IKG-Präsidentin Knobloch erhält Ehrendoktorwürde der Universität der Bundeswehr

Die Universität der Bundeswehr in Neubiberg hat der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, am Donnerstag die Ehrendoktorwürde verliehen. Nach einem entsprechenden Titel der Universität Tel Aviv, den Knobloch im Jahr 2009 erhalten hatte, war es für sie die zweite Würdigung dieser Art.

Knobloch erklärte nach der Verleihung: „Ich fühle mich zutiefst geehrt und danke der Universität der Bundeswehr für diese besondere Würdigung. Es bedeutet mir sehr viel, dass der Titel gerade von dieser Universität kommt: Der Auftrag der Bundeswehr, unsere Gesellschaft zu schützen und in ihr sichtbar zu sein, wird hier jeden Tag mit Leben gefüllt. Ihren Ehrentitel trage ich deshalb mit besonderem Stolz.“

Nach einer Begrüßung durch Dekan Prof. Marc Frey und einem Grußwort der Universitätspräsidentin Prof. Merith Niehuss ging Knobloch in ihrer Dankesrede vor zahlreichen Ehrengästen über persönliche Themen hinaus und zog eine Bilanz des Festjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, das nach pandemiebedingter Verlängerung nunmehr am 31. Juli zu Ende geht. Knobloch wertete das Projekt als Erfolg: Der ambitionierte Plan, „auf dem breiten Fundament der jüdischen Historie in diesem Land einen weiten Ausblick zu wagen, der die gemeinsame Vergangenheit genauso abdeckte wie das jüdische Leben heute“, sei trotz vieler Hindernisse aufgegangen.

Im Rückgriff auf die Eröffnungsrede von Bundespräsident Steinmeier aus dem Februar 2021, in der dieser von der jüdischen Gemeinschaft als „Teil des gemeinsamen Wirs“ gesprochen hatte, betonte Knobloch die Bedeutung der Sichtbarkeit jüdischer Menschen in der deutschen Öffentlichkeit. Das Festjahr habe insofern „den Stein ins Rollen“ gebracht: „In den Städten und in der Presse, auf Trambahnen und an Frühstückstischen in diesem Land wurde jüdisches Leben zum Thema.“ Knobloch erklärte daher abschließend: „Der Bevölkerung dieses Landes aufzuzeigen, dass Judentum kein externer Faktor in der eigenen Geschichte war, sondern dass jüdische Menschen seit vielen Jahrhunderten hier leben, dass sie Teil des Landes, Teil des ‚gemeinsamen Wirs‘ sind – das hat das Festjahr geleistet.“

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