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Tischa beAw

Tischa beAw, der 9. Aw, ist ein Gedenk- und Fasttag zur Erinnerung an die Zerstörung des 1. Tempels in Jerusalem (Bajit Rischon) durch die Babylonier und an die Zerstörung des 2. Tempels in Jerusalem (Bajit Scheni) durch die Römer.

Der Aufstand führte zu einer der größten Katastrophen der jüdischen Geschichte überhaupt. Von Anbeginn war er nicht unumstritten. Einer der bekanntesten Opponenten der Kanaim war Rabbi Johanan Ben Sakaj.

Nachdem fanatische Eiferer (Kanaim) Irushalajim unter ihre Kontrolle gebracht hatten, nahm ihre Herrschaft immer fanatischere und diktatorischere Züge an. Jeder der zu Kompromissen und Friedensverhandlungen mit dem Feind bereit war, wurde mit der Todesstrafe bedroht. Auch Raw Ben-Sakaj wurde als Verräter beschimpft und bedroht. Ihm die Flucht aus der Stadt Irushalajim. Der Aufstand scheiterte, der Tempel wurde zerstört. Die Ursache für die Katastrophe lag im grundlosen Hass ‚Sin’ath Hinam‘ der Juden untereinander, und im Mangel an ‚Ahawath Jisrael‘ (annehmende Liebe aller in Israel).

–> Historischer Überblick zur Zeit vor der Tempelzerstörung
–> Der Grosse Aufstand der Kanaim (66-70 Allg.Zt.)
–> Rabban Jochanan ben Sakaj

In Erinnerung zu bringen sind an diesem Tag auch das Massaker der Kreuzritter im Jahre 1099 an der Bevölkerung Irushalajims, der 9. Aw 1492, an dem die Vertreibung der Juden aus Spanien proklamiert wurde, und der 9. Aw im Jahre 1914 – an diesem Tag begann der I. Weltkrieg.

Fastentage als nationale Trauertage
Schon die Bibel erwähnt Fastentage als nationale Trauertage. Sie wurden eingeführt und akzeptiert, nachdem das erste Staatsgefüge zusammenbrach. Die größten Unheilstage, die Ablauf und Umfang der nationalen Heimsuchungen veranschaulichen, gelten seither als Trauertage. An diesen Fastentagen vereinigte sich die Reue mit der Buße.

Drei finstere Wochen
Genau drei Wochen liegen zwischen dem 17. Tammus und dem 9. Aw. Das sind die drei Wochen. Drei finstere Wochen: die Erinnerung an drei Wochen der Furcht, als die Unverzagten in Jerusalem im Kampf gegen die Römer ihre letzten Kräfte einsetzten.

Der Neunte Aw
An diesem Tag soll vor allem der nationale Schmerz und die Volkstrauer in aller Schärfe und Klarheit zum Ausdruck kommen und tief ins Bewusstsein eindringen. Dieser Fastentag soll uns dazu zwingen, uns auf unser Verhalten als Juden angesichts der Vergangenheit und unsere Pflichten für die Zukunft zu besinnen.

Trauer und Zerstörung: Fasten
Kummer ist häufig der Grund, warum jemand fastet. Ein Schmerz wird so tief empfunden, dass er denjenigen, den er heimsucht, völlig lähmt, innerlich verzehrt und doch vollkommen ausfüllt.

Bild oben: Der Neunte Ab. Maurycy TREBACZ (Warsaw 1861- 1941 Łódź Ghetto), Sammlung National Library of Israel / CC0