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Noch mehr März-Fernsehtipps

Vom 15. bis 31. März 2013…

So, 17. Mrz · 18:30-18:45 · BR-alpha
Rückblende: 18. März 1953: Wiedergutmachungsabkommen mit Israel

Rückblende erinnert an den Abschluss des Wiedergutmachungsabkommens zwischen der BRD und Israel am 18. März 1953. Darin wird der Forderung jüdischer Organisationen nach Bestrafung der Täter nachgekommen sowie Entschädigungen materieller Art für beschlagnahmtes jüdisches Vermögen vereinbart. Entschädigungszahlungen von insgesamt 3,5 Milliarden DM an Israel gelten auch als Signal eines erneuerten Deutschlands. Die Stationen der Annäherung nach Kriegsende und schließlich unter Bundeskanzler Konrad Adenauer werden schlaglichtartig beleuchtet. Die emotionale Distanz blieb aber trotz der finanziellen Wiedergutmachung noch über Jahrzehnte bestehen.

 סיפורים מכורסת הפסיכולוג

סדרה דוברת ספרדית בת 26 פרקים המבוססת על רב המכר של הפסיכואנליסט הארגנטינאי גבריאל רולון.
בכל פרק, הסדרה מציגה את סיפורו של מטופל היושב על כורסת הטיפולים, וחושף את נפשו במסגרת טיפול פסיכואנליטי עמוק ומורכב. הסיפורים המוצגים בסדרה, כמו אלו שנכתבו בספר, מבוססים על סיפורים אמיתיים ועוסקים בנושאים חברתיים, אישיים ונוגעים ללב.

הסדרה היא אחת הסדרות הראשונות בעולם שזכתה לתו תקן של הרשת האקוביואטית של ארגון יונסק“ו כסדרה שהינה בעלת ערך חברתי ותרומה לקהילה. חשוב לציין, בהקשר זה, כי כל המטופלים האמיתיים שסיפורם מוצג בסדרה (ובספר) נתנו את הסכמתם, ובכל פרק מתחיל ונגמר סיפור של מטופל אחר.

הסדרה הופקה ע“י המפיק הישראלי יאיר דורי, ובוימה ע“י חואן חוסה חוסיד שהנו אחד מבמאי הקולנוע המעוטרים של הקולנוע הארגנטינאי בפרט וההיספאני בכלל. משתתפים בסדרה שורת כוכבים דרום אמריקאים מהשורה הראשונה. בתפקיד הראשי מככב חורחה מארלה אחד מגדולי שחקני ארגנטינה ששיחק בין היתר בסדרת המופת „חשופים“, ולצדו משתתפים פביאן ונה, פבלו ראגו, מריה אבדי ועוד רבים וטובים.
פרק 1 – פרק 1  21.03.13 – 22:30

So, 17. Mrz · 20:15-21:45 · ZDF
Unsere Mütter, unsere Väter, Teil 1 – Eine andere Zeit

