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Ägyptens oberster Zensor wird nicht Chef der UNESCO

Es war nur folgerichtig, dass Ägypten Faruk Hosni, den höchsten Zensor zum Chef der UNESCO machen wollte. Doch wie das so ist im Leben, erinnerten sich einige Intellektuelle an einen Spruch dieses ägyptischen Kulturministers, der 2008 im Mai einem islamistischen Mitglied des Parlaments sagte, jedes israelische Buch, das in ägyptischen Büchereien gefunden wird, würde er persönlich verbrennen. Hosni boykottierte auch die Pariser Buchmesse, als Israel deren Gastland war…

Von Karl Pfeifer

Vor drei Monaten, als die Kampagne für seinen Job bei der UNESCO in Gang kam, entschuldigte sich Hosni dafür. In einer in Paris veröffentlichten Erklärung, hat er das mit seinem Temperament und mit einer arabischen Redensart, die sich schlimmer anhört als sie ist, entschuldigt. Bei seiner Anhörung hatte er einen schlechten Eindruck gemacht. Er sprach kein Wort Englisch und verlas einen Text, in dem er beteuerte, keineswegs ein Antisemit zu sein. In Ägypten habe er die Synagogen renovieren lassen.

Seine Gegner aber wiesen auf seinen Ausspruch über das Verbrennen von Büchern hin, was natürlich nicht mit einem sprachlichen Missverständnis wegerklärt werden konnte.
Faruk Hosni gab nach der Wahl in Paris noch am Flughafen von Kairo seinen Gegnern Recht, indem er sein Scheitern mit einer westlichen Verschwörung „die in New York ausgeheckt“ wurde erklärte und sagte „Europäische Länder und die Juden der Welt“ wollten, dass er verliere.

Einige österreichische Medien berichteten nur, dass Hosni wegen seiner antisemitischen Haltung nicht gewählt wurde und vernachlässigten die Tatsache, dass er die Zensur in Ägypten organisierte und seit über zwei Jahrzehnten als Kulturminister durchführte. Dass gerade ein solcher Kulturpolitiker nicht zum Chef Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur gewählt wurde, lässt hoffen.

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