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Mehr Fernsehtipps für den April

Vom 16. bis 30. April 2013…

Di, 16. Apr · 08:45-10:00 · WDR
Hart aber fair

Der Nazi-Prozess – sitzt Deutschland mit auf der Anklagebank?

Di, 16. Apr · 09:40-11:15 · arte
„Töte zuerst!“ – Der israelische Geheimdienst Schin Bet

Zu den Aufgaben des israelischen Inlandsnachrichtendienstes Schin Bet zählen Terrorismusbekämpfung, Spionageabwehr und Aufklärung staatsfeindlicher Aktivitäten. Seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 untersteht Schin Bet auch die gesamte nachrichtendienstliche Tätigkeit in den besetzten Gebieten (Westjordanland und Gazastreifen). Erstmals äußern sich in diesem Film Führungskader von Schin Bet, der generell unter größter Geheimhaltung agiert. Im nationalen Diskurs Israels spielen die Sicherheitskräfte gewöhnlich eine überdimensionierte Rolle. Zwei dieser Organe – Armee und Mossad – umgibt eine geradezu legendäre Aura. Nach dem Sechs-Tage-Krieg wurde jedoch das für die innere Sicherheit zuständige Organ Schin Bet zur zentralen Größe in den Diskussionen der israelischen Entscheidungsträger. Seit die israelischen Truppen 1967 einen triumphalen Sieg über die Nachbarländer davontrugen, überwacht der Nachrichtendienst eine zahlreiche, feindlich gesinnte Bevölkerung in den von Israel besetzten Gebieten. Es ist die Aufgabe von Schin Bet, diese Bevölkerung in friedlichen Zeiten wie in Unruheperioden unter Kontrolle zu halten. „Töte zuerst!“ erzählt die Geschichte dieses vielleicht aktivsten, zweifelsohne aber geheimsten Organs der israelischen Sicherheitskräfte aus der Perspektive seiner leitenden Kader, die das Vertrauen der politischen Eliten des Landes mehr als alle anderen genießen. In einer Reihe von Interviews berichten sechs hochrangige Schin-Bet-Offiziere ohne Umschweife über bedeutende Ereignisse in ihrer Amtszeit. Dabei sprechen sie auch über den moralischen Zwiespalt, in dem sie sich aufgrund von Folter und Terror, Verhaftungen und Ermordungen befanden. Möglicherweise haben sie den Bürgern, die sie zu schützen geschworen hatten, durch ihr Handeln mehr Sicherheit gebracht. Aber ist Israel dadurch auch dem Frieden näher gekommen? Im Stil des Dokumentarfilms „The Fog of War“ von Errol Morris werden ihre Ausführungen mit schockierenden Archivbildern und 3D-Animationen unterlegt, die auf Fotos der geschilderten Ereignisse basieren. Sie veranschaulichen die Hintergründe des moralischen Dilemmas und konfrontieren den Zuschauer mit der Frage, ob er oder seine Regierung in der gleichen Lage hätten anders handeln können. Vor dem Hintergrund der zentralen Rolle, die Israel beim weltweiten Kampf gegen den Terror spielt, geben die Bekenntnisse dieser „Gatekeeper“ zu denken und zwingen den Zuschauer sich zu fragen, mit welchen Mitteln dieser Kampf geführt werden soll, ob im Gazastreifen oder in Guantánamo, in Palästina oder Pakistan. Wie ein moralisches Gleichnis zeigen die Schilderungen der Schin-Bet-Offiziere, was passiert, wenn ein Volk oder eine Nation versucht, Gewalt mit Gewalt zu begegnen.

Di, 16. Apr · 21:00-21:45 · PHOENIX
Die Nazi-Morde

Kreuz und quer durch die Bundesrepublik Deutschland fuhren sie von Mord zu Mord, von Raub zu Raub. Niemand in der Bevölkerung verstand, wer da eine Blutspur hinterließ, zehn menschenverachtende Morde, Sprengstoffanschläge, Raube. Die Enthüllungen über die Taten der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) haben die Republik verändert. Die NDR Dokumentation ’45 Min – Die Nazi Morde‘ geht der Frage nach: Warum hat niemand erkannt, wer hinter der Mordserie stand? Für die Angehörigen der Opfer geht es angesichts des bevorstehenden Prozesses auch darum, wie die Gesellschaft mit Rechtsextremismus umgeht. So fragen sich die Geschwister Simsek, deren Vater das erste der zehn Mordopfer war, bis heute, warum niemand ihre Vermutungen, ihr Vater sei Opfer von Rechtsextremisten geworden, hat hören wollen. ‚Man hat zu uns gesagt, nein, nein. Wenn es Neonazis gewesen wären aus der rechten Szene, hätten die ein Bekennerzeichen hinterlassen‘, erinnert sich Semiya Simsek an die Antwort der Ermittler. Sie meint, es waren doch neun Opfer mit Migrationshintergrund, das sei doch eine Botschaft. Geheimdienste und Polizei versagten in einer Form, wie es bis dahin in Deutschland undenkbar war. Doch auch diejenigen, denen man für gewöhnlich zutraut, die Gefahr des Terrors von rechts im Blick zu haben, Rechtsextremismus Experten, kritische Medien und Linksaktivisten, haben versagt. Auch sie haben der Theorie der Ermittler, nach der die Mordserie im organisierten Verbrechen stattfand, nicht ernsthaft infrage gestellt. Dabei gab es Mahner. Doch ihre Stimmen gingen unter. Opfer und Hinterbliebene kommen ebenso wie verantwortliche Politiker zu Wort. Journalisten schildern eindrucksvoll ihr Erschüttern über die eigene Staatsgläubigkeit. Der Film blickt auch auf die Zivilgesellschaft in Deutschland und fragt: Was hat der Nationalsozialistische Untergrund mit uns zu tun? Was lernen wir aus den Morden an unseren Mitbürgern? Aktuelle, neue Dokumente veranschaulichen die Radikalisierung der Zelle und ihren mörderischen Plan, exklusives Bildmaterial erlaubt bisher unbekannte Einblicke in das Leben ‚der Terroristen von nebenan‘.

Di, 16. Apr · 23:15-00:45 · WDR
New York, I love you

New York ist ein Schmelztiegel einzigartiger Menschen aus aller Herren Länder. Die Liebe geht dort ihre eigenen Wege: Während zwei ausgebuffte Taschendiebe um die Gunst einer schönen Brünetten buhlen, debattiert die toughe Diamantenhändlerin Rifka mit einem indischen Juwelier über ihre jüdische Hochzeit. Eine unerwartete Liebeserklärung bewahrt unterdessen den Literaturmuffel David vor der quälenden Lektüre von 1.000 Seiten Dostojewski, die sein Auftraggeber ihm als Inspiration zur Überwindung seiner Schaffenskrise verordnete. An der nächsten Straßenecke erlebt der selbstverliebte Verbalerotiker eine ganz andere Überraschung. Routiniert versucht er, eine Frau mit Worten auszuziehen, und wird mit einer einzigen Erwiderung düpiert. Seltsame Wege geht die Liebe, wie auch der junge High-School-Absolvent bemerken muss: Die Rollstuhlfahrerin, die er zum Abschlussball ausführt, hält eine Überraschung für ihn parat. Und wie es sich anfühlt, wenn man fast das ganze Leben miteinander verbracht hat, in guten wie in schlechten Zeiten, zeigt am versöhnlichen Ende das zankende Pärchen Abe und Mitzie.

Mi, 17. Apr · 00:05-01:40 · MDR
Klemperer – Ein Leben in Deutschland (3 + 4/13)

(3/13) Also bleibe ich Deutschland ist gleichgeschaltet. An den Universitäten werden die Hochschullehrer auf Adolf Hitler vereidigt. Auch Victor Klemperer leistet den Eid auf den Führer. Er hat keine Wahl, wenn er sein Amt behalten will. Dennoch ist Klemperer störrisch wie eh und je. Als „deutscher Nationalist“ hat er für den Zionismus, Hoffnung und Zuflucht vieler Juden, nur Hohn und Spott übrig. Diese Einstellung gerät selbst durch den Selbstmord des emeritierten Kollegen Abendroth nur vorübergehend ins Wanken. Klemperer arbeitet weiter so gut es geht. Er schreibt, doch kein Verlag will ihn mehr drucken. Das Geld wird knapp. Ein Besuch von Agnes Dember, die über ihr Leben in der Türkei berichtet, bestärkt Klemperer in seiner Absicht, trotz allem in Deutschland zu bleiben. Intellektuellen Austausch findet er bei Natscheff, einem bulgarischen Zeitungskorrespondenten, der in seiner Wohnung eine Leihbücherei unterhält. Unterhaltungen mit Natscheff, Fahrten mit dem Auto und Sonjas kleiner Sohn Benno sind es, die für Abwechslung im Klemperschen Haushalt sorgen. Sonja, deren Vater Straßenbahner und alter Sozialdemokrat ist, lädt die Klemperers zu einem Fest der Dresdener Straßenbahner ein. Als es zu einer ebenso mutigen wie sinnlosen Kundgebung der verbotenen SPD kommt, bereitet die SS der Feier ein brutales Ende. Müller, mittlerweile SS-Hauptscharführer, steht mit seinen Leuten und der Polizei schon am Ausgang bereit. Dank Evas Entschlossenheit entkommen die Klemperers und Sonjas Familie ungeschoren der Razzia. Doch schon folgt der nächste, lang erwartete Schlag: Victor Klemperer wird von seinem Amt „entpflichtet“. Die Hochschule entlässt ihn von heute auf morgen. * (4/13) Liebe, Liebe über alles Lore Libeskind ist bis über beide Ohren in den Volksschullehrer Eberhard Klingler verliebt. Seit der Verkündung der Nürnberger Gesetze „zum Schutze des deutschen Blutes“ 1935 gilt das als „rassenschänderische“ Beziehung, die unter Strafe steht. Schlimmer noch: Lore erwartet ein Kind von Eberhard. Sie vertraut sich den Klemperers an, und Eva handelt, ohne zu zögern. Sie und Victor begutachten Eberhard Klingler und kommen schnell zu dem Schluß, dass Eberhard ein vertrauenswürdiger junger Mann ist, der Lore von ganzem Herzen liebt. Doch zunächst einmal müssen Lores Eltern behutsam ins Bild gesetzt werden. Die Klemperers greifen zu einer List. Auf einem gemeinsamen Ausflug nach Heidenau stellen sie Eberhard der Familie Libeskind als alten Bekannten vor. Dort, im Johanniter-Krankenhaus, soll der Geburtstag von Dr. Annemarie Euler gefeiert werden. Angesichts der blutjungen schwangeren BDM-Mädchen, denen Annemarie in Heidenau Unterschlupf gewährt, wird auch Lores „Zustand“ für alle Beteiligten offensichtlich. Die Libeskinds fügen sich zögernd in ein Schicksal, das sie nicht mehr ändern können. Sie alle fürchten die ungewisse Zukunft, die auf Lore und Eberhard wartet. Angst vor der Zukunft hat auch Fräulein Sonja. Zumal Feller keine Minute verliert, um ihr mitzuteilen, dass sie nach den neuen Gesetzen nicht mehr in einem jüdischen Haushalt arbeiten darf. Schweren Herzens schreibt Sonja den Klemperers einen Abschiedsbrief. Doch schließlich siegen Bennos Heimweh und Sonjas schlechtes Gewissen über die Gesetzestreue.