„Unsere Mütter, unsere Väter“ erzählt die Geschichte von fünf Freunden in den Jahren zwischen 1941 und 1945. Wilhelm, sein jüngerer Bruder Friedhelm, Charlotte, Viktor und Greta nehmen im Sommer 1941 in Berlin Abschied voneinander – mit dem Versprechen, sich nach dem Krieg wiederzusehen. Noch ahnen sie nicht, wie sehr die unfassbaren Erlebnisse, Entbehrungen und Schrecken des Krieges sie verändern werden. Es sind die Erfahrungen von Freundschaft und Verrat, Glauben und Enttäuschung, Illusion und Erkenntnis, Schuld und Verantwortung, die ihr Leben für immer verändern sollen. Der Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ führt die Tradition von ZDF-Fernsehfilm-Ereignissen wie „Dresden“ oder „Schicksalsjahre“ fort und erzählt Zeitgeschichte konsequent aus der Perspektive der Handelnden. „Unsere Mütter, unsere Väter“ macht den Versuch, den Krieg an der Front und zuhause als große fiktionale Erzählung für uns heute nachvollziehbar zu machen. Teil 1: Unsere Mütter unsere Väter – Eine andere Zeit Berlin im Sommer 1941: Die fünf Freunde Wilhelm, sein schöngeistiger Bruder Friedhelm, Charlotte, Viktor und Greta treffen sich, um Abschied zu nehmen. Wilhelm und Friedhelm sind an die Ostfront beordert, Charlotte wird als Krankenschwester dorthin gehen. Sie versprechen, sich nach dem Krieg wieder zu treffen und sind fest davon überzeugt, dass das schon Weihnachten sein wird. Nach anfänglich großen militärischen Erfolgen dringt die deutsche Wehrmacht in Richtung Moskau vor. Je länger der Krieg im Osten andauert, desto öfter erleben der kriegserfahrene Leutnant Wilhelm und sein Bruder Friedhelm, ein einfacher Soldat, die Schrecken des Russlandfeldzuges. Als die beiden Zeugen eines Pogroms in einem ukrainischen Bauerndorf werden, bei dem ein deutscher Offizier des Sicherheitsdienstes ein 14-jähriges Mädchen trotz der Intervention Wilhelms erschießt, geraten ihre bisherigen Einstellungen zum Krieg ins Wanken. Auch Charlotte trifft im Lazarett auf die desillusionierende Kriegswirklichkeit. Als sie eine jüdische Ärztin unter den Krankenschwestern ausmacht, sieht sie sich mit ihrer gefestigten nationalsozialistischen Gesinnung vor eine schwere Prüfung gestellt. Greta arbeitet derweil in Berlin an ihrer Karriere als Schlagersängerin und beginnt eine Affäre mit Sturmbannführer Dorn von der SS – eine Liaison, die sie vor ihrem jüdischen Freund Viktor verheimlicht. Für Viktor und seine Eltern wird die Situation zunehmend schwieriger. Sie wollen das Land verlassen, doch das ist inzwischen fast unmöglich. Greta nutzt ihre Beziehung zu Dorn, um Papiere für Viktor zu besorgen. Doch noch in Berlin wird Viktor verhaftet. Dorn hat ihn verraten, die Papiere sind falsch. Der Herbst geht zu Ende, der „Blitzkrieg“ ist gescheitert, und die Wehrmacht steckt ohne hinreichende Ausrüstung im eisigen Winter vor Moskau fest. Friedhelm stumpft durch die Kriegserlebnisse zunehmend ab. Mehr und mehr fügt er sich in die Rolle als Soldat, während sein Bruder Wilhelm langsam am Sinn des Krieges zu zweifeln beginnt. Teil 2: „Ein anderer Krieg“ wird am Montag, 18. März 2013, 20.15 Uhr, ausgestrahlt, Teil 3 „Ein anderes Land“ am Mittwoch, 20. März 2013, 20.15 Uhr.

So, 17. Mrz · 21:50-23:25 · 3sat
Fritz Bauer – Tod auf Raten

„Wir Emigranten hatten so unsere heiligen Irrtümer. Dass Deutschland in Trümmern liegt, hat auch sein Gutes, dachten wir. Da kommt der Schutt weg, dann bauen wir Städte der Zukunft. Hell, weit und menschenfreundlich.“ Diese Sätze, die Fritz Bauer (1903 – 1968) 1967 gegenüber dem Schriftsteller Gerhard Zwerenz äußerte, beschreiben den Enthusiasmus, mit dem der schwäbische Jurist das Nachkriegsdeutschland aus den Fängen der Nazidiktatur in ein demokratisches und humanes Staatswesen überführen wollte. Nicht nur die Politik, vor allem auch die Jurisprudenz sollte hierzu ihren Beitrag leisten. Mit Fritz Bauers Namen verbinden sich die Überführung Eichmanns nach Israel, die Wiederherstellung der Ehre der Widerstandskämpfer des 20. Juli und die legendären Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Bauer ahnte nicht, dass sich seine Vorhaben zu einer wahren Sisyphusarbeit entwickeln würden, zu einem Weg voller Behinderungen und Feindseligkeiten, der in einem viel zu frühen Tod endete, dessen genaue Umstände bis heute rätselhaft geblieben sind. Der Dokumentarfilm „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ erzählt von Bauers mutigem Kampf für Gerechtigkeit. Mit Akribie hat Filmemacherin Ilona Ziok Archive durchforscht und relevante Statements des hessischen Generalstaatsanwalts gefunden. Um diese herum montiert sie in Form eines filmischen Mosaiks Archivmaterial und die Aussagen von Bauers Zeitzeugen: Freunden, Verwandten und Mitstreitern. Dabei entsteht das eindrucksvolle Porträt eines der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts.

