Fernsehtipps zum Jahresausklang

Vom 20. bis 31. Dezember 2012…

Sa, 22. Dez · 20:15-21:47 · arte
Ägypten: Geburt einer Großmacht (1/2)

Um 3.000 vor Christus entsteht mit der Vereinigung von Ober- und Unterägypten der erste Territorialstaat der Geschichte. 3.000 Jahre sollte das Reich am Nil bestehen, regiert von 30 Dynastien „gottgleicher“ Pharaonen. Keine Zivilisation war langlebiger, keine auf künstlerischem Gebiet erfinderischer und keine erschuf so viele beeindruckende Bauten wie die der alten Ägypter. Mit Reenactments und Computeranimationen lässt der Dokumentarfilm die längst vergangenen Lebenswelten wieder erstehen. Der filmische Streifzug markiert die wichtigsten Momente dieser Geschichte: die Reichsgründung unter König Narmer, die Streitwagenschlachten von Thutmosis III., die religiöse Revolution des Echnaton und die gigantischen Bauten von Ramses II. Bei Grabungen und auf Expeditionen suchen Wissenschaftler nach dem Erfolgsgeheimnis der altägyptischen Zivilisation. Aufsehenerregende archäologische Funde zeigen, dass die ägyptische Kultur das Produkt einer jahrhundertelangen Entwicklung in einer besonderen topographischen Lage war. In einer großen Schlacht unterwirft König Narmer um 3.000 vor Christus den Norden des Landes und führt Ober- und Unterägypten zusammen, der letzte Schritt zu einem geeinten Staat. Doch entscheidender für die Geburt des Pharaonenreiches war die Herausbildung einer funktionierenden Infrastruktur durch Narmer und seine Vorgänger. Sie förderten die Entwicklung einer Bildungselite, organisierten die Wasserversorgung und gewährleisteten so die Ernte. Sie ließen Städte bauen und konstruierten Boote, um den Nil zu befahren. Doch die ägyptische Geschichte verläuft nicht ohne Tiefen. Nahezu eineinhalb Jahrtausende nach dieser ersten Blüte beginnen unruhige Zeiten. Das Land muss sich immer häufiger gegen äußere Feinde verteidigen. Zeitweise beherrschen sogar Fremde das Land. Sie sind noch nicht lange vertrieben, als Thutmosis III. den Thron besteigt. Er will sein geeintes und friedliches Reich für immer bewahren. Beflügelt von dieser Vision, wird er zum größten Feldherren der ägyptischen Geschichte. An zwei Fronten muss er seine Heimat verteidigen, im Süden gegen die Nubier und im Nordosten gegen den Staat Mitanni und die von ihm abhängigen Fürsten Palästinas und Syriens. Thutmosis III. setzt auf die neue, von den Feinden übernommene Waffentechnik, befiehlt ein stehendes Heer und stärkt die Grenzfestungen. Besondere Bedeutung kommt seinen Kriegen in Palästina zu. Dort entsteht eine Pufferzone. Sie schützt den Norden Ägyptens vor den Einfällen feindseliger Völker aus Vorderasien. Doch trotz vieler Siege verfolgt Thutmosis III. keine Politik der Eroberung. Er zieht sich immer wieder in sein Reich zurück. Diese Strategie übernehmen auch seine Nachfolger. „Vorwärtsverteidigung statt Expansionspolitik“ lautet die Devise. Immer konzentrieren sich die Ägypter auf ihre Flussoase entlang des Nils. Gerade dies ist ein wichtiger Grund für die Langlebigkeit der ägyptischen Zivilisation: die Fähigkeit, maßzuhalten.