Mi, 17. Apr · 14:15-15:00 · PHOENIX
Der Zschäpe Prozess

Wer ist Beate Zschäpe und was hat sie mit den Morden, Bombenanschlägen und Banküberfällen zu tun, die ihren beiden rechtsextremen Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zugeschrieben werden? Das sind die Kernfragen des anstehenden Prozesses gegen die einzige Überlebende des mutmaßlichen Terror-Trios, der am 17. April im München beginnt. Was kann die Verhandlung gegen Beate Zschäpe zur Aufklärung der Terrorserie und zur Versöhnung mit den Opfern und Hinterbliebenen beitragen? Diesen Ansätzen spürt der Film nach. Bekannte, Freunde und Weggefährten aus der Zeit der Radikalisierung Zschäpes und ihrer Freunde erhellen in Interviews die Fragen nach Ideologie, Persönlichkeit und Gruppendynamik in der Zeit bis zum Abtauchen. Videomaterial vermittelt Einblicke in das Lebensgefühl der späteren Rechts-Terroristen. Ermittler aus Polizei und Verfassungsschutz, die mit der Aufklärung der Straftaten des Trios, aber auch mit Gefährdungsanalysen vor und nach dem Untertauchen, mit der Fahndung nach ihnen und der Aufklärung ihres Umfeldes befasst waren, liefern Einblicke in Strategie und Fähigkeiten der Behörden und geben Hinweise auf einen ungeheuerlichen Verdacht: Sollten die Drei abtauchen können und mehr noch, sollten sie absichtlich nicht gefunden werden? Diese Dokumentation zeigt die Möglichkeiten und Grenzen des Verfahrens, fragt nach den Motiven der Angeklagten und den Beweisen der Anklage und leuchtet so die Herausforderungen aus, mit denen die Beteiligten im größten Prozess der deutschen Rechtsgeschichte konfrontiert sein werden. Vor allem aber stellt er die Frage nach Recht und Gerechtigkeit. Welche Anhaltspunkte gibt es dafür, dass Beate Zschäpe die mörderische Ideologie ihrer Freunde teilte? Wann und wie wurde sie zur Rechtsradikalen? Welche Einflüsse rassistischer und neonazistischer Gruppen gab es und welche Rolle spielte die Stimmung in den neuen Ländern kurz nach dem Untergang der DDR? Wann und durch wen wurde der „Nationalsozialistische Untergrund“ gegründet und mit welchem Ziel? Welche Beweise hat die Staatsanwaltschaft dafür und welche Rolle spielten Unterstützer, Geheimdienst und Polizei beim Untertauchen der Gruppe? Welche Aufgabe hatte Beate Zschäpe für die Gruppe in der Zeit nach dem Untertauchen? Wusste sie von den Morden und verstanden sie sich wirklich, wie es die Anklage behauptet, als ein „einheitliches Tötungskommando“? Können all diese Fragen überhaupt beantwortet werden? Die Dokumentation fragt aber auch, ob und wie der Prozess den Hoffnungen und Bedürfnissen der Hinterbliebenen und Opfer gerecht werden kann. Sie treten in dem Prozess als Nebenkläger auf und wünschen sich an erster Stelle Aufklärung. „Ich habe meinen Kindern versprochen, dass ich alles dafür tun werde, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Sie sollen wissen, warum ihr Vater sterben musste.“ Das sagt Yvonne Boulgarides. Sie ist die Witwe des siebten Mordopfers der Terrorserie. Offene Fragen gibt es zuhauf und die meisten werden in dem Prozess keine Rolle spielen. Denn das Verfahren hat nicht den Anspruch, den NSU-Komplex in Gänze aufzuklären. Es ist ein Strafprozess, der der rechtlichen Verantwortung von Beate Zschäpe und vier ihrer Mitangeklagten für die Taten des selbsternannten „Nationalsozialistischen Untergrundes“ nachspüren und sie gegebenenfalls zur Rechenschaft ziehen soll. Da geht es um Recht und nicht um vollständige Aufklärung und somit auch nicht automatisch um Gerechtigkeit.

Mi, 17. Apr · 20:45-21:45 · MDR
Propaganda, Hass, Mord – Die Geschichte des rechten Terrors in Europa

Die Dokumentation rekonstruiert die Entwicklung des rechten Terrorismus in Europa, die vor mehr als 40 Jahren begann. Italienische Neofaschisten waren die Ersten, die mörderische Anschläge verübten, um einen politischen Linksruck der jungen Republik zu verhindern und die Rückkehr zu einem autoritären Regime zu erzwingen. Die ersten Bomben explodierten bereits Ende der 1960er-Jahre. Grausamer Höhepunkt: Der Anschlag auf den Bahnhof von Bologna 1980, der 85 Tote und über 100 Schwerverletzte forderte. In der Bundesrepublik studierten alte und junge Nazis zunächst die Methoden des Linksterrorismus, um davon zu profitieren. Die RAF zog durch ihre spektakulären Gewalttaten die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, was rechte Terroristen nutzten, um die junge Demokratie fast unbemerkt ins Visier zu nehmen. Ihre Attentate dienten einem klaren Ziel: Der Wiedererrichtung eines neuen Dritten Reiches! Ort des grauenvollsten Anschlags von Neonazis: Das Oktoberfest in München 1980. 13 Menschen starben, 200 wurden schwer verletzt. In Frankreich organisierten sich Neonazis in der FANE, der „Fédération d’action nationale européenne“, die skrupellos einem antisemitischen Feindbild folgte. Zahlreiche Anschläge auf Juden verbreiteten Angst und Schrecken. In Belgien formierte sich der „Vlaamse Militanten Orde“ (VMO) als Kampforganisation gegen die parlamentarische Demokratie. Seine paramilitärischen Gruppen pflegten intensive Kontakte zu Wehrsportgruppen in der Bundesrepublik und in Italien. Auch wenn sich deutsche Neonazis bemühten, Strukturen einer rechten Internationale zu schaffen, blieb der Erfolg in den 1980er-Jahren noch aus. Dann fiel 1989 die Mauer und mit ihr der Eiserne Vorhang in Europa. Neonazis aus Ost- und Westdeutschland vereinigten sich. Ihre Vision, eine rechte Allianz in Europa zu schaffen, schien nun greifbar. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wurden zum Kitt einer beginnenden Kooperation. Denn mit dem Wegfall der Grenzen wurde die Migration zu einem alltäglichen Merkmal. Für Rechtsradikale und Neonazis Anlass, der Integration von Ausländern militanten Nationalismus und die rassistische Idee eines „Europas der weißen Vaterländer“ entgegenzusetzen. Sie propagierten die Gefahr der multikulturellen Überfremdung. Ab 1993 bildeten sich funktionierende Netzwerke rechtsradikalen Organisationen aus Frankreich, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Schweden, Dänemark, Österreich und Deutschland. Eine Welle der Gewalt gegen Ausländer setzte ein. In Deutschland verbrannten Asylanten in ihren Unterkünften, in Schweden wurden Ausländer, in Österreich Roma und Sinti getötet. Als Mitte der 1990er-Jahre in Deutschland zahlreiche neonazistische Vereine verboten wurden, reagierte die rechtsradikale Szene mit einer neuen Strategie. Sie löste feste Strukturen auf, bildete lose Kameradschaften, um spontan handeln und nicht mehr verfolgt werden zu können. Die Konsequenz: Täter von Übergriffen und Terroranschlägen zu ermitteln, fällt immer schwerer. Bekennerschreiben gibt es nicht mehr. Da die Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden inzwischen verstärkt auf die Gefahren des islamistischer Terrorismus gerichtet ist, sehen Rechtsterroristen die große Chance, fast unbeobachtet massiv aufzurüsten und die konspirativen Untergrund-Strukturen weiter zu entwickeln. Denn für den Tag X wollen sie europaweit schlagkräftig vorbereitet sein.

Mi, 17. Apr · 21:00-21:30 · PHOENIX
Ich lass mich nicht vertreiben

Zuerst die Morddrohung an der Hauswand, dann Hetze im Internet, schließlich der Anschlag gegen sein Haus. Jörg ist Zielscheibe von Neonazis in einem kleinen Ort, weil er rechten Umtrieben nicht tatenlos zusieht. Jörg dreht auch selbst mit einer kleinen Kamera und dokumentiert beispielsweise Anschläge auf sich und seine Familie. 37 Grad begleitet Jörg und seine Lebensgefährtin über acht Monate hinweg. Der Film zeigt, wie mühsam ihr Engagement gegen Rechts ist und wie viel Mut es bedarf, standzuhalten und nicht zu gehen.Drehbericht des 37 Grad-Autors Klaus Balzer: Wenn es bei Dreharbeiten um Neonazis geht, weiß man nicht, worauf man sich einlässt. Um es gleich vorweg zu sagen: Es kam zu keiner Konfrontation mit Rechtsradikalen. Wir haben es auch nicht darauf angelegt, unser Kernthema war ein anderes, doch wie gesagt: Man weiß nie. Für unseren Film ist die Tatsache, dass es zu keiner Konfrontation kam, gleichermaßen gut wie schlecht. Schlecht, weil wütende, glatzköpfige Neonazis, brüllende Gegendemonstranten und ein massives Polizeiaufgebot natürlich spektakuläre Bilder ergeben. Gut ist es, weil es mir darauf ankam, genau diese stets mitschwingende, latente Gefahr zu erspüren, mit der Menschen leben, die sich gegen Rechtsradikalismus engagieren. Als ich unsere Protagonisten Jörg und Petra kennen lernte, war es schon längere Zeit ruhig in Zossen. Ein führender Neonazi war in erster Instanz zu mehr als drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, ein anderer saß schon hinter Gittern. Jörg und Petra waren entspannt, erzählten von den vergangenen drei Jahren, in denen es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen mit der rechtsradikalen Szene gekommen war. Das Paar hat das alles sorgfältig dokumentiert, gefilmt und archiviert. Das brachte uns auf die Idee, ihnen eine kleine Kamera zu geben, mit der sie die Zeiten, in denen wir nicht bei ihnen in Zossen sein konnten, ebenfalls dokumentierten ? als eine Art Video-Tagebuch. Diese Entscheidung war Gold wert. Hinschauen, wo andere wegsehenZossen ist eine kleine Stadt mit knapp 18.000 Einwohnern, in der nahezu jeder jeden kennt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich Fronten bilden. Dass dies allerdings auch den Kampf gegen Neonazis betrifft, hat mich überrascht. Es geht ja nicht um eine alltägliche politische Auseinandersetzung, in der kontroverse Debatten üblich sind. Doch Zossen scheint gespalten: Hier diejenigen, die sich engagieren, auf der anderen Seite die, die dieses Engagement zumindest beargwöhnen. Nicht, weil es selbst Nazis sind, sondern weil die Sorge besteht, Zossen könnte in der Außendarstellung in ein schlechtes Licht gerückt werden, wenn man das Problem deutlich benennt. Dies betrifft vor allem die Auseinandersetzung zwischen der Bürgermeisterin und der Initiative Zossen zeigt Gesicht, deren Sprecher Jörg Wanke ist. Zwischen beiden herrscht Funkstille. Wir haben den Eindruck, dass hier einer wie Jörg Warnke zum Buhmann gemacht wird, weil er hinschaut, wo andere lieber wegsehen. Die Gespräche mit Jörg und Petra machten mir vor allem eines deutlich: Es ist nicht nur die direkte Konfrontation mit Rechtsradikalen, die mir großen Respekt abfordert. Sondern vor allem der Alltag von Menschen, die nicht nachlassen, auch dann nicht, wenn gerade keine akute Gefahr besteht.

Do, 18. Apr · 00:45-01:15 · ZDF
Die Nazi-Braut

Der „Nationalsozialistische Untergrund“ – eine Zelle aus Rechtsterroristen – ermordet unerkannt zehn Jahre lang Einwanderer durch gezielte Todesschüsse und heimtückische Nagelbomben. Als die Terrorgruppe von der Polizei gestellt wird, nehmen sich zwei der drei Mitglieder das Leben. Beate Zschäpe hat überlebt – und schweigt bislang. Laut Generalbundesanwalt ist ihre Rolle im Terrortrio nicht zu unterschätzen. Wer war Beate Zschäpe wirklich?

