Polittrolle aller Länder, Vereinigt Euch!

In Berlin wächst zusammen, was zusammen gehört: Die maoistische Schlägertruppe Jugendwiderstand, BDS und Jewish Antifa kooperieren neuerdings…

Von Ralf Balke
Erschienen bei: Ruhrbarone.de, 19.09.2018

Nichts Neues unter der Sonne, möchte man meinen. Denn als am 12. September eine Handvoll israelsolidarischer Demonstranten vor dem Biergarten Jockel in Berlin-Kreuzberg erschien, wo eine Veranstaltung der palästinensischen Terrorbefürworterin Manal Tamimi, einer engen Verwandten der zur Jeanne d’Arc verklärten Ahed Tamimi, stattfinden sollte, drohte die Situation zu eskalieren. Wieder einmal wurden sie als „Faschisten“, „Zionistenfotzen“ und „Nazis“ beschimpft. Doch diesmal sollte es nicht nur bei Verbalinjurien bleiben. Mitglieder der maoistischen Schlägertruppe Jugendwiderstand sowie ihre arabischen Genossen begannen, sich vor der kleinen Gruppe mit ihren Israel-Fahnen aufzubauen und ihnen sprichwörtlich auf die Pelle zu rücken. „Bereits an unserem Treffpunkt unweit des Jockels wurden wir von Leuten des Jugendwiderstands entdeckt, fotografiert und von der anderen Straßenseite eingeschüchtert“ berichtet eine 23-jährige Studentin, die den Protest gegen den Auftritt von Tamimi, die in ihren Tweets von Juden als Blut saufenden Vampiren schwadroniert und sich ihre Ermordung herbeiwünscht, mit organisiert hatte. „Sofort hatten wir die Polizei kontaktiert.“ Zwar tauchte diese dann auch mit einem Streifenwagen und zwei Beamten vor Ort auf. Doch damit wurde es nicht unbedingt besser. „Frau S., ich kann gerade nichts mehr für Sie tun“, erklärte einer der beiden Polizisten der Studentin und das genau in dem Moment, als Mitglieder des Jugendwiderstands einige proisraelische Demonstranten an die Wand drückten und ihnen erklärten, bei nächster Gelegenheit den „Kiefer zu brechen“. Nur das rechtzeitige Eintreffen einer größeren Zahl von Polizisten konnte Schlimmeres verhindern.

Dabei war es nicht das erste Mal, dass der Jugendwiderstand durch Angriffe auf Andersdenkende aufgefallen ist. Zielscheiben ihrer Attacken sind vor allem alle, die sich in irgendeiner Form mit Israel solidarisch zeigen. Sie würden auf der falschen Seite der „Barrikade im Klassenkampf“ stehen. Immer wieder gibt es Berichte von durchtrainierten jungen Männern, die in Kreuzberg und Neukölln Personen mit einem Israel-Bezug einschüchtern, bedrohen und gelegentlich auch zusammenschlagen. Mit Graffiti wie „9mm für Zionisten“ oder „Tod dem Zionismus und Imperialismus! Ruhm und Ehre – von der Intifada zum Volkskrieg!“ markieren sie ihr Revier. In der „Lagedarstellung politisch motivierter Kriminalität in Berlin“ nennt die Polizei allein für das Jahr 2016 elf Straftaten, davon eine eindeutig als antisemitisch klassifizierte, die auf das Konto des Jugendwiderstands gingen.

Doch im Fall des Auftretens der maoistischen Testosteronbomben im Biergarten Jockel gibt es eine gewisse Pikanterie: Ganz offiziell dienten sie als Saalschutz für eine Veranstaltung, die von niemand Geringen als der Jewish Antifa Berlin, der Dependance von BDS in der Hauptstadt sowie von F.O.R. Palestine, was so viel wie „For One State and Return in Palestine“ bedeuten soll, mitgetragen wurde. Dror Dayan, einer ihrer Vertreter, moderierte durch den Abend. Zur Erinnerung: Anlässlich der „Israeli Apartheid Week“ im März 2016 beschimpfte Dayan proisraelische Demonstranten auch schon mal als „Apartheidsschweine“, seine arabischen Kumpels zeigten mehrfach den Hitler-Gruß. Auch die Jewish Antifa Berlin sind keine Unbekannten. Von Armin Langer, einem 2016 vom renommierten Abraham Geiger Kolleg geschassten Rabbinerstudenten, der sich seither medial erfolgreich als judenkritischer Jude inszeniert, wurden diese „Irren von Zion“ auf Zeit-Online schon einmal als „eine der größten jüdischen Bürgerinitiativen in der Bundesrepublik“ hochgejazzt. Doch die neue Internationale der Polittrolle ist keinesfalls eine Lachnummer. Spätestens durch die Zusammenarbeit mit dem Jugendwiderstand zeigt sich erneut: Es steckt viel Fa in Antifa. Und ihr Slogan „From the River to the Sea, Palestine will be free“ bekommt einen beängstigenden Twist. Für sie alle scheinen wohl auch Kreuzberg und Neukölln irgendwo zwischen Jordan und Mittelmeer zu liegen.