„Intifada bis zum Sieg” – The same procedure as every year?

Wieder Neonazis in Remagen – und erneut „linke“ eliminatorische Antisemiten…

Von Hassan Yildiz

Auch in diesem Jahr wird die rheinlandpfälzische Kleinstadt Remagen wieder zum Aufmarschbecken der militanten Neonazis werden. Zum neunten Mal werden sie sich in der ansonsten eher beschaulich wirkenden Gemeinde mit ihren 16.000 Einwohnern treffen – diesmal am 18. November. Vor einem Jahr waren es etwa 200 rechtsradikale Teilnehmer vorwiegend aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, die ihren „Trauermarsch“ absolvierten.

Einer der Hauptredner war der militante, 1963 geborene Neonazi Ralph Tegethoff aus Bad Honnef. Bereits 1983 war dieser als Mitglied der Wiking-Jugend bei Sprengversuchen mit einer Rohrbombe festgenommen worden; bei der inzwischen verbotenen FAP wirkte er als Landesvorsitzender. Heute ist Tegethoff einer der bekanntesten Führungskader der „Kameradschafts“-Szene, der den Nationalsozialismus und die Waffen-SS permanent öffentlich und intern glorifiziert. „Ihr habt den Krieg verloren“ bleibt der verbal wohl passendste Slogan für dieses lächerliche Nazipack.

Anlass für Trauer für die Niederschlagung der deutschen Nazis gibt es ganz gewiss nicht – im Gegenteil: Am 7. März 1945 wurde die Remagener Ludendorff-Brücke durch amerikanische Truppen befreit, der Krieg wurde um Wochen verkürzt. Filmisch wurde dies mehrfach aufgearbeitet, so 1969 in dem Kriegsfilm Die Brücke von Remagen.

Im vorigen Jahr fanden sich in Remagen 400 linke Gegendemonstranten zu einer Kundgebung gegen die Nazis zusammen. Deren antifaschistischer Gestus kam durch zwei ganz vorne getragene Transparente zum Ausdruck: „Deutsche Täter sind keine Opfer“ sowie „Genug ist genug! Rechtsterrorismus bekämpfen!“ Flankiert wurde die traditionsreiche Nazidemo durch 900 Polizisten. Blockadeversuche wurden rigide unterbunden, wie der Störungsmelder dokumentiert hat.

Auch im ansonsten beschaulichen Remagen beteiligen sich seit Jahren viele Bürger an Protesten gegen das geschichtsrevisionistische Nazi-Spektakel. Hierüber ist ausreichend berichtet worden, Gegenproteste sind auch in diesem Jahr mehr als notwendig.

Organisierter linker Judenhass

Der Erinnerung wert: Vor zwei Jahren kam es in Remagen zu einem besonders verstörenden, vulgären Fall von „linkem“, organisiertem Judenhass. Er bewies erneut: Judenhass, organisierte Menschenfeindlichkeit ist kein Alleinstellungsmerkmal der organisierten Rechtsextremen. Auch bei sektiererischen selbsternannten „Linksextremisten“ im Dunstkreis der verfassungsfeindlichen Politsekte MLPD und ähnlicher stalinistischer Sekten zeigt er sich seit Jahrzenten unverhüllt.

Bemerkenswert immerhin: Die linken Organisatoren der Gegenproteste – http://remagen.blogsport.de/ – haben diesen judenhassenden „linken“ Zwischenfall selbst deutlich benannt und verurteilt.

September 2015: Zahlreiche Mitglieder einer militant antisemitischen, stalinistischen Gruppierung, die schwerpunktmäßig aus Bonn, aber auch aus dem Ruhrgebiet stammt – diese jungen linken Nazis nennen sich AKAB bzw. BJB, sie standen früher der MLPD nahe und verstehen sich weiterhin als eine vulgär antisemitisch-stalinistische Sekte – suchte bei den linken Gegendemos gezielt den jüdischen Friedhof Remagen auf. Dort hatte ein Mitglied der örtlichen Jüdischen Gemeinde eine Mahnwache angemeldet und sich davor aufgestellt, um Übergriffe gegen den Jüdischen Friedhof – wie sie bei militanten Nazis jederzeit zu erwarten sind – unter Einsatz seiner Gesundheit zu verhindern. Er trug vor dem jüdischen Friedhof eine Kippa und war insofern als Jude eindeutig zu erkennen. Unterstützt wurde er hierbei durch eine zweite Person, die eine Israelfahne trug.

Daraufhin näherten sich im November 2015 jedoch nicht die Neonazis, sondern „linke“, organisierte Judenfeinde der stalinistischen Bonner AKAB-Sekte dem jüdischen Friedhof . Unter – dokumentierten – Rufen wie “Intifada bis zum Sieg!” und „Palästina, Kurdistan! Intifada, Serhildan!“ beschimpften und beleidigten diese militanten Judenhasser mehrere Minuten lang den jüdischen Vertreter. Diese linken Judenhasser beließen es nicht bei den gezielten Angriffen gegen den Kippaträger sondern warfen zusätzlich demonstrativ Müll auf den jüdischen Friedhof. Auch die Enkelkinder der Nazis bleiben dem Gestus ihrer Großeltern treu. Sie hätten sich in dieser Frage inhaltlich ohne Schwierigkeiten bei den rechten Nazis einreihen können.

Massiv störend aufgefallen, dies sei noch erwähnt, war diese kämpferisch antisemitische Gruppierung bereits am Anfang der Kundgebung, als sie gemeinsame Vereinbarungen nicht eingehalten hatte, wie die linken Veranstalter der Proteste gegen die Nazis dokumentiert haben.

Man darf gespannt sein, ob es den antifaschistischen Veranstaltern auf ihrer „Tanzdemo – Opfermythos Remagen zerstören“ diesmal gelingt, diese militanten Judenfeinde auszuschließen. Sympathischer als die Neonazis sind sie auf jeden Fall nicht.

Foto: KVfR

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