Die neuen Fernsehtipps

Vom 16. bis 31. März 2021…

Di., 16. Mär · 03:30-04:15 · Das Erste (ARD)
Als Botschafter bei Hitler

Innenansicht der nationalsozialistischen Diktatur: Nach der Machtübernahme Hitlers beobachtet das Diplomatische Korps in Berlin, wie die neue Regierung den gesamten Staatsapparat unter ihre Kontrolle bringt. Die Botschafter berichten regelmäßig nach Hause. In ihren Berichten spiegelt sich Angst, Sorge und Abscheu wider, aber auch Faszination und Opportunismus. Manche Warnung stößt auf taube Ohren. Im Juli 1933, wenige Monate nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, kommt William E. Dodd mit seiner Familie nach Berlin. Seine Ernennung zum Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika durch Präsident Roosevelt sorgt für allgemeine Überraschung. Als Historiker und Universitätsprofessor hat er keinerlei Erfahrung mit der Diplomatie und kennt nicht ihre sprachlichen Codes. In der französischen Botschaft beobachtet unterdessen der erfahrene Diplomat André François-Poncet bereits seit zwei Jahren den Aufstieg der NSDAP, deren Propaganda es zunehmend gelingt, ein krisengeschütteltes Volk für sich zu begeistern. Innerhalb weniger Monate bringen die Nationalsozialisten zwar den gesamten Staatsapparat unter ihre Kontrolle, in den diplomatischen Kreisen jedoch fühlen sie sich nicht recht wohl – abgesehen von ein paar wenigen, darunter Hermann Göring oder der Gestapo-Chef Rudolf Diels, die bald zu gern gesehenen Gästen bei den mondänen Botschafts-Diners werden. Hitler selber erscheint nur selten. Die zahlreichen Empfänge werden immer mehr zum Tummelplatz für Spione, zum Schauplatz für Intrigen, Liebeleien, Informationen. William E. Dodds Tochter Martha beginnt gar Affären mit SS-Männern und Sowjet-Attachés. Bis zum Kriegsausbruch 1939 beobachten die Diplomaten den Aufstieg der NS-Diktatur mit einer Mischung aus Angst, Sorge und Abscheu, aber auch Faszination und Opportunismus, und berichten in ihre Hauptstädte. Manche Warnung, gerade auch vor der deutschen Aufrüstung, stößt dort auf taube Ohren … Die Autoren Pierre-Olivier François und Jean-Marc Dreyfus haben geheime Botschaftsberichte, Tagebücher und Erinnerungen ausgewertet und konnten auch zahlreiche neue Quellen nutzen, darunter das Privatarchiv der Familie François-Poncet.

Di., 16. Mär · 20:15-21:05 · arte
Der endlose Krieg: Iran – Israel – USA (1/2) Die Ursprünge der Konfrontation

Zu Zeiten des Schahs und vor Gründung der Islamischen Republik waren der Iran und Israel befreundete Länder und Verbündete der USA im Kalten Krieg. Gemeinsam bildeten sie eine Front gegen den arabischen Nationalismus, der im Mittleren Osten an Einfluss gewann. Ihre strategische Partnerschaft wurde durch eine weitreichende wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit untermauert. Mit der Islamischen Revolution 1979 endete diese freundschaftliche Beziehung. Der erste ausländische Vertreter, der nach dem Volksaufstand in den Iran kam, war Palästinenserführer Jassir Arafat. In der diplomatischen Vertretung Israels zog die palästinensische Botschaft ein. Die Geiselnahme in der US-Botschaft besiegelte schließlich den Bruch mit der westlichen Welt. Bald schon kollidierten die Ambitionen und Interessen Teherans mit denen Washingtons und Tel Avivs. 1982 kam es zum Eklat, als Israel im Libanon einmarschierte – eine Verkettung unvorhersehbarer Umstände. Israel verfolgte die Absicht, die Entstehung eines neuen, christlich dominierten Libanon zu unterstützen, der zu einem Verbündeten werden könnte. Auf diese Weise wollte Tel Aviv den Palästinensern Einhalt gebieten, die den Libanon zum Brückenkopf für ihre Guerilla-Aktionen gemacht hatten. Tatsächlich aber geriet dadurch das strategische Gleichgewicht des Mittleren Ostens ins Wanken. Wenig später wurde ein Bombenanschlag auf das Hauptquartier der israelischen Armee im südlibanesischen Tyros verübt. Israel begriff zunächst nicht, wer hinter dem Angriff steckte. Später stellte sich heraus, dass es der erste Selbstmordanschlag einer neuen schiitischen Revolutionsbewegung gewesen war. Durch ihre Einmischung in einem tief und vielfach gespaltenen Land hatten die Israelis eine religiöse Minderheit auf den Plan gerufen, die bis dahin als Randgruppe galt und kaum politisiert war: die Schiiten, marginalisiert und zahlreich. Die Islamische Republik Iran bot den militanten und politisch-religiös motivierten Schiiten ihre ideologische, logistische und militärische Unterstützung an. So entstand die Hisbollah, die zunächst im Libanon und dann in der ganzen Region Fuß fasste. Bald schon wurden amerikanische und französische Militärstützpunkte zur Zielscheibe von Selbstmordanschlägen. Die westlichen und auch die israelischen Streitkräfte zogen aus dem Libanon ab. Noch nie war der Iran Israel so bedrohlich nah …

Di., 16. Mär · 21:05-22:04 · arte
Der endlose Krieg: Iran – Israel – USA (2/2) Dialog oder Krieg

Nach dem ersten Golfkrieg und dem schrittweisen Zerfall der Sowjetunion dominierten die USA den Mittleren Osten. Es war an der Zeit, den Konflikt zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn zu schlichten. Der israelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin nahm den Dialog mit den Palästinensern auf. Hintergedanke dieser Annäherung war es, den Einfluss des Irans zu neutralisieren. Die Führer der Islamischen Republik sahen sich bedroht, machten Front gegen Israel und die USA und bereiteten heimlich die Entwicklung von Atomwaffen vor …

Do., 18. Mär · 03:20-03:50 · arte
Stätten des Glaubens: Jerusalem, die Stadt der drei Religionen

Die Stadt Jerusalem ist ein heiliger Ort mit weltweit anerkanntem Symbolcharakter. Die winzige Altstadt birgt Heiligtümer von höchster Bedeutung für die drei monotheistischen Weltreligionen: die Grabeskirche für die Christen, die Klagemauer für die Juden und der Felsendom für die Muslime. Der Film erkundet die drei religiösen Stätten und ihre Verbindungen untereinander und zeigt die Menschen, die sie tagtäglich schützen und mit Leben erfüllen.

Fr., 19. Mär · 03:10-03:35 · arte
Stätten des Glaubens – Ungarn, die Dohány-Synagoge

Im 19. Jahrhundert schlossen sich die drei unabhängigen Städte Buda, Óbuda und Pest zur Einheitsgemeinde Budapest zusammen. Im jüdischen Viertel errichtete man unter Anwendung umfangreicher technischer Kenntnisse die berühmteste Synagoge der ungarischen Hauptstadt: die Dohány-Synagoge, auch Große Synagoge genannt. In der zweitgrößten jüdischen Gottesstätte der Welt werden heilige Thora-Rollen aufbewahrt, auf denen alle jüdischen Riten und Zeremonien aufbauen. Zsuzsanna Toronyi vom Ungarischen Jüdischen Museum demonstriert die Einsegnung einer Thora-Rolle und erklärt, dass das Judentum eine „Nomadenreligion“ sei, da jederzeit spontan eine Synagoge gegründet werden könne; einzige Voraussetzung für einen Gottesdienst sei die Anwesenheit zehn jüdischer Männer. Dann öffnet Frau Toronyi die Tore zu den weitläufigen Archivsälen mit ihren beeindruckenden Sammlungen heiliger Objekte. Schließlich bekommt der Zuschauer einen Einblick in eine Konzertprobe von Iván Fischer. Der Dirigent und Pianist zählt zu den berühmtesten Vertretern der ungarischen jüdischen Kultur.

