Das jüdische Thessaloniki

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Seminar, Konzert, Ausstellung und Führung …

In der Kölner Partnerstadt Thessaloniki stellten die Juden lange Zeit die Mehrheit der Bevölkerung. Erst, als vor 99 Jahren nach dem Ersten Balkankrieg Saloniki vom Osmanischen Reich an das Königreich Griechenland abgetreten wurde, änderte sich die Lage. Durch Vertreibung, Flucht, staatlich gelenkten Bevölkerungsaustausch und freiwillige Binnenwanderung verstärkte sich der Anteil christlicher Griechinnen und Griechen in der Stadt. Doch blieben die Juden Thessalonikis weiterhin gesellschaftlich und kulturell prägend, bis unter der deutschen Besatzung im Jahr 1943 fast alle von ihnen in die Vernichtungslager abtransportiert und ermordet wurden.

Der jüdische Friedhof, der größte Europas, wurde dem Erdboden gleichgemacht, Grabsteine in Häusern verbaut, viele Gebäude jüdischen Lebens enteignet oder zerstört. Diese Aspekte der Kölner Partnerstadt blieben lange unterbelichtet – in Griechenland wie in Deutschland.

Die POP möchte mit diesen Veranstaltungen das einstige jüdische Leben und den Holocaust an den Juden in Thessaloniki ins Gedächtnis rufen.

Seminar: Leben und Shoah der Juden in Thessaloniki

Veranstaltungsort: NS-Dokumentationszentrum, EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln, Medienraum
Samstag, 19. November 2011 von 14:00- 18:30 Uhr

14:00 -16:00 Uhr
Dr. Manuel Gogos, Bonn: Die gefallenen Könige von Saloniki; das goldene Zeitalter des „Zweiten Jerusalem“
Bernd Barenberg & der Jugendclub Courage: Eine Reise auf den Spuren der Juden Thessalonikis des Jahres 2011
Niki Eideneier: „Die Sonnenblumen der Juden“ – jüdisches Thessaloniki in der neugriechischen Literatur
İlhami Yazgan: Postkarten aus Thessaloniki in der osmanischen Zeit mit jüdischen Motiven. Ausstellungspräsentation

16:30 -18:30 Uhr
Dr. Rena Molho, Thessaloniki: Thessaloniki, eine Heimat der jüdischen Diaspora. Ein historischer Rundgang.
Eberhard Rondholz, Berlin: Vom Umgang mit der jüdischen Gemeinde von Thessaloniki im Nachkriegsdeutschland
Moderation: Dr. Diana Siebert, Historikerin

Anmeldung erwünscht unter: info@diana-siebert.de

Orte der Erinnerung – Orte des Lernens
Was macht man mit Erinnerungen? Es mag hart klingen, aber man sammelt sie. (E.Wiesel)
Freitag, 18. November 2011

Im Rahmen unserer Veranstaltung besichtigen Schüler des griechischen Lyzeums in Köln mit Doghan Akhanli das El-De-Haus sowie die Ausstellung im ehemaligen jüdischen Gymnasium Jawne, zur Geschichte des Jawne Gymnasiums und der jüdischen Kindheit und Jugend in Köln.

Postkartenausstellung

İlhami Yazgan hat über 800 Postkarten aus und über Saloniki in der Zeit bis 1917 gesammelt, um die Geschichte und das Thema der kulturellen und religiösen Vielfalt dieser Stadt zu dokumentieren und für unsere heutige multikulturelle und interreligiöse Gegenwart aufzubereiten.

Etwa 50 der Postkarten haben jüdische Motive. Diese werden vergrößert während des Konzertes in der Alten Feuerwache ausgestellt.

Konzert

Samstag, 19. November 2011, 19:30 Uhr
Dieselbe Farbe haben doch der Westen und der Osten
Jüdische Lieder aus Thessaloniki

Maria Thoidou, Thessaloniki und Kostas Raptis, Thessaloniki

Als die Juden im 15. Jahrh. aus Spanien vertrieben wurden, haben sie ihre Kultur mitgenommen, in die Orte ihrer Niederlassung, besonders in Thessaloniki, weitergetragen und entwickelt. Sephardische und andere Lieder waren und sind ein Merkmal dieser ihrer Kultur.

Maria Thoidou, Gesang
Sängerin, Interpretin und Liedermacherin wurde in Thessaloniki geboren. Sie studierte Gesang und Klassisches Lied in Thessaloniki, ebenso an der Musikhochschule Köln und an der Akademie
für Musik und Theater in Leipzig. Sie hat viele Konzerte gegeben mit Thymios Atzakas, Sokratis Malamas, Savina Yannatou, Goran Bregovic, H. Chisholm u. v. a. m. in Verbindung mit Musikgruppen wie „Armos Ensemble“, „Cornucopia“ Berlin und „Tropos Quartett“. In Griechenland ist sie neben ihren Auftritten jetzt an den Universitäten Thessalien und Thessaloniki tätig.

Kostas Raptis, Akkordeon
In Jannina/Epirus geboren, studierte in Thessaloniki Akkordeon, in Athen Klavier und an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Er hat viele Solokonzerte gegeben und ist aufgetreten u.a. mit dem Orchester der „Oper unter den Linden“ Berlin, den Rundfunkorchestern Hannover und Hamburg und der „Kamerata“ der Philharmonie Athen. Seit 2005 lehrt er Akkordeon an der Universität Makedonia in Thessaloniki und an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover.

Eintritt: 8 € / 5 € für Vereinsmitglieder
Ort: Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, 50670 Köln

Kontakt und Anmeldung:
Dr. Diana Siebert, info@diana-siebert.de
Vorsitzende: Niki Eideneier, eideniki@t-online.de

Anfahrt zu den Veranstaltungsorten:

NS-Dokumentationszentrum
EL-DE-Haus
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln
U-Bahn Appellhofplatz, Linien 3,4,5,16,18.

Alte Feuerwache Köln
Melchiorstr. 3
50670 Köln
Es empfiehlt sich die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
U-Bahn- Ebertplatz
5, 12, 15, 16, 18
S- und U-Bahn Hansaring
S6, S11, S12, S13, U12, U15

Vom NS-Dokumentationszentrum zur Alten Feuerwache:
Ab Appellhofplatz mit den Linien: 5, 16, 18 über Hauptbahnhof bis Ebertplatz.
Ein Sammeltaxi ist vorgesehen. Eine Liste dafür liegt während des Seminars aus.

Veranstalter:
POP Initiativgruppe griechische Kultur in der Budesrepublik Deutschland e.V. (ΠΟΠ Πολιτιστική Ομάδα Πρώτοβουλίας) in Kooperation mit dem Jugendclub Courage e.V, recherche international e.V. und dem NS-Dokumentationzentrum

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