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Die restlichen Mai-Fernsehtipps

Vom 16. bis 31. Mai 2013…

Do, 16. Mai · 01:10-02:12 · arte
Hatufim – In der Hand des Feindes, 1/10

Ab 9. Mai zeigt ARTE die zehnteilige israelische Fernsehserie „Hatufim“ von Gideon Raff in deutscher Erstausstrahlung. Spannend erzählt sie von der Heimkehr dreier Soldaten aus der Gefangenschaft im Libanon. Die hoch gelobte Serie lieferte die Vorlage für die preisgekrönte amerikanische Adaption „Homeland“. Nach 17 Jahren kehren Nimrod Klein, Uri Zach und Amiel Ben Horin aus der Kriegsgefangenschaft heim nach Israel. Die Soldaten waren bei einem Einsatz im Libanon in die Hände der Hisbollah geraten. Doch nur zwei von ihnen kommen lebend zurück. Die Nachricht von der Rückkehr ist eine große Überraschung für Familien und Freunde. Das unerwartete Wiedersehen bringt das Leben aller durcheinander … Niemand hätte mehr damit gerechnet, dass die drei Kriegsgefangenen, die vor 17 Jahren zu einem Einsatz im Libanon aufgebrochen sind, zurückkehren werden. Doch endlich ist es soweit: Nimrod und Uri können das Flugzeug in Richtung Israel besteigen. Amiel hat die Gefangenschaft nicht überlebt, sein Sarg wird in die Heimat überführt. Zuhause ist die Nachricht von der Befreiung der Männer eine große Überraschung. Nurit, die mit Uri verlobt war, ist nun mit Uris Bruder verheiratet. Auf Anweisung des Militär-Psychologen soll Nurit ihre Ehe verschweigen. Talia, Nimrods Frau, meistert ihr Leben als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und kämpfte eisern für die Befreiung ihres Mannes. Sie führte alle Demonstrationen und Aktionen an, die für die Freilassung der Gefangenen stritten. Die 19-jährige Dana kann sich kaum an ihren Vater erinnern und ihr jüngerer Bruder Chatzav kennt ihn überhaupt nicht, die Freude der beiden Teenager über die Rückkehr des „Fremden“ hält sich in Grenzen. Für Yael, die „kleine“ Schwester von Amiel ist die Nachricht vom Tod des Bruders ein Schock. Die Wiedersehensfreude der anderen über die Rückkehr der Männer ist zu schmerzlich. Sie rettet sich mit Tagträumen und Erinnerungen an ihren geliebten Bruder aus der Trauer. Die Freude über das langersehnte und nicht mehr geglaubte Wiedersehen geht jedoch schnell in Ernüchterung über und bringt einige Probleme mit sich. Die Frauen sind hin- und hergerissen zwischen den alten Gefühlen, die plötzlich wieder aufflammen und ihrem neuen Leben, in dem sie sich mit dem Verlust der geliebten Männer bereits arrangiert haben. Auch für Nimrod und Uri ist es schwer, sich wieder in ihre Familien einzugliedern. Beide merken, dass sie nicht einfach wieder in ihr altes Leben zurückkehren können. Zudem sind Nimrod und Uri stark traumatisiert und werden von ihren grausamen Erlebnissen und Erinnerungen verfolgt. Nimrod und Uri dürfen einen Abend mit ihren Familien verbringen, dann werden sie für Untersuchungen in ein Militärzentrum gebracht.

Fr, 17. Mai · 07:30-07:45 · SWR BW
Meine Geschichte – Verfolgt von den Nazis: Lily van Angeren

640 Deportationszüge rollen von 1942 bis 1944 nach Auschwitz. Unter den Deportierten auch etwa 23.000 Sinti und Roma, die größte Gruppe der Opfer nach den Juden; etwa 500.000 werden vom Regime der Nazis in ganz Europa ermordet. Als sogenannte Artfremde, ausgeschlossen aus der Volksgemeinschaft, werden die Sinti und Roma bereits 1935 in Deutschland verfolgt. Lily van Angeren, Jahrgang 1924, hat sechs Geschwister. Der Vater ist Musiker, die Mutter handelt mit Kurzwaren. 1938 wird der Vater verhaftet. Erst 1942 erfährt die Familie, dass er im Konzentrationslager Oranienburg ist. Lily van Angeren, Jahrgang 1924, hat sechs Geschwister. Der Vater ist Musiker, die Mutter handelt mit Kurzwaren. 1938 wird der Vater verhaftet. Erst 1942 erfährt die Familie, dass er im Konzentrationslager Oranienburg ist. Wenig später wird auch seine 19-jährige Tochter nach Auschwitz deportiert, dort, wo gleichsam am Fließband gemordet wird. Ihr Bruder stirbt, Verwandte sterben, sie selbst wird Opfer grauenvoller medizinischer Experimente. Bis ihr ein polnischer Häftling zu einem Posten in der Schreibstube verhilft. Im August 1944, im Zeichen der anrückenden sowjetischen Armeen, wird das sogenannte Zigeunerlager von der SS aufgelöst. Wer nicht mehr arbeitsfähig ist, wird vergast, 3.000 Menschen in einer Nacht. Lily van Angeren kommt ins Konzentrationslager Ravensbrück. Nach der Evakuierung des Lagers kann sie auf dem anschließenden Todesmarsch der SS entkommen. Heute lebt Lily van Angeren in Holland.

Fr, 17. Mai · 18:25-19:08 · arte
Die Welt der Oliven, 5/5, Der Olivenbaum im Heiligen Land