Fr., 19. Mär · 10:55-11:55 · WDR
Planet Wissen: Sophie Scholl – Widerstandskämpferin gegen Hitler

Sie wurde nur 21 Jahre alt und ist trotzdem eine der bekanntesten historischen Persönlichkeiten Deutschlands – Sophie Scholl. Gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und anderen Mitgliedern der „Weißen Rose“ hat sie gegen den Nationalsozialismus gekämpft. Mit der Historikerin und Autorin Dr. Maren Gottschalk taucht Planet Wissen ein ins Leben der Widerstandskämpferin und schaut dabei nicht nur in die Vergangenheit, denn die Geschichte von Sophie Scholl ist auch 100 Jahre nach ihrer Geburt von großer Bedeutung.

So., 21. Mär · 04:30-05:15 · PHOENIX
Geheimnisvolle Orte – Die Synagoge mit der goldenen Kuppel

Die „Neue Synagoge“ in Berlin ist immer mehr gewesen als ein Prachtbau mit goldener Kuppel – sie ist ein Symbol für die Hoffnung der jüdischen Gemeinschaft, in der deutschen Gesellschaft angekommen zu sein. Diese Hoffnung zerbricht vor 80 Jahren – in der Pogromnacht am 9. November 1938. Die Doku erzählt über die wechselvolle Geschichte und erweckt das Gebäude in all seiner Pracht zu neuem Leben. Als die „Neue Synagoge“ 1866 eingeweiht wurde, kam selbst der preußische Ministerpräsident und spätere Reichskanzler Bismarck und war beeindruckt vom Bau mit der goldenen Kuppel. Diese S erinnerte – ganz bewusst – an die spanische Alhambra. Ein Wunder der Baukunst und – der Politik. Die „Neue Synagoge“ war ein sichtbares Zeichen der Toleranz und Akzeptanz gegenüber Juden und gleichzeitig eine Provokation für Antisemiten: Sie war ein Symbol für das Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinschaft. Die Hoffnung, in der deutschen Gesellschaft angekommen zu sein, trug über sechs Jahrzehnte und zerbrach endgültig in der Pogromnacht vor 80 Jahren – am 9. November 1938. Ein preußischer Polizeibeamter rettete die „Neue Synagoge“ damals vor dem Feuer. Doch 1943 wurden große Teile des Gebäudes in einer Bombennacht zerstört. Erst in den 1990er Jahren wurde die Synagoge als „Centrum Judaicum“ mit restaurierter Fassade und neugebauter Kuppel wieder aufgebaut, doch ohne ihr Herzstück – die große Hauptsynagoge. Hinter den verglasten, konservierten Ruinenteilen verbergen sich noch immer rätselhafte, geheimnisvolle, auch unbekannte Geschichten, über die unter anderem der langjährige Direktor des Centrum Judaicum, Hermann Simon, und Ruth Winkelmann, ehemalige Schülerin der nahegelegenen Mädchenschule, berichten. Der Film erzählt von einer bis heute in vielen Teilen verschwundenen Kunstsammlung, von entdeckten Inschriften von NS-Gefangenen, von einer heimlichen Bar Mizwa unter den Augen der Nazis und von der Chuzpe ostdeutscher Juden und weitsichtiger SED-Genossen, die den vollständigen Abriss der Synagoge verhinderten. Die Schönheit dieses faszinierenden Baus ist heute nur noch zu erahnen und wird – exklusiv für diesen Film – durch einzigartige Animationen und Fotos- wieder erlebbar.

So., 21. Mär · 12:20-12:55 · arte
TWIST – Vielfalt belebt die Kultur!

„Black Lives Matter“ hat einiges in Bewegung gebracht: Mehr und mehr wird über Rassismus diskutiert, debattiert und gestritten. Und das ist gut so! Zum internationalen Tage gegen den Rassismus geht es „TWIST“ darum, wie Vielfalt die Kultur bereichert, wie Kunstschaffende und Kreative aber immer noch gegen Diskriminierung ankämpfen müssen.„TWIST“ geht dem Thema in Frankfurt am Main nach, wo fast die Hälfte aller Menschen einen Migrationshintergrund haben. Moderatorin Bianca Hauda trifft den Sänger Chima, der seinen aktuellen Song unplugged spielt. Im Gespräch erzählt der in Frankfurt geborene schwarze Musiker, wie er von klein auf lernen musste, mit Alltagsrassismus umzugehen.Das Filmteam besucht die Ausstellung „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ im Historischen Museum Frankfurt, wo Bianca Hauda sich einem Check-Up unterzieht: In einem interaktiven Parcours kann man in der Schau über Rassismus, Widerstand und Empowerment überprüfen, welche Privilegien man hat und wie es sich für die anfühlen muss, die diese wegen ihres Aussehens nicht haben. Darüber spricht Bianca Hauda mit Ausstellungsmacherin Ismahan Wayah.Außerdem stellt „TWIST“ das gerade auf Deutsch erschienene Buch „Französisch verlernen“ von Elisa Diallo vor und will von der Autorin wissen, warum sie ihrem Heimatland Frankreich den Rücken gekehrt hat und ausgerechnet in Deutschland eine Zukunft sieht.„TWIST“ trifft den Dirigenten Brandon Keith Brown und fragt, warum schwarze DirigentInnen noch immer eine Seltenheit in der Klassikszene sind und was passieren muss, damit sich das ändert.„TWIST“ besucht zudem die preisgekrönte Filmregisseurin Sung-Hyung Cho und will von ihr wissen, wie sie ihre ganz eigene Form gefunden hat, selbstironisch mit rassistischen Klischees umzugehen und warum sie ihre Filme ausgerechnet „Heimatfilme“ nennt.

So., 21. Mär · 16:55-18:30 · 3sat
Belle & Sebastian

Auf seinen Streifzügen durch die Savoyer Alpen entdeckt der siebenjährige Sebastian eine verwilderte Hündin. In den Augen der Dorfbewohner gilt der Vierbeiner jedoch als blutrünstige Bestie. Der Waisenjunge sieht das Tier mit ganz anderen Augen und nennt es „Belle“. Als er seine neue Gefährtin vor aufgebrachten Jägern versteckt, werden die beiden in ein Abenteuer verstrickt: Eine jüdische Familie, die von deutschen Soldaten verfolgt wird, braucht Hilfe. Mit Belles Spürsinn gilt es, einen Weg über den verschneiten Hochgebirgspass zu finden. Regisseur Nicolas Vanier gelang mit „Belle & Sebastian“ ein atemberaubender Kinder- und Jugendfilm. Der Franzose verlegte die Geschichte, die auf einem Kinderbuch von Cécile Aubrys basiert, von den 1960er-Jahren in den Zweiten Weltkrieg. So verbinden sich in der Geschichte zwei Stränge: die angefeindete Freundschaft zwischen dem Waisenjungen und einem vermeintlichen Monster sowie die Not der vor dem Holocaust flüchtenden Juden.

