Antisemitismus und Rassenhass bei der Deutschen Wehrmacht

Vor mir liegt ein großformatiges, in kaffeebrauner Karton-Leinenbindung gehaltenes Buch, schlicht aber solide verarbeitet, äußerlich durchaus seriös wirkend und lediglich mit dem Schriftzug „Wir im Osten“ betitelt. Es stammt aus dem Nachlass des Vaters eines ehemaligen Schulkameraden, eines einstigen Majors bei der Wehrmacht. Ich erinnere mich noch gut an diesen meist gutgelaunten, leicht untersetzten, älteren Herrn, der durchaus über Menschlichkeit und Wärme verfügte. Auch meiner so buntgemischten bayerisch-osteuropäischen Herkunft gegenüber hat er sich niemals abfällig oder ‚von oben herab‘ geäußert oder sonst erkennen lassen, dass er gegen Angehörige anderer Völker irgendwelche Vorurteile hegte…

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Christlicher Antijudaismus in Bayern: Rabbiner Dr. A. Eckstein über Ritualmordbeschuldigungen im Raum Bayreuth (1907)

Kürzlich gab HaGalil einen Aufsatz von Dr. Yaron Harel von der Bar-Ilan-Universität zu christlichen Ritualmordbeschuldigungen im muslimischen Syrien wieder. Für mich ein geeigneter Anlass das gleiche Thema mit dem Schwerpunkt auf Bayern, meinem Geburtsland, ebenfalls zu bearbeiten. Ritualmordvorwürfe sind keine Erfindung des Christentums, wenn sie auch auf das Engste mit ihm verbunden bleiben; ihr Ursprung liegt im Altertum. Besonders in den katholischen Regionen Europas hielten sich diese Auswüchse christlichen Antijudaismus‘ noch bis in die vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts…

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„Die jemenitischen Juden“ von Sigmund Feist (1925)

„Stammeskunde der Juden“ ist eine Monografie betitelt, die sich Juden in verschiedenen Teilen der Erde widmet, so auch den jemenitischen Juden. Zu den Spezialgebieten ihres Autors, des Pädagogen, Sprachwissenschaftlers und Germanisten Sigmund Feist zählten zwar Völkerkunde und Judaistik nicht, dennoch hat er sich auch hier hohe Anerkennung erworben…

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Jüdische Bankiers und Heereslieferanten um 1800 in Bayern

Dass Juden in Deutschland nicht nur Opfer, sondern häufig wertvollste Kulturträger waren, dass sie bedeutende Beiträge zum Geistesleben leisteten und dass sie zum Gedeih der Wirtschaft oft entscheidend beitrugen, wird nur in sehr wenigen allgemeinen Werken zur deutschen Geschichte gewürdigt. Erfreulicherweise haben jedoch diese positiven Aspekte der jüdisch-deutschen Minderheitengeschichte in kleineren Kreisen beständig angemessene Anerkennung gefunden. Letztere schlug sich in weit verstreuten Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Periodika, sowohl aus der Hand jüdischer als auch aus der nichtjüdischer Autoren, nieder…

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Antisemitische Vorwürfe auf dem Seziertisch: Julius Goldsteins „Schreiben an einen katholischen Geistlichen“ (1927)

Wer in unserem Lande der ‚Baby-Boomer‘-Generation angehört, kann sich möglicherweise noch an jene, einst so geläufigen und (unter ‚braven‘ Christen) weit verbreiteten, Redensarten erinnern, die Reichtum als für Juden ‚typisch‘ anführten und Kommunismus bzw. Freimaurerei als jüdische Erfindungen ‚priesen‘. Redensarten also, die das Fortleben der so unausrottbar erscheinenden Abneigungen gegen die Minderheit überleben halfen. Heute hat der Antiisraelismus einen Gutteil jener schädlichen Energien kompensiert und die ‚alten Geschichten‘ sind seltener zu hören. Was aber verbarg sich nun tatsächlich hinter den Volkesmeinungen Jude gleich Kapitalist bzw. Jude gleich Kommunist bzw. Jude gleich Freimaurer? Erfreulicherweise hat hierzu eine kompetente und angesehene Persönlichkeit Stellung bezogen. Eine Persönlichkeit im Übrigen, an die es in diesem Jahre zu erinnern gilt, da sich ihr Todestag zum achtzigsten Male jährt…

