Der lange Weg zum Berliner Schneerson-Platz

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Schabbes stand vor der Tür, als das Tauziehen um einen Schneerson-Platz in Berlin nach dritter Runde ganz wunderbar endete…

Schon vor längerem hatte die CDU-Fraktion den Vorschlag Rabbiner Teichtals aufgenommen, einen kleinen Teil der Münsterschen Straße als Rabbiner Schneerson-Platz auszuweisen. Dem mussten als erstes Beigeordnete aller im Bezirksamt von Charlottenberg-Wilmersdorf vertretenen Parteien in den drei Ausschüssen für Kultur-, Gender- und Tiefbau zustimmen. Der Antrag wurde mit Leidenschaft debattiert. Befürworter und Gegner führten sachliche und emotionale Argumente für und gegen diese Umbenennung aus.

Für das Jüdische Bildungszentrum, dessen Unterstützer und die CDU-Fraktion geht es um die außergewöhnliche Persönlichkeit des Rebben. Der vorgesehene Ort Münstersche Straße, hintere Wendeschleife, ist als ein Symbol zu verstehen. Es wird ohne Folgen für die Nachbarschaft sein. Mit klaren und emotional überzeugenden Argumenten erstritt Rabbiner Teichtal im Kulturausschuss dafür eine Mehrheit der Stimmen. Im Genderausschuss hingegen prallten die sachlichen Argumente von Prof. Micha Brumlik und Dr. Irene Runge, beide waren als Experten geladen. Es wurde die Berliner Beschlusslage ins Feld geführt, wonach nur noch Frauennamen vergeben werden sollen, aber für außergewöhnliche Männer eine Ausnahmen möglich sein kann. Für die Befürworter beweisen seine Gesamtbiographie, die frühen Berliner Jahre bis zur Flucht, das große globale Lebenswerk, seine Bildungs- und auch Frauenpolitik, dass der Rebbe eine solche Ausnahme darstellt. Im dritten und letzten Ausschuss belegten die von Chabad eingeladenen Ärztinnen Dr. Nadia Schapiro und Dr. Barbara Eliaschewitsch vor den Beigeordneten mit klugen Argumenten. Prof. Brumlik unterstützte dies und verdeutlichte erneut liturgische, Dr. Runge historische Zusammenhänge, die für eine Benennung sprechen.

Rabbiner Teichtal fasste vehement das Gesagte zusammen und fegte wie die CDU-Vertreter den Vorwand bautechnischer Hindernisse hinweg, mit denen die Gegenseite anschließend operierte. Dem ahistorischen Gegenargument, der Rebbe hätte nur bis 1933 in Berlin gelebt, wurde deutlich widersprochen, denn er und die Rebbezin hatten Berlin nicht freiwillig verlassen. Als späterer 7. Rebbe modernisierte er nach dem Holocaust von Brooklyn aus die Bewegung, er rief 1953 die erste jüdische Frauenorganisation ins Leben und war fast der Einzige, der schon damals über ein jüdisches Nachkriegsleben in Deutschland nachdachte. Für seine globale Bildungs- und Friedenspolitik wurde er von allen US-Präsidenten hoch geehrt. Der hitzige Meinungsstreit musste aus Zeitgründen enden.

Der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf obliegt es nun, den Antrag zu beschließen, den Senat einzubinden und den Rebben mit einem kleinen Platz in dem Berliner Bezirk zu würdigen, aus dem er einst vertrieben worden ist.

Chabad Berlin

5 Kommentare

  1. Das finde ich einfach nur entsetzlich. Wie tief wollen Deutschlands CDU-Politiker als „Schabbes-Gojim“ eigentlich noch sinken? Man kuscht in der BRD vor den gewalttätigen Moslems, die Kirchen abfackeln. Man kuscht als Christ genauso vor streng orthodoxen, zionistischen Juden, die den Rest der Menschheit einschließlich der Christen ziemlich herabschauend betrachten, um es freundlich zu formulieren (vgl. Israel Shahak). Es wird immer schlimmer in diesem Land.

