Fernsehtipps für den Juli

Vom 16. bis 31. Juli 2012…

Mo, 16. Jul · 01:45-04:00 · Das Erste (ARD)
Rhapsodie in Blau

Mit seinen erfrischenden Kompositionen avanciert der junge George Gershwin rasch zum Shootingstar der Musik-Szene von Manhattens Lower Eastside. Doch der begabte und ehrgeizige Musiker fühlt sich zu weit mehr berufen als zum Komponieren von eingängigen Schlagern und Musicals. Mit seinem symphonischen Jazz und der Oper „Porgy and Bess“ beeinflusst Gershwin nachhaltig die amerikanische Musik. Er stirbt jung an einem Gehirntumor. Regisseur Irvin Rapper inszenierte „Rhapsodie in Blau“ als beeindruckende Hommage für die Musik von George Gershwin; mit Robert Alda, Joan Leslie, Alexis Smith und Oscar Levant. Durch die Anschaffung eines Klavieres will Mutter Gershwin (Rosemary De Camp) eigentlich nur ein wenig Kultur in ihren Haushalt bringen. Poppa Gershwin (Morris Carnovsky) staunt nicht schlecht, als sein jüngerer Sohn George (Robert Alda) das per Flaschenzug in den vierten Stock gehievte Instrument ohne eine einzige Klavierstunde schon mit erstaunlichem Geschick beherrscht. Der Junge erhält Unterricht bei dem strengen Lehrer Professor Frank (Albert Bassermann), der das Talent seines Schützlings erkennt und George zu einem Konzertpianisten ausbilden möchte. Doch George will nicht nur spielen, sein Kopf ist voller Melodien, er will komponieren. So weit ist er aber noch nicht. Seinen Lebensunterhalt verdient er in einer Agentur, wo er als Songverkäufer interessierten Kunden langweilige Partituren vorspielen muss. Um die junge Sängerin Julie Adams (Joan Leslie) zu beeindrucken, spielt George seine eigenen Kompositionen und wird wegen Geschäftsschädigung gefeuert. George lässt sich nicht entmutigen und wendet sich an den einflussreichen Musikverleger Dreyfus (Charles Coburn), der das Talent erkennt und den jungen Komponisten über Nacht zum Shootingstar der New Yorker Musikszene macht. Von nun an fließt aus Georges Feder ein Hit nach dem anderen. Er ist ein gemachter Mann, bleibt aber innerlich rastlos, denn er fühlt sich zu Höherem berufen als zum Komponisten eingängiger Schlager und Musicals. Die Suche nach Lehrern, die ihm noch etwas beibringen können, führt George nach Paris, wo er sich in die amerikanische Malerin Christine Gilbert (Alexis Smith) verliebt, die mit ihm nach Amerika zurückkehrt. Doch Christine verlässt ihn bald, weil sie erkennen muss, dass für sie kein Platz neben seiner Musik ist. Von nun an fließt Georges ganze Kraft nur noch in die Arbeit, bis er, von stechenden Kopfschmerzen gepeinigt, am Klavier zusammenbricht. Die schwungvolle Künstler-Biografie „Rhapsodie in Blau“ beobachtet das jüdische Mileu der Familie Gershwin in pointierter Form und bietet dabei ein eindrucksvolles Zeitkolorit. Obwohl der Film sich einige künstlerische Freiheit erlaubt und so etwa die Figur der Joan Leslie frei erfindet, vermittelt er durch die ausführliche Präsentation der Musik einen intensiven Eindruck von dem kreativen Genie (1898-1937).

Di, 17. Jul · 22:15-23:00 · PHOENIX
1948 – jüdischer Traum, arabisches Trauma

14. Mai 1948. Ein schicksalhafter Tag für Juden und Araber. Ein Tag, dessen Auswirkungen bis heute die Weltpolitik bestimmen. Für die Juden geht an diesem Tag das 2.000-jährige Exil zu Ende – der Staat Israel wird ausgerufen. Für die Palästinenser steht dieses Datum als Symbol für die Nakba – die massenhafte Flucht und Vertreibung aus ihren Dörfern und Siedlungen. Der Film beleuchtet die historischen Ereignisse anhand persönlicher Schicksale jüdischer und palästinensischer Protagonisten. Sie erzählen ihre Geschichte eindringlich und fern von ideologischen Schilderungen.

Di, 17. Jul · 22:45-00:15 · Das Erste (ARD)
München 1970

Fast jeder erinnert sich an das Attentat auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in München vor genau 40 Jahren. Dass München aber bereits zweieinhalb Jahre zuvor schon einmal wegen Terroranschlägen im Blickpunkt der Öffentlichkeit gestanden hat, weiß hingegen kaum noch jemand: Flugzeugentführungen, Paketbomben und ein Brandanschlag. Weder die versuchte Entführung einer EL AL Maschine am 10. Februar 1970 mit einem Toten und mehreren Schwerverletzten noch die Brandstiftung in einem jüdischen Altenheim drei Tage später mit sieben Toten, die meisten Holocaustüberlebende, noch der doppelte Bombenanschlag auf zwei Flugzeuge der Austrian Airline und der Swissair am 21. Februar 1970 sind im Gedächtnis, obwohl es sich um die größte antisemitische Anschlagserie handelt, die es in Deutschland nach dem Ende des Nationalsozialismus gegeben hat. Im Mittelpunkt der sehr persönlich gehaltenen Filmdokumentation von Georg M. Hafner steht ein Opfer, das das Pech hatte, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein: ein Passagier der Swissair Maschine, der als Fernsehjournalist über den Nahost-Konflikt berichtete und auf dem Weg nach Tel Aviv war – Rudolf Crisolli, der Onkel des Autors. Er war der Kollateralschaden für eine vermeintlich gute Sache, für den angeblich gerechten Kampf um einen palästinensischen Staat. Aber wer hatte beschlossen, dass sein Tod gerecht ist? Wer ist für seinen Tod verantwortlich? Die Suche nach Antworten auf diese persönlichen Fragen führt mitten hinein in das politische Klima der 70er Jahre, das Erbe der 68er Bewegung, die Radikalisierung der linken Bewegung und die Anfänge des modernen Terrorismus. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass die blutigen zwölf Tage im Februar 1970 eine Warnung hätten sein müssen. Stattdessen aber wurden alle Vorboten verdrängt, um die heiteren Spiele, mit denen Deutschland die Erinnerung an die Nazi-Olympiade 1936 tilgen wollte, atmosphärisch nicht zu belasten. „München 1970“ das ist auch der bislang nicht wahrgenommene Prolog der Anschläge auf die Olympischen Spiele 1972. Das Panorama der zwölf Tage im Februar 1970 setzt sich aus privaten Foto- und Filmarchiven zusammen, aus wiedergefundenen privaten Schätzen des Autors, aus der Schilderung von Hinterbliebenen, die verkohlte Andenken an ihre Eltern aus den Trümmern der Swissair geborgen haben und ihre Erinnerungen sortieren. Aus den dramatischen Erinnerungen an die verheerende Brandnacht im jüdischen Altersheim in München und aus Schilderungen von Zeitzeugen, die damals meinten, den gerechten Kampf der Palästinenser in Deutschland mit allen Mitteln unterstützen zu müssen. Die Generation der 68er, die wütend die verdrängte Nazivergangenheit der Eltern anprangerte, machte gemeinsame Sache mit der Judenfeindschaft der arabischen Genossen. Die handelnden Personen, so sie noch leben und so sie reden, sind heute im gesetzten Rentenalter. Sie haben mit Erinnerungsschwächen zu kämpfen, mit Rheuma und steifen Gelenken. Es sind Bombenleger darunter, Brandstifter, Mörder. Sie haben ihre Strafen verbüßt, aber die wenigstens haben etwas dazu gelernt. In ihren Schilderungen der Zeit schwebt Wehmut mit. Oder sie schweigen beharrlich. „Das Humansein müssen wir einfach liquidieren“, schreibt ein prominenter Stadt-Guerillero. Dem stemmt sich der Film entgegen. Der Film geht aber auch der Frage nach, warum die deutschen Strafverfolgungsbehörden zwar einerseits sehr akribische Untersuchungen zu den Anschlägen durchführten, dann aber die Attentäter noch im selben Jahr abgeschoben wurden. Erstmals geben damalige hochrangige Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes Mossad Auskunft über die Zusammenarbeit zwischen deutschen Linken und palästinensischen Terrorkommandos, aber auch über die europäische Politik der Beschwichtigung und über die Weigerung, die israelischen Warnungen ernst zu nehmen. Am Ende bleibt die bange Frage: Wäre der Anschlag auf die Olympiade in München 1972 zu verhindern gewesen oder sogar der 11. September, wie einige behaupten? Der damalige Chef des israelischen Geheimdienstes Moassad, Zwi Zamir, musste tatenlos mit ansehen, wie die israelischen Geiseln in München ermordet wurden. Er äußert sich zum ersten Mal seit Jahren zu dem Anschlag in München und kommt zu dem bitteren Schluss: Die Erfahrung zeigt, dass es keinen Schutz gibt, es gibt Hilfe und Sympathie, aber um zu schützen, muss man bereit sein, auch mit Blut zu zahlen – und das tut keiner.