Do, 18. Apr · 03:40-04:31 · arte
Kafka – Der letzte Prozess

Kafka scheute das Veröffentlichen seiner Werke und wollte seine handschriftlichen Manuskripte komplett verbrennen lassen. Doch der Freund und Schriftsteller Max Brod setzte sich über Kafkas letzen Willen hinweg, ließ sie drucken und schuf damit ein weltweites Phänomen. Kafkas Nachlass gelangte von Prag nach Tel Aviv, lagerte in diversen Safes, wurde vererbt, verschenkt und versteigert. Der Regisseur Sagi Bornstein geht der Sache nach. Das Ergebnis ist eine verdrehte, bizarre Kriminalgeschichte voller Ironie und Absurdität. Kafkas letzter Wunsch an den Freund und Schriftsteller Max Brod lautete, alle Werke – also Bücher, Zeichnungen, Briefe – ungelesen zu verbrennen. Max Brod widersetze sich, und eigentlich sollte die Welt ihm dafür ewig dankbar sein. Max Brod hat einige der bedeutendsten Werke der Literatur des 20. Jahrhunderts gerettet und Kafka die Anerkennung als einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren und als globale Kulturikone verschafft. Trotzdem: Franz Kafka würde sich wohl im Grab umdrehen, wenn er wüsste, was derzeit mit seinem Nachlass passiert. Oder aber er würde daraus einen Roman schreiben – kafkaesk genug wäre die Geschichte. In einem Koffer aus Prag vor den Nazis nach Israel gerettet, verstaubt in einer heruntergekommenen Wohnung in Tel Aviv, bewacht von Dutzenden Katzen und einer exzentrischen Frau – das ist das Schicksal der handschriftlichen Manuskripte und Dokumente von Franz Kafka. Dazwischen wurde sein Werk mehrfach verschenkt, vererbt, teilweise versteigert und in verschiedensten Safes deponiert. Die hitzige Debatte um Kafkas Nachlass, bei der es um Millionen Euros geht und die zu politischem Gerangel zwischen Israel und Deutschland führte, ist verworren. Komponisten, Biografen, Rechtsanwälte, Experten, Erben, Autoren und Forscher wollen wissen, wo Kafkas Erbe versteckt ist, wem es gehört und wer es zuerst lesen darf. Im Oktober 2012 verfügte ein Gericht in Tel Aviv, dass der Nachlass an die israelische Nationalbibliothek gehen soll. Damit entschied die Richterin auch gegen die Ansprüche des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Das ist das vorerst letzte Kapitel dieser Geschichte.

Mi, 17. Apr · 22:00-22:45 · BR
BAYERN MACHT GESCHICHTE, 1/2, Kriegsende 1945

Am 16. März 1945 unmittelbar vor Kriegsende trifft die Bürger von Würzburg ein Angriff der britischen Bomberflotte. Innerhalb kürzester Zeit wird die bisher noch intakte Altstadt in Schutt und Asche gelegt. 5.000 Menschen kommen in dieser Nacht ums Leben. Seit 1942 schon wird das sogenannte „Moral Bombing“ betrieben, das Flächenbombardement ziviler Ziele, um die Bevölkerung zu demoralisieren und damit den Gegner empfindlich zu schwächen. Zwei Wochen nach dem Angriff auf Würzburg erreichen die alliierten Bodentruppen an Tauber und Main erstmals bayerisches Gebiet. Der Weg der amerikanischen Verbände führt quer durch Franken. Sie wollen den Rückzug der deutschen Truppen in die Alpen verhindern. In einer regelrechten Materialschlacht kämpfen sich die US-Einheiten Stadt für Stadt und Dorf für Dorf voran. Die Dokumentation folgt den vorrückenden Amerikanern auf ihrem Weg nach Süden. Von der Bombennacht in Würzburg über den Kampf um Nürnberg bis hin zur Einnahme des Obersalzbergs bei Berchtesgaden; in einzelnen Episoden werden Schlüsselereignisse, Tragödien und Missverständnisse der letzten Kriegswochen in Bayern gezeigt. Dafür wurde umfangreiches Filmmaterial ausgewertet, das die Kameramänner des United States Army Signal Corps täglich für die amerikanische Wochenschau drehten. Meist sachlich und in Form einer dokumentarischen Berichterstattung erfährt man in diesem Material viel über den Ablauf der Offensive aus amerikanischer Perspektive. Symbolträchtige Ereignisse wurden gefilmt und emotional inszeniert. Beispiele im Film sind die Siegerparade auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, die Beerdigung von 160 KZ-Häftlingen in Neunburg vorm Wald oder die Vereinnahmung von Hitlers Berghof als Touristenziel für GIs. Und doch sind auch diese Bilder unschätzbare Dokumente – Dokumente allerdings, bei denen die Grenze zwischen Wirklichkeit und Inszenierung verschwimmt.

Do, 18. Apr · 14:05-15:41 · arte
Der jüdische Kardinal

Aaron Jean-Marie Lustiger war eine wandelnde Provokation. Mit 14 Jahren entschied er, sich katholisch taufen zu lassen, wurde später Priester, dann Erzbischof von Paris, Kardinal und einer der wichtigsten Berater Papsts Johannes Pauls II.. Er war ein bedeutender Akteur der jüdisch-christlichen Beziehungen, vor allem bei der Affäre um die Gründung eines Klosters in Auschwitz. Aaron Jean-Marie Lustiger wurde gerade zu seiner großen Überraschung mitgeteilt, dass der Papst ihn zum Bischof von Orléans ernennt. Lustiger, auch „Lulu“ genannt, ist kein konventioneller Geistlicher. Mit 14 Jahren, im Jahr 1940, ließ er sich gegen den Willen seiner Eltern katholisch taufen. Er verhält sich unkonventionell, er raucht viel und fährt ein Moped, seine Predigten sind energisch und modern. Als eine katholische Zeitung seine „jüdische Herkunft“ betont, wehrt er sich vehement und provoziert einen Skandal, als er behauptet, er habe mit der Konvertierung zum Katholizismus dem Judentum keinesfalls abgeschworen. Gegenüber dem Journalisten sagt er, er sei „eine lebende Provokation, die viele dazu zwingt, das Wesen Christi zu ergründen.“ Sein Vater Charles, der von Polen nach Frankreich geflohen ist und dessen Frau im Jahr 1943 in Auschwitz ermordet worden war, akzeptiert die Entscheidung seines Sohnes nicht, das Angebot eines Papstes anzunehmen, der ausgerechnet auch noch Pole sei. Als Jean-Marie Lustiger den Papst trifft, ist er beeindruckt von seiner Persönlichkeit, seinen Ideen und seinem Humor. Die beiden Gottesmänner begegnen sich in einer ähnlichen Sicht der Welt und der Kirche. Da Johannes Paul II. Bewegung in die französische Kirche bringen will, hatte er Lustiger zum Bischof von Orléans ernannt. Bereits nach einem Jahr wird er zum Erzbischof von Paris und später auch zum Kardinal und Berater des Papstes ernannt. Aufgrund seiner jüdischen Wurzeln setzt sich Aaron Jean-Marie als Erzbischof besonders mit der Beziehung von Kirche und Juden auseinander. Vor allem nach dem Tod seines Vaters und einem Besuch in Auschwitz, gerät Lustiger in eine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen seiner doppelten Identität. Als 50 Jahre nach dem Holocaust ein Kloster im sogenannten „Theater“ von Auschwitz – einem Gebäude, das im kirchlichen Besitz war und das mit seiner Rückseite an die Umgebungsmauer des Lagers grenzt – eingerichtet wird, erregt dies gewaltigen Protest und Empörung. Lustiger muss Stellung beziehen, teilweise auch gegen den Papst …

Do, 18. Apr · 17:15-17:45 · BR-alpha
alpha-Campus AUDITORIUM

Jüdisches Leben um 1900, Dozent: Prof. Dr. Michael Brenner

Fr, 19. Apr · 00:45-01:30 · ZDF
Überlebt – Warschau und das Erbe des Ghettos

70 Jahre nach dem Ghettoaufstand und dessen Niederschlagung erinnert in Warschau auf den ersten Blick wenig an das, was sich hier ereignet hat. Ein Denkmal für die Ghettohelden, ein Denkmal am legendären Umschlagplatz: Viel mehr Zeugnisse für das Verbrechen an den Warschauer Juden gibt es nicht. Und bis heute ringt Polen um sein jüdisches Erbe: Die Rolle der Polen bei der Vernichtung allen jüdischen Lebens ist bis heute eines der dunkelsten Kapitel im Geschichtsbuch der neuen, polnischen Demokratie, und es harrt der Aufklärung. Zwar wird Ende 2013 in Warschau ein riesiges Museum für die Geschichte der polnischen Juden eröffnet, doch noch immer ringt das Land mit sich, was dort überhaupt ausgestellt werden soll. Und welchen Blick auf die Geschichte das Haus den Besuchern zeigen soll. Im Zentrum der Dokumentation „Überlebt – Warschau und das Erbe des Ghettos“ stehen drei Frauen aus drei Generationen, drei Warschauerinnen, die ihren Weg mit dem schweren Erbe der Stadt gehen – aufrecht und selbstbewusst. Krystyna Budnicka ist vor 80 Jahren als Jüdin in Warschau geboren. Wo ihr Elternhaus einmal stand, das weiß sie nicht mehr. Die Straße von damals gibt es nicht mehr, nichts erinnert mehr daran, dass Krystyna hier einmal mit ihrer Familie gelebt hat, mit Eltern, sechs Brüdern und einer Schwester. Sie alle waren im Warschauer Ghetto, zwei Brüder wurden schon vor dem Aufstand von den Deutschen in Treblinka ermordet. Die restliche Familie starb auf der Flucht durch die Warschauer Kanalisation. Krystyna hat als Einzige überlebt, von vielen Familienmitgliedern weiß sie bis heute nicht, wer sie ermordet hat. Die Deutschen, oder vielleicht auch Polen? Krystyna wurde nach der Flucht von katholischen Nonnen aufgenommen, bis zum Abitur hat sie in einem Waisenhaus gelebt. Sie ist zum Katholizismus konvertiert und konnte so auch die nächste Antisemitismuswelle im kommunistischen Polen 1968 überstehen. In Warschau sei ihr Platz auf der Welt, sagt Krystyna. Und: dass katholisch sein und jüdisch sich für sie nicht ausschließt. Bis heute übrigens lebt sie in einem Plattenbau dort, wo einmal das Warschauer Ghetto war. Golda Tencer kämpft für das jüdische Leben in Warschau. An einem Häuserblock, der noch aussieht wie zu Zeiten des Ghettos, hat sie Bilder angebracht. Gesichter von Juden, die an das Leid erinnern sollen, das ihnen hier zugefügt wurde. Golda hat ein Theater gegründet, das einzige jüdische Theater Warschaus. Und sie hat eine Ausstellung organisiert: über die Gesichter der Warschauer Juden. Sie ist die Vorsitzende der Shalom Foundation, einer Stiftung, die das jüdische Leben zurückholen will. Golda ist nach dem Krieg geboren, doch sie hat den polnischen Antisemitismus im Kommunismus erlebt. Antonina Samecka fragt sich, was es überhaupt heißt, heute in Warschau Jüdin zu sein. Antonina ist 30 Jahre alt und macht Mode. RISK heißt ihr Label: Inspiriert wurde sie dazu von ihrer jüdischen Großmutter. Als Antonina nämlich eines Tages aus Israel mit einem großen Davidstern um den Hals zurückkam, flippte die aus, weil es gefährlich sei, in Polen so etwas zu tragen. Deshalb macht Antonina heute Mode mit jüdischen Symbolen und flotten Sprüchen. Warschau sei ein sehr besonderer Ort für junge Juden, sagt sie. Weil hier heute alles Jüdische trendy sei und weil ihre Kollektionen weggehen wie warme Semmeln. Sie sei Atheistin, sagt Antonina und weiß selbst nicht, warum das Jüdische in ihrem Leben und dem ihrer jüdischen Freunde so wichtig ist. Neben diese Biografien stellt der Film die Geschichte der Juden in Warschau. Ausgehend von den Erzählungen der drei Frauen, ihren Erinnerungen, ihren Traditionen und ihren eigenen Vorstellungen vom jüdischen Leben in Warschau taucht der Zuschauer in die Vergangenheit ein, die bis heute unbewältigt den polnischen Diskurs um die eigene Opfer- oder Schuldrolle überlagert.

