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Interreligiöser Gesprächsabend

Am Donnerstag, den 28. November 2019 veranstaltete das Fortbildungsinstitut der Diözese Würzburg einen Gesprächsabend, den Frau Dr. Monika Berwanger leitete. Juden, Muslime und Christen nahmen daran teil. Es ging um das Thema: Welche Bedeutung hat das Brot in der jeweiligen Religion? …

Von Judith Bar-Or

Israel Schwierz, Rektor i.R. und Lay Leader ret. der Jewish US-Army Congregagation Israel, erklärte die Rolle, die das Brot im antiken Judentum und heute noch spielt anhand des Manna in der Wüste, anhand der Barches und der Challah bei den heutigen Schabbath-und Feiertagsessen daheim sowie anhand der Matzen (Mazzot) zur Pessachzeit (wenn kein Gesäuertes verzehrt werden darf). Bei den Muslimen spielt das Brot im Gottesdienst keine Rolle, wird aber im Alltag als etwas Heiliges geschätzt. Domkapitular Dr. Gabel erläuterte sehr anschaulich die Rolle des Brotes beim Gottesdienst der katholischen Kirche. Dazu hatte er auch mehrere verschiedene Hostien zur Ansicht mitgebracht.

Im Zusammenhang mit dem Thema „Brot“ wurden auch andere interessante Themen angesprochen. Eines war die Frage nach dem Einladen zum Essen. Es stellte sich im Laufe der Aussprache heraus, dass Moslems und Juden größere Probleme haben, von Christen eingeladen zu werden, als umgekehrt, da die ersteren ja, wenn sie ihren Glauben streng praktizieren, die Speisegesetze der jeweiligen Religionsgemeinschaft beachten müssen. Muslimen und Juden kann kein Schweinefleisch serviert werden, für Muslime kommen Wein und Bier nicht in Frage.

Ein weiteres Thema, das angesprochen wurde, war die Pünktlichkeit hierzulande und im Orient. Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten erfahren (und das war in der Tat nicht allen klar), dass Pünktlichkeit hierzulande manchmal ein wenig überbewertet wird, was aber im Orient oft genau das Gegenteil ist: hier kann es schon mal vorkommen, dass der Gast eine Stunde später kommt als vereinbart war.

Die Gesprächsreihe, die ihr Entstehen dem großen Engagement von Frau Dr. Monika Berwanger verdankt, wird im neuen Jahr mit weiteren interessanten Themen fortgesetzt.

Bild oben: (c) Herbert Ziegler, Karlstadt