Die neuen Fernsehtipps

Vom 16. bis 31. Mai 2020…

So., 17. Mai · 01:55-02:25 · arte
Die Zukunft für eine Nacht

In einer kleinen Wohnung in Tel Aviv verbringen zwei junge Männer die Nacht miteinander. Sie necken sich, küssen sich und landen schließlich im Bett. Die Chemie stimmt, und eine Nacht lang scheint alles möglich zu sein. Hat ihre Beziehung eine Zukunft, oder bleibt es beim One-Night-Stand?

Mo., 18. Mai · 01:30-03:05 · HR
Kulenkampffs Schuhe

Mit Einschaltquoten von 80 Prozent erlebte das Fernsehen in den sechziger und siebziger Jahren der Bundesrepublik goldene Zeiten. Die Familie saß am Samstagabend im Wohnzimmer, alle freuten sich auf „Einer Wird Gewinnen“ mit Hans-Joachim Kulenkampff oder die „Peter-Alexander-Show“. Der Dokumentarfilm „Kulenkampffs Schuhe“, der vollständig aus Archivmaterial besteht, zeigt Nachkriegsgeschichte auf überraschende, ungewöhnliche und berührende Art und Weise: Anhand von zahlreichen Showausschnitten von damals, Interviews, privatem Super-8-Material, historischen Dokumenten und Fotos eröffnet sich eine ganz neue Sicht auf das Unterhaltungsfernsehen der Bundesrepublik: Es war angetreten, eine ganze Nation von ihren Kriegstraumata zu therapieren, ein unverzichtbarer Ruhepol. Ein Film, der generationsübergreifend herausfinden möchte, wie die Deutschen wurden, was sie sind. Hans Joachim Kulenkampff und Peter Alexander waren die großen Fernsehhelden der Familie von Regisseurin Regina Schilling, und natürlich, etwas später, Hans Rosenthal mit „Dalli Dalli“. Die Quizshows verhießen leichte Unterhaltung, Entspannung, heile Welt. Entspannung hatte Schillings Vater nötig. Er arbeitete rund um die Uhr in seiner eigenen Drogerie. Eine Drogerie im Nachkriegs-Deutschland? Kaum etwas wurde mehr gebraucht: aufräumen, Wunden heilen, reparieren, saubermachen, Schädlinge bekämpfen. Was sahen die Väter der Kinder, die da im Schlafanzug vor dem Fernseher saßen, in den Showmastern? Wussten sie, dass Kulenkampff sich an der Ostfront vier Zehen eigenhändig amputiert hatte? Fragten sie sich, ob Peter Alexander wohl auch bei der Hitlerjugend gewesen war? Bei der Wehrmacht, in Kriegsgefangenschaft? Wie die meisten jungen Männer dieser Generation? Hatten sie davon gehört, dass Hans Rosenthal jüdisch war, sich in den Kriegsjahren als Vollwaise in einer Berliner Laube versteckte und jeden Moment damit rechnen musste, deportiert zu werden? Die Showmaster gehörten wie Regina Schillings Vater einer sehr besonderen Generation an: erst missbraucht vom Nationalsozialismus, dann eingespannt in das Hamsterrad der Nachkriegszeit, die von Traumatisierungen nichts wusste oder nichts wissen wollte.

Mo., 18. Mai · 23:30-00:15 · Das Erste (ARD)
Die Geheimnisse der Akten

Anfang März 2020 hat der Vatikan die geheimen Archive aus der Zeit Papst Pius XII. für Historiker und Wissenschaftler geöffnet. Jetzt ist es möglich, auf eine Persönlichkeit zu blicken, die während des Dritten Reiches, der dunkelsten Periode des 20. Jahrhunderts, Oberhaupt der Katholischen Kirche war. Mit zum Teil unveröffentlichtem Archivmaterial sowie Neuaufnahmen aus dem Vatikan und Deutschland befasst sich diese Dokumentation mit Eugenio Pacelli, so sein bürgerlicher Name, einem der kontroversesten Protagonisten der jüngeren Kirchengeschichte. Als Botschafter des Heiligen Stuhls in Deutschland und als Kardinalstaatssekretär des Vatikan beobachtete Eugenio Pacelli Hitlers Aufstieg zur Macht. Im Jahr 1939 begann seine Amtszeit als Papst Pius XII. Alsbald wurde er mit der Vernichtung der Juden, der Deportation von Minderheiten und Oppositionellen im Dritten Reich konfrontiert. Bis heute ist nicht zuverlässig geklärt, welche Rolle Pius XII. in dieser Zeit gespielt hat. War er wirklich, wie vielfach behauptet wird, ein Zögerer und Zauderer, der vor der Verantwortung – vor allem gegenüber bedrängten Juden – zurückgewichen ist? Die Öffnung der Vatikanarchive soll Licht in dieses Dunkel bringen. Renommierte Kirchenhistoriker sind der Meinung, dass der Pontifex durch sein bedachtsames Auftreten bewusst vor der Weltöffentlichkeit kaschierte, dass er viele Menschenleben während der NS-Zeit rettete, in Rom und anderswo. Schon jetzt sprechen Tausende von Dokumenten, darunter Briefe, Tagebücher und Berichte von noch lebenden Zeitzeugen für diese Interpretation. Die Arbeit der Wissenschaftler in den Archiven könnte weitere Gewissheit bringen.