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KZ-Gedenkstätte Dachau: Von der Unfähigkeit angemessen zu gedenken

Über das oberbayerische KZ Dachau sind eine Menge Bücher, Broschüren und Faltblätter gedruckt worden. Minutiös halten sie Begebenheiten, Ereignisse und Personen der Jahre 1933 bis 1945 fest; präzise, chronologisch und systematisch berichten sie über die Verbrechen auf diesem Stück bayerischen Bodens. Keinem vernünftigen Menschen käme es daher in den Sinn diese Aufklärungsarbeit zu kritisieren. Bedauerlicherweise, und hier ist Kritik mehr als nur angebracht, endete jedoch die Bereitschaft zur Aufarbeitung der KZ-Geschichte jeweils mit dem Jahre 1945. Denn bis zur Einrichtung der Gedenkstätte im Jahre 1965 vergingen zwanzig Jahre, zwanzig Jahre, in denen Dinge geschahen, die besonders uns Nachgeborenen zu fast ebenso großer Schande gereichen, wie das, was sich vor 1945 am Rand jener Kleinstadt vor den Toren Münchens ereignete…

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Eine judenfreundliche Stimme aus Bayern: Ignaz v. Döllinger (1881)

Bayern, jener Landstrich im Herzen Europas, für dessen Bevölkerung Xenophobie und Antisemitismus bis in die Gegenwart ein anscheinend unüberwindliches Problem darstellen, brachte immer wieder auch Persönlichkeiten hervor, die so ganz und gar nicht in dieses intolerante Umfeld passen wollten…

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Bayerisches Brauchtum bizarr: „Der Jud muß verbrannt werden!“

Wenn von den Verbrechen des „Dritten Reiches“ die Rede ist, werden diese in der bundesdeutschen Öffentlichkeit geradezu automatisch mit „den Nazis“, „den Nationalsozialisten“, „dem NS-Regime“ in Verbindung gebracht und genannt. Sehr viel seltener wird in diesem Zusammenhang (eher nachdenklich gestimmt) von „deutschen Tätern“ oder „den Deutschen“ gesprochen…

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Esrat-Jisrael-Mitbegründer Seide Komet über die Juden im Jemen (1921)

Jüdische Mäzene und Wohltäter in Mitteleuropa haben Jahrhunderte über selbstlos und höchst wirksam die materielle und geistliche Not ihrer jüdischen Glaubensgenossen in den Ländern, in denen sie selbst lebten und anderswo zu lindern gewusst, wofür sie zu Lebzeiten hochgeachtet und mit Dank und Ehrungen bedacht wurden. Einige von ihnen unterstützten, über religiöse Grenzen hinweg, auch bedürftige Christen. Die kollektive Erinnerung an diese herausragenden Juden währte jedoch bedauerlicherweise nur kurz und hat sie selten um mehr als eine Generation überlebt…

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Judenmission im Volkslied: „Es war eine schöne Jüdin“

Wohl kaum ein anderes Thema ist besser dazu geeignet, Juden und Christen einander zu entfremden als der leidige ‚Dauerbrenner‘ Judenmission. Das vor Augen erteilte erst kürzlich der Gesprächskreis „Juden und Christen“ dieserart Bekehrungsversuche eine klare Absage und legte sogar ein Dokument dazu vor. Nur repräsentieren ein paar wohlmeinende Christen nicht die Mehrheit der Katholiken, und schon gar nicht den Papst selbst…

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