Mo, 18. Mrz · 03:20-04:13 · arte
Georg Kreisler gibt es gar nicht – Eine Verbeugung

Am 18. Juli 2012 wäre er 90 Jahre alt geworden – der Liedermacher, Kabarettist, Opernkomponist, Theaterregisseur und Romanautor Georg Kreisler. Neben Kreislers Witwe, der Schauspielerin und Sängerin Barbara Kreisler-Peters, berichten auch Eva Menasse, Daniel Kehlmann und Konstantin Wecker von ihren Erlebnissen mit Georg Kreisler und zeichnen so das faszinierende Bild eines vielschichtigen und begabten Künstlers. In der Dokumentation „Georg Kreisler gibt es gar nicht“ geht Grimme-Preisträger Dominik Wessely dem umfangreichen Liederwerk sowie dem verschlungenen Lebenslauf des am 22. November 2011 verstorbenen Georg Kreisler nach und stellt beide in einen zeitgeschichtlichen Kontext: Denn in Kreislers Liedern spiegelt sich ebenso viel Biografisches wie Historisches. „Ein Leben in Liedern“ könnte das Motto dieses Films deshalb auch lauten; ein Dutzend Kreisler-Lieder aus fünf Jahrzehnten bilden den roten Faden der Erzählung. Neben Kreislers Witwe, der Schauspielerin und Sängerin Barbara Kreisler-Peters, berichten auch die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse, Daniel Kehlmann und Konstantin Wecker von ihren Erlebnissen mit Georg Kreisler und zeichnen so das faszinierende Bild eines vielschichtigen und vielbegabten Künstlers, der bei vielen Zeitgenossen als „schwierig“ galt. Einen „Meister der kleinen Form“ nennt ihn Eva Menasse, die ihn für seine Dichtkunst mindestens ebenso sehr verehrt wie für seine Musik. Denn so zutreffend Eva Menasses Zuschreibung „Meister der kleinen Form“ auch ist – Kreisler selbst hätte sie wohl gehasst, roch sie ihm doch verdächtig nach Abschiebung in die Kleinkunst, nach Brettl-Bühne und Pianobar-Unterhaltung. Zeit seines Künstlerlebens hat Georg Kreisler versucht, diesem Milieu zu entkommen: Schon in seiner Jugend erhielt der 1922 in Wien geborene Kreisler Klavier-, Kompositions- und Dirigierunterricht. Arnold Schönberg wollte ihn als Schüler in seine Klasse aufnehmen, was aber an Universitätsformalitäten scheiterte. Das war im Jahr 1939, Kreisler war gerade einmal 17 Jahre alt und lebte wie Schönberg in Hollywood im amerikanischen Exil. Nachdem die Nationalsozialisten in Österreich einmarschiert waren, war auch für die jüdische Familie Georg Kreislers jede Hoffnung auf Normalität im Dritten Reich verloren. Im Herbst 1938, kurz vor den Pogromen, der sogenannten Reichskristallnacht, entkamen die Kreislers ihren Häschern im letzten Augenblick. Der erzwungene Gang ins Exil war für Georg Kreisler der Beginn einer ruhelosen Wanderschaft, die bis an sein Lebensende anhalten sollte: Wien – Los Angeles – New York – Wien – München – Wien – Berlin – Salzburg – Basel – Salzburg, so lauten nur einige seiner Lebensstationen aus sieben Jahrzehnten. „Zu Hause bin ich in der deutschen Sprache“, hat er einmal gesagt. Sein zweites Zuhause war die Musik. Mehrere Hundert Lieder hat er im Laufe seines langen Lebens komponiert, dazu zwei Opern, mehrere Musicals, und – erst vor Kurzem wiederentdeckt – Kammermusik für Klavier und kleines Orchester. Die Lieder sind es, die ihn berühmt gemacht haben, in ihnen hat er zu unserer allerbesten Unterhaltung seine bitterböse, melancholische, träumerische Weltsicht formuliert: „Tauben vergiften im Park“ (das eigentlich „Frühlingslied“ heißt), „Bidla Buh“, „Zwei alte Tanten“, „Telefonbuchpolka“, „Als der Zirkus in Flammen stand“, „Das Triangel“, „Max auf der Rax“, „Der Bluntschli“ – das sind nur einige der Titel, mit denen er ab Mitte der 50er-Jahre berühmt geworden ist. Dabei ist Georg Kreisler viel mehr als der Wiener Liedermacher mit dem berüchtigten schwarzen Humor. Für Daniel Kehlmann ist er ein großer surrealistischer Dichter, dessen Liedtexte er zum Besten zählt, was in der deutschsprachigen Lyrik geschrieben worden ist – auf einer Stufe mit Heinrich Heine.

