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50 Jahre Synagoge und IKG Konstanz

Kommenden Montagabend beginnt für die Juden in aller Welt das achttägige Pessachfest. Es erinnert an die Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei. An Pessach im Jahre 1964 wurden in der kleinen Synagoge in der Sigismundstrasse die ersten Gottesdienste gefeiert. So jährt sich nun in diesem Jahr zum 50. Mal das Bestehen des nach dem Kriege von dem Holocaustüberlebenden Shimon Zygmunt Nissenbaum ז“ל erbauten Bethauses  und der ebenfalls von ihm nach der Shoah neu gegründeten Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz…

Die Gemeinde bestand zunächst als Israelitische Kultusgemeinde Freiburg-Konstanz in Fusion mit der Breisgaustadt und wurde im Jahre 1988 selbstständig.

Nissenbaum konnte für die kleine Gemeinde  namhafte Rabbiner wie Lothar Rothschild ז“ל, Nathan Peter Levinson und Chaim Naftalin ז“ל sowie den bei vielen Konstanzern unvergessenen Oberkantor Shmuel Blumberg an den Bodensee holen. Sie amtierten an jenem Ort, wo bis zu ihrer Zerstörung in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 die altehrwürdige Synagoge stand. Auch andere Persönlichkeiten wie der Historiker Dr. Erich Bloch ז“ל und Else Levi-Mühsam ז“ל, die beide eine für die Öffentlichkeit zugängliche Judaica-Bibliothek in der Kultusgemeinde aufbauten, prägten das jüdische Leben in Konstanz.

Shimon Nissenbaum, der im August 2001 verstarb, war auch der Erste Vorsitzende der Kultusgemeinde bis ihm im Jahr 1988 sein Sohn Benjamin nachfolgte. Heute ist Benjamin Nissenbaum Ehrenvorsitzender. Ende der 1990er Jahre erweiterte die Familie Nissenbaum aufgrund des Zustromes von Kontingentflüchtlingen aus der ehemaligen Sowjetunion die einzige Privatsynagoge Deutschlands und errichtete zudem eine moderne Mikwe – ein jüdisches Ritualbad -, die 2008 eingeweiht werden konnte.

An diese und andere Aspekte aus der Geschichte der jüdischen Nachkriegsgemeinde in Konstanz wird beim Europäischen Tag der jüdischen Kultur am 14. September in einem Festvortrag erinnert werden. Überdies lädt die Israelitische Kultusgemeinde an diesem Tag traditionsgemäß wieder zu Synagogenführungen, Besichtigungen der Mikwe und der Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek sowie zu einer Führung über den jüdischen Friedhof ein.

Thomas Uhrmann
Leiter der Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek (Judaica) der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz

Die Synagoge in Konstanz

 

EUROPÄISCHER TAG DER JÜDISCHEN KULTUR 2014
KONSTANZ

14. September 2014 ● Sigismundstraße 19

Veranstalter: Israelitische Kultusgemeinde Konstanz und Stadt Konstanz

Programmvorschau

●11.00 Uhr Eröffnung

Ein Vertreter der Stadt Konstanz, Benjamin Nissenbaum (Ehrenvorsitzender der IKG), Peter Stiefel (1. Vors.) und Gabriel Albilia (2. Vors.), anschl.:

Festvortrag: 50 Jahre Synagoge und Israelitische Kultusgemeinde Konstanz

Bewirtung mit koscheren  Spezialitäten

 ●Synagoge

13:00 Uhr und 15:30 Uhr

Jüdische Religion und Tradition

(Rabbiner Nachum Kabalkin, Peter Stiefel und Gabriel Albilia)

●Mikwah

14:30 Uhr und 16:30 Uhr

Besichtigung des modernen rituellen Tauchbades

(Gabriel Albilia)

●Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek (Judaica)

15:00 Uhr und 17:00 Uhr

 Erläuterungen zum Bestand und zur rabbinischen Literatur

(Thomas Uhrmann, Leiter der Bibliothek)

●Israelitischer Friedhof (Wollmatinger Straße, Hauptfriedhof)

17:00 Uhr

Führung über den jüdischen Friedhof

(Peter Stiefel)

–          Änderungen vorbehalten. –