Rechte(s) von A-Z

Folge 13: N bis NSU

Von Christian Niemeyer

Dieses Lexikon gibt Informationen in kompakter Form sowie weitergehende Literaturhinweise, basierend auf Forschungsliteratur sowie allgemein zugänglichen Nachschlagewerke, zumeist in Printversionen. Internetquellen, etwas das Belltower-Lexikon sowie Wikipedia, wurden konsultiert. Ersteres ist aber zu unspezifisch und im Übrigen schlecht aufgebaut und unvollständig. Letzteres ist zu spezifisch, mitunter unzuverlässig. Das Handbuch Rechtsradikalismus (2002) von Thomas Grumke & Bernd Wagner setzte in beiden Hinsichten neue Maßstäbe. Es hat nur einen Nachteil: es ist zu alt, im Vergleich zum im Folgenden dargebotenen Material (Redaktionsschluss: Juli 2021), das ab jetzt auf hagalil.com in mehreren Folgen erscheinen wird und dem Online-Anhang meines Schwarzbuch Neue / Alte Rechte (2021) entnommen wurde. Am Ende eines jedes Eintrags finden sich in eckigen Klammern in Fettdruck die Seitenzahlen, auf denen die jeweilige Person oder Sache in der Printversion erwähnt wird. Damit gewinnt dieses Lexikon den Charakter eines Sach- und Personenregisters im Blick auf jene Printversion. Literaturhinweise finden sich in jenem kostenlos auf der Homepage des Verlags Beltz Juventa (Weinheim) als Download verfügbaren Online-Material.

 

N-Wort. Mittels dieser Bezeichnung markierte Konvention, über Rassismus auch ohne Herabwürdigung einer People of Color zu reden. Wenig angemessen gegenüber Quellentexten und zwecks Markierung jener, die sich, pubertärem Gebaren analog, darin gefallen, diskriminierende Rede bewusst zu verwenden, wie die sich als Pädagogin inszeniererende neu-rechte Ideologin Caroline Sommerfeld. [141, 147] 

 

Nacht-und-Nebel-Erlass. Weisung Hitlers vom 7. Dezember 1941, Widerstandskämpfer insbesondere aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden ins Reich zu überführen und hinzurichten und/oder in KZ’s zu überführen. Die Gesamtzahl dieser als NN-Gefangene Hingerichteten wird auf 370 geschätzt. (vgl. Messerschmidt 205: 125) [266]

 

Nasarski, Peter (1914-2001), aus Teschen/Schlesien. Dt. Jungenschaft in Polen, Journalist, Übersetzer, Pseudonym Peter Aurich, unter diesem Namen legte er eine der NS-Propaganda entsprechende Deutung des Bromberger Blutsonntags vor. Insgesamt ist N. Teil eines braunen Netzwerks Jugendbewegter, das durch die Kind-Edition unbeanstandet blieb (vgl. Niemeyer 2013: 36 f.) und im neu-rechten Diskurs à la Karlheinz Weißmann goutiert wird. (s. Essay Nr. 4/4) [586, 620-623]

 

Nawalny, Alexej (*1976), aus Butyn/Russland. Rechtsanwalt und Dissident mit eher rechter Orientierung, Putin-Kritiker, wurde am 20. August 2020 Opfer eines Giftanschlags mit Nowitschock, überlebte infolge seines Transports nach Berlin. N. veröffentlichte am 21.12.2020 ein Telefongespräch mit dem Agenten Konstantin Kudrjawzew, der, nicht wissend um sein Gegenüber, Täterwissen preisgab. N., politisch rechts stehend, kehrte im Januar 2021 nach Moskau zurück und wurde prompt verhaftet, nachfolgend unter einem Vorwand zu dreieinhalb Jahren Straflager verhaftet. Dass er die dort gängige Folter überleben wird, ist nach den Erfahrungen mit Putin eher unwahrscheinlich, zumal wg. ausbleibender Hilfe aus dem Westen sowie Ignoranz des Putin-Freundes Gerhard Schröder gegenüber seinem Schicksal, das dem wirtschaftlichen Erfolg einer Gaspipeline untergeordnet wird. (s. Prolog Nr. 10) [29, 90-92, 95, 147, 450, 784, 787]