Mo., 22. Mär · 00:50-02:35 · SWR
Der Trafikant

Österreich, in den späten 1930er Jahren: Der 17-jährige Franz Huchel (Simon Morzé) kommt aus dem Salzkammergut nach Wien, um bei dem „Trafikanten“ Otto Trsnjek (Johannes Krisch) in die Lehre zu gehen. In dem Tabakgeschäft des Kriegsinvaliden lernt er die bürgerlichen Kreise kennen, die sich sogar die berühmten Importzigarren aus Cuba leisten können, die Franz in liebevoller Handarbeit frischhalten muss. Unter den Stammkunden ist der hochangesehene Psychologe Sigmund Freud (Bruno Ganz), zu dem der junge Mann schon bald Vertrauen fasst. An ihn wendet sich Franz, als er sich unglücklich in die böhmische Varietétänzerin Anezka (Emma Drogunova) verliebt. Dass die Liebe selbst dem berühmten Psychoanalytiker unlösbare Rätsel aufgibt, hilft dem unerfahrenen Franz leider nicht weiter. Als Österreich im Jahr 1938 für den Anschluss an das nationalsozialistische Deutsche Reich stimmt, beginnen schwere Zeiten für Franz und seinen Meister, der politisch aufrecht bleibt und weiterhin jüdische Kunden bedient. Erst verwüsten antisemitische Schläger den Laden, dann wird Otto aus fadenscheinigen Gründen verhaftet. Nun muss Franz auf sich allein gestellt das Geschäft führen und für Trsnjek kämpfen. Rat sucht er bei dem 82-jährigen Freud, der jedoch selbst in Gefahr ist. „Der Trafikant“ erzählt die Geschichte des Erwachsenwerdens eines jungen Mannes zu Zeiten des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938. Der Nachwuchsschauspieler Simon Morzé beeindruckt als Trafik-Lehrling Franz Huchel, der im Sog der dramatischen Ereignisse seinen Weg finden muss. Eine ungewöhnliche Freundschaft verbindet ihn mit Sigmund Freud, gespielt von Bruno Ganz. In Zentrum des liebevoll gezeichneten Zeitporträts steht die Trafik, ein für Wien typischer Tabakladen. Die Verfilmung von Robert Seethalers Bestseller zeichnet sich durch eine poetische Erzählweise mit bittersüßem Tonfall aus, die auf berührende Weise das aufkommende Unheil der nationalsozialistischen Diktatur in Österreich, den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg erahnen lässt.

Mo., 22. Mär · 01:15-02:00 · HR
Im Land der Täter (1/2) Leben in der Wohlfühldiktatur

Es waren keine professionellen Wochenschaukameramänner, die die Bilder vom Alltag im „Dritten Reich“ festhielten, es waren Hobbyfilmer, die das normale Leben, jenseits der offiziellen NS-Propaganda, mit ihren kleinen Kameras abbildeten: auf 8- oder 16-mm-Film und oft sogar in Farbe. Mehr als 70 Jahre lagen die Aufnahmen unentdeckt auf Dachböden oder ungenutzt in den Archiven. Jetzt hat der Filmemacher Jan N. Lorenzen aus mehr als 100 Stunden ausschließlich farbigen Amateuraufnahmen einen Film destilliert, der einen beispiellosen Einblick in das Alltagsleben der Menschen während der NS-Zeit gibt: Familienfeiern, Ausflüge mit Freunden: Alles wirkt in Farbe greifbarer, authentischer, näher, als wäre es gestern erst passiert. Harmlos wirken die Bilder nur auf den ersten Blick. Immer wieder offenbaren die Aufnahmen vielmehr, wie tief der Nationalsozialismus in die deutsche Gesellschaft eindrang, wie sichtbar für alle das Regime jüdische Mitbürger aussonderte und politische Gegner ausschaltete, wie freudig, wie bereitwillig viele Deutsche jubelten, mitmachten und selber zu Tätern wurden. Es sind verstörende Bilder, die sich in den Aufnahmen der Hobbyfilmer finden: Eine Braut lacht glücklich in die Kamera. Ihr Ehemann trägt statt eines Hochzeitsanzuges die schwarze Uniform der SS. Ein junger Mann kommt nach erfolgreich absolvierter Grundausbildung nach Hause. Stolz und zärtlich streicht seine Mutter über die neue Uniform mit der Hakenkreuzbinde. Eine Familie versammelt sich am Morgen zum Appell unter der Hakenkreuzfahne. Auch ein offensichtlich behinderter junger Mann steht dabei. Wird er dem Euthanasieprogramm der Nazis zum Opfer fallen? Die Menschen wirken fröhlich, sie lachen. Noch ahnen sie nicht die selbst verschuldete Katastrophe: Noch hat der Krieg nicht begonnen, doch die Remilitarisierung schafft Arbeitsplätze. Der „Anschluss“ Österreichs löst Euphorie aus. Mit Urlaubsreisen auch für Arbeiter und kleine Angestellte gewinnt das nationalsozialistische Regime die Sympathie der Massen. Deutschland scheint in diesen Jahren eine Diktatur zum Wohlfühlen, zumindest dann, wenn man nicht selbst Opfer des NS-Regimes wird, sondern beispielsweise als „arischer“ Deutscher von der Verfolgung der jüdischen Mitmenschen profitiert.

Mo., 22. Mär · 02:00-02:45 · HR
Im Land der Täter (2/2) Zwischen Heimat und Front

Ein Wehrmachtsoffizier filmt privat, scheinbar ungerührt, die abgemagerten Gestalten in einem Gefangenenlager für sowjetische Soldaten bei Dresden und notiert in seinem Tagebuch: „Der Gestank war bestialisch.“ Im südlichen Polen wird ein anderer Wehrmachtsoffizier mit seiner Kamera Zeuge, wie jüdische Männer zum Arbeitseinsatz abkommandiert werden. Eine Gruppe von Filmamateuren durchstreift 1943 Dachau. Geführt wird die Gruppe von einem SS-Offizier des nahegelegenen Konzentrationslagers. Passt er auf, dass die Filmamateure dem Lager nicht zu nahe kommen, nur Unverfängliches filmen? Es sind Bilder von erstaunlicher Offenheit, Bilder, die in keiner nationalsozialistischen Wochenschau gezeigt worden wären. Das Material überzeugt nicht zuletzt auch durch die enorme Bandbreite der Alltagsbilder, durch die Parallelität der Ereignisse, die in den Bildern zum Ausdruck kommt: Während deutsche Truppen an der sowjetischen Grenze auf den Befehl zum Angriff warten, unternimmt in Potsdam ein Ehepaar einen sorglosen Ausflug. Während sich in Berlin ein Familienvater in einem spaßigen Film über die Bombenangriffe lustig macht, liegen Köln und kurz darauf Hamburg bereits in Schutt und Asche. Deutschland ist in den Kriegsjahren ein Land, das zeigen die privaten Aufnahmen, in dem der Krieg auch dort, wo nicht gekämpft wird, immer präsent ist. Es waren keine professionellen Wochenschau-Kameramänner, die die Bilder vom Alltag im Dritten Reich festhielten, es waren Hobbyfilmer, die das normale Leben, jenseits der offiziellen NS-Propaganda, mit ihren kleinen Kameras abbildeten: auf 8- oder 16-mm-Film und oft sogar in Farbe! Mehr als 70 Jahre lagen die Aufnahmen unentdeckt auf Dachböden oder ungenutzt in den Archiven. Jetzt hat der Filmemacher Jan N. Lorenzen aus mehr als 100 Stunden ausschließlich farbigen Amateuraufnahmen einen Film destilliert, der einen beispiellosen Einblick in das Alltagsleben der Menschen während der NS-Zeit gibt: Familienfeiern, Ausflüge mit Freunden: alles wirkt in Farbe greifbarer, authentischer, näher, als wäre es gestern erst passiert. Harmlos wirken die Bilder nur auf den ersten Blick. Immer wieder offenbaren die Aufnahmen vielmehr, wie tief der Nationalsozialismus in die deutsche Gesellschaft eindrang, wie sichtbar für alle das Regime jüdische Mitbürger aussonderte und politische Gegner ausschaltete, wie freudig, wie bereitwillig viele Deutsche jubelten, mitmachten und selber zu Tätern wurden.

