Die neuen Fernsehtipps

Vom 16. bis 29. Februar 2018…

Fr, 16. Feb · 20:15-21:35 · ARD-alpha
Die Widerständigen „also machen wir das weiter…“

In dem Dokumentarfilm schildern die letzten lebenden Zeitzeugen der Widerstandsbewegung „Die Weiße Rose“, wie sie nach dem Tod der Geschwister Scholl unter Einsatz ihres Lebens weiterhin Widerstand gegen das Hitler-Regime geleistet haben. Es ist anrührend und erschütternd zugleich zu hören, wie die studentischen Widerstandskämpfer aus dem Kreis der Weißen Rose aufgrund ihrer innersten Überzeugung gegen die unmenschlich brutale Nazi-Diktatur aufbegehrten. Vor Katrin Seybolds konzentrierter Kamera kommen sie ausführlich zu Wort: Traute Lafrenz-Page, die Freundin von Hans Scholl, Birgit Weiß-Huber, die Tochter von Kurt Huber, Marie-Louise Schulze-Jahn, Gerda Freise, Ilse Ledin, Jürgen Wittenstein, Karin Friedrich u.v.a. … Ihre Erinnerungen vergegenwärtigen eine Welt, in der die Menschenrechte außer Kraft gesetzt und die Menschlichkeit verloren gegangen war. Immer wieder, bis heute, stehen sich Moral und Gerechtigkeitsliebe auf der einen Seite, Niedertracht und systematische Brutalität auf der anderen Seite gegenüber. Der Dokumentarfilm „Die Widerständigen „also machen wir das weiter…““ ist ein Manifest des Widerstandes und der Zivilcourage für den Erhalt von Freiheit und Demokratie. Der Film zeigt exemplarisch, welche Kraft, welcher Mut und welches Engagement möglich und nötig sind, um unsere freiheitlichen, demokratischen Werte zu erhalten. Jungen Menschen kann „Die Widerständigen „also machen wir das weiter…““ ein Schlüssel sein zu der Erkenntnis, dass unsere freiheitlichen Werte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder der Erneuerung und Bestätigung bedürfen. Der Film zeigt exemplarisch, welche Kraft, welcher Mut und welches Engagement möglich und nötig sind, um unsere freiheitlichen, demokratischen Werte zu erhalten. Jungen Menschen kann „Die Widerständigen „also machen wir das weiter…“ ein Schlüssel sein zu der Erkenntnis, dass unsere freiheitlichen Werte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder der Erneuerung und Bestätigung bedürfen.

Sa, 17. Feb · 17:30-18:00 · arte
Vergissmeinnicht – Nikos Beloyannis, Kommunist

Am Morgen des 30. März 1952 werden in Athen vier griechische Kommunisten von einem Erschießungskommando hingerichtet, trotz der Gnadengesuche Charlie Chaplins, Jean-Paul Sartres und General de Gaulles. Pablo Picassos Skizze „Mann mit der Nelke“ hatte einen der Verurteilten weltberühmt gemacht: Nikos Beloyannis. Nikos Beloyannis kommt Ende 1915 in Amaliada, Griechenland, zur Welt. Er wächst in einfachen Verhältnissen auf. In der höheren Schule beginnt er sich für revolutionäre Ideale zu begeistern und sozialkritische Erzählungen zu schreiben. Mit 17 Jahren beginnt er in Athen ein Jurastudium. Doch als Mitglied der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) wird er bald exmatrikuliert. In Griechenland herrscht zu diesem Zeitpunkt eine faschistische Diktatur unter der Führung des Generals Ioannis Metaxas. Dieser lässt sich zwar weder von Hitler noch von Mussolini vereinnahmen, doch er verbietet dennoch die Kommunistische Partei und verfolgt ihre Anhänger mit aller Härte. Aufgrund seines Widerstands gegen das Regime und seines Einsatzes für die kommunistische Partei wird Nikos Beloyannis 1938 festgenommen und zu acht Jahren Haft verurteilt. Im Frühjahr 1943 gelingt ihm die Flucht. Zurück auf dem Peloponnes verschreibt er sich ganz dem Widerstand. Er wird Politoffizier der ELAS, der pro-kommunistischen Befreiungsarmee. Nach der Niederlage der Kommunisten im griechischen Bürgerkrieg (1946-1949) flieht Nikos Beloyannis nach Albanien. Im Juni 1950 kehrt er heimlich über Rom nach Athen zurück. Dort arbeitet er am Wiederaufbau der kommunistischen Organisation. 1950 wird er abermals inhaftiert. Er wird vor ein Militärgericht gestellt und der Tätigkeit für eine verbotene Partei und der Spionage für die Sowjetunion beschuldigte. Da er vor Gericht stets mit einer roten Nelke – einem Geschenk seiner Geliebten Elli Pappa – in der Hand auftrat, wurde er als „Mann mit der Nelke“ bekannt. Trotz internationaler Gnadengesuche werden Nikos Beloyannis und drei seiner Mitangeklagten zum Tode verurteilt und trotz internationaler Proteste und Gnadengesuche in einer nächtlichen Geheimaktion hingerichtet. Nikos Beloyannis war weltweit eine Legende für die kommunistische Bewegung und eine Symbolfigur für den Widerstand.