Fr, 19. Apr · 17:15-17:45 · PHOENIX
ZDF-History: Die Kinder des Ghettos

Mit dem Mut der Verzweiflung erhoben sich am 19. April 1943 jüdische Frauen und Männer im Warschauer Ghetto gegen ihre deutschen Peiniger. Monatelang hatten sie hilflos mit ansehen müssen, wie ihre Verwandten und Freunde nach und nach in die Vernichtungslager deportiert worden waren. Keinen Tag länger wollten sie sich wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen, lieber wollten die nur unzureichend bewaffneten Aufständischen im Kampf sterben. Fast vier Wochen dauerte es, bis die SS den Aufstand endgültig niederschlagen konnte. Nur wenige Juden überlebten das Massaker, wie die zehnjährige Krystyna Budnicka, die sich monatelang in einem unterirdischen Bunker versteckte. Anlässlich des 70. Jahrestages rekonstruiert ZDF-History die dramatischen Ereignisse vom April 1943 und beleuchtet das Schicksal der Menschen im Warschauer Ghetto. Tagebücher und Erinnerungen Überlebender, unter ihnen der Nobelpreisträger Marcel Reich-Ranicki, bezeugen eindrucksvoll die Ängste und Hoffnungen der Menschen als Antwort auf Verfolgung, Erniedrigung und völlige Entrechtung.

Sa, 20. Apr · 23:25-01:05 · MDR
Two Lovers

Das große Los in der Liebe hat Leonard nicht gezogen. Kurz vor der Hochzeit ist ihm die Braut davongelaufen, worauf der depressive Mittdreißiger einige Selbstmordversuche verübte und seither wieder bei den Eltern lebt. Das behütete Dasein in dieser jüdischen New Yorker Mittelschicht erweist sich für den Gelegenheitsfotografen als tristes Gefängnis. Die überbesorgte Mutter beobachtet ihn auf Schritt und Tritt, sein Vater sieht in ihm nur den kommenden Geschäftsführer seiner kleinen chemischen Reinigung. Ihm zuliebe lässt Leonard sich auf die attraktive, aber etwas biedere Sandra ein, die Tochter eines Geschäftsfreundes der Eltern. Ausgerechnet jetzt läuft ihm die neue Nachbarin Michelle über den Weg und die ist ein ganz anderes Kaliber. Die ebenso unkomplizierte wie attraktive Blondine verdreht ihm sofort den Kopf, zum ersten Mal seit langem sieht Leonard die Welt wieder in hellem Glanz. Das Problem ist nur: Die drogenabhängige Sekretärin empfindet für ihn nur geschwisterliche Gefühle. Immer wieder weint sie sich an seiner Schulter aus, denn sie steckt in einer unglücklichen Beziehung mit dem verheirateten Anwalt Ronald. Der unterhält sie zwar als Geliebte, lässt sie aber in schwierigen Situationen regelmäßig im Stich. Irgendwann hat Michelle davon genug und erwägt die Trennung. Leonard macht sich große Hoffnungen.

So, 21. Apr · 02:15-03:00 · PHOENIX
Plötzlich war ich Jüdin – Das unglaubliche Leben der Inge Deutschkron

Als Zehnjährige wird Inge Deutschkron, Jahrgang 1922, in Berlin mit dem Rassenwahn der Nazis konfrontiert, in den folgenden 12 Jahren lebt sie in ständiger Angst vor Übergriffen und Verhaftung. Während der Vater nach England emigrieren kann, warten Inge und ihre Mutter vergeblich auf eine Möglichkeit nachzureisen. Als die Verfolgung der Juden immer brutaler wird, tauchen sie unter, wechseln immer wieder das Versteck, um dem Zugriff der Gestapo zu entgehen. Es sind politische Freunde oder einfach nur mitfühlende Menschen, die ihnen Unterschlupf bieten – „stille Helden“ wird sie Inge Deutschkron später voller Dankbarkeit nennen. „Stille Helden“ retten ihr das Leben Inge und ihrer Mutter gelingt es tatsächlich, Verfolgung und Krieg in Berlin zu überleben. Nach Kriegsende arbeitet Inge Deutschkron zunächst im Ostsektor Berlins, eckt dort aber bei der sowjetischen Besatzungsmacht an. 1946 geht sie nach London, 1955 kommt sie nach Bonn und berichtet über ihre Erlebnisse in Zeitungen und Hörfunk – es ist der Beginn einer Karriere als Journalistin, die sie als Deutschland-Korrespondentin der israelischen Zeitung „Ma’ariv“ fortsetzt. Im Bonn der Adenauer-Ära wird sie als Jüdin immer wieder mit der Verdrängung der Vergangenheit, aber auch mit den Überbleibseln nazistischen Gedankenguts in der Bevölkerung, aber auch in den hohen und höchsten Positionen der jungen Bundesrepublik konfrontiert. Kampf gegen das Vergessen Bis heute sieht Inge Deutschkron ihr Überleben im Krieg als Verpflichtung an, dafür zu kämpfen, dass die Erinnerung an den Holocaust, aber auch an die „stillen Helden“ des „anderen“ Deutschland lebendig bleibt. Ein Anliegen, das sie heute besonders Kindern und Jugendlichen vermitteln will. Und das gelingt ihr auch jetzt noch mit ihren lebendigen Schilderungen, den persönlichen Erinnerungen und nicht zuletzt ihrem Berliner Witz, den ihr – zum großen Glück – niemand austreiben konnte.

So, 21. Apr · 13:15-13:30 · 3sat
Gräber für die Ewigkeit – Jüdische Bestattungsrituale

Jüdische Trauer- und Beerdigungsrituale schreiben vor, dass ein Begräbnis so schnell wie möglich durchzuführen ist. Strenggläubige bitten darum, dass vom Moment ihres Todes bis zum Begräbnis nicht mehr als eine Stunde vergeht. Im Judentum sind Gräber unantastbar und angelegt für die Ewigkeit. Eine Folge sind riesige Friedhöfe, auf denen sich kaum einer mehr zurechtfindet. Online und per SMS kann man die gesuchten Gräber abrufen. In Israel ist eine Grabstelle grundsätzlich kostenlos. Wer allerdings an einem speziellen Ort begraben werden möchte, muss zahlen. Am teuersten ist es am Ölberg in Jerusalem. Es heißt, ein Platz dort koste um die 10.000 Euro.

So, 21. Apr · 23:40-01:05 · MDR
Geheimsache Ghettofilm

62 Minuten Archivmaterial: Unbetitelt, unvertont, nur teilweise geschnitten. Eine außergewöhnliche historische Quelle. Alles, was an Filmbildern aus dem Warschauer Ghetto überliefert ist. Bei näherem Betrachten sind es verstörende Bilder: das nackte Elend verhungernder Bettler neben auffallend wohlgekleideten Männern und Frauen im Restaurant oder beim Tangotanzen. Bittere Armut neben vermeintlichem Wohlstand, sich gegenseitig scheinbar ignorierend. Jahrzehntelang wurden diese Ghettobilder, bzw. wenige immer gleiche Ausschnitte daraus von Dokumentaristen und Museen in der ganzen Welt als authentisches Archivmaterial verstanden und verwendet. Erstmals wird nun das Material im Ganzen betrachtet. Bild für Bild, Einstellung für Einstellung, unter besonderer Beachtung gerade der herausgeschnittenen Szenen im Rohmaterial. Und erstmals fragt Regisseurin Yael Hersonski auch nach den Auftraggebern dieser Filmaufnahmen. Wer hat diese Bilder gedreht? Unter welchen Umständen? Und mit welcher Aussageabsicht? Spiegeln die Bilder das wirkliche Leben wider? Anhand eindrucksvoller Schilderungen Überlebender, detailreicher Tagebuchaufzeichnungen aus dem Ghetto sowie eines protokollierten Interviews mit einem der Kameramänner Mitte der 1970er-Jahre entsteht in diesem herausragenden Dokumentarfilm plötzlich ein ganz anderes Bild von der „Authentizität“ der Ghettofilme. Es stellt sich heraus, dass deutsche Propagandafilmer nur wenige Wochen vor der großen Deportation im Frühjahr 1942 gezielt ins Ghetto geschickt wurden, um Szene für Szene jüdischen Lebens für die Nachwelt zu inszenieren. Regieanweisungen für Todgeweihte. Und plötzlich sehen wir die Bilder mit anderen Augen. Lernen, genau hinzuschauen. Erkennen auf mehreren Einstellungen die Kameraleute bei der Arbeit, hören, wie die „Protagonisten“ des Films perfide gezwungen wurden, so und nicht anders zu agieren. Und beginnen, unsere eigenen Vorstellungen und unseren Umgang mit Archivmaterial zu hinterfragen.

Mo, 22. Apr · 01:10-03:30 · Das Erste (ARD)
Der Pianist

Warschau, 1939: Mit dem Einmarsch der Deutschen beginnt auch für den berühmten polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman die Zeit der Angst und des Leidens. Zusammen mit seiner Familie und etwa 380.000 Mitgliedern der jüdischen Gemeinde wird der sensible Musiker ins Ghetto gepfercht. Mit viel Glück entkommt Szpilman der Deportation in die Gaskammer, doch dies ist nicht das Ende seines Leidenswegs. Hungernd irrt er durch das entvölkerte Warschau, dem Tode nahe. Ausgerechnet ein deutscher Offizier rettet Szpilmans Leben. Basierend auf der Autobiografie des im Jahr 2000 verstorbenen Pianisten Wladyslaw Szpilman, erzählt Roman Polanskis mehrfach preisgekröntes Meisterwerk auf ergreifende Weise und mit bisher nicht gekannter Authentizität von den Zuständen im Warschauer Ghetto, in dem sich am 19. April 1943 die gefangenen Juden gegen die nationalsozialistische Besatzungsmacht erhoben. Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody) zählt Ende der 30er Jahre zu den bekanntesten polnischen Pianisten. Er arbeitet beim Rundfunk und lebt mit seiner Familie in Warschau. Wie viele polnische Juden vermag Szpilman sich nicht auszumalen, welches Leid ihm 1939 durch den Einmarsch der deutschen Truppen bevorsteht. Beinahe scherzhaft streitet er mit seiner Familie noch darüber, ob man das Geld vor den Deutschen in der Violine oder lieber im Tischbein verstecken soll. Auch nach der Zwangsumsiedelung ins Ghetto, die in einer Mischung aus kühlem Verwaltungsakt und blankem Terror vonstattengeht, verliert der verträumte Pianist nicht die Hoffnung. Er arbeitet als Klavierspieler in einem schäbigen Café, um seine Familie, der Hab und Gut genommen wurde, notdürftig über Wasser zu halten. Tagtäglich wird er Zeuge unerträglicher Demütigung und Brutalität. Im Haus gegenüber stürzen die Nazis einen alten Mann samt Rollstuhl vom Balkon, einem Kind, das sich durch ein Mauerloch zu retten versucht, wird von einem deutschen Soldaten das Rückgrat zertrümmert. 1942 beginnt der Abtransport aller Juden ins Konzentrationslager. Nur weil ein jüdischer Polizist ihn auf dem Bahnsteig aus der Masse der Todgeweihten zerrt, entgeht Szpilman der Deportation in die Gaskammer. Er versteckt sich in leer stehenden Wohnungen, bekommt Gelbsucht und wird von einem zwielichtigen Helfer sogar noch betrogen. Ausgerechnet ein deutscher Hauptmann (Thomas Kretschmann), von der Sinnlosigkeit des Krieges zermürbt, vom zarten Spiel des Pianisten verzaubert, bewahrt Szpilman schließlich vor dem sicheren Hungertod. „Der Pianist“ basiert auf der Autobiografie des bekannten Komponisten und Pianisten Wladyslaw Szpilman. Der am 6. Juli 2000 in Warschau gestorbene Künstler überlebte das Warschauer Ghetto und schrieb seine Erlebnisse unmittelbar nach dem Krieg nieder. In seiner erschütternden Leinwandadaption zeigt Meisterregisseur Roman Polanski („Tanz der Vampire“, „Chinatown“) Bilder, die sich nachhaltig ins Gedächtnis des Zuschauers einbrennen. Nicht umsonst erhielt der Film drei Oscars in den Hauptkategorien: Ronald Harwood wurde für das Beste adaptierte Drehbuch, Roman Polanski für die Beste Regie und Adrien Brody als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Außerdem gewann Polanski mit „Der Pianist“ 2002 in Cannes die Goldene Palme.