Mo., 22. Mär · 22:30-00:00 · 3sat
Lea Tsemel, Anwältin

Israels Besatzung palästinensischer Gebiete führt seit Generationen zu blutigen Auseinandersetzungen. Eine friedliche Lösung des Konflikts ist in weite Ferne gerückt. Lea Tsemel ist jüdische Anwältin und verteidigt palästinensische Straftäter, die in ihrem Land keine Stimme haben. Der Dokumentarfilm behandelt den israelisch-palästinensischen Konflikt, indem er die Menschenrechtlerin ins Zentrum stellt. Seit 50 Jahren kämpft Lea Tsemel für mehr Gerechtigkeit und für mehr Gleichheit der palästinensischen Minderheit. Für ihre politischen Gegner ist sie deshalb eine Verbündete des Teufels, eine Schande für das Land. Sie vertrete Freiheitskämpfer und opponiere, stelle sich damit gegen die israelische Siedlungspolitik, sagen ihre Befürworterinnen und Befürworter. Als Menschenrechtsanwältin tritt sie für die Wahrung der Unschuldsvermutung und gegen eine systematische Vorverurteilung ein. Tsemel, 1945 geboren, verteidigt politische Gefangene, Feministinnen und Fundamentalisten, friedliche Demonstrierende und bewaffnete Militante. Sie wagt sich an die schwierigsten Fälle: Sie vertritt Kinder, die durch Diskriminierung radikalisiert, von Opfern zu Täterinnen und Tätern werden. Sie sei die Anwältin, die immer verliert, sagt Lea Tsemel ohne jede Bitterkeit über sich selbst und macht trotzdem immer weiter in ihrem unbeirrbaren Glauben an Gerechtigkeit – trotz harscher Kritik seitens der Presse und der Öffentlichkeit. Einer ihrer Mandanten ist der 13-jährige Ahmad. Für die Israelis ist der Palästinenserjunge ein Terrorist, der eine hohe Gefängnisstrafe verdient hat, egal, wie es zu der tödlichen Messerattacke kam, egal, wie jung er ist. Für die Palästinenser ist er ein willkommenes Opfer, um die Methoden der Israelis anzuprangern. An Lea Tsemels schwierigstem Fall lässt sich das ganze Drama des nationalen Konflikts darstellen. Der Dokumentarfilm stellt grundlegende Fragen: Welchen Preis zahlen Lea Tsemel selbst und ihre Familie für ihren Kampf um Gerechtigkeit? Was bedeutet Gerechtigkeit vor dem Hintergrund des unlösbaren Nahostkonflikts? Was bedeuten diese Fragen, wenn das Opfer, ein Kind, auch Täter ist? Über den Zeitraum eines Jahres erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer die Höhen und Tiefen der Anwältin im Kampf für ihren minderjährigen Mandanten. In schwierigen, berührenden Gesprächen mit den Angehörigen oder bei vertraulichen Beratungen ihrer mitunter riskanten Verteidigungsstrategie mit ihrem Ko-Verteidiger und engsten Vertrauten im Fall Ahmad, Tareq Barghout. Die Kamera ist immer dabei, wenn sich dramatische Szenen direkt vor und nach den Gerichtsverhandlungen beim Zusammentreffen mit Ahmad abspielen. Diese werden kunstvoll und geschickt durch Animationen verfremdet, um das Persönlichkeitsrecht des minderjährigen Angeklagten zu schützen. Die Flure des Gerichts werden zum Schauplatz eines Dramas. Lea Tsemel tritt nach jedem Verhandlungstag vor die Presse, in direkter Konfrontation mit ihrem Kontrahenten, dem Staatsanwalt, während vor dem Gerichtsgebäude palästinensische Frauen gegen eine rassistische israelische Justiz demonstrieren. Geleakte Bilder einer Überwachungskamera werden eingeschnitten, die die brutalen Verhörmethoden der israelischen Beamten belegen, denen Ahmad ohne jeden familiären oder juristischen Beistand ausgesetzt ist. Außerdem belegt TV-Archivmaterial aus israelischen Nachrichtensendungen, wie skrupellos beide politischen Lager den Fall Ahmad instrumentalisieren, um den Konflikt zusätzlich zu schüren. Historisches Archivmaterial seit dem Sechstagekrieg 1967 und privates Archivmaterial zeichnen Lea Tsemels privaten und beruflichen Werdegang parallel zu dem Geschehen um Ahmads Prozess nach. Zu Wort kommen ihr Ehemann und ihre beiden Kinder.
Bild oben: © ZDF und SWR; Lea Tsemel, „Losing Lawyer“, Verliereranwältin

Mo., 22. Mär · 23:35-00:20 · Das Erste (ARD)
Verzaubert und verdrängt

Er war eine der schillerndsten Figuren der deutschen Unterhaltungsbranche: Der Magier und Filmproduzent Helmut Schreiber, alias Kalanag. Er verantwortete antisemitische Propagandafilme für die Nationalsozialisten und galt als „Hofmagier“ von Hitler, Goebbels und Göring. Nach 1945 begeisterte er mit exotischen Zaubershows und wurde als Unterhaltungsdirektor des von Adenauer geplanten privatrechtlichen Fernsehsenders verpflichtet. Dem Zauberkünstler gelang es von der Weimarer Republik über den Nationalsozialismus bis zur Bundesrepublik, mit Tricks, Täuschung und Tücke stets zu den Gewinnern zu gehören. Er war eine der schillerndsten Figuren der deutschen Film- und Unterhaltungsbranche. Ein Mensch, für den Täuschung, Tarnung und Trickserei stets Karriere- und Lebensprinzip war: der Zauberkünstler und Filmproduzent Helmut Schreiber, alias Kalanag. Als „Hofmagier der Nazis“ tritt Schreiber mehrfach vor Hitler auf dem Obersalzberg auf und zaubert vor Goebbels‘ Tischgesellschaften. Gleichzeitig verantwortet er hauptberuflich nationalsozialistische Propaganda- und Durchhaltefilme, zunächst bei der Tobis, ab 1938 dann bei der Bavaria, wo er 1942 sogar zum Produktionschef und Mitglied der Geschäftsführung aufsteigt. Nach 1945 – als die Amerikaner ihm untersagen, weiter im Filmgeschäft zu arbeiten – macht er kurzerhand sein Hobby zum Beruf und startet unter dem Künstlernamen Kalanag eine internationale Karriere als weltweit größter Magier der Nachkriegszeit. In einer Zeit, in der noch nicht in jedem Wohnzimmer ein Fernseher steht, ist Schreiber ein Star. Mit seiner Gattin Gloria und einer Truppe von 70 Künstlern, Musikern und Tänzerinnen bereist er die Welt. In perfekt inszenierten Revuen mit exotischen Kulissen lässt er in aufwendigen Großillusionen Autos verschwinden, Mädchen dreiteilen und endlos Bier, Wein und Champagner aus gläsernen Karaffen fließen. Als Ende der 1950er Jahre die Regierung Adenauer die „Freies Fernsehen GmbH“ als regierungsnahes privatrechtliches Gegengewicht zur ARD gründet, wird Helmut Schreiber schließlich für den Posten des künftigen Unterhaltungsdirektors verpflichtet. Hätte das Bundesverfassungsgericht nicht Adenauers Projekt gestoppt, wäre es eine letzte erstaunliche Wendung im Leben des Helmut Schreiber gewesen. Die Dokumentation, in der Historiker und Weggefährt*innen Helmut Schreibers zu Wort kommen und bisher nie veröffentlichtes Archivmaterial zu sehen ist, schildert die Karriere eines Großmeisters der Illusion, der es verstand, immer zu den Gewinnern zu gehören. Der sich von der Weimarer Republik über den Nationalsozialismus bis in die junge Bundesrepublik hinein drei Systemen nahtlos anpasste und sich immer wieder durchsetzte.

