Immer mehr Großunternehmen ziehen sich aus dem Iran zurück

Während sich der Druck zur Auferlegung von strengeren Sanktionen gegen die Banken und den Energiesektor des Iran erhöht, lehnt eine zunehmende Zahl an weltweit führenden Unternehmen aus wirtschaftlichen und politischen Gründen Geschäfte mit dem Iran ab…

Eine Zusammenstellung einiger Firmen, die einen Abbruch der geschäftlichen Beziehungen mit dem islamischen Regime angedeutet haben, sammelte Diana Gregor, Réalité-EU:

Energie

  • Royal Dutch Shell hat die Lieferungen von Gas an den Iran unterbrochen, wie Ölhändler am 10. März 2010 angaben. Ein Sprecher der Firma Shell sagte: „Gegenwärtig beliefert Shell den Iran nicht mit Benzin.“[1]
  • Die Ölhandelsgesellschaften Trafigura und Vitol unterbrachen den Verkauf von Benzin an den Iran, wie Quellen des Industriezweiges bekannt gaben.[2]
  • Glencore unterbrach nach Angaben von Händlern zufolge die Zulieferung von Benzin an den Iran im November 2009. Die in der Schweiz ansässige Handelsgesellschaft für Gebrauchsgüter hatte im Januar einen Kommentar zu der Angelegenheit abgelehnt.[3]
  • Die Firma BP PLC sandte 2008 ihre letzte Benzinlieferung in den Iran.[4]
  • Mit Hilfe ihrer ausländischen Tochtergesellschaften hatte die Firma Baker Hughes Arbeiten in den Bereichen Öl und Gas im Iran ausgeführt, entschloss sich jedoch, sich sowohl aus dem Iran als auch aus dem Sudan zurückzuziehen.[5]
  • Die Firma Infineum U.K., ein gemeinsames Unternehmen, an welcher die Firma ExxonMobil indirekt zu 50 Prozent Miteigner ist, verkaufte Benzinzusätze an den Iran, hörte jedoch 2006 damit auf, sagte Cynthia Bergman White, Sprecherin des Unternehmens.[6]
  • Glencore war ein Großlieferantin für Benzin an den Iran gewesen, brach die Lieferungen jedoch im vergangenen Jahr angesichts der Androhung neuer Sanktionen durch die amerikanische Regierung ab. Die Firma und ihre Vorgängerin, Marc Rich & Co., hatten mit dem Iran für mehr als drei Jahrzehnte Geschäfte gemacht.[7]
  • Die Firma Reliance war eine der bedeutendsten Lieferantinnen von Benzin an den Iran gewesen, brach ihre Lieferungen jedoch im Frühjahr 2009 ab, nachdem Mitglieder des amerikanischen Kongresses zu einer Untersuchung von Anleihegarantien aufgerufen hatten, die von der amerikanischen Export-Import-Bank zur Verfügung gestellt worden waren, um Reliance beim Ausbau einer Einrichtung zu unterstützen, in der das Unternehmen die Firma Petroleum für den Verkauf an den Iran umfinanzierte.[8] Dennoch lieferte die staatliche malaysische Ölfirma Petronas Berichten im Februar zufolge Frachtladungen mit Benzin in den Iran, die von Reliance produziert worden waren.[9]
  • Die Firma Royal Dutch Shell PLC lehnte einen Kommentar dazu ab, ob die Firma sich ihrer Beteiligungen im Iran entledigen sollte. Wenn es jedoch ein internationales Abkommen über weitere kommerzielle Sanktionen gegen den Iran geben sollte, würde sich Shell diesen fügen. Ein Sprecher bestand jedoch darauf, dass sich das Unternehmen an die Anforderungen der Transparenz und der Auflistung hielte, und dass „alle Anschuldigungen ins Gegenteil irreführend sind.“[10]
  • Der Hauptgeschäftsführer der Firma Total SA, Christophe de Margerie, gab an, dass die große europäische Ölgesellschaft ihre Verkäufe von Gas an den Iran abbrechen werde, wenn die Vereinigten Staaten eine Gesetzgebung verabschieden würden, derzufolge Öllieferanten, die nach Teheran exportieren, mit Strafen belegt würden.[11]

