Frühlingshafte Fernsehtipps

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Vom 16. bis 31. März 2015…

Mo, 16. Mrz · 17:10-18:00 · ARD-alpha
Der Tempelberg (1/3)

Die dreiteilige Dokumentation ist eine spannende Entdeckungsreise zu einer der wichtigsten religiösen Kultstätten der Welt – dem Jerusalemer Tempelberg. Geschichte und Zukunft des Tempelbergs liegen am Schnittpunkt dreier Weltreligionen: des Christentums, des Judentums und des Islam. Teil 1 widmet sich dem sagenumwobenen Tempel Salomons. Zur Zeit des babylonischen Exils zerstört, finden sich heute keinerlei Überreste eines Heiligtums. Daher fragen sich manche, gab es diesen Tempel wirklich? Die dreiteilige Dokumentation ist eine spannende Entdeckungsreise zu einer der wichtigsten religiösen Kultstätten der Welt – dem Jerusalemer Tempelberg. Geschichte und Zukunft des Tempelbergs liegen am Schnittpunkt dreier Weltreligionen: des Christentums, des Judentums und des Islam. Die erste Folge widmet sich dem sagenumwobenen Tempel Salomons. Zur Zeit des babylonischen Exils zerstört, finden sich heute keinerlei Überreste von diesem Heiligtum. Daher fragen sich manche, gab es diesen Tempel wirklich? Archäologen begeben sich auf Spurensuche und zeigen dabei auch auf, wie zum Teil widersprüchlich die Überlieferungen von den Gründungsvätern Israels sind – König David und sein Sohn Salomon, der Erbauer des Tempels.

Mo, 16. Mrz · 17:45-18:30 · 3sat
ZDF-History: Anne Frank und die Kinder des Krieges

Zu Hundertausenden gerieten sie in die Maschinerie des organisierten Rassenwahns der Nationalsozialisten: unschuldige Kinder, darunter auch das jüdische Mädchen Anne Frank. Ihre Tagebuchnotizen gehören zu den eindrucksvollsten Zeugnissen des Überlebenswillens in Zeiten von Vernichtung und Tod. Im März 1945 stirbt sie im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus – unmittelbar vor der Befreiung durch britische Soldaten. Andere Kinder überstehen die Hölle der NS-Lager, so auch der berühmte Regisseur Roman Polanski. Stellvertretend für eine ganze Generation schildern Roman Polanski und weitere Überlebende in „ZDF-History“ das Leid der Kinder in Zeiten von Krieg und Holocaust.

Mo, 16. Mrz · 18:00-18:30 · PHOENIX
Antonias Reise

Antonia ist 18 Jahre alt und hat das Abitur in der Tasche. Während es ihre Klassenkameraden nach der Schule erst einmal so richtig krachen lassen, entschließt sie sich, für ein Jahr als Freiwillige nach Israel zu gehen. Wir begleiten Antonia und ihre Freunde im spannendsten Jahr ihres Lebens. Die Jugendlichen begegnen Menschen im Alter ihrer Urgroßeltern, die die Katastrophe des Holocaust am eigenen Leib erlebt haben. Einer ist der 103 Jahre alte Israel Tsafuir, der noch bei Sigmund Freud studiert hat. Er und viele weitere Deutschstämmige leben mittlerweile in besonderen Altersheimen in Jerusalem und Tel Aviv. Sie genießen die Gespräche mit den jungen Deutschen. Was haben sich Menschen aus so unterschiedlichen Generationen zu erzählen? Wie gehen die jungen Deutschen, die die Zeit des Nationalsozialismus bislang nur aus Büchern kennen, mit den Erzählungen der Alten um? So berichtet etwa der Künstler Jehuda Bacon von seinen Kindheitserinnerungen an den berüchtigten KZ-Arzt Josef Mengele. Die behüteten deutschen Jugendlichen erleben den Alltag in Israel. Wie groß ist ihre Angst vor Anschlägen und Krieg in diesem zerrissenen Land? Regelmäßig hören sie das Schrillen der Sirenen, wenn es wieder Raketenalarm gibt. Dann versammeln sie sich mit den anderen Bewohnern im Treppenhaus ihres Mietshauses, weil der nächste Schutzraum zu weit entfernt ist. Am Ende ihres Israel-Jahres haben Antonia und die anderen jungen Deutschen herzliche und intensive Beziehungen zu Holocaust-Überlebenden geknüpft. Und sie haben erlebt, welch großes Wunder die Versöhnung ist.

Mo, 16. Mrz · 23:15-00:50 · NDR Niedersachsen
Wunderkinder

Vor ihrem Abschiedskonzert erhält die gefeierte Violinistin Hanna Reich ein verblichenes Notenheft: die Freundschaftspartitur. Aufgewühlt von Erinnerungen, erzählt Hanna ihrer Enkelin die Geschichte dieser Musik, die 1941 in der Ukraine entstand, wo Hanna einst aufwuchs: Als junges Mädchen ist sie, die selbst Violine spielt, von einem Konzert der Wunderkinder Abrascha und Larissa so hingerissen, dass sie deren Freundschaft sucht. Die Musik verbindet, bald ist das jugendliche Trio unzertrennlich und schreibt gemeinsam jene Freundschaftspartitur. Doch mit dem deutschen Einmarsch endet die unbeschwerte Kindheit. Ein geheimnisvoller Umschlag konfrontiert Star-Geigerin Hanna Reich (Brigitte Grothum) kurz vor ihrem Abschiedskonzert mit lange zurückliegenden Erinnerungen: Es sind die Noten zur Freundschaftspartitur. Tief bewegt erzählt Hanna ihrer Enkelin Nina (Mathilda Adamik) von den Ereignissen um diese Partitur im Kriegsjahr 1941. Eine Geschichte, die von tiefer Freundschaft, Todesgefahr, Zivilcourage und der leidenschaftlichen Liebe zur Musik handelt. Hanna (ebenfalls Mathilda Adamik) lebte damals mit ihren Eltern, Brauereidirektor Max Reich (Kai Wiesinger) und Helga (Catherine Flemming), in Poltava in der Ukraine. Dort gibt es nur ein Thema: die jüdischen Wunderkinder Abrascha (Elin Kolev) und Larissa (Imogen Burrell), Stars an Violine und Klavier. Sie spielen vor der Partei-Elite und vor Stalin selbst. Und erhalten sogar eine Einladung, in der New Yoker Carnegie Hall zu konzertieren. Auch Hanna, die selber Geige spielt, besucht ihr Konzert. Dieser Konzertbesuch wird zur schicksalhaften Begegnung. Fortan hat Hanna nur den Wunsch, mit den beiden zu musizieren und ihre Freundin zu werden. Der gemeinsame Unterricht bei ihrer Lehrerin Irina Salomonowa (Gudrun Landgrebe) und die Liebe zur Musik verbinden die Kinder schließlich. Gemeinsam schreibt das Trio an der Freundschaftspartitur und besiegelt den Freundschaftspakt. Doch ihr Leben ändert sich jäh: Hitler erklärt Russland den Krieg, die Deutschen werden zu Feinden. Hanna, Abrascha und Larissa sehen, wie der Krieg Familien auseinanderreißt und tödliche Gefahren bringt. Und zur Mutprobe für ihre deutsch-jüdische Freundschaft wird. Als Hannas Eltern der Spionage verdächtigt werden, verstecken Abraschas und Larissas Familien sie im Wald. Doch mit dem Einmarsch deutscher Truppen ändert sich alles erneut – jüdische Familien erleben nun die Schrecken des Pogroms. Jetzt können die Reichs, wieder zu Ansehen gekommen, ihren Rettern helfen. Aber die geplante Flucht misslingt – und die Reichs hoffen, durch den Kontakt zu SS-Standartenführer Schwartow (Konstantin Wecker) die Freunde vor dem Lager zu bewahren. Schwartow, nach außen hin generöser Kulturliebhaber und vom Talent der Wunderkinder angetan, lässt diese zu Himmlers Geburtstag ein Konzert geben. Sein perfider Plan: Gelingt es ihnen, fehlerfrei zu spielen, verspricht er ihnen und ihren Familien die Freiheit. Während der sadistische Offizier nur auf einen Fehler wartet, spielen Abrascha und Larissa um ihr Leben.