Di., 23. Mär · 11:45-12:15 · arte
Stätten des Glaubens – Die Synagogen des Ghettos von Venedig

Venedig ist vor allem als Stadt der Liebe und der Romantik bekannt. Nur wenige wissen, dass sich hier das älteste jüdische Ghetto der Welt befindet. Der Literaturprofessor Shaul Bassi erzählt die bewegte Geschichte seiner Vorfahren, die vor den Pogromen in Deutschland flohen und in der Lagunenstadt eine neue Gemeinschaft gründeten. Sie errichteten Synagogen und lebten nach strengen Regeln zusammen. Die Dokumentation gibt auch Einblicke in eine Bar-Mizwa-Feier in einer der fünf Synagogen des Ghettos. Die Zeremonie leitet Scialom Bahbout, der Oberrabbiner von Venedig: Er lebt und arbeitet im Ghetto und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die jüdische Kultur zu bewahren und an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Di., 23. Mär · 20:15-21:45 · 3sat
Laim und die Zeichen des Todes

Kommissar Lukas Laim lässt das Seil kappen, an dem eine Leiche von der Brücke auf der Praterinsel hängt. Auf deren Bauch finden sich merkwürdige rote Zeichen. Bei dem Toten handelt es sich um einen Notar aus Grünwald, der als Förderer jüdischer Kunst stadtbekannt ist. Und die Zeichen auf seinem Bauch sind hebräisch und bedeuten „Vergeltung“. Vergeltung wofür? Und warum die hebräische Schrift? Kurz darauf erfährt Laim von einem Erpresserschreiben an seine Mutter, das mit dem hebräischen Wort „Schilem“ unterzeichnet ist. Die Erpresser fordern 80 000 Euro, damit die Öffentlichkeit nicht erfährt, dass Laims Großvater sein Vermögen im Zuge der Arisierung gemacht hat. Lukas, sein Kollege Simhandl und die neue Kommissarin Johanna Fischer suchen nach einer Verbindung zwischen den Ereignissen. Als weitere Fälle von Erpressung bekannt werden, ist klar, dass hier historisches Wissen zu Geld gemacht werden soll. Doch wer weiß heute noch so genau Bescheid über die Akteure und Profiteure der Enteignung von Juden im „Dritten Reich“? Und sind die Erpresser auch für den Tod des Notars verantwortlich? Laim ermittelt unter Hochdruck und muss sich zudem seinem ganz persönlichen Groll auf die eigene Familie stellen.

Mi., 24. Mär · 00:00-01:30 · NDR
Über Leben in Demmin

Vor mehr als 70 Jahren, Ende April 1945, wurde die Stadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern als Gemeinschaft traumatisiert. Circa zehn Prozent der Einwohner töteten sich im Zusammenhang mit dem Eintreffen der sowjetischen Soldaten selbst. Das hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. Frühjahr 1945. Wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs ereignet sich in Demmin eine unfassbare Tragödie: Hunderte Einwohner nehmen sich das Leben. Sie schneiden sich die Pulsadern auf, vergiften, erschießen sich. Eltern töten erst ihre Kinder und dann sich selbst, ganze Familien gehen mit Steinen beschwert ins Wasser. Bis zum Ende der DDR wird über die genauen Umstände des beispiellosen Massensuizids geschwiegen. Heute versuchen Neonazis mit einem alljährlichen „Trauermarsch“ die noch immer bestehende Leerstelle zu besetzen und für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Bewohner von Demmin sind im Umgang mit den Ereignissen tief gespalten. Regisseur Martin Farkas begibt sich in „Über Leben in Demmin“ auf eine Reise in eine lang verdrängte Vergangenheit. Er trifft auf Bewohner, die das Drama als Kinder erlebt haben und zum ersten Mal davon erzählen, und auf deren Nachkommen, die jungen Demminer. Sein Film zeigt eine Stadt, die mit ihrer Geschichte allein gelassen ist, und spürt den Folgen des Traumas für die Menschen bis heute nach. „Über Leben in Demmin“ erzählt von Depression, Gruppenzwang, Fremdenfeindlichkeit, falscher Trauer und dem politischen Missbrauch von Gefühlen – aber auch vom Überleben, vom Willen, sich gegen Hass und Fanatismus zu stellen und dem Wunsch, die Vergangenheit umfassend aufzuarbeiten.

Mi., 24. Mär · 02:50-03:45 · arte
Das Heilige Grab Jesu Christi – Ein ewiger Streit

Die Kirche vom Heiligen Grab in Jerusalem ist eine der heiligsten Stätten der Christenheit. Der Film führt die Zuschauer hinter die Kulissen der Kirche und zu den Menschen, die dort leben und für die das Gotteshaus ihre Heimat geworden ist. Sechs christliche Glaubensgemeinschaften leben und beten hier: Griechisch-Orthodoxe, Katholiken, Armenier, Kopten, Syrisch-Orthodoxe und Äthiopier. Ihr Zusammenleben unterliegt festen Regeln über die unterschiedlichen Gebetszeiten und die räumliche Aufteilung der Kirche.Die Schlüsselgewalt des im Jahr 335 nach Christus eingeweihten Gotteshauses teilen sich zwei muslimische Familien. Eine hütet den uralten Schlüssel, die andere öffnet das Tor. In der Grabeskirche kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften. Dabei geht es um jeden Quadratmeter, um den sich Priester und Mönche teilweise sogar handgreiflich streiten. Einer der Protagonisten ist der armenische Pater Samuel. Er bezeichnet die Kirche als seine Heimat, die er gegen die benachbarte griechisch-orthodoxe Gemeinschaft „verteidigen“ muss. Der koptische Priester Antonius und der äthiopische Pater Zion sind weitere Protagonisten des Films. Vor allem zwischen den Kopten und den Äthiopiern gibt es immer wieder Streit. Für die Sicherheit und die Respektierung des fragilen Status quo zwischen Christen, Muslimen und dem Staat Israel ist die israelische Polizei verantwortlich, unter der Leitung des christlichen Polizeioffiziers Johnny Kassabri.Anat Tel, die Filmemacherin, und ihr Team hatten vollständigen Zugang zur Kirche.

Mi., 24. Mär · 09:30-09:45 · ARD-alpha
Schulfernsehen – Der Schatz in der Synagoge

Ein Traum führt Josef und seine Schwester in eine Synagoge in München. Dort erzählt ihnen der Rabbiner alles über den jüdischen Glauben und dass man sich nicht zu fürchten braucht, wenn man anderen kein Leid zufügt. Beim Besuch einer Synagoge erfahren Sophia und Joseph, was es für die Juden heißt, im Bund mit Gott zu leben. Sie lernen die Bedeutung der Thora, des Talmuds und der Festtage kennen und ergründen so das „Geheimnis von Kraft und Liebe“.

Mi., 24. Mär · 11:30-12:05 · ARD-alpha
RESPEKT – Demokratische Grundwerte für alle! Judenhass – was tun gegen eine mörderische Ideologie?