Mo, 22. Apr · 01:15-02:45 · HR
München 1970 – Als der Terror zu uns kam

Fast jeder erinnert sich an das Attentat auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in München vor genau 40 Jahren. Dass München aber bereits zweieinhalb Jahre zuvor schon einmal wegen Terroranschlägen im Blickpunkt der Öffentlichkeit gestanden hat, weiß hingegen kaum noch jemand. Flugzeugentführungen, Paketbomben und ein Brandanschlag. Weder die versuchte Entführung einer EL AL Maschine am 10. Februar 1970 mit einem Toten und mehreren Schwerverletzten noch die Brandstiftung in einem jüdischen Altenheim drei Tage später mit sieben Toten, die meisten Holocaustüberlebende, noch der doppelte Bombenanschlag auf zwei Flugzeuge der Austrian Airline und der Swissair am 21. Februar 1970 sind im Gedächtnis, obwohl es sich um die größte antisemitische Anschlagserie handelt, die es in Deutschland nach dem Ende des Nationalsozialismus gegeben hat. Im Mittelpunkt der sehr persönlich gehaltenen Filmdokumentation von Georg M. Hafner steht ein Opfer, das das Pech hatte, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein: ein Passagier der Swissair Maschine, der als Fernsehjournalist über den Nahost-Konflikt berichtete und auf dem Weg nach Tel Aviv war – Rudolf Crisolli, der Onkel des Autors. Er war der Kollateralschaden für eine vermeintlich gute Sache, für den angeblich gerechten Kampf um einen palästinensischen Staat. Aber wer hatte beschlossen, dass sein Tod gerecht ist? Wer ist für seinen Tod verantwortlich? Die Suche nach Antworten auf diese persönlichen Fragen führt mitten hinein in das politische Klima der 70er Jahre, das Erbe der 68er Bewegung, die Radikalisierung der linken Bewegung und die Anfänge des modernen Terrorismus. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass die blutigen zwölf Tage im Februar 1970 eine Warnung hätten sein müssen. Stattdessen aber wurden alle Vorboten verdrängt, um die heiteren Spiele, mit denen Deutschland die Erinnerung an die Nazi-Olympiade 1936 tilgen wollte, atmosphärisch nicht zu belasten. „München 1970“ das ist auch der bislang nicht wahrgenommene Prolog der Anschläge auf die Olympischen Spiele 1972. Das Panorama der zwölf Tage im Februar 1970 setzt sich aus privaten Foto- und Filmarchiven zusammen, aus wiedergefundenen privaten Schätzen des Autors, aus der Schilderung von Hinterbliebenen, die verkohlte Andenken an ihre Eltern aus den Trümmern der Swissair geborgen haben und ihre Erinnerungen sortieren. Aus den dramatischen Erinnerungen an die verheerende Brandnacht im jüdischen Altersheim in München und aus Schilderungen von Zeitzeugen, die damals meinten, den gerechten Kampf der Palästinenser in Deutschland mit allen Mitteln unterstützen zu müssen. Die Generation der 68er, die wütend die verdrängte Nazivergangenheit der Eltern anprangerte, machte gemeinsame Sache mit der Judenfeindschaft der arabischen Genossen. Die handelnden Personen, so sie noch leben und so sie reden, sind heute im gesetzten Rentenalter. Sie haben mit Erinnerungsschwächen zu kämpfen, mit Rheuma und steifen Gelenken. Es sind Bombenleger darunter, Brandstifter, Mörder. Sie haben ihre Strafen verbüßt, aber die wenigstens haben etwas dazu gelernt. In ihren Schilderungen der Zeit schwebt Wehmut mit. Oder sie schweigen beharrlich. „Das Humansein müssen wir einfach liquidieren“, schreibt ein prominenter Stadt-Guerillero. Dem stemmt sich der Film entgegen. Der Film geht aber auch der Frage nach, warum die deutschen Strafverfolgungsbehörden zwar einerseits sehr akribische Untersuchungen zu den Anschlägen durchführten, dann aber die Attentäter noch im selben Jahr abgeschoben wurden. Erstmals geben damalige hochrangige Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes Mossad Auskunft über die Zusammenarbeit zwischen deutschen Linken und palästinensischen Terrorkommandos, aber auch über die europäische Politik der Beschwichtigung und über die Weigerung, die israelischen Warnungen ernst zu nehmen. Am Ende bleibt die bange Frage: Wäre der Anschlag auf die Olympiade in München 1972 zu verhindern gewesen oder sogar der 11. September, wie einige behaupten?

Mo, 22. Apr · 15:15-16:00 · PHOENIX
Terror im Kiez – Neonazis in Berlin

Christiane S. ist eine mutige Frau. Im September 2011 wollen drei junge NPD-Aktivisten Parteiwerbung in ihren Briefkasten werfen. Die Mutter von zwei Töchtern verwahrt sich gegen die braune Post und wird prompt von Rechtsextremisten bedroht. In den folgenden Monaten werden der Familie S. mehrfach die Scheiben eingeworfen, die Haustür beschädigt, einmal sogar der Briefkasten gesprengt. Ihr Haus in Berlin-Britz steht zwischenzeitlich unter Polizeischutz. Die Familie S. ist nicht das einzige Opfer. In vielen Fällen hinterlassen die Täter Hakenkreuz- und SS-Schmierereien. Zudem sprühen sie immer wieder das Signet „NW-Berlin.net“. „NW-Berlin“ – das ist nicht nur die Internetseite des so genannten Nationalen Widerstands Berlin. Unter der Bezeichnung firmiert auch ein Aktionsbündnis gewaltbereiter Neonazis mit Querverbindungen zur NPD. Zunächst waren die Aktivitäten von „NW-Berlin“ auf das Stadtgebiet der Bundeshauptstadt beschränkt, mittlerweile aber mehren sich die Anzeichen, dass die Gruppe auch in Brandenburg Anhänger rekrutiert und im Berliner Umland aktiv wird. Jo Goll und Torsten Mandalka begleiten die Familie S. in der schwierigen Zeit des rechten Terrors. Sie beobachten, wie Christiane S. mit Mut und Zivilcourage die Angst überwindet. Und wie am Ende auch die Nachbarschaft Gesicht zeigt gegen Rechtsextremismus und Gewalt. Die rbb-Reporter begegnen auch jenen Neonazis, die mutmaßlich hinter dem Label „NW-Berlin“ stehen, fragen nach Strukturen und Hintergründen. Wie kann es sein, dass einige wenige rechtsextreme Gewalttäter über Monate hinweg ungehindert nächtlichen Schrecken verbreiten? Jo Goll und Torsten Mandalka verfolgen die Spur des rechten Terrors und stoßen dabei auch immer wieder auf die NPD.

Mo, 22. Apr · 22:15-23:40 · ZDF
Entführt in Damaskus

Adib (Alexander Siddig) hat seine Heimat Syrien vor Jahren in Richtung Kanada verlassen. Als er eines Tages von der Arbeit nach Hause kommt, erwarten ihn beängstigende Neuigkeiten: Seine älteste Tochter Muna (Jay Anstey) hat sich ohne seine Erlaubnis nach Damaskus begeben, um sich ein Bild über das Herkunftsland ihres Vaters zu machen – und ist jetzt verschwunden. Sofort schmiedet der besorgte Vater Pläne, um zum ersten Mal seit dreißig Jahren wieder in seine Heimat zu reisen. Dabei nutzt er Kanäle, die viel Aufschluss über seine Vergangenheit geben: Adib war Offizier beim syrischen Geheimdienst, als er unter Verdacht geriet, für Israel zu spionieren. Durch seine Flucht ins Ausland hatte er zwar seinen Kopf aus der Schlinge ziehen können, aber auch den Kontakt zu geliebten Menschen in der Heimat verloren, auf die er jetzt – in der Stunde der Not – angewiesen ist. Von seiner ehemaligen Verlobten Fatima (Marisa Tomei) erhält er in Syrien die nötige Hilfe, obwohl sie ihm noch immer nicht verzeihen kann, dass er sich ohne ihr Wissen ins Ausland abgesetzt und all die Jahre keinen Kontakt zu ihr aufgenommen hat. Beide geraten in dem unruhigen Land in ein Netz von Intrigen und treffen auf dubiose Zeitgenossen wie den kanadischen Botschaftsmitarbeiter Paul (Joshua Jackson) oder den syrischen Staatsdiener Sayid (Oded Fehr). Als der Geheimdienst schließlich von der Anwesenheit Adibs in Damaskus erfährt, sinken die Überlebenschancen für seine Tochter dramatisch. Der verzweifelte Vater muss jetzt all seine Kräfte mobilisieren und sich bewaffnen, um eine reale Chance zu haben, seine Tochter lebend aus dem Land zu bringen. Regisseurin Ruba Nadda, eine Kanadierin mit syrischen und palästinensischen Wurzeln, inszeniert mit „Entführt in Damaskus“ ihren fünften Spielfilm und beleuchtet erneut das Schicksal eines syrischen Auswanderers, den seine Vergangenheit einholt. Im Gegensatz zu früheren Inszenierungen – schon in „Sabah“ (2005) stellt Nadda eine syrische Frau in den Vordergrund, die sich durch ihre Liebe zu einem Nichtmuslim Probleme mit ihrer Familie einhandelt – verzichtet sie diesmal auf komödiantische Elemente zugunsten einer kompromisslosen Thriller-Handlung und zeigt in aller Deutlichkeit die Verzweiflung eines Mannes, der das Wichtigste in seinem Leben retten will: sein Kind. Hauptdarsteller Alexander Siddig, der Adib spielt, kann für „Entführt in Damaskus“ auf seine breite Erfahrung im Action-Genre zurückgreifen: Nach Auftritten in diversen Fernsehserien zu Beginn seiner Karriere (unter anderem in „Star Trek: Deep Space Nine“) ist er in den letzten Jahren vor allem mit Filmen wie „Doomsday“ oder „Kampf der Titanen“ auf der Kinoleinwand zu sehen. Generell vertraut „Entführt in Damaskus“ auf geballte Action-Kompetenz, was die Mitwirkung von Oded Fehr , der seine bekanntesten Rollen in den Filmen der Mumien- und Resident Evil-Reihe hatte, eindrucksvoll bestätigt.