„Die Welt der Oliven“ ist eine Reise rund ums Mittelmeer zu den Olivenhainen und Olivenbäumen, die für ihre Bewohner seit Jahrtausenden Teil ihrer Kultur sind. Oliven sind hier Lebensgrundlage und Grundnahrungsmittel. Die Reihe zeigt, wie die Olive diese Regionen prägt und verbindet und welche Bedeutung der Olivenbaum innehat. Der letzte Teil der Reihe führt ins Heilige Land. Bei den Menschen dieser an Konflikten reichen Region, seien sie Juden, Muslime oder Christen, gilt der Zweig des Olivenbaums als Symbol des Friedens. In den heiligen Schriften der drei großen monotheistischen Religionen – in der Bibel, dem Koran und der Thora – finden sich Belege für die große Bedeutung des Olivenbaums. An keinem Ort wird die Begegnung dieser drei Religionen so manifest wie in Jerusalem und seiner Umgebung. Aus diesem Grund führt die fünfteilige Dokumentationsreihe „Die Welt der Oliven“ zum Abschluss ins Heilige Land. Dort treffen die Filmemacher Menschen, die den drei genannten Glaubensrichtungen angehören. Sie zeigen dem Zuschauer, welchen Platz der Olivenbaum in ihrem Leben, in ihrer Religion und in ihrer Kultur hat. Die Reise beginnt an der Klagemauer, führt zum Felsendom und dem Garten Gethsemane. Weiter geht es ins nur acht Kilometer entfernte al-Walaja. Dort hat sich Salah, ein palästinensischer Muslim und Olivenbauer, zum Hüter eines ganz besonderen Olivenbaums erklärt. Dieser bereits 5.000 Jahre alte Olivenbaum ist in ernster Gefahr, denn er soll der „separation wall“, der Trennmauer zwischen israelischen und palästinensischen Wohngebieten, weichen. In Bethlehem lebt der christliche Araber und Zimmermann Johnny Handel, der für Touristen Andenken aus Olivenholz herstellt. Doch zurzeit bekommt er zunehmend die Konkurrenz billiger Waren aus Fernost zu spüren. Im Norden von Jerusalem öffnet Chezky Betzalel, ein israelischer Siedler in Talmon, die Tür zu seinem Haus und seinem Olivenhain. Und schließlich besuchen die Filmemacher den Olivenhain des christlichen Palästinensers Daoud und dessen Projekt „Tent of Nations“. Bei allen Unterschieden ist den Menschen, die die Filmemacher in der krisengeschüttelten Region besucht haben, die Liebe zum Olivenbaum gemeinsam. Im Heiligen Land kommt dem Olivenzweig als Symbol des Friedens eine besonders eindringliche Bedeutung zu.

Fr, 17. Mai · 20:15-23:13 · arte
Die Spione von Warschau (1/2) + (2/2)

Warschau, 1937: Französische und deutsche Geheimagenten liefern sich ein unsichtbares Gefecht auf dem Schlachtfeld der Spionage. Der neue Militärattaché an der französischen Botschaft, Jean-François Mercier, wird in eine Welt von Entführung, Verrat und Intrige in den diplomatischen Salons und Seitengassen der Stadt gezogen. Packender Spionagethriller von Coky Giedroyc, Regisseurin der Erfolgsserie „The Hour“. Diplomat Jean-François Mercier tritt seinen Posten in Warschau an der französischen Botschaft an. Abwechslung von den strengen militärischen Reglements und seiner repräsentativen Aufgabe als Stellvertreter Frankreichs in Polen verschaffen dem gutaussehenden Aristokraten, dessen militärische Orden an seine Vergangenheit als Kriegshelden im Ersten Weltkrieg erinnern, seine nächtlichen Spionage-Einsätze. Zusammen mit seinem Chauffeur Marek unternimmt er einen hochriskanten Streifzug über die Grenze auf das deutsche Gebiet, wobei seine Vermutung, einer bevorstehende Invasion der Deutschen in Polen, bestätigt wird. Um mehr über die Absichten der Nazis zu erfahren, braucht er einen deutschen Spion. Durch den Lockvogel Olga Musser, die sich als polnische Comtesse ausgibt, kann Mercier den deutschen Ingenieur Edward Uhl für Mercier als Informanten gewinnen. Uhl liefert Mercier Pläne, über die Aufrüstung der deutschen Panzereinheiten und den Hinweis, wo die Nazis ihre Panzer testen. Nach einer gefahrvollen Undercover-Reise in den Schwarzwald gibt es keinen Zweifel mehr: Deutschland plant einen Angriff auf Polen und vermutlich auch auf Frankreich über das belgische Ardennengebirge. Und Mercier ist in der Pflicht sein Vaterland Frankreich vor dieser Bedrohung zu warnen. Als die Gegenspionage der Nazis jedoch Uhl auf die Spur kommt, kann Mercier ihn zwar retten, aber für Olga kommt jede Hilfe zu spät. Auf einer Abendveranstaltung lernt Mercier Anna Skarbek kennen, die als Anwältin für den Völkerbund arbeitet. Die betörende Pariserin mit polnischen Wurzeln lebt mit Max Mostov, einem sowjetischen Journalisten, zusammen. Als Mercier Annas Charme erliegt und sich in sie verliebt, gefährdet die leidenschaftliche Affäre nicht nur Merciers Spionagearbeit, sondern auch das Leben Annas. Von dem jüdisch-russischen Ehepaar Rozen, das von den Sowjets verfolgt wird, erhält Mercier nützliche Informationen über einen potenziellen deutschen Überläufer in Berlin. Die Rozens werden von den Russen in Polen aufgespürt, und nur Mercier und Mareks Eingreifen verhilft ihnen Flucht. Er ist bereits auf dem Weg in die Tschechoslowakei, um den deutschen Überläufer zu treffen, da wird Mercier an Olgas Grab von den Deutschen in einen Hinterhalt gelockt …

Sa, 18. Mai · 18:00-18:30 · RBB Berlin
Berlin – Gelobte Stadt

Junge Juden an der Spree

So, 19. Mai · 02:05-03:27 · arte
Hip-Hop, The World Is Yours

Ein Roadmovie auf den Spuren des Hip-Hops, auf den Spuren einer Lebensform und Überlebensstrategie: Vom vereinigten Deutschland nach Frankreich, von Afrika bis nach Israel – der Dokumentarfilm begibt sich auf eine Reise in die Geschichte des Hip-Hops. Die New Yorker Bronx der 70er Jahre war die Wiege des Hip-Hops. Heute ist diese Musikrichtung weit mehr als nur ein lässiger Stil: Mit Breakdance und Graffiti hat der Hip-Hop die Straßen erobert und ist zur urbanen Jugendkultur geworden. Viele glauben, bereits alles über Hip-Hop zu wissen. Doch der Dokumentarfilm „Hip-Hop, The World Is Yours“ sprengt alle Klischees, die mit diesem Musikgenre verbunden sind, und öffnet den Blick auf die einende Kraft einer globalen Bewegung. Aus den USA nach Europa und dann in die ganze Welt importiert, entstand der Hip-Hop in den 60er und 70er Jahren in den großstädtischen Brennpunkten. Geprägt von sozialen Unruhen und Rassismus, Gewaltbereitschaft und Intoleranz sowie der erstarkenden Identität der Minderheiten. Auf packende Art vermittelt der Film eine optimistische Botschaft von Hoffnung und Versöhnung. Er demonstriert, wie die Musikgattung Hip-Hop ohne Tabus ganz unterschiedliche Menschen begeistert und im Protest zusammenführt: Berliner und Hamburger Rapper, Pariser Vorstadtkids, Juden aus Israel, Palästinensische Jugendliche und afrikanische Frauenrechtlerinnen. „Hip-Hop, The World Is Yours“ ist die mitreißende Chronik einer explosiven Revolte an der Schnittstelle zwischen Politik und Kunst.