So, 23. Dez · 01:15-01:41 · arte
Zu Tisch in … Bethlehem

Am liebsten würde man sofort zugreifen beim Anblick der mit Dattelpaste gefüllten Plätzchen mit Zimt, Nüssen und Rosenwasser, in einem saftigen Teig aus Hartweizengrieß. Rose Ghareebs backt die kunstvollen Ma’amoul in ihrer Heimatstadt Bethlehem. Um ihre kunstvolle Weihnachtsbäckerei zu kosten, würden sich sicher nicht nur die Heiligen Drei Könige nochmals auf den Weg dorthin machen … Rose Ghareeb macht in der Vorweihnachtszeit, was Christen in aller Welt tun: Sie bereitet das Fest vor, schmückt das Haus und backt Weihnachtsgebäck: appetitliche Ma’amoul, Kekse mit Dattelfüllung oder auch Burbara, ein mit Anis, Zimt und Nelken abgeschmecktes Weizengericht zum Festtag der heiligen Barbara im Dezember. Rose Ghareebs Mann Farah und ihr Sohn Ehab sind Holzschnitzer. In der Vorweihnachtszeit haben sie alle Hände voll zu tun, denn es ist die beste Zeit, Krippenfiguren an Bethlehem-Besucher zu verkaufen. Rose ist glücklich darüber, an dem Ort leben zu dürfen, wo Jesus geboren wurde. Das ist für sie etwas ganz Besonderes, auch wenn das Leben in Bethlehem keinesfalls einfach ist: Der Ort liegt in der Westbank und gehört zu den autonomen palästinensischen Gebieten, am Ortsrand verläuft die israelische Sperrmauer. Viele Christen haben in den letzten Jahren Bethlehem verlassen, auch Roses ältester Sohn lebt im Ausland. Rose hofft dennoch, den Rest der Familie in Bethlehem halten zu können. Zu diesem Weihnachtsfest erwartet die Familie nämlich ein ganz besonderes Geschenk: Roses Tochter Jihan ist im neunten Monat schwanger …

So, 23. Dez · 03:15-03:25 · SWR
Mit dem Frachtschiff durchs Mittelmeer

Ganz anders als auf einem Kreuzfahrtschiff erlebt man die Welt der Seefahrt allerdings auf einer Tour mit einem Frachtschiff. Die Touren dauern zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten. Reisen mit dem Frachtschiff gibt es schon länger. Schon seit Jahren nutzt eine langsam aber stetig wachsende Fangemeinde diese besondere Form der Seereise. Wir machen eine Tour von Ägypten über Zypern und Israel in den Süden der Türkei.

So, 23. Dez · 04:00-04:25 · PHOENIX
Im Fadenkreuz der Attentäter: Yitzhak Rabin

Der israelische Jura-Student Jigal Amir sieht im Fernsehen, wie Ministerpräsident Yitzhak Rabin PLO-Führer Jassir Arafat die Hand schüttelt. Daraufhin beschließt er, den Premierminister zu töten.

Mo, 24. Dez · 02:20-03:05 · SWR
Reisen in ferne Welten: Tel Aviv

Tel Aviv wird gerne als Miami Beach des Mittelmeers bezeichnet. Der breite feine Sandstrand und die fast immer scheinende Sonne machen Israels Metropole in der Tat für Städtetouristen interessant, die Sightseeing mit einem Sprung Ins Meer verbinden wollen. Gute 100 Jahre ist Tel Aviv gerade mal alt und bietet mal mehr mal weniger gelungene moderne Architektur. Berühmt ist die Stadt vor allem für seine vielen Bauhausbauten aus den 30er Jahren, die so genannte Weiße Stadt ist allerdings zum Teil in einem desolaten Zustand aufgrund der salzhaltigen Luft und mangelnder Pflege. Tel Aviv ist nicht unbedingt eine schöne Stadt, aber dafür eine sehr lebendige. In punkto Nachtleben kann sie mit jeder europäischen Metropole mithalten. Ständig eröffnen neue Clubs, Bars und Restaurants; aus ganz Israel zieht es die Menschen hierher. Im Gegensatz zum religiösen Jerusalem ist Tel Aviv eine sehr weltliche und tolerante Stadt. Lebensfreude wird hier groß schreiben, und die Angst vor möglichen Konflikten mit den arabischen Nachbarn wird so gut es geht ignoriert. Um dem Lebensgefühl Tel Avivs näher zu kommen, interviewten wir zum Beispiel eine Rabbinerin, eine Straßenkünstlerin, zwei Modedesigner, einen Partypromoter, einen Architekten und ganz normale Tel Aviver. Wir streiften durch die Gasse der arabischen Vorstadt Jaffa, besuchten das jemenitische Viertel und lernten den israelischen Volkssport Matkot kennen. So entstand ein Städteporträt zwischen Strandleben, Humus und wilden Partys.