Di, 17. Mrz · 14:30-15:15 · PHOENIX
Der See Genezareth

Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt. Immerhin wandelte schon Jesus über den See. Da das ARD-Team dies nicht kann, macht es eine Reise rund um den See, um Land und Leute in einer der schönsten Regionen des Heiligen Landes vorzustellen. So begegnen sie etwa einem Fischer, der darüber klagt, dass es kaum noch Fische im See gibt. Sie besuchen das Benediktiner Kloster in Tabgha und sie wandern durch Tiberias, eine Stadt am See, die von Herodes Antipas im Jahre 17 n. Chr. errichtet wurde.

Di, 17. Mrz · 21:00-21:45 · PHOENIX
Frauen, die Geschichte machten

Sophie Scholl besaß weder Macht noch Einfluss. Das unterscheidet sie von den anderen Protagonistinnen der Reihe „Frauen, die Geschichte machten“. Den Platz in den Geschichtsbüchern erhielt sie nicht, weil sie in ihrer Zeit etwas bewegte, sondern weil sie, von der Welt weitgehend unbeachtet, Stellung bezog und für ihre Haltung in den Tod ging. Dadurch wurde sie posthum zum Vorbild und zur moralischen Instanz.Sophie Scholl ist neben Claus Schenk Graf von Stauffenberg sicher die populärste Figur des Widerstands gegen Hitler. Das hängt nicht nur mit ihrer Biografie, den Texten und Äußerungen zusammen, die von ihr überliefert sind, sondern auch mit den Fotos, die wir von ihr kennen. Sie zeigen das jugendliche, beinahe kindliche Gesicht einer Zwanzigjährigen, das nicht nur bewegt, weil wir ihr Schicksal kennen, sondern weil es in merkwürdigem Gegensatz zu ihrer mutigen, unbeugsamen Haltung beim Verhör und vor Gericht steht. Es hat sich in das kollektive Gedächtnis unserer Nation eingeschrieben. Wie aber war Sophie Scholl zum Widerstand gegen das NS-Regime gekommen? Warum riskierte sie ihr Leben für Flugblätter, von denen damals nur wenige Zeitgenossen überhaupt Kenntnis nahmen? Sophie Scholl kam aus einem liebevollen Elternhaus, das Mädchen die gleichen Rechte einräumte wie Jungen. Sie wuchs zu einer selbstbewussten jungen Frau heran, die rauchte, gerne Auto fuhr und sich mit ihrem Freund als Ehepaar ausgab, um gemeinsam in einem Hotelzimmer übernachten zu können. Freiheiten, die in der NS-Diktatur keinesfalls selbstverständlich waren. Eine politische Meinung entwickelte Sophie Scholl früh – zeitweise im Widerspruch zu Vater und Mutter. Sie übte Kritiik an der gängigen Meinung, dass sich eine Frau aus der Politik heraushalten soll: „Sie soll ihre weiblichen Gefühle bestimmen lassen über ihr Denken. Vor allem das Mitleid. Ich aber finde, dass zuerst das Denken kommt und dass Gefühle oft irreleiten“, schrieb sie einmal.Der Weg Sophie Scholls in den Widerstand war nicht geradlinig. Im Gegenteil: Wie viele Intellektuelle ihrer Generation begeisterten sich die Geschwister Scholl anfangs für die Hitlerjugend, für Wandern, Singen, Lagerfeuer und Gemeinschaftserlebnisse. Rasch machten sie Karriere in HJ und BDM, was zu Spannungen im Elternhaus führte. Die allmähliche Abkehr von der NS-Ideologie war eine Folge von Vorfällen, bei denen die Geschwister zunächst durch ihren ausgeprägten Individualismus in Konflikt mit dem System gerieten. Sie mussten enttäuscht feststellen, dass die verordnete Gleichschaltung nicht die geringste Abweichung duldete. Doch erst im Krieg wurde aus der inneren Distanz zum System der endgültige Bruch. Hans Scholl und seine Freunde leisteten als Medizinstudenten Dienst in der Wehrmacht, dort erfuhren sie von den entsetzlichen Verbrechen hinter der Front. Diese Erfahrungen, das Wissen um den Massenmord an Juden und die sinnlosen Opfer im aus ihrer Sicht längst verlorenen Krieg, waren schließlich der Auslöser für die ersten Flugblätter der „Weißen Rose“. Anfangs war Sophie Scholl nicht aktiv beteiligt, erst im Winter 1942 gehörte sie dem kleinen Kreis von Studenten an, die in München weitere Flugblätter entwarfen und verteilten. Sie war zuständig für die Materialbeschaffung und wagte als Erste aus dem Freundeskreis die Fahrt in andere Städte, um dort die Texte zu verbreiten.