Ingenieurwesen

  • Ingersoll-Rand, Hersteller von Luftkompressoren und Kühlanlagen für Gebäude und Transport, gab an, dass die Tochtergesellschaften keine Ersatzteile oder neue Produkte mehr nach Teheran verkaufen dürften.[12] Sprecher Paul Dickard sagte: „Wir wollen ernsthaft darüber nachdenken, ob wir uns weiterhin im Iran engagieren wollen, wenn dies andere Geschäfte gefährdet, die für uns einträglicher sein könnten.“[13]
  • Smith International, eine Dienstleistungsgesellschaft für Ölfelder, gab am 1. März 2010 bekannt, dass sie sich aktiv um die Einstellung aller ihrer Aktivitäten im Iran bemühe.[14]
  • Caterpillar, der weltweit größte Hersteller von Bau- und Bergbaumaschinen, gab am 1. März 2010 an, dass sich die Firma immer mehr aus dem Iran zurückziehe. Ausländische Zulieferer versuche man davon abzuhalten, Ausrüstungen an unabhängige Händler zu veräußern, die diese an Teheran weiterverkaufen.[15]
  • Nokia-Siemens belieferte die staatliche iranische Telekomgesellschaft 2008 mit Abhöranlagen.[16] [17] Siemens hat vor, Anfang Juni die Unterzeichnung neuer geschäftlicher Abschlüsse mit der iranischen Republik abzubrechen. „Wir hatten so oder so härtere Sanktionen zu erwarten, so dass es keinen Sinn ergibt, Verträge zu unterschreiben, die letzten Endes nicht erfüllt werden können“, erklärte ein Manager.[18]
  • Finmeccanica, ein Konzern in den Bereichen Rüstung, Luftfahrt, Energie und Transport, belieferte den Iran über die Tochtergesellschaft Ansaldo Energia mit 44 Gasturbinen. Ein Sprecher der Firma Finmeccanica gab an, dass sich das Unternehmen unter dem Druck der amerikanischen und italienischen Regierungen aus dem Iran zurückgezogen hätte.[19]
  • Foster Wheeler, ein Maschinenbau- und Bauunternehmen, das die Öl- und Gasindustrie mit Dienstleistungen versorgt, machte bis 2006 Geschäfte im Iran und teilte dann der Securities and Exchange Commission (der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde für die Kontrolle des Wertpapierhandels in den Vereinigten Staaten) ihren Rückzug mit. Die Firma war zuvor in den Vereinigten Staaten ansässig gewesen, siedelte 2001 jedoch auf die Bermudas um, ein Schritt, der es dem Unternehmen gestattete, die Einkommenssteuer für Firmen in den Vereinigten Staaten zu umgehen; inzwischen wanderte die Firma in die Schweiz aus.[20]
  • Die Firma Halliburton versorgte den Iran mit Hilfe von ausländischen Subunternehmen mit Dienstleistungen im Bereich der Öl- und Gasbohrungen. Das Unternehmen gab an, dass es keine neuen Geschäftsabschlüsse mit dem Iran tätigen werde und zog sich 2007 komplett aus dem Land zurück.[21]
  • General Electrics brachte im Juni 2008 alle Geschäfte im Iran zum Abschluss. „Aufgrund der sich hier ergebenden Umstände, der Besorgnis unserer Aktionäre und unserer Einstellung gegenüber der firmeneigenen Verantwortung haben GE und der Vorstand der Firma 2005 beschlossen, die geschäftlichen Beziehungen zum Iran abzubrechen,“ sagte Vizepräsident Gary Sheffer.[22]
  • Die Firma Hewlett-Packard ging 1997 eine Partnerschaft mit einem neu gegründeten Unternehmen in Dubai ein, um ihre Produkte im Nahen Osten zu verkaufen, darunter auch im Iran. Darüber hinaus verkaufte sie im Verlauf der Aktivitäten im Iran auch Dienstleistungen an die US-Armee. Im Januar 2009, nachdem die Verkäufe der Firma im Iran ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten waren, gab das Unternehmen an, es würde alle geschäftlichen Aktivitäten im Iran abbrechen, um „dem Buchstaben des Gesetztes mehr als getreu zu sein.“[23]

