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ZWST fordert: Menschenrechte stärker in den Fokus europäischer Asyl- und Migrationspolitik rücken

Migration und die Versorgung von Schutzsuchenden gehören zu den zentralen sozialen Themen, die die Arbeit der ZWST als jüdischen Wohlfahrtsverband in Ihrer über 100-jährigen Geschichte maßgeblich geprägt und bestimmt haben. Seit 2018 setzt die ZWST mit ihrer Partnerorganisation IsraAID Germany Projekte im Bereich der psychosozialen Versorgung für Geflüchtete in Nordgriechenland um…

Nach der Zerstörung des Flüchtlingscamps Moria im September 2020 und der damit verbundenen Verlegung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten auf das griechische Festland haben IsraAID Germany und die ZWST die Aktivitäten auf Einsatzbereiche für unbegleitete Minderjährige ausgeweitet. Dennoch bleibt die Situation für die verbleibenden 7000 Menschen im provisorischen Lager Kara Tepe und auch in weiteren Auffanglagern auf den griechischen Inseln unerträglich. Die Menschen sind der Witterung völlig schutzlos ausgesetzt, Zelte überschwemmen und es fehlen Wärme-, Strom- und Wasserversorgung. Besonders desolat ist dieser Zustand für Familien mit Kindern. Neben den katastrophalen Hygienebedingungen schlagen Hilfsorganisationen vor Ort auch in Bezug auf die sich rapide verschlechternde psychische Gesundheit vieler Menschen, insbesondere der Kinder, Alarm.

ZWST-Direktor Aron Schuster hierzu: „Wenn Schutzsuchende in Griechenland auf Ihrer Flucht unter menschenunwürdigen Bedingungen ausharren müssen, dürfen nicht wir nicht schweigend zusehen. Menschenrechte müssten endlich stärker in den Fokus der Europäischen Asyl- und Migrationspolitik rücken. Das bestehende System ist untragbar. Die im September verabschiedete Asylreform ist nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurde, wenn sich mit dem neuen Jahr an der Situation auf den griechischen Inseln nicht endlich etwas ändert. Ohne den Einsatz der Hilfsorganisationen wäre es auf Lesbos längst zu einer völligen Katastrophe gekommen. In der jetzigen Situation können jedoch nur noch Symptome gelindert werden. Die betroffenen Kinder und deren Familien müssen umgehend evakuiert werden.“