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Zeitenwende – neue Formen der Erinnerungs- und Gedenkkultur

Soeben ist das zehnte Jahrbuch des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts mit dem Schwerpunktthema „Zeitenwende – neue Formen der Erinnerungs- und Gedenkkultur“ erschienen. Die Herausgeber Jim G. Tobias und Andrea Livnat greifen die drängenden Fragen auf, wie zukünftig die Erinnerung an die Shoa, aber auch an den jüdischen Neubeginn in Deutschland kurz nach dem Zivilisationsbruch wachgehalten werden kann.

75 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus steht heute mehr denn je die Herausforderung im Raum, in Zukunft an die Verbrechen und ihre Opfer zu erinnern, ohne Zeitzeugen, jene Menschen, die das Schreckliche selbst erlebt haben.

Autoren aus Deutschland, Österreich, Israel und den USA zeigen in ihren Beiträgen, wie Historiker und Pädagogen aus verschiedenen Einrichtungen, darunter etwa die Arolsen Archives, das Leo Baeck Institute New York oder Gedenkstättenbibliotheken mit diesen Fragen umgehen, aber auch, welche alternativen Ansätze für die Erinnerungsarbeit im Entstehen sind.

Weitere Beiträge widmen sich der „Vergangenheitsbewältigung“, etwa im Bereich Sport am Beispiel des FSV Frankfurt und seinen ehemaligen jüdischen Funktionären. Des Weiteren rückt die Stadt Nürnberg in den Fokus. In zwei Texten werden Brüche in der Erinnerungsarbeit beschrieben: Einerseits die kontrovers diskutierte Symbolik im Umgang mit dem ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände und andererseits anhand des Baus eines Denkmals für deutsche Bombenkriegsopfer aus den Steinen der 1938 abgerissenen Nürnberger Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz.

Mehr zum Buch

Jim G. Tobias/Andrea Livnat (Hg.): nurinst 2020, Beiträge zur deutschen und jüdischen Geschichte. Schwerpunktthema: Zeitenwende – neue Formen der Erinnerungs- und Gedenkkultur, Antogo Verlag 2020, 159 Seiten, 15,00 €, ISBN 978-3-938286-56-2, Bestellen?