So, 19. Mai · 17:35-18:27 · arte
Richard Wagner und die Juden

Richard Wagner war bekanntermaßen Antisemit und dennoch waren einige seiner eifrigsten Unterstützer Juden. Die Dokumentation von Hilan Warshaw zum 200. Geburtstag von Richard Wagner konzentriert sich auf die komplexen persönlichen Beziehungen Wagners zu jüdischen Künstlern und erzählt unter anderem die beeindruckenden Geschichten von Hermann Levi und Carl Tausig, die zu seinen engsten Mitarbeitern gehörten. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Deutschland, in der Schweiz und in Italien. Neben Opernausschnitten und Interviews mit Persönlichkeiten geht der Film der kontrovers diskutierten Frage nach, ob Wagners Werke heute auch in Israel aufgeführt werden können. Obwohl der deutsche Komponist Richard Wagner für seine antisemitische Haltung bekannt war, fanden sich unter seinen begeistertsten Anhängern auch einige Juden. Deren Geschichten erzählt Regisseur Hilan Warshaw nun in seiner Dokumentation, die als erste den Fokus auf die komplexen persönlichen Beziehungen zwischen Wagner und jüdischen Künstlern richtet. Die an Originalschauplätzen in Deutschland, Italien und der Schweiz gedrehte Dokumentation enthüllt dramatische, kaum bekannte Schicksale und stützt sich dabei auf Berichte zentraler Persönlichkeiten, Interviews, Auszüge aus Wagners Opern und unveröffentlichte Aufführungen musikalischer Werke von dessen jüdischen Kollegen. Zusätzlich zu ihrer historischen Perspektive geht die Dokumentation auch auf die noch heute andauernden Kontroversen über Wagner-Aufführungen in Israel ein, die durch die israelische Wagner-Gesellschaft und ihre unermüdlichen Versuche, in Tel Aviv ein Wagner-Konzert zu organisieren, ausgelöst wurden. Experten und bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens kommen zu Wort: die Dirigenten Zubin Mehta, Asher Fisch und Leon Botstein, der jüdische Politiker Yossi Beilin, der Vorsitzende der israelischen Wagner-Gesellschaft Jonathan Livny, der stellvertretende Vorsitzende des Center of Organization of Holocaust Survivors in Israel Uri Chanoch sowie einige führende Wissenschaftler.

So, 19. Mai · 23:30-01:20 · Das Erste (ARD)
Taking Woodstock – Der Beginn einer Legende

Das Woodstock-Festival, auf dem 1969 mehrere hunderttausend Menschen drei Tage friedlich feierten, gilt als Meilenstein der Popgeschichte. Mit spitzfindigem Humor schildert Regievirtuose Ang Lee das Megaereignis aus der Sicht eines jungen Mitveranstalters, der als Chaosbändiger inmitten des Ansturms von Hippies sein Coming Out erlebt. Der jüdische Einwanderersohn Elliot Teichberg (Demetri Martin) will eigentlich in New York Karriere als Dekorateur machen. Das vor der Zwangsversteigerung stehende Motel seiner kauzigen Eltern zwingt ihn jedoch im Sommer 1969 zur Rückkehr in sein Heimatdorf Bethel. In der Hoffnung, ein paar zahlende Besucher in das verschlafene Provinznest zu locken, organisiert er ein lokales Theaterfestival. Durch Zufall erfährt er, dass im Nachbarort Wallkill ein groß angekündigtes Open-Air-Konzert wegen Anwohnerprotesten untersagt wurde. Als Vorsitzender der lokalen Handelskammer besitzt Elliot eine selbst ausgestellte Lizenz zur Durchführung eines Kulturfestivals, die plötzlich Gold wert ist. So vermittelt er dem Woodstock-Veranstalter Michael Lang (Jonathan Groff) die Rinderweide seines verschuldeten Nachbarn Max Yasgur (Eugene Levy), nicht ahnend, welches Megaereignis er dadurch ermöglicht. Überfallartig zieht nicht nur ein Bataillon von Organisatoren, Technikern und schrillen Musikern in die aus allen Nähten platzende Gemeinde ein. Auf den Weg machen sich auch mehrere hunderttausend Musikfans und zugedröhnte Hippies, um ein einzigartiges Happening zu feiern. Selbst Elliots Eltern lassen sich von dieser Stimmung anstecken. Mit seiner grandiosen Komödie nach dem autobiografischen Roman von Elliot Tiber erzählt Oscar-Preisträger Ang Lee die Hintergrundgeschichte des legendären Woodstock-Festivals. Während das Bühnenspektakel nur am Rande erscheint, schildert der mit tausenden Statisten in Szene gesetzte Film den Culture Clash, den freigeistige junge Menschen in der konservativen Provinz auslösten. Die Hommage an Michael Wadleighs berühmte Woodstock-Konzertdokumentation zelebriert das Lebensgefühl der Hippie-Kultur, deren Selbstverständnis mit lakonischem Humor auf die Schippe genommen wird.

Mo, 20. Mai · 08:45-09:30 · SWR BW
Der Jesus Wanderweg – Dennis Wilms auf Spurensuche in Israel

Es gibt kaum ein spannenderes Land als Israel – und kaum jemanden, der unsere Kultur mehr geprägt hat als Jesus. Was war dieser Jesus eigentlich für ein Mensch? Und was findet man heute noch, wenn man sich auf Spurensuche macht in dem Land, in dem er gelebt und gewirkt hat? Dennis Wilms macht sich auf die Suche. Offen und neugierig. Deshalb fährt er nach Galiläa in Israel. Nazareth, der See Genezareth, Kapernaum, hier gibt es besonders viele geschichtsträchtige Orte. Die verbindet der Jesustrail – ein Wanderweg quer durch Galiläa – den Dennis Wilms geht. Wie war das Leben damals, in einer Zeit, in der es weder Autos, Handys noch GPS gab? Jesus und seine Nachfolger waren Tage, Monate lang zu Fuß unterwegs. Dennis beginnt in Nazareth, dem Ort, an dem Jesus aufgewachsen ist. Er geht an historische Orte, macht Selbstversuche, fragt nach. Humorvoll, tiefsinnig und informativ. Trifft Menschen mit spannenden Geschichten, Pilger, jüdische Familien, arabische Freunde und will herausfinden, wie jeder einzelne über Jesus und seine Wunder denkt und was diesen Fleck Erde so besonders macht. Die Landschaft? Die Menschen? Die biblischen Orte? Die bewegte Geschichte? Dennis Wilms ist unterwegs. Im Kopf und zu Fuß. Und nimmt den Zuschauer mit. 65 Kilometer, über matschige Wege, durch wunderschöne Landschaften mit fantastischen Aussichten aber auch auf steinigen Feldwegen mit Blasen an den Füßen.