Sa, 17. Feb · 18:00-18:25 · arte
Vergissmeinnicht – Carl Lutz, Retter

Budapest, 1944: Als die ungarischen Juden zu Hunderttausenden nach Auschwitz deportiert werden, hat ein Schweizer Diplomat den Mut zum Widerstand. Unter Missachtung der Dienstanweisungen trotzt er dem NS-Regime und dessen ungarischen Verbündeten und rettet so mehr als 60.000 Juden das Leben. Carl Lutz erblickt am 30. März 1895 in einem kleinen Dorf am Fuße der Schweizer Alpen das Licht der Welt. Als junger Mann wandert er in die USA aus und beginnt schließlich in Washington D. C. beim Schweizer Konsulat zu arbeiten. 1935 wird Carl Lutz schließlich als Diplomat nach Palästina berufen. 1942 wird er zum Vizekonsul in Budapest befördert, dort wird er rasch zu einem der einflussreichsten Diplomaten der Stadt. Carl Lutz nutzt seinen Einfluss, um sich während des Zweiten Weltkriegs für die jüdische Bevölkerung einzusetzen. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem deutschen Gesandten gelingt es ihm, 7.800 Juden unter schweizerischen diplomatischen Schutz zu stellen. Jeder dieser 7.800 erhält einen Schutzbrief, der seine Sicherheit gewährleistet und ihm die Ausreise ermöglicht. Doch das ist Lutz nicht genug. Indem er heimlich eine weitaus größere Zahl der Schutzbriefe in Umlauf bringt, gelingt es ihm, mehr als 62.000 Juden das Leben zu retten. Nach Kriegsende kehrt Carl Lutz in die Schweiz zurück. Doch statt ihm für seine mutigen Bemühungen für die ungarischen Juden zu danken, werfen ihm die Schweizer Behörden Amtsmissbrauch vor. Dass ihm seine eigene Nation die Anerkennung versagt, quält ihn sehr. Doch zahlreiche andere Länder hingegen haben ihn geehrt. 1965 verleiht ihm Israel den Titel des „Gerechten unter den Völkern“.

So, 18. Feb · 02:15-04:00 · 3sat
Die letzte Chance

Norditalien, 1943: Zwei Kriegsgefangene entkommen den Nazis und versuchen, sich zur Schweiz durchzuschlagen. Als sie auf eine Gruppe jüdischer Flüchtlinge stoßen, beschließen sie, zu helfen. Amerikanische und britische Truppen rücken vor. Badoglio regiert anstelle des abgesetzten Mussolini. In Norditalien kommandieren die Deutschen. Aus einem Gefangenentransport fliehen der britische Leutnant Halliday und der amerikanische Sergeant Braddock. Als das Radio vom Waffenstillstand zwischen Badoglio und den Alliierten berichtet, keimt Hoffnung auf. Doch die Deutschen starten einen Gegenschlag. Ein Priester und Partisan versteckt die beiden Flüchtlinge und bringt sie mit einem Schicksalsgenossen zusammen, dem englischen Major Telford. Die drei machen sich zur Grenze auf. Die 20 weiteren Flüchtlinge, die das örtliche Gasthaus beherbergt – Juden aus aller Welt, die auf Asyl in der neutralen Schweiz hoffen -, nehmen sie mit. „Die letzte Chance“ entstand 1944/1945. Regisseur Leopold Lindtberg besetzte die Rollen weitgehend mit Laien, die ein entsprechendes Schicksal erlebt hatten. Sein Film wurde zum Welterfolg. 1946 errang er den Grand Prix und den Internationalen Friedenspreis in Cannes sowie den Preis der New Yorker Kritik, 1947 erhielt er den begehrten Golden Globe.

