Der Diktator von Teheran spricht am Genfer See

Während der französiche Philosoph Bernard-Henri Lévy in der Rede des iranischen Diktators einen Affront gegen alle die unter Rassismus und Verfolgung leiden ist, traut Chanoch Daum dem Schweizer Präsidenten sowohl Moral als auch politische Begabung zu…

Der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy, zitiert in Israel hajom: „Die Durban 2 Konferenz ist nicht mehr als ein Witz. Eine wichtige Konferenz unter der Schirmherrschaft der UN, die dem Kampf gegen den Rassismus gewidmet ist, ist ein ausgezeichnetes Vorhaben und eine wichtige Herausforderung. Was sich in der Schweiz zugetragen hat, ist jedoch reine Verschwendung. Die brutale Provokation Ahmadinedschads stellt eine grobe Verletzung der Erinnerung an die Holocaustopfer dar, sowie auch die der Opfer des Rassismus heute. Mit seiner Rede hat Ahmadinedschad den Millionen in aller Welt ins Gesicht gespuckt, die unter Rassismus leiden und eine solche Konferenz wirklich brauchen.“

Kommentator Chanoch Daum in Jedioth achronoth:
Die Neutralität des Bösen

An diesem wichtigen Tag möchten wir Ihnen, sehr geehrter Herr Präsident der Schweiz, dafür danken, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, den Holocaust- Gedenktag zu begehen.

Ihre Landsleute waren während des 2. Weltkriegs sehr freundlich, und das sind sie auch heute. Nur wenigen Juden gelang es damals, in die Schweiz zu flüchten. Mit Ihrer Freundlichkeit und Ihrer bekannten Neutralität standen Sie an den Übergängen und schnappten sich jeden, der kam, was einem Todesurteil gleichkam. Es gab auch Kinder, meist französische, die es versuchten. Sie waren so nett zu ihnen, dass Sie sie in Lager steckten.

… Sie sind wirklich zauberhafte Leute, und Sie streben so sehr nach Frieden, Herr Präsident. Aus diesem Grund waren wir nicht über die wunderbare Geste erstaunt, die Sie gestern für uns organisiert haben. Der kreative Gedanke, Ahmadinedschad einzuladen und ihm am Holocaust-Gedenktag eine Bühne zu liefern, um der ganzen Welt zu beweisen, dass der Antisemitismus noch nicht von der Welt verschwunden ist, das war originell und einfach umwerfend. Zu sehen, wie Sie mit einem raffinierten Trick den Diktator in die Schweiz gelockt haben, nur um zu zeigen, dass sich der Holocaust durchaus wiederholen kann und es Staaten gibt, die die Geschichte leugnen, es war unvergleichlich!

Was wir nur nicht ganz verstanden haben, Herr Präsident, war, wann der Scherz aufhörte. Wir haben Ihr Treffen mit diesem kleinen, gefährlichen Mann beobachtet, wir haben gesehen, dass die Schweizer Repräsentanten bei seiner Rede den Saal nicht verlassen haben, und wir haben uns gefragt, wann Sie dem iranischen Präsidenten endlich sagen, dass er nicht wirklich Ihr Ehrengast ist, sondern nur Teil eines Tricks, der der Welt sein wahres Gesicht präsentieren soll? Bitte sagen Sie uns bescheid, damit wir das Happy End nicht verpassen.

2 Kommentare zu “Der Diktator von Teheran spricht am Genfer See

  1. @ Feldmann: Nein, Sie haben nicht geträumt,
    Die Frage ist aber nicht, ob wer wen einlädt. Die Frage ist heutzutage, mit welchem Medientamtam jemand eingeladen und empfangen wird. LEIDER.
    Und das Bild des fusselbärtigen Iraners ist nunmal in jedem Fall quotenverdächtiger, als das einer eloquenten iranischen Frau.
    Soo funktioniert unsere schöne neue Welt.

  2. Lieber Herr Daum, wussten Sie nicht, dass Frau Calmy-Rey, unsere Aussenministerin, und Herr Merz, der in diesem Jahr amtierende Bundespräsident, Frau Maryam Rajavi, die amtierende Präsidentin des iranischen Widerstandes, zu einem Staatsempfang eingeladen hat? Auch mit einer weiteren Genfer Konferenz gekoppelt, zum Thema Rechte der Frauen und Kinder unter dem Islam? Die neutrale Schweiz unterstützt doch nicht nur die kriminellen Mullah-Folterer, Henker und Auspeitscher, nein, sie kümmert sich auch um deren Opfer!
    Oder habe ich das alles nur geträumt?

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