Di, 17. Jul · 23:00-23:55 · PHOENIX
Turban und Hakenkreuz

Der ehemalige Mufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini – heute eine umstrittene Figur der islamischen Welt – galt in den 20er bis 40er Jahren als bedeutende politische und religiöse Autorität der Palästinenser. Sein Antisemitismus ließ ihn ab 1937 offen mit den Nationalsozialisten kollaborieren. So lebte al-Husseini zu Beginn der 40er Jahre in Berlin und unterstützte die Nazis mit seinem Einfluss, den er als religiöses Oberhaupt der arabischen Muslime und als deren politischer Führer genoss. Das Porträt erzählt eine nahezu unbekannte Geschichte.Die Geschichte von Mohammed Amin al-Husseini, des ehemaligen Muftis von Jerusalem, ist eng verwoben mit der Geschichte des Dritten Reiches. Der Hass auf die Juden vereinte den Araberführer mit den deutschen Nazis und verschaffte ihm dort Zugang zu höchsten Kreisen. Als freiwilliger Helfer im NS-Vernichtungsprogramm diente er sich den Nationalsozialisten an. In der arabischen Welt galt er schon zu Lebzeiten als Legende. Er wurde verehrt und bewundert von seinen Landsleuten, verachtet und bekämpft von seinen Feinden. 16 Jahre lang war al-Husseini religiöses Oberhaupt der arabischen Muslime, 30 Jahre lang ihr politischer Führer und lange Zeit auch politischer Repräsentant der arabischen Welt. Von den Briten verfolgt, gelang al-Husseini während des Zweiten Weltkrieges die abenteuerliche Flucht nach Deutschland. Von 1941 bis 1945 lebte er in Berlin und war eng mit der Staatsmacht verbunden. In dieser Zeit stützte er das verbrecherische System ideologisch und politisch und verteidigte es skrupellos. Die Beziehung zwischen dem Mufti und den Nazis ist so frappant wie erschreckend und eine bis heute unbekannte Geschichte des Dritten Reiches.

Di, 17. Jul · 23:55-00:25 · PHOENIX
Jerusalems erste Adresse – Das King David Hotel macht Geschichte

„Es ist ja nicht mehr nur ein Hotel, es ist ein Teil unserer Geschichte. All die wichtigen Ereignisse, all die großen Figuren unserer Geschichte, all die Höhen und Tiefen unseres Lebens sind hier durch dieses Hotel gegangen. Wenn ich hierher komme, dann fühle ich mich nicht wie ein Gast, sondern wie ein Geschichtsstudent“ – mit diesen Worten beschreibt Israels großer Politiker Shimon Peres das King David Hotel in Jerusalem. Der ägyptische Präsident Anwar-El Sadat wohnte hier, als er 1977 nach Jerusalem kam, um Frieden mit Israel zu schließen. US-Außenminister Henry Kissinger funktionierte das Hotel 1974 für vier Wochen in das US-Außenministerium um, als er eine Verhandlungslösung zwischen Israel und seinen Nachbarn finden wollte. Doch im King David kann man – wie der Film zeigt – auch einfach nur sein und genießen: nicht zuletzt den atemberaubenden Ausblick auf die Altstadt der Heiligen Stadt.

Mi, 18. Jul · 00:15-02:00 · HR
Die Rache des Tanzlehrers

Kommissar Stefan Lindman hat gerade seinen Vater zu Grabe getragen und will sich bei dem pensionierten Ex-Kollegen Herbert Molin für den Kranz bedanken, den dieser schickte. Doch er trifft ihn nicht mehr an: Molin wurde brutal ermordet, markante Blutspuren auf seinem Dielenboden erinnern an eine Reihe von Tanzschritten. Zuständig für diesen Fall ist der hiesige Polizeichef Rundström, der sich jedoch als schlampiger Kriminalist erweist. Lindman nimmt eigene Ermittlungen auf und stellt rasch fest, dass er den langjährigen Freund offenbar nicht gut kannte. Warum änderte Molin schon vor geraumer Zeit seinen Namen? Und warum wurde sein Haus von einem Hochsitz aus beobachtet? Die Maklerin Elsa Berggren, von der Molin das Haus kaufte, hatte offenbar eine engere Beziehung zu ihm, über die sie sich jedoch ausschweigt. Nicht sehr redselig ist auch der Nachbar David Andersson, der im Gespräch plötzlich sehr nervös wird. Andersson konnte Molin auf den Tod nicht ausstehen. Worin diese Abneigung gründet, kann Lindman aber nicht mehr herausfinden, denn auch Andersson wird brutal ermordet. Während die Kollegen nach einem Zusammenhang zwischen den Taten suchen, stößt Lindman bei nochmaligem Durchstöbern von Molins Haus auf alte Dokumente, die seinen Freund als überzeugten Altnazi ausweisen. Mit Hilfe seines Kollegen Giuseppe Larsson stößt Lindman auf ein braunes Netzwerk, zu dem auch Molins sympathische Tochter Veronica gehört – und sogar sein eigener Vater war Mitglied dieser Organisation. Allein der Mord an Molin bleibt rätselhaft.