 

Nationalmasochismus, ein auf Armin Mohler zurückgehender Begriff, unter dessen Diktat die, mit Rolf Peter Sieferle in der Übersetzung durch Martin Lichtmesz geredet, „Sehnsucht nach der Erlösung vom ‚schmutzigen Deutschseins in einer völkerlosen ‚Menschheit‘“ (Lichtmesz 2018: 8) überhandnahm und also enttäuscht werden muss, etwa durch ein wieder zum Strahlen gebrachtes Bild von Deutschland. [53, 169]

 

Natorp, Paul (1854-1924), aus Düsseldorf. Klassiker der Sozialpädagogik vom Typ „Sozialpädagogik als Erziehungswissenschaft“ (vgl. Niemeyer 32010: 88 ff.) mit großem Einfluss auf die Vorkriegsjugendbewegung, mutmaßlicher Inspirator der Meißnerformel, als deren Gegner er gleich darauf Furore machte, Kritiker des Antisemitismus in der Jugendbewegung, Wendung zum Anti-Monarchismus, Sozial-Idealismus und Pazifismus infolge der Weltkriegserfahrung. [196, 243, 275, 354, 563, 566, 573]

 

Neuendorff, Edmund (1875-1961), aus Berlin. 1913-20 Bundesleiter des Wandervogel e. V., Befürworter des Antisemitismus mit völkischer Grundorientierung, 1921-1933 Jugendwart, 1932 NSDAP, 1934 Vorsitzender der deutschen Turnerschaft, 1936 Turnerjugendführer, wird in der Kindt-Edition verharmlosend dargestellt. [53, 151, 230, 364, 475, 503, 565]

 

Neue Ordnung, 1958 gegr., seit 1995 im Leopold Stocker Verlag, seit 2005 bei ARES, rechtskonservative Quartalszeitschrift mit, in neuerer Zeit, Übergängen zum Rechtsextremismus bei Autoren wie Götz Kubitschek und Martin Lichtmesz. [449]

 

Nerling, Nikolai (*1980), aus Vastorf. Grundschullehrer in Berlin (seit 2009, 2018 fristlos entlassen). Rechtsextremer u. antisemitischer Videoblogger, etwa auf YouTube-Kanal Der Volkslehrer (im April 2019 von YouTube gesperrt), beschimpfte bei KZ-Besuch Schülergruppen, hetzte gegen Anne Frank, nahm 2019 in Budapest an Veranstaltungen zu Ehren der Waffen-SS teil, aktiv auch auf NPD-nahem Nordbahn TV zu Holocaustleugner, Reichsbürger, Verschwörungsideologe, Querdenker, Covidiot, war im April 2020 auf der Hygienedemo in Berlin. (s. Glosse Nr. 16) [451, 706 f.]

 

Nerstheimer, Kay (*1964). Mehrfach vorbestraft, 2012 aus der rechtsextremen Partei Die Freiheit ausgetreten, des Weiteren mit Mitgliedschaft in der Anti-Islam Miliz German Defense League (GDL), zog N. 2016 mit Direktmandat (26 % der Erststimmen) für die AfD ins Berliner Abgeordnetenhaus ein und bezeichnete in der Folge in der Causa des Kriegsverbrechers Peter Kappler „die 335 beim Massaker in den Ardeatinischen Höhlen ermordeten Zivilisten (davon 75 Juden) als Partisanen“ und deren Erschießung als „rechtmäßig“ (Schreiber 2018: 194). Der Aufforderung, die Mitgliedschaft in der Fraktion aufzugeben, kam er nach, blieb aber in der AfD und behielt das Mandat, um schließlich am 11. November 2020 der NPD beizutreten, als deren einziger Berliner Abgeordneter er seitdem auftritt. [539]

 

