thursday’s edition of Nature.

  16. „Wer heute irgendwelchen Menschengruppen und speziell den Juden separate Gene nachsagt, stellt sich in eine Reihe mit den übelsten Rassisten und schlimmsten Antisemiten.“

    Gehört dann aber auch dazu jemand der folgendes schreibt: „Die Altfrommer Rabbiner sollten sich einen Stoß geben (…). Sie sollten ernsthaft in Betracht ziehen, die Halacha den Möglichkeiten der Zeit anzupassen. um jeden als Juden anzuerkennen, des dies zum Beispiel über Gentest belegen kann“ (Rabbiner Andreas Nachama, http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/8449/highlight/einfach&jüdisch)

    Oder gehören dazu auch die Betreiber (oder auch zumindest einige Kunden?) von IGENEA http://www.igenea.com/?

    Bei Rabbiner Nachama ist die Antwort sicher negativ. Bei IGENEA weiss ich nicht, sicher würden die Betreiber diesen Vorwurf abstreiten. Vor einigen Jahren hatte ich Werbung von Igenea sogar auf Haligal.com entdeckt, und hatte eine besorgte Email an die Betreiber geschickt, in der festen Überzeugung dass es sich um eine rassistische verdeckte Manipulation handeln würde. Leider war es nicht so.

    Ich glaube, dass die Antwort zu den Fragen, ob die Juden eigene Gene haben, kompliziert ist. Ich versuche hier mögliche Antworten zu geben:

    a) unabhängig davon ob diese Antwort positiv oder negativ ist, gibt es Menschen und Kräfte in der Gesellschaft, die von vorneherein Juden (und andere Gruppen) diskriminieren wollen und Rechtfertigungen dafür suchen, egal welche. Mit solchen Menschen und Kräfte kann man weder diese noch andere Fragen ernsthaft diskutieren, weil der Rassismus bei ihnen ein Postulat ist.
    b) moderne (nicht bewusst oder direkt rassistisch begründete) wissenschaftliche Forschungen bestätigen dass es biologische Unterschiede in DNA der Menschen gibt (0,1 bzw. 3 Milionen der Nukleotidensequenzen), im Gegensatz zu 99,9 % bzw. 3000 Miliarden der Sequenzen, die allen Menschen gemeinsam sind.
    http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/163/thema/duster/wiedergeburt-des-rassebegriffs
    Diese Unterschiede sind genug um die Suche nach „ethnischen Medikamenten“ oder ethnischen Nähen und Entfernungen zu rechtfertigen. Sie sind aber nicht genug, um die Existenz jeglicher „Rasse“ zu rechtfertigen, weil die Unterschiede innerhalb der Gruppen höher sind als zwischen den Gruppen http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=V6X5ZL)
    und weil diese Unterschiede schwerlich mit sonst (sprachlich, geographisch…) definierten ethnischen Zugehörigkeiten unmittelbar gleichsetzen lassen (dafür reicht es auf die teilweise heftige Diskussionen bei den Foren von IGENEA zu schauen).
    Aus diesen Fakten entnehme ich folgende erste Antwort:
    Juden haben wahrscheinlich genetische Gemeinsamkeiten aber auch noch stärkere genetische Gemeinsamkeiten mit anderen Gruppen und noch stärkere Differenzierungen untereinander.
    c) eine zwingende Korrelation zwischen einem Verhalten und der erblichen Prägung eines Menschen lässt sich nicht nachweisen, vielmehr ist es wahrscheinlich dass sich sehr untereinander unterschiedliche Verhalten durch die jeweils unterschiedliche Umformung der Umwelt aus der gleichen erblichen Prägung ergeben.

    Zweite Antwort: auch wenn man annimmt, dass es eine genetische Gemeinsamkeit unter Gruppen von Menschen gibt, kann man kein Verhalten aus dieser Gemeinsamkeit zwingend erwarten
    http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=V6X5ZL)
    Diese Annahme relativieren am Ende die Anfangsfragen, konnten so zusammengefasst werden:
    Juden haben doch „in sehr kleinen Mengen“ gemeinsame Genen, aber daraus lässt sich keine gemeinsame ethnische Zugehörigkeit ableiten.
    Trotzdem glaube ich, dass auch innerhalb des Judentums und der nicht rassistischen Menschen und gesellschaftlichen Kräfte die Frage offen bleibt
    a) ob das Judentum ein Volk oder eine Religion ist und
    b) ob das Judentum mit Israel gleichgesetzt werden kann.
    Ich gehöre zu denen die fest daran glauben, dass das Judentum heute vor allem eine Religion ist. Hier spielt die Möglichkeit der Konversion eine entscheidende Rolle. Interessant ist es aber, dass konservative Kräfte innerhalb des Judentums gerade die Konversion erschweren wollen (siehe den Artikeln von Rabbiner Nachama).

