Sukkot – Das Laubhüttenfest

Die nächsten Feiertage stehen an: Sukkot, das Laubhüttenfest, das mit Simchat Tora in der kommenden Woche seinen Abschluss findet. Chag sameach!

An Sukkot erinnern Juden sich an den Auszug aus Ägypten (13. Jh. v.d.Z.) und danken für eine reiche Ernte. In einigen Kibbuzim wird Sukkot als Chag Ha’asif (Erntefest) gefeiert. Hier stehen dann Themen wie das zweite Einbringen des Getreides und die Ernte der Herbstfrüchte, der Beginn des landwirtschaftlichen Jahres und der erste Regen im Mittelpunkt.

Während der fünf Tage zwischen Yom Kippur und Sukkot errichten Zehntausende von Haushalten und Geschäften Sukkot – Laubhütten, in denen man vorübergehend lebt und vor allem die täglichen Mahlzeiten einnimmt. Diese Laubhütten sind jenen Hütten nachgebildet, in denen die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste lebten. Auch werden Palmwedel, Zitrusfrüchte (Etrogim), Myrten- und Weidenzweige erworben, die für den Ritus der Festgebete an Sukkot als Schmuck unverzichtbar sind. Im ganzen Land errichtet man Laubhütten auf Parkplätzen, Hausdächern, Rasenanlagen und öffentlichen Plätzen. Jede Militärbasis hat ihre Laubhütte. Einige Israelis verbringen das Fest und die folgenden sechs Tage in ihrer Laubhütte.

In Israel begeht man die eigentlich „heilige Zeit“ des Laubhüttenfestes (und der beiden anderen Wallfahrtsfeste, Pessach und Shavuot) an einem Tag. Diasporagemeinden feiern zwei Tage und setzen damit eine Notwendigkeit aus der Zeit der Antike fort, als die genauen Daten für die Festtage im Tempel bestimmt und mit einem groß angelegten Netz von Signalfeuern und Boten in die Diaspora gemeldet wurden.

Nach dem eigentlichen Festtag wird das Laubhüttenfest gemäß der Thora (Lev. 23,36) für weitere sechs Halbfeiertage fortgesetzt. Während dieser Woche – jeder Tag ist halb Alltag und halb Festtag – sind die Schulen geschlossen, zahlreiche Geschäfte und Firmen schließen gänzlich oder sind halbtags geöffnet. Viele Israelis verbringen diese Tage an Sukkot oder Pessach an den Erholungsorten im ganzen Land.

Die Woche nach dem Laubhüttenfest und somit dieser gesamte Festtagszyklus enden mit SHEMINI AZERET, der „heiligen Versammlung am achten Tag“ (Lev. 23,36), der mit der SIMCHAT THORA, dem Thorafreudenfest, verbunden wird. Die Feiern an Shemini Azeret/Simchat Thora konzentrieren sich auf die Thora – die Fünf Bücher Mose. Das Fest ist dafür bekannt, dass öffentlich mit den Thorarollen im Arm getanzt wird. An Simchat Thora werden Schluss und Anfang der Thora gelesen, damit kommt der Jahreszyklus der Thoralesungen zu einem Abschluss und wird sogleich wieder aufgenommen. Nach Sonnenuntergang richten viele Gemeinden meist unter freiem Himmel weitere Festaktivitäten aus, die nicht mehr durch die rituellen Bestimmungen des Feiertages eingeschränkt werden.

Am fünfzehnten Tag des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes erntet, feiert sieben Tage lang ein Fest für Gott…
Sieben Tage lang sollt ihr in Hütten wohnen. Alle Einheimischen in Israel sollen in Hütten wohnen, damit eure kommenden Generationen wissen, dass ich die Kinder Israels in Hütten wohnen ließ, als ich sie aus Ägypten herausführte – ich, der Ewige, bin euer Gott.
(Lev 23,39.42-43)

Bild oben: (c) Grzegorz Pawłowski

Etrog auf dem „Markt der vier Arten“ in Tel Aviv

Moadim we Chagim leSimcha:
Sukkot, das Laubhüttenfest
Wenige Tage nach den hohen Tagen folgt das eher dem weltlichen Wohlergehen zugewandte Fest der Hütten, das Sukkot. Es ist ein schon in der Torah erwähntes Fest am Abschluss der Erntesaison und eines der drei Wallfahrtsfeste (Schloschah Regalim), die mit einem Aufstieg zum Tempel in Jerusalem begangen wurden.