Di, 25. Dez · 21:00-21:45 · PHOENIX
Das geraubte Gold Jahwes – Fahndung nach Jerusalems Goldschatz

Der Film erzählt die aufregende Geschichte vom Gold Jahwes – eine Geschichte zwischen Legenden und historischen Fakten, zwischen Jerusalem, Rom und Mekka. Eine spannende Reise durch Jahrhunderte, Kontinente und Kulturen – zu berühmten Schauplätzen der drei großen monotheistischen Weltreligionen. Opulente Dokumentaraufnahmen und Inszenierungen illustrieren die dramatischen Geschehnisse, von denen die Quellen berichten. Endzeitstimmung im Heiligen Land: Im Jahr 70 nach Christus eroberte die Armee des römischen Feldherrn Titus Jerusalem. Die Truppen plünderten den Tempel des Herodes – das Haus Jahwes – und zerstörten das zentrale Heiligtum der Juden bis auf die Grundmauern. Wenig später ließ der siegreiche Heerführer die Schlüsselszene in seinen Triumphbogen in Rom einmeißeln: Legionäre tragen die goldene Menora, den siebenarmigen Leuchter, als Kriegstrophäe durch die Straßen der Ewigen Stadt. Ebenso den so genannten „Schaubrottisch“, der im jüdischen Kult eine wichtige Rolle spielte.Im Tempel der Friedensgöttin nahe dem Forum Romanum stellten die Römer die geraubten Objekte anschließend auf. Die exotischen Schätze erregten beim Publikum ungeheures Aufsehen, stellten sie doch einen enormen Wert dar. So überliefert es der Schriftsteller Flavius Josephus, ein Jude in römischen Diensten und Augenzeuge der Katastrophe von Jerusalem. Wohin verschwanden die kostbaren Beutestücke später? Überdauerten sie die Stürme der Jahrhunderte an einem geheimen Ort? Immer wieder versuchen Glücksritter, aber auch Historiker und Archäologen, den zahlreichen antiken Hinweisen zu folgen und die verschollenen Heiligtümer aufzuspüren.Eine Spurensuche Die abenteuerliche Fahndung nach Jerusalems Tempelschatz führt durch ganz Europa und den Mittelmeerraum. Die Menora lässt sich nach der Eroberung Roms durch die Vandalen über Karthago in Nordafrika bis nach Konstantinopel am Bosporus verfolgen. Dort verliert sich ihre Spur. Der Schaubrottisch hingegen erlebt eine andere Odyssee: Die Westgoten sollen ihn bei ihrem Überfall auf die Ewige Stadt mitgenommen und über Südfrankreich nach Spanien verschleppt haben. Selbst ein französischer Landpfarrer scheint in das mysteriöse Verschwinden des goldenen Tisches verwickelt zu sein. Entdeckte der Geistliche eine verschlüsselte Karte, die auf das Versteck hinweist? Oder entrissen die Araber im 8. Jahrhundert auf ihrem Kriegszug durch Spanien das Prunkstück den Schatzkammern des Westgotenkönigs? Schafften sie das kostbare Kultobjekt nach Damaskus und von dort nach Mekka? Landete der eingeschmolzene Tisch bei den Erben Mohammeds – als Schmuck des zentralen Heiligtum der Moslems, der Kaaba in Mekka, wie arabische Chronisten schildern?

