Antisemitismus und neue Medien: Gleichgültig? Unerfahren? Hilflos?

Über antisemitische Hetze in den mittlerweile nicht mehr ganz so „neuen Medien“ wurde im Laufe der letzten 15 Jahre viel geschrieben, viel diskutiert, viel lamentiert. Viele Gründe wurden dafür angeführt, weshalb man so wenig gegen diese Flut der Hetze unternehmen könne. Einige Vorschläge zur Eindämmung wurden im Rahmen hochkarätig besetzter Konferenzen diskutiert und verworfen, andere wurden weiter verfolgt und irgendwann ad acta gelegt, an wieder anderen wird noch immer gefeilt…

An die regelmäßigen Meldungen der Staatsschutzorgane über immer bedrohlichere Zuwachsraten der sogenannten „Hass-Seiten“ und die zunehmende Hemmungslosigkeit der Hetzer, hat man sich unterdessen gewöhnt. Und während der sogenannte „Aufstand der Anständigen“ Zivilcourage und zivilgesellschaftliches Engagement fördern wollte, finden in der Diskussion um die zunehmende „Volksverhetzung“ fast nur obrigkeitsstaatliche Maßnahmen Gehör.

Verbieten, verstecken, unter den Teppich kehren

Immer wieder werden „Patentlösungen“, wie Filtersoftware, Positiv- und Negativlisten, Auswahl-CDs, Kontrolle durch Providerfirmen etc. angepriesen. Dem selben Ansatz entspringen auch Forderungen wie die nach dem „weltweiten Wertekonsens“, den die UNO durchsetzen soll. Vor dem 11.September konnte man solche Vorschläge noch als „gut gemeint“ belächeln, im Nachhinein sollte aber klar sein, dass sich hier ein erschreckendes Unvermögen die technischen und thematischen Realitäten wahrzunehmen dokumentiert.

Das Internet ist international. Die Hetze wird in allen Sprachen weltweit verbreitet. Betrachten wir das Hauptthema der Hetze, die Juden und den Staat Israel, dann hätte es auch schon vor der „zweiten Intifada“ und dem 11.September klar sein müssen, dass hier kaum mit einem Konsens zu rechnen sein dürfte. Dieser hätte ja festlegen und durchsetzen müssen, was über Juden und Israel gesagt und verbreitet werden dürfte, und dies nicht nur am Bodensee, sondern auch in Malaysia, in Durban, in Budapest oder Riad.

Diskussionen in diesem Bereich müssen deshalb weniger davon ausgehen, was vielleicht wünschenswert wäre, als vielmehr davon, was überhaupt machbar ist. Hier liegt mit haGalil onLine ein nachweislich und nachhaltig erfolgreiches und vielfältig nutzbares Modell vor.

Der Erfolg dieses Modells liegt wohl mit darin begründet, dass wir von Anfang an nicht gegen etwas, sondern für etwas gearbeitet haben. Um es in einem Satz zu sagen: „Wir haben weniger gegen die Lüge gearbeitet als vielmehr für die Wahrheit“. Wir waren nicht gegen die Einfalt, sondern haben die Vielfalt mitgestaltet.