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April April Fernsehtipps

Vom 01. bis 15. April 2014…

Di, 1. Apr · 06:35-07:05 · SWR
Jugend unter Hitler (3/4)

Spielszenen und Dokumentarteile aus dem Jahr 1938 verdeutlichen das Selbstverständnis der Hitlerjugend: Die Unterordnung unter die Gemeinschaft und eine Führung, das Fühlen als „Auserwählte“. Die Sendung zeigt, wie die Autorität der Familien untergraben wurde und gleichzeitig bei den Hitlerjungen Führerverehrung und antijüdische Agitation auf fruchtbaren Boden fiel.

Mi, 2. Apr · 03:45-04:30 · PHOENIX
Geraubte Kunst – Auf der Jagd nach verlorenen Schätzen

Es ist weniger gefährlich aber laut Interpol beinahe genauso lukrativ wie Drogen- oder Menschenhandel: Weltweit wird jährlich Kunst im Wert von dreieinhalb Milliarden Euro gestohlen. Als größter Kunstraub der Geschichte ging 1911 der Diebstahl der „Mona Lisa“ aus dem Louvre ein. Der italienische Anstreicher Vincenzo Peruggia wollte das Meisterwerk „befreien“ und in da Vincis Heimat bringen. In Deutschland kam es im „Dritten Reich“ zum organisierten Kunstraub im ganz großen Maßstab. Jüdische Kunsthändler mussten ihre Gemälde unter Druck zu Schleuderpreisen verkaufen, und aus den Museen der von der Wehrmacht besetzten Länder verschwanden Tausende von Meisterwerken. Im letzten Kriegsjahr machte sich eine Sondereinheit der US-Armee, die sogenannten „Monuments Men“, auf die Suche nach der Nazi-Beute. Im „Arbeiter- und Bauernstaat“ stahlen Unbekannte 1977 den bedeutendsten archäologischen Fund der sächsischen Geschichte am helllichten Tag aus dem Dresdner Stadtmuseum: ein mysteriöser Fall, der bis heute nicht aufgeklärt ist. An der Seite von US-Soldaten, Polizeiermittlern und Kunsthistorikern macht sich „ZDF-History“ auf eine spannende Spurensuche in der Geschichte und zeigt, warum manche Meisterwerke erst durch ihren Raub zu Weltruhm gelangen.

Fr, 4. Apr · 05:50-06:10 · HR
Jacob 2/2

Jacob wird dauernd von seinen älteren Geschwistern Emma und Noah geärgert. Opa Zadie rät ihm deshalb, sich einen „Golem“ zu erschaffen, ein Geschöpf aus der jüdischen Legende, das für Gerechtigkeit sorgt. Ganz aus Versehen entsteht ein ähnliches Wesen, als Nachbar Dinglebat Jacob mit seiner uralten Kamera fotografiert. „Negativ-Jacob“ wird zum Leben erweckt. Der wahre Jacob muss diesen modernen „Golem“ unbedingt aufhalten.

Sa, 5. Apr · 06:00-06:15 · SWR
Meine Geschichte – Verfolgt von den Nazis: Ingeborg Hecht

Ingeborg Hecht wurde 1921 in Hamburg geboren. Ihre Eltern lebten in einer von den Nazis sogenannten „Mischehe“. Ihr Vater, Dr. Felix Hecht, war ein jüdischer Anwalt und ihre Mutter eine adelige Protestantin. Als sich die Eltern kurz vor dem Machtantritt Hitlers 1933 aus persönlichen Gründen scheiden ließen, ahnten sie noch nicht, was das für die Familie bedeuten würde. Ingeborg Hecht berichtet von ihrer Jugend, die von Einschränkungen, Bedrohungen und Ängsten geprägt war. Sie hat darüber auch ein Buch geschrieben unter dem Titel „Die unsichtbaren Mauern“. Ingeborg Hecht wurde 1921 in Hamburg geboren. Ihre Eltern lebten in einer von den Nazis sogenannten „Mischehe“. Ihr Vater, Dr. Felix Hecht, war ein jüdischer Anwalt und ihre Mutter eine adelige Protestantin. Als sich die Eltern kurz vor dem Machtantritt Hitlers 1933 aus persönlichen Gründen scheiden ließen, ahnten sie noch nicht, was das für die Familie bedeuten würde. „Meine Mutter konnte ja nicht ahnen, dass mit der Scheidung die Gesetze meinen Vater nachher so behandelt haben, dass er nicht mehr geschützt war“, erinnert sich Ingeborg Hecht. Denn die Nürnberger Gesetze von 1935 systematisierten die Verfolgung und Ächtung der Juden. Sie durften nicht mehr Theater, Kinos oder Konzerte besuchen, durften keine Radios und Telefone mehr besitzen. Als geschiedener Mann verlor der Vater von Ingeborg Hecht auch den von den Nazis noch gewährten Schutz der „Mischehe“. Sogar der Kontakt zu seiner eigenen Tochter wurde ihm verboten. 1944 wurde Felix Hecht ins Konzentrationslager gebracht, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ingeborg Hecht erzählt von der Sorge um den Vater, von den wenigen heimlichen Treffen. Sie berichtet von ihrer Jugend, die von Einschränkungen, Bedrohungen und Ängsten geprägt war. Sie hat darüber auch ein Buch geschrieben unter dem Titel „Die unsichtbaren Mauern“.

Sa, 5. Apr · 06:15-06:45 · SWR
Hitler an der Macht – Die ersten 100 Tage

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Regierungen werden gern nach 100 Tagen zum ersten Mal beurteilt. Wie sahen die ersten 100 Tage nach der so genannten „Machtergreifung“ aus? Was stand am Anfang der Regierung Hitler? Die ersten 100 Tage von Hitlers Herrschaft waren für die Nazis eine beispiellose Erfolgsstory, für Deutschland aber der Anfang vom Untergang. Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Regierungen werden gern nach 100 Tagen zum ersten Mal beurteilt. Wie sahen die ersten 100 Tage nach der so genannten „Machtergreifung“ aus? Was stand am Anfang der Regierung Hitler? Es ist eine Geschichte von Integration und Ausgrenzung. Viele Deutsche glaubten an die „neue Zeit“ und gingen den Weg in die Volksgemeinschaft mit dem Führer gern mit. Aber diejenigen, die nicht dazugehören sollten und durften, Juden, Kommunisten und Sozialdemokraten, wurden gnadenlos und mit allen Mitteln ausgegrenzt. Gesetze wurden verabschiedet, die vieles, was bisher unvorstellbar war, möglich machten und legalisierten. Die ersten 100 Tage von Hitlers Herrschaft waren für die Nazis eine beispiellose Erfolgsstory, für Deutschland aber der Anfang vom Untergang.

Sa, 5. Apr · 21:55-01:15 · BR
Exodus

Im Jahre 1947 halten die Briten auf Zypern Tausende jüdische Flüchtlinge fest. Unter ihnen befinden sich viele Überlebende der Shoah, die Europa verlassen haben, um in das britische Mandatsgebiet Palästina auszuwandern, wo sie eine neue Heimat finden wollen. Nach einem Massenausbruch aus einem Internierungslager und einem Hungerstreik gelangen einige Hundert von ihnen nach Palästina und erleben dort die dramatischen Kämpfe um die Gründung des Staates Israel mit. Als die US-amerikanische Krankenschwester Kitty Fremont 1947 nach Zypern kommt, ist die Insel zu einem großen Internierungslager geworden. Ungefähr 30.000 jüdische Emigranten aus ganz Europa, die den Holocaust überlebt haben, warten hinter Stacheldraht, da die britische Regierung ihnen die Einreise nach Palästina untersagt. Kitty entschließt sich, in einem der Lager zu helfen. Bei ihrer Arbeit lernt sie viele Menschen kennen, deren Schicksal sie tief berührt. Zu ihnen gehören Dov Landau, der das Warschauer Ghetto und Auschwitz übererlebt hat, und die junge Karen, die in Palästina ihren Vater sucht. Ari Ben Kanaan, einem Mitglied der jüdischen Selbstschutz-Organisation Haganah, gelingt es schließlich, als britischer Offizier verkleidet einige Hundert Insassen aus dem Lager zu befreien und auf ein Schiff zu bringen, das sie „Exodus“ nennen. Nach einem mehrtägigen Hungerstreik lassen die Briten das Schiff auslaufen. Kitty, an Bord gekommen, um die Kinder zu betreuen, fährt mit ihnen nach Haifa. In Palästina stehen sich unter den Emigranten zwei politische Richtungen gegenüber: die Haganah, welche Autonomie durch friedliche Verhandlungen zu erreichen hofft, und die radikale Irgun, die auf gewalttätige Aktionen setzt. Bald werden die Neuankömmlinge in die Auseinandersetzungen mit Briten und Arabern hineingezogen und erleben die dramatischen Höhen und Tiefen auf dem Weg zu einem unabhängigen Staat Israel mit.

So, 6. Apr · 01:15-03:00 · BR
Miral

Die Halbwaise Miral besucht das Dar-Al-Tifl-Institut, eine berühmte Mädchenschule in Ostjerusalem. Ihre charismatische Lehrerin Hind legt nicht nur großen Wert auf eine gute Ausbildung, sie erzieht ihre palästinensischen Schützlinge auch im pazifistischen Geist. Als Miral 16 wird und sich in einen PLO-Aktivisten verliebt, droht sie diese Ideale aus den Augen zu verlieren. Doch „Mama Hind“ kämpft um ihre verlorene Tochter. Jerusalem, in den späten 1980er-Jahren: Die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern und der Bombenterror prägen das Leben der jungen Miral, die in Ostjerusalem unter der Obhut ihres Vaters Jamal, eines gemäßigten Geistlichen, aufwächst. Nach dem Selbstmord ihrer Mutter Nadia muss Jamal seine Tochter schweren Herzens in ein Waisenhaus geben. Doch Miral hat Glück im Unglück, die Siebenjährige kommt in das renommierte Dar-Al-Tifl-Institut. Dessen Leiterin Hind Husseini eröffnet jungen Frauen nicht nur die Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu erhalten, „Mama Hind“ erzieht ihre palästinensischen Schützlinge auch zu Menschlichkeit und Pazifismus. Als die 16-jährige Miral sich jedoch in den PLO-Aktivisten Hani verliebt, gerät sie in ein Dilemma: Soll sie an dessen Seite den Weg des bewaffneten Kampfes einschlagen oder weiterhin nach „Mama Hinds“ pazifistischen Idealen leben?

Mo, 7. Apr · 07:20-07:50 · WDR
Planet Schule: Spiel für mich Allegro – Ein Stück Hoffnung am Gazastreifen

Das Kibbuz Nir-Am liegt kurz vor der Grenze zum Gaza-Streifen und damit in Reichweite der Kassam-Raketen militanter Palästinenser. Der Film erzählt vom gefährlichen Leben einer allein erziehenden israelischen Mutter und ihrer kleinen Tochter. Trotz des regelmäßigen Raketenbeschusses geben sie die Hoffnung auf Frieden nicht auf.

Mo, 7. Apr · 07:50-08:20 · WDR
Planet Schule: Nadavs kleines Stück Frieden in Jerusalem

Nach einer Reihe von Selbstmordanschlägen in Jerusalem beschließt der israelische Junge Nadav eine Kampagne zu starten – „Frieden für die Zukunft“. Die 30-minütige Sendung zeigt die konträren Sichtweisen israelischer und palästinensischer Jugendlicher und begleitet die Entstehung und das letztendliche Scheitern dieser Initiative.