Laut einer aktuellen Studie denkt ein Viertel der Deutschen antisemitisch. Warum Antisemitismus (immer noch) so häufig vorkommt und wie er am besten zu bekämpfen, will Christina Wolf für „Respekt“ herausfinden. Sie besucht verschiedene jüdische Gemeinden, spricht mit einer Antisemitismusforscherin und erfährt, wie sich legitime Kritik an der israelischen Politik von Antisemitismus unterscheiden lässt. Um den jüdischen Alltag selbst mitzuerleben, mietet sie sich schließlich einen Juden von dem Bildungs-Projekt „Rent a Jew“. Laut einer aktuellen Studie denkt ein Viertel der Deutschen antisemitisch. Warum Antisemitismus (immer noch) so häufig vorkommt und wie er am besten zu bekämpfen, will Christina Wolf für „Respekt“ herausfinden. Dazu forscht sie erst nach, wann und wie Antisemitismus entstanden ist – eine unselige Geschichte, die fast bis Christi Geburt zurückreicht. Um den modernen jüdischen Alltag kennenzulernen, besucht Christina Wolf die eher traditionelle Israelitische Kultusgemeinde in München. Und sie besucht die liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom, die das Judentum bewusst „liberal“ und „zeitgemäß“ interpretiert. Im Gespräch mit Jüdinnen und Juden erfährt die Moderatorin, welche Erfahrungen sie im Alltag mit Antisemitismus gemacht haben. Die Rubrik „Zahlen und Fakten“ zeigt die Entwicklung antisemitischer Übergriffe. Antisemitismus hat aber auch andere Erscheinungsformen. Häufig „tarnt“ er sich als Kritik an der Politik Israels. Die Grenze zwischen legitimer politischer Kritik und Antisemitismus ist meist nicht leicht zu erkennen. Christina Wolf will mehr erfahren und reist nach Berlin, um eine Antisemitismusforscherin zu treffen. Um den jüdischen Alltag auch einmal selbst mitzuerleben, mietet sie sich kurzerhand einen Juden. „Rent a Jew“ nennt sich ein Projekt, das Begegnungen von jüdischen und nichtjüdischen Menschen fördert. Es vermittelt jüdische ehrenamtliche Referent*innen z.B. an Schulen. Am Ende ihrer interessanten Reise kommt die Moderatorin in der Reportage zu dem Ergebnis: Antisemitismus hat eine lange Geschichte und viele Formen. Ihm begegnen kann man mit Aufklärung und gegenseitigem Verständnis. „RESPEKT“ will dazu beitragen, Demokratie, Grund- und Menschenrechte nicht nur als abstrakte Begriffe zu verstehen, sondern als Werte des gemeinschaftlichen Lebens. Die Online-Videos und TV-Reportagen überprüfen Vorurteile und Klischees wie Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit, Homophobie oder Sexismus. Die Presenter Sabine Pusch, Rainer Maria Jilg und der aus Syrien stammende Schauspieler Ramo Ali treffen Menschen, die sich für Weltoffenheit und Toleranz einsetzen. Mit Ironie und in lockerem Ton zeigen sie, wie Grundwerte und Menschenrechte im Alltag gelebt werden können – und warum wir alle von einem solidarischen Miteinander profitieren. Umfragen mit Passanten ergänzen den Blick auf das jeweilige Thema. Eine „Zahlen und Fakten“-Rubrik hilft dabei, die unterschiedlichen Standpunkte zu beurteilen und sich eine fundierte Meinung zu bilden.

Fr., 26. Mär · 03:15-03:45 · 3sat
Das Attentat von Hanau – Ein Jahr voll Trauer und Wut

Sie wollen eine lückenlose Aufklärung der Tat – die Hinterbliebenen der Opfer. Und sie wollen dafür kämpfen, dass dieses Schicksal anderen Familien und Freunden erspart wird. Es dauerte zwölf Minuten, dann waren neun Menschenleben ausgelöscht. Nach der brutalen Tat beginnt der lange Trauerprozess, der die betroffenen Menschen und die Gesellschaft um sie herum verändert. Wie können sie weiterleben? Und ihren Alltag bewältigen? Serpil verlor bei dem rassistischen Anschlag in Hanau ihren ältesten Sohn. Ihr Jüngster fragt nun, ob er kein richtiger Deutscher sei und immer Angst haben müsse? Um ihre Trauer und Wut zu bekämpfen, geht Serpil in Hanauer Schulen. Sie will Kinder gegen Rassismus stark machen. Pitr hilft ihr, er ist gerade 19 und überlebte knapp, neben ihm starben seine Freunde. Die Pãuns trauern um ihren einzigen Sohn Vili – aber sie setzen alles daran, sein Andenken in der Stadt zu bewahren, denn der Junge versuchte, den Mörder aufzuhalten. Serpil Temiz, Pitr, Niculescu Pãun und die anderen stützen sich auch gegenseitig in ihrer Trauer und Verzweiflung und schöpfen so die Kraft, mit dem Leid umgehen zu können. Sie haben sich in den letzten Monaten noch mehr mit ihrer Identität als Migranten und Migrantinnen auseinandergesetzt und sehen eine Ungleichbehandlung. Sie erleben Rassismus in der Schule, bei Arbeitsämtern, bei der Wohnungssuche, in Behörden und in der Gesellschaft. Rassismus sei eines der dringendsten Probleme unserer Zeit und nicht die Migration selbst, wie Innenminister Seehofer es behauptete, sagt Serpil. Der Anschlag von Hanau ist einer von vielen rassistischen Anschlägen in Europa und der Welt. Ob Anders Breivik, das Attentat von Christ Church, München, Halle, Kassel und so viele andere. Die migrantischen Communities und Menschen haben Angst. Der Mörder von Hanau war Rassist, er war psychisch krank, aber er glaubte auch an Verschwörungstheorien. Gerade werden solche Verschwörungstheorien wieder sehr populär, Corona verstärkt diesen Trend noch einmal. In welche Richtung entwickelt sich unsere Gesellschaft? Eine Gesellschaft der Angst und des Ressentiments oder des Zusammenhalts und Toleranz?

Sa., 27. Mär · 00:00-02:35 · MDR
DEFA-Filme: Die gefrorenen Blitze

1939 erhält der britische Geheimdienst – vermutlich durch den deutschen Wissenschaftler Dr. Kummerow – den „Oslo-Report“. In diesem Geheimbericht informiert der Wissenschaftler die Alliierten über die Existenz der Heeresversuchsanstalt Peenemünde und die Entwicklung einer ballistischen Fernrakete, die im Krieg eingesetzt werden soll. Als Usedomer Fischer während des Zweiten Weltkrieges am Himmel Kondensstreifen beobachten, die vom Wind zerhackt werden, wissen sie mit dieser unbekannten Erscheinung nichts anzufangen. Sie nennen sie „gefrorene Blitze“. Lange war der Welt verborgen geblieben, was auf dem Nordzipfel Usedoms, im Sperrgebiet Peenemünde, vor sich geht. In der dortigen Heeresversuchsanstalt trieb der Technische Direktor (Dietrich Körner), von allen der „Raketenbaron“ genannt, seit 1936 einen ständig wachsenden Mitarbeiterstab an, ballistische Fernraketen als erste technische Massenvernichtungswaffe einsatzbereit zu machen. Er nennt sie abstrakt A-4 (Aggregat 4), für die SS ist es die V-2 (Vergeltungswaffe), für Hitler seine „Wunderwaffe“. Als Deutschland 1939 den Zweiten Weltkrieg anzettelt, entschließt sich der Kriegsgegner und Wissenschaftler Dr. Kummerow (Reimar Johannes Baur), eine Warnung vor der Geheimwaffe mit Detailangaben anonym an die britische Botschaft in Oslo zu leiten. Der „Oslo-Report“ geht auch sofort nach London, wird dort aber unbeachtet abgelegt. Der britische Geheimdienst will sich nicht „mit Sachen aufhalten, die es gar nicht gibt“. Inzwischen beginnen unabhängig voneinander Gruppen antifaschistischer Widerstandskämpfer in Frankreich, Polen und Deutschland, Hitlers „Wunderwaffe“ auf die Spur zu kommen. Auch in Peenemünde selbst wächst das Misstrauen und der Widerstand. Dr. Grunwald (Alfred Müller), der von der Weltraumerforschung träumt, sieht sich getäuscht und steht dem Projekt immer skeptischer gegenüber. Nach dem ersten erfolgreichen Raketenstart interessiert sich nun der amerikanische Physikprofessor und Sicherheitsoffizier Briggs (John Mercator) für den abgelegten „Oslo-Report“. Über den internierten Bruder des Raketenbarons sucht er den Kontakt nach Peenemünde herzustellen. Währenddessen wird Dr. Grunwald in Berlin Augenzeuge der Verhaftung des Kommunisten Colpi und Dr. Kummerows. In Peenemünde fallen die ersten Bomben der Alliierten. Vieles wird zerstört, doch nicht die Basis der Raketenproduktion, und unbeeindruckt befiehlt der Raketenbaron 1943, die Serienproduktion der V-2-Waffe in einem bereits vorbereiteten Gebirgsstollen des Harzes fortzusetzen. Doch der Widerstand wächst und es wird gegen Hitlers Raketen gearbeitet.