Versicherungswesen

  • Die deutschen Versicherungsgsellschaften MunichRe und Allianz gaben im Februar 2010 an, dass sie alle Versicherungsgeschäfte mit dem Iran eingestellt hätten.[24]
  • Die Firma PricewaterhouseCoopers erklärte, dass sie nicht länger geschäftliche Beziehungen zu iranischen Unternehmen unterhalten würde.[25]
  • Die Firma Ernst & Young gab bekannt, dass sie nicht länger geschäftliche Beziehungen zu iranischen Unternehmen unterhalten würde.[26]
  • KPMG brach alle buchhalterischen Aktivitäten mit Partnerfirmen im Iran ab.[27]

Banken

  • Die Bank Barclays PLC beendete alle ihre geschäftlichen Aktivitäten im Iran und in anderen Ländern, die Sanktionen unterworfen sind.[28]
  • Die Credit Suisse AG stimmte am 16. Dezember 2009 der Zahlung einer Strafe in Höhe von $ 536 Millionen an die Vereinigten Staaten und den Bundesstaat New York zu, um um im Hinblick auf Beschuldigungen eine Ausgleich zu erreichen, denen zufolge die Firma Sanktionen dadurch verletzt hatte, dass sie dem Iran und anderen Ländern dabei half, Hunderte Millionen von Dollars auf geheimen Wegen via amerikanische Banken zu schleusen. Bevor die Bank sich 2006 aus dem Iran und anderen, mit Sanktionen belegten Ländern zurückzog, hatte sie eine Anzahl kleinerer Verträge von den [amerikanischen] Ministerien für Veteranen und Energie erhalten.[29]
  • Im Juli 2007 gab die Deutsche Bank bekannt, dass sie alle Verbindungen zum Iran abgebrochen habe und gab an, dass sie die geschäftlichen Aktivitäten dort als zu zeitaufwendig und teuer betrachte.[30]
  • Die Bank Lloyds TSB stimmte im vergangenen Jahr der Zahlung einer Strafe in Höhe von $ 350 Millionen an die Vereinigten Staaten zu, dies nachdem eine Untersuchung ergab, dass die Firma Informationen aus Transaktionen unterschlagen hatte, um Geld aus dem Sudan und dem Iran in das amerikanische Bankensystem zu schleusen. Damit verstieß sie gegen bestehende US-Sanktionen. Im Vorfeld der Entscheidung der Bank, sich 2008 aus dem Iran zurückzuziehen, hatte Lloyds staatliche Beihilfen des [amerikanischen] Landwirtschaftsministeriums erhalten.[31]
  • Die Dresdner Bank beschloss, ihre verbleibenden Geschäfte im Iran zu liquidieren. Ein Sprecher gab an, dass die Verwaltungskosten für die geschäftliche Tätigkeit im Iran zu hoch geworden seien.[32]
  • Die Commerzbank brach die Handhabung von Transaktionen in Dollars für den Iran in ihrer New Yorker Zweigstelle ab.[33]

Fahrzeugindustrie

  • Daimler gab bekannt, dass das Unternehmen fast alle seine Verbindungen zum Iran abbrechen würde. „Die Politik der gegenwärtigen Führungsspitze im Iran hat uns dazu veranlasst, unsere geschäftlichen Beziehungen mit diesem Land neu zu überdenken“, sagte Dieter Zetsche, Vorsitzender der Daimler AG und Leiter von Mercedes-Benz. Daimler will die Lieferung von dreiachsigen kommerziellen Fahrzeugen an den Iran stornieren, die in Raketenabschussrampen umfunktioniert werden können. Außerdem wird Daimler seine 30%-Anteile an der Firma „Iranian Diesel Engine Manufacturing“ veräußern.[34]

Quellenangaben:

[1] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[2] Chazan, Guy, and Swartz, Spencer, „Shell Halts Gasoline Sales to Iran,“ Wall Street Journal, March 11, 2010

http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703701004575113280633313178.html

[3] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[4] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[5] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[6] Chazan, Guy, and Swartz, Spencer, „Shell Halts Gasoline Sales to Iran,“ Wall Street Journal, March 11, 2010

http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703701004575113280633313178.html