Di., 19. Mai · 01:35-02:30 · arte
Lachen, um zu überleben. Ephraim Kishon

Ephraim Kishon: Satiriker, Autor, Regisseur, Ehemann und Vater. Kishon lebte niemals in Deutschland. Die Nationalsozialisten töteten den Großteil seiner Familie. Nach seiner Lebensgeschichte ist einem eher zum Weinen als zum Lachen zumute. Doch der berühmte israelische Satiriker aus Ungarn, der den Holocaust überlebte, wählte das Lachen und schrieb seine Geschichten – selbstironisch und schwarzhumorig. Kishon bemerkte einmal lakonisch: „Ich verspüre Genugtuung darüber, dass die Enkel meiner Henker in meinen Lesungen Schlange stehen.“ Seine ironischen Beschreibungen der Bürokratie und Kleingeistigkeit des Alltags der Mittelklasse wurden zu einer kulturellen Konstante. Und besonders Deutsche konnten sich mit seinen Geschichten über das belanglose Philistertum und die Art, wie ihnen in einer humorvollen und satirischen Weise das Leben der Nachkriegszeit beschrieben wurde, sehr gut identifizieren. Autor und Regisseur Dominik Wessely folgt in der Dokumentation „Lachen, um zu überleben. Ephraim Kishon“ Kishons Weg vom ungarischen Vertriebenen bis hin zum gefeierten Autor und Filmemacher. Interviews mit Familienmitgliedern und Wegbegleitern geben Einblicke in die Gedankenwelt des Satirikers. Kishons Leben gleicht beinahe einem satirischen Roman. Die Geschichte, wie er das Dritte Reich überlebte und sogar fliehen konnte, ist beinahe unglaublich. Um aber dann Israeli zu werden, hatte er große Hürden zu überwinden: Binnen eines Jahres musste er in einem mühsamen Studium Hebräisch lernen. Und dann verwandelte er sich langsam von Ferenc Hoffmann in Ephraim Kishon. Der alltägliche Wahnsinn ist der Steinbruch, aus dem er seine Schätze birgt. Dabei entblößt er gerne menschliche Charaktereigenschaften und Schwächen, nicht aber deren Träger. Über Kishon zu erzählen, ist der Versuch, einen Lebensweg nachzuzeichnen und ihn überdies in seiner historischen Bedingtheit zu verstehen. Kishon als der „klassische“ Deutsche, der gar kein Deutscher war, der unterhaltsame Vorzeigejude der Nachkriegszeit, und dahinter: der durch Sarkasmus und Ironie nie ganz verdeckte Schrecken des Holocaust.

Di., 19. Mai · 03:25-04:10 · Das Erste (ARD)
Die Geheimnisse der Akten – Der Vatikan öffnet seine Archive

Anfang März 2020 hat der Vatikan die geheimen Archive aus der Zeit Papst Pius XII. für Historiker und Wissenschaftler geöffnet. Jetzt ist es möglich, auf eine Persönlichkeit zu blicken, die während des Dritten Reiches, der dunkelsten Periode des 20. Jahrhunderts, Oberhaupt der Katholischen Kirche war. Mit zum Teil unveröffentlichtem Archivmaterial sowie Neuaufnahmen aus dem Vatikan und Deutschland befasst sich diese Dokumentation mit Eugenio Pacelli, so sein bürgerlicher Name, einem der kontroversesten Protagonisten der jüngeren Kirchengeschichte. Als Botschafter des Heiligen Stuhls in Deutschland und als Kardinalstaatssekretär des Vatikan beobachtete Eugenio Pacelli Hitlers Aufstieg zur Macht. Im Jahr 1939 begann seine Amtszeit als Papst Pius XII. Alsbald wurde er mit der Vernichtung der Juden, der Deportation von Minderheiten und Oppositionellen im Dritten Reich konfrontiert. Bis heute ist nicht zuverlässig geklärt, welche Rolle Pius XII. in dieser Zeit gespielt hat. War er wirklich, wie vielfach behauptet wird, ein Zögerer und Zauderer, der vor der Verantwortung – vor allem gegenüber bedrängten Juden – zurückgewichen ist? Die Öffnung der Vatikanarchive soll Licht in dieses Dunkel bringen. Renommierte Kirchenhistoriker sind der Meinung, dass der Pontifex durch sein bedachtsames Auftreten bewusst vor der Weltöffentlichkeit kaschierte, dass er viele Menschenleben während der NS-Zeit rettete, in Rom und anderswo. Schon jetzt sprechen Tausende von Dokumenten, darunter Briefe, Tagebücher und Berichte von noch lebenden Zeitzeugen für diese Interpretation. Die Arbeit der Wissenschaftler in den Archiven könnte weitere Gewissheit bringen.

