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Die A.V. Kadimah zu Wien

Vor kurzem veröffentlichte der weltweit bedeutendste Kenner der jüdischen Studentenverbindungen in den deutschsprachigen Ländern Europas, Professor Harald Seewann, eine 766 Seiten umfassende Dokumentation über die älteste jüdisch-nationale Studentenverbindung A.V. Kadimah zu Wien.

Von Israel Schwierz

Nach sehr schönen Farbbildern und einem übersichtlichen Inhaltsverzeichnis, gefolgt von einem tiefschürfenden Vorwort des Autors sowie sehr schönen Farbfotos von Mützen, Farbbändern und Zipfeln  – Couleur-Abzeichen der Verbindungen A.V. Kadimah Wien, J.A.V. Charitas Graz, J.A.V. Barissia Prag und J.A.V. Makkabea Wien sowie Couleurkarten österreichischer jüdisch-nationaler waffenstudentischer Studentenverbindungen berichtet Professor Seewann ausführlich in Wort, schwarz-weiß Kopien und Farbbildern über die Anfangszeiten der A.V. Kadima.   

Berichte über die zahlreichen Aktivitäten der Verbindung – z.B. über die Makkabäer-Feier schließen sich harmonisch ab, ebenso Gedanken zum Verhältnis der Verbindung als Teil der Geschichte zur zionistischen Bewegung. Es folgen ausgewertete Zeitungsberichte, die A.V. Kadima betreffend, Berichte, die Dr. Theodor Herzl zum Inhalt haben , Gedanken über den „Judenstaat“, sowie weitete Zeitungsartikel., die die verschiedenen Gründungsgeburtstage der Kadima zum Inhalt haben.  Berichte über die Satisfaktionsfähigkeit von Juden, das Verhältnis der Kadima-Mitglieder zu     den Deutschnational-Freisinnigen, die Studentenunruhen in Wien sowie andere wichtige Ereignisse der damaligen Zeit schließen sich harmonisch an, ebenso Gedanken über die Eindrücke vom Basler Zionistenkongreß, das Verhältnis der Kadimah-Wien zum Kartell sowie ein Mitgliederverzeichnis der Verbindung  vom 01.01.1934. 

Ein Anhang mit einer Übersicht der studentengeschichtlichen Veröffentlichungen des Verfassers sowie eine Übersicht über die von ihm gehaltenen Vorträge schließen die Gesamtdokumentation harmonisch ab.

Professor Harald Seewann ist es in der Tat mit der Veröffentlichung dieser ganz bedeutenden Dokumentation gelungen, der ältesten jüdischen Studentenverbindung A.V. Kadimah Wien ein bleibendes Andenken zu erstellen. Dafür gebührt ihm Lob und Dank aller, denen die ehrliche Beschäftigung mit den inzwischen untergegangenen jüdischen Studentenverbindungen ein Herzensanliegen ist.

HARALD SEEWANN: A.V. KADIMAH – FUNDSTÜCKE ZUR CHRONIK DER ÄLTESTEN JÜD.-NATIONALEN STUDENTENVERBINDUNG (WIEN 1882-1938), BAND 2, GRAZ 2022

Die Dokumentation ist im Buchhandel nicht erhältlich. Sie kann aber gegen den Preis von EUR 28.– + Porto beim Autor unter der folgenden Anschrift erworben werden:

Prof. Harald Seewann, A-8020 Graz, Resselgasse 26

E-Post: c.h.seewann@aon.at

Bild: Mitglieder der Wiener Studentenverbindungen A.V. Kadimah und J.A.V. Maccabaea beim jährlichen Gang zu Theodor Herzls Grab auf dem Döblinger Friedhof. Die Träger der dunkleren Mützen sind Kadimahner. Archiv Prof. Harald Seewann, Graz