Mo, 7. Apr · 20:15-21:00 · BR-alpha
Spurensuche in Jerusalem

ROAD TO 24 H JERUSALEM – In Jerusalem leben Juden, Moslems und Christen auf engstem Raum nebeneinander. Für alle ist diese Stadt heilig. Durch die engen Gassen und die verborgenen Plätze der Altstadt begleitet das Filmteam drei Menschen: Pater Thomas Maier (vom Orden der „Weißen Väter“), die Rabbinerinnen-Studentin Lea Mühlstein (vom Hebrew Union College) und Prof. Salah Adameh (von der AlQuds Universität).Was bedeutet Jerusalem für die Menschen, die hier leben? Was ist für sie Frieden? Was macht das Besondere dieser ewigen Stadt aus? Diesen Fragen spürt das Filmteam nach und versucht die Menschen, die Jerusalem prägt, besser zu verstehen.

Di, 8. Apr · 06:35-07:05 · SWR
Jugend unter Hitler (4/4)

Die Folge enthält Szenen aus dem Jahr 1939, nach der Besetzung der Tschechoslowakei. Überzeugte Nazis machen Karriere, die Jungen sind stolz auf die harte Erziehung in der Adolf-Hitler-Schule. Gleichzeitig kommt es, dargestellt anhand der Spielszenen, zu Brüchen in den Familien: Bei einem überzeugten Nazi wird ein jüdischer Vorfahr festgestellt. Der Rest der Familie wendet sich von ihm ab. Ebenso reagiert ein Junge, dessen Vater inhaftiert wird, weil er einem regimekritischen Bekannten zur Flucht verhilft. Die Kinder einer jüdischen Familie werden mit einem Sonderzug abtransportiert. Die letzten Bilder zeigen, während Goebbels den totalen Krieg propagiert, die Katastrophe von 1945.

Di, 8. Apr · 20:15-21:00 · BR-alpha
Mein neues Leben in Jerusalem

Porträt der ins Judentum konvertierten Deutschen Elishewa, die in Jerusalem mit ihrem Mann, sieben Kindern und einer wachsenden Zahl von Enkelkindern seit 30 Jahren das abgeschottete, entbehrungsreiche und streng reglementierte Leben der ultraorthodoxen Juden führt. Elishewas Familie befolgt streng die Regeln der Thora, die durch zahllose detaillierte Gebote und Verbote den Alltags regeln. Kontakte zur säkularen Welt, Internet und Fernsehen sind unterbunden. Die Ultra-orthodoxen unterhalten eigene Medien, Bücher und ihr eigenes Bildungssystem. Der soziale Umgang schreibt weitgehende Geschlechtertrennung vor. Porträt der ins Judentum konvertierten Deutschen Elishewa, die in Jerusalem mit ihrem Mann, sieben Kindern und einer wachsenden Zahl von Enkelkindern seit 30 Jahren das abgeschottete, entbehrungsreiche und streng reglementierte Leben der ultraorthodoxen Juden führt. Elishewas Familie befolgt streng die Regeln der Thora, die durch zahllose detaillierte Gebote und Verbote den Alltags regeln. Kontakte zur säkularen Welt, Internet und Fernsehen sind unterbunden. Die Ultra-orthodoxen unterhalten eigene Medien, Bücher und ihr eigenes Bildungssystem. Der soziale Umgang schreibt weitgehende Geschlechtertrennung vor. Die Jungen und Männer verbringen in der Regel die Tage in der ganztägigen Thora-Schule und arbeiten nur im notwendigen Rahmen. Mädchen hingegen bekommen eine bessere Allgemeinbildung, denn sie müssen später für den Unterhalt der Familie arbeiten. Finanzielle Unterstützung leisten Sponsoren und die Gesellschaft.

Di, 8. Apr · 22:45-00:20 · BR
Das Herz von Jenin

Am 5. November 2005 wird der zwölfjährige Palästinenser Ahmed Khatib von israelischen Soldaten getötet. Sein Vater Ismael entschließt sich, die Organe seines Sohns israelischen Kindern zu spenden, die dringend eine Transplantation benötigen. Die Geste des Friedens sorgt für großes mediales Aufsehen. Zwei Jahre später begibt sich Ismael Khatib auf eine Reise durch Israel, um die Kinder zu besuchen, die durch die Organtransplantationen gerettet werden konnten. Die Familie Khatib lebt im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland, einem Ort, der dem israelischen Militär als Hochburg des Terrorismus gilt. Am 5. November 2005 wird der zwölfjährige Palästinenser Ahmed Khatib von israelischen Soldaten getötet. Sein Vater Ismael entschließt sich, die Organe seines Sohns israelischen Kindern zu spenden, die dringend eine Transplantation benötigen. Die Geste des Friedens sorgt für großes mediales Aufsehen. Zwei Jahre später begibt sich Ismael Khatib auf eine Reise durch Israel, um die Kinder zu besuchen, die durch die Organtransplantationen gerettet werden konnten. Die Familie Khatib lebt im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland, einem Ort, der dem israelischen Militär als Hochburg des Terrorismus gilt. Am 5. November 2005 geht der zwölfjährige Ahmed Khatib in die Stadt. Unterwegs trifft er zwei Freunde und spielt mit ihnen. Zur selben Zeit ist auch eine israelische Patrouille im Camp, um einen gesuchten Terroristen aufzuspüren. Das Spielzeuggewehr, das Ahmed in den Händen hält, wird von einem der Soldaten fälschlicherweise für eine echte Kalaschnikow gehalten. Er schießt und trifft den Jungen im Kopf- und Brustbereich. Im Krankenhaus von Haifa können die Ärzte nur noch Ahmeds Tod feststellen. Ein Pfleger spricht den Vater, Ismael Khatib, auf die Möglichkeit einer Organspende an. Ismael und seine Frau Abla stimmen zu, die Organe ihres Sohnes israelischen Kindern zu spenden. Für sie ist die Einwilligung ein Akt der Menschlichkeit: Sechs Kinder, die sonst keine Überlebenschancen gehabt hätten, erhalten dank der Organspende die Möglichkeit einer lebensrettenden Operation. Zwei Jahre später beschließt Ismael Khatib, die Kinder kennenzulernen, denen diese Entscheidung das Leben gerettet hat. Drei Empfängerfamilien möchten anonym bleiben, doch drei Kinder kann er auf seiner Reise durch Israel treffen. Die Filmautoren begleiten ihn auf dieser Reise. In ihrem Dokumentarfilm „Das Herz von Jenin“ zeigen Filmemacher Leon Geller und Marcus Vetter, wie eine zutiefst menschliche Geste wahrhaftig Hoffnung stiften kann und dass es auf israelischer wie palästinensischer Seite trotz der jahrzehntelangen alltäglichen Gewalt Menschen gibt, die noch an Frieden glauben. „Das Herz von Jenin“ wurde erfolgreich auf internationalen Festivals aufgeführt und mehrfach preisgekrönt, u.a. mit dem Deutschen Filmpreis 2010 für den besten Dokumentarfilm und dem „Cinema for Peace Award“ 2009. Aus dem Filmprojekt ging zudem ein gemeinsames Kulturprojekt von Marcus Vetter und Ismael Khatib hervor: Die Wiedereröffnung eines traditionsreichen Kinos in Jenin, dessen Betrieb 1987 mit Ausbruch der Ersten Intifada eingestellt worden war. In seinem Dokumentarfilm „Cinema Jenin“, der als BR-Koproduktion entstand und im Juni 2012 in die deutschen Kinos kam, hat Marcus Vetter auch dieses Projekt filmisch begleitet.

Mi, 9. Apr · 00:05-00:58 · arte
Ausgelacht!? Karikaturen und Pressefreiheit

Wie steht es um die Meinungsfreiheit? Das 2006 im Zuge der Affäre um die Mohammed-Karikaturen ins Leben gerufene multimediale Projekt „Ausgelacht!? – Karikaturen und Pressefreiheit“ befragt Pressezeichner zu diesem Thema, die als Künstler und Journalisten an vorderster Front der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen des 21. Jahrhunderts stehen. Nicht nur in Diktaturen haben Journalisten und Zeichner mit Tabus und Einschränkungen zu kämpfen, auch in unseren „freien“ Medien gibt es mehr Tabu-Themen, als am allgemeinhin vermutet. Zu Wort kommen u.a. der Franzose und Mitbegründer der Initiative Cartooning for Peace, Plantu, der Berliner Karikaturist Rainer Hachfeld und der amerikanische Karikaturist und Kolumnist Jeff Danziger. Das Projekt gliedert sich in einen Dokumentarfilm und eine Webdoku. Es setzt die Pressezeichnungen wie geschichtliche Quellen ein, die helfen sollen, die jeweilige Problematik einzuordnen und zu analysieren. In einer Welt, in der sich Geschichte, Wissen und Mentalitäten ständig verändern und neue Technologien erfunden werden, muss das Recht auf freie Meinungsäußerung immer wieder neu erstritten und verteidigt werden. Wie es um die Meinungsfreiheit eines Landes bestellt ist und welche Tabus dort herrschen, lässt sich am Umgang mit den Karikaturen von Pressezeichnern ablesen, ob in Israel, Palästina, Deutschland, Tunesien, Frankreich, Belgien oder den Vereinigten Staaten, wie der Dokumentarfilm „Ausgelacht!? – Karikaturen und Pressefreiheit“ umreißt. Zu Wort kommen u.a. der Franzose und Mitbegründer der Initiative Cartooning for Peace, Plantu, der Berliner Karikaturist Rainer Hachfeld und der amerikanische Karikaturist und Kolumnist Jeff Danziger. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Stellung innerhalb der Medienlandschaft unterscheiden sich die Pressezeichner in ihren Äußerungen oft stark von der offiziellen Linie und decken damit Tabus auf, wie die vor kurzem wieder aufgeflammte Diskussion um die Mohammed-Karikaturen aus dem Jahr 2006 öffentlichkeitswirksam bewiesen hat. Ein Bild sagt auch hier oft mehr als tausend Worte. Doch neben dem Tabu religiöser Darstellungen bremsen auch wirtschaftliche Zwänge das Gewicht der Geschichte und real existierende oder imaginäre Mauern die Meinungsfreiheit aus. Seit dem 11. September 2001 hat es auch in vielen Demokratien weltweit Einschränkungen der Meinungsfreiheit gegeben. Und um genau diese Veränderung geht es in dem Dokumentarfilm. Die Webdoku, der zweiten Teil des Projekts, dokumentiert, wie die Welt zwischen Abkapselung und absoluter Transparenz schwankt. Es tobt ein Krieg der Weltanschauungen, und totgeglaubte Begriffe wie Blasphemie, staatsfeindliche Äußerung, Zensur, Verbot und Revolution tauchen plötzlich wieder auf. Vor diesem Hintergrund gehören Freiheit, freie Meinungsäußerung und das Recht auf bildliche Darstellungen jeglicher Art mehr als je zuvor zu den zentralen politischen Herausforderungen der Gegenwart. Die Webdoku zeichnet die neuen Grenzen der Meinungsfreiheit anhand präziser Aussagen der Karikaturisten aus aller Welt nach und begleitet den Internetbesucher auf seiner Entdeckungsreise. Gemeinsam mit den Pressezeichnern entsteht eine Weltkarte der Tabus und Einschränkungen. Karikaturisten müssen listenreich vorgehen, um die eigene Botschaft zu verkünden und gleichzeitig der staatlichen Zensur, Verboten, wirtschaftlichen Zwängen und manchmal auch der Selbstzensur zu trotzen. Jeder der 40 interviewten Karikaturisten ist in seinem Land täglich mit spezifischen Verboten konfrontiert. Im Laufe des Jahres werden weitere 40 Pressezeichner die Karte ergänzen. Zudem werden aktuelle Entwicklungen eingearbeitet. Die aktualisierbare Karte soll ein bleibendes Werkzeug sein, eine Kartographie der Meinungsfreiheit und der Tabus weltweit.