Do., 21. Mai · 07:30-07:35 · MDR
Glaubwürdig: Aviv Koriat

Orientalische Kuchen, Himbeer-, Orangen- und Schokoladentartes – es läuft einem das Wasser im Mund zusammen, wenn man in der kleinen Weimarer Kuchenmanufaktur steht. Backbücher in englischer und hebräischer Sprache stapeln sich in einem Regal. Betrieben wird der kleine Laden von Aviv Koriat direkt gegenüber der Herz-Jesu-Kirche. 1961 in Israel geboren, wuchs Aviv Koriat in einem Kibbuz auf. Den Grundstein für seine Liebe zum Backen und Experimentieren legten dort seine Tante und die vielen backenden Frauen. Studiert hat er allerdings Produktdesign und in seiner Heimat Israel eine gut gehende Firma geleitet. Nach zwölf Jahren hatte er davon genug, ging mit seiner deutschen Frau nach Berlin und machte seine Backleidenschaft zum Beruf. Koriat kreierte Rezepte, probierte aus, was er einst im Kibbuz gelernt hatte und gründete eine Mini-Konditorei in Berlin-Neukölln. Weil seine Partnerin als Professorin an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität lehrt, lag eine Filiale in Weimar nahe. Dort verbringt er nun viel Zeit in der kleinen Backstube. Der Laden ist längst kein Geheimtipp mehr; Koriats Kuchen sind immer Ruck-Zuck ausverkauft; und mit ihnen ein Stück jüdische Kultur.

Sa., 23. Mai · 03:05-03:30 · MDR
Der Koffermacher

1939/Emsland: Der alte Koffermacher Opa Alfred wird täglich vom kleinen jüdischen Nachbarjungen Samuel in seinem Koffermacherladen belagert. Der Junge hat nur einen Wunsch, er will Koffermacher werden. Dies passt dem mürrischen Alten gar nicht. Und besonders nicht seinen Nazi-Kunden, die dies deutlich zu verstehen geben. Eines Tages wird die jüdische Familie von Samuel deportiert. Alfred muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht. Unter Lebensgefahr gelingt ihm die Rettung des kleinen Jungen – in einem seiner großen Koffer.

Sa., 23. Mai · 20:15-21:45 · ARD-alpha
Das Wunder von Leningrad – Eine Stadt kämpft um ihr Leben

August 1942: Inmitten des unfassbaren Leids der Blockade von Leningrad durch die deutsche Wehrmacht bekommt der Dirigent Karl Eliasberg einen nahezu unmöglichen Auftrag. Er soll mit dem Leningrader Rundfunkorchester Dimitri Schostakowitschs „Leningrad Symphonie“ zur Erstaufführung bringen. Das Konzert wird zum Symbol eines kurzen Triumphes der Kultur über die Barbarei des Krieges. Eine Geschichte über den unbeugsamen Überlebenswillen und das Ringen um Menschlichkeit im Angesicht des Todes. Noch im Sommer 1941 genießt die 17-jährige Olga Kvade ihre von Musik und Theater geprägte Jugend im traumhaft schönen Leningrad. Doch schon wenige Wochen später steht die deutsche Wehrmacht, unter ihnen Unteroffizier Buff, vor den Toren der Stadt und schließt den Blockadering. Während der folgenden, 872 Tage andauernden Blockade Leningrads, werden mehr als eine Million Zivilisten den Tod finden. Mit der Strategie des Aushungerns begeht die deutsche Wehrmacht auf Befehl Adolf Hitlers eines der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs. Eine Quelle des Lebens in diesen schweren Tagen ist das Radio und die Musik von Karl Eliasberg und seines Rundfunkorchesters. Unermüdlich kämpft er mit den Mitteln der Kunst gegen die Grausamkeit des Krieges an. Gerade als Eliasberg verzweifelt aufhören will, bekommt er den Auftrag seines Lebens. Er soll die 7. Symphonie von Dimitri Schostakowitsch aufführen. Als Zeichen des Widerstands soll das Werk den Deutschen und der Welt zeigen, dass Leningrad lebt. Der deutsche Unteroffizier Wolfgang Buff verzweifelt in dieser Zeit zunehmend an der Grausamkeit der Ostfront. Die Stadt verwandelt sich in eine Hölle aus Hunger, Kälte und Tod. Als endlich die vollständige Partitur von einem tollkühnen Flieger in die Stadt gebracht wird, gelingen Eliasberg und dem Orchester das schier Unmögliche: Für einen kurzen Moment hält im Sommer 1942 der Krieg inne und die Klänge der „Leningrader Symphonie“ bahnen sich ihren Weg durch die Stadt bis hin zu den Stellungen der Deutschen. Film von Christian Frey und Carsten Gutschmidt Eindrückliche Interviews mit Zeitzeugen, einzigartige Archivaufnahmen aus dem besetzten Leningrad und aufwendig produzierte Spielszenen zeichnen die erschütternde Geschichte einer der berühmtesten Symphonien des letzten Jahrhunderts. Die Belagerung Leningrads war eines der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs und zugleich eine große Propagandaschlacht dieser Zeit: Die Aufführung der Leningrad Symphonie gilt in Russland bis heute als ein Wendepunkt des Krieges. „Das Wunder von Leningrad“ schildert als packendes Doku-Drama diese Tragödie aus der Perspektive der Belagerten und der Belagerer und zeigt den grausamen Alltag einer Stadt, die dem Tode geweiht scheint. Neben den Interviews mit Zeitzeugen wie Olga Kvade und Joachim Buff, (dem Bruder des Wehrmachtssoldaten), wird der Film wissenschaftlich untermauert durch Experteninterviews mit dem Historiker Prof. Dr. Sönke Neitzel und der britischen Journalistin und Schriftstellerin Anna Reid (u.a. „Leningrad: The Epic Siege of World War II, 1941-1944“).