[7] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[8] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[9] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[10] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[11] „Total to end Iran fuel sale if US passes sanctions“, Reuters, Apr 26, 2010

http://in.reuters.com/article/oilRpt/idINLDE63P0CV20100426

[12] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[13] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[14] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[15] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[16] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[17] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[18] Schafer, Daniel, „The Mittelstand opportunists,“ Financial Times, Apr 26, 2010

http://www.ft.com/cms/s/0/2e0471fa-515c-11df-bed9-00144feab49a.html#

[19] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[20] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[21] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[22] Iran Policy, General Electrics Web site, accessed April 29, 2010

http://www.ge.com/news/our_viewpoints/iran.html

[23] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[24] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[25] Baker, Peter, „Companies Feeling More Pressure to Cut Iran Ties,“ New York Times, Apr 23, 2010

http://www.nytimes.com/2010/04/24/world/middleeast/24sanctions.html

[26] Baker, Peter, „Companies Feeling More Pressure to Cut Iran Ties,“ New York Times, Apr 23, 2010

http://www.nytimes.com/2010/04/24/world/middleeast/24sanctions.html

[27] Baker, Peter, „Companies Feeling More Pressure to Cut Iran Ties,“ New York Times, Apr 23, 2010

http://www.nytimes.com/2010/04/24/world/middleeast/24sanctions.html

[28] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[29] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[30] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[31] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[32] Dresdner Bank to cease doing business in Iran, Reuters, Aug 21, 2008 http://www.reuters.com/article/idUSL2186119020070821

[33] German bank to end Iran dollar transactions, CNN Money, Jan 10, 2007

http://money.cnn.com/2007/01/10/news/international/commerzbank_iran/index.htm

[34] Schafer, Daniel, „The Mittelstand opportunists,“ Financial Times, Apr 26, 2010

http://www.ft.com/cms/s/0/2e0471fa-515c-11df-bed9-00144feab49a.html#

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Immer mehr Großunternehmen ziehen sich aus dem Iran zurück

Während sich der Druck zur Auferlegung von strengeren Sanktionen gegen die Banken und den Energiesektor des Iran erhöht, lehnt eine zunehmende Zahl an weltweit führenden Unternehmen aus wirtschaftlichen und politischen Gründen Geschäfte mit dem Iran ab.

Einige Firmen, die einen Abbruch der geschäftlichen Beziehungen mit dem islamischen Regime angedeutet haben:

Energie

  • Royal Dutch Shell hat die Lieferungen von Gas an den Iran unterbrochen, wie Ölhändler am 10. März 2010 angaben. Ein Sprecher der Firma Shell sagte: „Gegenwärtig beliefert Shell den Iran nicht mit Benzin.“[1]
  • Die Ölhandelsgesellschaften Trafigura und Vitol unterbrachen den Verkauf von Benzin an den Iran, wie Quellen des Industriezweiges bekannt gaben.[2]
  • Glencore unterbrach nach Angaben von Händlern zufolge die Zulieferung von Benzin an den Iran im November 2009. Die in der Schweiz ansässige Handelsgesellschaft für Gebrauchsgüter hatte im Januar einen Kommentar zu der Angelegenheit abgelehnt.[3]
  • Die Firma BP PLC sandte 2008 ihre letzte Benzinlieferung in den Iran.[4]
  • Mit Hilfe ihrer ausländischen Tochtergesellschaften hatte die Firma Baker Hughes Arbeiten in den Bereichen Öl und Gas im Iran ausgeführt, entschloss sich jedoch, sich sowohl aus dem Iran als auch aus dem Sudan zurückzuziehen.[5]
  • Die Firma Infineum U.K., ein gemeinsames Unternehmen, an welcher die Firma ExxonMobil indirekt zu 50 Prozent Miteigner ist, verkaufte Benzinzusätze an den Iran, hörte jedoch 2006 damit auf, sagte Cynthia Bergman White, Sprecherin des Unternehmens.[6]
  • Glencore war ein Großlieferantin für Benzin an den Iran gewesen, brach die Lieferungen jedoch im vergangenen Jahr angesichts der Androhung neuer Sanktionen durch die amerikanische Regierung ab. Die Firma und ihre Vorgängerin, Marc Rich & Co., hatten mit dem Iran für mehr als drei Jahrzehnte Geschäfte gemacht.[7]
  • Die Firma Reliance war eine der bedeutendsten Lieferantinnen von Benzin an den Iran gewesen, brach ihre Lieferungen jedoch im Frühjahr 2009 ab, nachdem Mitglieder des amerikanischen Kongresses zu einer Untersuchung von Anleihegarantien aufgerufen hatten, die von der amerikanischen Export-Import-Bank zur Verfügung gestellt worden waren, um Reliance beim Ausbau einer Einrichtung zu unterstützen, in der das Unternehmen die Firma Petroleum für den Verkauf an den Iran umfinanzierte.[8] Dennoch lieferte die staatliche malaysische Ölfirma Petronas Berichten im Februar zufolge Frachtladungen mit Benzin in den Iran, die von Reliance produziert worden waren.[9]
  • Die Firma Royal Dutch Shell PLC lehnte einen Kommentar dazu ab, ob die Firma sich ihrer Beteiligungen im Iran entledigen sollte. Wenn es jedoch ein internationales Abkommen über weitere kommerzielle Sanktionen gegen den Iran geben sollte, würde sich Shell diesen fügen. Ein Sprecher bestand jedoch darauf, dass sich das Unternehmen an die Anforderungen der Transparenz und der Auflistung hielte, und dass „alle Anschuldigungen ins Gegenteil irreführend sind.“[10]
  • Der Hauptgeschäftsführer der Firma Total SA, Christophe de Margerie, gab an, dass die große europäische Ölgesellschaft ihre Verkäufe von Gas an den Iran abbrechen werde, wenn die Vereinigten Staaten eine Gesetzgebung verabschieden würden, derzufolge Öllieferanten, die nach Teheran exportieren, mit Strafen belegt würden.[11]

Ingenieurwesen

  • Ingersoll-Rand, Hersteller von Luftkompressoren und Kühlanlagen für Gebäude und Transport, gab an, dass die Tochtergesellschaften keine Ersatzteile oder neue Produkte mehr nach Teheran verkaufen dürften.[12] Sprecher Paul Dickard sagte: „Wir wollen ernsthaft darüber nachdenken, ob wir uns weiterhin im Iran engagieren wollen, wenn dies andere Geschäfte gefährdet, die für uns einträglicher sein könnten.“[13]
  • Smith International, eine Dienstleistungsgesellschaft für Ölfelder, gab am 1. März 2010 bekannt, dass sie sich aktiv um die Einstellung aller ihrer Aktivitäten im Iran bemühe.[14]
  • Caterpillar, der weltweit größte Hersteller von Bau- und Bergbaumaschinen, gab am 1. März 2010 an, dass sich die Firma immer mehr aus dem Iran zurückziehe. Ausländische Zulieferer versuche man davon abzuhalten, Ausrüstungen an unabhängige Händler zu veräußern, die diese an Teheran weiterverkaufen.[15]
  • Nokia-Siemens belieferte die staatliche iranische Telekomgesellschaft 2008 mit Abhöranlagen.[16] [17] Siemens hat vor, Anfang Juni die Unterzeichnung neuer geschäftlicher Abschlüsse mit der iranischen Republik abzubrechen. „Wir hatten so oder so härtere Sanktionen zu erwarten, so dass es keinen Sinn ergibt, Verträge zu unterschreiben, die letzten Endes nicht erfüllt werden können“, erklärte ein Manager.[18]
  • Finmeccanica, ein Konzern in den Bereichen Rüstung, Luftfahrt, Energie und Transport, belieferte den Iran über die Tochtergesellschaft Ansaldo Energia mit 44 Gasturbinen. Ein Sprecher der Firma Finmeccanica gab an, dass sich das Unternehmen unter dem Druck der amerikanischen und italienischen Regierungen aus dem Iran zurückgezogen hätte.[19]
  • Foster Wheeler, ein Maschinenbau- und Bauunternehmen, das die Öl- und Gasindustrie mit Dienstleistungen versorgt, machte bis 2006 Geschäfte im Iran und teilte dann der Securities and Exchange Commission (der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde für die Kontrolle des Wertpapierhandels in den Vereinigten Staaten) ihren Rückzug mit. Die Firma war zuvor in den Vereinigten Staaten ansässig gewesen, siedelte 2001 jedoch auf die Bermudas um, ein Schritt, der es dem Unternehmen gestattete, die Einkommenssteuer für Firmen in den Vereinigten Staaten zu umgehen; inzwischen wanderte die Firma in die Schweiz aus.[20]
  • Die Firma Halliburton versorgte den Iran mit Hilfe von ausländischen Subunternehmen mit Dienstleistungen im Bereich der Öl- und Gasbohrungen. Das Unternehmen gab an, dass es keine neuen Geschäftsabschlüsse mit dem Iran tätigen werde und zog sich 2007 komplett aus dem Land zurück.[21]
  • General Electrics brachte im Juni 2008 alle Geschäfte im Iran zum Abschluss. „Aufgrund der sich hier ergebenden Umstände, der Besorgnis unserer Aktionäre und unserer Einstellung gegenüber der firmeneigenen Verantwortung haben GE und der Vorstand der Firma 2005 beschlossen, die geschäftlichen Beziehungen zum Iran abzubrechen,“ sagte Vizepräsident Gary Sheffer.[22]
  • Die Firma Hewlett-Packard ging 1997 eine Partnerschaft mit einem neu gegründeten Unternehmen in Dubai ein, um ihre Produkte im Nahen Osten zu verkaufen, darunter auch im Iran. Darüber hinaus verkaufte sie im Verlauf der Aktivitäten im Iran auch Dienstleistungen an die US-Armee. Im Januar 2009, nachdem die Verkäufe der Firma im Iran ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten waren, gab das Unternehmen an, es würde alle geschäftlichen Aktivitäten im Iran abbrechen, um „dem Buchstaben des Gesetztes mehr als getreu zu sein.“[23]

