Militärrabbinat nimmt weiter Konturen an

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Erster Militärrabbiner verbeamtet

Am Mittwoch wurde in Berlin im Rahmen der Chanukka-Feier des Militärrabbinats der liberale Rabbiner Konstantin Pal als erster Militärrabbiner der Bundesrepublik Deutschland durch die Leiterin des Militärrabbinats, Dr. Angelika Günzel, verbeamtet. Angesichts dieses historischen Augenblicks sagte der beim Zentralrat der Juden in Deutschland angestellte Militärbundesrabbiner Zsolt Balla: „Mit der Verbeamtung eines neuen jüdischen Militärseelsorgers haben wir einen neuen Meilenstein erreicht. Dies bedeutet eine neue Ebene des Vertrauens, die den Soldatinnen und Soldaten hilft, sich mit der jüdischen Militärseelsorge zu verbinden, und einen weiteren bedeutenden Schritt zur Etablierung unserer Behörde, nicht um ihrer selbst willen, sondern für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.“ Ebenfalls anwesend war der neue für das Militärrabbinat zuständige Unterabteilungsleiter in der Abteilung Führung Streitkräfte des Bundesministeriums der Verteidigung, Brigadegeneral Marcus Ellermann.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr Josef Schuster, betont: „Mit der Verbeamtung von Rabbiner Pal nimmt das Militärrabbinat weiter Konturen an. Die jüdische Gemeinschaft ist stolz darauf, dass das Militärrabbinat damit einen weiteren Schritt tätigt, hin zu einer selbstverständlichen Beteiligung an der Begleitung der Bundeswehr in Auslandseinsätze und bei Dauereinsatzaufgaben, auch im Rahmen der Bündnisverteidigung. Die Institution hat eine große Geschichte, die von herausragenden Persönlichkeiten, wie Rabbiner Leo Baeck sel A., geprägt worden ist. Daran gilt es anzuknüpfen. So wird das Militärrabbinat– gleichwertig zur evangelischen und katholischen Militärseelsorge – die Soldaten in ihren ethisch und moralisch herausfordernden Situationen in ihren Einsätzen unterstützen. Militärrabbiner tragen dadurch auch zu Verständigung und dem Abbau von Vorurteilen bei.“ Das im Juni 2019 gegründete Militärrabbinat mit seinem zentralen Verwaltungssitz im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung in Berlin baut zurzeit seine fünf Außenstellen in Hamburg, Köln, Leipzig, München und Potsdam-Schwielowsee auf. Dort werden Rabbinerinnen und Rabbiner und ihre Rabbinatshelfer und -helferinnen vor Ort die Aufgaben der Jüdischen Militärseelsorge wahrnehmen. Rabbiner Pal ist, zusammen mit einem weiteren Rabbiner und einer Rabbinatshelferin, in der Außenstelle Leipzig mit Sitz beim Ausbildungskommando tätig; in der Außenstelle Hamburg mit Sitz in der Führungsakademie ist ein weiterer Rabbiner mit einem Rabbinatshelfer vor Ort.

Zentralrat der Juden in Deutschland, Berlin, 21. Dezember 2022 / 27. Kislev 5783