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AfD in Führerkrise

Meuthen mutmaßlich doch kein Nazi. Wir stellen die Alternativen vor…

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Von Fredy Yandorf

In der AfD bahnt sich eine ernsthafte Führerkrise an! Nachdem der rechtsradikale Andreas Kalbitz aus der Partei ausgeschlossen worden ist, steht nun ein schwerwiegender Verdacht im Raum: Der Parteivorsitzende Jörg Meuthen könnte möglicherweise gar kein echter Nazi sein! Ob er damit für die AfD noch tragbar ist, ist höchst ungewiss. Alexander Gauland drängt darauf, dass die Führerfrage in der Partei rasch neu geklärt wird – und nennt bereits konkrete Alternativen.

Gauland erläutert: „Mit Jörg Meuthen wurde erst der Flügel, der die Mitte der Partei repräsentiert, zur Selbstauflösung gezwungen – und jetzt wurde auch noch unser aufrechter Kamerad Kalbitz wie ein Volksfeind aus der Partei verbannt. Damit ist die AfD endgültig inhaltlich entkernt. Es ist zwar kaum vorstellbar, aber es könnte sein, dass Meuthen solche Dinge nicht nur aus rein strategischen Gründen entscheidet, sondern auch deswegen, weil er gar kein echter Nazi ist. Meuthen hat keine Führerstärke mehr, um die AfD zu einen, deswegen ist ein baldiger Führerwechsel unausweichlich geworden! Boris Palmer, Thilo Sarrazin, Hans-Georg Maaßen und Thomas Kemmerich könnten für diese Position infrage kommen.“

Wir haben die vier potentiellen Kandidaten um eine Stellungnahme gebeten und wollten von ihnen wissen, welche Führerqualitäten sie für die AfD besonders qualifizieren. Hier sind ihre Antworten:

Boris Palmer: „Den von der AfD beschworenen Mut zur Wahrheit habe ich schon öfters bewiesen. So habe ich zum Beispiel darauf aufmerksam gemacht, dass der Lockdown Menschen rettet, die eh so gut wie tot sind. Außerdem bin nur ich mutig genug gewesen, die Feindseligkeit der Deutschen Bahn zu entlarven, die sich darin zeigt, dass in ihren hetzerischen Werbekampagnen kein einziger weißer Mann vorkommt. Mit mir hätte die AfD also einen Mann, der die wirklich wesentlichen Dinge in den Blick nimmt. Ich stehe für ein Deutschland, in dem gesunde weiße Männer auch in der Bahn wieder mitbekommen, dass ihr globaler Führeranspruch berechtigt ist.“

Thilo Sarrazin: „Ich bin das Opfer von muslimischen Verschwörern geworden, die den SPD-Vorstand fest im Griff haben. Mit all meinen Publikationen habe ich mit solidem wissenschaftlichem Rassismus nachgewiesen, dass Muslime ziemlich dumm sind. Dass sie trotzdem die SPD unterwandern und meinen Ausschluss bewirken konnten, zeigt, dass diese Nation am Ende ist. In einer Führerposition der AfD würde ich die Dinge von diesem Ende aus betrachten und stünde damit für einen echten Neuanfang, der an eine große Vergangenheit anknüpft.“

Hans Georg Maaßen: „Gegen meine Person ist eine beispiellose Hetzjagd initiiert worden. Als ich vor den linksradikalen Kräften in der SPD warnte, die seit Gerd Schröder die SPD in einen bolschewistischen Clan verwandelt haben, hat man mich einfach so in den einstweiligen Ruhestand versetzt –  als ob nicht der Bolschewismus, sondern ich das Problem der Bundesregierung bin. Mit der AfD habe ich jedoch auch als Präsident des Verfassungsschutzes immer vertrauensvoll und wertschätzend zusammenarbeiten können. Als Mitglied der Werte-Union konnte ich meine Verbindung zu ihr weiter vertiefen. Mit mir hätte die AfD jemanden an der Spitze, der schon lange loyal an ihrer Seite steht und seine Arbeit verlässlich in diesem Sinne weiterführen wird.“

Thomas Kemmerich: „Bereits unmittelbar vor dem Beginn meiner Amtszeit als Ministerpräsident Thüringens habe ich sehr erfolgreich mit der AfD kooperiert, doch durch äußere Umstände ist diese Zusammenarbeit leider nur von kurzer Dauer gewesen. Sollte ich aber durch eine leitende Position in der Führeretage der AfD wieder Optionen auf das Amt des Ministerpräsidenten Thüringens oder auf die Weltherrschaft haben, werde ich gerne dort einen Platz einnehmen.“

Vier ausgesprochen fähige Kandidaten – eine schwierige Entscheidung für die AfD! Das findet auch Alexander Gauland: „Ich wäre mit jedem der Genannten einverstanden. Jede dieser Personen hat bereits bewiesen, dass eine echte Führerpersönlichkeit in ihr steckt, die der AfD ihre verlorene Mitte zurückgeben kann.“

Wir werden die Führerkrise der AfD weiter mit Interesse begleiten.

Bild oben: Jörg Meuthen am Wahlabend in Sachsen 2019, Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Dieser Text ist eine Satire; die zitierten Äußerungen sind nie in dieser Weise gefallen, sondern parodieren argumentative Muster und Diskursfiguren– das ist erlaubt.