Mo, 18. Mrz · 13:55-15:21 · arte
Das verrückte Liebesleben des Simon Eskenazy

Der schwule jüdische Klarinettenspieler Simon Eskénazy hat ein aufregendes Leben. Als sich aber ein arabischer Transvestit in ihn verliebt, seine kranke Mutter sich bei ihm einquartiert und seine Ex-Frau ihn mit dem gemeinsamen Sohn besucht, wird es sogar ihm ein bisschen zu aufregend. Simon lebt in einem bunten Multi-Kulti-Stadtviertel in Paris. Er ist ein erfolgreicher Klarinettist, jüdisch und lebt nach der Trennung von seiner Frau offen schwul. Eines Nachts landet er mit dem arabischen Transvestiten Naïm im Bett. Der verliebt sich in Simon und ist von nun an nicht mehr so leicht loszuwerden. Die perfekte Gelegenheit bietet sich Naïm, als Simons kranke, aber nicht gerade pflegeleichte Mutter sich bei ihrem Sohn einquartiert. Naïm gibt sich kurzerhand als die Krankenschwester Habiba aus und kann von nun an ständig in der Nähe seines Angebeteten sein. Der hat aber noch ganz andere Sorgen: Eine stressige Konzerttournee steht an, und er muss seine Beziehung zu dem verklemmten Raphaël beenden. Zu allem Überfluss reist dann auch noch Simons Ex-Frau mit dem gemeinsamen Sohn und ihrem neuem Partner aus New York an.

Mo, 18. Mrz · 22:50-00:20 · MDR
Schwarze Nelke

1973. Harald Edelstam ist schwedischer Botschafter in Chile. Er macht keinen Hehl aus seiner Sympathie für den demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Am 11. September putscht das Militär mit Hilfe der USA und übernimmt die Macht, zeitgleich läuft eine unvorstellbare Verhaftungswelle gegen die linken Anhänger des gestürzten Präsidenten Allende an, Zehntausende werden verhaftet, gefoltert, ermordet. Das Nationalstadion ist eine der Gräuelstätten. Edelstam, der schon im Zweiten Weltkrieg als Diplomat im besetzten Norwegen Hunderte Widerstandskämpfer und Juden rettete und dort den Spitznamen „Schwarze Nelke“ erhielt, erlebt die Aktionen hautnah mit. Eine seiner ersten Taten ist die Rettung kubanischer Bürger. Als chilenische Panzer auf die kubanische Botschaft vorrücken (Kuba hat Allende besonders unterstützt), stellt er sich ihnen in seiner Funktion als schwedischer Botschafter in den Weg und reklamiert die kubanische Vertretung als schwedisches Hoheitsgebiet. Wenig später gewährt er verfolgten Chilenen den Zutritt zu seiner Botschaft, die später ausreisen können, er unterstützt Uruguayer und Brasilianer, auf die die Junta Jagd macht. Und er kümmert sich um einzelne Personen, wie Ana Dominguez (Lumi Cavazos), Allendes Privatsekretärin, um die Schwedin Susanne Martens (Lisa Werlinder), die sich für die Sozialisten engagiert hat, und um Consuelo Fuentes (Kate del Castillo), deren Vater Ricardo Fuentes (Daniel Giménez Cacho) ein hoher Militär ist und in die er sich verliebt hat. Dank seines großen Einsatzes, auch seiner zahlreichen Beziehungen zum Militär, kann Edelstam viel erreichen. Er rettet über 1.300 Menschen das Leben. Als er in Pressekonferenzen die Zustände in Chile anprangert und von Folter und Mord erzählt, wird er ausgewiesen.