Mi, 9. Apr · 00:30-02:05 · BR
Tel Aviv Rendezvous

Neubeginn in Israel oder Scheidung: Vor diese Wahl stellt die konvertierte Jüdin Gisèle ihren Ehemann Alain nach der Rückkehr aus einem Tel-Aviv-Urlaub. Notgedrungen willigt Alain ein. Doch die überstürzte Auswanderung konfrontiert das französische Ehepaar mit einer ihm völlig fremden Kultur. Ohne Hebräisch-Kenntnisse gestaltet sich der Alltag der Einwanderer als Serie von Pleiten, Pech und Pannen. Während Alain verzweifelt, blüht Gisèle auf. Doch dann hat Alain eine Idee. Der Pariser Gynäkologe Alain Gaash stammt von litauischen Juden ab. Mit der Religion hat der gut situierte Arzt allerdings nie etwas am Hut gehabt. Neubeginn in Israel oder Scheidung: Vor diese Wahl stellt die konvertierte Jüdin Gisèle ihren Ehemann Alain nach der Rückkehr aus einem Tel-Aviv-Urlaub. Notgedrungen willigt Alain ein. Doch die überstürzte Auswanderung konfrontiert das französische Ehepaar mit einer ihm völlig fremden Kultur. Ohne Hebräisch-Kenntnisse gestaltet sich der Alltag der Einwanderer als Serie von Pleiten, Pech und Pannen. Während Alain verzweifelt, blüht Gisèle auf. Doch dann hat Alain eine Idee. Der Pariser Gynäkologe Alain Gaash stammt von litauischen Juden ab. Mit der Religion hat der gut situierte Arzt allerdings nie etwas am Hut gehabt. Das ändert sich durch die Heirat seines Sohnes Nicolas. Denn Alains Frau Gisèle entdeckt plötzlich das Judentum als neuen Impuls für ihr Leben. Nach einem gemeinsamen Israel-Urlaub stellt sie ihn vor eine Entscheidung: Auswanderung nach Israel oder Scheidung! Seiner Frau zuliebe stimmt Alain der Auswanderung zu. Doch das gelobte Land rollt den beiden Franzosen nicht gerade den roten Teppich aus. Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen: Ein Makler verkaufte ihnen ein Traumhaus am Meer, ein hilfsbereiter israelischer Kollege bot Alain eine Stelle im Krankenhaus an. Doch nach der Übersiedelung muss das Paar feststellen, dass das alltägliche Leben in der israelischen Großstadt Tel Aviv ganz eigenen Gesetzen folgt. So bleibt das bereits bezahlte Haus ein Rohbau, ihr Umzugscontainer landet auf dem Meeresgrund, und mit der neuen Arbeitsstelle wird es auch nichts. Dennoch lässt sich Gisèle nicht irritieren. Dann trifft Alain einen Entschluss.

Mi, 9. Apr · 19:00-19:45 · BR
stationen.Dokumentation: Der Berg des Messias

In Glauben und Tradition aller drei Abrahamitischen Religionen spielt der Ölberg eine wichtige Rolle. Der Filmautor möchte das mystische Geheimnis des Ölbergs erzählen und zugleich zeigen, wie das Leben auf und um den Ölberg heute aussieht. Wie also Glaube und Wirklichkeit, Tradition und Realität miteinander verbunden sind und die Faszination dieses heiligen Ortes bis heute bestimmen. In Glauben und Tradition aller drei Abrahamitischen Religionen spielt der Ölberg eine wichtige Rolle. Im Judentum wird vom Ölberg aus der Messias kommen, im Christentum kam er bereits von dort und in der islamischen Tradition ist der Ölberg der Platz, wohin die Kaaba, der schwarze Stein aus Mekka, zurückkehren wird, um sich mit dem Stein im Felsendom, von wo aus die Welt geschaffen wurde, vereinigen wird. Der Filmautor möchte das mystische Geheimnis des Ölbergs erzählen und zugleich zeigen, wie das Leben auf und um den Ölberg heute aussieht. Wie also Glaube und Wirklichkeit, Tradition und Realität miteinander verbunden sind und die Faszination dieses heiligen Ortes bis heute bestimmen.

Mi, 9. Apr · 23:00-00:45 · BR
Liebesleben

Eigentlich hat Jara alles: Sie ist glücklich verheiratet, hat beste Aussichten auf eine Karriere an der Universität, eine schöne Wohnung und eine verlässliche Familie, die trotz einiger Schwierigkeiten zusammenhält. Doch als sie dem viele Jahre älteren Arie begegnet, einem Freund ihres Vaters, gerät ihre heile Welt aus den Fugen: Lebenshungrig stürzt sie sich in den Strudel einer Amour fou, die alle Dämme ihrer bisherigen Existenz niederreißt. Dabei erkennt sie bald, dass ihre Eltern ein Geheimnis hüten, zu dem Arie der Schlüssel ist. Zum 60. Geburtstag ihres Vaters Leon bereitet Jara liebevoll ein Picknick vor. Doch die freudig erwarteten Gäste, Jaras Eltern, kommen nicht. Als Jara besorgt zu ihrem Haus fährt und klingelt, öffnet ihr ein fremder Mann die Tür. Der Gast scheint der Grund zu sein für die Aufregung im Hause: Jaras Mutter Hannah schließt sich in ihrem Zimmer ein und gibt theatralisch die Kranke. Auch Vater Leon ist kaum ansprechbar, er scheint seinen Geburtstag vergessen zu haben und bedient nervös den Gast. Der Fremde namens Arie stellt sich als Studienfreund von Jaras Vater heraus, der nach fast 30 Jahren plötzlich wieder aufgetaucht ist. Er hat lange in Paris gelebt, scheint abgebrüht und gibt sich hochmütig. Die widersprüchliche Anziehungskraft, die der ungebetene Gast auf sie ausübt, verwirrt Jara und lässt sie rasch das Haus verlassen. Doch sie begegnet Arie wieder, zunächst auf der Straße, später in einer Boutique, wo in einer Umkleidekabine die erste erotische Annäherung stattfindet. Gerade seine elegante Eitelkeit und seine gelangweilte Selbstgefälligkeit scheinen Arie für Jara unwiderstehlich zu machen. Und damit stürzt sie sich wider jede Vernunft in eine zerstörerische Liaison. Ein Spiel aus Demütigung, Unterwerfung und obsessiver Leidenschaft zwischen dem ungleichen Paar beginnt. Jara riskiert dabei, alles zu verlieren: Sie verletzt ihren Ehemann Joni, der sie über alles liebt. Sie bricht ihre Arbeit an der Universität ab, wo sie einen Job angeboten bekommen hat und kurz vor der Magisterarbeit steht. Und sie überwirft sich mit ihrer Familie, die sich gegen die Beziehung stellt. Doch bald erkennt sie, dass ihre Eltern ein langjähriges Geheimnis hüten, das ihre Beziehung vergiftet und zu dem Arie der Schlüssel ist. Ohne es zu wissen, tritt Jara das emotionale Erbe ihrer Mutter an, um sich schließlich endlich davon befreien zu können.

Do, 10. Apr · 17:00-17:30 · BR
Das American Colony Hotel – Eine Oase in Jerusalem

Bis heute ist das American Colony Hotel in Jerusalem in Familienbesitz. Die neutrale Haltung der Besitzer im Nahost-Konflikt hat das Hotel bis heute zu einem beliebten und manchmal auch geheimen Treffpunkt für Palästinenser und Israelis gemacht. So begannen die Friedensgespräche, die 1993 zum Oslo-Vertrag führten, im American Colony. Doch daneben ist das Colony einfach „nur“ ein wunderschönes, luxuriöses Hotel mit wunderbaren Mitarbeitern: Juden, Christen und Muslimen haben keinerlei Probleme miteinander, im Gegenteil – sie sind miteinander befreundet. Und für den Gast aus Amerika oder Europa ist das Hotel eine der schönsten Oasen des Nahen Ostens. Bis heute ist das American Colony Hotel in Jerusalem in Familienbesitz. Die neutrale Haltung der Besitzer im Nahost-Konflikt hat das Hotel bis heute zu einem beliebten und manchmal auch geheimen Treffpunkt für Palästinenser und Israelis gemacht. So begannen die Friedensgespräche, die 1993 zum Oslo-Vertrag führten, im American Colony. Doch daneben ist das Colony einfach „nur“ ein wunderschönes, luxuriöses Hotel mit wunderbaren Mitarbeitern: Juden, Christen und Muslimen haben keinerlei Probleme miteinander, im Gegenteil – sie sind miteinander befreundet. Und für den Gast aus Amerika oder Europa ist das Hotel eine der schönsten Oasen des Nahen Ostens. Als der Baron Ustinov (der Großvater des Schauspielers Sir Peter Ustinov) im Jahr 1902 eine Unterbringungsmöglichkeit in Jerusalem für seine Besucher aus Europa und Amerika benötigte, war die Idee für das American Colony Hotel geboren. Schon nach kurzer Zeit hatte sich das American Colony als Unterkunft für westliche Reisende und Pilger etabliert, deren hohe Ansprüche an Qualität und Komfort anderswo nicht erfüllt wurden. Die reiche Geschichte des American Colony Hotels in Jerusalem geht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück und nahm ihren Ursprung in einer Reihe tragischer Ereignisse, die dazu führten, dass die strenggläubige christliche Familie von Horatio und Anna Spafford im Jahre 1881 ihre Heimatstadt Chicago verließ, um Frieden in der Heiligen Stadt Jerusalem zu finden und Familien in Not zu helfen. Dank ihrer Wohltätigkeit sowohl gegenüber den jüdischen Nachbarn als auch gegenüber den Beduinen von jenseits des Jordan dauerte es nicht lange, bis sie das Vertrauen der lokalen Bevölkerung gewonnen hatten. Bald schon hatten sich ihre Mildtätigkeit und ihr großes soziales Engagement herumgesprochen. Von den Anwohnern wurden sie einfach nur „die Amerikaner“ genannt. 1894 folgten ihnen 70 in den Vereinigten Staaten lebende Schweden, und zwei Jahre darauf kamen weitere 55 Glaubensbrüder in Jerusalem an, was eine wesentlich größere Unterkunft erforderlich machte. Das Haus, das sie letztendlich kauften, war ursprünglich als Palast für einen Pascha und seine vier Ehefrauen entworfen worden. Bald sollte der Palast zum American Colony Hotel werden.

