Fernsehtipps für den restlichen März

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Vom 16. bis 31. März 2011…

Do, 17. Mrz · 02:50-04:20 · arte
Christopher und Heinz

Unbändige Lebenslust beherrscht die Kabarettszene Anfang der 30er Jahre in Berlin. In die von zahlreichen Schwulen, Lesben und Transvestiten frequentierten Clubs taucht auch der junge britische Schriftsteller Christopher Isherwood ein. Berlin, Frühjahr 1931: Die dekadente Berliner Kabarettszene ist in vollem Schwung, als der junge Christopher Isherwood seinem Freund und gelegentlichem Liebhaber, dem Dichter W. H. Auden, in die deutsche Hauptstadt folgt. Für den schüchternen Isherwood ist die schnelllebige Schwulen-Subkultur Berlins aufregend und betäubend zugleich. Das dramatische Scheitern einer Liebesbeziehung zwingt ihn zur inneren Einkehr und hilft ihm, sich selbst und seinen Platz im chaotischen Berlin der frühen 30er Jahre zu finden. Zu den turbulenten politischen Entwicklungen bewahrt Isherwood – im Unterschied zu seinen Freunden Gerald Hamilton, Jean Ross und dem wohlhabenden jüdischen Kaufmann Wilfrid Landauer – zwar Distanz, in Herzensdingen ist er jedoch weniger bedacht. Er verliebt sich in Heinz, einen jungen, gutmütigen Straßenkehrer. Als der Einfluss der Nazis wächst und sich auch der Bruder von Heinz dem jungen Paar gegenüber zusehends feindlich zeigt, beschließt Christopher, gemeinsam mit Heinz aus Berlin zu fliehen. Doch in Großbritannien wehrt man sich gegen den homosexuellen und vermeintlich illegalen Einwanderer. Heinz wird festgenommen und nach Deutschland zurückgebracht. Dort erwarten ihn Gefängnisstrafe, Zwangsarbeit und die mögliche Einberufung in die Armee. Christopher kehrt erst nach dem Krieg nach Berlin zurück, und es kommt zu einem bittersüßen Wiedersehen der beiden Liebenden.

Do, 17. Mrz · 09:10-12:05 · MGM
Anatevka

Russland, vor der Oktoberrevolution: Der jüdische Milchmann Tevje (Chaim Topol) lebt mit Frau und Töchtern im beschaulichen ukrainischen Dorf Anatevka. Nicht nur die üblichen Probleme des „Schtetl“-Lebens machen Tevje zu schaffen. Die zaristischen Machthaber wollen die Bewohner aus ihrer Stadt vertreiben. – Verfilmung des berühmten Broadway-Musicals mit Oscar-gekrönter Musik. An der Violine: Isaac Stern!

Sa, 19. Mrz · 06:45-07:30 · PHOENIX
So isst die Welt: Falafel

Was viele nicht wissen – der Nahostkonflikt tobt auch an den Kochtöpfen: Viele Palästinenser beschuldigen die Israelis, ihnen ihr Nationalgericht gestohlen zu haben. Was viele nicht wissen – der Nahostkonflikt tobt auch an den Kochtöpfen: Viele Palästinenser beschuldigen die Israelis, ihnen ihr Nationalgericht gestohlen zu haben. Die ursprünglich arabische wird von Imbissshops weltweit als „Israel’s National Snack“ vermarktet. Am heftigsten tobt der Kampf in den USA – jüdische und arabische Emigranten konkurrieren hier um das Urheberrecht an einer Speise, die schon zu biblischen Zeiten gegessen wurde. Inzwischen ist die zu einem Politikum geworden, das an Universitäten erforscht und in Hollywoodmusicals karikiert wird. Neben der Suche nach den Ursprüngen der geht der Film der Frage nach, warum die in den Ländern des Nahen Ostens so populär geworden ist.

Sa, 19. Mrz · 23:45-01:15 · RBB
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Die poetische Verfilmung des gleichnamigen Weltbestsellers von Eric-Emmanuel Schmitt lebt von der Darstellung Omar Sharifs in der Rolle des sympathischen Lebenskünstlers. Paris, in den 60er Jahren. Der jüdische Teenager Moses wohnt mit seinem Vater in einem typischen Einwandererviertel. Seit die Mutter die Familie vor vielen Jahren verlassen hat, hat der Vater jede Lebensfreude verloren und vergräbt sich hinter verschlossenen Vorhängen in Büchern. Für seinen Sohn bringt er kaum Interesse auf. Und so ist Moses ganz auf sich alleine gestellt. Er führt den Haushalt, entdeckt das pulsierende Leben in den engen Gassen seines Viertels. Er verliebt sich in das Nachbarsmädchen Myriam und sammelt erste Erfahrungen bei den Prostituierten um die Ecke. Da Moses chronisch knapp bei Kasse ist, stiehlt er immer wieder in dem Gemischtwarenladen gegenüber. Der Besitzer Monsieur Ibrahim sieht darüber großzügig hinweg, er hat ein Herz für den Langfinger. Aus knappen Sätzen, die die beiden anfangs miteinander wechseln, werden freundschaftliche Gespräche. Der lebenskluge ältere Herr weckt in dem Juden, den er Momo nennt, nicht nur das Interesse für den Koran, er sensibilisiert ihn für die großen und kleinen Freuden des Alltags und lüftet das Geheimnis des Lächelns. Doch dann nimmt sich Momos depressiver Vater das Leben; Momo droht aus der Bahn geworfen zu werden. Beherzt nimmt sich Ibrahim des verwaisten Jungen an. Er überwindet die bürokratischen Hürden und adoptiert seinen gelehrigen Schüler. Mit seinen Ersparnissen kauft er ein schickes Auto und bricht mit Momo in seine türkische Heimat auf. Die lange Reise erweist sich als Abenteuer, von dem es keine Rückkehr in ein normales Leben, wie Momo es kannte, gibt.