Mi, 26. Dez · 02:15-03:50 · arte
Granatäpfel und Myrrhe

Die junge, tanzbegeisterte Kamar heiratet in Ramallah den Olivenplantagenbesitzer Zaid. Ihm zuliebe gibt sie ihre Leidenschaft und Profession, den Tanz, auf. Ihre Hochzeit ist ein großes Fest, ausgelassen genießt Kamar Musik und Tanz. Doch das Glück währt nur kurz. Die israelische Armee okkupiert einen großen Teil von Zaids Land, um darauf Siedlungen entstehen zu lassen. Als sich Zaid dagegen wehrt, wird er gefangen genommen. Kamar ist verzweifelt. Sie muss sich der Familie ihres Mannes unterordnen und darf nicht mehr öffentlich auftreten. Stattdessen muss sie bei der bevorstehenden Olivenernte helfen. Das endlose Warten auf die Freilassung Zaids und der Argwohn ihrer Schwiegermutter werden für Kamar immer unerträglicher. Sie fühlt sich zwischen ihrem persönlichen Wünschen und der Loyalität zu ihrem Mann hin- und hergerissen. Heimlich beginnt sie, wieder die Tanzschule zu besuchen. Ihr Anliegen, den traditionellen Dabke-Tanz zu modernisieren, wird auch von dem neuberufenen Choreographen Kais unterstützt. Kais, der nach Jahren des libanesischen Exils in seine Heimat zurückgekommen ist, um vielleicht den Jahrmarkt seines Vaters wieder zu eröffnen, findet in Kamar eine Seelenverwandte. Ihre professionelle Beziehung wird zunehmend persönlicher, Kamar gerät immer tiefer in einen Gewissens- und Gefühlskonflikt. In der Café-Besitzerin Umm Habib finden beide eine Ansprechpartnerin und Unterstützerin. Doch als Olivenernte und Tanzpremiere bevorstehen, entscheidet sich Kamar für die Familie. Sie organisiert erfolgreich die Ernte und gewinnt dadurch den Respekt von Zaids Mutter. Das gibt ihr endlich die Freiheit, ihren Gefühlen zu folgen. Als keiner mehr mit ihrem Erscheinen bei der Premiere gerechnet hat, kommt Kamar doch noch auf die Bühne …

Do, 27. Dez · 08:15-09:00 · BR-alpha
Aspirin – Die Jahrhundertpille

Im Jahre 1899 wurde „Aspirin“ von den Bayer-Werken als erstes Medikament der Welt in Tablettenform gepresst, massenweise vermarktet und gilt bis heute als das meistverkaufte Medikament der Geschichte. Der Chemiker Felix Hoffmann (1868-1946) galt lange Zeit als Entdecker des Ur-Wirkstoffs Acetylsalicylsäure, den er 1897 erstmals in haltbarer Form synthetisch hergestellt haben soll. Doch heutige Erkenntnisse zeigen, dass auch der jüdische Chemiker Arthur Eichengrün (1867-1949) an der „Erfindung“ des Wundermittels beteiligt war. Spätestens im Jahr 1934 verschwindet sein Name allerdings aus den deutschen Geschichtsbüchern.

Fr, 28. Dez · 21:55-23:25 · 3sat
Die Rückkehr des Tanzlehrers (2/2)

Molins Nachbar, der jüdische Stargeiger Jonas Andersson, wird getötet. Während die örtliche Polizei von einem Doppelmord ausgeht, stößt Lindman in Molins Haus auf ein Geheimpapier höchst brisanten Inhalts. Es weist seinen verstorbenen Kollegen als Mitglied einer militanten neonazistischen Organisation aus, deren Einfluss bis in die Spitzen der schwedischen Gesellschaft reicht. Um unerkannt zu bleiben, hetzen sie Lindman einen Killer auf den Hals. Zweiter Teil der zweiteiligen Henning-Mankell-Verfilmung „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ von Urs Egger, die mit Stars wie Veronica Ferres, Tobias Moretti und Maximilian Schell hervorragend besetzt ist.