Do, 10. Apr · 20:15-20:45 · BR-alpha
Zum Pessachfest nach Jerusalem

Die 9jährige Taja ist eines von wenigen jüdischen Kindern in der Kleinstadt Hermeskeil. Einmal in der Woche fährt sie mit ihrer Familie in die Synagoge nach Trier, wo sie in der Jugendgruppe auch andere jüdische Kinder treffen kann. Um mehr über die jüdische Kultur zu erfahren hat sie in den Osterferien etwas ganz Besonderes vor. Sie fährt mit ihrer Mutter nach Jerusalem. Taja wohnt dort für eine Woche in der Familie von religiösen Freunden ihrer Mutter. Schnell freundet sie sich mit deren 12jähriger Tochter Jasmin an, die ihr die wichtigsten Regeln und hebräischen Gebete für das anstehende Pessachfest beibringt. Neben den religiösen Feierlichkeiten, die für Taja neu und aufregend sind, genießt sie die Ausflüge in die Altstadt, wo die Mädchen den Markt, die Stadtmauer und die berühmte Klagemauer erkunden. Die rund zweitausend Jahre alte Mauer ist für Juden in aller Welt das größte Heiligtum und für Taja der Höhepunkt ihrer Reise. Endlich kann sie den Auftrag ihrer jüdischen Freunde aus Trier erfüllen und ihre Wunschzettel in den Ritzen der Mauer verstauen. In den nächsten Tagen erfährt Taja viel Neues. Taja ist begeistert von Jerusalem und will auf jeden Fall wiederkommen, spätestens zu ihrem 12. Geburtstag, für jüdische Mädchen ein besonderer Tag, den sie unbedingt in der Nähe der Klagemauer feiern möchte.

Do, 10. Apr · 22:30-23:15 · SWR
Pop-Legenden – Amy Winehouse

Ihr Tod kam nicht unerwartet, aber ihre Familie, ihre Freunde und ihre Fans waren dennoch geschockt. Die letzten fünf Jahre hatten sie miterlebt, wie sich Amy Winehouse immer tiefer in einen zerstörerischen Kreislauf von Drogen und Alkohol verlor und hatten ihr doch nicht helfen können. Sie wurde nur 27 Jahre alt und reiht sich damit ein in eine Galerie von zweifelhaftem Ruhm: Dem „Klub 27“. Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain – die Liste der viel zu früh verstorbenen Musik-Ikonen ist lang. Und Amy Winehouse war in vielerlei Hinsicht genau wie sie – gefangen zwischen Rausch und Genie, wild entschlossen, ihren Weg abseits der ausgetrampelten Pfade zu gehen. Doch auf diesem Weg entfremdete sich Amy immer mehr von sich selbst. Drogen und Alkohol sollten ihr anfangs helfen, die Angst vor großen Auftritten zu nehmen, trieben sie aber immer tiefer in die Abhängigkeit. Bald half die Musik ihr nicht mehr, ihre Dämonen zu besiegen, sich von ihren Problemen frei zu singen. Stattdessen wurde Amys Leben zu einem Teufelskreis, dem sie nicht mehr entrinnen konnte. Amy Winehouse‘ Leben war nicht immer chaotisch. Geboren am 14. September 1983, wächst sie in einer mittelständischen jüdischen Familie im Norden Londons auf – ihre Mutter Janis ist Apothekerin, ihr Vater Mitch arbeitet als Taxifahrer. Gemeinsam mit ihrem vier Jahre älterer Bruder Alex ist sie schon in Kindertagen fast immer von Musik umgeben. Und Amy liebt nichts mehr als das Singen – Mitch, selbst ein Musiknarr, bringt ihr die Songs von Frank Sinatra, Tony Bennett und Ella Fitzgerald bei. Amy fühlt sich geborgen in der Familie. Doch die Idylle trügt, 1992 trennen sich ihre Eltern. Es ist ein herber Schlag für die neunjährige Amy. Nach außen tut sie so, als könne ihr die Trennung der Eltern nichts anhaben, in Wirklichkeit aber bricht eine Welt für sie zusammen. Sie reagiert mit Widerstand und Trotz. Sie fühlt sich von ihrem Vater verlassen. Es fällt ihr immer schwerer, Regeln und Konventionen zu akzeptieren. Sie besucht mehrere Schulen, hält es aber nirgendwo lange aus. Mit 16 schmeißt sie alles hin – ohne Abschluss. Einzig am Singen hält sie fest – bei Schulaufführungen, in ihrer eigenen Hip-Hop Band oder dem nationalen Jazzorchester – und wird von dem Musikmanager Nick Godwin entdeckt! Ihr erstes Album, Frank, erscheint 2003, Fans und Kritiker trauen ihren Ohren nicht. Wer ist dieses Mädchen, das da voller Inbrunst von ihren persönlichen Problemen singt? Noch macht Amy das Singen Spaß, noch beschreibt sie ihre Gefühle mit einer gehörigen Portion Humor und einem Augenzwinkern. Das Album macht Amy über Nacht zum Star. Sie tourt, gewinnt Auszeichnungen und genießt ihr Leben in vollen Zügen. Partys und durchzechte Nächte im Londoner Szenestadtteil Camden gehören dazu. Ende 2004 lernt sie auf einer ihrer Kneipentouren die Liebe ihres Lebens kennen: Blake Fielder-Civil. Die beiden stecken Tag und Nacht zusammen, hören Musik und trinken zu viel Alkohol. Freunde und Familie sind entsetzt, doch Blake wird die wichtigste Person in Amys Leben, nichts und niemand dringt mehr zu ihr durch. Sie schreibt keine Songs mehr, gibt keine Konzerte und möchte am liebsten nur noch Ehefrau und Mutter sein. Als Blake sie nach einem Jahr verlässt, ist sie völlig am Boden zerstört.

Fr, 11. Apr · 03:00-03:45 · BR
Der Weg zu „24h Jerusalem“

Am 12. April 2014 zeigen das Bayerische Fernsehen und ARTE mit „24h Jerusalem“ ein einzigartiges TV-Projekt: eine 24-stündige Dokumentation, die einen Tag im Leben der Menschen in dieser faszinierenden Stadt abbildet. Kurz vor dem Drehstart im April 2013 waren Protagonisten, Regisseure, Kameramänner und weitere Teammitglieder jedoch massiv unter Druck gesetzt worden. Diese Versuche, das Projekt „24h Jerusalem“ zu sabotieren, sind fehlgeschlagen. Der Film von Uljana Havemann dokumentiert den schwierigen Weg zur Realisierung von „24h Jerusalem“ und bietet einen spannenden Blick hinter die Kulissen des Fernsehereignisses. Ein einzigartiges TV-Projekt wird am 12. April 2014 im Bayerischen Fernsehen und auf ARTE gesendet: Die 24-stündige Dokumentation „24h Jerusalem“ bildet einen Tag im Leben der Menschen in Jerusalem ab – einer Stadt, die wie keine andere vom Nahostkonflikt geprägt ist, die für die drei großen monotheistischen Religionen eine zentrale Rolle einnimmt und Tausende Jahre Geschichte an einem Ort vereint. Die Dreharbeiten des Films, für den israelische und palästinensische Filmemacher mit Unterstützung von Dokumentar- und Spielfilmregisseuren aus Deutschland das Leben der Bewohner der Stadt dokumentieren sollten, war ursprünglich bereits für das Jahr 2012 angesetzt. Dieser erste Versuch musste damals aufgrund immenser Widerstände abgesetzt werden. Im April 2013 wurde ein weiterer Versuch unternommen, das ambitionierte Projekt zu realisieren. Rund 100 Bewohner von West- und Ost-Jerusalem mit unterschiedlichsten Lebenswegen und religiösen wie politischen Zugehörigkeiten hatten sich bereit erklärt, ihren Alltag einen Tag lang von Kamerateams begleiten zu lassen. In der Konzeptionsphase wurde darauf geachtet, dass exakt gleich viele palästinensische und israelische Protagonisten jeweils von palästinensischen und israelischen Teams gefilmt werden. Ein Drittel der rund 70 Kamera-Teams wurde zudem von namhaften europäischen Filmemachern gestellt. „Wir haben das Möglichste getan, um beide Seiten in gleicher Weise zu berücksichtigen“, so der Produzent Thomas Kufus, der das Gemeinschaftsprojekt des Bayerischen Rundfunks und ARTE in Koproduktion mit dem französischen Partner Alegria umgesetzt hat. Doch auch dieses Mal geriet das Projekt sechs Tage vor Drehstart in eine schwere Krise, als palästinensische Gruppen zunächst im Internet Boykottaufrufe verbreiten und schließlich unmittelbar vor Drehbeginn Protagonisten, Regisseure, Kameramänner, Producer und weitere Teammitglieder massiv unter Druck setzten und bedrohten. Mit vereinten Kräften gelang es den Beteiligten dennoch, „24h Jerusalem“ diesmal umzusetzen und fast 500 Stunden Filmmaterial an einem Tag zu drehen, aus denen in den folgenden zehn Monaten die 24-stündige Dokumentation geschaffen wurde. Filmautor Uljana Havemann dokumentiert den schwierigen Weg, den die Beteiligten auf dem Weg zur Realisierung dieses einzigartigen Fernsehereignisses beschreiten mussten. Er zeigt konkrete Drehvorbereitungen ebenso wie den organisatorischen Aufwand, der in den Tagen vor dem Dreh bewältigt werden musste, während das Projekt durch Drohungen und Boykottaufrufe immer wieder infrage gestellt wurde, und begleitet einige der Filmteams am Drehtag am 18. April 2013. Zu Wort kommen dabei u. a. der Produzent Thomas Kufus, der in den Jahren 2008 und 2009 bereits den Vorgängerfilm, die 24-stündige Dokumentation „24h Berlin“, produziert hatte; die leitenden Regisseure des palästinensischen und israelischen Filmteams, Shady Srour und Gabi Bibliowicz, sowie der leitende Regisseur des Gesamtprojekts Volker Heise. „24h Jerusalem“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bayerischer Rundfunk und ARTE und wird am 12. April 2014 ab 6.00 Uhr morgens ausgestrahlt.

