Zentralrat der Juden in Deutschland: Erklärung zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 2010 erinnern wir uns an den 65. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. An den Tag, an dem Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers befreiten…

Presseerklärung des Zentralrats der Juden in Deutschland zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Der Name Auschwitz steht seitdem symbolhaft für den Völkermord und die Millionen Opfer des Naziregimes, die während des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.

„Wir gedenken an diesem Tag all derjenigen Menschen, die dem nationalsozialistischen Terrorregime zum Opfer fielen, Juden, politisch Verfolgte, Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte und andere Minderheiten.

Der 27. Januar mahnt uns alle, die notwendigen Lehren aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte zu ziehen, dem Vergessen entgegenzuwirken und Geschichtsrevisionisten und Holocaust-Leugnern entschieden entgegenzutreten. Es ist nicht hinnehmbar, dass Rechtsextremisten 65 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft braunes Gedankengut verbreiten und versuchen, mit ihren perfiden Strategien unseren freiheitlichen Rechtsstaat zu missbrauchen und unsere Demokratie zu unterwandern“, so die Präsidentin.

„Wir sollten niemals vergessen, wohin das fahrlässige Schweigen eines großen, zu großen Teils der Bevölkerung geführt hat. Der Mangel an Empathie, die Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal des Anderen und die fehlende Bereitschaft, für die Werte einer demokratischen und toleranten Gesellschaft einzutreten, waren es, die dem verbrecherischen Hitler-Regime den Weg geebnet haben. Daher ist der 27. Januar nicht nur ein Tag des Gedenkens, an dem wir alle gemeinsam mit den Überlebenden an die zurückliegenden Schrecknisse erinnern, sondern zugleich ein Tag, an dem wir aufgerufen sind, uns gemeinsam für eine freiheitliche, demokratische und tolerante Zukunft in Europa und der Welt zu engagieren“, erklärt die Präsidentin.

Berlin, 27.01.10 / 12. Schwat 5770