Sa., 23. Mai · 21:45-23:45 · One
Die Frau die singt – Incendies

Ein kanadisches Geschwisterpaar reist in den Nahen Osten. Dem rätselhaften Testament ihrer Mutter folgend suchen die beiden den tot geglaubten Vater und einen ihnen unbekannten Bruder. In einem nicht benannten, von Bürgerkrieg und religiösen Spannungen zwischen Christen und Muslimen zerrissenen Land kommen sie dem Leidensweg der Mutter auf die Spur. Und damit auch der ungeheuerlichen Wahrheit über ihre eigene Herkunft. Denis Villeneuve hat vor dem Hintergrund der Verwerfungen im Nahen Osten eine epische Parabel über die Folgen von Krieg und Gewalt inszeniert. Das Familiendrama wurde 2011 für den Oscar nominiert. Der Letzte Wille ihrer Mutter Nawal (Lubna Azabal), die im kanadischen Exil starb, versetzt die Zwillinge Jeanne (Mélissa Désormeaux-Poulin) und Simon Marwan (Maxim Gaudette) in tiefes Erstaunen. Notar Jean Lebel (Rémy Girard), ein enger Freund der Familie, überreicht ihnen zwei Briefe: Einer ist bestimmt für ihren Vater, den sie für tot hielten, der zweite für einen Bruder, von dessen Existenz sie bislang nicht einmal eine Ahnung hatten. Diese Briefe müssen laut Nawals Testament erst übergeben werden, bevor ein Grabstein auf ihre letzte Ruhestätte gesetzt werden darf. Um den Wunsch ihrer Mutter zu erfüllen, bricht Jeanne in den Nahen Osten auf; Simon folgt ihr nur widerwillig. Im Zuge einer ereignisreichen Odyssee durch ein verwüstetes Land finden beide heraus, dass ihre Mutter nach einem politisch motivierten Attentat in einem Spezialgefängnis inhaftiert wurde. 15 Jahre verbrachte sie in Einzelhaft, wurde von einem „Verhörspezialisten“ immer wieder gefoltert. Als Folge mehrfacher Vergewaltigung brachte sie hier Simon und Jeanne zur Welt. Der unbändige Überlebenswille ihrer Mutter, die sich durch das Singen in der Haft den Verstand bewahrte, beeindruckt die Zwillinge. Die Konfrontation mit der ganzen Wahrheit versetzt beiden jedoch einen Schock, der ihr ganzes weiteres Leben beeinflussen wird. Mit Bildern von unglaublicher Intensität führt Denis Villeneuve den Alltag in einem vom Bürgerkrieg verwüsteten Land vor Augen. Die bewegende Filmadaption von Wajdi Mouawads erfolgreichem Theaterstück „Verbrennungen“ (Incendies) zeigt die blutigen Wirren des Nahostkonflikts im Brennspiegel einer erschütternden Familiengeschichte. Die kunstvolle Montage spiegelt zwei Zeitebenen effektvoll ineinander: Neugierig und bestürzt folgt der Zuschauer der filmischen Ergründung einer modernen Tragöde, deren Intensität an die klassische Ödipussage erinnert.

So., 24. Mai · 07:00-07:30 · SWR
Jung, schwul, gläubig – Geht das für Christen, Juden und Muslime?