  2. Wenn in Deutschland Plätze und Straßen nach Schneerson benannt werden, macht mich das äußerst wütend und ich kann das nur auf die Unkenntnis der Allgemeinheit und der Gemeindevorsteher zurückführen.

    Schneerson mag für nicht wenige Juden, jene, die ChabadAnhänger sind, ein Heiliger oder gar der Messias sein – für mich ist er ein Verächter der Menschenrechte, ein Feind des Friedens und ein fundamentalistischer Extremist, dessen enger Vertraurer, fraglos nicht ohne dessen Segen, öffentlich zum Mord an Rabin aufrief – kurzum ein Drahtzieher des jüdischen Extremismus und Terrorismus.

    Der enge Vertraute war Abraham Hecht, seines Zeichens Vorsitzender der amerikanischen Rabbinerkonferenz legitmierte in aller Öffentlichkeit ein Attentat auf Rabbin. Er erklärte ihn in aller Öffentlichkeit vor 3000 geladenen Rabbinern zum

    Nicht nur das – das ganze Siedlerunternehmen wurde nach Aussagen enger Mitarbeiter Schneersons von Anfang an

    „Din Rodef (die Pflicht, einen Juden zu töten, der Leben oder Eigentum eines anderen Juden gefährdet) und Din Moser (die Pflicht, einen Juden zu töten, der einen anderen Juden an Fremde ausliefern will). Sie debattierten ernsthaft, ob diese überholten religiösen Gesetze auf den Ministerpräsidenten von Israel anzuwenden seien.“

    …Jitzhak Rabin, der mit seiner Politik Leben und Eigentum der Siedler in Gefahr gebracht hätte, sei ein Rodef und ein Moser und verdiene daher den Tod.

    ….Jeder halachatreue Jude sei berechtigt, wenn nicht gar verpflichtet, ihn ohne Gerichtsverfahren zu töten. Bedenkt man, wie schnell sich diese Vorstellungen in Israel verbreiteten, könnte man meinen, sie hätten starke Wurzeln in der jüdischen Kultur. Doch sie waren bis zu dem Zeitpunkt, da sie auftauchten und in der Presse erläutert wurden, so unbekannt (außer für die Talmudfesten), daß die meisten Israelis die Begriffe Din Rodef und Din Moser nicht einmal gehört und nicht die geringste Ahnung hatten, was sie bedeuteten.

    Nicht so Yoel Bin-Nun, der sich ihrer Folgen bewußt und sehr beunruhigt war, daß diese veralteten Begriffe für politische Zwecke wieder ins Spiel gebracht wurden. «Hunderte von Leuten hörten vor und nach dem Mord an Rabin, wie er als Rodef bezeichnet wurde», klagte er in einem Interview. «Diese Gedanken drangen an die Öffentlichkeit und lösten hitzige Debatten aus. Jetzt sind die veralteten Begriffe Rodef und Moser in aller Munde.»

    Tatsächlich gingen seit Anfang 1995 die Begriffe Rodef und Moser vielen in Israel und im Ausland leicht von der Zunge, und ihre Verbreitung nährte in den religiösen Zirkeln den Glauben, die Ãœberlegung, ob sie auf Rabin angewandt werden könnten, sei legitim. Jeschiwa-Studenten baten ihre Lehrer, die Gebote zu erläutern. Gläubige verlangten von ihren Rabbinern Erklärungen. Nicht lange, und die orthodoxen Rabbiner in Israel und den Vereinigten Staaten zogen sich gegenseitig schriftlich oder mündlich zu Rate, ob Rabin als Rodef oder als Moser einzuordnen sei…

    In den Vereinigten Staaten unterzeichneten Hunderte von orthodoxen Rabbinern eine Erklärung, in der sie ihn unumwunden verurteilten. In Israel wurde das Thema nur flüsternd und hinter verschlossenen Türen verhandelt, damit sich der Klerus nicht dem Vorwurf der Anstiftung zum Mord aussetzte…“

    http://test.hagalil.com/israel/rabin/mord/rodef-3.htm

    Drahtzieher, davon muss man ausgehen, war der Rebbe Schneerson, der jede Rückgabe von Gebieten als gotteslästerlich betrachtet.