Neuhäusler, Johannes (1888-1973), aus Eisenhofen b. Dachau. 1933 vom Münchener Erzbischof Kardinal von Faulhaber mit der Erstellung eines Dossiers zu den Übergriffen der Nazis auf die Kirchen beauftragt, 1941 verhaftet, am 24. April 1945 nach vierjähriger KZ-Haft nach Südtirol transportiert, am 30. April bzw. 4. Mai Befreiung. Setzte sich für NS-Täter ein, half einigen zur Flucht. Mitbegründer der „Stillen Hilfe“, zusammen mit Prinzessin Isenburg, Theophil Wurm und Florentine Rost van Tonningen. [432]

 

Neujahr, Doris. Pseudonym von Thorsten Hinz. (s. Glosse Nr. 2)

 

Nietzsche, Friedrich (Wilhelm) (1844-1900), aus Röcken b. Leipzig. Schon früh konfrontiert mit Erwartungen der Mutter sowie der Verwandtschaft, er werde dem Vorbild des früh (mutmaßlich an Syphilis) verstorbenen Vaters folgend gleichfalls Pfarrer, sah sich in seiner Pubertät von Glaubenszweifeln heimgesucht. Gleichwohl immatrikulierte er sich 1864/65 zunächst für Theologie, dann ausschließlich für (Alt-)Philologie. Bald wurde allerdings klar, dass seine eigentliche Liebe der Philosophie galt, unter dem Einfluss Arthur Schopenhauers, ab November 1868 auch unter dem Einfluss Richard Wagners. Der erste Ertrag dessen war publizierte ‚Erstling‘ Die Geburt der Tragödie (1872), in welchem vor allem Gedanken Wagners weitergeführt werden, in der Erwartung, erstmals auch als Philosoph Anerkennung zu finden. Das Gegenteil trat ein, mit der Folge, dass N. sich in seiner Stellung als Basler Professor ernsthaft gefährdet sah und allein noch auf Zuspruch Wagners hoffen konnte, wenngleich ihm dieser zunehmend unwichtiger wurde. Folgerichtig setzten im April 1874 die ersten kritischen Niederschriften über Wagner ein, die den endgültigen Bruch vom Sommer 1876 vorbereiten halfen. Als Zeugnis des neuen, zu sich selbst gekommenen Nietzsche gilt die Aphorismensammlung Menschliches, Allzumenschliches (1878), die die Freigeistphase begründet, mit Die fröhliche Wissenschaft (1882) als deren letztes Werk. Als dieses Werk im September 1882 vorlag, musste N. im Nachgang zu dem ihn zutiefst verstörenden „Lou-Erlebnis“ – seiner nicht erwiderten Verliebtheit in die auch von seinem besten Freund Paul Rée begehrten Schriftstellerin Lou von Salomé – zur Kenntnis nehmen, dass er in den Augen seiner Freunde zum Erbauungsliteraten zu verkommen drohte. Auch seine aus Enttäuschung über das Ende jener Affäre in Angriff genommene Dichtung Also sprach Zarathustra (1881-83) blieb ohne nennenswerte Resonanz. Unter dem Strich blieb N. nach derlei Misserfolgen (dem auch noch der von Zur Genealogie der Moral nachfolgte) sowie der Auswanderung seiner Schwester mit dem militanten Antisemiten Bernhard Förster – im Februar 1886 nach Paraguay, zwecks Gründer einer deutsch-völkischen Kolonie – die Selbststilisierung unter dem Vorzeichen von Unzeitgemäßheit. Tatsächlich offenbart gerade der ‚späte‘ Nietzsche eine erstaunliche Produktivität – aber auch eine zunehmend pathologischer werdende Selbstüberhebung, deren Höhepunkt im November 1888 erreicht ist: N., seit nun drei Jahren ohne Verleger und seine Werke auf eigene Kosten druckend, kündigt seinem Drucker mit Seitenblick auf Ecce homo an, dass er infolge dieser Schrift an eine Übersetzung seiner noch in Ausarbeitung befindlichen Umwerthung aller Werte – wenig später: Der Antichrist – „in 7 Hauptsprachen durch lauter ausgezeichnete Schriftsteller Europas“ denke. (8: 487). Damit war das Vorspiel gegeben zu den Anfang Januar 1889 verfassten ‚Wahnsinnszetteln‘, darunter einen an Jacob Burckhardt, nach dessen Lektüre Burckhardt Overbeck alarmierte, der sofort nach Turin fuhr und N. dort in seiner Pension in einem offensichtlichen Wahnsinnsanfall befangen vorfand. (vgl. Niemeyer 2020: 31 ff.) Damit stand für Overbeck außer Frage, dass nichts mehr zu machen war. Die Gründe hierfür – ganz offenbar eine progressive Paralyse infolge einer Jahrzehnte zuvor zugezogenen Syphilis – wurden bald offenkundig, aber über Jahrzehnte hinweg zumal infolge der Desinformationspolitik der Schwester (ebd.: 51 ff.) im Unklaren gehalten. Nietzsches Turiner Zusammenbruch zu einer Zeit der sich mehrenden Hinweise auf verstärktes Interesse an seinem Werk, sorgte für eine erste, durch Sensationslüsternheit geprägte Welle der Rezeption, der auch der Fall Julius Langbehn zugehört. (s. Essay Nr. 10) N.s Schwester, die noch über den Selbstmord ihres Mannes (im Juni 1889) hinaus in Paraguay gebunden war und erst im September 1893 endgültig nach Naumburg zurückkehrte, zog kurz vor dem Tod der Mutter mit N. nach Weimar. Dort wurde er bis zu seinem Tod am 25. August 1900 als eine Art Requisite für einflussreiche und finanzstarke Besucher zur Schau gestellt und musste zum Glück nicht mehr erleben, wie er, nicht zuletzt infolge der systematischen Verfälschung seiner Werke – insbesondere das angebliche ‚Prosa-Hauptwerk‘ Der Wille zur Macht betreffend – als deutscher ‚Kriegsphilosoph‘ reüssierte, zunächst im Ersten, dann im Zweiten Weltkrieg, dies nun zusätzlich auch noch mit dem (gleichfalls) von der Schwester genährten Nimbus, er sei der eigentliche Philosoph des Nationalsozialismus. Bestehenden Versuchen, Nietzsche als Philosoph der Neuen Rechten zu etablieren, kann nur wenig Geltung zugesprochen werden, ebenso wie – erfolglos von Theodor Fritsch vorangetriebenen – Bemühungen, N. für die Sache des Antisemitismus in Dienst zu stellen. (s. Essay Nr. 4) [passim]                                         

