Die unbekannte Welt von nebenan

Vor wenigen Tagen erschien im Freundeskreis Schloss Grumbach e.V.  – Rimparer Geschichtsblätter der Band 14, in dem die Rimparer Rektorin i.R. Frau Hannelore Mintzel ein Bild des ehemaligen jüdischen Lebens im Markt Rimpar aufzeigt.

Von Israel Schwierz

Nach dem Vorwort der Autorin folgt eine tiefschürfende Einleitung darüber, wo Juden in Rimpar wohnten – Die Häuser erzählen jüdische Geschichte(n), der Text wird durch eine Kopie des Urkatasters von 1832 verdeutlicht, in dem der jüdische Besitz des Ortes rot gekennzeichnet ist. Sehr gut ergänzt wird dies mit einer Karte der jüdischen Anwesen von 1930, in der die in  jüdischem Besitz befindlichen Häuser und Flächen ebenfalls rot zu sehen sind.

Es folgen dann in Wort und Bild  Beschreibungen der heute noch existierenden Häuser von Rimpar, die sich einst in jüdischen Besitz befanden – beginnend mit dem Haus 96/96 ½ – Marktraße 4 der Familien Säcklein / Frank., danach weitere 23 jüdische Häuser und ihre Bewohner. Der Leser erfährt vieles bisher Unbekannte über die jüdischen Familien von Rimpar, ihr Leben und ihre Schicksale.

Schlussworte mit einem Foto der Rimparer Synagoge (die heute nicht mehr zugänglich ist), Dankesworte an die Helfer und Unterstützer bei der Konzipierung der Dokumentation, ein Foto der historischen Karte von Rimpar, eine Auswahl der häufig gewählten jüdischen Familiennamen in Unterfranken, ein ausführliches Verzeichnis der jüdischen Bewohner der Häuser (mit Nummer) von 1700 – 1940, eine Kopie der Einbürgerungsurkunde vom 26.10.1807 für Abraham Löw (Lehmann),  ein Artikel des „Spiegel“ über die Wiedergutmachung von Ludwig Gutmann, eine Kopie der Prozessvollmacht   im sog. „Orgelstreit“ 1892, eine Verkaufsliste der Schäferei Sauer vom 16.11.1827 in Binsfeld/Ufr. , eine Kopie der Deutschen Arbeitsfront vom Verkauf des Geschäftes und Wohnhauses von Carl Tannenwald in der Hofstraße 2  sowie ein Stichwortverzeichnis der Hausnummern schließen diese Dokumentation harmonisch ab.

Frau Rektorin i.R. Hannelore Mintzel ist es durch diese Dokumentation gelungen, den früheren jüdischen Einwohnern  von Rimpar und ihrer Kultusgemeinde ein bleibendes Andenken zu bereiten. Dafür gebührt ihr Dank und Anerkennung.

Foto: Schloss Grumbach, (c) Reinhard Kirchner / CC BY-SA 3.0

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