Mi, 18. Jul · 00:25-01:10 · PHOENIX
Der Jordan

Entlang des Jordans, dem Legenden umwobenen Fluss, in dem sich Jesus der Überlieferung nach taufen ließ, befindet sich eine der schönsten, kargsten und ulturell interessantesten Landschaften des Heiligen Landes: das Jordantal. Israelkorrespondent Richard C. Schneider hat sich dort auf eine faszinierende Reise begeben, durch Gegenwart und Vergangenheit gleichermaßen – vom See Genezareth bis nach Jericho.Er begegnet Israelis und Palästinensern. Trifft eine deutsche Jüdin aus Berlin, die den Kibbuz Kfar Ruppin mit aufgebaut hat und die mit ihren über 90 Jahren noch immer voller Energie und Pläne steckt. Er ist dabei, als eine archäologische Sensation entdeckt wird und taucht ein in das bunte Treiben arabischer Kamelmärkte in Jericho. Eine Reise in das heiße Herz Israels, bei Temperaturen, die mit 45 Grad und mehr einem Backofen gleichen.

Mi, 18. Jul · 20:15-21:45 · Das Erste (ARD)
Alles auf Zucker

Jakob Zuckermann ein Jude? „Mit dem Club habe ich nichts zu tun,“ verkündet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich. Denn dem zu DDR-Zeiten beliebten Sportreporter und Lebemann steht das Wasser bis zum Hals: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene mit Scheidung. Für den gewitzten Billardspieler gibt es nur noch eine Hoffnung: Das mit 100.000 Euro dotierte European Pool Turnier. Doch unmittelbar vor Turnierbeginn stirbt Jaeckies Mutter. Und Mammes Testament hält eine besondere Überraschung parat: Das Erbe fällt ihnen nur dann zu, wenn sich die seit über 40 Jahren verfeindeten Söhne Samuel und Jakob versöhnen – und wenn sie samt ihrer Familien das jüdische Gesetz einhalten und sieben Tage strengste Totenwache halten. Während Marlene einen Crashkurs in Sachen jüdischer Tradition absolviert und die orthodoxe Verwandtschaft mit koscheren Häppchen versorgt, gibt es für Jaeckie ein ganz anderes Problem – das Billardturnier wurde soeben eröffnet … Voller Witz und Ironie beschreibt Dani Levy den temporeichen Hürdenlauf seines Helden Jaeckie Zucker. „Alles auf Zucker“ ist eine ganz unorthodoxe Familienkomödie, die liebevoll vom Zusammenprall der Kulturen, von alten Freundschaften und neuen Liebesgeschichten erzählt.

Mi, 18. Jul · 23:45-00:30 · Das Erste (ARD)
Max Raabe in Israel

Im Herbst 2010 starteten Max Raabe und das Palast Orchester als krönenden Abschluss ihrer Konzerttournee nach Israel. Insgesamt vier Konzerte gab das Ensemble mit ihrem Programm „Heute Nacht oder nie“ in Tel Aviv, Haifa und Jerusalem. Einerseits spielten sie vor einem jungen Publikum, das die deutschen Lieder von damals erstmals live hören konnte – andererseits vor einer Zuhörerschaft, die sich an diese Musik erinnerte und sie in Kinder- oder Jugendtagen in Deutschland gehört hatte. Fast alle Textdichter waren jüdischer Herkunft, viele von ihnen wurden vom Nazi-Regime ermordet, einigen wenigen gelang die Flucht über Österreich und Frankreich in die USA. In den Liedern und Schlagern dieser Künstler verdichtet sich das Lebensgefühl einer Zeit. Max Raabes Kunst besteht darin, Denken und Fühlen in seiner ganzen Vielschichtigkeit zum Klingen zu bringen: Zwischen Melancholie und Ironie, Rebellion und Resignation, Elegie und Komik liegen oft nur ein halber Takt oder ein einziges Wort. Bei ihm klingen die 80 Jahre alten Lieder nicht nostalgisch und fern, sondern ganz nah und modern. Für Max Raabe und sein seit rund 25 Jahren bestehendes Palastorchester waren die Auftritte in Israel eine Premiere. Dass diese Tournee mit deutschen Liedern aus den 20er Jahren ein Politikum war, machte für die Musiker einerseits den Reiz aus, war Herausforderung, Geschenk und Chance der Konzertreise. Andererseits war man sich der menschlichen und auch politischen Dimension, die ein Auftritt mit gerade diesem Repertoire in Israel und vor einem israelisch-jüdischen Publikum hatte, voll und ganz bewusst. Der Film zeigt, wie Max Raabe in Israel empfangen wurde und welches Echo er auf sein Konzertprogramm bekommen hat. Die Dokumentation erzählt die Geschichten von Konzertbesuchern, die aus Deutschland geflohen, vertrieben und nicht mehr bereit waren, sich ihrer ursprünglichen Heimat anzunähern. Erst die Lieder aus den 20er Jahren, aus der Zeit ihrer Kindheit und Jugend machten es ihnen möglich, sich wieder mit diesem Abschnitt ihrer Biografie zu befassen, der über Jahrzehnte hinweg nur mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden gewesen war. So kam es zu Begegnungen, die für beide Seiten zutiefst bewegend waren. Neben Max Raabe selbst und einigen ausgewählten Musikern des Orchesters stehen einzelne jüdische Besucher der Konzerte im Mittelpunkt des Films: Alte Menschen, die die von Max Raabe interpretierten Lieder aus ihrem früheren Leben kannten und im Rahmen der Konzerte zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder live gehört haben. Menschen, deren Liebe für die Musik der 20er Jahre den Krieg überlebt hat, bei denen die alten Schellack-Platten bis zum heutigen Tag aufgelegt werden und eine Brücke in eine lang vergangene Zeit schlagen. Aber auch ein junger Hörer, dessen Familiengeschichte eng mit der Musik der 20er Jahre verbunden ist und der durch Max Raabes Musik ein anderes Deutschland für sich entdeckt, das jenseits des Landes existiert, das in den Köpfen der Großeltern und Eltern nur für Leid und Schrecken stand.