Jüdische Welt verstehen:
Sukkot, Schemini Azeret und Simchat Tora
Wenn auch Sukkot genau wie Pessach und Schawuot ursprünglich ein bäuerliches Fest war(1), spricht ihm die Bibel doch auch eindeutige historische Wurzeln zu. Mit diesem Fest wird der vierzig Jahre andauernden Wanderung durch die Wüste(2) gedacht, die die Israeliten erdulden mussten, bevor sie das verheißene Land erreichten.

Eine Bauanleitung:
Eine Sukka muss vier Wände haben
Mit dem Bau der Hütte beginnt man idealerweise direkt nach Jom Kippur.

Sukkot:
Erinnerung an unsere gemeinsame Geschichte
Nur wenige Tage nach dem höchsten Feiertag Jom Kippur feiern wir Sukkot, das Laubhüttenfest. Der Zusammenhang jenseits der Zeit zwischen beiden Festen ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, doch durchaus gegeben.

Das Fest

Feste Feiern in Israel:
Sukkot
Bilder aus Jerusalem, von Grzegorz Pawlowski…

Sukkot in Bayern:
Die Laubhütte im Schrebergarten
Mitte Oktober, wenn sich der Sommer der alten Weiber verflüchtigt und Laternenparker morgens schon mal die Scheiben an den Autos kratzen müssen, ist Laubhüttenfest.

haLulaw – der Feststrauß

haLulaw:
Die vier Arten im Feststrauß
Damit Israel nicht untergeht, laßt sie alle zusammengebunden sein, so daß die Gerechten unter ihnen für die anderen Sühne bewirken…

Genaue Beschreibung zum Schütteln des Lulaw:
Das Schütteln des Lulaw
Genaue Anleitungen nach den unterschiedlichen Traditionen

Chag haSukkot:
Was ist in deinem Lulaw versteckt?
Die vier Arten – Etrog, Palme (Lulaw), Myrte (Hadasim) und Weiden (Arawoth) – betonen den landwirtschaftlichen Charakter des Laubhüttenfestes.

„Pri Etz Hadar“:
Die Schönheit des Etrog
Haben Adam und Eva einen Bissen von einem Etrog genommen? Ist der Etrog der medische oder persische Apfel gewesen, der am Baum der Erkenntnis im Garten Eden wuchs?

Heimatlosigkeit und Hütten

Uschpisin:
Wir alle sind Gäste
Es gibt den Brauch, jeden Tag Uschpizin – symbolische Gäste – zu uns in die Sukka einzuladen. Diese Ehrengäste sind Abraham, Isaak, Jakob, Josef, Mose, Aaron und David. Jeden Tag wird einer von ihnen eingeladen.

Flucht, Wanderschaft und Rast:
In der Unsicherheit des Lebens
Von Franz Rosenzweig bis Irving Greenberg

Die Zelte Israels:
Zeiten der Wanderung
Zur Erinnerung an die Zeit der Wüstenwanderung, an die Zeit da kein Mensch unser‘ gedachte, da wir nichts hatten und nichts besaßen – und G’tt allein uns gehalten hat.

Gedanken zu Sukkot:
Israel und die Völker
Sukkot erinnert uns daran, dass Israel eine spezielle Aufgabe in der Welt hat, die jedoch aufs Engste verbunden ist mit dem Schicksal anderer Völker.

Aus der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung von 1925:
Sukkot
In diesem kurzen Beitrag zu Sukkot mahnt Leo Herrmann, dass im Judentum „jeder wahrhaft Gerechte Teil hat an der künftigen Seligkeit“, egal welcher Nation er angehört – ein Gedanke, der heute aktueller denn je scheint.

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