Vorbehalte, Ressentiments, im schlimmsten Fall Ausschluss aus der Religionsgemeinschaft: Viele junge, gläubige Schwule und Lesben machen diese Erfahrungen, wenn sie sich outen. Wie vereinbaren homosexuelle Christen, Juden und Muslime in Deutschland Glaube und sexuelle Ausrichtung in oft repressiven und konservativen Religionsgemeinschaften? Wie kämpfen sie für Anerkennung und Gleichberechtigung, und haben sie Erfolg damit? Der Film erzählt die Geschichte von drei jungen Menschen, die sich entschieden haben, Glauben und Homosexualität nicht mehr als Widerspruch hinzunehmen. Alle drei sind Mitbegründer von Selbsthilfegruppen, die Betroffenen ein Sicherheitsnetz geben wollen. Die Reportage zeigt deren Kampf um Akzeptanz. Leo Schapiro ist Mitbegründer von „Keshet“. Keshet ist Hebräisch und heißt Regenbogen. „Keshet“ ist der erste queere jüdische Verein in Deutschland. „Wir möchten gemeinsam dafür sorgen“, sagt Leo, „dass offen queeres Leben und auch queere Familien in den jüdischen Gemeinden selbstverständlich werden.“ Tugay Sarac kämpft für die Rechte queerer Muslime – und wird deshalb bedroht. Tugay, schwul und gläubig, ist einer der paar wenigen deutschen Muslime, die öffentlich zu beidem stehen. Timo Platte ist Grafikdesigner in Wuppertal. Die kleine, fromme Freikirche, in der er aufwuchs, war seine ganze Welt. Doch seine Homosexualität war dort Tabu. Als er sich entschloss auszubrechen, fand er in der Organisation „Zwischenraum“ Gleichgesinnte. Mit deren Unterstützung entstand sein Buch „Nicht mehr schweigen“.

So., 24. Mai · 21:45-23:20 · arte
Du sollst nicht langweilen: Billy Wilder

Geboren als Samuel Wilder in Galizien, floh Billy Wilder als junger Reporter aus Berlin vor den Nazis. Über Paris ging es nach New York und schließlich schaffte er es bis nach Los Angeles. Billy Wilder hat an vielen Orten gelebt; wirklich angekommen ist er schließlich in Hollywood. Das Porträt zeigt den Menschen hinter dem großen Namen, bietet einen Blick in den Maschinenpark der Traumfabrik, in ihr Getriebe und ihre Wirkmechanismen. Es bietet einen Einblick in das Leben und die Denkweise eines filmischen Genies. Der Film lässt Wilder in zahllosen Originalaufnahmen selbst zu Wort kommen. Weggefährten und Zeitgenossen erinnern sich an ihn in exklusiven, neu gedrehten Interviews. Unter anderem äußern sich der Regisseur Volker Schlöndorff, der Schauspieler Mario Adorf, die Schauspielerin Marthe Keller und Paul Diamond, der Sohn des wichtigsten Mitarbeiters von Billy Wilder, des Drehbuchautors I. A. L. Diamond. Mit Trailern und Filmausschnitten seiner großen Werke dokumentiert und analysiert der Film Wilders Schaffen. Sein ungeheures Standing in der Branche beweisen Gespräche. Wilders Zitate, manchmal voller Sarkasmus, manchmal voller liebenswertem Humor, werfen Schlaglichter auf sein Leben. Das filmische Porträt zeigt die Schauplätze dieser Erinnerungen und beweist, dass Billy Wilder einer der größten Drehbuchautoren und Regisseure Hollywoods war. Es porträtiert ein Jahrhundert bewegter Zeitgeschichte und einen Menschen, der vor allem eins war: nicht langweilig.

Mo., 25. Mai · 22:45-23:30 · Das Erste (ARD)
Rabiat – Rechte. Rock. Rattenfänger

Der Macht der Musik in der rechten Szene widmet sich die Radio-Bremen-Reportage „Rabiat: Rechte. Rock. Rattenfänger“. Warum lassen sich Menschen durch Rockmusik mit rechtsextremem und neonazistischem Gedankengut verführen? Maximilian gehörte zu ihnen und meldete einst selbst rechte Demos an – heute schaut er auf seine Zeit in dieser Welt zurück. Maximilian lebt in Braunschweig, er ist jung, tätowiert und produziert Inhalte für den Social-Media-Account des lokalen Basketballvereins. Auf den ersten Blick wirkt Maximilian total normal, sympathisch. Allerdings begann das Leben, das Maximilian heute führt, erst 2015, nach seinem Austritt aus der rechten Szene. Rechtsrock war für ihn der erste Berührungspunkt mit einer Welt, mit der er heute nichts mehr zu tun haben will. Die rechte Musikszene ist für viele die „Einstiegsdroge“ auf dem Weg in Richtung Rechtsextremismus. Nicht nur das, rechtsextremistische Bands spielen eine wichtige Rolle für die Finanzierung der heutigen Nazi-Szene. So unterstützte das seit 2000 verbotene, neonazistische Band-Netzwerk „Blood and Honour“ unter anderem die Anschläge des NSU, indem sie z. B. Geld für Waffen zur Verfügung stellten. Nach wie vor finden in ganz Europa regelmäßig Neonazi-Konzerte statt. Die Reporter Dennis Leiffels und Manuel Möglich nähern sich in „Rabiat: Rechte. Rock. Rattenfänger“ der Rechtsrock-Szene an. Sie besuchen das in Ostritz stattfindende Festival „Schild und Schwert“ (kurz „SS“). Was sind das für Menschen, die hier gemeinsam feiern? Und wie ist das für das ostsächsische Dorf, wenn sich hier einmal im Jahr militante Neonazis versammeln?