So, 18. Feb · 10:05-11:05 · 3sat
Sophie Scholl – Allen Gewalten zum Trotz …

Die 1921 geborene Sophie Scholl könnte heute noch leben, wenn sie ein „normales“ Studentenleben im Zweiten Weltkrieg geführt hätte. Doch Sophie hatte nicht weggesehen und weggehört. Krieg, Terror gegen die eigene Zivilbevölkerung, Euthanasie und Holocaust waren nicht zu übersehen, wohl aber zu verdrängen. Sophie hat mit ihrem Bruder Hans und ihren Freunden von der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ den Kampf gegen ein Terrorregime aufgenommen. Am 18. Februar 1943 wurde die 22-Jährige zusammen mit ihrem Bruder verhaftet und vier Tage danach, am 22. Februar, hingerichtet, weil sie an der Herstellung und Verbreitung der Flugblätter beteiligt war. Sie war die einzige Frau der „Weißen Rose“, die ermordet wurde. Der Publizist und Buchautor Ulrich Chaussy, der sich seit vielen Jahren mit der „Weißen Rose“ befasst, hat im Rahmen seiner historischen Recherche für den Regisseur des Kinofilms, Marc Rothemund, und Drehbuchautor Fred Breinersdorfer auch Interviews vor laufender Kamera geführt. Er hat neue Zeitzeugen entdeckt und Fotos und Dokumente zusammengetragen, die teilweise noch unveröffentlicht waren. Dieses Material haben Ulrich Chaussy und die Regisseurin Marieke Schroeder zu einem Dokumentarfilm verarbeitet und durch weitere, eigens für ihren Film geführte Interviews ergänzt. Sophie Scholl steht im Zentrum des Dokumentarfilms, der nicht nur ihren familiären Hintergrund ausleuchtet, sondern auch ihr Umfeld und ihr Beziehungsgeflecht. Erfreulicherweise leben noch Zeitzeugen, die sie und ihre Welt kannten, Menschen, die zur „Weißen Rose“ gehörten und nur ein Quäntchen mehr Glück hatten als die Ermordeten. Der Dokumentarfilm beginnt mit einem Foto der Familie Scholl aus glücklichen Tagen. Sophie sprüht darauf vor Lebensfreude, verbringt sie doch eine unbeschwerte Jugend in einer bürgerlichen, intakten Familie: Die Mutter ist religiös, der Vater ein überzeugter Demokrat, der seinen Kindern ungewöhnliche Freiheiten lässt und auf ihre Selbstverantwortung setzt. Der Film schildert den Konflikt der Geschwister Scholl mit dem Vater, als sie gegen seinen Willen in die Hitlerjugend eintraten – zusammen mit den meisten ihrer Freunde. Doch diese jungen Leute haben damals nicht weggesehen oder verdrängt. Sie verließen die Hitlerjugend, in der sie wegen „bündischen“, nicht an die HJ angepassten Verhaltens aneckten. Die Geschwister Scholl wurden zum ersten Mal von der Gestapo verhaftet und verhört. Dann folgten die Militär- und Studienjahre und der Entschluss, etwas aktiv gegen das System zu unternehmen, die Flugblätter, die Verhaftung der Geschwister und vieler Freunde – darunter des am selben Tag wie Hans und Sophie hingerichteten Christoph Probst. Sophies jüngste Schwester, Elisabeth Hartnagel, ist eine der wichtigsten Zeitzeuginnen. Sie hat noch nie zuvor ein so ausführliches Interview vor laufender Kamera gegeben. Und noch heute, mehr als 60 Jahre nach den Ereignissen, kann sie Tränen, Trauer und Verzweiflung über den Tod ihrer Geschwister nicht verbergen. Susanne Zeller-Hirzel, eine enge Freundin von Sophie, und Franz Müller, ein Schulfreund aus Ulm, haben selbst vor dem Volksgerichtshofs des Dr. Roland Freisler gestanden. Sie berichten über Sophie, ihren Bruder Hans und über ihren eigenen Weg in den Widerstand und die Haft. Anneliese Knoop-Graf, die Schwester des ebenfalls hingerichteten Willi Graf, war zwar selbst nicht eingeweiht, wurde aber dennoch von der Gestapo vier Monate eingesperrt und vernommen – von Robert Mohr, demselben Mann, der Sophie endlosen Verhören unterzog. Sie saß in derselben Zelle wie Sophie – zusammen mit Else Gebel, die diese Zelle mit Sophie während ihrer letzten Tagen teilte. Anneliese Knoop-Graf berichtet aus eigener Anschauung über Sophie, die sie in München kennengelernt hatte, und über die beiden Menschen, die Sophies Leben in ihren letzten Tagen geprägt haben, bevor sie vor Freislers Tribunal gezerrt wurde. Die letzten Tage werden auch von Zeitzeugen beleuchtet, die bisher unbekannt waren: dem Sohn von Robert Mohr und dem Neffen von Else Gebel, der Zellengenossin von Sophie. Walter Gebel berichtet von Erzählungen seiner Tante Else über Sophie nach dem Krieg. Er erinnert sich daran, dass seine Tante einen minutiösen Bericht über ihre Zeit mit Sophie abfasste und deren Eltern zuschickte. Willi Mohr, ein Jahr jünger als Sophie Scholl, nimmt eine distanziert kritische Haltung zu seinem Vater ein, den er „Freislers Vorarbeiter“ nennt. Über die Interviews hinaus, ist das dokumentarische Material des Film angereichert mit Ausschnitten aus dem Kinofilm, wobei sichtbar wird, wie präzise sich der Kinofilm an die recherchierten Fakten hält.

Mo, 19. Feb · 14:20-15:50 · One
Pfarrer Braun: Die Gärten des Rabbiners

Nach einem rätselhaften Mordfall in der Synagoge von Potsdam wird ausgerechnet der Rabbiner Seelig verdächtigt. Pfarrer Braun, der hier gerade seine neue Wirkungsstätte bezogen hat, leistet seinem jüdischen Kollegen gottgewollte Amtshilfe und ermittelt in der jüdischen Gemeinde. Nebenbei müssen Braun und Seelig gemeinsam eine jüdisch-katholische Liebesheirat ermöglichen. Ein schwieriges Problem, denn die Familien des jungen Paares sind sich nicht grün: Ihre Gärtnereien konkurrieren erbittert. Bischof Hemmelrath und sein Adlatus Mühlich wollen Pfarrer Braun versetzen. Ostgrönland oder Potsdam stehen zur Auswahl. Und so fügt Braun sich in sein Schicksal und reist mit der Roßhauptnerin und Armin nach Potsdam. Ein Novum für den katholischen Pfarrer: Seine neue Wirkungsstätte liegt in der Nachbarschaft einer jüdischen Gemeinde. Braun gewöhnt sich jedoch schnell ein, denn kurz nach seiner Ankunft geschieht ein Mord – ausgerechnet in der Synagoge: Ein Geselle aus der hiesigen Gärtnerei Grün wurde mit einem Blumendraht erwürgt. Kommissar Geiger, aufgrund seiner hohen Aufklärungsquote zum LKA berufen, verdächtigt ausgerechnet Rabbi Seelig. Braun ist diese Verdächtigung nicht ganz koscher. Er nimmt erst einmal eine Prise Schnupftabak und leistet seinem jüdischen Kollegen gottgewollte Amtshilfe. Dabei kommt er einer jüdisch-katholischen Familienfehde auf die Spur. Die Gärtnerei Grün und die Gärtnerei Kruschke kämpfen mit harten Bandagen um lukrative Marktanteile bei der Bepflanzung des weltberühmten Schlossparks Sanssouci. Trotz der Feindschaft verbindet Adam Grüns Tochter Alisha und Egon Kruschkes Sohn Gerd eine heimliche Zuneigung. Gemeinsam mit Rabbi Seelig will Braun eine Liebesheirat durch Familienversöhnung ermöglichen. Bei der Frage, wer dabei zu welchem Glauben konvertiert, treten die beiden Gottesmänner in einen temperamentvollen Wettstreit. Nebenbei findet Braun heraus, dass der Ermordete ein begnadeter Botaniker war. Er hat eine neue Tulpenzwiebel gezüchtet, die mit Gold aufgewogen wird.