Di, 17. Mrz · 22:00-23:30 · NDR Niedersachsen
Tatort: Ein ganz normaler Fall

Die junge Leah Berger wird in München auf dem jüdischen Friedhof beerdigt, ganz hinten an der Friedhofsmauer, denn Leah hat Selbstmord begangen. Ihr Vater Rafael Berger steht unter Schock. Die Münchner Hauptkommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic werden zu einem Toten in der neuen jüdischen Synagoge gerufen. Der Tote ist Rafael Berger, die Todesursache ist Genickbruch. Die Buchstaben M O S E R sind bei der Blutlache zu erkennen. Jonathan Fränkel, ein orthodoxer Jude, fand die Leiche. Jonathan Fränkel, so ergeben die Nachforschungen, war abhängig und ist wegen Körperverletzung vorbestraft. Durch die engagierte Teilhabe von Rabbiner Grünberg hat er seine Frau Miriam kennengelernt, mit der er inzwischen drei Kinder hat. Weil die finanziellen Verhältnisse der Familie eingeschränkt sind, hat Leah die Familie umsonst wohnen lassen. Nach Leahs Tod schickt Vater Berger den Fränkels eine Räumungsklage: ein sehr starkes Mordmotiv. Die Münchner Kommissare ermitteln in alle Richtungen und finden heraus, dass Leah eine Affäre mit dem verheirateten deutschen Geschäftspartner ihres Vaters hatte und schwanger war. Mithilfe Rabbi Grünbergs kommen sie dem Rätsel um Bergers Tod näher. Din Moser, das Gesetz über den „Verrat eines Juden durch einen Juden an einen Nichtjuden“ sagt, „wenn ein Jude im Begriff ist, einen anderen Juden zu verraten, darf man ihn töten“. Gilt dieses mittelalterliche Gesetz auch heute noch?

Mi, 18. Mrz · 00:05-00:55 · MDR Sachsen
Klemperer – Ein Leben in Deutschland, 4/13

Lore Libeskind ist bis über beide Ohren in den Volksschullehrer Eberhard Klingler verliebt. Seit der Verkündung der Nürnberger Gesetze „zum Schutze des deutschen Blutes“ 1935 gilt das als „rassenschänderische“ Beziehung, die unter Strafe steht. Schlimmer noch: Lore erwartet ein Kind von Eberhard. Sie vertraut sich den Klemperers an, und Eva handelt, ohne zu zögern. Sie und Victor begutachten Eberhard Klingler und kommen schnell zu dem Schluss, dass Eberhard ein vertrauenswürdiger junger Mann ist, der Lore von ganzem Herzen liebt. Doch zunächst einmal müssen Lores Eltern behutsam ins Bild gesetzt werden. Die Klemperers greifen zu einer List. Auf einem gemeinsamen Ausflug nach Heidenau stellen sie Eberhard der Familie Libeskind als alten Bekannten vor. Dort, im Johanniter-Krankenhaus, soll der Geburtstag von Dr. Annemarie Euler gefeiert werden. Angesichts der blutjungen schwangeren BDM-Mädchen, denen Annemarie in Heidenau Unterschlupf gewährt, wird auch Lores „Zustand“ für alle Beteiligten offensichtlich. Die Libeskinds fügen sich zögernd in ein Schicksal, das sie nicht mehr ändern können. Sie alle fürchten die ungewisse Zukunft, die auf Lore und Eberhard wartet. Angst vor der Zukunft hat auch Fräulein Sonja. Zumal Feller keine Minute verliert, um ihr mitzuteilen, dass sie nach den neuen Gesetzen nicht mehr in einem jüdischen Haushalt arbeiten darf. Schweren Herzens schreibt Sonja den Klemperers einen Abschiedsbrief. Doch schließlich siegen Bennos Heimweh und Sonjas schlechtes Gewissen über die Gesetzestreue.

Mi, 18. Mrz · 00:30-01:26 · arte
Frankreich und die deutsche Besatzungszeit (2/2) Von einer Demütigung zur nächsten

Ein junger französischer Widerstandskämpfer badet inkognito mit Freunden in einem Fluss; eine Französin geht mit einem Wehrmachtsoffizier spazieren; ein Franzose fotografiert einen von Deutschen errichteten Folterpfahl – wie reagierten die Franzosen auf die Besetzung ihres Landes durch die Deutschen, und wie dachten die deutschen Soldaten in den Jahren 1940 bis 1944 über die Franzosen? Ausschließlich aus Privatbesitz stammende Filmaufnahmen dokumentierten das Verhältnis zwischen Franzosen und Deutschen abseits der Schlachtfelder während des Zweiten Weltkriegs. Der zweite Teil der Dokumentation schildert den wachsenden Unmut der Franzosen über die andauernde Besetzung ihres Landes durch die Deutschen. Einquartierung der Deutschen und Requirierung von Lebensmitteln machen ihnen ebenso zu schaffen wie die zunehmende politische und soziale Unterdrückung. Sich durch das anständige Verhalten der Deutschen in Sicherheit wähnend und durch das Ausmaß der Niederlage entmutigt, tun sich die Franzosen auch nach einem Jahr Besatzung noch schwer, das Regime, das praktisch ganz Europa erobert hat, richtig einzuschätzen. So sind viele der Ansicht, die deutschen Soldaten machten einfach ihre Arbeit, ohne groß zu stören. Aber angesichts der zunehmenden Plünderungen und der Hinrichtungen von Geiseln als Antwort auf die gegen die Besatzungstruppen verübten Attentate öffnet sich allmählich eine tiefe Kluft zwischen Besatzern und Besetzten. Seit dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 werden in ganz Frankreich Kommunisten festgenommen. Im Oktober 1940 ergeht der Erlass des Vichy-Regimes, Juden auszuschließen. Im Mai 1941 organisieren die deutschen Besatzer die erste Massenrazzia in Paris und bringen die Juden in Lager. Aber wer begreift in den ersten Kriegsjahren wirklich die Lage? Sind die deutschen Soldaten selbst über das Ausmaß der in Frankreich organisierten Verfolgungen im Bilde? Nach zwei Besatzungsjahren wächst der Unmut der französischen Bevölkerung über die Präsenz der Deutschen. Die Schlangen vor Lebensmittelgeschäften werden länger. Die Franzosen hungern. Ab dem Sommer 1942 schließen sich Tausende Franzosen der Résistance an. Doch keineswegs alle Franzosen gehen in den Widerstand. Manche sehen in der Nachahmung Nazi-Deutschlands immer noch das Heil Frankreichs. Tatsächlich scheinen die meisten Franzosen ein doppeltes Spiel zu spielen. Sie finden sich mit der deutschen Besatzung ab und leisten zugleich Widerstand gegen den Besatzer. 1944 wendet sich das Blatt, jetzt halten die Amateurfilmer die Niederlage der Deutschen fest, die den Weg von 1940 in entgegengesetzter Richtung nehmen. Die Rollen kehren sich um. Im August des Jahres werden Tausende deutscher Soldaten, die sich noch in Frankreich aufhalten, gefangen genommen. Die Franzosen spucken ihnen ins Gesicht, beschimpfen sie und zahlen ihnen die Erniedrigung heim, die sie vier Jahre am eigenen Leib erfahren haben. Die Dokumentation schließt mit dem Fazit, dass es auf beiden Seiten Gefühle der Erniedrigung gab: bei den Deutschen, weil sie Adolf Hitler Gefolgschaft geleistet haben – und bei den Franzosen, weil sie vier Jahre lang nach dem Zusammenbruch von 1940 von anderen befreit wurden.