So, 20. Mrz · 00:00-02:30 · WDR
Geh und lebe

Radu Mihaileanu erzählt in diesem virtuos inszenierten Drama die bewegende Geschichte eines heimatlosen Kindes aus Schwarzafrika, dem eine Lüge das Leben rettet. Mitte der 80er Jahre bricht eine Dürrekatastrophe über Äthiopien herein. Bedroht sind auch zahlreiche schwarzafrikanische Juden, sogenannte Falaschas. Um den verfolgten Glaubensgenossen zu helfen, startet Israel die „Operation Moses“, eine spektakuläre Umsiedlungsaktion. Eine äthiopische Christin will ihren neunjährigen Sohn vor dem Hungertod bewahren und gibt ihn in die Obhut einer jüdischen Mutter, deren Sohn Schlomo kurz vor der Ausreise im Lager verstorben ist. Zusammen mit Tausenden von Falaschas werden die beiden nach Tel Aviv ausgeflogen. Der kleine „Schlomo“ gibt sich als Jude aus und kommt in ein strenges Internat, bevor eine israelische Familie ihn adoptiert. Doch selbst bei seinen fürsorglichen Pflegeeltern lebt Schlomo in ständiger Angst, ausgewiesen zu werden, falls seine wahre Identität ans Licht käme. Rückhalt findet er nur bei Qés Amhra, einem alten Falaschagelehrten, der ihn wie seinen eigenen Sohn behandelt und in das Judentum einweiht. Als Teenager verliebt Schlomo sich in die hübsche Sarah, doch deren strenggläubiger Vater verbietet seiner Tochter jeglichen Umgang mit ihm. Verzweifelt will Schlomo sich selbst anzeigen, ein mitfühlender Polizist, der in den Falaschas gar „die besseren Juden“ erblickt, schickt ihn aber wieder nach Hause. Nach absolviertem Medizinstudium dient Schlomo in der israelischen Armee als Sanitäter und heiratet Sarah, die sich seinetwegen mit ihrem Vater überwirft. Endlich vertraut er der Schwangeren sein Geheimnis an. Sarah ist erschüttert und will Schlomo verlassen.

So, 20. Mrz · 09:00-09:30 · PHOENIX
Spiel mir das Lied vom Leben – Giora Feidman und der Klezmer
 
Da steht er, wie vor hundert Jahren sein Großvater, ein berühmter Klezmer, inmitten erstaunter Männer in ihren schwarzen Gehröcken und runden Filzhüten und spielt wie „die Stimme Gottes“: Giora Feidman, der Weltstar, der Oscar-Preisträger, im Je  Da steht er, wie vor hundert Jahren sein Großvater, ein berühmter Klezmer, inmitten erstaunter Männer in ihren schwarzen Gehröcken und runden Filzhüten und spielt wie „die Stimme Gottes“: Giora Feidman, der Weltstar, der Oscar-Preisträger, im Jerusalemer Orthodoxenviertel, Mea Schearim. Hier, in dieser Welt ohne Radio und Fernsehen, ist er nichts anderes als ein Jude unter Juden, die mit ihm über die Leiden der Vergangenheit weinen und doch wissen, dass am „Ende der Tage“ der Messias wartet.

So, 20. Mrz · 10:45-11:30 · 3sat
Isa Hesse-Rabinovitch

Die Schweizer Filmpionierin Isa Hesse-Rabinovitch (1917 – 2003) ging Zeit ihres Lebens auf unkonventionellen Pfaden. Die Tochter jüdisch-russischer Immigranten wuchs in Zürich auf, heiratete einen Sohn von Hermann Hesse und hatte mit ihm drei Kinder. Sie arbeitete als Illustratorin, später als Reporterin und Fotografin. Im Alter von 50 Jahren begann sie zu filmen. Bereits ihre ersten experimentellen Kurzfilme wurden an internationalen Filmfestivals gezeigt. Doch in der männerdominierten Schweizer Filmszene der 1970er Jahre musste sie für ihre poetischen Arbeiten kämpfen, Unterstützung für ihre eigenwillig-verspielten Werke wurde ihr verwehrt. Dennoch experimentierte Isa Hesse-Rabinovitch konsequent weiter und wagte als 67-Jährige noch den Schritt ins neue Medium Video. Die Filmemacherin Anka Schmid hat in ihrem Porträt der Persönlichkeit und dem Stil der Künstlerin Isa Hesse-Rabinovitch nachgespürt und Archivmaterial, Werkausschnitte und Interviews mit Weggefährtinnen und Zeitzeugen miteinander verwoben.

