Schlechter Witz: Israeli in Frankfurt inhaftiert

Ein Israeli verbrachte diese Woche zwei Tage in Haft auf einer Polizeiwache in Frankfurt, nachdem er versucht hatte, mit den Sicherheitsleuten am Flughafen der Stadt Witze zu reißen…

In Jedioth achronoth berichtet Itamar Eichner vom Flughafen Frankfurt

Die Sicherheitskontrollen der Passagiere, die an Bord eines Fluges nach Israel gehen, sind in Deutschland besonders gründlich. Der Israeli, der einen Flug der deutschen Fluggesellschaft „Lufthansa“ von Frankfurt nach Tel Aviv nehmen sollte, beschloss, ein wenig mit den lokalen Sicherheitsleuten herumzuspaßen. Er wandte sich an sie und fragte mit einem Lächeln: „Was würde passieren, wenn ich meinen Laptop mit an Bord nehme, und eine Bombe drin ist?“

Im selben Augenblick verhafteten die Polizisten den Israeli und brachten ihn auf die Polizeiwache in Frankfurt. Der Staatsanwalt der Stadt nahm in aller Schärfe zu dem Witz, den er als „dumm“ bezeichnete, Stellung. Nach zwei Tagen in Haft wurde der Israeli zur Haftverlängerung vor einen Richter gebracht.

Der Staatsanwalt beantragte, in aller Schärfe gegen den Witzbold vorzugehen, und ihn für einige Tage zu verhaften. Der Israeli entschuldigte sich vor dem Richter und erklärte, er habe eben auch einmal einen Gag machen wollen, und dass es sich doch wirklich nur um einen Witz gehandelt habe. Der Richter erbarmte sich schließlich und entschied sich dafür den Angeklagten, entgegen der Meinung des Staatsanwalts, laufen zu lassen. Der Israeli wurde auf freien Fuß gesetzt und nahm den nächsten Flug zurück nach Israel. Diesmal achtete er darauf, nicht mit den Sicherheitsbeamten zu spaßen.

7 Kommentare zu “Schlechter Witz: Israeli in Frankfurt inhaftiert

  1. Ja, Gag’s oder Witze passen nicht überall. Auch ein Terrorist könnte auf solch einen Gag bzw. Witz kommen.
    Wie soll man da unterscheiden, wer einen Gag macht bzw. Witz
    oder die Wahrheit sagt?

  2. „nationalistische Ressentiments“?
    Also für mich als Nicht-Terroristen sind die Überprüfungen zwar manchmal extrem lästig – aber ich weiß eben auch, wie notwendig sie sind. Und wer jemals in Israel war, hat garantiert vor dem Flug den extrem wichtigen Hinweis bekommen, alle nur scheinbar lustigen Bemerkungen über Sprengstoff und Waffen doch unbedingt zu unterlassen… und natürlich, keinesfalls die Securities anzuflunkern!
    Die Reaktionen der Sicherheitsbeamten waren völlig normal, die gleichen Probleme hätte der Typ auch als Eingeborener vor einem Flug von Berlin nach Frankfurt bekommen – und bei vielen Fluglinien zusätzlich noch lebenslanges Hausverbot.
     

  3. Erstaunlich wie leicht bei so vielen nationalistische Ressentiments durchbrechen, in der einen oder anderen Form. Vielleicht ist es ja nicht national, sondern professional spezifisch. Sicherheitsleute sind in kaum einem Land besonders launige Leute.

  4. Stellen Sie doch erstmal ein paar Feldstudien zum Vergleich an: Machen Sie bei den Sicherheitschecks in internationalen Flughäfen von 10 Ländern einen Witz über eine Bombe in Ihrem Gepäck und untersuchen Sie den Humorgehalt der jeweiligen Reaktion.

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