Mi, 18. Mrz · 14:00-14:15 · ARD-alpha
Der Schatz in der Synagoge

Ein Traum führt Josef und seine Schwester in eine Synagoge in München. Dort erzählt ihnen der Rabbiner alles über den jüdischen Glauben und dass man sich nicht zu fürchten braucht, wenn man anderen kein Leid zufügt.

Mi, 18. Mrz · 21:00-21:45 · 3sat
Das große Schweigen – Jüdische Familien und Nazi-Raubkunst

Fritz Salo Glaser ist ein renommierter Rechtsanwalt und Notar im Dresden der 1920er Jahre. Er stammt aus einer jüdischen Familie in Zittau. Ein begeisterter Kunstsammler, befreundet mit zahlreichen jungen Künstlern jener Zeit wie Otto Dix oder Ringelnatz. Henri Hinrichsen ist in dieser Zeit ein jüdischer Musikverleger in Leipzig. Sein Verlag C. F. Peters hat in der ganzen Welt einen Namen, er vertritt viele bedeutende Komponisten: Richard Strauss, Edvard Grieg, Mahler und Schönberg. Mit der Machtergreifung der Nazis 1933 verlieren beide ihre Sammlungen. Henri Hinrichsen stirbt in Ausschwitz. Etwa 80 Jahre später werden bei Cornelius Gurlitt in München fast 1.500 Gemälde und Zeichnungen beschlagnahmt. Darunter sind auch Werke aus den Sammlungen Glaser und Hinrichsen. Cornelius Gurlitts Vater, der Kunsthändler Hildebrandt Gurlitt, hatte bei ihnen während der Nazi-Zeit gekauft. Seitdem beschäftigt dieser Fund die Öffentlichkeit in Deutschland: Unter welchen Umständen mussten Fritz Salo Glaser und Henri Hinrichsen ihre Sammlungen verkaufen? Die Dokumentation „Das große Schweigen“ ist eine Bestandsaufnahme 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und geht auf Spurensuche mit den Enkeltöchtern von Henri Hinrichsen, die heute in London und in der Nähe von New York leben, mit der Anwältin der Familie Glaser, Sabine Rudolph, und zahlreichen Experten in Sachen Raubkunst, wie dem Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Professor Hartwig Fischer, dem Direktor des Victoria and Albert Museums in London, Professor Martin Roth, oder dem Juristen und Historiker Willi Korte.

So, 22. Mrz · 21:45-23:15 · 3sat
Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen

In der Grabeskirche in Jerusalem leben sechs christliche Konfessionen Tür an Tür unter einem Dach: griechisch-orthodoxe Christen, römisch-lateinische Franziskaner, syrische Christen, armenische Christen, äthiopische Abessinier und ägyptische Kopten. Eine muslimische Familie verwahrt den Schlüssel zur Kirche und schließt die Haupttür morgens auf und abends wieder zu. In diesem Status quo befindet sich die Kirche seit der osmanischen Zeit. Die einzelnen Glaubensgemeinschaften wachen verbissen über die ihnen zugeteilten Anteile und beobachten eifersüchtig die anderen. Die abessinischen Christen, die ihren Platz in der eigentlichen Kirche verloren haben, quartierten sich kurzerhand auf dem Dach der Kapelle ein, die koptischen Christen, die den Haupteingang des Grabes nicht benutzen dürfen, bauten sich eine kleine Kapelle an der Rückseite der Grabkammer, und die Griechisch-Orthodoxen verteidigen raubeinig den Vordereingang. Zu hohen Festtagen kommt es manchmal zu absurden Schlach-ten religiöser Leidenschaft, die Prozessionen geraten sich gegenseitig in die Quere, und Gläubige aus aller Welt verkeilen sich untereinander. Aber nachts, wenn die unfreiwillige Wohngemeinschaft in der Kirche eingeschlossen ist, beten die Mönche vor dem Grab. Dann verwandelt sich die Kirche in einen mystischen Ort der Hingabe und Sehnsucht nach erfülltem Glauben. Mit Respekt und Neugier verfolgt der israelische Dokumentarfilm „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen“ von Hajo Schomerus das Leben der Bewohner und zeigt unterhaltsam und freudvoll, dass Glauben eine zutiefst menschliche Angelegenheit mit allen Höhen und Tiefen ist. „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen“ ist der Auftakt der 3sat-Themenwoche „Woran glaubst Du?“, die sich vom 22. bis zum 28. März in Dokumentationen und Spielfilmen mit Glaubensfragen befasst. Als nächsten Beitrag dieser Themenwoche sendet 3sat am Montag, 23. März, um 20.15 Uhr die Dokumentation „Glaube A – Z“.