Mi, 23. Mrz · 20:15-21:05 · arte
Hitlers Polizei
 
In der Weimarer Republik ist die Polizei als „Freund und Helfer“ bekannt. Doch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten werden uniformierte Polizei und Kriminalpolizei zum Feind und Alptraum aller, die nicht in das neue Weltbild passen.  Die deutsche Polizei pflegte lange – zu unrecht – den Ruf, während der NS-Zeit frei von Schuld geblieben und nicht in verbrecherische Machenschaften verstrickt gewesen zu sein.  Schnell beginnt die Jagd auf politische Gegner, vor allem auf Kommunisten, Sozialdemokraten, Liberale und Demokraten. Die Polizeiarbeit richtet sich aber auch gegen diejenigen, die ideologisch nicht in die „Volksgemeinschaft“ gehören: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte und sogenannte Arbeitsscheue und Asoziale. Mit Kriegsbeginn 1939 vergrößert sich das Arbeitsgebiet der deutschen Polizei. Polizeibataillone sollen für „Recht und Ordnung“ in den besetzten Gebieten sorgen, Polizisten sind in allen Gruppierungen der „Ordnungskräfte“ hinter den Fronten vertreten. Ihre Aufgaben reichen vom einfachen Polizeidienst bis hin zur aktiven Beteiligung am Massenmord und der sogenannten Partisanenbekämpfung.  Nach dem verlorenen Krieg vollzieht die Polizei den Übergang in die neue Demokratie ähnlich schnell und problemlos wie den Übergang von der Weimarer Republik zum nationalsozialistischen Regime. Nur wenige Polizisten müssen sich für ihre Taten verantworten. In den Nürnberger Prozessen wird lediglich die Gestapo als verbrecherische Organisation definiert und verurteilt.  Die Dokumentation verfolgt anhand ausgewählter Biografien die Spuren des Terrors „ganz normaler Polizisten“ im deutschen Machtbereich, führt zu den historischen Schauplätzen im In- und Ausland und lässt Überlebende sowie Experten zu Wort kommen.

Mi, 23. Mrz · 21:05-22:00 · arte
Max Windmüller

Der jüdische Widerstandskämpfer Max Windmüller rettete während der Zeit der deutschen Besatzung in den Niederlanden mit seiner Gruppe etwa 400 Menschen das Leben und starb selbst mit 25 Jahren – wenige Tage vor Kriegsende. Der junge Max Windmüller wohnt in Emden, Ostfriesland. 1933 müssen er und seine Eltern ins benachbarte Holland fliehen und finden dort erst einmal neue Sicherheit – bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Als aber klar wird, was die Juden nach der Besetzung auch in den Niederlanden zu erwarten haben, taucht Max unter und schließt sich einer Widerstandsgruppe an. Der 22-Jährige fälscht Papiere und schleust – gemeinsam mit Gleichgesinnten – Juden von Holland aus über die Pyrenäen nach Spanien in Sicherheit. Auf diese Weise rettet die Gruppe etwa 400 Menschen das Leben. 1944 werden die jungen Widerstandskämpfer jedoch in Paris verraten. Max Windmüller wird verhaftet und – kurz vor dem Einmarsch der Alliierten – mit dem letzten Gefangenentransport ins KZ Buchenwald deportiert. Auf einem Todesmarsch wird er erschossen, wenige Tage vor Kriegsende. Als Max Windmüller stirbt, ist er gerade einmal 25 Jahre alt.

Fr, 25. Mrz · 00:45-01:00 · BR-alpha
Purim – Fest der Lose

„Jüdischer Fasching“ wird Purim oft genannt – denn an Purim, dem Losfest, gehören Verkleidungen, Umzüge sowie „Essen, Trinken, Fröhlichsein“ dazu. Ein ausgelassenes Fest, an dem schon in der Synagoge so richtig Krach gemacht wird… Wahrscheinlich geht Purim ganz ursprünglich auf das babylonische Neujahrsfest zurück. Die Juden beziehen sich beim Purim-Fest heute jedoch auf das biblische Buch Ester, wonach die schöne Jüdin Ester ihr Volk aus höchster Not rettet. Historisch ist die Ester-Geschichte übrigens nicht haltbar – aber ein schönes Märchen ist sie allemal.

Fr, 25. Mrz · 08:30-08:45 · BR-alpha
Der Schatz in der Synagoge

Die Geschwister Joseph und Sophia besuchen eine jüdische Synagoge. Hier wollen sie das „Geheimnis von Kraft und Liebe“ ergründen. Rabbiner Elias Dray führt sie durch das Gebäude und erläutert dabei zentrale Aspekte des Judentums. Sophia und Joseph erfahren, was es heißt, im Bund mit Gott zu leben. Sie lernen die Bedeutung der Thora und des Talmuds sowie wichtiger jüdischer Fest- und Feiertage kennen. Am Schluss hat Joseph verstanden, welchen geheimnisvollen Schatz das Haus Gottes hütet.

Fr, 25. Mrz · 10:10-11:40 · arte
Menachem & Fred

Nach fast 60 Jahren begegnen sich Menachem und Fred, einst Heinz und Manfred Mayer, wieder. 1940 wurde die jüdische Familie aus dem badischen Hoffenheim deportiert und in einem Konzentrationslager im südlichen Frankreich interniert. Dank einer jüdischen Hilfsorganisation gelang es, die Kinder in einem französischen Waisenhaus unterzubringen. Zu diesem Zeitpunkt war Heinz neun und Manfred zwölf Jahre alt. Sie sollten ihre Eltern nie wieder sehen. Noch knapp zwei Jahre lang standen die Eltern mit Hilfe des Roten Kreuzes in Briefkontakt mit ihren Söhnen. Im August 1941 kam der letzte Brief der Mutter, kurz vor dem Transport nach Auschwitz. Dort starben die Eltern in den Gaskammern. Nach Kriegsende brach der 17-jährige Manfred das Versprechen, das er den Eltern beim Abschied gegeben hatte, ließ seinen jüngeren Bruder in Europa zurück und ging in die USA. Er nannte er sich fortan Frederick Raymes und verbarg seine jüdische Identität, denn nur so fühlte er sich sicher. Heinz dagegen ging später nach Israel und nahm den hebräischen Namen Menachem an. Beide wurden einflussreiche Mitglieder ihrer jeweiligen Gesellschaft und gründeten Familien. Familien, die sich nie begegneten. Der Dokumentarfilm vom Ronit Kertsner und Ofra Tevet begleitet die Brüder nicht nur bei ihrer Spurensuche in Europa, sondern zeigt sie auch in ihren diametral entgegen gesetzten Lebenssituationen: Fred lebt in Florida und ist in zweiter Ehe mit einer nicht-jüdischen farbigen Frau aus der Karibik verheiratet. Seine Kinder aus erster Ehe sind nicht an ihren jüdischen Wurzeln interessiert. Menachem hat seine Kinder als strenggläubige Juden erzogen, alle drei haben sich als Siedler im Westjordanland niedergelassen. Bei einem Umzug entdeckte Fred die Briefe seiner Eltern aus dem Konzentrationslager und schickte sie seinem Bruder Menachem, mit dem er jahrzehntelang keinen Kontakt gehabt hatte. Daraus entwickelte sich eine E-Mail-Korrespondenz, die zur gemeinsamen Veröffentlichung ihrer Memoiren führte. Aber es gab noch immer kein persönliches Treffen. Erst nach fast 60 Jahren waren die Brüder bereit, sich dem Trauma ihrer Vergangenheit zu stellen und sich wiederzusehen. „Menachem & Fred“ ist eine berührende außergewöhnliche Familiengeschichte über zwei völlig gegensätzliche Wege jüdischen Überlebens.