Sa., 27. Mär · 03:25-04:10 · PHOENIX
„Agenten und Spione“ – Uri Geller

Uri Geller sorgte in den 70er Jahren für Furore, weil er in zahlreichen Fernsehshows seine übersinnlichen Kräfte darbot. Allein mit der Kraft seiner Gedanken verbog er Löffel und brachte Uhren zum Laufen – und verblüffte das Fernsehpublikum. Noch erstaunlicher aber ist seine Geschichte abseits der Öffentlichkeit: Arbeitete der israelische Spezialist fürs Paranormale für Geheimdienste?

Sa., 27. Mär · 06:30-07:00 · SWR
Planet Schule – Spuren der NS-Zeit: Die Angst sprang mit

Gretel Bergmann, geboren und aufgewachsen in Laupheim, hieß später Margret Lambert und lebte bis zu ihrem Tod 2017 in New York. Ihre Karriere als Hochspringerin unterschied sich von der anderer deutscher Sportlerinnen – denn Gretel Bergmann war Jüdin. Wie sie als einzige Jüdin in die Olympiamannschaft des Deutschen Reiches kam und wie sie mit einem Trick eine Woche vor Beginn der Spiele in Berlin wieder ausgeschlossen wurde, schilderte Margret Lambert in dieser SWR Reportage sehr eindringlich. Ihr Schicksal beleuchtet ein dunkles Kapitel deutscher Sportgeschichte. Noch 1936 emigrierte Gretel Bergmann in die USA, wo sie sich ein …

Sa., 27. Mär · 19:30-20:15 · 3sat
Heinrich Mann, der unbekannte Rebell

Heinrich Mann (1871-1950) war Beobachter und Kommentator politisch-gesellschaftlicher Vorgänge seiner Zeit. Gerade heute lohnt es, die Botschaften des Humanisten neu zu betrachten. Viele Essays lesen sich wie aktuelle Kommentare – sei es zu Hate-Speeches in Sozialen Medien oder zum Aufflammen von Antisemitismus oder deutschnationalem Geraune. Der Film begibt sich auf die Spuren des Schriftstellers. Ulrich Tukur interpretiert Heinrich Manns Texte. Heinrich Mann war ein Humanist, eine moralische Instanz, dessen Botschaften uns gerade heute wieder viel zu sagen haben. Neben seinen berühmten Werken wie „Professor Unrat“, „Der Untertan“ oder seinen beiden „Henri Quatre“-Romanen hat Mann über 1000 Essays verfasst, die sich zwischen romantischer Verklärung politischer Utopien und exzellenten, hellwachen Analysen von Fehlentwicklungen bewegen. Er wurde nicht müde, für Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten. In seinen Essays äußerte er sich zunehmend besorgt über die deutschnationale Rechte, plädierte für ein starkes, geeintes Europa mit einer deutsch-französischen Achse und positionierte sich gegen jeden nationalen Chauvinismus. Schon im Ersten Weltkrieg gehört Heinrich Mann zu den großen Mahnern und Pazifisten und hat sich damit ganz gegen seinen kriegsbegeisterten und deutschnationalen Bruder Thomas gestellt. 1914 vollendet er seinen Roman „Der Untertan“ über einen typischen Opportunisten im Kaiserreich. Erst nach Kriegsende kann der Roman erscheinen und verkauft sich sofort rasant. Heinrich Mann gehört in dieser Zeit zu den populärsten Autoren Deutschlands. Aber auch zu den streitbarsten. Er engagiert sich für den Sozialismus, für soziale Gerechtigkeit als Basis für eine funktionierende Gesellschaft. 1933 steht sein Name auf der ersten Ausbürgerungsliste der Nazis, seine Bücher werden verbrannt, und Heinrich Mann emigriert in die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er in der jungen Bundesrepublik mit Ressentiments betrachtet, die DDR hingegen wählt ihn 1949 zum Präsidenten der Deutschen Akademie der Künste in Ostberlin. Kurz vor seiner Abreise aus den USA stirbt Heinrich Mann. Für die Dokumentation „Heinrich Mann, der unbekannte Rebell“ interpretiert Schauspieler Ulrich Tukur Texte von Mann, die den Nöten der Zeit, ihrer Zerrissenheit und den Konflikten in einer Gesellschaft nachspüren, die sich auf geradem Weg in den nächsten Krieg befindet. Die Texte erhalten auch intime Einblicke in Heinrich Manns private Beziehungen zu Frauen aus der Boheme, die den Autor mehr als nur literarisch beschäftigt haben. Schauspielerinnen, Tänzerinnen und Prostituierte erscheinen bei Heinrich Mann als „starkes Geschlecht“ und nicht, wie sonst in dieser Zeit üblich, als bloßes Interieur einer bürgerlichen Welt. Inwieweit er vielleicht in seinen Beziehungen aber auch nur literarischen Ausbeutungsinteressen gefolgt ist, wird ebenfalls Thema.

So., 28. Mär · 10:35-11:15 · 3sat
Stefan George – Das geheime Deutschland

Der Dichter Stefan George (1868-1933) hat Spuren hinterlassen. Sie reichen bis zum Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Wer war Stefan George? Was war seine politische Vision? Stefan George sah sich als Repräsentant eines „geheimen Deutschlands“. Er hatte die Macht, Menschen an sich zu binden und zu formen. Am Beispiel Stefan Georges entwickelte Max Weber die Theorie der charismatischen Herrschaft, die später den Aufstieg Hitlers erklärte. Über kaum einen Dichter des 20. Jahrhunderts wurde so gerätselt wie über Stefan George. Noch immer umgibt ihn das Mysterium, das er selbst schuf. Aber wer war er wirklich? Vor 150 Jahren, am 12. Juli 1868, wurde Stefan George in Büdesheim bei Bingen geboren. Mit seinen zunächst symbolistischen, dann zunehmend prophetischen Gedichten gehört er, neben Rainer Maria Rilke und Hugo von Hofmannsthal, zu den bedeutendsten Dichtern der Jahrhundertwende. Er war auch eine der einflussreichsten kulturellen Persönlichkeiten seiner Zeit. Unzählige junge Soldaten marschierten mit seinen Gedichten im Tornister in den Ersten Weltkrieg. Er war der unumstrittene charismatische Führer einer Freundesgruppe. Mit seinem Kreis – seinem „Staat“, wie er ihn nannte – wollte George das „geheime Deutschland“ schaffen, ein neues Reich, aufgebaut auf einen „geistigen Adel“, den er und seine Jünger verkörperten. Seine Anhänger fand Stefan George unter jungen Männern, die er nach griechischem Vorbild mit pädagogischem Eros an sich band. Männer wie die Brüder Stauffenberg. Als 1928 Georges letzter Gedichtband „Das Neue Reich“ erschien, glaubte George schon nicht mehr an eine politische Umsetzung seiner Ideale. Was ihn nicht davor feite, von den Nationalsozialisten vereinnahmt zu werden. Er entzog sich und starb im Dezember 1933 im selbstgewählten schweizerischen Exil. Vieles aus Georges Welt hat weiter gewirkt bis in unsere jüngste Gegenwart – von der Odenwaldschule zur gerade wieder aufflammenden Diskussion um die Bedeutung Deutschlands bis zur Frage, welche Rolle das Charisma heute in der Politik spielen soll. Die Dokumentation stellt diese Verbindungen Georges zur Gegenwart her, unter anderem mit der Philosophin Svenja Flaßpöhler, der Pädagogin Meike Sophia Baader und dem Schriftsteller Simon Strauß. Der George-Biograf Thomas Karlauf begleitet das Filmteam an wichtige Stationen von Georges Leben, vom Elternhaus bis zum Lago Maggiore, wo George gestorben ist.