Fr, 11. Apr · 17:00-17:30 · BR
Appetit auf Jerusalem

Koch Fritz Häring reist nach Jerusalem, um als urbayerischer Beobachter die Geheimnisse der orientalischen Küche in den verwinkelten Gassen der Altstadt zu erkunden. Dort wird er mit Menschen verschiedener „Ess“- Kulturen zusammentreffen, über den politischen und nachbarschaftlichen Alltag sprechen und auf seiner kulinarischen Tour auch die großen Denkmäler und religiösen Symbolbauten besuchen. Er wird von einem Benediktinermönch empfangen und in eine Klosterküche im Untergrund entführt …

Fr, 11. Apr · 18:15-18:45 · SWR
Fahr mal hin: Die Höri – Versteck für Knollen und Künstler

Berühmt wurde Höri durch den Maler Otto Dix, Hermann Hesse oder Erich Heckel und durch viele andere Künstler, die in der Abgeschiedenheit ihre Ruhe suchten. Der Fleck entlang des Seeufers, zwischen Radolfzell und Stein am Rhein, hinkt noch heute der Zeit ein wenig hinterher. Die Halbinsel Höri ist ländlich, die Landschaft von Bauern und Gemüsegärtnern geprägt. Vor über 1.000 Jahren legten die Reichenauer Mönche auf Höri die ersten Gemüsegärten an. Sie brachten eine besondere Zwiebelart hervor: die Bülle. Kräftig im Geschmack, aber nicht zu scharf. Der Maler Otto Dix fand die Halbinsel Höri „zum Kotzen schön“. „Das sagte man damals halt so“, versucht Jan Dix das Urteil seines Vaters über Höri abzumildern. „Zum Kotzen schön, das heißt so viel wie: kaum auszuhalten, so schön.“ Otto Dix hatte es in der Nazizeit in den letzten Winkel des Reichs, an die Grenze zur Schweiz, verschlagen. Sein Sohn Jan Dix wohnt heute nicht weit vom Elternhaus entfernt, das längst ein kleines Museum zu Ehren des Malers geworden ist. Berühmt wurde Höri auch durch Hermann Hesse oder Erich Heckel und viele weiteren Künstler, die in der Abgeschiedenheit ihre Ruhe suchten. Der Fleck entlang des Seeufers, zwischen Radolfzell und Stein am Rhein, hinkt noch heute der Zeit ein wenig hinterher. Die Halbinsel Höri ist ländlich, die Landschaft von Bauern und Gemüsegärtnern geprägt. Es gibt etwas, das am Bodensee selten ist: Ruhe. Vor über 1.000 Jahren legten die Reichenauer Mönche auf Höri die ersten Gemüsegärten an. Sie brachten eine besondere Zwiebelart hervor: die Bülle. Kräftig im Geschmack, aber nicht zu scharf. Einer der beschaulichsten Orte von Höri ist Wangen: ein kleiner Fleck, mit großer Geschichte. Funde aus der Stein- und der Pfahlbauzeit sind im Museum zu finden, daneben ein kleiner Gedenkraum an die Judenverfolgung im Ort, in dem vor 1933 genauso viele Juden lebten wie Christen.

Sa, 12. Apr · 06:00-07:00 · arte
24h Jerusalem 06h-07h

„24h Jerusalem“ ist das dokumentarische Porträt einer geteilten Stadt. Unter der Projektregie von Volker Heise haben 70 Filmteams einen Tag lang 90 Bewohner Jerusalems in ihrem Alltag begleitet – Menschen jeden Alters, jeder Couleur und verschiedener Religionen. „24h Jerusalem“ erzählt einen Tag im Leben in dieser einzigartigen Stadt. Ein Leben zwischen Alltag und Ausnahmezustand. „24h Jerusalem“ wird gezeigt auf ARTE und im Bayerischen Fernsehen – nonstop und 24 Stunden lang. 06:00 -09:00 Uhr: Der Morgen Jerusalem erwacht. Der Weg zur Arbeit kann sehr lange dauern: Stau gibt es ständig in der Stadt, dazu die Grenzkontrollen. Der Hotelangestellte Imad Hoshiyah steht jeden Morgen über eine Stunde am Checkpoint, manchmal auch länger. Auch Bauarbeiter Agil Khalil muss täglich den Checkpoint passieren. Der gläubige Bogdan Oralbekov pilgert wie jeden Tag zur Grabeskirche in der Altstadt, dort zelebriert Franziskanermönch Armando Pierucci die Morgenmesse. Die Müllmänner Ofer Yagan und Avi Malki leeren die Container der Stadt. Schulleiterin Terry Boulata weckt ihre Töchter und bringt sie zur Schule. Die alleinerziehende Geschäftsfrau Moran Mizrahi schaut in ihrem Café nach dem Rechten, nachdem sie ihre Tochter zur Schule gebracht hat. Hebamme Yana Glazer leitet nach 18 Stunden Arbeit bei einer Patientin die Geburt ein. Unterdessen lässt IDF-Feldwebel Yakir Levy seine Soldaten zum Appell antreten. „24h Jerusalem“ erzählt die Heilige Stadt durch die Augen der Menschen, die in ihr leben und die in ihre Widersprüche verstrickt sind: Juden, Muslime und Christen, Israelis, Palästinenser und Ausländer, Frauen und Männer, Immigranten und Alteingesessene, Gläubige und Atheisten, Nachteulen und Frühaufsteher. 70 Filmteams begleiteten rund 90 Protagonisten mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten bei der Arbeit und in der Freizeit, in enge Wohnungen und großzügige Villen, in Tempeln, Moscheen und Kirchen, in israelischen Siedlungen und palästinensischen Flüchtlingscamps. In ganzen 24 Stunden eröffnen sich dem Beobachter die faszinierenden Facetten von Jerusalem. Das dokumentarische TV-Programm lässt die Zuschauer am Alltag der Bewohner Jerusalems teilhaben und lädt ein, ihnen zu folgen, 24 Stunden lang – angelehnt an das erfolgreiche Fernsehprogramm „24h Berlin“. „24h Jerusalem“ – ein Programm, in das dank seiner Struktur jederzeit eingeschaltet werden kann. Das Bayerische Fernsehen und ARTE senden „24h Jerusalem“ ohne Unterbrechung 24 Stunden lang. Gedreht wurde im April 2013 mit rund 70 Filmteams. Ein Drittel davon waren europäische Filmteams mit bekannten Persönlichkeiten.

Sa, 12. Apr · 09:00-10:00 · arte
24h Jerusalem 09h-10h

09:00 -12:00 Uhr: Der Vormittag Jerusalem ist beschäftigt. Im Archiv von Yad Vashem archiviert die Jüdin Esther Shimberg alte Akten aus Deutschland. Deutsche Pilger besichtigen Jerusalems Sehenswürdigkeiten. Der Hotelangestellte Imad Hoshiyah wirft eine von Dutzenden Waschmaschinen an, dann säubert er die Zimmer des Hotel Ambassador. Geschäftsfrau Moran Mizrahi kümmert sich um Probleme in ihrer Bäckerei. Zur gleichen Zeit hat der jüdische Siedler Arnon Segal Schwierigkeiten, auf den Tempelberg zu gelangen, er gilt als verdächtig. Pater Armando Pierucci nutzt seine freie Zeit, um zu komponieren. Der israelische Feldwebel Yakir Levy inspiziert die Unterkünfte der Soldaten, Rektorin Terry Boulata die Klassenräume ihrer Grundschule für palästinensische Kinder. Khaled Al Sheikh Ali besucht seine kranke Mutter im Shuafat Flüchtlingslager. Polizist Ariel Weitzl patrouilliert durch die Altstadt, er soll die Gefahr sehen, bevor sie kommt.

Sa, 12. Apr · 12:00-13:00 · arte
24h Jerusalem 12h-13h

12:00 -14:00 Uhr: Der Mittag Jerusalem am Mittag. Constanze Klatt hilft ihrer Schwiegermutter bei den Vorbereitungen für ein traditionelles palästinensisches Familienessen. Franziskanermönch Armando Pierucci betet mit seinen Ordensbrüdern vor dem Mittagessen. Der 13jährige Netanel Mamo feiert an der Klagemauer seine Bar Mizwa, seine Religionsmündigkeit. In der Nähe sucht Jim Hollander den chinesischen Filmstar, den er fotografieren soll. UN-Mitarbeiter Christoph von Toggenburg besucht einen verletzten Palästinenser im Krankenhaus, der von einem israelischen Soldaten angeschossen wurde. Die jüdische Siedlerin Tzipora Piltz diskutiert mit einem Palästinenser über den Bau eines dritten Tempels. Der Muezzin Firas Al Qazaz ruft zum Mittagsgebet in der Al Aqsa Moschee. Dr. Mustafa Abu Sway betet gemeinsam mit seiner Frau zu Hause, Imad Hoshiyah in seiner Mittagspause im Hotel. Esther Shimberg fährt nach Bethlehem zu einer heiligen Stätte, um dort zu beten – für einen guten Ehemann, den es noch zu finden gilt.

Sa, 12. Apr · 14:15-15:00 · PHOENIX
Jerusalem am Rhein – Auf den Spuren einer Weltkultur

Sie gelten als das Jerusalem am Rhein. Bei Juden in aller Welt sind sie als Schum-Städte bekannt. Die rheinischen Metropolen Mainz, Worms und Speyer hatten im Mittelalter die wichtigsten Talmudschulen des Abendlandes. Sie waren das Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit und später ähnlich bedeutsam wie Jerusalem. Bis heute prägen die vor tausend Jahren von Schum-Gelehrten verfassten Verordnungen, Gebete und Klagelieder das europäische Judentum. Ein Weltkulturerbe, das auf die Anerkennung durch die UNESCO wartet. Die ZDF-Dokumentation von Dietmar Schulz folgt den Spuren der jüdischen Gelehrten im Rheinland. Neue Computer-Technik und intensive Bauforschung ermöglichen Darmstädter Experten, auf dem Bildschirm 3-D-Rekonstruktionen der mittelalterlichen Synagogen von Speyer und Worms entstehen zu lassen. Ein neuartiger Streifenlicht-Scanner hilft einem Duisburger Wissenschaftler beim Enträtseln von kaum noch lesbaren Inschriften auf jahrhundertealten Grabsteinen des jüdischen Friedhofs in Worms. Wenig bekannte Malereien in mittelalterlichen Gebetssammlungen in Mainz und Worms vermitteln überraschende Einblicke ins Alltagsleben der damaligen jüdischen Gemeinden im Rheinland. Mit dem Bau neuer Synagogen wollen die Schum-Städte Mainz und Speyer an ihre Jahrhunderte lange Tradition anknüpfen. „Von unseren Lehrern in Mainz, Worms und Speyer ist die Lehre ausgegangen für ganz Israel und darüber hinaus“, lobte ein Jerusalemer Rabbiner damals die Schum-Gelehrten. Ihr Wirken wurde Ende des 11. Jahrhunderts unterbrochen, als der damalige Papst zum ersten Kreuzzug gen Jerusalem aufrief. Mit dem Schlachtruf „Taufe oder Tod“ zogen christliche Fanatiker durchs Rheinland, bevor sie sich auf den Weg ins Heilige Land machten. Viele Juden in den Schum-Städten weigerten sich, zum Christentum überzutreten und gingen in den Freitod, um nicht in die Hände des aufgehetzten Mobs zu fallen.