Fr, 25. Mrz · 17:00-17:30 · BR
Elija Boßler – Die Frau, die ein Kloster rettete

Elija Boßler ist attraktiv, machte Karriere als Modedirektrice, ist heute eine gefragte Fotokünstlerin, eine gesuchte Lebenskrisenmanagerin und sie ist Nonne in einem der strengsten Frauenorden der Welt. Sie gehört zum Konvent des Karmelitinnen-Klosters „Heilig Blut“ auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau. Dort lernte sie den jüdischen KZ-Überlebenden Max Mannheimer kennen. Daraus ist eine innige Freundschaft entstanden. Er ist ihr Berater, sie seine Kraftquelle. 2006 wurde Schwester Elija von den Franziskanerinnen des Klosters Reutberg bei Bad Tölz um Hilfe gebeten. Die Gemeinschaft drohte nach dem Tod der Oberin und durch eine schwere Finanzkrise auseinanderzubrechen. Die Karmelitin ging nach Reutberg, holte die Nonnen aus dem Mittelalter in die Neuzeit, bewahrte das Kloster vor dem Untergang.

Fr, 25. Mrz · 23:40-23:55 · SWR
Spielzeugland

Deutschland, 1942: Wie soll Marianne Meißner ihrem Sohn Heinrich die bevorstehende Deportation des jüdischen Nachbarsjungen David Silberstein und seiner Familie erklären? Als ihr die Idee kommt, ihrem Sohn zu erzählen, dass David nur ins „Spielzeugland“ fahre, ist Heinrich am nächsten Morgen verschwunden. Entschlossen, seinem besten Freund ins Land der Spielzeuge und Riesenteddys zu folgen, hat Heinrich sich davongeschlichen. Die fieberhafte Suche von Frau Meißner führt sie zum Bahnhof, wo der Zug mit den Deportierten noch steht. Als ihr zwei SS-Männer den Waggon öffnen, in denen die Silbersteins eingepfercht sind, ist Heinrich nicht zu finden. Mit großen Augen schaut sie jedoch der kleine David an … Der Film „Spielzeugland“ von Regisseur Jochen Alexander Freydank wurde 2009 unter anderem mit dem Oscar für den besten Kurzfilm ausgezeichnet.

Sa, 26. Mrz · 06:45-07:15 · SWR
Spuren der NS-Zeit: „Am Schabbes durfte keiner rein“ – Das Judenviertel von Haigerloch

Das „Haag“, das jüdische Viertel von Haigerloch, ist einzigartig in Deutschland: ein Judenviertel, das als Ensemble noch heute erhalten ist. Rund ein Drittel der Einwohner des hohenzollerischen Landstädtchens Haigerloch waren Juden. Bereits im Mittelalter, besonders aber nach 1780, als Juden aus Alt-Württemberg ausgewiesen wurden, ließen sich viele Juden auch in Haigerloch nieder. Sie gründeten das Wohnquartier Haag mit Synagoge, Friedhof, Mazzenbäckerei, Mikwe (Badehaus), Schul- und Rabbinatsgebäude. Im Gasthaus „Rose“ ist heute noch der Festsaal erhalten, in dem jüdische und christliche Feste gefeiert wurden. Aber auch als beliebtes Ausflugsziel für Juden aus ganz Württemberg war die „Rose“ bekannt. Das rege Leben im „Haag“ beschreiben Haigerlocher, die sich noch an ihre jüdischen Nachbarn erinnern. Und jüdische Haigerlocher, die im Dritten Reich nach Amerika auswanderten. Das Zentrum des Haag, die Synagoge, ist 1938 in der sogenannten „Kristallnacht“ von SS-Leuten zertrümmert worden und ausgebrannt. Sie wurde nach dem Krieg als Kino und dann als Teppichlager genutzt. Jetzt wird sie von der Gemeinde in ein Museum umgewandelt, das wieder an die einstige Bedeutung dieses Viertels, aber auch an die Vertreibung und Vernichtung seiner Bewohner erinnern soll.

