Europaweit 20.000ster Stolperstein wird verlegt

Seit 1996 erinnert der Kölner Künstler Gunter Demnig mit seinen „Stolpersteinen“ an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Stolpersteine sind 10x10x10 cm große Betonwürfel, auf deren Oberfläche eine Messingplatte mit den Lebensdaten der Opfer befestigt ist. Sie werden im Bürgersteig vor den früheren Wohnungen der NS-Opfer eingesetzt…

Mittlerweile hat sich das Projekt über die Grenzen Deutschlands hinaus ausgeweitet und kann als größtes dezentrales Mahnmal Europas bezeichnet werden. In mehr als 400 Städten in Deutschland, Belgien, Niederlande, Österreich, Ungarn, Polen und der Ukraine sind diese kleinen Gedenksteine zu finden. Gunter Demnigs Projekt Stolpersteine wird auf der EXPO 2010 in Shanghai als kultureller Beitrag im deutschen Pavillon präsentiert werden. Für sein Engagement wurde Gunter Demnig vielfach geehrt und u.a. 2005 in Berlin von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Hamburg ist die Stadt, in der die meisten Stolpersteine (2.700) zu finden sind. So liegt es nahe, dass auch der 20.000ste Stolperstein in der Hansestadt verlegt wird. Er erinnert an Irene Starke, die als Sechsjährige mit ihrer Mutter Ruth und ihren Schwestern Sulamith und Vera am 12. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert wurde. Der Vater Martin Starke wurde Ende 1942 verhaftet und befand sich im KZ Fuhlsbüttel. Er wurde im Februar 1943 – von seiner Familie getrennt – ebenfalls nach Auschwitz deportiert. Martin Starke hat die Shoah im Gegensatz zu seiner Familie überlebt und später berichtet, dass ein Freund in Auschwitz gesehen habe, wie seine Frau und die jüngste Tochter Irene gleich nach ihrer Ankunft „für die Gaskammern aussortiert worden sind“. Die beiden älteren Töchter Vera und Sulamith seien zu Fuß ins Lager Birkenau gegangen. Die Versuche des Vaters, seine Töchter dort zu finden, blieben ohne Erfolg.

Die Hamburger Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck wird bei der Enthüllung des 20.000sten Stolpersteins am 24. Juli 2009, 14:30 Uhr, Grindelhof 43, ebenso anwesend sein wie der Bezirksamtsleiter Dr. Jürgen Mantell und Pit Goldschmidt, der Sohn Martin Starkes aus zweiter Ehe. Die Patenschaft für den Stolperstein hat Goldschmied Thomas Becker übernommen, der am Grindelhof sein Geschäft betreibt und sich als Vorsitzender des Gewerbevereins Grindel e.V. auch mit der Recherche nach früheren jüdischen Geschäften im Grindelviertel befasst.

www.stolpersteine-hamburg.de

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