Mo, 23. Mrz · 22:45-00:15 · Das Erste (ARD)
Frühjahr 45

Im Frühjahr 45 ist nichts mehr, wie es war. Fünfeinhalb Jahre hat der von Deutschland angezettelte Krieg gewütet, jetzt ist Europa befreit und Deutschland endlich besiegt. Niemand weiß, wie es jetzt weiter gehen wird. Es sind Wochen voller Hoffnung, Angst und Ungewissheit. Im Augenblick des Sieges atmen die Menschen auf oder ahnen, dass sie bezahlen werden müssen für das, was in ihrem Namen geschah – je nach Perspektive. Zeitzeugen verschiedenster Länder Europas berichten von ihren Erlebnissen im Angesicht des Kriegsendes, darunter Prominente wie die Philosophin Agnes Heller, die Schriftstellerin Leonie Ossowski, der Politiker Wladyslaw Bartoszewski, der Schauspieler Günter Lamprecht oder die Fernseh-Legende Georg Stefan Troller. Sie erzählen, was sie in diesen Wochen vor 70 Jahren erlebten, was sie empfanden, hofften, fürchteten. Gefühle und Gedanken, die, je nach Nationalität und persönlichem Schicksal, unterschiedlicher nicht sein können. Leonie Ossowski ist in diesem Frühjahr auf der Flucht vor der Roten Armee. Sie ist 19 Jahre alt, hochschwanger und weiß, dass ihr ihr Leben in Schlesien als adlige Gutsbesitzertochter endgültig vorbei ist. Die Französin Annette Chalut wird als KZ-Gefangene in diesen Wochen auf einen der gefürchteten Todesmärsche geschickt. Die ungarische Jüdin Agnes Heller wartet im Ghetto in Budapest auf den sicheren Tod – und fällt überglücklich dem Rotarmisten in die Arme, der in ihrem Hof auftaucht. Traudl Lessing, ein junges Mädchen aus Wien, muss in diesen Tagen in ein Wehrlager der Hitlerjugend und flieht in die Berge aus Angst, noch in den Endkampf geschickt zu werden. In der „Atlantikfestung“ Saint Nazaire hofft der Franzose Marcel Viaud auf die Befreiung, während Georg Stefan Troller, ins Exil getriebener Wiener Jude, als Dolmetscher der US-Truppen den Rhein überquert und sich die Ausreden gefangener Deutscher anhört. Der Widerstandskämpfer Wladyslaw Bartoszewski verfolgt in Warschau das Vorgehen der sowjetischen Befreier und ahnt, dass dem Terror Hitlers derjenige Stalins folgen wird. In Nord-Italien befreit der Partisan Angelo del Boca die Stadt Piacenza, während der Rotarmist Valentin Barnim sich wundert über die Vorräte, die er beim Vormarsch in deutschen Häusern findet: „Warum sind sie bei solch einem Leben noch in den Krieg gezogen und wollten neue Länder erobern?“ Günter Lamprecht erlebt das Kriegsende als 15-Jähriger mit Mutter und Schwester im umkämpften Berlin, kommandiert von noch immer fanatischen SS-Männern, abgestellt im Inferno der letzten Tage als Hilfssanitäter. Und in Kopenhagen wird, vier Tage vor Kriegsende, noch der Widerstandskämpfer Thorkild Lund-Jensen erschossen … Verwoben mit beeindruckendem Archivmaterial und Tagebuchaufzeichnungen des Dichters Erich Kästner und der als Zwangsarbeiterin in Deutschland inhaftierten Agnes Humbert entfaltet diese Dokumentation ein ungewohntes, komplexes Bild von Europa im Angesicht des Kriegsendes: dicht, atmosphärisch, bewegend – eine packende multiperspektivische Erzählung aus den Wochen der Ungewissheit zwischen Anfang Januar und Ende Mai 1945. Es sind Monate des Chaos und der Hoffnung, des Untergangs und des Sieges. Das Schlachtfeld hat sich nach Deutschland verlagert, aber in vielen Ländern Europas sind noch deutsche Soldaten, mal als mehr oder minder friedliche Besatzer, mal als verzweifelte Kämpfer in aussichtslosen Gefechten. Während sich die Fronten immer mehr aufeinander zu bewegen, um sich schließlich bei der historischen Begegnung von Westalliierten und Sowjets bei Torgau zu vereinen, wird in Berlin noch gekämpft, in Italien die Befreiung gefeiert und in Dänemark gnadenlose Jagd auf Widerstandskämpfer gemacht. Und in den französischen „Atlantikfestungen“ wie Saint-Nazaire – deutsch besetzten Enklaven – wird immer noch sehnsüchtig auf die Befreier gewartet. Die Befreiung der Konzentrationslager, das Chaos der letzten Kämpfe, aber auch die Übergriffe der sowjetischen Eroberer Berlins stehen im Kontrast zu den überschwänglichen Gefühlen von Befreiung und Errettung aus Krieg und Untergang. Am 8. Mai 1945 notiert die Zwangsarbeiterin Agnes Humbert: Es ist vorbei, Hitler ist besiegt! Zwischen Ausbrüchen von Jazzmusik sendet das Radio die Hurras und Freudenrufe delirierender Massen, mal in Paris, mal in London – und wir stimmen mit ein, schreiend vor Freude. Und dann tanzen wir. Ich habe auch beim Kriegsende 1918 getanzt, aber 1918 wusste ich nicht was es bedeutet zu leiden und das Leiden anderer zu erleben. Jetzt, wo ich es weiß, tanze ich intensiver, ich lache intensiver – und ich hasse intensiver!

Mo, 23. Mrz · 23:15-00:45 · NDR Niedersachsen
Ein Tag – Bericht aus einem Konzentrationslager – 1939

Dieser Bericht, geschrieben von Gunther R. Lys, der selbst jahrelang politischer Häftling in Sachsenhausen war, schildert den Ablauf eines Tages in einem deutschen Konzentrationslager im Januar 1939. Bis zu diesem Zeitraum hatten mehr als eine Million Deutsche die Schreckenslager durchlitten. Denn bevor Hitler den Versuch unternehmen konnte, Europa und die Welt zu unterjochen, musste er zunächst die Gegner im eigenen Lande vernichten. Es beginnt an einem frühen Januarmorgen. Neu eingelieferte Häftlinge werden am Tor des Aufbaulagers von den Wachen übernommen. Eine Szene in der Schreibstube, in der Häftlinge arbeiten, macht die Spannungen deutlich, die zwischen den politischen Häftlingen und dem Blockältesten der Strafkompanie bestehen, der wegen krimineller Delikte inhaftiert ist. Der Bericht zeigt, wie der Morgenappell in einem Konzentrationslager verlief. Danach rücken in Fünferreihen die verschiedenen Arbeitskommandos aus. Die neu Eingelieferten bleiben zurück. Sie werden von den Wachhabenden schikaniert, und sie erleben mit, wie ein während der Nachtstunden in den elektrischen Stacheldraht gelaufener Häftling aus dem Draht geholt und in das Krematorium eingeliefert wird. Im Mittelpunkt der nun einsetzenden Handlung des Fernsehfilms steht der Befehl der Wachmannschaft an die im Lager zurückgebliebenen Häftlinge, auf dem Appellplatz eine Grube auszuheben. Diese Grube ist 20 Meter lang, drei Meter breit und zwei Meter tief. Niemand weiß, welchem Zweck sie dienen soll. Der Tag vergeht mit weiteren Schikanen und den üblichen Schindereien. Einer der Häftlinge, der an der Grube arbeitete, stirbt. Sein Mithäftling, ein Pfarrer, nimmt sich seiner an und wird dafür vom Rapportführer in die Strafkompanie geschickt. Zwei der neu eingelieferten Häftlinge müssen den Toten in das Leichenhaus bringen und geraten dabei mit dem kriminellen Blockältesten der Strafkompanie aneinander. Einer der Neuen wird von seinen Mithäftlingen verdächtigt, ein Spitzel zu sein. Er bekommt eine Bewährungsfrist unter den halbtoten Häftlingen zugeteilt, die mit dem Auftrennen von Lumpen und Kleidern der Getöteten beschäftigt werden. Unvermittelt kommt der Befehl, die eben frisch ausgehobene Grube wieder zuzuschütten. Der Befehl, sie auszuheben, war also ein reiner Akt der Willkür. Abends kehren die Arbeitskommandos zurück. Viele schleppen sich nur mühsam durch das Lagertor. Die Bilanz des Tages: mehrere „Abgänge“, Häftlinge, die die Strapazen, den Hunger und die Spannungen im Lager selbst nicht mehr ertragen haben.