Sa, 12. Apr · 15:00-16:00 · PHOENIX
Auf das Leben! – Jüdisch in Deutschland

„La’Chaim!“ – ist ein beliebter jüdischer Trinkspruch, der soviel heißt wie „Auf das Leben!“ In ihm steckt vieles: etwas Bejahendes, Fröhliches und gleichzeitig etwas Melancholie. Beinhaltet vielleicht auch ein „so ist es, machen wir das Beste daraus“. Er ist kein Wunsch für die Zukunft, wie viele andere Trinksprüche. „Auf das Leben!“ heißt auch die Dokumentation von Gesine Enwaldt, die zeigt, wie das jüdische Leben in den deutschen Städten zunehmend präsent und vielfältig ist. „Ich glaube es gibt für einen Juden zwei Punkte, die sein Leben beschreiben. Der erste Punkt ist, wo man auf die Welt kommt (…), der zweite Punkt, wo man begraben wird und ich werde voraussichtlich in Hannover beerdigt. Ja, ich bin in Hannover zuhause.“ Professor Andor Izsák leitet an der Musikhochschule Hannover das Europäische Zentrum für Jüdische Musik. Der in Ungarn geborene Izsák hat in Deutschland seine Heimat gefunden. Er ist einer der Protagonisten, die Gesine Enwaldt in ihrem Dokumentarfilm „Auf das Leben! Jüdisch in Deutschland“. Hannover war eine Hochburg des jüdischen Lebens „Kann es in Deutschland jemals wieder „normales“ jüdisches Leben geben?“, fragte sich die Autorin und ging dieser Frage in Hannover nach. Die dortige jüdische Gemeinde war vor 1933 eine der größten und reichsten Deutschlands. Davon ist im heutigen öffentlichen Bewusstsein kaum etwas geblieben. Dennoch geht der Wiederaufbau des jüdischen Lebens voran – vielfältiger, widersprüchlicher und leidenschaftlicher, als manch Außenstehender ahnt. Enwaldts Film zeigt das Alltagsleben von Hannoveraner Juden, die unterschiedlicher nicht sein können. Mit jüdischer Musik Brücken bauen Professor Andor Izsáks Leidenschaft gehört der alten Musik der Synagogen. Er steht kurz vor der Erfüllung seines Lebenstraums: mitten in Hannover, in der alt ehrwürdigen Villa Seligman soll das neue europäische Zentrum für jüdische Musik entstehen. Ein Ort, an dem Menschen der unterschiedlichen Religionen zusammenkommen sollen. Andor Iszak will mit seiner Musik Brücken bauen. Rabbi Benjamin Wolff leitet in Hannover das orthodoxe jüdische Bildungszentrum Chabad Lubawitsch. Er ist mit seiner Familie aus Israel nach Hannover gekommen, um „das Judentum in Hannover zu entwickeln“ und vergessene Traditionen zu lehren. Arkadi Litvan, der zweite Vorsitzende der ältesten und größten jüdischen Gemeinde in Hannover, stammt aus Odessa. Die meisten seiner Gemeindemitglieder sind ebenfalls aus der ehemaligen Sowjetunion gekommen, obwohl kaum einer von ihnen religiös ist. Beim Gottesdienst sind Männer und Frauen streng getrennt. Im Keller der Synagoge befindet sich die Mikwe, das Tauchbad für die rituelle Reinigung der Frauen nach dem Zyklus. Liberale Traditionen des Judentums pflegen Katharina Seidler hat Mitte der 90er Jahre der orthodoxen Gemeinde den Rücken gekehrt. Jetzt ist sie die zweite Vorsitzende der liberalen Gemeinde Hannovers. Sie will die alten Traditionen mit dem modernen Leben verknüpfen. Ihre Gebetssprache ist zwar immer noch Hebräisch, aber die Stellung der Frau ist eine völlig andere. Tochter Rebecca Seidler hat den ersten liberalen jüdischen Kindergarten Deutschlands gegründet. Sie gibt in der neuen Synagoge, dem ganzen Stolz der jungen liberalen jüdischen Gemeinde, ihrem Freund Tino das Ja-Wort.

Sa, 12. Apr · 16:00-16:45 · PHOENIX
Synagogen – Monumente gegen das Vergessen

Vor einhundert Jahren prägten Synagogen das Bild der großen deutschen Städte: Jüdische Gotteshäuser im orientalischen, neoromanischen oder neogotischen Stil, gebaut zumeist von christlichen Stararchitekten. Sie waren Ausdruck des wachsenden Selbstbewusstseins der jüdischen Gemeinden, aber auch des toleranten Miteinanders zwischen Juden und Christen – nach mehr als 1.500 Jahren der Verfolgung und Diffamierung. 1.700 Snagogen in einer Nacht zerstört Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ändert sich alles. Hitler setzt eine gigantische Maschinerie der Hetze und des Hasses gegen die jüdische Bevölkerung in Gang und findet Millionen von Erfüllungsgehilfen. In nur einer einzigen Nacht werden mehr als 1.700 Synagogen zerstört, wird fast die gesamte jüdische Kultur in Deutschland vernichtet. Von den Pestpogromen bis zur Reichspogromnacht Der Architekturstudent Marc Grellert will sich damit nicht abfinden. Unterstützt von Professor Manfred Koob, Experte der virtuellen Konstruktion historischer Monumente, bauen Forscher und Studenten der TU Darmstadt zerstörte Grosssynagogen im Rechner wieder auf. Augenzeugen erinnern sich, wie „ihre“ Synagoge ausgesehen hat. Augenzeugen erinnern an die finsteren Tage vor 75 Jahren Der Film erzählt in eindrucksvollen Bildern und cineastischen Inszenierungen die Geschichte der Synagogen, aber auch der jüdischen Gemeinden in unserem Land. Von den mittelalterlichen Pestpogromen bis zur Reichspogromnacht, dem Terrorakt nationalsozialistischer Willkür. Bewegende Augenzeugenberichte erinnern an die Tage vor 75 Jahren, die zu den dunkelsten in der Geschichte unseres Landes gehören

Sa, 12. Apr · 16:45-17:15 · PHOENIX
Der Klezmerkönig von Berlin

Er bringt gut und gerne 130 Kilo auf die Waage – das schwere Akkordeon, das er vor dem Bauch trägt, nicht mitgezählt. Die wenigen Haare, die er noch auf dem Kopf trägt, hat er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Wo auch immer Jossif Gofenberg auftaucht, drehen sich die Köpfe um. Doch Gofenberg – „Jossif“, „Jossl“ oder „Goscha“, wie ihn seine Freunde nennen – imponiert nicht nur durch seine physische Präsenz. Jossif ist Vollblutmusiker, Komiker, Botschafter der jiddischen Kultur, der ungekrönte Klezmerkönig von Berlin. 1949 geboren in Tschernowitz, einst eine pulsierende Metrople jüdischer Kultur, lebt Jossif Gofenberg seit über 20 Jahren in Berlin. Dort lehrt er Nichtjuden jiddische Musik und mit ihr das Judentum – nicht durch Religion oder Philosophie, und sicher nicht durch die Lehren des Holocausts. Für Gofenberg liegt das Herz des Judentums in den Melodien, den Geschichten der Lieder, in Anekdoten und Witzen, die er erzählt wie kein zweiter. Doch richtig in Fahrt kommt Gofenberg mit seiner Klezmerband `Klezmer Chidesh‘, einer vierköpfigen Band, Vollprofis, die garantiert jeden Saal zum Kochen bringen, selbst eine Rentnerveranstaltung im Franzöischen Dom in Berlin, in der sie neulich spielten, ausgerechnet am Shabbat, an dem kein Jude arbeiten soll. Auf die Frage, ob das koscher sei, ging sein schwarzer Humor mit ihm durch: „Koscher ist das nicht, aber ich freu mich immer, wenn Nichtjuden hören die jüdische Musik. Das heisst, dass sie uns morgen nicht umbringen.“ Auch das ist Jossif Gofenberg, denn auch das Lachen angesichts, 2000 Jahre Pogrome und Verfolgung ist Teil der jüdischen Kultur. Jossif Gofenberg ist Lehrer, Akkordeonspieler, Chorleiter, Sänger, Alleinunterhalter und nebenbei auch noch musikalischer Begleiter einer jiddischen Puppenshow. Die erzählt zwischen Lachen und Weinen Geschichten aus dem alten Tschernowitz, als jiddische Kultur noch eine ganze Welt für sich war.

Sa, 12. Apr · 18:00-19:00 · arte
24h Jerusalem 18h-19h

18:00 -20:00 Uhr: Der frühe Abend In Jerusalem beginnt der Feierabend, Büros und Souvenirshops schließen, in der Altstadt werden die Touristen weniger. Komödiant Yisrael Campbell kehrt von seiner Tournee nach Israel zurück und erzählt von seiner Konversion zum Judentum. Pfarrer Michael Wohlrab tauft ein kleines deutsches Mädchen in der Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg. Moran Mizrahis Tochter sträubt sich, das Wochenende bei ihrem Vater zu verbringen. Jüdin Esther Shimberg trifft sich mit einer Heiratsvermittlerin. Ayelet Finkelstein versucht, einer jungen Mutter Pole-Dancing beizubringen. Rentnerin Ruth Bach besucht zusammen mit ihrer philippinischen Pflegerin eine Freundin. Constanze Klatt isst mit ihrer palästinensischen Großfamilie zu Abend, während Rektorin Terry Boulata für sich und ihre zwei Töchter das traditionelle Essen Makloubeh zubereitet. Guy Avichails Vater erzählt von der Geschichte der eigenen jüdischen Bäckerei. Wassim Razouk fährt mit seinen Freunden für den Sonnenuntergang auf den Ölberg – Religion und Herkunft sind nicht von Belang, nur die Harley Davidson zählt. „Peace Now“-Aktivistin Hagit Ofran wird der Zugang zu einer jüdischen Siedlung verwehrt. Eine arabische Band spielt im Hotel Ambassador. Die bekannte israelische Autorin Zeruya Shalev berichtet von einem Selbstmordattentat, dem sie nur knapp entkommen ist. Anwalt Shlomo Lecker erzählt vom Wesen der Beduinen, die er vor Gericht vertritt. Pressefotograf Jim Hollander zeigt die Bilder seines Tages.

So, 13. Apr · 00:00-03:00 · PHOENIX
THEMA: Jüdisches Leben in Deutschland

Das jüdische Leben und seine Kultur sind lange in Deutschland verwurzelt. Fast 70 Jahre nach dem Holocaust stehen die Beschneidungsdebatte und ein Überfall auf einen Rabbiner in Berlin im Sommer diesen Jahres in der öffentlichen Debatte. Doch wie sieht der Alltag von jüdischen Menschen in Deutschland aus? Welche Traditionen haben sie, wie geht die junge Generation damit um? Wie steht es um den Antisemitismus, mit welchen Anfeindungen sind Juden täglich konfrontiert? Wie sehen das Familienleben und die Aktivitäten in und um die jüdische Gemeinde aus? PHOENIX-Reporter Marlon Herrmann begibt sich auf kulturelle Spurensuche durch das jüdische Berlin, der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands. Er besucht u. a. das Scheunenviertel, das ehemalige jüdische Viertel, wo auch heute wieder viele Buchhandlungen, Restaurants zu finden sind.Mit Dieter Graumann, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht Herrmann über das Thema Beschneidung und über die Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland. Weiter trifft Herrmann die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer und spricht mit ihr über die Verfolgung der Juden in Deutschland. Die 92-Jährige lebte während der Naziherrschaft im Untergrund, wanderte nach Amerika aus und kehrte vor zehn Jahren nach Berlin zurück. Nun berichtet sie Schülerinnen und Schülern von ihrem Schicksal. Er besucht das jüdische Gymnasium Moses Mendelssohn in Berlin und spricht mit Barbara Witting, der Schulleiterin, über Vorurteile und wie man diese überbrücken kann. Außerdem ist er verabredet mit Avitall Gestetter, der ersten jüdischen Kantorin Deutschlands und mit dem Fußballtrainer der 1. Herren von TUS Makkabi Berlin, Claudio Offenberg.

So, 13. Apr · 01:00-02:00 · arte
24h Jerusalem 01h-02h

01:00 – 05:00 Uhr: Die Nacht Jerusalem bei Nacht. DJ Omri H legt auf. Hebamme Yana Glazer bereitet eine schwangere Patientin auf die Geburt vor, der Ehemann will derweil beten. Der jüdische Rentner Meir Brom versucht bei der Telefon-Seelsorge, Probleme der Anrufer zu lösen. Dani Rotenberg erinnert sich an den Moment, als er als Freiwilliger in einer Ambulanz zum Ort eines Terroranschlags kam. Palästinenser Khaled Al Sheikh Ali erzählt von seinem Traum von Freiheit. Aron Beck und Aron Guez beginnen ihre Schicht in der Rettungsdienstzentrale. Marit Zimmermann tanzt. Ein Baby kommt zur Welt. Beim Radio „Voice of Free Jerusalem“ läuft die ganze Nacht Musik. In der jüdischen und arabischen Bäckerei stehen die Maschinen auch nicht still. Schwester Weletmeskel Belay betet in der größten äthiopisch-christlichen Kirche, bis zum Sonnenaufgang. Der Ruf des Muezzins hallt durch die Gassen und über die Plätze.