Mo, 20. Mai · 14:00-14:30 · BR-alpha
Jaffa – die älteste Stadt am Mittelmeer

Jaffa ist die älteste Stadt am Mittelmeer. Die Legende sagt, Yephet, der Sohn Noahs habe sie gegründet – daher käme der Name. Hier bestieg schon der „unwillige“ Prophet Jona ein Schiff, um Gottes Anordnungen zu entkommen und landete doch nur im Bauch des Wals. Direkt von Jaffa ist der Andromeda-Felsen. Dort wurde Andromeda von dem Meeresgott Poseidon gefangen gehalten. Sie wartete darauf, geopfert zu werden, als ihr Geliebter Perseus mit den geflügelten Sandalen des Hermes herbeieilte und sie rettete. Der Hafen von Jaffa war Jahrtausende lang das Tor zum Nahen Osten. Es wurde vom ägyptischen Pharao Ramses II beherrscht, von Hasmonäern und Griechen, Kreuzfahrern und Sarazenen, Türken und Arabern und schließlich von Israelis. Auch Napoleon I. zog hier durch. Der Film zeigt das alte und das neue Jaffa, die historischen Bauten, die Synagogen, Kirchen und Moscheen, aber auch das Leben von heute: wie Juden, Christen und Muslime zusammenleben, wie gefeiert und gegessen wird, wie Geschäfte gemacht werden oder wie man es sich einfach nur am Strand von Jaffa gemütlich macht.

Mo, 20. Mai · 14:30-16:00 · BR-alpha
„Ich kam nach Palästina …“

In diesem Film erzählen acht Einwanderer, die infolge der nationalsozialistischen Herrschaft der Nationalsozialisten in Europa noch vor der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 nach Palästina eingewandert waren, von ihren Erinnerungen. Dabei betrachten sie die Geschichte, Gesellschaft und Politik des Staates Israel, die durch historisches und persönliches Film- und Fotomaterial illustriert wird, zum Teil auch kritisch.

Mo, 20. Mai · 16:00-16:45 · BR-alpha
In Erwartung des Messias – Israel und seine Siedler

Sie sind überzeugt von ihrem Auftrag: Das Land, das Gott den Juden verheißen hat, zu besiedeln und zu bebauen, um es auf die Ankunft des Messias vorzubereiten. Die Siedler im Westjordanland erscheinen regelmäßig in den Nachrichten und Kommentaren als eines der Haupthindernisse für den Frieden im Heiligen Land. Entstanden ist der harte Kern der Siedler aus der „Gush Emunim“-Bewegung der 60er und 70er Jahre (Gush Emunim – Der Block der Getreuen). In ihrer religiösen Überzeugung sind diese Gruppen immer radikaler, um nicht zu sagen extremistischer geworden. Die Jüngeren sehen sich häufig nicht mehr als Staatsbürger Israels. In ihren Augen ist Israel kein jüdischer Staat mehr, sondern ein Staat von „Israelis“, der nur noch den Interessen der Araber diene. Nur sich selbst sehen sie als echte Juden an, als die wahren Besitzer des Landes, und nicht einmal vom israelischen Obersten Gericht lassen sie sich dieses Recht nehmen. Der Film ist eine Gelegenheit, die Geschichte der Siedler und einige von ihnen kennenzulernen und sich ein Bild zu machen von ihren politischen wie religiösen Vorstellungen und Zielen.

Mo, 20. Mai · 17:15-18:00 · BR-alpha
Die hebräische Stadt – Einhundert Jahre Tel Aviv

Mit keiner anderen Stadt wird Tel Aviv so häufig verglichen wie mit New York. Tel Avis ist hektisch, aufregend, hässlich, schön, jung, kreativ, multikulturell, modisch, launisch, absurd, witzig und vor allem: Tel Aviv ist ein Wunder. Denn vor genau 100 Jahren gab es dort, wo die Stadt heute steht, fast nur Sanddünen – sonst nichts. Tel Aviv war ein Traum: Die erste Hebräische Stadt seit den Zeiten der Bibel, die erste Stadt, in der ausschließlich Juden leben. Frei und unabhängig – im Gegensatz zu den Ghettos. Tel Aviv ist die Anti-These zu Jerusalem: Tel Aviv ist keine Stadt, in der der Jahrtausende alte jüdische Glaube tonnenschwer auf jedem Stein liegt, keine Stadt mit einer wilden, bewegten Geschichte, sondern ein unbeschriebenes Blatt, ein neues Konzept, die Idee des „neuen Juden“. Ein Jude, der sich von der Vergangenheit der Verfolgung, der Unterdrückung, aber auch von der Enge der Religion entfernt hat, um ein neues Kapitel in der jüdischen Geschichte zu schreiben: das hebräische Kapitel. Mit Hebräisch als Sprache einer neuen Kultur, die sich auf die Zukunft und nicht mehr auf die Vergangenheit konzentriert, die hoffnungsfroh ins 20. und nun ins 21. Jahrhundert blickt und nicht mehr rückwärtsgewandt 3000 Jahre Geschichte immer wieder aufs Neue „durcharbeitet“. Tel Aviv als Schnittpunkt zwischen Okzident und Orient, als Sammelbecken für Menschen aus mehr als 120 Ländern, als Stadt ohne Geschichte, die sich ständig neu erfindet, sei es in der Architektur, in der Literatur, in der Musik, im Theater, sei es in sozialen Bereichen und vor allem in der Politik. Denn Tel Aviv will „Normalität“ schaffen, Normalität für Juden, die nicht mehr verfolgt werden, sich aber auch nicht mehr im Krieg befinden. Und so kommt es, dass Tel Aviv auch zum Zentrum des Widerstands gegen Besatzung und Siedlungspolitik, gegen Rechts, gegen Nationalismus und Orthodoxie geworden ist. Dieser Film erzählt die Geschichte der Stadt und ihrer Menschen, erzählt von den Jahren des Aufbruchs, der kulturellen Umbrüche und den politischen Verwerfungen. Filmautor Richard Chaim Schneider begleitet die jungen Kreativen, die diese Stadt zu einem einzigartigen Sammelpunkt neuer Ideen machen: Weit über 60 Prozent der Bewohner von Tel Aviv sind unter 40. Eine junge Stadt mit einer jungen Bevölkerung. Eine Stadt mit Zukunft, die jedoch ständig bedroht wird – aktuell von Auslöschungsdrohungen aus Teheran.