Di, 24. Mrz · 20:15-21:00 · ZDF
Die Suche nach Hitlers Volk (1)

Bei seiner Fahrt durch gerade eroberte Gebiete Deutschlands interviewt ab Ende 1944 Saul Padover mit seiner Spezialeinheit für psychologische Kriegsführung unzählige „ganz normale“ Deutsche. Der US-Soziologe und Historiker trifft Bäuerinnen, Bürgermeister, junge Frauen in der Kluft des „Bundes deutscher Mädel“, Lehrer, Anwälte, Arbeiter, Hausfrauen und einstige Gewerkschafter. Was er über seine Gespräche notiert, ist beklemmend. Es bleibt bis heute der unmittelbarste und beklemmende Stimmungsbericht aus dem ruinierten Niemandsland zwischen Krieg und Frieden. Padover trifft auf verbitterte, illusions-, teils gefühllose Zivilisten – sie fühlen sich vom „Führer“, der ihnen so viel verheißen hatte, betrogen. Plötzlich wollte keiner mehr ein „richtiger Nazi“ gewesen sein – man habe unter Zwang mitgemacht und sich der Partei angeschlossen. Und immer aufs Neue bekommt er Erklärungsversuche, Entschuldigungen, Ausflüchte zu hören – aber keine schlüssige Antwort auf die Fragen, die den Betrachter bewegen: Wie konnte das alles geschehen? Wie funktionierte die Diktatur in ihrem Inneren? Wie bereitwillig reihten die Deutschen sich ein? Die erste Folge der Dokumentation „Die Suche nach Hitlers Volk – Deutschlandreise ’45“ greift diese Fragen auf und widmet sich den Vorkriegsjahren. Illustriert durch authentische Bilder, erläutert von renommierten Forschern und gestützt auf den neuesten Erkenntnisstand, entwirft sie eine Charakterstudie der Deutschen in der Diktatur. Dabei offenbart sich ein erstaunliches Bild. Hitlers Volk setzte sich in seiner Mehrheit nicht aus durch Terror verängstigten oder vom schönen Schein verblendeten Untertanen zusammen, wie gemeinhin überliefert. Es war eine Diktatur, die während der Vorkriegsjahre die Zustimmung der Massen suchte und auch fand – Terror und Zwang waren dosiert und auf bestimmte Gruppen fokussiert. Die meisten Zeitgenossen fühlten sich – bis in die ersten Kriegsjahre hinein – bestens aufgehoben in der Illusion einer unterschiedslosen Volksgemeinschaft. Ein modern wirkendes Vorzeigemodell, wie es auch von ausländischen Besuchern und Diplomaten geschätzt und bewundert wurde. Das aber auf der Abgrenzung der Verfemten gründete: der „Arbeitsscheuen“, Homosexuellen, Behinderten und vor allem der Juden. Der Film will keine letztgültigen Erklärungsmuster verkünden, aber er geht der Wirklichkeit hinter Klischees und Trugbildern auf den Grund, schafft Überblicke, liefert Zahlen und quellengesicherte Bestandsaufnahmen. Authentische Filmbilder, Fotos und Dokumente, Grafiken, Zahlen und Zeugnisse, Erkenntnisse und Analysen kundiger Fachleute bringen uns die alltägliche Welt jener Generation näher, sie machen augenfällig, was bis heute unbegreiflich bleibt. Teil 2 wird am Dienstag, 31. März 2015, 20.15 Uhr, ausgestrahlt.

Di, 24. Mrz · 22:25-22:55 · 3sat
Glaube Liebe Lust (1/3) Erste Liebe

Liebe, Lust und Sexualität sind schwer zu beherrschen und haben weitreichende soziale Folgen. Weil die Dynamik so stark und die Kontrolle darüber so wichtig ist, bestimmen in den meisten Kulturen die Religionen darüber, was richtig und falsch ist. Schon in jungen Jahren sollen Gläubige mit zahlreichen Geboten und Verboten rund um die Entdeckung der eigenen Sexualität auf die „richtige Bahn“ geleitet werden. Was bieten und verbieten Islam, Christentum, Judentum und Hinduismus den jungen Gläubigen auf der aufregende Suche nach der eigenen Sexualität? Was empfinden ein junger Hindu und seine Braut in Delhi kurz vor der Hochzeitsnacht? Warum hat es eine streng gläubige, noch jungfräuliche, aber äußerst selbstbewusste Muslima und Geschäftsfrau im modernen Istanbul schwer, einen Partner zu finden? Wie geht ein junges protestantisches Mädchen in Berlin mit seiner sexuellen Freiheit um, und wie vereinbart ein jüdisches Paar in Tel Aviv die Ansprüche seiner Religion mit seinen unorthodoxen Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft? In „Erste Liebe“, dem ersten Teil der dreiteiligen Reihe „Glaube Liebe Lust“, setzen sich junge Menschen aus vier Ländern mit Begehren und Leidenschaft in ihren unterschiedlichen religiösen Vorstellungswelten auseinander. Im Anschluss, ab 22.55 Uhr, zeigt 3sat die beiden weiteren Teile der Reihe „Glaube Liebe Lust“.

Do, 26. Mrz · 12:30-14:00 · MDR Sachsen
Der Uranberg

Der ehemalige deutsche Soldat Kurt Meinel kehrt aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft nach Annaberg ins Erzgebirge zurück, nachdem er in einem sowjetischen Antifalager auf die Übernahme der kommunistischen Herrschaft in Deutschland vorbereitet wurde. Seine Überzeugung, ein besseres Deutschland aufzubauen, löst bei seinem Vater, Obersteiger Meinel, tiefes Misstrauen aus. Noch immer steht dieser innerlich dem Nazitum nahe, auch wenn er jetzt gemeinsam mit den Sowjets in den Schächten von Annaberg für den Bau der ersten sowjetischen Atombombe nach Uran gräbt. Die Amerikaner hatten die erste Atombombe über Hiroshima abgeworfen und die UdSSR will das militärische Gleichgewicht in der Welt durch den Bau einer eigenen Atombombe wieder herstellen. Lydia Burska, Leutnant der Roten Armee und Tochter von Oberst Burski, ist wie Kurt davon überzeugt, dass nur eine sowjetische Bombe den Weltfrieden auf Dauer sichern könne. Burski, der neue Bergherr von Annaberg, trägt schwer an der Verantwortung und dem Druck aus Moskau, genügend Uran aus den Schächten zu pressen. Lydia ist von der Ehrlichkeit und Offenheit Kurts beeindruckt, der in der Brigade von Kommunist Altman untertage eingesetzt wird. Lydia und Kurt teilen dieselben Ideale, dieselben Hoffnungen. Als sie sich ineinander verlieben, ist die Katastrophe vorprogrammiert: Fraternisierung wird noch immer hart bestraft. Die beiden Liebenden werden bei der sowjetischen Geheimpolizei denunziert. Obersteiger Meinel hatte Oberst Burski und den sowjetischen Schachtleiter wiederholt vor einem See über dem Schacht gewarnt. Doch seine Warnungen bleiben ungehört und das Unausweichliche geschieht: Der See überflutet den Schacht, viele Bergleute sterben bei dieser Grubenkatastrophe, doch Lydia, der alte Meinel und Altmann überleben untertage in einer Luftblase. Burski muss sich entscheiden, seine verschüttete Tochter zum Preis der Überflutung eines neu angelegten Schachtes zu retten oder, wie von Moskau gefordert, das radioaktive Material weiter abzubauen. Kurt rettet in einer waghalsigen Aktion die Eingeschlossenen. Oberst Burski zwingt Lydia, den russischen Schachtleiter Sinzow zu heiraten und präsentiert Obersteiger Meinel als Schuldigen an der Katastrophe im Berg. Im August 1949 wird in Kasachstan die erste sowjetische Atombombe erfolgreich gezündet.