 

nine/eleven. Anerkannte, auch wg. des Notrufs in den USA (911) recht leicht memorierbare Chiffre für den islamistischen Terroranschlag auf die Twin Towers in New York (sowie weitere Anschlagsziele) vom 11. September 2001 mit mehr als dreitausend Toten – ein Anschlag von Pearl-Habour-Format (Spätfolge: Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki 1947). Insoweit trifft der 2001/02 kursierende Spruch, es sei eine Art ground zero erreicht, von dem ab alles anders werde und nichts mehr so sei wie zuvor, wohl recht gut den springenden Punkt, zumal sich die USA im Sog des Schocks unter ihrem Präsidenten George W. Busch zu einem gravierenden Paradigmenwechsel entschlossen, die substantiell nicht weiterführende Karte mit der Überschrift „Das Böse“ auszuspielen und dem Machiavellismus, als Keimform des Trumpismus, zu einem Prinzip politischen Handelns zu machen. (s. Prolog Nr. 13) [23, 33, 84, 127, 130, 132, 192, 250, 789]

 

Nöldechen, Waldemar (1894-1980). Lietz-Schüler, Kronacher Wandervogel mit völkischer Grundüberzeugung bei veritablem Antisemitismus, 1933 NSDAP, in der Kindt-Edition verschwiegen. (vgl. Niemeyer 2013: 127; s. Essay Nr. 20.5 sowie Nr. 22) [151, 583 f.]

