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Ein literarischer Zimmerspaziergang

Manfred Sturmann: Spaziergänge mit Thomas Mann im Münchner Herzogpark

Abb. 1: Manfred Sturmann, 1928. Abb. in: Otto Heuschele (Hrsg.), Junge deutsche Lyrik. Eine Anthologie, Leipzig 1928, Bildteil o.p. (Sammlung Dirk Heißerer, München)

Der jüdische Dichter Manfred Sturmann (1903-1989) aus Königsberg debütierte 1923 mit einem Band »Althebräische Lyrik«. Arnold Zweig schrieb für diese Nachdichtungen die Einleitung. Sturman nahm früh auch mit Thomas Mann Kontakt auf und begleitete den Dichter zwischen 1922 und 1929 wiederholt auf seinen Spaziergängen im Münchner Herzogpark. Thomas Mann lobte Sturmanns Gedichtband »Die Erben« (1929), die den ersten Lyrikpreis der Stadt München erhielten. Im Gegenzug sorgte Sturmann dafür, dass Thomas Mann 1929 auf »Ostpreußenfahrt« ging und sich in Nidden sogar ein Ferienhaus bauen ließ. Sturmann, der sich schon früh für den Zionismus begeisterte, und seine Frau Li emigrierten Ende 1938 nach Palästina und ließen sich in Jerusalem nieder. Dort war er der Nachlassverwalter der Dichterin Else Lasker-Schüler. In Jerusalem entstanden 1950 die Erinnerungen Sturmanns, die erstmals 2021 in der Thomas-Mann-Schriftenreihe (Fundstücke Band 9) veröffentlicht wurden.

Abb. oben: Thomas Mann am Strand des Ostseebads Rauschen, August 1929. Foto: Otto Krauskopf (Sammlung Dirk Heißerer, München).

Online ab 6. Februar 2022: https://www.youtube.com/c/DrDirkHeißerer
Referent: Dr. Dirk Heißerer, Literaturwissenschaftler (https://www.lit-spaz.de/)
Veranstalter: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern als Beitrag zu »1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland«

Vergangene Spaziergänge in der Mediathek (YouTube):