Fr, 27. Mrz · 01:55-03:28 · arte
Das Schwein von Gaza

Jafaar ist Fischer in Gaza und hat es nicht leicht, denn Fische gehen ihm selten ins Netz, seit er wegen der israelischen Patrouillen nicht mehr weit herausfahren kann. Von den übrigen Fischern wird er verlacht, von den Käufern auf dem Markt erntet er ebenfalls nur Spott, und seine Frau durchschaut all seine Flunkereien, wenn er wieder mit leeren Händen heimkehrt. Zu allem Überfluss haben auf dem Dach seines Hauses auch noch zwei israelische Soldaten ihre Wachposten bezogen. Doch Jafaars Unglück nimmt bald ein noch größeres Ausmaß an: Denn plötzlich steckt ein großes, quiekendes Hängebauchschwein in seinem Fischernetz. Das Tier war in der letzten stürmischen Nacht von einem fernöstlichen Frachter gefallen. Jafaar ist panisch, fassungslos und hat keine Ahnung, was er mit diesem Fang machen soll. Sein erster Plan ist es, das unreine Tier von Bord zu locken, doch das misslingt. Sein nächster Plan ist es, das Schwein an den deutschen UN-Beamten Schauerland zu verkaufen, doch auch der hat kein Interesse an einem lebendigen Schwein. Jafaar sucht Rat bei seinem Freund, dem Friseur, der ihm eine Kalaschnikow verspricht, damit er das arme Tier erschießen kann. Um doch noch aus seiner Misere einen kleinen Gewinn schlagen zu können, versucht der Fischer sein „sehr schön-hässliches Schwein“ an die Israelis zu verkaufen – aber ein Fischer, der Fleisch und keinen Fisch verkaufen will, wird gar nicht erst am Grenzposten vorbeigelassen. Bewaffnet kehrt Jafaar am nächsten Tag zurück an Bord. Er fährt hinaus aufs Meer, um das Tier zu erledigen und von Bord zu werfen, doch er bringt es nicht übers Herz und heckt etwas Neues aus: Er könnte Sperma seines Schweins – es ist nämlich ein Eber – der russisch-israelischen Siedlerin Yelena zur Belebung ihrer Schweinezucht verkaufen. Wenn seine Glaubensgenossen das aber erfahren, kann er sich nur noch aussuchen, ob er als Verräter oder als Märtyrer sterben will.

Fr, 27. Mrz · 07:00-07:30 · SWR BW
Die Chagall-Fenster in Mainz

Die Kirche Sankt Stephan in Mainz ist mit Fenstern des weltberühmten Künstlers Marc Chagall (1887-1985) ausgestattet, der als Jude während des Zweiten Weltkrieges von Frankreich in die USA fliehen musste. Klaus Mayer, ehemaliger Pfarrer der Kirche, musste Chagall lange dazu überreden, für einen deutschen Auftraggeber zu arbeiten. Mit den Fenstern eines jüdischen Künstlers in einer christlichen Kirche hat die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt ein wichtiges Zeichen für die jüdisch-christlichen Beziehungen gesetzt.

Fr, 27. Mrz · 08:50-09:42 · arte
Operation Barbie – Kuhhandel. Staatsaffäre

Klaus Barbie, der Gestapo-Chef von Lyon während der deutschen Besatzung, gilt als einer der größten Kriegsverbrecher der Besatzungszeit. Nach dem Krieg emigrierte er nach Bolivien – seine Auslieferung nach Frankreich im Jahr 1983 sorgte für großes Aufsehen. Der Film zeigt anhand akribischer Ermittlungen, dass die Entführung Barbies in Bolivien und seine Auslieferung nach Frankreich das Ergebnis eines Deals auf höchster politischer Ebene war. Die Auslieferung des „Schlächters von Lyon“, Klaus Barbie, nach Frankreich im Jahr 1983 sorgte für großes Aufsehen. Barbie, der als Gestapo-Chef von Lyon während der Besatzungszeit zahlreiche Juden deportieren und Widerstandskämpfer wie Jean Moulin hinrichten ließ, war nach dem Krieg nach Bolivien geflohen. Nun wolle die bolivianische Regierung den unbequemen Gast loswerden, hieß es. 1973 war Klaus Barbie bereits einer ersten Entführung entgangen. Seine Auslieferung an Frankreich 1983 war schließlich das Ergebnis eines politischen Deals: Frankreich wollte Barbie, Bolivien wollte im Gegenzug Waffen, eine Einigung war schnell gefunden. Allerdings musste die Neutralität der CIA sichergestellt und das Auslieferungsgesuch Deutschlands umgangen werden. Beides gelang, denn Deutschland verzichtete schließlich auf die Auslieferung Barbies und überließ ihn den französischen Behörden. Anhand der Berichte von Zeitzeugen und Akteuren erzählt die Dokumentation von der abenteuerlichen Jagd auf Klaus Barbie. Mit dem Prozessauftakt am 11. Mai 1987 in Lyon ging ein zehnjähriger Kampf um Gerechtigkeit schließlich zu Ende.

Fr, 27. Mrz · 09:45-10:45 · arte
Wie ein Mathegenie Hitler knackte – Der Fall Alan Turing

Er war weder General noch Stratege – und doch nahm er entscheidenden Einfluss auf den Verlauf des Zweiten Weltkriegs: Der britische Mathematiker Alan Turing entwickelte ein Verfahren zur Entschlüsselung der deutschen Funksprüche. Die Dokumentation porträtiert den genialen Codeknacker, der bereits mit 43 Jahren unter ungeklärten Umständen starb. Alan Turing gehört zweifellos zu den größten Logikern und Theoretikern des 20. Jahrhunderts. Nur wenige Wissenschaftler haben so erfolgreich und vielseitig geforscht wie er. Turing, lange Zeit ein verkannter Held des Zweiten Weltkriegs, war durch die Entschlüsselung der Funksprüche der Deutschen maßgeblich am Sieg der Alliierten beteiligt. Als einer der einflussreichsten Vorreiter der frühen Computerentwicklung entwickelte er EDV-Programme und prägte den Begriff „künstliche Intelligenz“. Trotz dieser herausragenden Leistungen nahm sein Leben einen tragischen Verlauf: Aufgrund seiner Homosexualität wurde er in seiner Heimat Großbritannien verfolgt. Er starb im Alter von 43 Jahren unter bis heute ungeklärten Umständen. Das ungewöhnliche Schicksal des Wissenschaftlers, der unbeabsichtigt in den Strudel des Weltgeschehens geriet, setzt manche Kapitel im Zweiten Weltkrieg in neue Zusammenhänge und zeigt, wie eng der Sieg der Alliierten mit der Erfindung des Computers verknüpft ist.