Di., 26. Mai · 20:15-21:45 · BR
Tatort: Ein ganz normaler Fall

Die junge Leah Berger wird in München auf dem jüdischen Friedhof beerdigt, ganz hinten an der Friedhofsmauer, denn Leah hat Selbstmord begangen. Als die Münchner Hauptkommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic zu einem Toten in der neuen jüdischen Synagoge gerufen werden, handelt es sich um Leahs Vater Rafael. Die Buchstaben M O S E R sind bei der Blutlache zu erkennen. Jonathan Fränkel, ein orthodoxer Jude, hat die Leiche gefunden. Fränkel lebt mit seiner Frau Miriam und drei Kindern mietfrei in einer Wohnung, die Leah Berger ihnen überlassen hatte. Nach Leahs Tod schickte Vater Berger den Fränkels eine Räumungsklage: ein sehr starkes Mordmotiv. Die Münchner Kommissare ermitteln in alle Richtungen und finden heraus, dass Leah eine Affäre mit dem verheirateten deutschen Geschäftspartner ihres Vaters hatte und schwanger war. Mithilfe Rabbi Grünbergs kommen sie dem Rätsel um Bergers Tod näher. Din Moser, das Gesetz über den „Verrat eines Juden durch einen Juden an einen Nichtjuden“ sagt, „wenn ein Jude im Begriff ist, einen anderen Juden zu verraten, darf man ihn töten“.

Mi., 27. Mai · 22:20-23:20 · arte
Stärker als der KGB Das Stalingrad-Epos „Leben und Schicksal“

An einem Morgen im Oktober 1961 beschlagnahmte der KGB ohne Vorwarnung das Manuskript zu „Leben und Schicksal“ des Schriftstellers Wassili Grossman und brachte es in den unterirdischen Geheimdienstarchiven seines Hauptquartiers unter Verschluss. Alle Gnadengesuche blieben vergeblich. Erst den vereinten Bemühungen eines Dissidentennetzwerks gelang es schließlich, Teile des Manuskripts ins Ausland zu schmuggeln. 2007 konnte schließlich die vollständige Fassung des Werks in Deutschland veröffentlicht werden. Grossman, der seine schriftstellerische Tätigkeit lange in den Dienst der sowjetischen Ideologie gestellt hatte, schildert in „Leben und Schicksal“ die düstersten Stunden des Stalinismus, darunter die Entkulakisierung und die politischen Säuberungen von 1937. Er enthüllt die unbarmherzige Maschinerie eines totalitären Regimes und kritisiert die zynischen Auswüchse der Ideale von 1917. Grossman zeichnete eine Parallele zwischen Nationalsozialismus und Stalinismus und ging damit weiter als je ein sowjetischer Schriftsteller zuvor. „Leben und Schicksal“ ist aber auch die Geschichte eines Mannes, der nach der Ermordung seiner Mutter durch die Nazis mit seiner jüdischen Abstammung konfrontiert wird; das Buch enthält einige der erschütterndsten Seiten, die jemals über den Holocaust geschrieben wurden. Die fesselnde Dokumentation zeichnet anhand von Auszügen aus dem Roman das Leben Wassili Grossmans nach. Zeitzeugen, Historiker, Übersetzer und Schriftsteller erzählen in ihren Worten vom Leben und Werk eines Mannes, der nicht wegschaute und sein Jahrhundert mit Klarsicht, Mut und Humanismus so beschrieb, wie es war.

Mi., 27. Mai · 23:25-00:10 · WDR
Geheimmission Fußball – Wie Borussia Mönchengladbach Geschichte schrieb

Ausgerechnet während einer Serie von antisemitischem Terror wollen die Bundesliga-Profis von Borussia Mönchengladbach im Februar 1970 zu einem Freundschaftsspiel mit der israelischen Nationalelf nach Tel Aviv fliegen – auf Initiative der Trainer Hennes Weisweiler und Eddy Schaffer. Der Film erinnert an das hoffnungsvolle Fußballspiel, bei dem die Männerfreundschaft der beiden Trainer einen einzigartigen Akt der Völkerverständigung ermöglichte. Die Zuschauer in Tel Aviv jubelten trotz fulminanter Niederlage der Israelis „Vivat Germania!“: „Hoch lebe Deutschland!“ – der Start für einen Stimmungswechsel auf diplomatischer Ebene. Private Super-8-Aufnahmen, das einzig existente Video-Dokument, zeigen diese unglaubliche Reise. Interviews etwa mit Günter Netzer, Hans-Jochen Vogel und Charlotte Knobloch lassen bundesdeutsche Geschichte und die Nachkriegs-Beziehungen zu Israel lebendig werden.
Bild oben: © WDR/Wilhelm August Hurtmanns Wimpelübergabe beim Spiel in Tel Aviv am 25.2.1970