    So jemanden will ich hier nicht auf Straßenschildern sehen.

    • Zur Vervollständigung meiner nicht abgeschlossenen Sätze –

      „Der enge Vertraute war Abraham Hecht, seines Zeichens Vorsitzender der amerikanischen Rabbinerkonferenz legitmierte in aller Öffentlichkeit ein Attentat auf Rabbin. Er erklärte ihn in aller Öffentlichkeit vor 3000 geladenen Rabbinern zum „Din Moser“

      Nicht nur das – das ganze Siedlerunternehmen wurde nach Aussagen enger Mitarbeiter Schneersons von Anfang an „von Schneerson initiiert und motiviert“

      Da sind wohl die Emotionen mit mir durchgegangen.

      „Im Juli 1995 waren die Angriffe auf Rabin so heftig und allgemein geworden, daß dem Premier eine grimmige Bemerkung über «eine kleine Gruppe Rabbiner in Amerika» entfuhr, «die man besser als Ayatollahs bezeichnen sollte». Anlaß dieser spitzen Bemerkung war ein Vorgang, der gewiß als Krönung der Hetzkampagne gegen Rabin in die Geschichte eingehen wird: der Aufruf zur Gewalt durch eines der angesehensten Mitglieder des rabbinischen Establishments, Rabbiner Abraham Hecht.

      http://test.hagalil.com/israel/_private/hetze.htm

      „Rabbi Hecht was leader of Congregation Shaare Zion in Midwood, Brooklyn for over 50 years and rabbi emeritus of that congregation at the time of his death. He was also the longtime president of the Rabbinical Alliance, founded in 1942, which now has 900 members who are „religious teachers, chaplains, heads of Jewish organizations and communal leaders united in their commitment to traditional Orthodox Judaism,“ according to its Web site.

      Rabbi Hecht and his brother, Rabbi Jacob J. Hecht, who died in 1990 were part of a dynasty that was and remains deeply involved in the Crown Heights-based Chabad movement and were closely tied to the late Lubavitcher rebbe, Menachem Schneerson.

      According to the Lubavitch site COLlive, Rabbi Hecht served as a Chabad emissary in Boston, Buffalo, Newark and New Haven.“

      http://www.thejewishweek.com/news/breaking-news/rabbi-abraham-b-hecht-sephardic-and-chabad-leader-dies-90

      Es ist wohl leider bezeichnend, dass dieser Mann, Abraham Hecht, ungestört sein Amt fotführen konnte und in seinem Nachruf in der Jewish Week nichts davon steht, dass diese angesehen jüdisch-religiöse Autorität und enger Vertrauter des Rabbi Schneerson – öffentlich zum Mord an Rabin aufrief – und damit wesentliche Verantwortung für dieses Attentat trägt.

      Solche Leute nennt man, wenn sie islamisch sind, Ayathollas und fundamentalistische Extremisten – vor den jüdischen Extremisten verschließt die Welt die Augen.

      “ Schneerson saw the reclamation of Eretz Yisrael—including the occupied territories—as a sign of divine providence and was dead-set against any move to give up land for peace. From the June 1967 war until his death Schneerson always supported Israeli wars and opposed any retreat. In 1974 he strongly opposed the Israeli withdrawal from the Suez area, conquered in the October 1973 war; he promised Israel divine favors if it persisted in occupying that land. The result of Schneerson’s adoption of a pro-Zionist stance has meant a large influx of fanatic Lubavitch zealots in the right wing settler movement into the Occupied Territories. Baruch Goldstein, the mass murderer of Palestinians, was one of these .[26]

      In 1988 Schneerson tried to press Israel to permit only rabbinical courts and not secular courts in Israel to decide upon the definition of who was a Jew…“

      http://www.theoccidentalobserver.net/2011/12/menachem-mendel-schneerson-the-expedient-messiah-part-3/

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