Versicherungswesen

  • Die deutschen Versicherungsgsellschaften MunichRe und Allianz gaben im Februar 2010 an, dass sie alle Versicherungsgeschäfte mit dem Iran eingestellt hätten.[24]
  • Die Firma PricewaterhouseCoopers erklärte, dass sie nicht länger geschäftliche Beziehungen zu iranischen Unternehmen unterhalten würde.[25]
  • Die Firma Ernst & Young gab bekannt, dass sie nicht länger geschäftliche Beziehungen zu iranischen Unternehmen unterhalten würde.[26]
  • KPMG brach alle buchhalterischen Aktivitäten mit Partnerfirmen im Iran ab.[27]

Banken

  • Die Bank Barclays PLC beendete alle ihre geschäftlichen Aktivitäten im Iran und in anderen Ländern, die Sanktionen unterworfen sind.[28]
  • Die Credit Suisse AG stimmte am 16. Dezember 2009 der Zahlung einer Strafe in Höhe von $ 536 Millionen an die Vereinigten Staaten und den Bundesstaat New York zu, um um im Hinblick auf Beschuldigungen eine Ausgleich zu erreichen, denen zufolge die Firma Sanktionen dadurch verletzt hatte, dass sie dem Iran und anderen Ländern dabei half, Hunderte Millionen von Dollars auf geheimen Wegen via amerikanische Banken zu schleusen. Bevor die Bank sich 2006 aus dem Iran und anderen, mit Sanktionen belegten Ländern zurückzog, hatte sie eine Anzahl kleinerer Verträge von den [amerikanischen] Ministerien für Veteranen und Energie erhalten.[29]
  • Im Juli 2007 gab die Deutsche Bank bekannt, dass sie alle Verbindungen zum Iran abgebrochen habe und gab an, dass sie die geschäftlichen Aktivitäten dort als zu zeitaufwendig und teuer betrachte.[30]
  • Die Bank Lloyds TSB stimmte im vergangenen Jahr der Zahlung einer Strafe in Höhe von $ 350 Millionen an die Vereinigten Staaten zu, dies nachdem eine Untersuchung ergab, dass die Firma Informationen aus Transaktionen unterschlagen hatte, um Geld aus dem Sudan und dem Iran in das amerikanische Bankensystem zu schleusen. Damit verstieß sie gegen bestehende US-Sanktionen. Im Vorfeld der Entscheidung der Bank, sich 2008 aus dem Iran zurückzuziehen, hatte Lloyds staatliche Beihilfen des [amerikanischen] Landwirtschaftsministeriums erhalten.[31]
  • Die Dresdner Bank beschloss, ihre verbleibenden Geschäfte im Iran zu liquidieren. Ein Sprecher gab an, dass die Verwaltungskosten für die geschäftliche Tätigkeit im Iran zu hoch geworden seien.[32]
  • Die Commerzbank brach die Handhabung von Transaktionen in Dollars für den Iran in ihrer New Yorker Zweigstelle ab.[33]