Sa, 26. Mrz · 16:55-17:45 · arte
Halbmond über Köln – Der Streit um den Bau der Moschee

In Köln leben über 120.000 Muslime. Damit ist die rheinische Metropole im Verhältnis die größte türkische Stadt Deutschlands. Bisher war der berühmte gotische Dom das Wahrzeichen der Stadt. Das spektakuläre Bauwerk spaltet die Stadt in vehemente Gegner und Befürworter, ein hochemotionaler Streit um die Integration von Muslimen entsteht. Mittendrin: der ehemalige Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU), Bezirksbürgermeister Josef Wirges (SPD), der Schriftsteller Ralph Giordano und der Dialogbeauftragte des Bauherrn, der DITIB, Bekir Alboga. Während der jüdische Publizist Giordano sich vehement und provokant gegen den Bau des repräsentativen Bauwerks ausspricht, kämpfen die Politiker Seite an Seite mit der DITIB für den Neubau. Ein weiterer Gegenspieler ist die rechtsextreme Gruppe Pro Köln, die die Ängste vieler alteingesessener Kölner kennt und sie für ihre politischen Ziele instrumentalisiert. Schauplatz der Handlung ist der ehemalige Arbeitervorort Ehrenfeld. Er wird gerne als der Kölner Stadtteil gelobt, in dem das multikulturelle Zusammenleben besonders gut funktioniert: Die Deutschen kaufen in den türkischen Gemüseläden ein, die Studenten essen ihren Döner und die Deutsch-Türken sprechen nicht selten Kölner Slang. Es herrscht ein Klima liberaler Offenheit. Doch viele alteingesessene Ehrenfelder befürchten, dass das fragile multikulturelle Gleichgewicht im Viertel durch ein repräsentatives islamisches Bauwerk kippen könnte. Sie empfinden die neue Moschee als türkisches Machtsymbol und haben Angst, dass ihnen die vertraute Umgebung fremd wird. Vom plötzlich massiv aufbrandenden Widerstand werden selbst die erfahrenen Politiker Schramma und Wirges überrascht und für viele Muslime, die seit Jahrzehnten in Ehrenfeld leben, ist er ein Schlag ins Gesicht. Sie glauben, dass ihnen ein würdiges Gebetshaus zusteht, und verstehen die Ängste der deutschen Bürger nicht. Viele junge Deutsch-Türken besinnen sich auf ihre Wurzeln, wenden sich der Religion zu und fühlen sich in der deutschen Gesellschaft immer weniger zu Hause. Die entscheidende Frage drängt sich immer mehr in den Vordergrund: Wird die Moschee die Integration der Muslime fördern, oder trägt sie eher zu ihrer Abschottung von der Mehrheitsgesellschaft bei? Die Dokumentation zeigt die ersten heftigen Proteste im Jahr 2007, kurz nachdem die Pläne zum Moscheebau in der Bevölkerung bekannt wurden. Sie folgt dem turbulenten Ablauf der Ereignisse bis zur Erteilung der Baugenehmigung, dem Abriss der alten Moschee und den beginnenden Arbeiten zum Neubau im Jahr 2010. Darüber hinaus setzt sie sich damit auseinander, dass zwei Kulturen, die seit über 40 Jahren friedlich nebeneinander leben, plötzlich aufeinanderprallen. Er zeigt, wie ein diffuses Gefühl des gegenseitigen Fremdseins zu heftigen Aggressionen führt, und dass viele Türken kaum in Westeuropa heimisch geworden sind. Und sie führt vor Augen, wie sehr die alten Fronten von Rechtsgesinnten und Antifaschisten die deutsche Gesellschaft immer noch prägen.

So, 27. Mrz · 00:15-01:40 · PHOENIX
Wüstenhochzeit
 
Eine Beduinengemeinde in der israelischen Negev-Wüste: Hier herrscht noch Polygamie. Die auf Hochzeitsvideos spezialisierte Fotografin Mariam Al-Quader erzählt, wie sie und zwei andere Frauen sich gegen diese Tradition wehren.  Eine Beduinengemeinde in der israelischen Negev-Wüste: Hier herrscht noch Polygamie. Die auf Hochzeitsvideos spezialisierte Fotografin Mariam Al-Quader erzählt, wie sie und zwei andere Frauen sich gegen diese Tradition wehren. Ein anrührender Dokumentarfilm über althergebrachte Strukturen, bei denen die Opfer notgedrungen kooperieren.

So, 27. Mrz · 10:15-11:00 · BR
Stationen.Dokumentation: Jüdisches Leben in Regensburg

Die Dokumentation von Andreas Bönte und Michael Olmer gibt einen spannenden Einblick in die Gegenwart jüdischen Lebens in Regensburg. Der Zustrom von weit über 100.000 Juden aus Osteuropa nach Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten veränderte nicht nur die großen Jüdischen Gemeinden wie Berlin, München oder Frankfurt. Noch stärker betroffen sind die kleinen Zentren jüdischen Lebens, die vor 1989/90 nahezu vor ihrer Schließung standen. So auch die Jüdische Gemeinde Regensburg: Vor dem Mauerfall noch bestehend aus wenigen Familien, ist sie heute Anlaufstelle von fast 1.000 Mitgliedern. Mehr als 90 Prozent von ihnen sind Neueinwanderer aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Damit spiegelt die Gemeinde das zahlenmäßige Verhältnis wider, das für die gesamte heutige jüdische Gemeinschaft der Bundesrepublik gilt.