Sa, 29. Dez · 14:25-16:05 · WDR
Auf Ehrenwort

Raoul Walshs reizvolles Agentendrama zeigt Errol Flynn in einer Paraderolle als zwielichtiger Gangster mit Herz, der sich vom gewissenlosen Playboy in einen Mann von Ehre verwandelt. Paris 1943. Der zum Tode verurteilte Raubmörder Jean Picard steht bereits vor der Guillotine, doch ein Bombenangriff zerstört das Gefängnis. Picard flüchtet nach Bordeaux, wo ihn Inspektor Marcel Bonet erneut verhaftet. Bonet ist hinter dem Meisterdieb bereits seit 15 Jahren her und will ihn nach Paris zurückbringen. Im Limousin wird ihre Reise abrupt unterbrochen. Eine gesprengte Zugbrücke hat etliche deutsche Besatzer getötet. Die Gestapo droht damit, 100 französische Geiseln zu töten, falls sich der Saboteur nicht stellt. Picard nutzt die Chance, um Bonet einen heiklen Vorschlag zu machen. Er erklärt Bonet, dass er wenigstens als Ehrenmann sterben möchte. Bonet soll ihn deshalb freilassen, damit er sich anstelle des wirklichen Saboteurs bei der Gestapo stellen könne. Bonet gerät in schwere Gewissenskonflikte, doch angesichts des Leids der Dorfbewohner willigt er ein und meldet den Vorgesetzten, dass er Picard auf der Flucht erschossen habe. Picard ist jetzt ein freier Mann. Er setzt den rechtschaffenen Bonet damit unter Druck, dass sie jetzt quasi Komplizen seien. Um Bonet zu provozieren, beginnt der Frauenheld drei Tage vor Ablauf des Ultimatums eine Romanze mit der Verkäuferin Marianne. Der zynische Einzelgänger wird nachdenklich, als er von Marianne erfährt, dass sie um ihren Bruder trauert, der ebenfalls als Geisel genommen wurde. Die Lage spitzt sich zu, als die Gendarmen den wahren Saboteur verhaften. Bonet und Picard befreien ihn mit einer List, doch derweil haben sich die Dorfbewohner zusammengetan, um Picard den Nazis auszuliefern. Marianne verhilft Picard in letzter Sekunde zur Flucht. Bonet kehrt verbittert nach Paris zurück, doch am nächsten Tag steht plötzlich Picard vor der Tür. Er hat noch eine letzte Bitte…

Sa, 29. Dez · 20:15-21:47 · arte
Ägypten: Sehnsucht nach Unsterblichkeit (2/2)

Um 3.000 vor Christus entsteht mit der Vereinigung von Ober- und Unterägypten der erste Territorialstaat der Geschichte. 3.000 Jahre sollte das Reich am Nil bestehen, regiert von 30 Dynastien „gottgleicher“ Pharaonen. Keine Zivilisation war langlebiger, keine auf künstlerischem Gebiet erfinderischer und keine erschuf so viele beeindruckende Bauten wie die alten Ägypter. Der zweite Teil des Dokumentarfilms stellt Religion, Tempelwirtschaft und Totenkult in den Mittelpunkt und betrachtet die Zeit der Herrschaft von Echnaton und Ramses II. Die Kultur des Alten Ägypten ist geprägt von Religion, Tempelwirtschaft und Totenkult. Zwei Pharaonen spielen in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle: Echnaton und Ramses II. Als Echnaton um 1.350 vor Christus den Thron besteigt, haben sich in Ägypten die religiösen Bräuche seit nahezu 2.000 Jahren kaum geändert. Die einflussreiche Priesterschaft ist hierarchisch organisiert, die Kulthandlungen in feste Rituale gegossen. Die Tempel bilden nicht nur spirituelle, sondern auch wirtschaftliche Zentren des Landes. Durch Schenkungen frommer Pharaonen sind sie so mächtig geworden, dass sie die Politik des Landes mitbestimmen. Kaum an der Macht, stürzt Echnaton die alten Götter und entmachtet die Priesterschaft. Nur noch der Sonnengott Aton soll verehrt werden. Für den einfachen Ägypter ist diese religiöse Revolution von oben eine Katastrophe. Durch das Verbot der Götter fehlt vielen Menschen der spirituelle Halt und durch die Schließung der Tempel die Lebensgrundlage, denn viele Menschen leben von der Arbeit für die Tempel. Echnaton steht für eine „Kulturrevolution“ in der ägyptischen Geschichte. Doch seinem Wirken ist keine Dauer beschieden. Als er stirbt, findet auch seine neue Religion ein schnelles Ende. Die Sonnentempel des Aton werden zerstört, Echnatons Andenken nahezu ausradiert. Niemand verkörpert die Rückkehr zur althergebrachten Ordnung besser als Ramses II. Ihm gelingt der erste Friedensvertrag nach jahrzehntelangem Krieg mit den Hethitern. Das beschert den Ägyptern fast ein halbes Jahrhundert Stabilität. Der Pharao verfügt ein gigantisches Tempelbauprogramm und pflegt den Kult der vielen Götter. Der Bau seines eigenen Grabes im Tal der Könige ist ihm besonders wichtig. Ramses II. geht als einer der größten Erbauer von Grabdenkmälern in die ägyptische Geschichte ein. Wie entstanden bei den Ägyptern ihre besonderen Vorstellungen vom Leben nach dem Tod? Warum investierten sie einen Großteil ihres Reichtums und ihrer Zeit in Gräberbau und Grabausstattung? Ausgrabungen auf dem ältesten Königsfriedhof Ägyptens in Abydos, die Arbeit von Archäologen im Tal der Könige, Mumifizierungsexperimente, ja selbst einfache Naturbeobachtungen liefern die Schlüssel zur Antwort. Das Leben von Ramses II. zeigt, dass der Totenkult die ägyptische Gesellschaft zusammenhielt. Er war Wirtschaftsfaktor und emotionales Band. Und ursprünglich war er ein Kult des Lebens. Denn für die Ägypter war ihr Leben an den Ufern des Nils bereits das Paradies auf Erden. Von der Zeit der ersten Königsgräber bis zum Ende der pharaonischen Geschichte waren sie vereint durch ein Interesse: das Leben, das sie im Diesseits führten, in der Ewigkeit fortzusetzen.