Mi, 20. Mrz · 00:55-02:45 · BR
Das Vaterspiel

Der Wiener Student Ratz ist Mitte 30 und hat keine Perspektive, wie es mit seinem Leben weitergehen soll. Von seinem Vater, einem korrupten Politiker, kann er weder Verständnis noch Unterstützung erwarten. Den Hass auf seinen alten Herrn lebt Ratz in einem selbst entwickelten Egoshooter-Game aus, bei dem man den Gegnern das Gesicht des eigenen Vaters geben kann. Eines Tages erhält er Nachricht von seiner Exfreundin Mimi. Auf ihre Bitte hin reist er nach New York, wo er einen Keller renovieren soll, in dem ihr Großvater sich seit Jahren versteckt hält: ein reueloser Altnazi, der einst einen bestialischen Mord verübte.

Mi, 20. Mrz · 17:15-17:45 · BR-alpha
Pater Rupert Mayer (1876-1945): Rezeption, Verehrung und Kult nach 1945

Von seiner Kanzel in St. Michael predigte Jesuitenpater Rupert Mayer gegen das Naziregime. 1937 wurde ihm Redeverbot erteilt. Als er sich nicht daran hielt, wurde er verhaftet, wegen seiner Beliebtheit bei den Münchnern aber wieder freigelassen. Auch danach weigerte sich der Pater mit den Nazis zu kooperieren. 1987 wurde er von Johannes Paul II. selig gesprochen. * Referent: Prof. Dr. Hermann Rumschöttel

Do, 21. Mrz · 06:30-06:45 · BR
Der Schatz in der Synagoge

Ein Traum führt Josef und seine Schwester in eine Synagoge in München. In der jüdische Synagoge wollen sie das „Geheimnis von Kraft und Liebe“ ergründen. Rabbiner Elias Dray führt sie durch das Gebäude und erläutert dabei zentrale Aspekte des Judentums. Der Rabbiner erzählt ihnen, dass man sich nicht zu fürchten braucht, wenn man anderen kein Leid zufügt. Sophia und Joseph erfahren, was es heißt, im Bund mit Gott zu leben. Sie lernen die Bedeutung der Thora und des Talmuds sowie wichtiger jüdischer Fest- und Feiertage kennen. Am Schluss hat Joseph verstanden, welchen geheimnisvollen Schatz das Haus Gottes hütet.

Fr, 22. Mrz · 15:00-16:00 · BR-alpha
Planet Wissen: Die Nazijägerin Beate Klarsfeld