Di, 23. Apr · 21:35-22:50 · arte
Trockengelegt – Konfliktherd Totes Meer

Jedes Jahr sinkt der Spiegel des Toten Meeres um einen Meter. Das allmähliche Austrocknen geht auf die Salzgewinnung durch Chemiefabriken und die Verschmutzung des Jordans zurück. Eine mögliche Rettung wäre der Bau eines Kanals zwischen dem Roten und dem Toten Meer. Damit könnten Wasserkraftwerke betrieben werden, die das Meerwasser entsalzen und die Region mit Trinkwasser versorgen könnten. Aber dazu müssten sich die Anrainer des Toten Meeres, Jordanier, Israelis, Palästinenser einig werden. Sein Meeresspiegel sinkt jedes Jahr um einen Meter: Wenn nichts unternommen wird, ist das Tote Meer in 30 Jahren nur noch ein Teich. Die Dokumentation zeigt, dass das allmähliche Austrocknen des Toten Meeres eines der brisantesten Probleme des Nahen Ostens symbolisiert: Wasserknappheit. Wasser ist in dieser Region der Welt ein Konfliktherd: Es gilt das Gesetz des Stärkeren. Am schlimmsten trifft es derzeit die Palästinenser. Das prognostizierte Verschwinden des Toten Meeres ist von Menschen verursacht: Chemiefabriken mit Sitz in Jordanien und Israel gewinnen Mineralsalze aus dem Meer und beschleunigen damit die Verdunstung des Wassers. Der Jordan, der das Tote Meer jahrhundertelang mit Süßwasser speiste, kommt nur noch als stinkendes Rinnsal hier an. Er wird in seinem Verlauf von allen Nachbarstaaten angezapft, um den Bedürfnissen einer nicht ans Klima angepassten Landwirtschaft gerecht zu werden. Dabei sind Lösungen möglich, insbesondere der Bau eines Kanals zwischen dem Roten und dem Toten Meer. Damit könnten starke Wasserkraftwerke betrieben werden, um das Meerwasser zu entsalzen, die gesamte Region mit Trink- und das Tote Meer mit Frischwasser zu versorgen. Aber es gibt eine Voraussetzung: Alle Anrainer des Toten Meeres – Jordanier, Israelis, Palästinenser – müssten sich einigen, um diese Lösungen mit Unterstützung der Weltbank umzusetzen. Dann würde das Tote Meer zur Lebensquelle. Der Spiegel des Toten Meeres liegt 400 Meter unter dem anderer Meere, seine Landschaften sind von atemberaubender Schönheit, sein Wasser hat einzigartige heilende Eigenschaften. Die Katastrophe betrifft eine der Wiegen unserer Zivilisation und einen „Finalisten“ der sieben neuen Weltwunder.

Di, 23. Apr · 22:45-23:55 · BR
Schildkrötenwut

Eine junge deutsch-palästinensische Filmemacherin konfrontiert ihren Vater mit sehr persönlichen Fragen. Sie will begreifen, warum er sie und ihre Familie so oft in Berlin zurückließ, um für sein Land zu kämpfen. Im Verlauf einer gemeinsamen Reise werden die Risse sichtbar zwischen seinem Wunschtraum und der Realität, die sie vorfinden. Jahrzehntelang hat der einst stolze Musa El-Qalqili für die Freiheit Palästinas gekämpft. Doch jetzt lebt er im Souterrain des Berliner Reihenhauses seiner deutschen Frau. Zurückgezogen in seinen „Schildkrötenpanzer“ sieht er stundenlang Wildwest-Filme im Fernsehen an und lebt in Erinnerungen. Flucht und Vertreibung, das Leben im Exil und die gescheiterte Rückkehr nach Palästina haben ihn zu einem einsamen Mann gemacht. Die Filmemacherin will endlich verstehen, was dieses Palästina des Vaters eigentlich ist, das immer zwischen ihnen steht. Bisher hat der Vater seine Geschichten wie Märchen erzählt. Doch nun stellt sie ihm Fragen, sehr direkte Fragen einer Tochter an ihren Vater. Und sie erwartet Antworten. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise nach Ägypten, Gaza, ins Westjordanland und nach Israel. Schließlich kommen sie nach Qalqiliya, jene Stadt, von der sie ihren Namen herleiten. Dort lebte der Vater einsam in einem großen Haus. Oft träumte er davon, dass ihn seine Kinder aus Berlin dort besuchen würden. Doch schließlich wurde er ausgewiesen. Nach und nach werden Musas Illusionen und Verletzungen sichtbar, und die Grenzen verwischen sich zwischen Opfer und Täter, Gut und Böse, Schwarz und Weiß.

Di, 23. Apr · 22:55-23:47 · arte
Gesucht wird … der arabische Schindler

Mit „Gesucht wird … der arabische Schindler“ beleuchtet eine Dokumentation erstmals die Aufarbeitung nationalsozialistischer Gräueltaten aus der Perspektive von Arabern und Juden in der arabischen Welt. Im Zentrum steht die Frage: Gab es einen arabischen „Oskar Schindler“, einen Araber, der Juden das Leben gerettet hat? Araber wissen wenig über den Holocaust. Viele leugnen den Massenmord sogar – nicht nur islamistische Extremisten. Selbst große arabische Tageszeitungen stellen das Verbrechen an den Juden bis heute infrage. Mehr denn je bewegte dieses Thema den amerikanischen Schriftsteller und Historiker Robert Satloff, Leiter des Washington Institute for Near East Policy (WINEP) nach den Anschlägen des 11. September. Er beschließt, das aufwändigste Projekt seines Lebens anzugehen: Die Suche nach dem arabischen „Schindler“. Würde es ihm gelingen zu beweisen, dass Araber Juden im Zweiten Weltkrieg das Leben gerettet haben, wäre die Sicht der Araber vielleicht eine andere. Ein Team aus Forschern, Archivaren, Dolmetschern und Journalisten verfolgt mit ihm zusammen Spuren in elf Ländern rund um den Globus. In Yad Vashem beginnt der Film seine spektakuläre und bewegende Reise. Dort stehen auch Gedenktafeln für Nichtjuden wie Oskar Schindler oder Raoul Wallenberg, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um Juden zu retten. Sie werden als die „Gerechten unter den Völkern“ bezeichnet. Unter den 20.000 dort eingravierten Namen findet sich kein einziger Araber. Satloffs Recherchen werden dies ändern.

Di, 23. Apr · 23:35-00:20 · 3sat
Brauner Terror – Blinder Staat

14 Jahre lang lebten die Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos im Untergrund, verübten Morde, Bombenanschläge und Raubüberfälle, ohne dass die Ermittler ihnen auf die Spur kamen. „Brauner Terror – Blinder Staat“ schildert mit Hilfe von Zeitzeugen den Werdegang des Trios von den frühen 1990er Jahren bis zum Ende der Terrorzelle im November 2011 und dokumentiert das Scheitern der Ermittlungsbehörden, deren Fahndung über ein Jahrzehnt erfolglos blieb.

Mi, 24. Apr · 00:05-01:40 · MDR Sachsen
Klemperer – Ein Leben in Deutschland (5+6/13)

* (5/13) Küss mich in der Kurve Auf der Rückfahrt von Heidenau nutzen Lore und Eberhard die Gelegenheit, die sich ihnen unverhofft bietet: Nach einer Wagenpanne begegnen sie auf der Suche nach Hilfe dem Dorfpfarrer Dost. Dost, kein Freund der Nazis, erklärt sich spontan bereit, die beiden heimlich zu trauen. Religionszugehörigkeit und Rassengesetze kümmern ihn nicht. „Es gilt“, versichern sich Lore und Eberhard immer wieder. Während der Olympischen Spiele 1936 in Berlin entspannen sich die Verhältnisse vorübergehend. Victor Klemperer erhält eine Einladung seines alten Verlegers Hardenburg. Voller Hoffnung macht er sich auf den Weg nach Berlin. Doch Hardenburg, schwer krank, will nur Abschied nehmen von seinem Autor. Er weiß, wie es um Klemperer steht, doch er kann nichts für ihn tun. Das gilt auch für Hardenburgs forschen Sohn Edwin, der den Verlag übernommen hat und Beziehungen bis in die höchsten Parteikreise pflegt. Edwin zeigt durchaus Sympathie für den ehemaligen Autor, sieht aber keine Möglichkeit, Klemperers Arbeit zu veröffentlichen. Noch deprimiert von diesem Fehlschlag, begegnet Klemperer überraschend seiner früheren Studentin Eva Theissig. Beide sind überwältigt von diesem unverhofften Wiedersehen. In Dölzschen bekommt Eva Besuch von Müller. Der SS-Mann warnt sie vor einer geplanten Strafverfolgung. Victor soll beschuldigt werden, der Beziehung zwischen Lore Libeskind und Eberhard Klingler Vorschub geleistet zu haben. Dank Müllers Geldgier und Evas Tatkraft kann das Schlimmste verhindert werden. Doch die hochschwangere Lore und ihre Eltern müssen Deutschland binnen 24 Stunden verlassen. Sonja, die noch immer heimlich für Eva arbeitet, ermöglicht Lore und dem ahnungslosen Eberhard Klingler eine letzte gemeinsame Nacht. * (6/13) Der gepflanzte Himmel In Deutschland brennen die Synagogen. Victor und Eva Klemperer werden vom Ausbruch des braunen Terrors in einer kleinen Ortschaft überrascht. Nach einem Autounfall sieht ihr Wagen etwas ramponiert aus. Der örtliche Schupo bemängelt ungerührt die Schäden am „Bock“, während in Sichtweite die jüdischen Familien des Dorfes gedemütigt, ihre Geschäfte geplündert und in Brand gesetzt werden. Eva kann das nicht mit ansehen. Sie will wenigstens den Frauen und Kindern beistehen. Im Gegensatz zu ihr wird der gesundheitlich angeschlagene Victor Klemperer von seiner Angst überwältigt. In dieser angespannten Atmosphäre schleppt Natscheff den heimlich aus der ausgebrannten Dresdner Semper-Synagoge geretteten Davidstern bei Klemperer an. Victor und Eberhard Klingler können den Stern eben noch notdürftig verstecken, bevor in Gestalt des Gemeindebeauftragten Odenthal neue Schikanen drohen. Man beschwert sich über das übermäßige Unkraut im Klemperschen Garten und stellt empfindliche Strafen in Aussicht. Pfarrer Dost erweist sich als Retter in der Not. Er ist nicht nur bereit, den Davidstern in seiner Kirche zu verstecken, er will auch Eberhard Klingler und Lore Libeskind für einen Tag Asyl gewähren. Lore befindet sich mit Söhnchen Samuel auf der Reise von England nach Palästina. In Dresden hat sie einen Tag Aufenthalt. Für Eberhard Klingler ist es die einzige Chance, Lore und seinen Sohn noch einmal zu sehen. Was die Zukunft für sie bereithält, beginnen Victor und Eva Klemperer zu ahnen, als mitten in der Nacht SS-Obersturmführer Malachowski vor der Tür steht. Eine Hausdurchsuchung wegen Waffenbesitzes dient als Vorwand, um Victor und Eva bis in die frühen Morgenstunden zu terrorisieren.