Sa., 30. Mai · 07:15-08:15 · arte
Milos Forman, ein freies Leben

„Milos Forman, ein freies Leben“ ist die Biografie des zweifach Oscar-prämierten tschechischen Filmemachers. Die Dokumentation schlägt einen weiten Bogen von Formans Jugend in der von Hitlerdeutschland besetzten und später unter kommunistischer Herrschaft geknebelten Tschechoslowakei, den ersten Auslandserfolgen mit tschechischen Nouvelle-Vague-Filmen bis hin zu seinem New Yorker Exil nach dem Prager Frühling und schließlich der internationalen Anerkennung. Mit exklusiven Bildern aus dem Familienarchiv zeichnet die renommierte tschechische Dokumentarfilmerin Helena Trestikova das Porträt eines unangepassten Regisseurs. Die Verschiedenartigkeit seiner Werke ist verblüffend, wenngleich sie alle einen gemeinsamen Nenner haben: nonkonforme Charaktere, wie etwa die Hippies in „Hair“, die Patienten einer Nervenheilanstalt in „Einer flog über das Kuckucksnest“ oder der non-fiktive Publizist eines bekannten Pornomagazins in „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit“. Wie seine Helden war auch Milos Forman ein Außenseiter. Dennoch kreuzte sein Weg immer wieder den von herausragenden Persönlichkeiten: Vaclav Havel war sein Schulkamerad, Milan Kundera sein Literaturdozent, Jean-Claude Carrière sein Drehbuchautor und Michael Douglas sein Produzent. Roter Faden des Porträts ist Milos Formans Autobiografie, die er zusammen mit dem tschechisch-amerikanischen Schriftsteller Jan Novak schrieb. Der Rhythmus des Films folgt dem von Formans Leben: Lange Perioden der Frustration und des Stillstands wechseln sich ab mit dem rapiden Tempo der Ungeduld und des schnellen Umschwungs.

Sa., 30. Mai · 12:30-13:15 · NDR
Mit Gott gegen Hitler – Bonhoeffer und der christliche Widerstand

Der Film zum 75. Jahrestag des Kriegsendes erzählt die Geschichte des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der Widerstand gegen Hitler leistete und kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges am 9. April 1945 hingerichtet wurde. Erinnert wird aber auch an weitere Menschen, die gegen Hitler gekämpft haben, weil sie Christen waren. Bonhoeffer wird bis heute für seine aufrechte Haltung verehrt, seine Schriften und Briefe haben eine hohe Bekanntheit. Der Schauspieler Matthias Koeberlin spielt den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der Widerstand gegen Hitler leistete und kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges am 9. April 1945 hingerichtet wurde. Der Film „Mit Gott gegen Hitler“ (Drehbuch und Regie: Ingo Helm) zum 75. Jahrestag des Kriegsendes erzählt die Geschichte von Bonhoeffer und weiteren Menschen, die gegen Hitler gekämpft haben, weil sie Christen waren. Bonhoeffer wird bis heute für seine aufrechte Haltung verehrt, seine Schriften und Briefe haben eine hohe Bekanntheit. 1. Februar 1933. Seit zwei Tagen hat das Deutsche Reich einen neuen Kanzler: Adolf Hitler. An diesem Abend hält er seine erste Rede im Rundfunk. Kurz zuvor hat ein anderer ebenfalls seinen ersten Rundfunkvortrag gehalten. Er ist evangelischer Pfarrer, erst 27 Jahre alt: Dietrich Bonhoeffer (gespielt von Matthias Koeberlin). Mutig kritisiert er das Führerprinzip. Nur wenige Stunden liegen zwischen den Auftritten. Die beiden Männer sind sich wohl dennoch nie begegnet. In den darauffolgenden zwölf Jahren baut der eine seine mörderische Schreckensherrschaft aus, gegen die sich der andere vergeblich stemmt: Dietrich Bonhoeffer wird am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg ermordet, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Auch im deutschen Dominikanerorden regt sich Widerstand. Laurentius Siemer aus Südoldenburg (gespielt von Nikolaus Kühn) ist Provinzial des Ordens. Er glaubt anfangs, dass nationalsozialistische und katholische Ideen gut zusammenpassen. Doch bald wird er kritischer, schließlich kommt er ins Gefängnis. Sein Mitbruder Titus Horten stirbt in der Haft. Der Trauerzug in Vechta aus 6.000 Menschen in Gedenken an Titus Horten wird zu einer machtvollen Demonstration gegen das Regime. Kaum jemand hätte das im gleichgeschalteten Deutschland 1936 noch für möglich gehalten. Bonhoeffer wird bis heute für seine aufrechte Haltung verehrt, seine Schriften und Briefe haben eine hohe Bekanntheit. Autor und Regisseur Ingo Helm hat zum 75. Jahrestag des Kriegsendes einen Film über Menschen gemacht, die gegen Hitler Mut bewiesen haben. Er erzählt auch die Geschichten unbekannter Heldinnen und Helden: Etwa die Geschichte der Sekretärin Aenne Vogelsberg, die unter Lebensgefahr eine hochverräterische Denkschrift des Paters Odilo Braun abtippt.