So, 27. Mrz · 16:00-16:30 · Das Erste (ARD)
Hutmacher mit Chuzpe

Yitzchak Ferster ist ein Unikum – das, was die Israelis einen „Typus“ nennen. Er ist der Hutmacher von Jerusalem, dessen Koffer immer gepackt ist. Nie weiß er, ob er morgen in Jerusalem, Budapest oder New York sein wird. In einem Alter, in dem andere bereits heftig auf die Pension schielen, kocht er den nächsten Deal mit Porto oder Shanghai aus. „Altern“ ist für den 64-Jährigen ein Fremdwort. Und „Rente“ erst recht. Die Firma „Ferster Hats“ sitzt im Herz von Mea Shearim, dem ultraorthodoxen Viertel von Jerusalem. Mit seinen schwarz gekleideten und im wahrsten Sinn des Wortes gut behüteten Juden und seinen kleinen, engen Gassen sieht Mea Sheraim mehr wie ein polnisches Shtetl vor hundert Jahren aus als wie ein Großstadtviertel. Dabei ist Yitzchak Ferster alles andere als ein Mann von gestern. Der stets gut gelaunte Mann mit dem weißen Rauschebart hat sich ein wahres Hutimperium aufgebaut. Produzieren lässt er in Budapest, die Felle für die Hüte kauft er in Porto, Geschäfte hat er in Jerusalem, Tel Aviv, Antwerpen, New York und New Jersey. Ursprünglich trug seine Familie den Namen Förster. Vor dem Holocaust lebte sie in Wiesbaden, eine ganze Dynastie von jüdischen Hutmachern. Über Osteuropa gelangte sie nach Jerusalem, von wo aus Yitzchak Ferster seitdem die Welt der ultraorthodoxen Juden mit Hüten ausrüstet. Ferster ist immer gut für eine Schlagzeile, er besitzt, wie man auf Jiddisch sagen würde, eine Überdosis Chuzpe. So hat er im letzten Jahr mit einem Gerichtsverfahren gegen den italienischen Huthersteller Borsalino Schlagzeilen gemacht. Fersters Topmodell heißt „Brandolino“ und seit Borsalino in Jerusalem eine Filiale aufgemacht hat, liegen sich die beiden Hutmacher in den Haaren. Dass er den Namen seines Topmodells Brandolino von Borsalino gestohlen hätte, lässt er nicht gelten: „Sie könnten auch sagen, ‚Borsalino‘ erinnert an ‚Brandolino'“, sagt er. „Und überhaupt: Es gibt unendlich viele solcher Namen. Klingen alle gleich. Alle kommen aus der italienischen Hutbranche. Alfonsino, Salantino, und … wie heißt er noch? Albertino.“ Autor Uri Schneider liefert eine Reportage mit Humor und Tempo, ein Road-Movie über einen ultraorthodoxen Juden aus Jerusalem, der mit seinen 64 Jahren mehr Temperament und Lebensfreude besitzt als so mancher 20-Jährige. Einmal ganz abgesehen davon, dass auch kaum eine bessere Quelle für Anekdoten und Legenden aus dem Judentum denkbar ist als dieser „Hutmacher mit Chuzpe“.

Mo, 28. Mrz · 02:45-03:45 · HR
Nazis wider Willen – Deutsche in amerikanischen Lagern

Ein dunkles Kapitel des Zweiten Weltkriegs, das bis heute von der amerikanischen Politik beharrlich totgeschwiegen wird: das Schicksal deutschstämmiger US-Familien in amerikanischen Lagern. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor und dem Kriegseintritt der USA wurden deutsche Immigranten plötzlich zu potenziellen Nazis und zur „Gefahr für die nationale Sicherheit“. Tausende wurden verhaftet, verloren Hab und Gut und fanden sich hinter Stacheldraht in einem Internierungslager wieder. Etwa 4.000 dieser Deutsch-Amerikaner wurden gegen ihren Willen von der US-Regierung gegen amerikanische Kriegsgefangene eingetauscht und – mitten im Krieg – per Schiff nach Deutschland zurück geschickt. In Deutschland aber wurden sie für amerikanische Spione gehalten und eingesperrt. Selbst nach Kriegsende blieb vielen von ihnen die Rückkehr in ihre Wahlheimat Amerika verwehrt. Die ehemals Internierten, Deportierten und Repatriierten hatten nach dem Krieg jahrzehntelang geschwiegen – aus Scham oder Angst. Erst jetzt bricht eine kleine Gruppe ihr Schweigen. Sie kämpft im US-Senat dafür, dass die amerikanische Regierung ihr Schicksal endlich offiziell anerkennt. Karen Ebel, deren Vater Max, eines der Opfer, kurz vor den Dreharbeiten zu „Nazis wider Willen“ starb, hatte 2005 das Aktionsbündnis „German American Internee Coalition“ ins Leben gerufen, das um die Rehabilitierung der Internierten und Abgeschobenen kämpft. Der renommierte jüdische Senator Russ Feingold referierte schon 2004 im Kapitol über „dieses tragische Kapitel in der Geschichte unserer Nation“ und schlug einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Siebzehn Kongressmitglieder, darunter auch der frühere Präsidentschaftsbewerber Joe Liebermann, unterstützen dieses Vorhaben. Auch Menschenrechtler der „American Civil Liberties Union“ fordern die Einsetzung einer Untersuchungskommission, und „Ehemalige“ wie Eb Fuhr erheben ihre Stimme immer lauter. Mit einer 2009 gestarteten Wanderausstellung erinnern sie an ihre Gefangenschaft in US-Lagern. Sie fordern das Eingeständnis der Wahrheit. Karen Ebels Koalition ehemaliger Internierter und Verbündete hat in langjähriger Aufklärungsarbeit erreicht, dass sich im Frühjahr 2009 ein Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses erstmals dieses Themas angenommen hat. Er erörterte die brisante Frage, in welcher Weise „Euroamerikaner, Iberoamerikaner, japanischstämmige Lateinamerikaner und jüdische Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg behandelt worden sind“. Über dieses Thema wird es in Zukunft noch viele Anhörungen geben, aber Fuhr bezweifelt, dass deutsch-amerikanische Opfer der US-Internierungspolitik je entschädigt werden.