Mo, 20. Mai · 18:00-18:45 · BR-alpha
Mein neues Leben in Jerusalem – Eine Deutsche unter orthodox

Porträt der ins Judentum konvertierten Deutschen Elishewa, die in Jerusalem mit ihrem Mann, sieben Kindern und einer wachsenden Zahl von Enkelkindern seit 30 Jahren das abgeschottete, entbehrungsreiche und streng reglementierte Leben der ultraorthodoxen Juden führt. Elishewas Familie befolgt streng die Regeln der Thora, die durch zahllose detaillierte Gebote und Verbote den Alltags regeln. Kontakte zur säkularen Welt, Internet und Fernsehen sind unterbunden. Die Ultra-orthodoxen unterhalten eigene Medien, Bücher und ihr eigenes Bildungssystem. Der soziale Umgang schreibt weitgehende Geschlechtertrennung vor. Die Jungen und Männer verbringen in der Regel die Tage in der ganztägigen Thora-Schule und arbeiten nur im notwendigen Rahmen. Mädchen hingegen bekommen eine bessere Allgemeinbildung, denn sie müssen später für den Unterhalt der Familie arbeiten. Finanzielle Unterstützung leisten Sponsoren und die Gesellschaft.

Mo, 20. Mai · 19:00-19:30 · BR-alpha
Israels viertes Meer – Eine Reise rund um den See Genezareth

Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt. Schließlich wandelte schon Jesus über den See. Das Kamerateam begibt sich auf eine Reise um den See herum, um den Zuschauern Land und Leute in einer der schönsten Regionen des Heiligen Landes vorzustellen. Richard C. Schneider besucht das Benediktinerkloster Tabgha, eine christliche Pilgerstätte, die unmittelbar mit dem Wirken Jesu in Verbindung gebracht wird. Die Klosterkirche heißt „Brotvermehrungskirche“, da sie als Ort der „Speisung der Fünftausend“ gilt. In Tabgha leben seit 1939 Benediktinermönche. Mönche und deutsche Volontäre arbeiten gemeinsam in der Jugend- und Behindertenbegegnungsstätte Beit Noah, einem Teil des Komplexes aus Brotvermehrungskirche und Kloster.

Di, 21. Mai · 22:45-00:15 · BR
Wagner & Me

Bereits als Kind zog Richard Wagners Musik Stephen Fry in ihren Bann. Doch das Verhältnis des britischen Schauspielers, Entertainers und Komikers zu seinem Lieblingskomponisten war immer auch überschattet von Wagners Antisemitismus und der Instrumentalisierung seiner Musik durch die Nationalsozialisten. Fry, selbst jüdischer Abstammung, begibt sich in dem unterhaltsamen wie lehrreichen Dokumentarfilm von Patrick McGrady auf eine Reise in den „Kosmos Bayreuth“ und geht der ambivalenten Wirkung Wagners nach. Stephen Fry ist einer der beliebtesten Schauspieler, Entertainer und Komiker Großbritanniens. Und er ist seit frühester Jugend ein großer Fan der Musik Richard Wagners. Doch Fry ist auch jüdischer Abstammung und hat Verwandte im Holocaust verloren. Der Antisemitismus des Komponisten wie auch die Instrumentalisierung seiner Musik durch die Nationalsozialisten liegt vor diesem Hintergrund wie ein dunkler Schatten über Wagners einflussreichen Kompositionen und hat den Genuss seiner Musik für Fry stets problematisch gemacht. Grund genug für den Dokumentarfilmer Patrick McGrady, den kritischen Wagnerianer Fry auf einen lehrreichen Selbsterfahrungstrip nach Bayreuth zu begleiten, wo er seiner Leidenschaft für Wagners Musik nachgeht und die ambivalente Wirkungsgeschichte von Wagners Musiktheater und der Bayreuther Festspiele nachzeichnet. „Wagner & Me“ begleitet Stephen Fry nach Bayreuth und zu einem Blick hinter die Kulissen der Wagner-Festspiele 2009. Bei den Vorbereitungen der „Ring“-Inszenierung trifft der Schauspieler Walküren, Kostümschneiderinnen und Wagners Urenkelin Eva Wagner-Pasquier, die zusammen mit ihrer Halbschwester Katharina Wagner die Festspiele leitet. Er spricht mit Musikwissenschaftlern und Wagner-Forschern, besucht wichtige Orte im Leben des Komponisten ebenso wie das Richard-Wagner-Museum und das Grab des Komponisten im Bayreuther Hofgarten und zeichnet pointiert Leben und Wirken des Künstlers nach, der eine immense Bedeutung für die moderne Musik hatte. Immer wieder kommt Wagners offener Antisemitismus zur Sprache, der sich etwa in dessen Aufsatz „Das Judenthum in der Musik“ (1850/69) findet, ebenso die unheilvolle Nähe Bayreuths ab den 1920-Jahren zu Hitler und den Nationalsozialisten, für die insbesondere die Wagner-Schwiegertochter Winifred Wagner stand, die von 1930 bis 1944 als Leiterin der Festspiele fungierte. Dabei entsteht eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Annäherung an den Mythos Wagner und Bayreuth, die nicht zuletzt von dem trockenen Humor Frys lebt, der mit Enthusiasmus und Witz, Neugierde und Skepsis der Faszination Wagners nachgeht. Patrick McGradys Dokumentarfilm wurde 2010 in einer einstündigen Fassung in der BBC ausgestrahlt.