Mo, 19. Feb · 23:50-02:10 · arte
Das alte Gesetz

Der 1923 entstandene Film „Das alte Gesetz“ von Ewald André Dupont (1891-1956) ist ein Klassiker der deutsch-jüdischen Filmgeschichte. 1860 in einem jüdischen Örtchen in Galizien: Beim Purimfest entdeckt Baruch, Sohn des Rabbis, seine Leidenschaft fürs Schauspielern. Für seinen Vater ist es unvorstellbar, dass sein Sohn mit den strengen Regeln der jüdischen Religion bricht. Baruch lässt sein altes Leben hinter sich und schließt sich einem Wandertheater an, das eines Tages für die österreichische Erzherzogin Elisabeth Theresia spielen darf. Sie ist beeindruckt von Baruchs Leistung und verhilft ihm zu einer Stelle im Wiener Burgtheater, wo er zu einem Theaterstar avanciert. Trotz seines neuen angepassten Lebens hat Baruch Sehnsucht nach seiner Heimat und besucht seine Eltern. Der Vater zeigt sich unnachgiebig und verstößt ihn, bis es nach langen Umwegen zur Versöhnung kommt. Ein ähnlicher Konflikt wird in dem vier Jahre später entstandenen amerikanischen Film „The Jazz Singer“ (1927) dargestellt, der erste Spielfilm mit Synchronton: Der Sohn eines Rabbis will Sänger werden und stößt damit seinen Vater, der an religiöse Traditionen glaubt, vor den Kopf. Wo „The Jazz Singer“ durch den Zeitgeist der 1920er mit Jazzmusik punkten kann, werden in „Das alte Gesetz“ der Konflikt und das jüdische Leben in der Gesellschaft subtiler beleuchtet. Mit der authentischen Ausstattung und der beeindruckenden Leistung der Schauspieler – einfühlsam gefilmt durch den Kameramann Theodor Sparkuhl – zählt „Das alte Gesetz“ zu den Klassikern des Weimarer Kinos. Die aktuelle Digital-Restaurierung der Deutschen Kinemathek baut auf den im Bundesarchiv-Filmarchiv aufbewahrten Nitrokopien auf, die Zwischentitel sind nach der Zensurkarte rekonstruiert.
Bild oben: © Deutsche Kinemathek/ZDF Vom galizischen Schtetl auf die große Bühne: Der junge Baruch (Ernst Deutsch) möchte Schauspieler werden und schließt sich einem Wandertheater an.

Di, 20. Feb · 00:35-02:10 · HR
A Serious Man

Amerika, Mitte der sechziger Jahre. Larry Gopnik führt mit seiner Familie ein ganz gewöhnliches Leben in der amerikanischen Provinz. Aber der Schein trügt, denn die gesamte Existenz des biederen Physik-Professors droht aus den Fugen zu geraten: Seine Frau verlangt die Scheidung, sein Bruder wird von der Polizei gesucht, seine jugendlichen Kinder interessieren sich nur für Fernsehen und Drogen, anonyme Verleumdungsbriefe bringen seine Karriere am College in Gefahr. Die ganze Welt scheint sich auf aberwitzige Weise gegen den harmlosen Larry verschworen zu haben. Von den Rabbinern seiner jüdischen Gemeinde erhofft er sich Rat und Beistand. Doch deren Lebensweisheiten stürzen den armen Kerl nur noch tiefer in die Sinnkrise. – Mit eigenwilligem Humor nehmen die Kultregisseure Joel und Ethan Coen in ihrer hochgelobten Tragikomödie das jüdische Leben in der amerikanischen Provinz unter die Lupe. Die biblischen Anspielungen und autobiografischen Bezüge geben der Erzählung eine ganz besondere Note.

Di, 20. Feb · 22:25-23:15 · 3sat
Hitlers Angst und Görings Lederhose – Flüsterwitze im Nationalsozialismus

Gerade in totalitären Systemen schaffen sich die Unterdrückten und Verfolgten Ventile und heitere Kompensationen für die repressive Tristesse des (Kriegs-)Alltags. Im Nationalsozialismus nannte man das „Flüsterwitze“, erzählt mit vorgehaltener Hand, leise und auch nicht jedermann. Denunzianten saßen überall. Kabarettist Alfred Dorfer erzählt und interpretiert Flüsterwitze aus der Nazizeit. Bald nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich waren viele Witze über die „Piefke“ und „Preußen“ im Umlauf, über deren angebliche Gründlichkeit und arrogante Besserwisserei. Sie stellten jedoch nicht unmittelbar die NS-Diktatur in Frage. Die Themen der Witze sind aus heutiger Sicht Zeitreisen durch Regime und Kriegsjahre. Mit Kriegsbeginn wurden Flüsterwitze als „Wehrkraft zersetzend“ geahndet, darauf konnte auch die Todesstrafe stehen, es wurde aber niemand dafür hingerichtet. Je schlechter die Kriegslage, je mehr sich der „Endsieg“ als Illusion entpuppte, desto schärfer wurden jedoch die Sanktionen, desto häufiger wurde die Todesstrafe auch vollstreckt. Witze über das Ende signalisieren gleichzeitig den Neubeginn. „Hitler, Göring, Himmler und Goebbels sitzen im Luftschutzbunker. Ein Volltreffer. Wer überlebt? Na wir!“