So., 28. Mär · 20:14-22:22 · arte
Kunsträuber am Werk

Kunstraub und Raubkunst, zwei Seiten derselben Medaille: Kunstgegenstände werden geraubt, beschlagnahmt, einbehalten, ihre Eigentümer enteignet, um einen symbolischen Mehrwert durch ihre Ausstellung oder einen ökonomischen durch ihre Veräußerung zu erzielen. Nazi-Beutekunst beschäftigt noch heute die Provenienzforschung. Längst sind nicht alle Objekte zurückgegeben. ARTE widmet dem Thema einen Programmschwerpunkt mit fünf Spielfilmen und Dokumentationen rund um Nazi-Raubkunst, Kunstfälscher und skrupellose Auktionatoren.“Die Frau in Gold“ des britischen Regisseurs Simon Curtis erzählt vom Rechtsstreit um die Rückgabe des berühmten Jungendstilgemäldes von Gustav Klimt. Nach der Beschlagnahme durch die Nazis behielt Österreich das Jugendstilgemälde nach Kriegsende ein und stellte es jahrzehntelang aus.Eine tschechische Malerin, der zwei Bilder gestohlen wurden, lädt den Dieb ein, ihr Modell zu stehen. Auch dies eine wahre Geschichte, erzählt in einem Dokumentarfilm aus Norwegen, in deutscher Erstausstrahlung.Von dem Versuch der Nazis, nach der Landung der Alliierten wertvolle Gemälde mit einem Zug nach Deutschland zu transportieren, handelt John Frankenheimers „Der Zug“ von 1964. Die Zugstrecke wird zum Kriegsschauplatz.Er baute die Gestapo auf, ließ Konzentrationslager errichten – und häufte geraubte Kunst an: Der NS-Funktionär Hermann Göring nahm mehr als 4.000 Werke in seinen Besitz, darunter Bilder von Rubens und Matisse. Der Dokumentarfilm „Göring, Brueghel und die Shoah – Die Blutspur der NS-Raubkunst“ zeichnet anhand von Zeitzeugenberichten und Archivmaterial die Geschichte der NS-Raubkunst-Sammlung nach, die zu großen Teilen aus dem Besitz jüdischer Familien stammte.In William Wylers Evergreen „Wie klaut man eine Million?“ sind nicht Nazis die Kunsträuber, sondern Fälscher und Versicherungsbetrüger. Ein Kunstauktionator und Junggeselle verfällt dem Charme einer geheimnisvollen Kundin, deren Werke er veräußern soll, die er aber nie zu Gesicht bekommt.In Giuseppe Tornatores „The Best Offer – Das höchste Gebot“ aus dem Jahr 2013 geht es um unvorstellbare Preise, die der auratische Charakter der Kunst provoziert. Und wo Geld verdient werden kann, wird’s schnell kriminell.Last but not least bietet die ARTE-Reihe ein Wiedersehen mit Inspektor Clouseau auf der Jagd nach dem größten Diamanten der Welt, dem „rosaroten Panther“ …

So., 28. Mär · 22:25-23:55 · arte
Göring, Brueghel und die Shoah – Die Blutspur der NS-Raubkunst

Ein Dokument, das lange im Archiv des französischen Außenministeriums lagerte, kam im Jahr 2015 an die Öffentlichkeit: Der sogenannte Göring-Katalog enthält das komplette Verzeichnis der Gemälde, die Hermann Göring in seiner Villa Carinhall in der Nähe von Berlin aufbewahrte. Der Katalog gibt Einblicke in die Sammlung, die fast noch größer war als die von Adolf Hitler, bestimmt für das sogenannte Führermuseum in Linz. Er enthält die Namen der Nazi-Größen, die an dem groß angelegten Kunstraub beteiligt waren.Hermann Göring sammelte mit Besessenheit Kunst. Er gefiel sich in der Rolle des Renaissancefürsten, der Kunstmäzen und Kriegsherr gleichzeitig ist. Im Zuge seiner Raubzüge durch das besetzte und unterdrückte Europa ließ er unzählige wertvolle Werke zusammentragen, darunter Bilder bedeutender flämischer Maler des 17. Jahrhunderts, deutscher Künstler des 16. Jahrhunderts sowie klassische französische und italienische Kunst.Bei Kriegsende ließ Göring sein Anwesen Carinhall sprengen. Amerikanische Truppen fanden aber einen Teil dieser Kunstschätze wieder, zum Teil in einem Güterzug in Berchtesgaden. Die französische Regierung bemühte sich daraufhin, die in Frankreich geraubten Werke zurückzuholen. Rose Valland, Konservatorin im Musée du Jeu de Paume, setzte sich neben den Monument Men unermüdlich für diese Recherchearbeiten ein.Der Dokumentarfilm erzählt anhand des Inventars der geraubten Kunstwerke die Geschichte des Aufbaus der Sammlung sowie die nach dem Krieg eingeleitete Suche nach den Eigentümern. Bis heute wurden noch nicht alle Eigentümer gefunden. Die Nachkommen der betroffenen jüdischen Familien kämpften – bisweilen vergeblich – um Entschädigung.

Di., 30. Mär · 00:00-01:25 · ZDF
König Bansah und seine Tochter

In Ludwigshafen am Rhein lebt ein Mann, der eine kleine Kfz-Werkstatt betreibt und gleichzeitig König ist für rund 200 000 Menschen in Ghana: König Céphas Bansah. Seit 1970 lebt er in Deutschland. Er regiert sein Volk von seiner Werkstatt aus. Seine Tochter Katharina (39) ist in Ludwigshafen geboren und aufgewachsen. Sie ist selbstständige Grafikdesignerin, Feministin, Freigeist, Künstlerin und eben: Königstochter. Vater und Tochter reagieren unterschiedlich auf die wachsende Ablehnung der weißen Mehrheitsgesellschaft in Deutschland. Der königliche „Exot“ setzt auf Anpassung und finanziert auf diese Weise wichtige Hilfsprojekte in Ghana. Katharina dagegen will aufhören, sich als Deutsche zu beweisen. Nach langer Zeit begleitet sie ihren Vater wieder einmal in sein Königreich nach Ghana. Sie möchte mit diesem Teil ihrer Identität in Kontakt treten und für sich klären, ob sie eines Tages die Thronfolge übernehmen will. Auf dieser Reise sieht Katharina ihren Vater mit anderen Augen und erkennt, welche Rolle ihre ghanaische Seite für sie selbst spielt. „König Bansah und seine Tochter“ erzählt von einer ganz besonderen Vater-Tochter-Beziehung. Und von einer Suche: der Suche nach den Wurzeln, nach Zugehörigkeit, nach der emotionalen Heimat aller Menschen und von Menschen mit migrantischem Hintergrund im Besonderen. Nach dem Tod von George Floyd in den USA im Jahr 2020 ist weltweit eine Debatte über Rassismus entflammt. Auch in diesem Film berichten Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe, wie sie Rassismus im Alltag erleben – in Deutschland.

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