So, 13. Apr · 05:15-06:00 · PHOENIX
Rätsel um Ashkelon

Der Traum vieler Archäologen erfüllte sich für Lawrence Stager. Der Harvard-Professor bekommt 1985 von Leon Levy, einem reichen amerikanischen Geschäftsmann, die Finanzierung einer Ausgrabung seiner Wahl angeboten. Der Archäologe entscheidet sich für das alte Askalon in Israel. Die Leon-Levy-Ausgrabung – ein Mammutprojekt. Askalon – ein fast vergessener Name. Bereits um 3500 v. Chr. ein bedeutender Seehafen, war die strategisch günstig gelegene Stadt fast 5.000 Jahre ein wichtiger Umschlagsplatz. An den Handelswegen von Kleinasien und Syrien nach Ägypten gelegen, stand die Metropole stets im Kreuzfeuer der Geschichte. Mehrmals zerstört und wieder neu aufgebaut, gerät Askalon nach der endgültigen Zerstörung durch die Mamelucken in Vergessenheit. Die historischen Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit schlummerten Jahrhunderte unter der Erde des „Heiligen Landes“. Seit 17 Jahren bringt das Wissenschaftlerteam um Prof. Stager Licht ins Dunkel von Askalon. Die antike Stätte des heutigen Badeorts Ashkelon entpuppt sich als wahrer archäologischer Schatz. Die zahlreichen Funde liefern den Experten brauchbare Informationen über sechs vergangene Kulturen. 37 v.Chr. eroberten die Römer den Seehafen. Unter ihrer annähernd vierhundertjährigen Herrschaft erblühte Askalon zum internationalen Handelszentrum. Prunkvolle Villen und prächtige Badehäuser sind stumme Zeugen der damaligen Lebensart.In einem der „Wellness-Zentren“ aus dem 4. Jahrhundert n.Chr. machte das Ausgrabungsteam um Prof. Stager eine grausige Entdeckung: die Skelette von mehr als hundert Neugeborenen – einfach in den Abfluss geworfen, wie es scheint. Eine Untersuchung der über viele Jahrhunderte in den Knochen erhaltenen DNA der Gebeine ergibt, dass die meisten der traurigen Geschöpfe Jungen waren. Die Alten Römer waren nicht zimperlich. Das Töten oder Aussetzen von ungewolltem Nachwuchs war kein Verbrechen, sondern übliche Art der Geburtenkontrolle. Die Wissenschaftler wollen wissen, was sich hinter dem rätselhaften Skelettfund von Askalon verbirgt. Haben Prostituierte, die im Badehaus ihre Liebesdienste anboten, ihre Neugeborenen in der Kanalisation ausgesetzt? Der Dokumentarfilm begleitet ein internationales Archäologenteam zur historisch einzigartigen Ausgrabungsstätte beim heutigen Ashkelon. Innovative Computeranimationen und anschaulich vermittelte Wissenschaft erinnern an das Leben im antiken Askalon.

So, 13. Apr · 06:45-07:30 · 3sat
Himmlische Lust und koscherer Sex

Im Judentum ist ein erfülltes Liebesleben ein Gebot – allerdings nur innerhalb der Ehe. Sex dient nicht nur der Fortpflanzung, sondern auch der Lust, dem Vergnügen. Die Frau hat, ebenso wie der Mann, ein verbrieftes Recht darauf. Das hat natürlich Auswirkungen auf die gesamte jüdische Kultur, auch auf die säkularisierte. Jüdische Frauen sind der Mittelpunkt ihrer Familien und haben ein prononciertes Selbstwertgefühl. Die Dokumentation „Himmlische Lust und koscherer Sex“ von Helene Maimann aus der Reihe „Kreuz & Quer“ beschäftigt sich mit diesen und anderen grundlegenden Haltungen der Juden zu Liebe und Sex: mit der Rolle der Sexualität in der Thora, mit den den Sex betreffenden Verboten und Geboten, mit der Funktion sexueller Abstinenz während der Menstruation sowie den Bräuchen rund um Eheschließung und Hochzeit.

So, 13. Apr · 08:35-08:59 · ZDF
Terra MaX – Geschichte der Religionen – Judentum, Christentum und Islam

Ein neuer Versuch mit der Zeitmaschine. Paul und Opa Max schauen erstaunt auf den kleinen, merkwürdig gekleideten Herrn, der dazu auch noch einen fast unaussprechlichen Namen hat: Hasdai ben Isaac iben Shaprut. Er kommt aus dem frühen Mittelalter und ist der jüdische Leibarzt des arabischen Kalifen von Cordoba. Er berichtet über das Judentum und weiß auch viel über den christlichen Glauben. Durch einen Systemfehler läuft die Zeitmaschine weiter, und wenige Minuten später steht ein weiterer Zeitreisender in Opas Haus. Es ist der hohe Richter eines Kalifen, und sein Name scheint noch unaussprechlicher. Er berichtet über den Islam. Ob sich die beiden kennen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die drei Religionen Judentum, Christentum und Islam auszeichnen, und welche Überraschungen die Zeitmaschine noch für Paul und Opa Max bereithält, zeigt „Terra MaX“ in der Folge „Geschichte der Religionen – Judentum, Christentum und Islam“.

So, 13. Apr · 15:15-16:45 · HR
So ein Schlamassel

Eigentlich müsste Jil im siebten Himmel schweben, hat sie in dem Landschaftsarchitekten Marc doch endlich die große Liebe gefunden. Es gibt da nur ein klitzekleines Problem: Marc ist kein Jude, und Jils strenggläubige jüdische Familie würde es niemals akzeptieren, dass sie einen „Goi“, einen Nichtjuden, heiratet. Da hilft nur eines: Marc, Sohn einer bürgerlichen deutschen Familie, muss so tun, als sei er ebenfalls Jude. Nach einem Schnellkurs in Sachen Traditionen und Gebräuche scheint das auch ganz gut zu funktionieren. Jils Familie ist von dem neuen Freund hellauf begeistert. Doch dann fliegt der Schwindel ausgerechnet während einer großen Bar-Mizwa-Feier auf – und Jil muss sich entscheiden. – Mit viel Humor, aber nicht ohne ernste Untertöne, erzählt der Familienfilm „So ein Schlamassel“ von einem Zusammenprall der Kulturen und deutsch-jüdischen Vorbehalten. Zum prominenten Ensemble gehören Natalia Avelon, Johannes Zirner, August Zirner, Michael Mendl und Marianne Sägebrecht.

So, 13. Apr · 15:30-16:00 · NDR
7 Tage … unter Juden

In sieben Tagen erfahren Nikolas Müller und Benjamin Arcioli, wie die 3.000 Jahre alte jüdische Geschichte bis heute als Tradition gelebt wird. Sie wollen wissen, wie es sich in der jüdischen Gemeinde zu Oldenburg lebt. Und: Welches Bild haben die Oldenburger Juden von Deutschland, ihrem Zuhause? Der Film zeigt hebräischen Gesang, koscheres Essen und Gespräche über den Juden namens Jesus. Datteln, Zimt und Kiddusch-Wein kommen zusammen in eine Küchenmaschine. Es duftet nach einer fremden Welt in der jüdischen Gemeinde zu Oldenburg. „Jede Zutat, jedes Gericht hat hier eine Bedeutung“, erzählt Oshra Levi. Sie kocht für die Pessach-Feiertage. Pessach ist das Fest, das an den Auszug der versklavten Israeliten aus Ägypten erinnert. Oshra kommt aus Israel und hat die jüdischen Rezepte von ihrer Mutter erlernt. In ihrer Heimat hat sie als Kind in der Schule auch das erste Mal von Konzentrationslagern in Deutschland gehört. Diese Brutalität, die dort herrschte, konnte sie sich kaum vorstellen. „Für viele Leute ist das immer noch das Land, in dem ein Massenmord stattgefunden hat“, sagt sie. Trotzdem ist Oshra mit 20 nach Deutschland gekommen und geblieben. Nun kocht sie die Familienrezepte für Pessach in der Gemeinde. In sieben Tagen erfahren Nikolas Müller und Benjamin Arcioli, wie die 3.000 Jahre alte jüdische Geschichte bis heute als Tradition gelebt wird. Sie wollen wissen, wie es sich in der jüdischen Gemeinde zu Oldenburg lebt. Und: Welches Bild haben die Oldenburger Juden von Deutschland, ihrem Zuhause? Der Film zeigt hebräischen Gesang, koscheres Essen und Gespräche über den Juden namens Jesus.

So, 13. Apr · 16:50-17:33 · arte
Metropolis

(1): Metropolenreport: „Bergstadt am Meer“: Die israelische Mittelmeermetropole Haifa Haifa ist die drittgrößte Stadt Israels, eine produktive Hafenmetrople ganz im Norden des Landes und unweit zur libanesischen und syrischen Grenze gelegen, das Tor zur arabischen Welt. „Bergstadt am Meer“ wird die ehemalige Residenz arabischer Beduinen genannt, weil sie in drei Ebenen vom Mittelmeer hinauf zum Berg Karmel angelegt ist. In Tel Aviv, der mondänen Party- und Kreativmetropole, so heißt es in Israel, wird getanzt, in Jerusalem gebetet und in Haifa gearbeitet – und das sogar am Sabbat. Abgesehen davon, dass Haifa eine der fleißigsten Städte des Landes ist, zählt sie aufgrund ihrer Lage und der Mischung aus Moderne und Antike, Kirchen und Moscheen auch zu den schönsten Städten des gesamten Mittelmeerraums und hat eine ebenso bewegte wie bewegende Stadtgeschichte, die auch von Flucht und Vertreibung der arabischen Bevölkerung und jüdischer Einwanderung erzählt. Heute gilt Haifa als Symbol der Völkerverständigung und religiösen Toleranz, auch weil hier die Anhänger der Bahai ihr Weltzentrum errichtet haben. Eine heterogene, spannende Stadt. „Metropolis“ begibt sich auf Spurensuche.

So, 13. Apr · 23:30-01:05 · SWR
Berlin 36

Berlin 1936: Die Amerikaner drohen, die Olympischen Spiele zu boykottieren, sollten im deutschen Olympia-Kader keine jüdischen Sportler vertreten sein. Aus diesem Grund wird die Jüdin Gretel Bergmann (Karoline Herfurth), die überragende Hochspringerin dieser Zeit, in das deutsche Trainingslager aufgenommen. In den Augen der Nazis darf Gretel aber auf keinen Fall gewinnen: Der Reichssportführer schickt gegen Gretel die bis dahin unbekannte „Konkurrentin“ Marie Ketteler ins Rennen um die Olympia-Qualifikation – sie soll Gretel übertreffen. Doch die Nationalsozialisten haben nicht damit gerechnet, dass sich die beiden Außenseiterinnen und vermeintlichen Konkurrentinnen nach anfänglichen Problemen anfreunden. Am Ende muss sich zeigen, ob die beiden gemeinsam gegen die Intrige der Nazis ankämpfen oder ob der sportliche Ehrgeiz überwiegt.