Do, 19. Jul · 05:00-05:52 · arte
Es war einmal … Die Ehe der Maria Braun

„Die Ehe der Maria Braun“ aus dem Jahr 1979 ist der berühmteste Film Rainer Werner Fassbinders. Anhand der Geschichte einer jungen Frau (dargestellt von Hanna Schygulla) beleuchtet der Regisseur den Wiederaufbau des zerbombten Westdeutschlands sowie das Verschweigen und Verdrängen der Nazivergangenheit. Die Dokumentation von François Lévy-Kuentz schildert rückblickend die Entstehung und Rezeption des Films. Dabei verbindet sie Auszüge aus dem Film und Archivdokumente mit aufschlussreichen Interviews der Protagonisten, allen voran der Hauptdarstellerin. „Die Ehe der Maria Braun“ kam 1979 in die deutschen Kinos und wurde schnell zu einem internationalen Erfolg. Am exemplarischen Schicksal einer jungen Frau behandelt Rainer Werner Fassbinder (1954-1982) den Wiederaufbau Westdeutschlands nach der Kapitulation Nazideutschlands. Wie zahlreiche deutsche Frauen, deren Männer gefallen, verschollen oder in Kriegsgefangenschaft geraten sind, muss Maria Braun mit den katastrophalen Verhältnissen im zerstörten und besetzten Nachkriegsdeutschland allein zurechtkommen. Resolut und mutig, aber auch mit einem gewissen Zynismus beteiligt sie sich am Wiederaufbau. Als nach vielen Wirrungen schließlich ihr Ehemann auftaucht, ist die „Mata-Hari des Wirtschaftswunders“ eine reiche Geschäftsfrau geworden. Schon allein das Porträt dieser – herausragend von Hanna Schygulla gespielten – Frau ist ein Meisterwerk. Doch darüber hinaus wirft Fassbinder als einer der ersten westdeutschen Nachkriegsregisseure einen schonungslosen Blick auf die jüngste deutsche Vergangenheit. Er nutzt die melodramatische Geschichte des Films, um sich mit dem Opportunismus seiner Landsleute auseinanderzusetzen, die über den Errungenschaften des Wiederaufbaus unliebsame Erinnerungen an die Nazizeit ausblendeten. Filmausschnitte, Archivaufnahmen von Rainer Werner Fassbinder und kürzlich aufgenommene Gespräche mit unter anderen Hanna Schygulla, Michael Ballhaus und Günter Lamprecht liefern wertvolle Zeugnisse über die bewegte Entstehungsgeschichte des Films und über die Persönlichkeit des produktivsten und gesellschaftskritischsten unter den deutschen Filmemachern, der 1982 im Alter von nur 37 Jahren starb.

Do, 19. Jul · 06:30-07:00 · 3sat
Tel Aviv – weißer Traum am Mittelmeer

Sprengstoffanschläge auf Cafés und Clubs, Selbstmordattentäter in Linienbussen – diese Vorstellungen prägen das Bild Tel Avivs in aller Welt. Dieses Bild stimmt und ist dennoch völlig schief. Die weiße Stadt am Mittelmeer ist lebendig, bunt, lebenslustig, kulturbeflissen, innovativ und unterhaltsam. Selbst nach Anschlägen verfiel sie nie in Agonie. Geradezu trotzig wurde das unbekümmerte Leben fortgeführt. Tel Aviv ist eine europäische Niederlassung am Rande des Orients. Mit ihr gelang die Erfüllung eines Traumes: Aus den Dünen am Mittelmeer wuchs die erste rein zionistische Stadt – völlig anders als die Judenviertel der Diaspora. Die Siedlung im Gebiet des heutigen südlichen Tel Aviv wurde bereits in den 1880er Jahren gegründet, der Grundstein für Tel Aviv selbst aber erst 1909 gelegt. Von da an entwickelte sich die Stadt rasant zu einer Metropole. Die Dokumentation „Tel Aviv – weißer Traum am Mittelmeer“ fängt Stimmungen der Stadt ein und ist dabei, wenn Stardirigent Zubin Mehta, der das Philharmonische Orchester Israels seit 1969 leitet, seinen 70. Geburtstag begeht.

Do, 19. Jul · 22:30-23:15 · SWR
Legenden – Inge Meysel

Als Kratzbürste war sie gefürchtet, als „Mutter der Nation“ geliebt: Inge Meysel, die sich selbst gar nicht als mütterlichen Typ sah. Nicht nur, dass sie kinderlos geblieben ist, auch ihre kämpferische Natur widerspricht eigentlich dem Nachkriegs-Mutterbild. Erst spät wurde die Schauspielerin öffentlich auch als streitbare Feministin wahrgenommen, die sich offen zu frühen lesbischen Erfahrungen bekannte. Politisch engagiert war Inge Meysel von Anfang an. Schon mit 15 hält sie bei den Jungdemokraten eine Rede gegen die Todesstrafe, 1978 ist sie mit Alice Schwarzer und anderen Klägerin im „Sexismus-Prozess“ gegen den „Stern“. Sie geht gegen den Abtreibungsparagraphen auf die Straße, setzt sich ein für den Kampf gegen Aids und für Sterbehilfe. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, auch wenn sie dabei andere vor den Kopf stößt. Das sei eine Folge der Nazizeit, so hat sie es selbst erklärt. Inge Meysels Theaterkarriere hatte gerade begonnen, da kam das Berufsverbot. Denn nach den Rassegesetzen der Nazis war sie „Halbjüdin“. Viele Kollegen haben sich bereits 1933 geweigert, mit ihr zu spielen; ihren Lebenspartner, den Schauspieler Helmut Rudolph durfte sie nicht heiraten, musste sogar die gemeinsame Wohnung räumen. „Ich bin immer in Kampf- und Abwehrstellung, weil ich mit 23 wegen der Nazis nicht mehr arbeiten durfte. So habe ich eine Abwehr in mir hochgezüchtet, damit mich niemand mehr verletzen kann“, sagte sie einmal über sich. Ihr Vater, der jüdische Kaufmann Julius Meysel, wurde enteignet und überlebte die Nazizeit im Versteck. Nach dem Krieg trennte Inge Meysel sich von Helmut Rudolph und heiratete den neun Jahre jüngeren Theateroffizier John Olden. Die Liebe ihres Lebens. Er wurde Regisseur und brachte sie zum Fernsehen. Die Aufzeichnung des Theaterstücks „Fenster zum Flur“, wo sie die Portiersfrau Anni Wiesner spielt, soll 1959 ihren Ruf als „Mutter der Nation“ begründet haben. Manche meinen aber, es waren „Die Unverbesserlichen“, eine Fernsehreihe über die kleinbürgerliche Berliner Familie Scholz, die von 1965 bis 1971 immer zum Muttertag ausgestrahlt wurde. So wie in der Rolle der Mutter Scholz spielte Inge Meysel oft resolute Frauengestalten mit rauer Schale. Sie wurde zur beliebtesten deutschen Volksschauspielerin. Neben vielen Theaterstücken und Fernsehserien spielte sie in Filmen mit, von „Nasser Asphalt“ 1958 und „Rosen für den Staatsanwalt“ 1959 bis zu „Die blauen und die grauen Tage“ 1999 und zuletzt 2001, da war sie 91 Jahre alt „Die Liebenden vom Alexanderplatz“. Noch in ihrem Todesjahr war sie im „Polizeiruf 110“ zu sehen, in der Folge „Mein letzter Wille“, da war sie schon dement. Der Film über Inge Meysel zeichnet das Porträt einer ungewöhnlichen Frau, die in ihrem Leben konsequent moralisch gehandelt hat. Diese Haltung wurde zum Schluss oft als Masche abgetan, doch das war sie nie, machen Interviews mit engen Vertrauten wie der Freundin Ingeborg Wölffler und „Tagesschau“-Sprecher Wilhelm Wieben deutlich. Auch Monika Peitsch, Meysels Filmtochter in „Die Unverbesserlichen“, kommt zu Wort und Angela Marquardt, heute SPD, früher PDS. Der unangepassten jungen Politikerin mit Punkfrisur finanzierte Inge Meysel ein Jahr lang das Studium.