So, 30. Dez · 02:05-03:40 · SWR
Sein oder Nichtsein

Polen, 1939. Am Warschauer Theater studiert das Ensemble ein komödiantisches Bühnenstück ein, das sich über Nazi-Deutschland lustig macht. Dann aber wird die Aufführung von der Regierung verboten. Statt der Nazi-Farce soll die Truppe unter Leitung des renommierten Schauspieler-Ehepaars Joseph und Maria Tura erneut Shakespeares „Hamlet“ ins Programm nehmen. Für Joseph Tura ist der Hamlet die Rolle seines Lebens. Umso unbegreiflicher ist es ihm, weshalb jedes Mal, wenn er zu seinem großen Monolog über „Sein oder Nichtsein“ ansetzt, ein junger Leutnant demonstrativ den Zuschauerraum verlässt. Tura ahnt ja nicht, dass dieser Leutnant Sobinski ein heimlicher Verehrer seiner Frau ist – und dass er diese immer dann in der Garderobe trifft, wenn Joseph seinen Monolog beginnt. Dann marschieren die deutschen Truppen in Polen ein. Während Sobinski nach England entkommt, schließt sich das Ensemble der Widerstandsbewegung an. In London lernt Sobinski den berühmten Professor Siletsky kennen, der behauptet, als polnischer Widerstandskämpfer nach Warschau unterwegs zu sein. Erst nachdem der gutgläubige Sobinski und seine Kameraden dem Professor die Namen zahlreicher Widerstandskämpfer gegeben haben, erfahren sie, dass Siletsky in Wahrheit ein Nazi-Spion ist. Um seine Freunde zu warnen, reist Sobinski zurück nach Polen. Er kann zwar nicht verhindern, dass Siletsky sich bei Maria Tura als vermeintlicher Theateragent vorstellt – doch mit List und Witz gelingt es den Schauspielern, den heimtückischen Spion in eine Falle zu locken. Durch das geplante Gestapo-Theaterstück bestens mit hochrangigen Nazi-Unformen ausgestattet, führt das Ensemble fortan eine waghalsige Maskerade auf. Keine Frage, dass es dabei zu aberwitzigen Konfrontationen und Verwicklungen kommt, bei denen kaum noch jemand durchschaut, wer nun ein „echter“ und wer ein „falscher“ Nazi ist. Die größten Herausforderungen stehen Joseph Tura und seinen Leuten allerdings erst noch bevor: Adolf Hitler, der auf Staatsbesuchs in Warschau weilt, höchstpersönlich hinters Licht zu führen und mit dem gekaperten Flugzeug des „Führers“ aus Polen zu fliehen.