Mi, 21. Feb · 21:15-21:45 · MDR Sachsen
Die Spur der Ahnen – Mein Onkel, der Nazi-Kommissar

Den Onkel hat Leopold Jetzinger noch genau vor Augen: Markante Gestalt, durchdringender Blick, geheimnisumwitterter Beruf. Kriminalpolizist in Dessau ist er gewesen und dann 1942 plötzlich in Paris. Bei Kriegsende taucht er unter, nimmt den Mädchennamen seiner Mutter an. Was hat er sich in der NS-Zeit zuschulden kommen lassen, dass er sich nun verstecken muss? Den Onkel hat Leopold Jetzinger noch genau vor Augen: Markante Gestalt, durchdringender Blick, geheimnisumwitterter Beruf. Kriminalpolizist in Dessau ist er gewesen und dann 1942 plötzlich in Paris. Bei Kriegsende taucht er unter, nimmt den Mädchennamen seiner Mutter an. Was hat er sich in der NS-Zeit zuschulden kommen lassen, dass er sich nun verstecken muss? Die Suche führt den Neffen vom thüringischen Mühlhausen, wo sich der Onkel 1945 bei Leopold Jetzingers Eltern versteckt hält, über Dessau und Berlin, wo er in Archiven auf Zeugnisse einer steilen Nazi-Karriere stößt bis hin zu Aktenbeständen in Frankreich und Washington. Wird Leopold Jetzinger herausfinden, welche Geheimnisse sein Onkel Zeit seines Lebens so dringend verbergen wollte?

Sa, 24. Feb · 08:55-09:45 · arte
360° Geo Reportage – Jerusalem im Morgengrauen

In der Altstadt von Jerusalem leben rund 30.000 Menschen – Christen, Juden und Muslime – auf engstem Raum. Sie produzieren täglich Tonnen von Müll. Nachts sind die Gassen vollgestopft mit Plastiksäcken, Kartons und Abfällen, dann ist die Heilige Stadt wahrscheinlich auch eine der dreckigsten. Jedenfalls bis Männer wie Midhat und Sharon ihren Job erledigt haben. Der Araber und der Jude befehligen jeweils eine eigene Truppe von Müllmännern. Sie mögen und sie brauchen sich, denn im jüdischen Viertel kommt Midhat ohne Sharon nicht aus – und umgekehrt. Ein kleiner Traktor kämpft sich frühmorgens die Stufen des muslimischen Viertels hinauf. Ein Mann springt ab und wirft die Säcke auf die Ladefläche des Anhängers. Der Ruf des Muezzins ertönt, dann Glockengeläut. Midhat Abu Hani muss sich beeilen, bald kommen Scharen von Gläubigen und Touristen. Dann ist hier kein Durchkommen mehr. Der Araber ist Chef der motorisierten Müllabfuhr und für zwölf Traktoren verantwortlich, mit denen seine Truppe jeden Tag Unmengen Unrat von den Straßen räumt. Midhats Kollege Sharon ist Chef der Kärchertruppe und einer von 3.000 Juden, die in der Altstadt arbeiten. Er wohnt mittlerweile außerhalb der Stadtmauern, aber aufgewachsen ist er hier zwischen 25.000 Palästinensern, 500 Christen und 1.500 Armeniern. Sharon beherrscht mehrere Sprachen. Das erleichtert ihm das Arbeiten mit seinen meist palästinensischen Kollegen und verschafft ihm Respekt. Für ihn wie für Midhat beginnt die Arbeit am frühen Morgen und endet nicht vor Mitternacht. Besonders heikel ist ihr Job an den Feiertagen der verschiedenen Religionen oder bei unvorhergesehenen Zwischenfällen. Ihre Heilige Stadt sauber zu halten ist weder für Sharon noch für Midhat ein alltägliches Geschäft. Beide sehen ihren Job als persönliche Herausforderung und als Beitrag für ein friedliches Zusammenleben innerhalb der Mauern von Jerusalem.

Sa, 24. Feb · 17:35-18:00 · arte
Vergissmeinnicht – Sylvin Rubinstein, Tänzer des Lebens

Die Flamencotänzerin Sylvin Rubinstein war in Wirklichkeit keine Frau. Unter ihrem Kostüm und ihrer Perücke verbarg sich ein Mann. In den 30er Jahren tanzten er und seine Schwester als Flamenco-Paar Dolores & Imperio auf den größten Bühnen Europas. Sie waren Juden und wurden von den Nazis für immer getrennt. Sylvin und Maria waren Zwillinge. Am 10. Juni 1914 kamen sie in Moskau als uneheliche Kinder des Fürsten Pjetr Dodorow und der jüdischen Tänzerin Rachel Rubinstein zur Welt. Der Erste Weltkrieg begann zu toben, und 1917 brach das Zarenreich unter der Revolution zusammen. Zum Schutz schickte der Fürst seine Familie über die Grenze nach Galizien. Sie waren zehn, als ihre Mutter mit ihnen nach Riga zog und sie in die Ballettschule von Frau Litwinowa schickte, einer ehemaligen Primaballerina der Oper des russischen Zaren. Mit 16 Jahren verließen sie Riga und bekamen sofort ein Engagement im „Adria“, dem großen Varietétheater von Warschau. Während die Zwillinge auf der Erfolgswelle schwammen, ergriffen die Nazis die Macht. Im Holocaust verlor Rubinstein nahezu seine gesamte jüdische Familie: Schwester, Mutter und seine Ehefrau, die er wegen ihrer zwei unehelichen Kinder auf Bitten seiner Mutter geheiratet hatte. Sylvin schloss sich dem Widerstand an und entkam dem Warschauer Ghetto. Im Hamburg der Nachkriegszeit baute sich Rubinstein als Travestietänzer ein neues Leben auf.