Fr, 20. Jul · 20:15-21:00 · 3sat
Rassenwahn und Weltherrschaft – Züchten und Vernichten

Die Weltherrschaft der nordischen Rasse war das wichtigste Ziel der NS-Ideologie. Besessen davon gründete Heinrich Himmler, Reichsführer-SS, den Verein „Lebensborn“. Gedacht als konspiratives Entbindungsheim für rassisch wertvolle ledige Mütter, die dem arischen Ideal des blonden, nordischen Menschen entsprachen, wuchs der Plan für eine Zuchtanstalt heran. Rassismus in dieser Form gab es jedoch nicht nur in Deutschland. Die „Internationale der Rassisten“ formierte sich ab etwa 1850 als eine Art „Rassenbund europäischer Völker“ oder „blonder Internationalismus“. In ihren Reihen entstand die Eugenik, die „Rassenhygiene“. Aus ihr folgte die Sterilisation von Menschen, die als minderwertig betrachtet wurden. Die Opfer waren nicht nur „Erbkranke“, sondern auch Angehörige sozialer Randgruppen. Rassenspezialisten wirkten in der Schweiz, in den USA, in allen skandinavischen Staaten. Im Deutschen Reich unter nationalsozialistischer Herrschaft verbanden sich Rassenhygiene und eine radikale Ideologie. Als Folge wuchs die Zahl der Zwangssterilisationen und der Kreis der Opfer. Die Hemmschwelle für die Tötung von „Unheilbaren“ sank. Die „Euthanasie“ begann. Sie ging über in den Mord an Polen, Russen, Sinti und Roma und gipfelte in der Vernichtung von Millionen europäischer Juden. Der Film „Rassenwahn und Weltherrschaft – Züchten und Vernichten“ dokumentiert die grauenhafte Praxis der Rassenhygiene.

Fr, 20. Jul · 22:25-00:10 · 3sat
Lebensborn – Gestohlene Liebe

1938, kurz nach der Besetzung des Sudetenlandes und der Zerschlagung der tschechischen Republik durch die deutsche Armee, landet die 16-jährige, blonde Sudetendeutsche Grétka im Gebärheim „Isolde“. „Lebensborn“ heißt das Programm mit dem Hitler seine „deutsche Herrenrasse“ züchten will. Grétka ahnt nicht, was man mit ihr vorhat. Früher gehörte die Villa einer jüdischen Familie und der Sohn Leo versteckt sich noch immer auf dem weitläufigen Gelände. Als Grétka ihm begegnet verlieben sie sich ineinander. Bald darauf erfährt sie auch, was es mit dem Heim „Isolde“ auf sich hat. Hier erhalten junge Frauen das „Siegel guten Blutes“ und sollen sich ausgesuchten SS-Offizieren hingeben. Die Männer treffen bald ein, um ihren „Zuchtauftrag“ zu erfüllen, einzig der Grétka zugewiesene Offizier verweigert sich. So bleibt Grétka unberührt und wird nicht schwanger wie die anderen Frauen im Heim. Dann rettet sie Leo auf seiner Flucht vor Nazi-Häschern das Leben und die beiden finden zueinander. Endlich ist auch Grétka schwanger. Der aufwühlende tschechische Spielfilm „Lebensborn – Gestohlene Liebe“ setzt sich mit dem „arischen“ Rassenprojekt der Nazis auseinander. Mit „Lebensborn – Gestohlene Liebe“ endet die 3sat-Themenwoche „Mythos Blond“.

Fr, 20. Jul · 23:40-00:25 · WDR
Kinder des Widerstands – Vier Menschen und das Erbe des 20. Juli

Wir sind gewöhnt, die Attentäter des 20. Juli 1944 und ihre Unterstützer als Helden anzusehen. Sie werden öffentlich gefeiert und gelten auch international als Beweis dafür, dass es selbst während des NS-Regimes anständige Deutsche“ gab. Dabei gerät zunehmend aus dem Blick, dass die deutsche Gesellschaft noch lange nach dem Krieg den Widerstand gegen Hitler als Verrat angesehen hat – auch offiziell. Darunter gelitten haben vor allem die Kinder. Die am Widerstand beteiligten, von den Nationalsozialisten ermordeten Väter und Mütter wurden von den obersten Gerichten bis hinunter zu Sozialbehörden als Hoch- und Vaterlandsverräter eingestuft; ihre Familien wurden somit jeder Entschädigung, Rentenzahlung oder Sozialhilfe beraubt, ihre Kinder als Verräterkinder“ in der Nachbarschaft und in Schulen gemobbt und gemieden. Während in Nürnberg verurteilte NS- und Kriegsverbrecher, ab Anfang der 50er Jahre fast alle begnadigt, in Ehren in ihre Heimatstädte und vorherigen Dienstgrade zurückkehrten, lebte die Mehrzahl der Widerstandsfamilien lange Zeit ohne soziale Absicherung und gesellschaftliche Anerkennung. Vier dieser Kinder des Widerstands“ erzählen in dieser Dokumentation, wie sie den feindseligen Umgang der Gesellschaft mit ihnen – und dem Vermächtnis ihrer Eltern – erlebt haben und wie er ihren Lebensweg geprägt hat. Es sind dies Uta Maaß, die Tochter des Gewerkschafters Hermann Maaß, Wibke Bruhns, die Tochter des Unternehmers Hans Georg Klamroth, Michael Hahn, der Sohn des Offiziers Kurt Hahn, sowie Christine Blumenberg-Lampe, die Tochter des Professors für Sozialökonomie Adolf Lampe. Es sind sehr persönliche, sehr emotionale Geschichten, die einen ganz besonderen Zugang zum Klima der Nachkriegszeit ermöglichen.

Fr, 20. Jul · 23:45-01:15 · PHOENIX
Die Anwälte

Ein Foto, das drei Männer in einem Berliner Gerichtssaal abbildet, als Ausgangspunkt für einen Film: Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler Anfang der 70er Jahre. Mahler ist der Angeklagte, die beiden anderen sind seine Verteidiger. Damals sind alle drei Anwälte der linken außerparlamentarischen Opposition. Sie kritisieren die Macht der Altnazis in der jungen Bundesrepublik und die US-amerikanische Vietnamkriegspolitik.Die drei Anwälte wollen den Staat verändern. Uneins sind sie sich über den Weg dorthin. Horst Mahler hat sich der RAF angeschlossen, die beiden anderen kämpfen mit Worten. Heute ist der eine SPD-Bundesinnenminister a. D., der andere ist das linke Gewissen der Grünen im Bundestag und der dritte einer der Anführer der rechten Szene. Sie decken das ganz politische Spektrum der Bundesrepublik ab: Ströbele ist der unbeirrbare Linke, Schily der Bürgerliche in der konservativen Mitte, Mahler der Rechtsextreme. Schily und Ströbele gehen sich aus dem Weg, Mahlers Nähe meiden sie beide. Der Film verfolgt die Biografien von drei Männern, die einer Generation angehören und die sich in derselben bundesdeutschen Wirklichkeit entwickelt haben. Die Regisseurin Birgit Schulz untersucht, was diese Männer geprägt hat, was sie in Bezug auf ihre politischen Ideale verbunden hat, und an welchen Punkten die drei unterschiedliche Wege eingeschlagen haben, um am Ende Gegner zu werden. Dabei verübeln alle drei dem jeweils anderen den Weg aus der gemeinsamen Geschichte. Der Film erzählt zunächst von großen Lebensträumen, dann von Entfremdungen, Verletzungen und aufgekündigten Beziehungen und zu guter Letzt von neuen Träumen. Während der Dreharbeiten wurden die drei mehrere Tage lang interviewt. Im Verlauf der Gespräche kommt es dabei zu vielen intimen und berührenden Aussagen, die diese deutsche Geschichte in die Tiefe führen. Fast erscheint was in den einzelnen Biografien auf den ersten Blick widersprüchlich aussieht, im Verlauf des Films logisch. Denn in sich und getrennt voneinander haben alle drei Lebensläufe eine gewisse Konsequenz – zumindest behauptet jeder der drei, sich treu geblieben zu sein …