Mi, 22. Mai · 14:00-15:31 · arte
Kaddisch für einen Freund

Der junge Ali kommt mit seiner Familie neu in den Kiez Berlin-Kreuzberg. Als Flüchtlinge aus dem Libanon steht ihre Duldung in Deutschland auf der Kippe. Um bei den arabischen Jugendlichen Anschluss zu finden, lässt Ali sich auf eine Mutprobe ein, jedoch wird er erwischt und angezeigt. Für seine Familie kann das die Abschiebung bedeuten. Es bleibt Ali also nichts anderes übrig, als zu versuchen, sich mit seinem „Feind“ gutzustellen. Dieser ist ein alter, russisch-jüdischer Kriegsveteran, der es dem jungen Araber nicht gerade leicht macht … In Leo Khasins Regiedebüt stellen sich zwei Migranten gegen gesellschaftliche Konventionen und lernen „die Kunst der Versöhnung“. Aufgewachsen in einem palästinensischen Flüchtlingslager hat der 14-jährige Ali Messalam von klein auf gelernt, „die Juden“ zu hassen. Nach der gemeinsamen Flucht mit seiner Familie aus dem Libanon lebt er bereits seit vier Jahren in Berlin Kreuzberg. Die Duldung steht zwar noch auf wackeligen Beinen, dennoch darf die Familie vorerst das Asylheim verlassen und eine eigene Wohnung am Mehringplatz beziehen. Hier sucht Ali Anschluss bei den arabischen Jugendlichen im Kiez. Doch dafür muss er erst einmal beweisen, was er drauf hat. Als Mutprobe soll er in die Wohnung seines jüdisch-russischen Nachbarn Alexander einbrechen. Die gewaltbereiten Jugendlichen folgen Ali und verwüsten im Exzess die Wohnung des alten Mannes. Doch nur Ali wird von dem vorzeitig zurückkehrenden Alexander erkannt und bei der Polizei angezeigt. Ali droht nun ein Strafverfahren und der Familie die Abschiebung aus Deutschland. Die einfühlsame Mutter schafft es, bei Alexander ein gutes Wort für ihren Sohn einzulegen: Unter der Bedingung, dass Ali ihm bei der Renovierung seiner Wohnung hilft, will Alexander die Anzeige zurückziehen. Widerspenstig willigt der Junge ein und muss von nun an seine Freizeit bei Alexander verbringen. Anfänglich gehen die beiden Migranten unterschiedlicher Generationen und Kulturkreise noch feindselig miteinander um. Doch nach und nach bricht das Eis und die beiden entwickeln Respekt füreinander. Als Alexander nach der Renovierung der Wohnung sein Versprechen einhalten und die Anzeige gegen Ali zurückziehen will, erweist sich dies jedoch als schwieriger als erwartet – die vorsichtige Freundschaft der beiden wird auf eine harte Probe gestellt.

Mi, 22. Mai · 22:00-23:35 · SWR BW
Nicht alle waren Mörder

März 1943. Als ihre Nachbarn von der SS zur Deportation abgeholt werden, entschließt sich die Jüdin Anna Degen, mit ihrem elfjährigen Sohn Michael in Berlin unterzutauchen. Zwei Jahre verbringen sie im Untergrund, bei Menschen, die sie kaum kennen. Immer auf der Flucht vor Verrat, Entdeckung und dem sichereren Tod. Es ist die Verfilmung der Erinnerungen des Schauspielers Michael Degen. Hochkarätig besetzt mit Nadja Uhl, Axel Prahl, Richy Müller, Hannelore Elsner und Dagmar Manzel. Berlin Frühjahr 1943. Die nationalsozialistische Führung erlässt den Befehl, alle noch in Deutschland lebenden Juden zu verhaften und zu deportieren. Als die SS eines Morgens die jüdischen Bürger ihres Hauses abholt, reißen die Jüdin Anna Degen und ihr Sohn Michael die Sterne von ihren Kleidern und verlassen im letzten Moment die Wohnung. Es beginnt ein Leben in ständiger Angst vor Entdeckung und Verrat. Lona Furkert, eine Freundin der Familie, bringt die beiden zu Ludmilla Dimitrieff, einer wohlhabenden russischen Emigrantin mit guten Beziehungen zu Nazigrößen. Bedingung neben der Bezahlung für das Versteck: Wenn Ludmilla ihre Hauskonzerte gibt, dürfen Mutter und Sohn nicht gesehen werden. So erleben die beiden während eines Konzerts unter Todesangst einen Luftangriff, bei dem Ludmillas Wohnung in Brand gerät. Sie müssen fliehen. Lonas Bekannter Karl Hotze, als Kommunist ein entschiedener Gegner der Nazis, verschafft ihnen Unterschlupf bei den Teubers. Deren unbestrittenes Oberhaupt ist Oma Teuber, die für ihre drei Töchter eine Art Privatpuff organisiert und geschäftstüchtig ihre Sofas an Anna und Michael vermietet. Doch als Anna eines Tages auf der Straße von Gestapoleuten angehalten wird und sich rausreden kann, sind sie wieder gezwungen, das Quartier zu wechseln. Karl Hotze nimmt die beiden bei sich im Vorort Kaulsdorf auf, wo er mit seiner Frau Käthe und der Schwägerin Martchen lebt. Beim Spielen im Wald lernt Michael Rolf Redlich kennen, der mit seinem Vater in der Nähe wohnt. Rolf und Michael werden enge Freunde. Eines Nachts steht plötzlich die Gestapo im Haus und verhaftet Karl und Käthe Hotze. Anna und Michael retten sich mit einem verzweifelten Sprung aus dem Fenster. Nun sind sie ganz ohne Bleibe. In dieser verzweifelten Situation kommen sie bei Michaels Freund Rolf und seinem Vater unter. Der mürrische und verschlossene Vater scheint sich sogar zu freuen, endlich wieder eine Frau im Haus zu haben. Doch dann tritt Rolf im Wald auf eine Granate und verblutet, während Michael den schwer verletzten Freund nach Hause bringt. Mutter und Sohn kommen wieder bei Martchen unter, bis 1945 die Russen einmarschieren.

So, 26. Mai · 09:15-10:15 · 3sat
Unterwegs zu Richard Wagner

Was hat der Komponist Richard Wagner mit Religion zu schaffen? Viel – seine Opern und Schriften zeigen seine Ambivalenz gegenüber dem Christentum, seine Begeisterung für den Buddhismus und seine Verachtung des Judentums. Mit der Oper „Parsifal“ entwirft er sogar eine neue Religion. Richard Wagner war nicht nur geografisch ein Rastloser. Auch spirituell war er ein Leben lang auf der Suche. Dabei interessierte ihn – bedingt durch seine Begeisterung für Schopenhauers Philosophie – besonders der Buddhismus. Die Dokumentation „Unterwegs zu Richard Wagner“ begibt sich auf Spurensuche nach Dresden, Zürich, Luzern und Tel Aviv, um mehr zu erfahren über Richard Wagners Religionskritik, seine musikalische Umsetzung religiöser Themen, über seinen Antisemitismus und das Wagner-Aufführungsverbot in Israel.