Mo, 28. Mrz · 22:50-23:45 · arte
Let’s Dance! Israel und der moderne Tanz
 
In kaum einem anderen Land der Welt ist die kulturelle Tradition so stark mit dem Tanz verbunden wie in Israel. „Let’s Dance!“ zeigt die Entwicklung des Tanzes in Israel vom ersten Kibbuz bis zur heutigen Zeit..  „Ich werde verrückt, wenn ich mich nicht bewege.“ Dieser Ausruf einer israelischen Choreographin ist typisch für die tiefe Verwurzelung von Volkstanz und modernem Tanz in der israelischen Gesellschaft. „Wir räumten immer alle Stühle aus dem Esssaal, und dann hat der ganze Kibbuz Volkstänze getanzt. Die Schritte haben alle gekannt, ich kann mich nicht einmal erinnern, sie gelernt zu haben.“ Mittlerweile ist der Tanz made in Israel auch über seine Grenzen hinaus ein Erfolg. Weltweit erfreuen sich die Tanzgruppen und Choreographen großer Beliebtheit. „Let’s Dance!“ zeigt mit eindrucksvollen Archivbildern von der Gründung des ersten Kibbuz bis zur heutigen Zeit, mit spektakulär gefilmten Tanzszenen und mit lebhaften Interviews, wie sehr die Entwicklung des Tanzes in Israel mit der gesellschaftlichen Entwicklung dort verbunden ist. Von Gertrud Kraus über Martha Graham, die Batsheva Dance Company bis zu Yasmeen Godder, Rami Be’er und Ohad Naharin werden die wichtigsten Impulsgeber des Tanzes vorgestellt. Der Tanz selbst tritt dabei in einen wortlosen Dialog mit den aufwühlendsten Problemen der israelischen Gesellschaft, mit der Religion, der Sexualität, der Heimatfrage bis zum Militär, den militaristischen Tendenzen und dem Leben in einem multikulturellen Umfeld. Durch die enge Verbindung mit dem täglichen Leben und den lebendigen Traditionen ist Tanz in Israel nie nur abstrakte Kunst. Er wurde zu einem Spiegel der Gesellschaft und damit zu einer der größten kulturellen Errungenschaften Israels.

Mo, 28. Mrz · 23:00-00:30 · NDR
Eichmanns Ende – Liebe, Verrat, Tod

Adolf Eichmann, einer der größten Kriegsverbrecher im „Dritten Reich“, setzt sich 1950 – wie viele Nazis – nach Argentinien ab. Die Liaison eines seiner Söhne und der Tochter eines KZ-Überlebenden soll ihm schließlich zum Verhängnis werden. Adolf Eichmann taucht nach Kriegsende in der Nordheide unter. Dort verdingt er sich als Holzfäller und Hühnerzüchter, unweit vom ehemaligen KZ Bergen-Belsen. 1950 setzt er sich nach Argentinien ab und holt 1952 seine Frau und drei Söhne nach. Die deutsche Gemeinde in Buenos Aires ist überschaubar; sie besteht aus Nazis und Juden, aus Tätern und Opfern. Auch Lothar Hermann, Jude und KZ-Überlebender, hatte sich 1942 dorthin in Sicherheit gebracht. Seine Tochter Silvia verliebt sich in „Nick“, ohne zu wissen, dass es sich dabei ausgerechnet um Eichmanns Sohn Klaus handelt. Nick begegnet in der Wohnung seiner Freundin Silvia ihrem Vater. Der fast erblindete Lothar Hermann erfährt, dass der Vater des jungen Mannes an einem Buch über seine Tätigkeit im „Dritten Reich“ arbeitet. Für den Juden, der nach „Schutzhaft“ und Misshandlungen in Dachau rechtzeitig entkommen war, klingt das allzu vertraut. Alarmiert nimmt er Kontakt zum Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer auf, der sich in Deutschland für die strafrechtliche Verfolgung ehemaliger Nazis engagiert – ein schwieriges Unterfangen in dem Land, in dem viele Täter schon wieder im Staatsdienst arbeiten. Bauer entscheidet sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er informiert die Israelis, weil er der deutschen Polizei und Justiz nicht traut. Um Hermanns Informationen zu überprüfen, beordert der israelische Geheimdienst Mossad einen Agenten nach Argentinien. Der kann nicht glauben, dass ein NS-Funktionär wie Adolf Eichmann in so bescheidenen Verhältnissen lebt und bricht die Nachforschungen ab. Doch Fritz Bauer ist von der Zuverlässigkeit seines Informanten überzeugt und drängt den Mossad, einen weiteren Agenten direkt zu Hermann zu schicken. Doch auch nachdem der Herrmann kennengelernt hat, bleibt der Zweifel, dass ein Blinder den gesuchten Eichmann finden konnte. Daraufhin schickt Lothar Hermann seine Tochter noch einmal zu Nick, um einen endgültigen Beweis zu finden. Silvia hatte die Verbindung zu Eichmanns Sohn mittlerweile beendet, doch sie klingelt an Eichmanns Tür und identifiziert Nicks Vater zweifelsfrei als den Kriegsverbrecher Adolf Eichmann. Damit ist Eichmanns Schicksal besiegelt. Am 11. Mai 1960 entführt der Mossad Eichmann nach Israel, wo er 1962 nach einem weltweit Aufsehen erregenden Prozess hingerichtet wird. Adolf Eichmann hatte in Buenos Aires Willem Sassen kennen gelernt, einen niederländischen SS-Mann, ehemaligen Kriegsberichterstatter und überzeugten Nationalsozialisten. Sassen gewinnt Eichmann für umfangreiche Tonbandinterviews. Bei diesen Gesprächen sind zum Teil illustre Gäste anwesend, alte NS-Kameraden, um Eichmann über seine Tätigkeit als Referatsleiter für „Judenangelegenheiten“ reden zu hören, über sein Verständnis von Befehl und Gehorsam, totalem Krieg und „Judenpolitik“. Man diskutiert über vergangene Zeiten, die Ideen des Nationalsozialismus und ihre Zukunft. Eichmanns Ansichten schockieren sogar die Sassen-Runde, die den Massenmord an Juden für „undeutsch“ und als Teil einer „Weltverschwörung“ gegen Deutschland hält. Während Sassen sich bemüht, die Opferzahlen klein zu rechnen, prahlt Eichmann mit seinen „Leistungen“ und reklamiert für sich viel ehrgeizigere Ziele, als „nur“ sechs Millionen, nämlich die totale Vernichtung des jüdischen Volkes. Die „alten Kameraden“ sind sich alles andere als einig. SS-Kamerad Willem Sassen hatte sein Eichmann-Material zwischenzeitlich weltweit vermarktet.