So, 22. Jul · 10:30-11:00 · SWR
Alles koscher in Berlin?

Einen „Club der einsamen Herzen“ nannten wir in unserem Film „Alles koscher im Café“ das jüdische Café Bleibergs in Berlin. Unter den Fittichen von Manuela Ramona Gabriela Chaia Ruth Hoffmann-Bleiberg und ihrem Mann Michael trafen sich alle möglichen tragikomischen Gestalten: die mongolische Köchin Ugi, der fromme Boris, der gar kein Jude war, Chaim, Manuelas Cousin mit dem preisgekrönten Kaiser-Wilhelm Bart, Georg, der jüdische Gigolo im weissen Anzug, und Jossif, der beste Klezmermusiker von Berlin. „Was ist aus denen geworden?“, fragten uns immer wieder Zuschauer und Festivalbesucher, die sich nicht satt sehen konnten an der bunten Truppe. Wir packten unsere Kamera aus und gingen der Sache auf den Grund. Manuela und Ugi halten nach wie vor das Café am Laufen, auch wenn Manuela immer mal wieder die Nerven durchgehen, sie über „irgendwelche negativen Strahlungen“ flucht und den Laden am liebsten dicht machen würde. Doch Ugi nimmt die Temperamentsausbrüche ihrer Chefin mit buddhistischer Gelassenheit. Der fromme Nichtjude Boris hat es geschafft. Er ist zum Judentum übergetreten; „alles andere als einfach“, wie er gern erzählt. Boris nennt sich jetzt „Baruch Zion“. Das ist Hebräisch und heisst soviel wie „Gesegnet seist Du, Jerusalem“. Sein Plan: nach Israel auszuwandern. Schon jetzt fährt er einmal im Jahr für ein paar Wochen als Freiwilliger im Sanitätskorps der israelischen Armee. Dort sortiert er in Uniform mit 30 anderen, die meisten sind amerikanische Rentner, abgelaufene Medikamente aus. Gigolo Georg ist, wie er behauptet, solide geworden. Georgs letzte Leidenschaft: „Freude bei anderen verbreiten“. Ohne dass es jemand weiss, kauft er Getränke für die Synagogengemeinde und stellt sie vor die Tür, denn „anonyme Wohltäter machen doppelte Punkte beim lieben Gott“. Wenn ihm die Philantropie zu langweilig wird, gibt er im weissen Anzug in Berliner Szenekneipen seine Bob Dylan-Imitationen zum Besten. Klezmermusiker Jossif spielt nicht nur im Café, sondern überall mit seiner Combo – wenn es sein muss, sogar am Shabbat, dem heiligen Ruhetag. Und das auch noch in einer Kirche! Ist das koscher? „Wohl kaum“, meint Jossif, „aber ich freu mich, wenn Nicht-Juden hören die jüdische Musik.“ Und Manuelas Cousin Chaim? Der hat mit Frau und Sohn ein israelisch-orientalisches Cateringunternehmen aufgemacht – sehr zum Ärger von Manuela, die hier Konkurrenz wittert, obwohl Chaims Kundschaft nicht die von Manuela ist. Chaims Houmus und Falafel entsprechen nämlich nicht den strengen jüdischen Speiseregeln. In Berlin ist eben doch nicht alles koscher.

So, 22. Jul · 17:30-18:00 · Das Erste (ARD)
Checkpoints und Currywurst – Als Christin in der Palästinenserregierung

„Zu sehen, dass in Berlin die Mauer gefallen ist, dass es keine Checkpoints mehr gibt, dass die Stadt nicht mehr geteilt ist, das gibt mir Hoffnung, dass auch bei uns die Mauer einmal fallen wird“. Wenn Khouloud Daibes Abu Dayyeh am Checkpoint Charlie in Berlin steht, fühlt sie sich an Zuhause erinnert. So wie früher Berlin von der Mauer geteilt war, ist heute Bethlehem, die Stadt, in der die palästinensische Christin fünf Jahre als Tourismusministerin arbeitete, mit einer Mauer von Jerusalem getrennt. Deutschland ist für Khouloud Daibes eine zweite Heimat. Als Kind hat sie in Jerusalem und Bethlehem deutsche Schulen besucht. Zum Studium ging sie nach Hannover. Ihre drei Kinder besuchen eine deutsch-lutheranische Schule in den Palästinensergebieten. Wenn sie die Wahl hat, isst sie lieber eine Currywurst als Falafel und Houmus, die traditionellen arabischen Leckereien. Khouloud Daibes ist eine stille Kämpferin. In einer Männerwelt setzt sie sich ein für die Frauenrechte, als Christin ist sie Mitglied einer verschwindend kleinen Minderheit inmitten einer muslimischen Gesellschaft, und als Palästinenserin hat sie Tag für Tag mit der israelischen Besatzung zu kämpfen. „Wir haben keinen Flughafen. Wir haben keine Grenzen. Wir haben keine Kontrolle über hunderte Pilgerstätten“, klagt sie, „und die Israelis lassen uns nicht nach Jerusalem.“ Als sie 2007 ihr Amt antrat, lag Bethlehem nach der Initifada, dem Palästinenseraufstand, in Trümmern. Touristen blieben fern. Die Palästinenserstädte Bethlehem, Jericho und Ramallah galten als Kriegsgebiet. In fünf Jahren schaffte es Khouloud Daibes, dass in Bethlehem – auf der anderen Seite der berüchtigten Sperrmauer und praktisch vor der Haustür Jerusalems – der Tourismus blüht. „In der Intifada hatten wir pro Jahr 7000 Besucher, letztes Jahr 1,4 Millionen“, erzählt sie stolz. In „Checkpoints und Currywurst“ zeichnet der Filmemacher Uri Schneider nicht nur das Porträt einer palästinensischen Christin, sondern auch das spannende Prisma einer Region im Aufruhr – in einer Zeit, in der die Christen Ägyptens, Libyens und Syriens heute nicht sicher sein können, dass sie morgen nicht von Islamisten regiert werden.

