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Seit 900 Jahren: Juden in Schwaben

Seit dem 3. Jahrhundert leben Juden im Raum des heutigen Deutschland. Heuer erinnern wir an die erste schriftliche Erwähnung von Juden in Köln vor 1700 Jahren. In Schwaben ist mit Joseph de Augusta im Jahr 1208 ein Jude urkundlich erwähnt. Zugleich stehen wir 80 Jahre nach der Shoa vor der Zunahme von antisemitischer Hetze, von Gewalttaten und Anschlägen in Deutschland, die von den unterschiedlichsten Gruppierungen ausgehen.

Wie können wir angemessen der jüdischen Geschichte erinnern? Zwei Ansätze bieten sich an: Wir hören auf die Zustandsbeschreibung von hier in Schwaben lebenden Juden und auf profilierte jüdische Kulturträger; wir fragen nach den Perioden von Normalität und Konflikten in der jüdischen Geschichte Deutschlands.

Die Referenten der 33. wissenschaftlichen Tagung zur Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben werfen einen Blick zurück in die Geschichte von Nachbarschaft, Kooperation und Konflikten, auf die Situation heute und auf die Chancen digitaler Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert.

Zugleich wird im Rahmen dieser Tagung mit Dr. Peter Fassl der ehemalige Heimatpfleger des Bezirks Schwaben, der seit Ende 2020 im Ruhestand ist, von Bezirkstagspräsident Martin Sailer öffentlich verabschiedet, was pandemiebedingt mehrfach verschoben werden musste.

33. Tagung zur Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben
Schwabenakademie Irsee, 17. bis 18. Mai 2022

Programm

Dienstag, 17. Mai 2022

14.00 Uhr
Dr. Markwart Herzog, Direktor Schwabenakademie Irsee / Christoph Lang, Bezirksheimatpfleger Schwaben: Begrüßung

14.15 Uhr
Dr. Peter Fassl, Heimatpfleger des Bezirks Schwaben i.R., Augsburg: Einführung in die Thematik der Tagung

14.30 Uhr
Yehuda Shenef, Augsburg / Sigrid Atzmon, Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth: Normalität – für Juden heute?

15.30 Uhr
Prof. Dr. Michael Brenner, Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur, Ludwig-Maximilians-Universität München: Erwartungen und Hoffnungen der Juden in Deutschland

16.00 Uhr
Kaffeepause

16.15 Uhr
Jim G. Tobias, Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts: Antisemitismus heute in Bayern

17.00 Uhr
Martin Sailer, Bezirkstagspräsident von Schwaben und Vorsitzender der Schwabenakademie Irsee: Verabschiedung von Dr. Peter Fassl, Heimatpfleger des Bezirks Schwaben i.R.

18.30 Uhr
Abendessen

Mittwoch, 18. Mai 2022

9.00 Uhr
Anton Limmer, Jüdisches Museum Augsburg Schwaben / Dr. Maximilian Strnad, Institut für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur, München / Angela Bachmair, Kulturjournalistin (Moderation): Erinnerungskultur digital – Expertengespräch

10.00 Uhr
Dr. Johannes Mordstein, Stadtarchiv Wertingen: Die Koexistenz von Juden und Christen in der Grafschaft Oettingen am Beispiel der Judenschutzbriefe

10.45 Uhr
Kaffeepause

11.00 Uhr
Dr. Axel Töllner, Institut für Christlich-Jüdische Studien und Beziehungen, Augustana-Hochschule Neuendettelsau: Zwischen Hoffnung und Abneigung: Evangelische Perspektiven aus Bayern auf Judentum und jüdisches Leben zwischen 1806 und 1945

11.45 Uhr
Dr. Claudia Madel-Böhringer, Stadtarchiv Ichenhausen: „Eine Gemeinde nährt sich zum Teil durch die andere.“ Kooperation und Konflikte im Wirtschaftsleben der christlichen und jüdische Gemeinde Ichenhausens

12.30 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Gerhard Beck, Fürstlich Oettingen-Wallersteinsches Archiv, Harburg (Schwaben): Gute Nachbarschaft und Konflikte. Das Verhältnis zwischen Juden und Christen im Nördlinger Ries

14.45 Uhr
Dr. Claudia Ried, Kreisheimatpflegerin Landkreis Augsburg: Zwischen Normalität und Konflikt. Das Zusammenleben von Juden und Christen in Schwaben im 19. und 20. Jahrhundert

15.30 Uhr
Schlussdiskussion

16.00 Uhr
Ende der Tagung / Abreise

Konzeption und Leitung

Dr. Peter Fassl, Heimatpfleger des Bezirks Schwaben i.R., Augsburg

Veranstalter

Heimatpflege des Bezirks Schwaben
Schwabenakademie Irsee

Kontakt

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