Mi, 30. Mrz · 00:25-01:00 · WDR
Zohar
 
Die 16-jährige Zohar lebt zusammen mit ihrer kleinen Schwester bei ihrer allein erziehenden Mutter Debbie in einem armen Stadtteil im Süden von Tel Aviv. Die talentierte junge Athletin teilt ihre Zeit zwischen dem täglichen Training als Sprinterin und ihren Verpflichtungen als Aushilfe im Schönheitssalon von Mutter Debbie, den diese in der eigenen Wohnung betreibt. Zohar missfallen Debbies häufige Männerbesuche, die auch über Nacht bleiben. Ihr fester Vorsatz ist es, niemals selbst so zu werden. Als ihr Kumpel Tsiki durchblicken lässt, dass er sich für Zohar interessiert, reagiert diese dementsprechend heftig. Aber völlig unattraktiv findet sie Tsiki auch nicht. Zohar kämpft mit sich selbst, um herauszufinden, wer sie ist und was sie will.

Mi, 30. Mrz · 02:15-03:45 · 3sat
Ein Tag im September
 
Am 5. September 1972 verwandelten sich „die fröhlichen Spiele von München“ in eine Tragödie: Acht palästinensische Terroristen nahmen elf israelische Olympiateilnehmer in ihrer Unterkunft im olympischen Dorf als Geisel, um 236 politische Gefangene aus israelischen und anderen Gefängnissen freizupressen. Die Angehörigen der Gruppe „Schwarzer September“ töteten zwei israelische Sportler noch vor Ablauf des gesetzten Ultimatums. Dennoch weigerte sich die israelische Regierung wie stets in solchen Fällen, auf die Erpressung einzugehen. Auf dem Militärflughafen Fürstenfeldbruck starben in einem chaotischen Feuergefecht sämtliche israelischen Geiseln, fünf der Terroristen und ein deutscher Polizist. Kevin Macdonalds Dokumentarfilm „Ein Tag im September“ über die Geiselnahme von München ist eine Zusammenstellung aus Interviews und Archivmaterial. Die dramatische Chronik des palästinensischen Attentats und seiner Hintergründe wurde 2000 mit dem „Oscar“ als „Bester Dokumentarfilm“ ausgezeichnet.

Mi, 30. Mrz · 20:15-21:50 · arte
Mit der SS Hand in Hand

Anhand der Aussagen von Widerstandskämpfern und Kollaborateuren aus der Zeit der Okkupation Frankreichs zeichnet der Film die Geschichte der 1943 von Pierre Laval gegründeten „Milice française“ nach. Umfangreiches Material aus Filmarchiven sowie Fotos und Briefe beleuchten die Werdegänge von ehemaligen Milizangehörigen und Widerstandskämpfern und geben Einblicke in die Geschichte der Miliz. Nach dem Ersten Weltkrieg gewann auch im ausgebluteten Frankreich unter den Kriegsveteranen rechtsradikales Gedankengut an Einfluss. Vom italienischen Faschismus und vom Erfolg der Nazis in Deutschland faszinierte Kreise setzten die Republik in gewaltsamen Demonstrationen unter Druck. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 erwies sich die französische Linke aufgrund ihrer pazifistischen Ausrichtung als völlig handlungsunfähig. In der Folge der Niederlage der französischen Streitkräfte, des Waffenstillstands und der Installierung der Vichy-Regierung wurde die ursprünglich apolitische Kriegsveteranenvereinigung „Légion des anciens combattants“ zu einem Propagandainstrument des Pétain-Regimes. Als Deutschland 1941 die Sowjetunion überfiel, wurde im Zuge der Militarisierung der antikommunistischen Bewegung und der Kollaborationspolitik die „Légion des volontaires français“, eine französische Freiwilligenlegion, an die Ostfront entsandt. Gleichzeitig bekundete die Kriegsveteranenorganisation, nicht nur eine soziale, sondern auch eine bedeutende politische Rolle übernehmen zu wollen. So wurde die paramilitärische Vereinigung „Service d’ordre légionnaire“ gegründet, die im Januar 1943 von Ministerpräsident Pierre Laval aufgelöst wurde und sich als „Milice française“ neu formierte. In der Folge schlossen sich der von Joseph Darnand angeführten Organisation 30.000 Männer an. Als politisches Instrument Lavals bekämpfte die Milice in erster Linie die Widerstandsbewegung und war auch deren Hauptzielscheibe. Im August 1943 stimmten die deutschen Besatzer der Bewaffnung der Milice zu, im Gegenzug wurde ein Teil ihrer Angehörigen für die Waffen-SS rekrutiert. Als Generalsekretär der Milice leistete Joseph Darnand Hitler den Treue-Eid. Damit wurde seine Organisation de facto zu einem Werkzeug der Nazifizierung Frankreichs, während sie sich der Bevölkerung als Erbin der Pfadfinderbewegung darstellte. Ab diesem Zeitpunkt erfolgte auch eine komplette Neuorganisation in ideologischer, militärischer und sozialer Hinsicht. Sie wurde nun auf dem gesamten Staatsgebiet tätig und durchdrang die ganze Gesellschaft. Sie führte einen bewaffneten Kampf gegen die Résistance und ergriff repressive Maßnahmen gegen Politiker und die jüdische Bevölkerung.