So, 29. Mrz · 22:05-22:58 · arte
Frankreichs Chanson-Legende: Charles Trenet

Er war Sänger, Schauspieler, Dichter und Maler. Der Franzose Charles Trenet feierte nicht nur zu Lebzeiten mit seinen Chansons weltweite Erfolge. Auch heute noch erfreuen sich seine Lieder großer Popularität. In einem einfühlsamen Porträt blickt ARTE sowohl auf die Bühnenerfolge des Stars als auch auf sein bewegtes Leben hinter den Kulissen. Der Sänger, Schauspieler, Dichter und Maler Charles Trenet (1913-2001) feierte bereits zu Lebzeiten mit seinen Chansons wie „La Mer“ und „Douce France“ weltweite Erfolge. Auch heute noch erfreuen sich, insbesondere in seinem Heimatland Frankreich, seine Lieder ungebrochener Popularität. Als Kollaborateur der Nazis verdächtigt und von letzteren wiederum wegen seiner vermuteten jüdischen Herkunft und Homosexualität geächtet, lebte Trenet ein bewegtes Leben. Hinter der Fassade des außergewöhnlichen Erfolgs und schnellen Ruhms, dem lustigen Hut und den rollenden Augen verbarg sich ein verletzter und verschlossener Mensch, ein ungeliebtes Internatskind und ein Homosexueller, der sich nicht outen konnte. Charles Trenet zog sich in eine Traumwelt zurück, aus der er immer jäh heraus- und wieder in die kalte Realität zurückgerissen wurde.

Mo, 30. Mrz · 15:00-16:00 · ARD-alpha
Planet Wissen: Ein Deutscher wird Starkoch in Israel

Tom Franz siegt als erster Deutscher bei der israelischen Kochshow „Masterchef“. Mit seinen koscheren deutschen Rezepten gewinnt er die Herzen der jüdischen Fans. Über 50% Einschaltquote erreicht die beliebteste israelische Fernsehsendung mit dem passionierten Hobbykoch. Inzwischen ist er weltweit bekannt. Tom Franz schildert, wie es sich anfühlt, unerwartet Starkoch zu werden, was er dafür aufgegeben hat und ob er sich als Deutscher in Israel wirklich zuhause fühlt.

Mo, 30. Mrz · 22:00-23:46 · arte
Der Polizist

Die Mitglieder der Eliteeinheit der israelischen Polizei, in der Yaron arbeitet, leben wie eine große Familie zusammen. Ein kaum verhülltes erotisches Begehren durchzieht diese in sich abgeschlossene Welt. Die Männer zelebrieren ihre Machtrituale und stählen ihre Körper. Ihre Beziehungen untereinander sind von einer fragwürdigen Männertreue geprägt; so wird ein krebskrankes Mitglied der Eliteeinheit gezwungen, die Verantwortung für einen misslungenen Einsatz gegen Palästinenser zu übernehmen, weil ihm aufgrund seiner Krankheit keinerlei Folgen daraus entstehen können und die anderen so ihren Job behalten. Konfrontiert wird die Elitetruppe mit einer Gruppe von „Edel-Revoluzzern“, die mit dem revolutionären Pathos der 70er Jahre von einer Designerwohnung aus einen Anschlag planen und mehr Zeit auf die Ausformulierung ihrer Pamphlete verwenden als auf die Vorbereitung des Terroraktes. Damit wollen sie ihre Verbundenheit mit den „unterdrückten Menschen“ zum Ausdruck bringen, zu deren Sprachrohr sie sich erklärt haben. Letztendlich entführen sie bei einer Millionärshochzeit den Brautvater, um die Spaltung der israelischen Gesellschaft in Arm und Reich anzuprangern, was die Eliteeinheit unter dem Leitwolf Yaron zum Einsatz bringt. Auch in seinem Finale bleibt der Film bei der nuancierten Zeichnung seiner Figuren und setzt nicht auf vordergründige Action. Ein vielschichtiger Film, der einerseits den sozialen Riss in diesem Land zeigt und andererseits den bewaffneten Klassenkampf als Kopfgeburt. Eine Art Sittenbild der israelischen Gesellschaft, beklemmend und düster, ohne jeden versöhnlichen Ton und ohne jede Hoffnung.

Mo, 30. Mrz · 23:15-01:10 · NDR Niedersachsen
Simon

Südschweden, kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs: Simon Larsson (Bill Skarsgård) lebt mit seinen Eltern Karin (Helen Sjöholm) und Erik (Stefan Gödicke) in einem kleinen Haus an der Küste vor Göteborg. Die Eltern sind einfache, aber liebevolle und prinzipientreue Menschen. Während der Vater, ein bodenständiger Arbeiter, ihn am liebsten zum Handwerker machen würde, ist Simon ein Bücherwurm. Oft hat er das Gefühl, nicht in die Familie zu passen. Sein bester Freund ist eine Eiche, in deren Krone er sich in seine eigene Traumwelt flüchtet. Mutter Karin unterstützt und fördert ihren Jungen so gut sie kann. Dank ihrer Hilfe geht er schließlich auf die höhere Schule in der Stadt, wo er sich mit Isak (Karl Linnertorp) anfreundet, dem Sohn des reichen Buchhändlers Ruben Lentov (Jan Josef Liefers). Isaks Familie ist aus Nazi-Deutschland geflohen und hat in Schweden eine neue Heimat gefunden. Simon lernt durch die Lentovs eine Welt der Bildung und Kultur kennen, Ruben nimmt ihn an wie einen zweiten Sohn. Erik kümmert sich dagegen um Isak. Dann bricht der 2. Weltkrieg aus. Isak, durch die Flucht traumatisiert, zieht sich zurück. Ruben bringt ihn bei den Larssons unter. Beide Familien wachsen immer mehr zusammen und ihre Schicksale verflechten sich über Jahrzehnte hinweg. Erst spät – nach dem Krieg – erfährt Simon, dass er adoptiert wurde und einen jüdischen Vater hat. Gemeinsam mit Ruben Lentov fährt er nach Berlin, auf der Suche nach seinen Wurzeln. Dabei taucht er in eine Welt der Kultur und Musik ein, die ihn auch nach seiner Rückkehr nach Schweden nicht mehr loslassen wird.