Obama mit Hitlerbild in Verlegenheit bringen

Israels Außenminister Avigdor Liberman hat gegen den Willen der professionellen Diplomaten in seinem Amt beschlossen, das Photo des palästinensischen Mufti Hadsch Amin el Hussaini bei einem Treffen mit Adolf Hitler, 1941 in Berlin aufgenommen, an alle israelischen Botschaften im Ausland zu verschicken…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 22. Juli 2009

Hintergrund ist die internationale Kontroverse um die Errichtung eines Wohnkomplexes mitten in Jerusalem, anstelle des Shephard-Hotels. Das Grundstück wurde von einem amerikanischen Millionär aufgekauft, um die jüdische Präsenz im Osten Jerusalems zu stärken.

Dieses Shephards-Hotel wurde ursprünglich als Palast des von den Briten ernannten Mufti gebaut. Nachdem er ab 1929 zu blutigen Aufständen der Araber gegen die Juden in Palästina aufgerufen hatte, floh er nach Nazi-Deutschland und errichtete in Bosnien eine muslimische SS-Truppe. Der Mufti habe mit Hitler abgesprochen, dass die Nazis nach der Eroberung Palästinas das Land von Juden „säubern“ würden. Liberman wolle mit dem Bild Obama in Verlegenheit bringen, wegen seinem politischen Druck auf Israel sogar in Jerusalem jegliche Bautätigkeit zu stoppen. „Der Minister will, dass alle Welt die Tatsachen wissen sollte“, bestätigt Sivan Raviv, Sprecherin Libermans, einen Bericht dazu in einer israelischen Zeitung.

hitler-mufti

Professionelle Diplomaten halten nach Angaben der Zeitung die Verbreitung des Bildes jedoch für ein „Eigentor“. Es erwecke den Eindruck, als drücke sich Israel um die echte Problematik der Siedlungspolitik und des Status von Jerusalem.

Es handelt sich um das gleiche Bild, das früher in der Holocaust Gedenkstätte Jad Vaschem neben einem Photo von Papst Pius XII gehangen hatte, mitsamt einer Schrifttafel zum „Schweigen“ jenes Papstes während des Holocaust. Das hatte zu einer diplomatischen Krise zwischen dem Vatikan und Israel geführt. Im neuen Museum von Jad Vaschem hängen neben dem Papstfoto Luftaufnahmen des KZ Auschwitz. Die „beweisen“, dass die Amerikaner vom Vernichtungslager wussten, es aber nicht bombardiert hatten, um den Massenmord zu stoppen. Das Bild des Mufti mit Hitler wird heute in gebührender Entfernung in einem anderen Saal ausgestellt.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

3 Kommentare zu “Obama mit Hitlerbild in Verlegenheit bringen

  1. Dieses wohlbekannte Bild lohnt es  genauer betrachtet zu werden.
     
    Sowohl Mimik als auch Gestik verraten eine Menge über die beiden Verbündeten. Die gespannt aufrechte Haltung, der gesenkte Blick und die geschlossenen Hände des Mufti drücken Unsicherheit und Unbehagen aus. Des „Führers“ nur auf den ersten Blick hin entschlossen wirkender Gesichtsausdruck, seine wirbelnden Hände und seine nach vorne gerückte Haltung lassen ihn gleichfalls nicht gerade als eine souveräne Persönlichkeit, die Alles unter Kontrolle hat, erscheinen.
    Wird wohl keine große Harmonie aufgekommen sein, zwischen den beiden, trotz der vielen Gemeinsamkeiten…

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.