Fahrzeugindustrie

  • Daimler gab bekannt, dass das Unternehmen fast alle seine Verbindungen zum Iran abbrechen würde. „Die Politik der gegenwärtigen Führungsspitze im Iran hat uns dazu veranlasst, unsere geschäftlichen Beziehungen mit diesem Land neu zu überdenken“, sagte Dieter Zetsche, Vorsitzender der Daimler AG und Leiter von Mercedes-Benz. Daimler will die Lieferung von dreiachsigen kommerziellen Fahrzeugen an den Iran stornieren, die in Raketenabschussrampen umfunktioniert werden können. Außerdem wird Daimler seine 30%-Anteile an der Firma „Iranian Diesel Engine Manufacturing“ veräußern.[34]


Quellenangaben:

[1] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[2] Chazan, Guy, and Swartz, Spencer, „Shell Halts Gasoline Sales to Iran,“ Wall Street Journal, March 11, 2010

http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703701004575113280633313178.html

[3] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[4] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[5] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[6] Chazan, Guy, and Swartz, Spencer, „Shell Halts Gasoline Sales to Iran,“ Wall Street Journal, March 11, 2010

http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703701004575113280633313178.html

[7] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[8] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[9] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[10] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[11] „Total to end Iran fuel sale if US passes sanctions“, Reuters, Apr 26, 2010

http://in.reuters.com/article/oilRpt/idINLDE63P0CV20100426

[12] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[13] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[14] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[15] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[16] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[17] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[18] Schafer, Daniel, „The Mittelstand opportunists,“ Financial Times, Apr 26, 2010

http://www.ft.com/cms/s/0/2e0471fa-515c-11df-bed9-00144feab49a.html#

[19] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[20] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[21] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[22] Iran Policy, General Electrics Web site, accessed April 29, 2010

http://www.ge.com/news/our_viewpoints/iran.html

[23] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[24] Foreign firms who say they won’t deal with Iran, Reuters, March 12, 2010

http://www.reuters.com/article/idUSLDE62A19L20100312

[25] Baker, Peter, „Companies Feeling More Pressure to Cut Iran Ties,“ New York Times, Apr 23, 2010

http://www.nytimes.com/2010/04/24/world/middleeast/24sanctions.html

[26] Baker, Peter, „Companies Feeling More Pressure to Cut Iran Ties,“ New York Times, Apr 23, 2010

http://www.nytimes.com/2010/04/24/world/middleeast/24sanctions.html

[27] Baker, Peter, „Companies Feeling More Pressure to Cut Iran Ties,“ New York Times, Apr 23, 2010

http://www.nytimes.com/2010/04/24/world/middleeast/24sanctions.html

[28] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[29] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[30] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[31] Profiting From Iran, and the U.S., New York Times, march 12, 2010

http://www.nytimes.com/interactive/2010/03/06/world/iran-sanctions.html#methodology

[32] Dresdner Bank to cease doing business in Iran, Reuters, Aug 21, 2008 http://www.reuters.com/article/idUSL2186119020070821

[33] German bank to end Iran dollar transactions, CNN Money, Jan 10, 2007

http://money.cnn.com/2007/01/10/news/international/commerzbank_iran/index.htm

[34] Schafer, Daniel, „The Mittelstand opportunists,“ Financial Times, Apr 26, 2010

http://www.ft.com/cms/s/0/2e0471fa-515c-11df-bed9-00144feab49a.html#

3 Kommentare zu “Immer mehr Großunternehmen ziehen sich aus dem Iran zurück

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