So, 25. Feb · 01:35-03:20 · Das Erste (ARD)
Die Rache des Tanzlehrers

Die Ermordung des pensionierten Polizisten Herbert Molin, der in seinem abgelegenen Haus in Nordschweden förmlich hingerichtet wurde, stellt die Ermittler vor einige Rätsel: Blutige Fußabdrücke am Tatort weisen ein eigenartiges Muster auf – als hätte der Mörder mit seinem Opfer noch einen Tango getanzt. Die grauenhafte Tat schockiert auch Molins Freund und Ex-Kollegen Stefan Lindman. Als dieser mit seinen Nachforschungen beginnt, macht er eine Reihe erschütternder Entdeckungen, die auch den Blick auf sein eigenes Familienleben radikal verändern. Jonas Karlsson spielt die Hauptrolle in dieser spannenden Verfilmung des politisch brisanten Krimis von Henning Mankell. Kommissar Stefan Lindman (Jonas Karlsson) hat gerade seinen Vater zu Grabe getragen und will sich bei dem pensionierten Ex-Kollegen Herbert Molin (Peter Kneip) für den Kranz bedanken, den dieser schickte. Doch er trifft ihn nicht mehr an: Molin wurde brutal ermordet, markante Blutspuren auf seinem Dielenboden erinnern an eine Reihe von Tanzschritten. Zuständig für diesen Fall ist der hiesige Polizeichef Rundström (Mats Bergman), der sich jedoch als schlampiger Kriminalist erweist. Lindman nimmt eigene Ermittlungen auf und stellt rasch fest, dass er den langjährigen Freund offenbar nicht gut kannte. Warum änderte Molin schon vor geraumer Zeit seinen Namen? Und warum wurde sein Haus von einem Hochsitz aus beobachtet? Die Maklerin Elsa Berggren (Lena Granhagen), von der Molin das Haus kaufte, hatte offenbar eine engere Beziehung zu ihm, über die sie sich jedoch ausschweigt. Nicht sehr redselig ist auch der Nachbar David Andersson (Göran Graffman), der im Gespräch plötzlich sehr nervös wird. Andersson konnte Molin auf den Tod nicht ausstehen. Worin diese Abneigung gründet, kann Lindman aber nicht mehr herausfinden, denn auch Andersson wird brutal ermordet. Während die Kollegen nach einem Zusammenhang zwischen den Taten suchen, stößt Lindman bei nochmaligem Durchstöbern von Molins Haus auf alte Dokumente, die seinen Freund als überzeugten Altnazi ausweisen. Mit Hilfe seines Kollegen Giuseppe Larsson (Douglas Johansson) stößt Lindman auf ein braunes Netzwerk, zu dem auch Molins sympathische Tochter Veronica (Lia Boysen) gehört – und sogar sein eigener Vater war Mitglied dieser Organisation. Allein der Mord an Molin bleibt rätselhaft. Henning Mankells komplexer Politkrimi wurde 2004 sowohl von Urs Egger als auch von Stephan Apelgren verfilmt. Apelgren, der mit seinen stilvollen Adaptionen von Mankells Wallander-Romanen erfolgreich war, setzte auch schon den ersten Krimi des Bestsellerautors ohne den Kult-Kommissar spannungsreich und mit Gespür für Atmosphäre in Szene. Jonas Karlsson, bestens in Erinnerung aus der schrägen Liebeskomödie „Miffo – Da Braut sich was zusammen“, verkörpert einen ganz eigenen, unverbrauchten Ermittlertyp.

