Ausstellung anlässlich des 80. Jahrestages des Massakers in Distomo

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© AK Distomo

Am 10. Juni 2024 gedenken die Bewohner von Distomo zum 80. Mal der 218 Menschen, die dort 1944 von einer SS-Einheit ermordetet wurden. Vertreter*innen des Arbeitskreis Distomo (AK-Distomo) nahmen an den diesjährigen Gedenkfeiern des 80. Jahrestages des Massakers teil. Der AK-Distomo hat aus diesem Anlass eine Ausstellung über seine Aktivitäten der letzten 23 Jahre erstellt, die im Rathaus von Distomo gezeigt werden wird.

Der Arbeitskreis Distomo aus Hamburg wurde im Jahr 2001 gegründet. Der Ak-Distomo ist eine Gruppe von Menschen, die sich dem Kampf gegen den Faschismus und der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus verpflichtet sehen. Ein zentrales Thema war und ist für den Arbeitskreis die Frage der Entschädigung der Überlebenden und Angehörigen der Ermordeten sowie die Verfolgung der Täter.

Für den AK-Distomo sind internationale Zusammenarbeit und Solidarität ein wichtiger Ansatz für die politische Arbeit. Die Ausstellung zeigt den gemeinsamen Kampf mit vielen Menschen und Organisationen in Deutschland, Griechenland, Italien und anderen Ländern um Gerechtigkeit. Antifaschismus kennt keine Grenzen. Der Arbeitskreis fordert, dass Deutschland seine Pflicht gegenüber den Opfern und Überlebenden der nationalsozialistischen Verbrechen erfüllt.

Die Ausstellung dokumentiert die Begleitung der Prozesse um Entschädigung vor den nationalen Gerichten in Griechenland, Italien und Deutschland, sowie vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag. Sie zeigt Bilder und Texte von Demonstrationen und Veranstaltungen in Athen, Berlin, Den Haag und vielen weiteren Orten wie in Kassel bei der Eröffnung der documenta 2017.

© AK Distomo

Gabriele Heinecke vom Arbeitskreis Distomo aus Hamburg erklärt: ”Wir widersprechen mit unserer Arbeit der Behauptung der deutschen Bundesregierungen, das Thema der Entschädigung für NS-Kriegsverbrechen sei seit 1990 rechtlich und politisch abgeschlossen. Wir widersprechen der Erzählung, die Aufarbeitung des Nationalsozialismus sei Deutschland vorbildlich gelungen. Die deutsche Berufung auf den Grundsatz der Staatenimmunität für NS-Kriegsverbrechen, die Verweigerung der Entschädigung der Betroffenen der Barbarei, fördert die Vorstellung, solche Menschheitsverbrechen könnten für den Aggressor ohne Folgen bleiben. Es ist eine Haltung, aus der sich in Europa Nationalismus, Rassismus und rechte Gewalt speist. Sie fördert eine Politik, die erneut Unmenschlichkeit zu ihrer Grundlage macht.”

Der Arbeitskreis schenkt der Gemeinde Distomo die Ausstellung als Dokument des gemeinsamen Kampfes der letzten zwei Jahrzehnte.

AK Distomo, Distomo/Hamburg, den 11. Juni 2024

Weitere Informationen:
http://ak-distomo.nadir.org/