So, 26. Mai · 13:30-13.55 · kika
Schau in meine Welt! Bar Mitzwa in Jerusalem

Omer ist 13 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Nes Ziona, einer kleinen Stadt in Israel. 13! Ein ganz wichtiges Alter für einen Israeli denn genau mit 13 Jahren feiert ein Junge in Israel seine Bar Mitzwa und das ist vor der Hochzeit das wichtigste Ereignis im Leben eines Juden. Omers Bar Mitzwa findet direkt an der Klagemauer in Jerusalem statt. Die Bar Mitzwa hat den Sinn, einen Jungen im Judentum zum Mann zu machen.

Di, 28. Mai · 22:45-00:15 · RBB Berlin
Max Raabe in Israel

Im Herbst 2010 starteten Max Raabe und das Palast Orchester als krönenden Abschluss ihrer Konzerttournee nach Israel. Insgesamt vier Konzerte gab das Ensemble mit seinem Programm „Heute Nacht oder nie“ in Tel Aviv, Haifa und Jerusalem. Einerseits spielten sie vor einem jungen Publikum, das die deutschen Lieder von damals erstmals live hörte – andererseits vor einer Zuhörerschaft, die sich an diese Musik erinnerte und sie in Kinder- oder Jugendtagen in Deutschland gehört hatte. Fast alle Textdichter waren jüdischer Herkunft, viele von ihnen wurden von den Nazis ermordet, einigen wenigen gelang die Flucht über Österreich und Frankreich in die USA. In den Liedern und Schlagern dieser Künstler verdichtet sich das Lebensgefühl einer Zeit. Max Raabes Kunst besteht darin, Denken und Fühlen in seiner ganzen Vielschichtigkeit zum Klingen zu bringen: Zwischen Melancholie und Ironie, Rebellion und Resignation, Elegie und Komik liegt oft nur ein halber Takt oder ein einziges Wort. Bei ihm klingen die 80 Jahre alten Lieder nicht nostalgisch und fern, sondern ganz nah und modern. Für Max Raabe und sein seit rund 25 Jahren bestehendes Palastorchester waren die Auftritte in Israel eine Premiere. Dass diese Tournee mit deutschen Liedern aus den 20er Jahren ein Politikum war, machte für die Musiker einerseits den Reiz aus, war Herausforderung, Geschenk und Chance. Andererseits war man sich der menschlichen und auch politischen Dimension, die ein Auftritt mit gerade diesem Repertoire in Israel und vor einem israelisch-jüdischen Publikum hatte, voll und ganz bewusst. Der Film zeigt, wie Max Raabe in Israel empfangen wurde und welches Echo er auf sein Konzertprogramm bekommen hat. Die Dokumentation erzählt die Geschichten von Konzertbesuchern, die aus Deutschland geflohen sind, vertrieben wurden und nicht mehr bereit waren, sich ihrer ursprünglichen Heimat anzunähern. Erst die Lieder aus den 20er Jahren, aus der Zeit ihrer Kindheit und Jugend machten es ihnen möglich, sich wieder mit diesem Abschnitt ihrer Biografie zu befassen, der über Jahrzehnte hinweg nur mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden war. So kam es zu Begegnungen, die für beide Seiten zutiefst bewegend waren. Neben Max Raabe selbst und einigen ausgewählten Musikern des Orchesters stehen einzelne jüdische Besucher der Konzerte im Mittelpunkt des Films: Alte Menschen, die die von Max Raabe interpretierten Lieder aus ihrem früheren Leben kannten und im Rahmen der Konzerte zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder live gehört haben. Menschen, deren Liebe für die Musik der 20er Jahre den Krieg überlebt hat, bei denen die alten Schellack-Platten bis zum heutigen Tag aufgelegt werden und eine Brücke in eine lang vergangene Zeit schlagen. Aber auch ein junger Hörer, dessen Familiengeschichte eng mit der Musik der 20er Jahre verbunden ist und der durch Max Raabes Musik ein anderes Deutschland für sich entdeckt: Ein Deutschland, das jenseits des Landes existiert, das in den Köpfen der Großeltern und Eltern nur für Leid und Schrecken stand.

Mi, 29. Mai · 01:35-03:15 · Das Erste (ARD)
Couchgeflüster – Die erste therapeutische Liebeskomödie

Die 37-jährige, frisch geschiedene New Yorkerin Rafi verliebt sich wider Willen in einen 14 Jahre jüngeren Mann, dessen Charme, Witz und Unerfahrenheit sie dahinschmelzen lassen. Wegen des Altersunterschiedes hat Rafi doch einige Skrupel, die sie gegenüber ihrer Therapeutin Lisa ausgiebig thematisiert. Lisa versucht, die Bedenken ihrer Patientin zu zerstreuen, und ermuntert sie zum Sex mit dem jungen Mann. Die fügsame Patientin nimmt sich diesen Rat zu Herzen – doch als Lisa aus Rafis euphorischen Berichten über das ausgiebige Liebesleben plötzlich heraushört, dass es sich bei dem jungen Liebhaber um ihren eigenen Sohn David handelt, hat die Therapeutin ein Problem.

Do, 30. Mai · 00:20-01:55 · Das Erste (ARD)
Ein Leben für ein Leben – Adam Hundesohn

