Selbstläufer Selbstmordlegende

Dass manche “linke” oder doch zumindest nicht erklärtermaßen rechte “Antizionisten” sich in Wortwahl und Inhalt von veritablen Nazis mitunter kaum mehr unterscheiden lassen kann als bekannt vorausgesetzt werden. Dass sie auch in ureigene antisemitische Kampagnen der Nationalen einstimmen, sogar da, wo es gar nicht gegen Israel geht, war bis dato schwer vorstellbar. Vorgemacht hat es jetzt Erhard Arendt, ein Produzent von Malerei, Grafik und Lyrik, der auf seiner homepage nebenbei auch ein “Palästina-Portal” betreibt und sich den Hinweis, mit Hannah Arendt verbinde ihn “nur die Namensgleichheit” im übrigen auch gut und gerne hätte schenken können…

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Christlicher Antijudaismus: „Hostienschändung“ in deutschen Nachschlagewerken

Neben Ritualmordvorwürfen stellten Beschuldigungen Hostienschändung begangen zu haben die ‚Lieblings‘-Anklagen mitteleuropäischer Christen ihren jüdischen Mitbürgern gegenüber dar. Zwar entbehrten beide Unterstellungen jedweder Grundlage, dennoch bediente sich die christliche Mehrheit über mehrere Jahrhunderte hinweg dieser primitiven Konstrukte, um sich scheinbar legal, denn weder von weltlichen noch von geistlichen Potentaten waren gewöhnlich Sanktionen zu erwarten, und ohne größeren Aufwand den materiellen Besitz der Angehörigen der Minderheit aneignen zu können bzw. um andere sonst durch einen gewissen sittlichen Kodex der Gemeinschaft verhinderte Straftaten zu begehen…

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Die Deggendorfer Gnad: Historie und Nachwirkungen eines antisemitischen Dauer-Ärgernisses

Als der röm.-kath. Bischof der bayerischen Diözese Regensburg, Manfred Müller, mit Schreiben vom 15. März 1992 die mittlerweile weltweit umstrittene „Deggendorfer Gnad“, eine traditionelle, alljährlich vom 29. September an eine Woche gefeierte volkstümliche Wallfahrt „zu den heiligen Hostien“ in der im Volksmund so genannten „Grabkirche“, kirchenamtlich beendete, blieben laute Proteste seitens der Gläubigen, aber auch euphorische Freudenkundgebungen jener Persönlichkeiten aus, die Jahrzehnte gegen die Fortführung der Wallfahrt angekämpft hatten. Ein brummelnder Pfarrer Josef Pommer, ein paar Frömmler, die sich hinter vorgehaltener Hand äußerten, aber nicht aus ihrer Deckung herauswagten – mehr gab es nicht. Und die Gegner, mehrheitlich Geistliche oder Ex-Priester wie jener ausgesprungene Niederaltaicher Benediktiner Karl Krotzer, die intellektuell gegen die Gnad angetreten waren, Pfarrgemeinde- und Diözesanräte, Historiker und Journalisten hielten sich weise zurück: Provokationen sollten tunlichst vermieden werden – letztendlich hätte es nämlich zu jenem Phänomen kommen können, welches in der deutschen Gegenwart häufig zu beobachten ist: Dass die Schuld für immer wieder aufflammenden Judenhass in der deutschen Gesellschaft stets bei den Juden zu suchen sei! …

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Blick nach Innen: Psychologie des Nahostkonflikts

Zur Psychologie des Nahostkonflikts

Die Tatsache, daß der israelisch-arabische Konflikt psychologische Aspekte hat, ist offensichtlich. Jeder Konflikt zwischen zwei Parteien – einem Paar, Eltern und Kindern, Freunden, Geschäftspartnern – besitzt emotionale Aspekte. Auf jeder Seite gibt es Ängste, Ambitionen und Abwehrmechanismen. Diese Erkenntnis wurde schon zu verschiedenen Zeiten von vielen Staatslenkern gewonnen. Vertrauensbildende Maßnahmen, Beleidigungen und verletzte Gefühle auf nationaler Ebene, der Wunsch, Verletzungen zu heilen, und der Wunsch, zu triumphieren, haben nicht nur existentielle, sondern auch narzißtische Bedeutung…

Psychologie:
Israel auf der Couch…
Als ich zur Oberschule kam, ging ich auf eine säkulare Schule. Zu Hause hörten wir viele Geschichten meines Vaters aus seiner Zeit im Untergrund und wir wuchsen in einer rechten politischen Atmosphäre auf. In diesen frühen Jugendjahren fühlte ich mich aus ganzem Herzen als Rechter. Doch wenn ich heute zurückblicke, dann erkenne ich, daß es schon immer Risse in meiner rechten Weltanschauung gegeben hat. Sie drückten sich durch Rebellion gegen Autoritätspersonen wie Eltern und Lehrer aus, und durch die Schwierigkeiten, mich mit dem zu identifizieren, was diese Weltanschauung mir bot…

