Pro-BDS-Veranstaltung an der LMU absagen

Ein offener Brief an den Präsidenten der Ludwig-Maximilians-Universität München…

An den Präsidenten der Ludwig-Maximilians-Universität

Prof. Dr. Bernd Huber
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
praesidium@lmu.de

Pro-BDS-Veranstaltung an der LMU absagen – Antisemitismus keinen Raum geben

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Huber,

am 7. November soll an der LMU die vom Lehrbereich Meyen organisierte Veranstaltung „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“ stattfinden. Vordergründig soll es dabei um eine vermeintliche Einschränkung der Meinungsfreiheit in Bezug auf Kritik an der „israelischen Besatzungspolitik“ gehen. Es ist jedoch zu erwarten, dass Positionen der antisemitischen BDS-Kampagne unkritisch propagiert werden. Wir fordern daher die Absage des Events.

Als Referent ist Andreas Zumach, taz-Redakteur und Beirat des „Bündnisses zur Beendigung der israelischen Besatzungspolitik“ (BIB), angekündigt. Zumach stellte in einem Vortrag die Behauptung auf, dass eine „organisierte israelische Regierungslobby“, darunter auch Frau Dr. h. c. Charlotte Knobloch und ein „als Korrespondent der Jerusalem Post fungierender Mossad-Agent“, systematischer wie nie zuvor versuche, „jegliche noch so präzise, legitime Kritik an israelischer Regierungspolitik [..] auch an der Besatzungspolitik, an der völkerrechtswidrigen Siedlungspolitik […]“, zu unterbinden. Hier klingt eindeutig die Vorstellung einer jüdischen Verschwörung an. Gründungsmitglieder des BIB sind offene Unterstützer der Israel-Boykottkampagne BDS, die nicht nur die Stadt München als antisemitisch erachtet. Auch Zumach ist auf Veranstaltungen von BDS-Unterstützern aufgetreten.

Kerem Schamberger, Mitarbeiter des Lehrbereichs Meyen, kündigte auf seinem Facebook-Profil an, dass die „Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München“ bei der Veranstaltung mit „einem kurzen Statement über ihre Erfahrungen präsent sein wird“. Warum in der offiziellen Veranstaltungsankündigung darauf nicht hingewiesen wird und worum es in dem Statement konkret gehen soll, bleibt unklar. Die Gruppe ist offizieller Unterstützer der BDS-Bewegung und wird im weltweiten Antisemitismus-Bericht des Simon Wiesenthal Centers erwähnt. (…)

Bei dieser Veranstaltung soll offensichtlich nicht erörtert werden, ob die Kritik an BDS gerechtfertigt ist oder nicht. Denn als Redner sind ausschließlich Personen angekündigt, die sich als Befürworter oder Sympathisanten positionieren. Mit Schamberger scheinen auch im Organisationsteam fragwürdige Positionen zu Israel vorzuherrschen. Kritiker der Bewegung sollen anscheinend nicht zu Wort kommen. Sowohl BDS, das BIB als auch die angekündigten Redner der Veranstaltung haben die Grenze der „Israelkritik“ in der Vergangenheit eindeutig überschritten. Sie dämonisieren und delegitimieren Israel und wenden bei der Bewertung der israelischen und palästinensischen Politik doppelte Standards an. Wir stufen die Veranstaltung daher als antisemitisch ein und fordern ihre Absage bis spätestens Samstag, 3. November.

Sollte die Veranstaltung nicht abgesagt werden, werden wir an der Veranstaltung teilnehmen und unsere Solidarität mit Israel und Menschen jüdischen Glaubens offen bekunden. Außerdem werden wir im Rahmen der Veranstaltung als auch medial über die Ziele der BDS-Kampagne und der Redner aufklären.

Mit freundlichen Grüßen,

Yonatan Shay, Gesandter der Jewish Agency für Israel in München
Verband jüdischer Studenten in Bayern e. V.
Junges Forum Deutsch-israelische Gesellschaft e. V., Honestly Concerned e.V.
ILI – I Like Israel e.V.
Zionistische Organisation München
Europäische Janusz Korczak Akademie e.V.

Weitere Informationen zur Veranstaltung

2 Kommentare zu “Pro-BDS-Veranstaltung an der LMU absagen

  1. Peinlich ist Ihr Beitrag, ente. Sie scheinen von BDS noch nie etwas gehört zu haben. Universitäten sind u.a. für jede Art von Streitgesprächen da, aber ganz sicher nicht für die Duldung und Verbreitung von Propaganda.

    Mit dem antisemitischen BDS kann es keine Diskussionen geben – genausowenig wie mit Nazis. Oder haben Sie da auch noch Diskussionsbedarf?

  2. „Es ist jedoch zu erwarten, dass Positionen der antisemitischen BDS-Kampagne unkritisch propagiert werden. Wir fordern daher die Absage des Events.“

    Wie peinlich ist das denn?

    Vor der Veranstaltung!

    Ich hoffe doch sehr stark, daß an Universitäten weiterhin Veranstaltungen ohne angeblich „zu erwartenden Ergebnissen“ durchgeführt werden!

    Dafür sind sie da!

    Ente

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