    Das ist eine der gefährlichen Folgen des aus meiner Sicht berechtigten Kampfes für die Existenz des Staates Israels: diese Kampf führt zu einer Verhärtung der Positionen und zur Schritten in „rassistischer“ Richtung von innen aus, vom Kräften in Israel aus…

    Paradoxerweise bestätigt aber selbst das, dass alle (auch die nicht Juden) die Existenz des Judentums brauchen, um Fragen wachzuhalten, die jede Gesellschaft immer wieder und vom neuen beantworten muss, um nicht zusammenzubrechen.

    Grüße
    Claudio C.

    • "Trotzdem glaube ich, dass auch innerhalb des Judentums und der nicht rassistischen Menschen und gesellschaftlichen Kräfte die Frage offen bleibt
      a) ob das Judentum ein Volk oder eine Religion ist und
      b) ob das Judentum mit Israel gleichgesetzt werden kann."

      Lieber Claudio,

      die dringendere Frage ist doch eigentlich, ob die Israeli ein Volk sind.
      Und da denke ich, kommt mensch ganz ohne Gendiskussionen und/oder geschichtliche Herleitungen aus.

      Schauen wir uns doch einfach mal die USA an. "Genetisches Volk" – Fehlanzeige .. und sie sitzen auch nicht schon ein paar tausend Jahre in den Staaten zum. Doch kein Mensch, der seine Sinne beisammen hat, würde anzweifeln, dass die US-Amerikaner heute ein Volk sind. Und mit den Israelis sehe ich das genauso. Auch da ist es unerheblich, ob es das "Israel-Gen" gibt. Heute sind die Israelis ein Volk, weil Sie es sein wollen.

      Das gleiche gilt dann übrigens auch für die Palästinenser.

  17. Nach halachischem Recht ist jüdisch, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder zum Judentum konvertiert ist. Die enge Verbindung von Kultur, Tradition, Religion und Volkszugehörigkeit zeichnet das Judentum im Besonderen aus. Es entwickelte sich über die Jahrhunderte eine gewisse genetische Homogenität, die durch einen DNA-Test sichtbar wird.

    Träger derselben oder ähnlicher genetischer Merkmale werden in Haplogruppen zusammengefasst. Die Zugehörigkeit zu bestimmten Haplogruppen kann auf eine jüdische Herkunft hinweisen. Ausserdem wird ein bestimmtes DNA-Profil „Cohen Modal-Haplotyp“ genannt, weil es vermehrt in der jüdischen Untergruppe der Cohanim vorkommt. Dieser Haplotyp weist deutlich auf eine jüdische Herkunft hin.

  18. Ulrich Sahm irrt: die abrahamitischen Israeliten zeigen genetische Gemeinsamkeiten, die es nur unter den „Nachkommen der Söhne Abrahams“ gibt, Was nochmals der engen Verwandschaft mit den Arabern das wort spricht. Da seit fast zwei tausend Jahren die Anzahl der zum Judentum Konvertiten die Anzahl der „Urjuden“ bei weitem übertroffen hat, gab es eine genetische Verwässerung, die sich mit den Jahrhunderten ständig gestärkt hat. Wir sind als Juden daher mit Berberen und Südeuropäern genauso stark verwandt wie mit den irrtümlicherweise als „Cohaniten“ bezeichneten Juden, die eigentlich nicht näher miteinander verwandt sind als mit den Prophanjuden …
    Allerdings gibt es zwischen den biologisch-medizinisch relevanten gemeinsamen genetischen Merkmalen und den mentalen sowie der verhaltensprägenden Eigenschaften keine relevante Beziehung, die statistisch hätte nachgewiesen können. Dort spielt Sozialisation und Kulturkreis die dominant-prägende Rolle.
     
    Sarrazin ist alles mögliche, nur nicht antisemit oder rassist. Seine Kritiker sind beides …  Auch wenn sie selbst Juden sind bzw. Juden vertreten. Das kennen wir von den infamen Judenräte der dunklen Vergangenheit. Gelle?

  19. Und wenn man Deutsche- z.B. aus Berlin und Muenchen, mit Oesterreichern – z.B aus Braunau kreuzt, dann erhaelt man Arier! Wie jeder Huehnerzuechter weiss, z.B Himmler.
    Und dann kommt bald die Judenfrage und 70 Jahre spaeter die Migrantenfrage, ach, ach, es geht ewig so weiter.

    Jetzt sind bald wieder die wildgewordenen Huehnerzuechter an der Macht, wenn es so weitergeht. Der Sozialdarwinismus wird ja schon wieder genetisch begruendet.