Mo, 26. Feb · 02:05-03:40 · Das Erste (ARD)
Wunderkinder

Vor ihrem Abschiedskonzert erhält die gefeierte Violinistin Hanna Reich ein verblichenes Notenheft: die Freundschaftspartitur. Aufgewühlt von Erinnerungen, erzählt Hanna ihrer Enkelin die Geschichte dieser Musik, die 1941 in der Ukraine entstand, wo Hanna einst aufwuchs: Als junges Mädchen ist sie, die selbst Violine spielt, von einem Konzert der Wunderkinder Abrascha und Larissa so hingerissen, dass sie deren Freundschaft sucht. Die Musik verbindet, bald ist das jugendliche Trio unzertrennlich und schreibt gemeinsam jene Freundschaftspartitur. Doch mit dem deutschen Einmarsch endet die unbeschwerte Kindheit. Der Krieg bestimmt plötzlich das Leben, mit ihm Todesangst und Leid. Trotz der Gefahren halten die drei zusammen – bis der Krieg sie endgültig trennt. Vor historischem Hintergrund – dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion – entwickelt sich die fiktive Geschichte der „Wunderkinder“, die zur Mutprobe für eine deutsch-jüdische Freundschaft wird. Neben prominenten Darstellern wie Kai Wiesinger, Catherine Flemming, Gudrun Landgrebe, Konstantin Wecker und Gedeon Burkhard spielen die Kinder Elin Kolev, Imogen Burrell und Mathilda Adamik die Hauptrollen in dem von Martin Stocks Musik getragenen Film. Ein geheimnisvoller Umschlag konfrontiert Star-Geigerin Hanna Reich (Brigitte Grothum) kurz vor ihrem Abschiedskonzert mit lange zurückliegenden Erinnerungen: Es sind die Noten zur Freundschaftspartitur. Tief bewegt erzählt Hanna ihrer Enkelin Nina (Mathilda Adamik) von den Ereignissen um diese Partitur im Kriegsjahr 1941. Eine Geschichte, die von tiefer Freundschaft, Todesgefahr, Zivilcourage und der leidenschaftlichen Liebe zur Musik handelt. Hanna (ebenfalls Mathilda Adamik) lebte damals mit ihren Eltern, Brauereidirektor Max Reich (Kai Wiesinger) und Helga (Catherine Flemming), in Poltava in der Ukraine. Dort gibt es nur ein Thema: die jüdischen Wunderkinder Abrascha (Elin Kolev) und Larissa (Imogen Burrell), Stars an Violine und Klavier. Sie spielen vor der Partei-Elite und vor Stalin selbst. Und erhalten sogar eine Einladung, in der New Yoker Carnegie Hall zu konzertieren. Auch Hanna, die selber Geige spielt, besucht ihr Konzert. Dieser Konzertbesuch wird zur schicksalhaften Begegnung. Fortan hat Hanna nur den Wunsch, mit den beiden zu musizieren und ihre Freundin zu werden. Der gemeinsame Unterricht bei ihrer Lehrerin Irina Salomonowa (Gudrun Landgrebe) und die Liebe zur Musik verbinden die Kinder schließlich. Gemeinsam schreibt das Trio an der Freundschaftspartitur und besiegelt den Freundschaftspakt. Doch ihr Leben ändert sich jäh: Hitler erklärt Russland den Krieg, die Deutschen werden zu Feinden. Hanna, Abrascha und Larissa sehen, wie der Krieg Familien auseinanderreißt und tödliche Gefahren bringt. Und zur Mutprobe für ihre deutsch-jüdische Freundschaft wird. Als Hannas Eltern der Spionage verdächtigt werden, verstecken Abraschas und Larissas Familien sie im Wald. Doch mit dem Einmarsch deutscher Truppen ändert sich alles erneut – jüdische Familien erleben nun die Schrecken des Pogroms. Jetzt können die Reichs, wieder zu Ansehen gekommen, ihren Rettern helfen. Aber die geplante Flucht misslingt – und die Reichs hoffen, durch den Kontakt zu SS-Standartenführer Schwartow (Konstantin Wecker) die Freunde vor dem Lager zu bewahren. Schwartow, nach außen hin generöser Kulturliebhaber und vom Talent der Wunderkinder angetan, lässt diese zu Himmlers Geburtstag ein Konzert geben. Sein perfider Plan: Gelingt es ihnen, fehlerfrei zu spielen, verspricht er ihnen und ihren Familien die Freiheit. Während der sadistische Offizier nur auf einen Fehler wartet, spielen Abrascha und Larissa um ihr Leben. Die dramatischen Ereignisse aus Sicht der Kinder zu erzählen, berührt besonders tief und verdeutlicht die Schrecken des Krieges umso stärker. Gewidmet ist der Film unter der Regie von Marcus O. Rosenmüller den 1,5 Millionen ermordeten jüdischen Kindern. Das bewegende Drama, produziert von Alice und Artur Brauner, gewann mehrere internationale Preise. Preisgekrönt ist auch Hauptdarsteller Elin Kolev, ein Stipendiat der Albert-Eckstein-Stiftung. Anders als sein Film-Alter-Ego Abrascha trat dieser mit zwölf Jahren tatsächlich in der Carnegie Hall auf. In einer ungewohnten Rolle ist John Friedmann zu sehen, dessen Karriere als Erkan im Kult-Comedy-Duo „Erkan & Stefan“ begann: Er spielt den SS-Sturmbannführer Becker.

Mo, 26. Feb · 20:15-21:45 · arte
Elser – Er hätte die Welt verändert

1932: Georg Elser ist Schreiner und lebt in Konstanz ein unbeschwertes Leben. Um den Vater beim Betrieb des Bauernhofs zu unterstützen, muss er in sein Heimatdorf Königsbronn zurückkehren. Hier spitzt sich die politische Lage merklich zu. Die Meldepflicht wird verschärft und die Bewohner sind bereit, sich gegenseitig zu denunzieren. In der Dorfkneipe kommt es zu Prügeleien zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. An einem solchen Abend lernt er die schöne Elsa kennen. Die beiden verlieben sich sofort ineinander. Elsa ist jedoch mit dem Säufer Erich verheiratet, der sie schlägt und vergewaltigt. Heimlich treffen sie sich und planen ein gemeinsames Leben. Doch dazu kommt es nicht … Die politischen Ereignisse überschlagen sich und lassen kaum mehr Raum für die Träume von privatem Glück. Elsers Freund Schurr, Mitglied der KPD, wird von den Nazis verhaftet und zum Zwangsarbeiter gemacht. Auf dem Dorfplatz wird Lore öffentlich dafür gedemütigt, einen Juden zum Freund zu haben. Dem Nationalsozialismus kann man sich im Dorf bald nicht mehr entziehen und Elser wird immer klarer, dass er etwas tun muss. Und zwar etwas Radikales. Er baut einen Sprengsatz, den er im Münchner Bürgerbräukeller platziert und der während einer Rede Hitlers explodieren soll. Leider ist Hitlers Rede an diesem Abend kürzer als gewöhnlich und die Bombe verfehlt ihn um einige Minuten. Elser versucht in die Schweiz zu gelangen und wird festgenommen. In tagelangen Verhören unter schwerster Folter bleibt er bei seiner Aussage, die Bombe alleine gebaut zu haben. Elser wird die letzten Jahre bis zu seiner Hinrichtung im KZ verbringen.