Mo, 14. Apr · 01:30-02:45 · HR
Meine Familie, die Nazis und ich

Heinrich Himmler, Hermann Göring, Amon Göth – diese Namen erinnern ewig an die menschenverachtenden Verbrechen der Nazizeit. Eine Last, die ihre Nachfahren noch heute tragen. Wie leben die Kinder und Enkelkinder von Hitlers engsten Vertrauten heute mit ihrem Erbe? In der Dokumentation von Regisseur Chanoch Ze’evi beginnen Kinder und Enkel der NS-Täter eine Aufarbeitung auf ganz persönlicher Ebene. So verschieden wie die Protagonisten des Films, so unterschiedlich sind auch die Wege, die sie gefunden haben, um mit ihrem schweren Familienerbe umzugehen. Heinrich Himmler, Hermann Göring, Amon Göth – diese Namen erinnern ewig an die menschenverachtenden Verbrechen der Nazizeit. Eine Last, die ihre Nachfahren noch heute tragen. Wie leben die Kinder und Enkelkinder von Hitlers engsten Vertrauten heute mit ihrem Erbe? In der Dokumentation von Regisseur Chanoch Ze’evi beginnen Kinder und Enkel der NS-Täter eine Aufarbeitung auf ganz persönlicher Ebene. So verschieden wie die Protagonisten des Films, so unterschiedlich sind auch die Wege, die sie gefunden haben, um mit ihrem schweren Familienerbe umzugehen. Vor der Kamera des israelischen Filmemachers öffnen sie sich und erzählen ihre persönliche Familiengeschichte. Ihre Aussagen geben einen lebendigen Einblick in das familiäre Herz einer ganzen Generation. Niklas Frank lässt an seinen Eltern kein gutes Haar. Der Sohn von Hans Frank, dem Generalgouverneur der besetzten polnischen Gebiete, schreibt in zwei Büchern schonungslos über die Vergehen seiner Familie. Seine Anklageschrift trägt er auszugsweise für Schulgruppen vor und ruft auf seinen Lesungen starke Emotionen hervor. Monika Göth hingegen bekämpft ihre Familienlast mit einer offensiven Israelliebe. Die Tochter von Amon Göth, dem sadistischen Lagerkommandant des Konzentrationslagers Plaszow, lebt heute zurückgezogen in der bayrischen Provinz. Mit der Wahrheit über ihren Vater wurde sie erstmals als Teenager konfrontiert. Steven Spielbergs Holocaust-Drama „Schindlers Liste“ öffnete ihr vollends die Augen über die Mordpraktiken Amon Göths, die ihm den Beinamen „Schlächter von Plaszow“ eintragen hatten: Der Kinobesuch endete für sie mit einer ärztlichen Behandlung nach schwerem Schock. Bettina Göring, Großnichte von Hermann Göring, lebt seit vielen Jahren in einem entlegenen Ort in New Mexiko, USA. Sie hat sich für den Neuanfang unter einem neuen Namen entschieden und beobachtet ihre Heimat nur noch aus der Ferne. Gemeinsam mit ihrem Bruder hat sie sich für die Sterilisation entschieden, „um keine weiteren Görings zu produzieren“. Den entgegengesetzten Weg hat Katrin Himmler gewählt. Die Großnichte von Heinrich Himmler hat sich als Ahnenforscherin auf die eigene Familiengeschichte spezialisiert. Ihr Drang, alle Verstrickungen ihres Umfeldes aus der Zeit des Nationalsozialismus offenzulegen, stößt nicht nur auf Gegenliebe. Doch die Autorin ist überzeugt, dass man nur im Dialog voranschreiten kann. Den Dialog mit Holocaust-Überlebenden sucht Rainer Höß. Er ist der Enkel des langjährigen Lagerkommandanten von Auschwitz, Rudolf Höß. Der Film begleitet ihn auf seiner Reise gemeinsam mit einem israelischen Journalisten in das ehemalige Konzentrationslager, neben dem sein Vater aufgewachsen ist. Die Fotos aus dem Familienarchiv zeigen eine idyllische Kindheit, während auf der anderen Seite der Mauer täglich Häftlinge umgebracht wurden.

Mo, 14. Apr · 20:15-21:00 · BR
Generation Kriegsenkel: War Opa ein Nazi?

Oft stellen Enkel sich die Frage nach der Vergangenheit ihrer Großeltern während des Nationalsozialismus‘ – und was diese Vergangenheit für ihre eigene Identität bedeutet, erst, wenn sie erwachsen sind. Und das kann heißen, dass die Großeltern schon nicht mehr am Leben sind und nicht mehr antworten können. Und häufig sind die eigenen Eltern auf der Suche nach der Wahrheit keine große Hilfe, stießen die „Kriegskinder“ doch ihrerseits bereits auf Lügen, Abwehr, Ausreden und vor allem: Schweigen. „Das war halt damals so“ – damit will sich die dritte Generation immer weniger abfinden, beginnt mit Recherchen und wühlt in Archiven. Oft stellen Enkel sich die Frage nach der Vergangenheit ihrer Großeltern während des Nationalsozialismus‘ – und was diese Vergangenheit für ihre eigene Identität bedeutet, erst, wenn sie erwachsen sind. Und das kann heißen, dass die Großeltern schon nicht mehr am Leben sind und nicht mehr antworten können. Und häufig sind die eigenen Eltern auf der Suche nach der Wahrheit keine große Hilfe, stießen die „Kriegskinder“ doch ihrerseits bereits auf Lügen, Abwehr, Ausreden und vor allem: Schweigen. „Das war halt damals so“ – damit will sich die dritte Generation immer weniger abfinden, beginnt mit Recherchen, wühlt in Archiven – und kann auf furchtbare Tatsachen stoßen: Dass der Großvater Aufseher war in den Konzentrationslagern Auschwitz und Flossenbürg, wie bei der österreichischen Filmemacherin Barbara Albert. Dass der Opa als Mitglied der SA den Nationalsozialisten zum Aufstieg verholfen hat. Oder dass der Großvater ein überzeugter Antisemit war und davon in zahlreichen Schriftstücken Zeugnis abgelegt hat. Der Schauspieler Raphael Dwinger hat seine Recherchereise in die Vergangenheit, seine Angst vor einem Zerwürfnis mit dem Vater und seine Familiengeschichte zu einem Theaterstück verarbeitet – gemeinsam mit seinem jüdischen Freund Tobias Ginsburg, Enkel von Überlebenden des Holocaust. Der Großvater als Nazi-Opfer: Auch dieses Thema ist bis heute häufig ein Tabu. Zu schwer taten sich auch Kinder von Kriegsopfern mit der Vergangenheitsbewältigung. Der Regensburger Journalist Thomas Muggenthaler hat in Ostbayern die Nachkommen polnischer Zwangsarbeiter gesucht, die zwischen 1941 und 1943 wegen ihrer Liebesbeziehungen zu deutschen Frauen hingerichtet wurden. Gemeinsam mit ihm begegnet Rainer Maria Jilg einer Familie, in der die 2. und 3. Generation gemeinsam versucht, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Weitere Protagonisten: Josef und Helga Pan, Enkel des „Wüstenfuchs“ Erwin Rommel, Tanja Hetzer, Historikerin.

Di, 15. Apr · 06:30-07:00 · BR
Neue Heimat Deutschland

Das Zuwanderungsgesetz für Asylbewerber von 2005 und seine Folgen: Am 1. Mai 2005 ist das Zuwanderungsgesetzes für Asylbewerber in kraft getreten. Welche Folgen es für die Betroffenen hat, zeigt dieser Film an einigen Beispielen. Begleitet werden vier Menschen, denen das neue Gesetz mehr oder weniger Perspektiven eröffnet. Am 1. Mai 2005 ist das Zuwanderungsgesetzes für Asylbewerber in kraft getreten. Welche Folgen es für die Betroffenen hat, zeigt dieser Film an einigen Beispielen. Begleitet werden vier Menschen, denen das neue Gesetz mehr oder weniger Perspektiven eröffnet: Darius H. aus Syrien muss getrennt von seiner Familie leben, weil seine Frau und seine zwei kleinen Kinder in einem anderen Bundesland geduldet sind als er selbst. Roman Achmad aus Afghanistan besucht den gesetzlich vorgeschriebenen Integrationskurs, der ihn fit machen soll für das Leben in Deutschland. Frau Dozortseva gehört zu den jüdischen Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion. Sie steht vor der Herausforderung einer doppelten Integration: in die jüdische Gemeinde und in die deutsche Gesellschaft. José Luis Ortega lebt seit 20 Jahren in Erlangen und ist dort auch im Stadtrat politisch aktiv. Um die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen, musste er die kolumbianische abgeben.

Di, 15. Apr · 23:30-01:15 · HR
Die Rache des Tanzlehrers

Die Ermordung des pensionierten Polizisten Herbert Molin, der in seinem abgelegenen Haus in Nordschweden förmlich hingerichtet wurde, stellt die Ermittler vor einige Rätsel: Blutige Fußabdrücke am Tatort weisen ein eigenartiges Muster auf – als hätte der Mörder mit seinem Opfer noch einen Tango getanzt. Die grauenhafte Tat schockiert auch Molins Freund und Ex-Kollegen Stefan Lindman. Als dieser mit seinen Nachforschungen beginnt, macht er eine Reihe erschütternder Entdeckungen, die auch den Blick auf sein eigenes Familienleben radikal verändern. Kommissar Stefan Lindman (Jonas Karlsson) hat gerade seinen Vater zu Grabe getragen und will sich bei dem pensionierten Ex-Kollegen Herbert Molin (Peter Kneip) für den Kranz bedanken, den dieser schickte. Doch er trifft ihn nicht mehr an: Molin wurde brutal ermordet, markante Blutspuren auf seinem Dielenboden erinnern an eine Reihe von Tanzschritten. Zuständig für diesen Fall ist der hiesige Polizeichef Rundström (Mats Bergman), der sich jedoch als schlampiger Kriminalist erweist. Lindman nimmt eigene Ermittlungen auf und stellt rasch fest, dass er den langjährigen Freund offenbar nicht gut kannte. Warum änderte Molin schon vor geraumer Zeit seinen Namen? Und warum wurde sein Haus von einem Hochsitz aus beobachtet? Die Maklerin Elsa Berggren (Lena Granhagen), von der Molin das Haus kaufte, hatte offenbar eine engere Beziehung zu ihm, über die sie sich jedoch ausschweigt. Nicht sehr redselig ist auch der Nachbar David Andersson (Göran Graffman), der im Gespräch plötzlich sehr nervös wird. Andersson konnte Molin auf den Tod nicht ausstehen. Worin diese Abneigung gründet, kann Lindman aber nicht mehr herausfinden, denn auch Andersson wird brutal ermordet. Während die Kollegen nach einem Zusammenhang zwischen den Taten suchen, stößt Lindman bei nochmaligem Durchstöbern von Molins Haus auf alte Dokumente, die seinen Freund als überzeugten Altnazi ausweisen. Mit Hilfe seines Kollegen Giuseppe Larsson (Douglas Johansson) stößt Lindman auf ein braunes Netzwerk, zu dem auch Molins sympathische Tochter Veronica (Lia Boysen) gehört – und sogar sein eigener Vater war Mitglied dieser Organisation. Allein der Mord an Molin bleibt rätselhaft.