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Zusammenarbeit zwischen Kultusministerkonferenz und Yad Vashem

Präsident der deutschen Kultusministerkonferenz trifft israelischen Bildungsminister Shai Piron, unterzeichnet Erklärung mit Yad Vashem…

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh,unterzeichnete heute (23.10.2013) in Jerusalem eine wegweisende Erklärung für die Zusammenarbeit mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Die Unterzeichnung, gemeinsam mit Avner Shalev, dem Vorsitzenden des Yad-Vashem-Direktoriums, ist einer der Schwerpunkte des Besuchs einer hochrangigen Delegation der Kultusministerkonferenz (KMK) in Israel.

Schülerinnen und Schüler sowie Lehramtsstudierende sollen über die Geschichte des jüdischen Vorkriegslebens in Europa sowie des Holocaust in einer altersangemessenen und wirksamen Weise in ganz Deutschland informiert werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Lehrerfortbildung, um eine solide Grundlage zur Vermittlung des Themas zu schaffen. Der Austausch über die unterschiedlichen methodisch-didaktischen Ansätze in der Holocaustvermittlung sowie in der Gedenkstättenpädagogik sollen weiter gestärkt werden, heißt es in der Erklärung weiter.

„Die Geschichte des Holocaust muss in den deutschen Schulen weiter vertieft werden – insbesondere vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, die ein authentisches Bild vermitteln können. Sie wird damit zu einem selbstverständlichen Teil der Erinnerungskultur“, betonte Stephan Dorgerloh. „Zugleich ist uns sehr daran gelegen, im Schulunterricht beider Länder ein zeitgemäßes Bild von der Politik, Gesellschaft, Religion und Kultur aufzuzeigen.“

Die KMK misst dieser Vereinbarung eine hohe Bedeutung zu, denn sie stellt – neben bereits bestehender Erklärungen zwischen einzelnen Ländern und der Holocaust-Gedenkstätte – das Fundament für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen der Kultusministerkonferenz bzw. allen 16 Ländern und Yad Vashem dar.

Im Mittelpunkt eines Gespräches des KMK-Präsidenten mit Bildungsminister Piron stand der Ausbau der bildungspolitischen Zusammenarbeit.

„Unser heutiges Gespräch hat erneut die Einzigartigkeit der deutsch-israelischen Beziehungen aufgezeigt, die auch im Bildungsbereich zum Tragen kommen. Hier sieht sich die Kultusministerkonferenz in einer besonderen Verantwortung“, betonte Stephan Dorgerloh.

Der Schüler- und Lehreraustausch zwischen beiden Ländern stellt ein wichtiges Element der deutsch-israelischen Beziehungen dar. Besonders erfolgreich ist das Johannes Rau Programm. Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) der KMK arbeitet mit seinen vielfältigen Programmen eng mit dem israelischen Youth Exchange Council zusammen.

Im März 2014 bietet erstmals eine israelische Schule das Deutsche Sprachdiplom (DSD) I der KMK an. Dies ist von hoher Bedeutung für den Deutschunterricht in Israel. Der KMK-Präsident hat dem israelischen Bildungsminister dazu eine Anerkennungsurkunde überreicht. Das DSD I der Kultusministerkonferenz entspricht der sprachlichen Zugangsvoraussetzung für den Eintritt in ein Studienkolleg.

Bereits 2009 und 2011 besuchte eine Delegation der KMK Israel. 2015 werden beide Seiten das 50-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen feiern.