Di, 27. Feb · 00:35-03:10 · HR
Die Blechtrommel

An seinem dritten Geburtstag verweigert der 1924 in Danzig geborene Oskar Matzerath weiteres Wachstum und Teilnahme an der Welt der Erwachsenen. Auf seiner Blechtrommel artikuliert das ewige Kind seinen Protest gegen Nazis und Mitläufer, und erst nach Kriegsende fasst er den Beschluss, wieder zu wachsen, um mitzubestimmen. – Volker Schlöndorffs brillant inszenierte, weitgehend werktreue Verfilmung des Bestsellers von Günter Grass erhielt zahlreiche Preise, unter anderem die Goldene Palme von Cannes und einen Oscar als Bester fremdsprachiger Film.

Di, 27. Feb · 20:15-21:45 · arte
„Spiele zur Feier der XI. Olympiade“

Wer sich die Aufnahmen anschaut, die 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin gedreht wurden, könnte fast vergessen, dass sie unter dem Naziregime entstanden. Deutschland präsentierte sich vor den Augen der Welt als wiedererstarktes, sportbegeistertes und friedfertiges Land. Zwei Wochen lang schien die Zeit still zu stehen. Der triumphale Auftritt des schwarzen US-Athleten Jesse Owens, der in Berlin vier Goldmedaillen gewann (100 Meter, 200 Meter, 4 x 100 Meter und Weitsprung), symbolisiert bis heute die Größe des Sports und des olympischen Ideals – als wäre Jesse Owens unser aller Champion, als habe er im Stadion ganz allein das Ungeheuer des Nationalsozialismus besiegt. Owens‘ großartige Leistung ist und bleibt unbestritten. Doch die schöne Geschichte, an die wir so gerne glauben würden, ist eine Verdrehung der Wirklichkeit, eine Fiktion, in der der Sport lediglich eine Alibifunktion hatte. Die Spiele waren an Berlin vergeben worden, bevor Hitler an die Macht kam. Doch dieser erkannte sofort, welch fabelhaftes Instrument das sportliche Großereignis war – sowohl zur Kontrolle der eigenen Bevölkerung als auch beim Werben um internationale Anerkennung, als Schaufenster für die Welt. Mit offiziellem Bildmaterial, Ausschnitten aus Leni Riefenstahls „Olympia“ und bislang unveröffentlichten Amateuraufnahmen erzählt der Film von Jérôme Prieur erstmals im Detail, wie die Nazis ab 1933 ihre gigantische Propagandaoffensive rund um die Olympischen Spiele starteten. Er zeigt die Vorbereitung und Inszenierung einer Veranstaltung, bei der es weit mehr um Politik ging als um Sport. Die Olympischen Sommerspiele 1936: trügerische Spiele, verführerische Spiele, Machtspiele. Oder wie der Sport Adolf Hitler dazu diente, vor jenen Ländern als freundlich gesinnter Gastgeber aufzutreten, gegen die er insgeheim bereits den totalen Krieg plante.

Mi, 28. Feb · 12:00-12:30 · 3sat
God’s Cloud

Abraham gilt als Urvater des Glaubens für alle drei Weltreligionen, denn nicht nur Christen beziehen sich auf ihn, sondern auch Juden und Muslime. Sein Name steht für Gottvertrauen. Er gilt auch als Wegbereiter des Monotheismus. Er war einer, der sein gesamtes Leben auf einen Gott ausrichtete und einer Stimme vertraute, die nicht die von einer bisher bekannten Gottheit sein konnte. Das Neue an diesem Glauben: der Aufbruch ins Ungewisse. Abraham blieb dem Bestehenden nicht verhaftet, sondern ließ sich auf das Wagnis ein, diesem Gott zu folgen, seine Heimat hinter sich zu lassen und auch seine Ängste, als es darum ging, auf Gottes Geheiß seinen Sohn Isaak zu opfern. Juden, Christen und der Islam verehren bis heute den Gott, dessen Ruf Abraham gehört hat. Bis in die Gegenwart wächst die Lebensgeschichte dieses Mannes. Denn Abraham hatte zwei Söhne: Ismael und Isaak. Während die Juden sich als Nachfahren des Isaak verstehen, sehen sich Araber und nicht zuletzt die Palästinenser als Nachkommen des Ismael. Aus der gemeinsamen Glaubenstradition eines gottesfürchtigen Mannes ist deshalb heute auch ein Zankapfel der Religionen und politischer Interessen geworden. Denn der Ort, an dem diese Geschichte stattgefunden haben soll, ist nach jüdisch-christlicher Tradition ein Felsen unter der al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg im heutigen Jerusalem. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen fundamentalistischen Israelis und Palästinensern. Die Geschichte Abrahams und die Rückbesinnung auf gemeinsame Wurzeln ist eine Herausforderung für den Trialog der Religionen, im Vertrauen gemeinsam den Weg ins Ungewisse zu gehen.

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