So, 22. Jul · 21:45-23:15 · Das Erste (ARD)
Vom Traum zum Terror – München 72

„Das war der schrecklichste Tag meiner langen Amtszeit als Mitglied der Bundesregierung. Ich wünsche jedem anderen Menschen, dass er eine solche Erfahrung nie machen muss.“ So erinnert sich Hans-Dietrich Genscher, damals Bundesinnenminister, an den Terrorangriff auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen in München 1972. Erstmals berichtet er ausführlich im Fernsehen über die Diskussionen im Krisenstab und seine persönlichen Empfindungen angesichts des weltweit ersten Terroranschlags vor laufenden Kameras. Die Spiele in München sind ein Wendepunkt der deutschen Geschichte: Am 5. September nehmen palästinensische Terroristen im Olympischen Dorf israelische Sportler als Geiseln. Der Anschlag auf die olympische „Familie“ und das Blutbad auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck – beim dilettantischen Befreiungsversuch durch deutsche Sicherheitskräfte werden alle Geiseln, ein Polizist und fünf Terroristen getötet – zerstören den Traum vom friedlichen, sicheren Deutschland, das die Schatten der Vergangenheit hinter sich gelassen hat. Im Zentrum des Films steht – neben den Abläufen im Olympischen Dorf und in Fürstenfeldbruck – die Diskussion der Sportler und Funktionäre über die Frage, die damals viele bewegte: Dürfen die Spiele angesichts des Terrors weitergehen? Die wichtigsten Akteure wie Hans-Dietrich Genscher oder Walther Tröger, Bürgermeister des Olympischen Dorfes, sprechen über die Entscheidungen des Krisenstabs. Sportlerinnen wie Heide Rosendahl und ihre Freundin, die israelische Athletin Esther Roth-Shachamarow, berichten von ihrer Angst und Hilflosigkeit, aber auch von der Solidarität der Sportler während der Geiselnahme. Polizisten, die im Einsatz unmittelbaren Kontakt zu den Terroristen und Geiseln hatten, erinnern sich an die fatalen Situationen.

Di, 24. Jul · 11:45-12:00 · BR-alpha
Die Steine weinten – Über Leben und Tod des Janusz Korczak

Der Film berichtet vom Schicksal des Janusz Korczak und seiner jüdischen Waisenkinder von Warschau. Neben der Gegenüberstellung der von Janusz Korczak geschaffenen Welt im Waisenhaus durch Schauspielszenen in s/w-Technik veranschaulicht und der durch die deutsche Besatzungsmacht in Polen bestimmten Wirklichkeit durch Originalaufnahmen dokumentiert wird der Film geprägt durch zahlreiche Zitate aus den Veröffentlichungen des Pädagogen, untermalt von leiser Klaviermusik.

Do, 26. Jul · 23:00-00:30 · RBB
Geheimsache Ghettofilm

Ausgangspunkt des außergewöhnlichen Dokumentarfilms sind 62 Minuten Archivmaterial. Unbetitelt, unvertont, nur teilweise geschnitten – alles, was an Filmbildern aus dem Warschauer Ghetto überliefert ist. Bei näherem Betrachten verstören die Bilder: Zu sehen ist das nackte Elend verhungernder Bettler neben auffallend wohl gekleideten Männern und Frauen beim Tangotanzen. Unter welchen Umständen wurde dieses Material aus welchen Gründen gedreht? Jahrzehntelang wurden diese Ghettobilder von Dokumentaristen und Museen in der ganzen Welt als authentisches Archivmaterial verstanden und verwendet. Erstmals ist nun das Material im Ganzen zu betrachten. Und erstmals fahndet Regisseurin Yael Hersonski auch nach den Auftraggebern dieser Filmaufnahmen und fragt nach, was diese Bilder wirklich zeigen – und was nicht. Es stellt sich heraus, dass deutsche Propagandafilmer nur wenige Wochen vor der großen Deportation im Frühjahr 1942 gezielt ins Ghetto geschickt wurden, um Szene für Szene „jüdischen Lebens“ für die Nachwelt zu inszenieren. Regieanweisungen für Todgeweihte. Und plötzlich sieht der Zuschauer die Bilder mit anderen Augen. Er lernt, genau hinzuschauen. Der Zuschauer kann auf mehreren Einstellungen die Kameraleute bei der Arbeit erkennen, und er hört, wie die „Protagonisten“ des Films perfide gezwungen wurden, so und nicht anders zu agieren. Und dann beginnt der Zuschauer, die eigenen Vorstellungen und den Umgang mit „Archivmaterial“ zu hinterfragen.

Sa, 28. Jul · 19:30-20:13 · arte
360° – Geo Reportage – Jerusalem im Morgengrauen

In Jerusalem, der Heiligen Stadt von Juden, Muslimen und Christen, wird sogar die Müllentsorgung bisweilen zum religiösen Konflikt. Doch ein jüdischer und ein arabischer Müllmann haben das Kunststück geschafft, sich und die Kollegen zwischen Heiligtümern und Unrat perfekt zu organisieren. „360° – Geo Reportage“ durfte die Mülltruppen durch das alltägliche Chaos der weltberühmten Stadt begleiten. In der Altstadt von Jerusalem leben 30.000 Menschen – Christen, Juden und Muslime – auf engstem Raum. Sie produzieren täglich Tonnen von Müll. Nachts sind die Gassen vollgestopft mit Plastiksäcken, Kartons und Abfällen, dann ist die Heilige Stadt wahrscheinlich auch eine der dreckigsten. Jedenfalls bis Männer wie Midhat und Sharon ihren Job erledigt haben. Der Araber und der Jude befehligen jeweils eine eigene Truppe von Müllmännern. Sie mögen sich und sie brauchen sich, denn im jüdischen Viertel kommt Midhat ohne Sharon nicht aus – und umgekehrt. Ein kleiner Traktor kämpft sich frühmorgens die Stufen des muslimischen Viertels hinauf. Ein Mann springt ab und wirft die Säcke auf die Ladefläche des Anhängers. Der Ruf des Muezzins ertönt, dann Glockengeläut. Midhat Abu Hani muss sich beeilen, bald kommen Scharen von Gläubigen und Touristen. Dann ist hier kein Durchkommen mehr. Der Araber ist Chef der motorisierten Müllabfuhr und für zwölf Traktoren verantwortlich, mit denen seine Truppe jeden Tag Unmengen von Unrat von den Straßen schleppt. Midhats Kollege Sharon ist Chef der Kärchertruppe und einer von 3.000 Juden, die in der Altstadt arbeiten. Er wohnt mittlerweile außerhalb der Stadtmauern, aber aufgewachsen ist er hier zwischen 25.000 Palästinensern, 500 Christen und 1.500 Armeniern. Sharon beherrscht mehrere Sprachen. Das erleichtert ihm das Arbeiten mit seinen meist palästinensischen Kollegen und verschafft ihm Respekt. Für ihn wie für Midhat beginnt die Arbeit am frühen Morgen und endet nicht vor Mitternacht. Besonders heikel ist ihr Job an den Feiertagen der verschiedenen Religionen oder bei unvorhergesehenen Zwischenfällen. Ihre Heilige Stadt sauber zu halten, ist weder für Sharon noch für Midhat ein alltägliches Geschäft. Beide sehen ihren Job als persönliche Herausforderung und als Beitrag für ein friedliches Zusammenleben innerhalb der Mauern von Jerusalem.

