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Jüdisches Temeswar

Das „Kleine Wien“ wurde die Stadt genannt mit ihrem gemischten Stadtbild. Hier begegnen sich Barock und Jugendstil nach österreichischem Vorbild. Von 1716 bis 1918 gehörte die Stadt zur Kaiserkrone in Wien, zur Donaumonarchie, seit 1920 ist sie die zweitgrößte Stadt in Rumänien, ist Hauptstadt des Banats, die Temesch, die Namensgeberin, fließt außerhalb der Stadt, der uralte Begakanal durchfließt die Stadt.

Von Christel Wollmann-Fiedler

Über dreißig Kulturen leben mit der Orthodoxie, dem Katholizismus und dem Judentum einvernehmlich zusammen seit eh und je in diesem Teil der Welt, in der Pannonischen Tiefebene. Der Landesteil grenzt an die Ostkarpaten, im Westen an Serbien und an Ungarn im Norden. 1989 begann, wir erinnern uns alle, in dieser Stadt die blutige Revolution und befreite Rumänien von der Diktatur des Paares Nicolea und Elena Ceaucescu.

Warum erzähl ich das alles? Neben mir auf dem Tisch liegt ein Buch, ein Stadtführer, nicht nur ein Stadtführer, ein ganz besonderer „Auf den Spuren des jüdischen Temeswar“ von Getta Neumann. Mit viel Wissen und großer Freude zusammengestellt und besonders schönen Fotos. Eine Ausstattung vom Feinsten, im Detail mit historischen Erklärungen und detaillierten Geschichten von früher bis heute. Seit vierhundert Jahren leben Juden in Temeswar. Die Orte der jüdischen Vergangenheit sind vorhanden, werden erklärt, werden gerade saniert und können besichtigt werden. Eine Fundgrube ist dieser ganz spezielle und kompetente Stadtführer, der im Schiller Verlag in Bonn-Hermannstadt erschienen ist. Die Autorin Getta Neumann wurde 1949 in Temeswar als Tochter von Edit und Oberrabbiner Dr. Ernest Neumann geboren. Später studierte sie in ihrer Geburtsstadt an der Philosophischen Fakultät und lebt heute in der Französischen Schweiz, in Genf.

Ich werde im nächsten Jahr Temeswar besuchen im Jahr 2023 im Jahr der Kulturhauptstadt in Europa. Meine Vorfreude ist riesig! Kaufen Sie sich den Stadtführer, erfreuen Sie sich an den interessanten Texten und den hervorragenden Fotos und lassen Sie uns im nächsten Jahr in Temeswar – Timisoara treffen und gemeinsam die Stadt und ihre jüdische Vergangenheit kennenlernen.

Getta Neumann, Auf den Spuren des jüdischen Temeswar – Europäische Kulturhauptstadt 2023. Mehr als ein Stadtführer, Schiller Verlag 2021, 288 S., Euro 17,90, Bestellen?