So, 30. Dez · 17:30-18:00 · BR
Das American Colony Hotel

Bis heute ist das American Colony Hotel in Jerusalem in Familienbesitz. Die neutrale Haltung der Besitzer im Nahost-Konflikt haben das Hotel bis heute zu einem beliebten und manchmal auch geheimen Treffpunkt für Palästinenser und Israelis gemacht. So begannen die Friedensgespräche, die 1993 zum Oslo-Vertrag führten, im American Colony. Doch daneben ist das Colony einfach „nur“ ein wunderschönes, luxuriöses Hotel mit wunderbaren Mitarbeitern: Juden, Christen und Muslimen haben keinerlei Probleme miteinander, im Gegenteil – sie sind miteinander befreundet. Und für den Gast aus Amerika oder Europa ist das Hotel eine der schönsten Oasen des Nahen Ostens. Als der Baron Ustinov (der Großvater des Schauspielers Sir Peter Ustinov) im Jahr 1902 eine Unterbringungsmöglichkeit in Jerusalem für seine Besucher aus Europa und Amerika benötigte, war die Idee für das American Colony Hotel geboren. Schon nach kurzer Zeit hatte sich das American Colony als Unterkunft für westliche Reisende und Pilger etabliert, deren hohe Ansprüche an Qualität und Komfort anderswo nicht erfüllt wurden. Die reiche Geschichte des American Colony Hotels in Jerusalem geht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück und nahm ihren Ursprung in einer Reihe tragischer Ereignisse, die dazu führten, dass die strenggläubige christliche Familie von Horatio und Anna Spafford im Jahre 1881 ihre Heimatstadt Chicago verließ, um Frieden in der Heiligen Stadt Jerusalem zu finden und Familien in Not zu helfen. Dank ihrer Wohltätigkeit sowohl gegenüber den jüdischen Nachbarn als auch gegenüber den Beduinen von jenseits des Jordan dauerte es nicht lange, bis sie das Vertrauen der lokalen Bevölkerung gewonnen hatten. Bald schon hatten sich ihre Mildtätigkeit und ihr großes soziales Engagement herumgesprochen. Von den Anwohnern wurden sie einfach nur „die Amerikaner“ genannt. 1894 folgten ihnen 70 in den Vereinigten Staaten lebende Schweden, und zwei Jahre darauf kamen weitere 55 Glaubensbrüder in Jerusalem an, was eine wesentlich größere Unterkunft erforderlich machte. Das Haus, das sie letztendlich kauften, war ursprünglich als Palast für einen Pascha und seine vier Ehefrauen entworfen worden. Bald sollte der Palast zum American Colony Hotel werden.

So, 30. Dez · 23:55-01:30 · MGM
Der zehnte Mann

Paris, 1941: Wahllos verhaften die Nazis Zivilsten und kündigen an, jeden zehnten von ihnen hinzurichten. Per Los sollen die Häftlinge selbst bestimmen, wer getötet wird. Es trifft Rechtsanwalt Chavel (Anthony Hopkins). Der kann das Los jedoch an einen todkranken Mithäftling weitergeben. Als Gegenleistung überschreibt er dessen Famile seinen Besitz. Drei Jahre später sucht Chavel unter falschem Namen Kontakt zu der Familie des „zehnten Mannes“. – Schuld-und-Sühne-Drama nach Graham Greene.

Ein Kommentar zu “Fernsehtipps zum Jahresausklang

  1. Reenactments der altägyptischen, dynastischen Zeiten? Sehr kritisch anzusehen! Denn: Cui bono? Die Kritik an der „Pyramiden-Politik“ des ehemaligen Generalsekretärs der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, zeigt m.E. in die richtige Richtung:

    „Besonders in der Kritik stand die Live-Übertragung der Erforschung des Belüftungsganges in der Cheops-Pyramide am 17. September 2002 und die gleichzeitige Öffnung eines Grabes. Hier wurde nicht nur die Übertragung kritisiert, sondern auch die Wissenschaftlichkeit der Arbeit.[…]

    Des Weiteren machte Hawass am 11. Februar 2009 umstrittene Äußerungen im ägyptischen Fernsehen, wonach die Juden planmäßig die Welt beherrschen sowie Wirtschaft und Medien kontrollieren würden. Seiner Meinung nach verdankten sie diese Stärke ihrer eigenen Geschlossenheit, während die arabische Welt hingegen uneins sei.“

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zahi_Hawass#Kritik

    Wer sich – wie ich – seit Jahrzehnten mit dem alten Ägypten auseinandersetzt, der weiß, daß Unwissenschaftlichkeit der Nährboden der Ägyptologie ist. Nirgendwo – außer vielleicht bei der Geschichte des Christentums – wurde und wird immer noch so schamlos gelogen und gefälscht wie in der Altertumsforschung Ägyptens.

    Mein Gegentipp zum Fernsehprogramm:

    Doris Wolf: „Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens“

    Hier die Website zum Buch:
    http://www.doriswolf.com/wp/

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