Mi, 24. Apr · 00:50-02:25 · Das Erste (ARD)
Das As der Asse

Frankreich, 1936. Der ehemalige Kampfflieger Jo Cavalier reist als Trainer der französischen Boxmannschaft zu den Olympischen Sommerspielen nach Berlin. Auf der Fahrt lernt er einen jüdischen Jungen namens Simon Rosenblum kennen, dessen Familie von den Nazis verfolgt wird. Gemeinsam mit einem alten Freund, dem deutschen General Gunther von Beckmann, hilft Jo den Rosenblums bei einer waghalsigen Flucht. Allerdings landet die Gruppe nach einigen Umwegen nicht wie geplant in Österreich, sondern in Adolf Hitlers Ferienresidenz. Die Abenteuerkomödie „Das As der Asse“ war einer der größten Kinoerfolge von Kultschauspieler Jean-Paul Belmondo, der am 9. April 1933 in Neuilly-sur-Seine, einem westlichen Vorort von Paris, zur Welt kam. Europa, 1916. Während des Ersten Weltkriegs trifft der Kampfpilot Jo Cavalier (Jean-Paul Belmondo) nach einem Luftgefecht auf den deutschen Flieger Gunther von Beckmann (Frank Hoffmann). Schnell geraten die beiden in einen handfesten Streit über die Frage, wer sich als Sieger des Duells betrachten darf – der Beginn einer wunderbaren Männerfreundschaft. 20 Jahre später: Jo arbeitet inzwischen als Trainer der französischen Box-Nationalmannschaft und soll mit seinem Team zu den Olympischen Sommerspielen 1936 nach Deutschland reisen. Im Zug nach Berlin flirtet er mit der Journalistin Gabrielle Delcourt (Marie-France Pisier), nicht ahnend, dass sie es war, die ihn kurz zuvor in einem unschmeichelhaften Artikel mit einem spöttischen Spruch über Hitler zitiert hatte. Während der Fahrt lernt Jo auch den zehnjährigen Simon Rosenblum (Rachid Ferrache) kennen. Er freundet sich mit dem jüdischen Jungen an und begleitet ihn zur Buchhandlung seiner Großeltern. Dort muss der Franzose miterleben, wie die Gestapo das Geschäft verwüstet, und beginnt eine wilde Schlägerei mit den Nazi-Schergen. Nach einer aberwitzigen Flucht erwartet Jo in seinem Hotel die nächste Überraschung: Simon und dessen Familie, von den Nationalsozialisten verfolgt, hoffen auf seine Hilfe. Mit tatkräftiger Unterstützung seines alten Freundes Gunther, inzwischen General, aber erbitterter Gegner des Hitlerregimes, will Jo den Rosenblums zur Flucht nach Österreich verhelfen. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Immer wieder gerät die Gruppe in Bedrängnis, aber dank Jos tollkühnen Finten können sie den Nazis ein ums andere Mal entwischen. Trotzdem führt der Weg sie nicht nach Österreich, sondern direkt in die Höhle des Löwen: auf den Obersalzberg, wo Adolf Hitler (Günter Meisner) samt Anhang die Ferien verbringt, darunter seine höchst eifersüchtige Schwester Angela (ebenfalls Günter Meisner). Hier trifft Jo, als deutscher Offizier verkleidet, auch Gabrielle wieder, die ein Interview mit dem Diktator führen soll. Um doch noch die rettende Grenze zu erreichen, setzt der Teufelskerl alles auf eine Karte. Die Abenteuerkomödie „Das As der Asse“ zeigt Superstar Jean-Paul Belmondo in einer echten Paraderolle – umso mehr, da er vor seiner Filmkarriere selbst als Boxer im Ring stand. Unterhaltungsspezialist Gérard Oury, bekannt vor allem durch die Komödie „Die Abenteuer des Rabbi Jakob“ mit Louis de Funès, inszenierte die aberwitzige Geschichte temporeich und mit einem guten Schuss satirischem Humor. Für die Kameraarbeit zeichnet der Österreicher Xaver Schwarzenberger verantwortlich, der unter anderem Rainer Werner Fassbinders „Lilli Marleen“ gedreht hat und heute auch selbst Regie führt. Mit über fünf Millionen Zuschauern allein in Frankreich war „Das As der Asse“ der zweitgrößte Kinoerfolg in Belmondos Karriere, überboten nur von der Gaunerkomödie „Das Superhirn“, bei der ebenfalls Oury Regie führte. Das Erste beendet mit diesem Film seine Reihe zum 80. Geburtstag des beliebten französischen Schauspielstars Jean-Paul Belmondo.

Do, 25. Apr · 00:10-01:55 · RBB
Liebesleben

Jara ist eine junge, erfolgreiche, um eine universitäre Karriere bemühte junge Frau. Seit fünf Jahren lebt sie mit ihrem treuen, wenn auch etwas langweiligen Ehemann Joni zusammen. In der Wohnung ihrer Eltern lernt sie Arie, einen Jugendfreund ihres Vaters kennen, der sie sofort durch seine herausfordernde Männlichkeit und sein kühles Selbstbewusstsein fasziniert. Sie beginnt eine Affäre mit ihm, die obsessiv, destruktiv und für sie demütigend ist, denn der alternde Mann erwidert ihr Glühen in keiner Weise. Seine Sexualität, wie sein gesamtes Wesen ist auf eine zynische Weise übersättigt und durch kaum etwas mehr zu reizen. Jara sucht, trotz der ständigen Demonstration seiner Gleichgültigkeit verzweifelt seine Nähe und verliert dabei zusehends die Kontrolle über ihr Leben. Sie nimmt eine lange Kette von Demütigungen auf sich, erträgt standhaft Situationen von zum Teil grotesker Komik, bis ihr – durch ein Geständnis ihrer Mutter – die fatale Verstrickung Aries in ihre Familie bewusst wird und sie sich in einem Befreiungsschlag von ihm lösen kann.

Do, 25. Apr · 13:15-14:00 · 3sat
Katastrophentage: Der Anschlag

Es war ein Tag, der Österreich erschütterte: Am 27. Dezember 1985, drei Tage nach Weihnachten, verübte ein Kommando der damals berüchtigten Terrorgruppe Abu Nidal einen Anschlag auf den Schalter der israelischen Fluglinie El Al am Flughafen Wien-Schwechat. Die blutige Bilanz: Drei Tote, Dutzende Verletzte. Der Anschlag rückte die österreichische Nahost-Politik in die öffentliche Diskussion. War das Engagement Bruno Kreiskys im Nahost-Konflikt die Ursache, dass Österreich zum Terror-Schauplatz wurde? Mehr als ein Jahrzehnt lang versuchte Kreisky zuerst als Bundeskanzler, dann als Berater der Regierung Sinowatz durch geheime persönliche Gespräche mit radikalen Palästinenserführern die Bedrohung durch Anschläge in Österreich zu vermindern. Darunter waren auch von Israel gesuchte Terroristen wie Ali Hassan Salameh, einer der Verantwortlichen für das Massaker an israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen in München 1972. Die Dokumentation „Katastrophentage: Der Anschlag“ rollt die Hintergründe des Flughafen-Attentats von 1985 auf. Zu Wort kommen unter anderen Bruno Kreiskys ehemalige engste Mitarbeiter wie die Innenminister Erwin Lanc und Karl Blecha.

Sa, 27. Apr · 07:45-09:15 · SWR
Die Juden – Geschichte eines Volkes

„Die Juden – Geschichte eines Volkes“ ist eine faszinierende Expedition in die über 3.000-jährige Geschichte einer der ältesten Weltreligionen. Eine Geschichte voller Glanz und Elend, Hoffnung und Verzweiflung. Bis heute verbinden das Andenken an die gemeinsame Vergangenheit und die Kraft ihres Glaubens an den einen Gott die Juden weltweit. Die sechs Folgen behandeln die Geschichte des Judentums chronologisch von den Anfängen bis zur heutigen Zeit – mithilfe von historischen Aufnahmen, Originaltönen, Spielszenen und Computeranimationen. Gelobtes Land (1/6) Die erste Folge führt zurück zu den Ursprüngen des jüdischen Volkes in Ägypten und schildert den Mythos vom Exodus, dem Weg ins „Gelobte Land“. Die erste jüdische Nation entsteht, die zunächst von Richtern, dann von legendären Königen wie David und Salomo regiert wird. Auch im Kampf gegen übermächtige Gegner gibt der Glaube an den einen Gott dem jüdischen Volk immer wieder Halt. Nach Ende des babylonischen Exils ziehen die Juden zurück in ihre Heimat und bauen Jerusalem zu einem reichen und prächtigen Zentrum auf. Die Tora, die fünf Bücher Mose, wird niedergeschrieben. Bis heute ist sie Mittelpunkt jüdischen Glaubens. Fall des Tempels (2/6) Die Unabhängigkeit Judas dauert nur kurze Zeit – und wieder wird das Land von mächtigeren Völkern erobert. Auf Alexander den Großen und seine Erben folgen die Römer. Dem von den Römern eingesetzten König Herodes gelingt es, das Land zu einen. Nach der Eroberung Jerusalems durch die Römer ist für die Juden nichts mehr wie es war: Sie werden in alle Welt, in die Diaspora, zerstreut. Das Leben in der Fremde ist stets abhängig vom guten Willen und der Toleranz der jeweiligen Machthaber und der Bevölkerung. Doch auch die Juden haben großen Einfluss auf andere Kulturen. Als Volk ohne Land und religiöses Zentrum müssen die Juden neue Säulen für ihren Glauben finden. Sie werden zum Volk der Schrift. Neben der Tora entstehen Mischna und Talmud, die das Leben in der Diaspora regeln. Diese Schriften geben dem jüdischen Volk Zusammenhalt als religiöse Gemeinschaft für die nächsten Jahrhunderte. Halbmond und Kreuz (3/6) Im frühen Mittelalter dringt der Islam auch in den Süden Europas vor. Die Juden auf der Iberischen Halbinsel arrangieren sich mit den neuen Machthabern. Zum ersten Mal seit langem leben sie wieder in einem kulturellen und wirtschaftlichen System. Das Zusammentreffen mit dem Islam beeinflusst sie nachhaltig. Doch die Zeiten sind nicht immer friedlich. Es kommt zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung. Als die Christen das Land von den Muslimen zurückerobern, werden sie zunächst von den Juden als Befreier begrüßt. Doch die christlichen Könige Ferdinand und Isabella führen die Inquisition in Spanien ein. 1492 verlassen Hunderttausende Juden ihr Heimatland. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe ziehen sie durch ganz Europa. Aufgrund ihrer Kenntnisse mehrerer Sprachen und Kulturen sind sie auch in ihrer christlichen Umgebung gefragt. Für einige wird die islamische Metropole Konstantinopel, das heutige Istanbul, zum sicheren Hafen. Hier können sie endlich wieder ihren jüdischen Glauben leben.

So, 28. Apr · 06:25-09:35 · MGM
Anatevka

Russland, vor der Oktoberrevolution: Der jüdische Milchmann Tevje (Chaim Topol) lebt mit Frau und Töchtern im beschaulichen ukrainischen Dorf Anatevka. Nicht nur die üblichen Probleme des „Schtetl“-Lebens machen Tevje zu schaffen. Die zaristischen Machthaber wollen die Bewohner aus ihrer Stadt vertreiben. – Verfilmung des berühmten Broadway-Musicals mit Oscar-gekrönter Musik. An der Violine: Isaac Stern!