 

Nohl, Herman (1879-1960), aus Berlin. Prof. f. Pädagogik 1919 Jena, 1920 Göttingen, Freundschaft mit Hans Grimm, 1932/1933 nationalpädagogische Wende mit der Folge von Plädoyers für Zwangssterilisationen und Eugenik, 1937 Amtsenthebung, 1945 wieder eingesetzt. Klassiker der Sozialpädagogik vom Typ „Sozialpädagogik als Pädagogik“ (vgl. Niemeyer 32010: 138 ff.) mit großem Einfluss auf die Nachkriegsjugendbewegung der Weimarer Epoche und deren pädagogischen Furor. (s. Essay Nr. 14) [163, 184, 194, 229 f., 242, 273, 300 f., 366, 372, 377, 387 f., 392, 458-475, 477 f., 482, 530 f., 541, 563, 568, 584, 590, 593-596, 610, 646, 653]

 

Nolte, Ernst (1923-2016), aus Witten. Historiker, Philosoph. Urheber des Historikerstreits 1986/87. Im Staatspolitischen Handbuch wird N.s Buch Der Faschismus in seiner Epoche (1963) als neu-rechtes Schlüsselwerk anerkannt, ausdrücklich unter Herausstellung des Umstandes, dass, so Siegfried Gerlich, bei N.s Interpretation „Nietzsche Pate“ steht, „der das Schicksal des europäischen Nihilismus am radikalsten vorausgedacht hat, der aber aufgrund seiner apolitischen Radikalität gerade nicht als Vorläufer firmiert, sondern vielmehr als ‚das spirituelle Zentrum, auf das hin aller Faschismus gravitieren muß‘.“ (SH 2: 76) Der letzte, mit An- und Abführung versehene Satzteil ist ein Zitat aus dem benannten ‚Schlüsselwerk‘, das Ganze kaum mehr als die Paraphrase einer Fehlinformation. [254, 371, 395, 540]

 

Nolte, Jan (*1988), aus Bremen. Soldat, AfD-MdB seit 2017, Vors. Landesverband Hessen der Jungen Alternative, Skandal um Beschäftigung eines Kameraden von Franco A. [92]

 

Nordkreuz. Von Marko G. 2016 in Mecklenburg-Vorpommern gegründete Gruppe rechtsextremer Prepper des 2018 entdeckten Hannibal-Netzwerks, das sich auf den Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung am ‚Tag X‘ vorbereitet, wahlweise auch auf einen Bürgerkrieg à la Stefan Schubert. (s. Prolog Nr. 9; Glosse Nr. 17; vgl. Laabs 2021: 23 ff.) [76 f., 421]

 

Nordland TV. NPD-nahe Plattform mit Videoauftritten von u.a. Nikolai Nerling, Thorsten Heise, Udo Voigt und Fred Duswald. [451]

 

NPD = Nationaldemokratische Partei Deutschlands, 1964 gegr., programmatisch und sprachlich an der NSDAP orientiert, also völkisch-nationalistisch, revanchistisch und verfassungsfeindlich. (vgl. Grumke/Wagner 2002: 402 ff.) Verbotsantrag 2017 zurückgewiesen wg. Bedeutungslosigkeit dieser Partei, die bei der Bundestagswahl 2017 0,4 % der Stimmen holte und bei der Europawahl 2019 0,3 %. [58 f., 95, 112, 168, 171, 371, 395, 447-449, 451, 454, 457, 519 f., 527, 532, 537, 539, 733, 743]

 

NSU = Nationalsozialistischer Untergrund. Rechtsterroristischer Mörderorden um Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, auf deren Kappe zwischen 1999 und 2007 zehn Morde (an türkischen Mitbewohnern sowie einer deutschen Polizistin) sowie 43 Mordversuche gehen, plus drei Strengstoffanschläge, 15 Raubüberfälle sowie eine schwere Brandstiftung. [26 f., 54 f., 58, 113 f., 130, 160-162, 180, 395, 410, 446-451, 649, 653, 743]

 

[Zum Autor: Christian Niemeyer, Prof. (i.R.) für Sozialpädagogik an der TU Dresden. Zum Text: Dieses Lexikon wurde, wie die noch ausstehenden Folgen, wurde dem Online-Material (S. 21-106) meines Schwarzbuch Neue / Alte Rechte. Glossen, Essays, Lexikon (= Bildung nach Auschwitz 1). Mit Online-Materialien. Weinheim Basel 2021 entnommen. Der Wiederabdruck erfolgt mit freundlicher Erlaubnis des Verlages Beltz Juventa.]

Bild: Nikolai Nerling im Gespräch mit Ursula Haverbeck, (c) redok