Um im KZ zu überleben, muss der gefeierte Berliner Clown Adam Stein für den sadistischen Lagerkommandanten Klein einen Hund spielen. So entgeht Adam der Tötungsmaschinerie, doch das entwürdigende Erlebnis hält ihn 20 Jahre später noch im Würgegriff. Gemeinsam mit anderen Überlebenden des Holocausts versucht er, in einem israelischen Spezialsanatorium mit der Vergangenheit fertig zu werden. An die Befreiung von seinen inneren Dämonen glaubt Adam nicht – bis ein zwölfjähriger Junge eingeliefert wird, der sich für einen Hund hält. Die Psychiater sind ratlos, doch Adam kann sich dem Jungen auf seine Art annähern. Für beide beginnt eine schmerzliche Rückkehr ins Leben. In nie gesehener Radikalität erzählt „Mishima“-Regisseur Paul Schrader die Geschichte eines jüdischen Clowns, der den Gaskammern entkommt, dafür aber zeitlebens von qualvollen Erinnerungen heimgesucht wird. Das verstörend-surreale Drama ist glänzend besetzt mit Jeff Goldblum, Willem Dafoe, Joachim Król, Moritz Bleibtreu und Veronica Ferres. Adam Stein (Jeff Goldblum), vor dem Krieg ein begnadeter Berliner Clown und Varieteekünstler, wird ins Konzentrationslager deportiert. Hier trifft er auf den zynischen Lagerkommandanten Klein (Willem Dafoe), einen „Bewunderer“ seiner Kunst. Zu Kleins Zerstreuung muss Adam dessen Schäferhund mimen und im Zwinger leben. Er erträgt jede Demütigung, in der Hoffnung, seine Familie vor der Gaskammer zu retten. Aber Klein kennt keine Gnade. Adam überlebt, wird von Schuldgefühlen gepeinigt und hat selbst Jahrzehnte später sein Trauma nicht überwunden. Als die Pensionswirtin Ruth Edelson (Juliane Köhler) wegen seines gewalttätigen Verhaltens wieder einmal die Polizei rufen muss, wird Adam in eine abgeschiedene Nervenklinik eingeliefert. Das Shoa-Sanatorium ist ein Museum der Qualen, in dem psychisch zerrüttete Holocaust-Überlebende die unvorstellbare Pein der Nazi-Herrschaft in einer Endlos-Zeitschleife wieder und wieder durchleben. Adam ist hier der einzige Lichtblick. Mit seinen furiosen Kaspereien rüttelt er Patienten und Personal gleichermaßen auf. Dank seines Einfühlungsvermögens als Komiker entwickelt er eine Methode, um die Insassen von ihrer „Überlebensschuld“ zu befreien. Sich selbst kann er jedoch nicht helfen. Nachdem eines Tages ein winselndes Kind eingeliefert wird, das sich unter dem Bett versteckt, „erschnüffelt“ Adam einen Seelenverwandten: Es ist ein Junge (Tudor Rapiteanu), der sich für einen Hund hält. Bellend und auf allen Vieren nähert Adam sich dem Kind, macht sich zu dessen „Alphatier“. Dank dieser Konfrontation findet der Junge ins menschliche Leben zurück. Auch Adam kann sich endlich den Dämonen seiner Vergangenheit stellen. Paul Schraders kongeniale Adaption des israelischen Romans von Yoram Kaniuk zählt zu den ungewöhnlichsten Holocaust-Filmen überhaupt. In seinem surreal angehauchten Opfer-Psychogramm lässt Schrader – durchbrochen von Schwarz-Weiß-Rückblenden – Tragik und grotesken Humor, Erotik und abgrundtiefe Verzweiflung aufeinanderprallen. Hollywoodstar Jeff Goldblum, der als todtrauriger Clown zwischen Selbsthass und Erlösungssehnsucht schwankt, ist in seiner bislang eindrucksvollsten Rolle zu sehen. Der dämonische KZ-Kommandant Klein wird von Willem Dafoe verkörpert, des Weiteren spielen die deutschen Stars Moritz Bleibtreu, Joachim Król, Juliane Köhler und Veronica Ferres.

Fr, 31. Mai · 04:00-04:43 · arte
Der Fall Ivan Demjanjuk – NS-Verbrechen vor Gericht

Am Montag, den 30. November 2009 beginnt vor dem Münchner Schwurgericht der vielleicht letzte große NS-Prozess in der Bundesrepublik. Angeklagt ist der in der Ukraine geborene Ivan Demjanjuk. Er ist mittlerweile 89 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, als Wachmann in dem von der SS geführten Vernichtungslager Sobibor Beihilfe zum Mord an 27 900 Menschen geleistet zu haben. Die Angehörigen der Opfer erhoffen sich von dem Prozess Gerechtigkeit und Klarheit über das, was dort in den Jahren 1942/43 geschah. Der Film folgt den Spuren des Ivan Demjanjuk von seiner ukrainischen Heimat über das Kriegsgefangenenlager in Chelm bis zum Lager Trawniki, in dem er mutmaßlich zum SS-Helfer ausgebildet wurde. Thomas Blatt, einer der wenigen Sobibor-Überlebenden, erzählt, was in dem Vernichtungslager wirklich geschah und welche Aufgaben die ukrainischen Wachmänner, die so genannten Trawniki, dort erfüllten. Der Film zeigt, wie Ivan Demjanjuk nach dem Krieg in die USA ging wo er zunächst ein ruhiges, bürgerliches Leben führte, dann aber vom amerikanischen OSI (Office of Special Investigations) verdächtigt wurde „Ivan der Schreckliche“ zu sein, ein sadistischer Aufseher, der im Vernichtungslager Treblinka Häftlinge brutal misshandelt und eigenhändig ermordet haben soll. Er wurde nach Israel ausgeliefert und in einem aufsehenerregenden Prozess zum Tod durch den Strang verurteilt. Aber das Oberste Gericht in Israel hob das Urteil auf, nachdem Recherchen ergeben hatten , dass nicht Ivan Demjanjuk, sondern ein anderer „Ivan der Schreckliche“ ist. Demjanjuk kehrte in die USA zurück, obwohl aufgrund seines SS-Ausweises bereits bekannt war, dass er in Sobibor Dienst getan hat. Aber jetzt fand er hier keine Ruhe mehr. 2001 strengte das OSI einen neuen Prozess an, diesmal in den USA. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Demjanjuk in verschiedenen Lagern Dienst getan hatte, darunter auch in Sobibor. Daraufhin wurde ihm die US-Staatsbürgerschaft aberkannt. Im März 2009 erließ die Staatsanwaltschaft München aufgrund von Ermittlungen der „Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ Haftbefehl gegen Ivan Demjanjuk. Sie ist überzeugt, dass der gebürtige Ukrainer in Sobibor von den Deutschen als SS-Wachmann eingesetzt und an der Vernichtung Tausender Juden beteiligt war. Nun soll er sich dafür vor Gericht verantworten. Bei dem Prozess in München geht es aber nicht nur um Schuld oder Unschuld des Angeklagten Ivan Demjanjuk, es geht auch um die Glaubwürdigkeit der deutschen Justiz bei der Verfolgung von NS-Verbrechen. Deutsche SS-Männer mit einem vergleichbaren Rang wie Demjanjuk, die in Sobibor oder in anderen Vernichtungslagern Dienst taten, wurden von westdeutschen Gerichten nur dann verurteilt, wenn ihnen konkrete Mordtaten oder die Teilnahme an Exzessen nachgewiesen werden konnten. Sonst wurden sie freigesprochen. Im Fall des Ivan Demjanjuk ist die Beweislage dünn, das räumen sogar die Ermittler der Zentralen Stelle ein. Der SS-Ausweis Demjanjuks und Verlegungslisten sind die einzigen Beweise und die zeigen nur, dass Demjanjuk 1943 in Sobibor war, nicht, dass er dort eigenhändig getötet hat. Der Niederländer Christiaan F. Rüter, einer der profiliertesten Kenner der juristischen Aufarbeitung von NS-Verbrechen in Deutschland, hält eine Verurteilung Demjanjuks deshalb für sehr unwahrscheinlich…