Sa, 28. Jul · 20:15-21:00 · BR-alpha
Aspirin – Die Jahrhundertpille

Im Jahre 1899 wurde „Aspirin“ von den Bayer-Werken als erstes Medikament der Welt in Tablettenform gepresst, massenweise vermarktet und gilt bis heute als das meistverkaufte Medikament der Geschichte. Der Chemiker Felix Hoffmann (1868-1946) galt lange Zeit als Entdecker des Ur-Wirkstoffs Acetylsalicylsäure, den er 1897 erstmals in haltbarer Form synthetisch hergestellt haben soll. Doch heutige Erkenntnisse zeigen, dass auch der jüdische Chemiker Arthur Eichengrün (1867-1949) an der „Erfindung“ des Wundermittels beteiligt war. Spätestens im Jahr 1934 verschwindet sein Name allerdings aus den deutschen Geschichtsbüchern. Vor 100 Jahren wurde das „Aspirin“ von den Bayer-Werken in Leverkusen als erstes Medikament der Welt in Tablettenform gepresst und vermarktet. Der Beitrag schildert die Entstehung und den Erfolg dieses pharmazeutischen „Wundermittels“.

So, 29. Jul · 11:30-12:00 · BR-alpha
Heilige Reben

Das Heilige Land ist bekannt für seine Weine – schon die Bibel spricht für sie. Inzwischen gibt es in Israel wunderbare Spitzenweine, die international Preise gewinnen. Eine ganze Reihe von „Boutique“-Weingütern ist entstanden: Auf dem Golan, in den jüdischen Bergen, im Ela-Tal und auch in den besetzten Gebieten, im Westjordanland. Landschaftlich wunderschön gelegen, sind die Weingüter schon rein optisch eine Augenweide. Wir erzählen die Geschichte des Weins in Israel, zeigen die damit verbundene Kultur, erklären, was koscherer Wein ist, und wie Reben und Know-How aus Europa und den USA Israel zu einem der wunderbarsten Weinbaugebiete der jüngsten Zeit gemacht haben.

Mo, 30. Jul · 22:50-00:45 · MDR
Lili Marleen

Willie Bunterberg ist eine mäßig talentierte deutsche Sängerin, die 1938 durch Zürcher Bars tingelt und von einer großen Karriere träumt. Ihre Liebe zu dem jüdischen Musiker Robert Mendelsson steht unter keinem günstigen Stern. Robert schmuggelt für die Untergrundorganisation seines wohlhabenden Vaters David gefälschte Pässe nach Deutschland, um bedrohten Juden die Ausreise zu ermöglichen – und um jüdisches Kapital in die Schweiz zu schaffen. Als Robert Willie in seine heimlichen Unternehmungen einweiht, sieht der Vater seine Pläne gefährdet und sorgt dafür, dass Willie nach einer Deutschlandreise nicht mehr in die Schweiz zurückkehren darf. Auf sich allein gestellt, besinnt Willie sich auf einen ihrer vielen Verehrer. Der Nazi-Kulturfunktionär Hans Henkel (Karl-Heinz von Hassel) arrangiert die Plattenaufnahme des Liedes „Lili Marleen“, mit dem Willie überraschend zum Star und bald zu einer Ikone der Nazi-Propaganda avanciert. Sie wird nun sogar vom Führer empfangen. Um herauszufinden, ob seine Geliebte tatsächlich eine „Nazi-Braut“ geworden ist, riskiert Robert Kopf und Kragen und reist mit gefälschtem Pass nach Berlin. Dort wird er von der Gestapo verhaftet, kommt aber durch einen Gefangenenaustausch wieder frei. Aus Liebe zu Robert versucht Willie auf einer Tournee einen Film mit Informationen über Vernichtungslager im Osten nach Berlin zu schmuggeln, als Henkel ihr auf die Schliche zu kommen droht. Doch Willie überlebt und trifft nach dem Krieg Robert wieder, der nun ein berühmter Dirigent und mit einer anderen Frau (Christine Kaufmann) verheiratet ist.

Mo, 30. Jul · 23:15-00:55 · NDR
Two Lovers

Nach einem halbherzigen Selbstmordversuch wird Leonard, ein labiler Mann Mitte 30, von Passanten aus dem Wasser gefischt. Seine Eltern glauben, dass die nette Sandra, die aus einer befreundeten jüdischen Familie stammt, ihn von seinen schwermütigen Gedanken kurieren könnte. Leonard ist nicht ganz abgeneigt, aber Schmetterlinge im Bauch hat er nicht. Das ändert sich, als er die attraktive, neue Nachbarin Michelle kennenlernt. Die drogenabhängige Blondine steckt aber in einer quälenden Affäre mit dem reichen Anwalt Ronald. Welche von beiden ist für Leonard die Richtige?

Di, 31. Jul · 10:25-11:25 · arte
Lieber Onkel Hitler – Briefe an den Führer

In einem Moskauer Spezialarchiv wurde eine Entdeckung gemacht, die tiefe Einblicke in die Beziehung der Deutschen zu Adolf Hitler gewährt. In diesem Archiv lagerten über 100.000 Botschaften aus der deutschen Bevölkerung an den Diktator. Mit Hilfe dieser „Fanpost“ und anderen Dokumenten vermittelt die Dokumentation von Michael Kloft einen Eindruck von der unfassbaren Ausstrahlung Hitlers und der unheimlichen Faszination, die der größte Teil der Deutschen für ihn empfand. „Wir wollten Dich so gerne sehen. Ich habe Dich so lieb. Schreibe mir!“ Oder: „Hochverehrter Führer, bitte schützen Sie sich gut vor Erkältungen, es ist zurzeit so kalt in Nürnberg.“ – Kaum ein historisches Dokument bringt einem die Geschichte des Dritten Reichs lebendiger nahe als die persönlichen Aufzeichnungen und Gedanken der Menschen, die damals lebten. Vor allem die „Fanpost“ an den „Führer“ erlaubt einen tiefen Einblick in die Herzen und Gedanken der Deutschen zu dieser Zeit. Mehr als 100.000 solcher Botschaften wurden kürzlich in einem Moskauer Spezialarchiv entdeckt. 1945 aus Hitlers Privatkanzlei nach Moskau gebracht, lagerten die Briefe unerkannt in den Kellern der Dokumentensammlung. Zahllose Dokumente, Briefe und Tagebücher, die ein Schlaglicht auf eine wesentliche Ursache von Hitlers Erfolg werfen: Die charismatische Persönlichkeit eines skrupellosen Politikers und begnadeten Redners, die sogar bis zum Untergang 1945 ihre fatale Wirkung auf die Menschen ausübte. Zitate aus diesen Dokumenten bilden den dramaturgischen Rahmen für Michael Klofts Dokumentation „Mein lieber Onkel Hitler“. Sie belegen den Stimmungswandel in Deutschland und sind ein Spiegelbild der deutschen Seele von 1933 bis 1945.