So., 31. Mai · 17:15-18:45 · HR
Kinder des Krieges

Im Mai vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Noch leben Angehörige der Generation, die den Krieg miterlebten. Noch leben die letzten Zeitzeugen, die in Bombenkellern saßen, zum Volkssturm eingezogen wurden, mit ihren Eltern vor der näher rückenden Front flohen. Das multimediale ARD-Projekt „Kinder des Krieges“ erzählt das Schlüsseljahr 1945 aus der Sicht der Kinder. Noch Wochen nach dem 8. Mai 1945 habe er sich in Panik auf die Erde geworfen, wenn irgendwo am Himmel ein Flugzeug erschien, berichtet Paul Diefenbach (damals 7 Jahre alt) aus Köln. Bis heute würde er davon träumen, dass der im Krieg vermisste Vater wieder in der Tür erscheint, erzählt Alois Schneider (12) aus dem Saarland. Als sie die ersten Bilder aus den KZs zu sehen bekam, habe sie sich ihrer BDM-Uniform geschämt und später begonnen, Geschichte zu studieren, erzählt Elfie Walther (17) aus Delmenhorst. Noch ist es nicht zu spät, Fragen zu stellen. Noch leben die letzten Angehörigen der Generation, die zu jung war, um Schuld auf sich geladen zu haben, die aber alles miterlebte. Zeitzeugen des Jahres 1945 und ihre Erinnerungen stehen im Zentrum des multimedialen ARD-Projektes „Kinder des Krieges“. Ihre Aussagen machen deutlich: Unser Bild vom Jahr 1945 ist rückblickend geschönt. Geschönt von der Vorstellung des nahen Kriegsendes. Geschönt von der Vorstellung, dass am 8. Mai 1945 aller Schrecken endet. Aus Sicht derjenigen, die damals Kinder waren, stellt sich das Jahr 1945 anders dar: Zwar ist das Ende des Krieges bereits im Januar 1945 absehbar, doch niemand kann sicher sein, dieses Ende auch zu erleben. Fast alle der für diesen Film interviewten Personen haben in diesem Jahr 1945 traumatische Erfahrungen gemacht: Sie haben Hinrichtungen und Selbstmorde mitangesehen, Bombenangriffe erlebt und Vergewaltigungen ertragen. Sie drohten zu verhungern. Sie haben beim Spielen in Ruinen mit Blindgängern gespielt und dabei ihr Leben riskiert. Sie haben gesehen, wie ihre Eltern sich der Parteiabzeichen, der Hitler-Bilder, der Hakenkreuzwimpel und Fahnen entledigten. Sie wurden vorgeschickt, um die ersten alliierten Soldaten zu begrüßen, während die Eltern ängstlich hinter den Gardinen lauerten. Zusammen mit ihren Eltern wurden sie durch die befreiten Konzentrationslager geschleust, um zu erkennen, welche Verbrechen in den Jahren des Nationalsozialismus geschehen waren. Nach dem Krieg haben viele über das Erlebte geschwiegen, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Es sind unsere Mütter und Väter, unsere Großmütter und Großväter.

So., 31. Mai · 23:35-01:08 · Das Erste (ARD)
Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben

In Rückblenden erzählt der Film die frühe Lebensgeschichte des 1920 im polnischen Wloclawek geborenen Marcel Reich-Ranicki. Nach seiner Schulzeit in Berlin bleibt ihm als Jude das Studium verwehrt. Im Herbst 1938, wenige Monate nach seinem Abitur, wird er nach Warschau deportiert, 1940 ins Ghetto umgesiedelt, wo er in größter Not auch die Liebe seines Lebens findet: Der Hochzeitstag mit Teophila (genannt „Tosia“) fällt zusammen mit dem Beginn der Räumung des Ghettos. Marcels Eltern, sein Bruder und Tosias Mutter werden in die Vernichtungslager deportiert. Im Februar 1943 gelingt Marcel mit seiner Frau die Flucht aus dem Ghetto in den Warschauer Untergrund. In den 50er Jahren entschließen sich beide zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie gehen in die Bundesrepublik Deutschland zurück. Marcel Reich-Ranicki wird der deutsche „Kritiker-Papst“. Die Liebe zur deutschen Sprache und Literatur ist ihm trotz allem geblieben.

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