Psychologie des Nahostkonflikts:
Ängste, Abwehr, Ambition
Der israelische Psychotherapeut Ofer Grosbard möchte uns davon überzeugen, daß der Friedensprozeß im Nahen Osten in erster Linie ein emotionaler Prozeß ist. Genau wie in der Frühzeit der Psychologie die Menschen davon überzeugt werden mußten, daß Therapien helfen, so muß man ihnen heutzutage klar machen, daß Konflikte zwischen Nationen gelöst werden können, wenn man die zugrundeliegenden emotionalen Prozesse versteht, so Grosbard, dessen Buch eine Reihe von praktischen Anwendungen und klare Empfehlungen, die von dieser Voraussetzung ausgehen, enthält…

Psychologie:
Überlebensinstinkt oder jüdische Paranoia?…
Avigail Abarbanel ist der Ansicht, daß es beim Nahostkonflikt nicht einfach um Politik geht, sondern um Psychologie, genauer gesagt: um die Psychologie des jüdischen Traumas und seine Auswirkungen auf die israelische Weltsicht im Allgemeinen und das Verhalten gegenüber den Palästinensern im Besonderen…

Psychologie:
Israels gespaltene Seele
Israel fällt auseinander, klagte Avishai Braverman (Mitglied der Knesset) bei der Konferenz zur Lage der Nation des Institutes für Studien zur nationalen Sicherheit. Unser Bildungssystem – einmal der Stolz Israels – ist ein Sauladen; öffentliche Korruption nimmt überhand; unsere Universitäten hungern sich zu Tode; und die Kluft zwischen Armen und Reichen ist schon fast so schlimm wie in Brasilien…

Daniel Bar-Tal:
Psychologische Friedensbarrieren im Nahost-Konflikt
Wer die Entwicklung im Nahost-Konflikt seit dem Tod von Arafat mit einiger Aufmerksamkeit verfolg hat, mag den vorliegenden Beitrag zunächst für eher von historischem Interesse halten. In der Tat hat der Autor ihn vor Beginn der jüngsten Phase dieses Konflikts verfasst. Er arbeitet allerdings eine zentrale Voraussetzung eines genuinen Friedensprozesses heraus: ein grundlegend reformiertes »psychologisches Repertoire«, eine an Koexistenz orientierte kollektive Mentalität. Da diese Voraussetzung noch kaum erfüllt sein dürfte, behält der Beitrag seine Aktualität für den Nahost-Konflikt. Darüber hinaus liefert Bar-Tals Analyse interessante Orientierungshypothesen für manche ähnliche Konfliktkonstellation…

Trauma und Erinnerung:
“Wir haben Deutschland viel zu früh verziehen”
Eine der paradoxen Folgen aus der Allgegenwart des Traumas ist unsere heutige Beziehung zu Deutschland und dem Nahen Osten. Die überhastete Versöhnung mit Deutschland ist einer der paradoxen Aspekte des fortwährenden Traumas der Erinnerung, das unsere feindseligen Beziehungen zu unseren unmittelbaren Nachbarn im Nahen Osten verschärft. Unsere Entfremdung und die Schwierigkeiten, die eine ganze Generation mit der modernen jüdischen Identität hat, gehen zum großen Teil darauf zurück, dass wir Deutschland viel zu früh verziehen haben…

Im Namen des Vaters:
Die Wurzeln des Terrorismus psychoanalytisch betrachtet
Spätestens seit der von Menschen gemachten Katastrophe vom 11. September, die global, synchron und tief unser Innerstes wie mit einem Messer durchschnitten hat, sucht die westliche Welt ratlos, verzweifelt, wütend und verunsichert nach Erklärungen…

Dr. Eyad El-Sarraj:
Vergangenheit und Zukunft im Gazastreifen
Dieses Interview mit Dr. Eyad El-Sarraj, dem Direktor des GCMHP (Psychiatrisches Gemeinschafts Programm für Gaza) wurde von Dr. Eli Erich Lasch geführt, dem ehemaligen israelischen Direktor des Gesundheitswesens im Gazastreifen…

Pathologische Massenbildung gegen Juden und Jüdinnen:
Zur Psychoanalyse des Antisemitismus
Als die “spezifischen Motive” des Antisemitismus nannte Freud jene, “die aus geheimen Quellen” stammen. Die Wissenschaft, welche uns den Blick auf diese unbewussten Quellen ermöglicht, ist die Psychoanalyse. Auch die Charakterisierung des Antisemitismus als “Leidenschaft” und die grandiose Irrationalität seiner Anschuldigungen verweisen auf die Freudsche Theorie. Weil aber die Psychoanalyse das Individuum zum Gegenstand hat, kann es “strenggenommen nur eine Psychoanalyse des Antisemiten, nicht aber des Antisemitismus geben.”…

„Gutgemeinte Warnung“: Ursula Haverbeck-Wetzel wegen Beleidigung verurteilt

Ursula Haverbeck-Wetzel, die ehemalige Vorsitzende des inzwischen verbotenen rechtsextremen “Collegium Humanum” aus Vlotho (Kreis Herford), ist am Dienstag, 30. Juni, wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht in Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) sah es als erwiesen an, dass die 80-Jährige in einem Brief an die Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, diese beleidigt hatte…

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Verwirrung um Antisemitismusberichte in der Schweiz

Verschiedene veröffentlichte Berichte über Antisemitismus in der Schweiz kommen zu verschiedenen Aussagen. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) spricht von einem deutlichen Anstieg des Antisemitismus‘ in der Schweiz, während die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) und die Gesellschaft Minderheiten Schweiz (GMS) das Gegenteil behaupten…

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