Es ist an uns, der Heiligkeit dieses Tages Nachdruck zu verleihen...
Unetanej Tokef K'duschath haJom...

Kantor Jacob Segall: [Als MP3-Datei hören]...

Be Rosch haSchanah jikhatewun uweJom Zom Khipur jehathemun...

Am Neujahrstag wird es geschrieben
und am Versöhnungstag besiegelt,
wie viele vergehen und wie viele entstehen.

Wer leben wird und wer sterben, wer an sein Ende gelangt und wer nicht an sein Ende gelangt.
Wer in Wasserflut, wer in Flammenglut, wer vom Schwert zerrissen, wer vom Tier zerbissen.

Wer in Hungersnot, wer vom Durst bedroht. Wer in des Bebens Rot, wer im Seuchentod, wer erwürgt und wer zerschmettert. Wer in Ruhe bleibe und wer unstet treibe. Wer in Frieden sitze und wer getrieben durch Verfolgers Hetze, wer in Glück und wer in Qual, wer arm wer reich, wer sinkt, wer steigt.

Aber Umkehr und Gebet und Liebeswerke, wenden ab das Böse des Verhängnisses,
denn so wie Dein Name, so ist Dein Ruhm: Schwer zu erzürnen und leicht zu versöhnen!

Denn nicht hast Du Gefallen am Tod des Sterblichen, sondern dass er umkehre von seinem Wege und lebe.
Und bis zum Tage seines Todes wartest Du auf ihn, wenn er nur sich wende zu Dir, sofort nimmst Du ihn an.

Wahr ist all dieses, denn Du bist ihr aller Schöpfer.
Du kennst doch ihren Trieb, und dass sie Fleisch und Blut.

Adam, Jesodo me'Afar veSofo le'Afar.

Mensch - aus Asche gehoben
und am Ende - zur Asche.
Sein Leben muss er geben für sein Brot,
ähnlich der Scherbe - zerbrechlich,
ähnlich dem Grase - verdorrend
und wie die Pflanze - welkend.

Wie Schatten - wandelnd,
wie eine Wolke - flüchtig;
wie Wind - verfliegend;
wie Staub - vergehend,
entgangener Traum.

Und Du, G'tt, Du bist lebend und bestehend!
Deine Spanne ist ohne Jahre, die Länge Deiner Tage ist endlos. Unvorstellbar ist die Gesamtheit Deiner Ehre und unergründlich die Bedeutung Deines Namens.

... 'Erbarmen, erbarmend, lass ich mich sein' ist der Spruch des Ewigen...