  20. Genau die gleiche haGalil stellt in der Aussendung vom 20.3.2008 fest (wörtlich!):
    Herkunftsanalyse mittels DNA
    … Dank der Erbgutanalyse ist aber ein Blick in die längst vergangenen Jahrhunderte möglich.
    Um dann fortzufahren:
    Aktuelle genetische Studien belegen, dass 60-80% der Juden noch heute ein typisch jüdisches DNA Profil aufweisen. Es gibt bestimmte Merkmale, die auf eine jüdische Herkunft hinweisen.
    Genau das Gleiche ist auf „Bild T -Online“ vom 24.11. 2007 zu lesen. (Deutsche Frauen sind deutscher als deutsche Männer)
    Ja verdammt noch einmal. Was hat der nun so gescholtene Sarrazin denn anderes gesagt?
    Diese Scheinheiligkeit ist kaum zu übertreffen.
    Sie können mich mit vollem Namen veröffentlichen

  21. Ulrich Sahm hat Recht!
    Ja, lieber Abraham, es gibt diese Studien. Ich habe von ihnen auch im Tagesspiegel und in der taz gelesen. Und es liegt ja auch nahe, dass aufgrund der (mindestens) mutterseitigen Vererbung einzelne Abschnitte der DNA / DNS bei (fast) allen Juden weltweit ein hohes Maß an Identität aufweisen.
    Das nimmt nichts von Sahms stichhaltiger Argumentation. Deren Fazit steht im Schlusssatz.

  22. Es sieht so aus, als ob ein Sarrazin im Moment die Genetik mit der Frage der Integration der Migranten verquickt, der sogenannten „Migrantenfrage“.
    Da wird sicherlich auch bald ein minderwertiges sogenanntes „Kopftuch-Gen“ gefunden.
    Die ganze Diskussion um dieses Thema u.a. im Spiegel, siehe Diskussionsforum, wiederholt Material, wie es etwa aus „Guenter-Die Rassenlehre“ der Nazizeit bekannt ist.
    Davon abgesehen scheinen die Deutschen in diesem Spiegel-Forum und in anderen oeffentlichen Diskussionen von einer Integrationswut besessen zu sein, als ob sie eine neue Gleichschaltung garnicht erwarten koennten.
    Muss die Geschichte sich alle 70 Jahre wiederholen, wenn die Erinnerung verblasst ist und die Zeitzeugen gestorben sind?
    Aus der Ferne gesehen bin ich froh, ausgewandert zu sein.
     

  23. Interessanterweise hat mir ein (israelisch) jüdischer Freund in einer Diskussion, die sich eigentlich darum drehte, dass „Erbnachweise“ zB für die Aufnahme in jüdische Schulen oder Colleges rassistisch sind (auch durch zB das britische Höchstgericht so judiziert), genau jene Theorie vom Wunder des jüdischen Gens erzählt: Also den aus seiner Sicht spektakulären Nachweis, dass Juden neben der Religion auch eine Ethnie sind, die sich trotz Diaspora über Jahrtausende gehalten hat. Ich fand das weniger erstaunlich und schon gar nicht als Wunder, da Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden sowohl im Nahen Osten, als auch Zentralasien und Europa über Jahrhunderte nicht üblich waren. Eigentlich erst durch die Aufklärung und den modernen Staaten- und Bürgerbegriff haben sich die Trennlinien aufgeweicht und zumindest in Mittel- und Osteuropa wurden Mischehen häufiger.
    Langer Rede, kurzer Sinn: Während ich dem zwiespältigen Gefühl des Sprechens über „Rassen“ (menschliche Rassen soll es ja laut modernem Stand der medizinischen Wissenschaft nicht geben) und Gene zustimme, muss ich dem Vorposter rechtgeben: Jüdische Menschen und Quellen verbreiten Nachrichten über höheren IQ von Juden und dem „jüdischen Gen“ recht stolz und begeistert.
    Ich finde es generell immer ein wenig problematisch und suspekt, wenn die selben Ideen und Inhalte nicht sowohl von in-group als auch out-group Individuen verbreitet werden dürfen.
    Insofern bleibt meine Ambiguität bzgl genannter Theorien bestehen – sie ist aber um nichts geringer, wenn sie von Juden verbreitet und instrumentalisiert wird. Und dieser außerordentlich wichtige Hinweis fehlt im Artikel völlig.

  24. „Neueste Forschungen bestätigen die gemeinsame nahöstliche Herkunft aller Juden“ – so die Überschrift in der „Jüdischen Allgemeinen“ – wahrlich kein antisemitisches Hetzblatt.
    Sarazin hat möglicherweise nur zitiert, der Artikel basiert auf den Erkenntnissen des »American Journal of Human Genetics« .
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/7637
    Die Verallgemeinerung ist natürlich nicht korrekt – nicht alle Juden haben ein gemeinsames Gen – man kann auch konvertieren – aber das ist die große Ausnahme.
    Jude wird man dadurch, dass die Mutter Jüdin ist. 

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