So, 28. Apr · 08:00-09:00 · NDR
Sir Georg Solti – Für mein Leben habe ich kämpfen müssen

Sir Georg Solti (1912 – 1997) war einer der herausragenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts und gilt international als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Musikwelt. Nur wenige Dirigenten von Weltrang können auf eine derartig von Erfolg gekrönte Karriere zurückblicken wie Sir Georg Solti. Allerdings war sein Lebensweg auch mit großen persönlichen Opfern und Herausforderungen verbunden. Im Film kommen Interviewpartner zu Wort, die in enger Beziehung zu Sir Georg Solti standen und sehr persönliche Einblicke in dessen Leben gewähren. Sir Georg Solti (1912 bis 1997) war einer der herausragenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts und gilt international als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Musikwelt. Nur wenige Dirigenten von Weltrang können auf eine derartig von Erfolg gekrönte Karriere zurückblicken wie Sir Georg Solti. Allerdings war sein Lebensweg auch mit großen persönlichen Opfern und Herausforderungen verbunden. Sir Georg Solti wuchs als Sohn jüdischer Eltern in Budapest auf. Er studierte Klavier, Komposition und Dirigieren bei Bartók, Dohnányi, Kodály und Leó Weiner an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest. Obwohl er bei seinem Konzertdebüt als Pianist auftrat, wurde er von der Budapester Oper wenig später als Dirigent engagiert. 1937 ernannte Toscanini ihn zu seinem Assistenten für die Salzburger Festspiele. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zwangen die ungarischen Judenpogrome Solti 1939 zur Emigration in die Schweiz, wo er jedoch nicht als Dirigent auftreten durfte. Das hatte zur Folge, dass er seinen Lebensunterhalt als Pianist verdiente und 1942 beim Concours International in Genf den ersten Preis gewann. Im Jahr 1946 wurde Solti von der amerikanischen Militärregierung aufgefordert, in München eine Aufführung von Beethovens „Fidelio“ zu dirigieren. Der große Erfolg dieser Darbietung führte zu seiner Ernennung zum Leiter der Münchner Staatsoper. Weitere Engagements an der Frankfurter Oper und am Royal Opera House in Covent Garden (London) folgten. Trotz der schwierigen Bedingungen, Solti musste praktisch überall zu Beginn seiner Engagements gegen Vorurteile ankämpfen, führte er jedes Haus zur Weltspitze. Danach feierte er Erfolge in Wien, Bayreuth, Berlin. Schließlich begann seine bemerkenswerte Partnerschaft mit dem Chicago Symphony Orchestra (1970 bis 1989), mit dem er über eintausend Konzerte bestritt und mehr als 150 Plattenaufnahmen einspielte, die so viele Preise erhielten wie sie kaum ein Popstar verzeichnen kann. Sir Georg Solti hinterlässt eine Diskografie mit über 250 Aufnahmen und wurde insgesamt 105 Mal für den „Grammy“ nominiert. Und er ist der Künstler, der je die meisten „Grammys“ erhalten hat, unabhängig von der Musikrichtung: 31 „Grammys“ gingen an ihn persönlich einschließlich eines „Lifetime Achievement Awards“, weitere sechs an Techniker (Produktion/Aufnahme). Diesen Rekord hält Solti bis heute. Im Film kommen Interviewpartner zu Wort, die in enger Beziehung zu Sir Georg Solti standen und sehr persönliche Einblicke in dessen Leben gewähren: Lady Valerie Solti, Charles Kaye, Walerij Gergijew, Christoph von Dohnányi, Sir Peter Jonas, Clemens Hellsberg, Ewald Markl, Norman Lebrecht und viele andere.

So, 28. Apr · 09:30-10:30 · SWR
Giora Feidman und das Gershwin Quartet

Das Ensemble Gershwin Quartet leitet seinen Namen nicht von George Gershwin ab, dem Schöpfer der einzigartigen „Rhapsody in Blue“. Diesen Namen wählten die Musiker vielmehr, weil ihr Primarius der Geiger Michel Gershwin ist. Die „Gershwins“ spielen natürlich mit dem Sound ihres populären Namens, der ihnen aber auch Programm ist. Das Ensemble Gershwin Quartet leitet seinen Namen nicht von George Gershwin ab, dem Schöpfer der einzigartigen „Rhapsody in Blue“. Diesen Namen wählten die Musiker vielmehr, weil ihr Primarius der Geiger Michel Gershwin ist. Die „Gershwins“ spielen natürlich mit dem Sound ihres populären Namens, der ihnen aber auch Programm ist. War George Gershwin denn nicht einer, der schon vor Jahrzehnten das praktizierte, was man heute „Cross Over“ nennt? Seine Grenzüberschreitungen zwischen Klassik und Folk, Oper und Blues verdankten sich allerdings keiner Mode, denn sie entsprachen seinem künstlerischen Naturell, das man als undogmatisch und offen beschreiben kann. Musikalisches Schubladendenken, hier E-, dort U-Musik, ist auch den „Gershwins“ fremd. Und es spricht Bände, dass sie unter den klassischen Komponisten solche favorisieren, die ebenso dachten: Immerhin schrieb Mozart mit Begeisterung Kontretänze für Faschingsbälle, während Schubert ganze Serien von Ländlern komponierte. Gleiches lässt sich auch von den Komponisten des 20. Jahrhunderts sagen, deren Quartette die „Gershwins“ im Gepäck haben: von Astor Piazzolla, dem Vertreter des Tango Nuevo, oder von Heitor Villa-Lobos, der so manche seiner Melodien und Rhythmen den Amazonas-Indianern abgelauscht haben will. So fügt sich die Zusammenarbeit mit Giora Feidman perfekt ins Bild, gelingt es doch auch ihm mit immer wieder erstaunlicher Mühelosigkeit, die musikalischen Sprachen zu wechseln. „Lang lebe Giora, seine Klarinette und seine Musik. Er schlägt Brücken zwischen Generationen, Kulturen und Schichten, und er tut es mit vollendeter Kunst!“, schwärmte kein Geringerer als Leonard Bernstein von dem in New York lebenden Musiker. Mitverantwortlich für diese Fähigkeit des Überbrückens ist sicherlich Feidmans Biographie. Als Sohn jüdischer Einwanderer aus Bessarabien in Argentinien geboren, wächst er in einer Musikerfamilie auf. „Fast immer“, meint er, „vollzieht sich unsere erste Berührung mit Musik durch eine menschliche Stimme, deren Singen uns beruhigt, uns tröstet, uns fröhlich macht. Für mich waren das die jiddischen Lieder, die meine Mutter für mich sang …“ Bliebe noch zu ergänzen, dass er 1956 von Buenos Aires ins Land seiner Väter übersiedelte, um Mitglied des jungen Israel Philharmonic Orchestra zu werden; und dass er zu Beginn der 70er Jahre nach New York kam. Von hier aus startete er seine Weltkarriere als Solist, als einer der bedeutendsten Interpreten von Klezmer-Musik.

Di, 30. Apr · 00:00-00:45 · BR-alpha
Ian Kershaw – „Ist Durchhalten deutsch?“

Der renommierte britische Historiker Ian Kershaw geht in einer seiner letzten Veröffentlichungen der Frage nach: Hätte sich das deutsche Volk in der Endphase des Kriegs 1945 nicht gegen Hitler erheben können? „Was wäre passiert, wenn …“ ist eigentlich keine Frage, die sich Geschichtswissenschaftler stellen, denn Spekulation ist nicht ihr Metier. Ian Kershaw, man kann ihn schlichtweg „den“ Experten für das Dritte Reich nennen, hat die Frage nach dem Möglichen historisch geadelt – lässt sich doch so am besten klären, warum es so kam und nicht anders. Im Gespräch steht er Peter Voß Rede und Antwort.

Di, 30. Apr · 02:50-04:18 · arte
Konspirantinnen – Polnische Frauen im Widerstand 1939 – 1945

Nach der Besetzung Polens durch die Deutschen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges schlossen sich viele Polen dem Widerstand an. Auch zahlreiche Frauen gingen in den Untergrund. Diejenigen, die als Soldatinnen am nationalpolnischen Aufstand in Warschau im Sommer 1944 – nicht zu verwechseln mit dem jüdischen Aufstand im Warschauer Ghetto 1943 – teilgenommen hatten, wurden nach ihrer Niederlage in deutsche Lager im Emsland interniert. Hier befreiten die Alliierten sie im April 1945. Ihr Schicksal erzählt der Dokumentarfilm von Paul Meyer. Am 12. April 1945 erreichen polnische Soldaten der Alliierten das Lager Oberlangen im Emsland. Dort treffen sie auf mehr als 1.000 polnische kriegsgefangene Frauen. Die Frauen wurden beim nationalpolnischen Warschauer Aufstand vom Sommer 1944, nicht zu verwechseln mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto vom April 1943, festgenommen. Nach ihrer Kapitulation hat man die Frauen den Soldaten im Sinne der Genfer Konvention gleichgestellt und ihnen Anspruch auf Unterbringung in vom Roten Kreuz kontrollierten Lagern gewährt. Eine historisch einmalige Situation. 1939 war unter der deutschen Besetzung der polnische Staat als Ganzes in den Untergrund gegangen. So hatte der Widerstand, der die Angelegenheit einer ganzen Generation wurde, neben einem militärischen auch einen zivilen Arm, in dem fast zur Hälfte Frauen tätig waren. Sie wirkten als Meldegängerinnen zwischen den Widerstandszellen, als Spione und als internationale Kuriere, um die Beziehungen nach außen – vornehmlich zur polnischen Exilregierung in London – aufrechtzuerhalten. Außerdem waren die als Journalistinnen in der Untergrundpresse, als Angestellte in der geheimen Sozialverwaltung, um die Notlage besonders diskriminierter Bevölkerungsteile zu lindern, sowie als „Vollzugsbeamtinnen“ in der geheimen Gerichtsbarkeit tätig. Aber auch im militärischen Bereich fand man sie als Waffenschmugglerinnen, als Partisaninnen, als Attentäterinnen, als Sanitäterinnen und schließlich als Kampfsoldatinnen im Warschauer Aufstand. So waren von zehn Mitgliedern der geheimen Widerstandsarmee („Armia Krajowa“, „Armee in der Heimat“ genannt) vier Frauen. Die in dem Dokumentarfilm wiedergegebenen Erzählungen der Protagonistinnen beleuchten nicht nur die polnische Widerstandsbewegung, sondern ergeben darüber hinaus das Porträt einer ganzen Generation. Der Film verdeutlicht, wie sehr die Erfahrungen aus dem Widerstand das ganze weitere Leben dieser Frauen geprägt hat.

Di, 30. Apr · 22:25-23:50 · 3sat
Waltz with Bashir

Eines Nachts in einer Bar erzählt ein alter Freund dem Regisseur Ari von einem immer wiederkehrenden Alptraum, in dem er von 26 dämonischen Hunden gejagt wird. Jede Nacht, immer genau 26 Bestien. Die beiden Männer kommen zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang zu ihrem Einsatz im ersten Libanon Krieg bestehen muss. Ari ist überrascht, denn er hat jegliche Erinnerung an diese Zeit verloren. Verstört macht er sich auf, Freunde und Kameraden von damals zu besuchen und zu befragen. Er muss die Wahrheit über jene Zeit und über sich selbst herausfinden. Je tiefer Ari in seine Vergangenheit eindringt, desto klarer werden seine Gedanken und die verdrängten Erlebnisse erscheinen in surrealen Bildern. Basierend auf realen Interviews und Ereignissen, ist „Waltz with Bashir“ der erste animierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge. Regisseur, Autor und Produzent Ari Folman hat die Reise in seine Vergangenheit – eine Reise in die Jugendkultur der 1980er Jahre und das West Beirut während des ersten Libanonkrieges – auf fantastische und packende Art visualisiert. Die israelisch-deutsch-französische Koproduktion gilt seit ihrer Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes und weiteren Festivalaufführungen als das wohl außergewöhnlichste Kinoereignis 2008. Animationsfilme sind beliebter denn je – vor allem bei Erwachsenen. Denn sie spielen nicht nur mit unserer Realität, sondern erschaffen mit künstlerischen Mitteln ein fantastisches Universum. Ob gezeichnet oder geknetet – die 3sat-Reihe „TrickReich“ zeigt Werke aus allen Bereichen des Genres: Den Auftakt der Reihe, die 3sat vom 30. April bis zum 5. Mai 2013 präsentiert, macht der Animationsfilm „Waltz with Bashir“. Als nächster „TrickReich“-Beitrag folgt am Donnerstag, 2. Mai, um 22.25 Uhr, „Perfect Blue“ von Satoshi Kon.