Heute ist sie eine geachtete Persönlichkeit, kandidierte sogar 2012 für das Amt des Bundespräsidenten. Doch alles begann mit einem Skandal. Die „Nazijägerin“ Beate Klarsfeld wurde 1968 durch eine Ohrfeige für den Bundeskanzler bekannt. Unerträglich erschien es ihr, dass ein Mann wie Kurt Georg Kiesinger, ehemaliges NSDAP-Mitglied und Verbindungsmann zwischen Auswärtigen Amt und NS-Propagandaministerium, in der Bundesrepublik ein hohes Amt bekleiden durfte. Als viele andere Bundesbürger vor allem vergessen wollten, kämpfte sie für die Verurteilung von NS-Verbrechern. „Mein Antrieb ist Gerechtigkeit, nicht Rache“, betont sie. Beate Klarsfeld polarisierte – die deutsche Nachkriegsgesellschaft tat sich schwer mit ihr. Sie spürte mehrere Nazi-Verbrecher auf und trug maßgeblich zu deren Verurteilung bei, z.B. „der Schlächter von Lyon“, Klaus Barbie, und der SS-Arzt in Auschwitz, Josef Mengele, wurden von Beate Klarsfeld gejagt. In Planet Wissen erzählt Beate Klarsfeld von ihrem unermüdlichen Kampf als „Nazi-Jägerin“.

Fr, 22. Mrz · 20:15-21:00 · WDR
Vorfahren gesucht – Hugo Egon Balder

„Da denkt man sich, das muss es doch irgendeine Möglichkeit geben, es kann doch nicht alles so weg sein.“ Hugo Egon Balder ist bekannt als witziger Entertainer, TV-Moderator und komödiantischer Schauspieler. Über ihn selbst weiß man recht wenig, über sein Privatleben hinter der Bühne und den Kameras spricht er ungern. Das ist offenbar ein vererbter Charakterzug, denn er selbst weiß nur sehr wenig über seine nächsten Vorfahren und Verwandten. Erstaunlich, denn ein Teil seiner Familie und seiner Vorfahren waren Juden, die unter den Nazis gelitten haben… „Ich weiß, dass meine Mutter, meine Oma und mein Bruder in Theresienstadt waren, das weiß ich alles. Aber was da genau passiert ist, wie das alles war, das haben sie mir nie vermittelt, das wollten sie mir auch nicht vermitteln.“ Zeit ihres Lebens haben seine Oma Johanna, sein Vater Egon, seine Mutter Gerda und seine Brüder Harry und Peter geschwiegen. Sobald das Thema „Nazizeit“ aufkam, war Schluss. „Als kleiner Junge hatte ich immer den Eindruck, wenn mein Vater oder mein Bruder vom Krieg erzählten, war das alles nur spaßig.“ Warum haben die Balders geschwiegen, was ist tatsächlich passiert? Das will Hugo Egon Balder nun herausfinden. Er forscht in alten Dokumenten, sucht zwischen Gräbern, in Archiven und schließlich in den Mauern des ehemaligen KZ-Theresienstadt im tschechischen Terecin nach Antworten. Dabei stößt er auf ein völlig unbekanntes Leben seiner Familie – und lernt auch viel über sich selbst. „Meine Mutter hatte sich eine gewisse Härte angeeignet, die sie mir auch vermittelt hat. Ich habe in meinem Leben viel über mich gelesen, was mir viel als Desinteresse und Arroganz ausgelegt wurde, das ist aber nicht richtig. Ich bin einfach pragmatisch, das habe ich von meiner Mutter. Die ist aber auch erst so geworden, nachdem sie das alles erlebt hat. Ich glaube nicht, dass sie früher so war, vor dem Krieg.“

Sa, 23. Mrz · 15:50-16:42 · arte
Fliegen heißt Siegen – Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa

Die nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründete Deutsche Lufthansa gilt als Vorzeigeunternehmen der Bundesrepublik. Doch sie hat eine Vorgeschichte. Filmemacher Christoph Weber analysiert die Zusammenhänge, die das Vorläuferunternehmen der heutigen Fluggesellschaft mit dem Nationalsozialismus verbinden. Zahlreichen deutschen Unternehmen fällt der Umgang mit der eigenen Rolle im Dritten Reich auch heute noch schwer – und immer noch sind viele Fälle nicht erzählt. Wie jener Fall der Deutschen Lufthansa. Sie verweist in der Regel darauf, dass sie als Unternehmen erst seit 1955 existiert, also seit der Wiederaufnahme des Flugbetriebs nach dem Zweiten Weltkrieg und so gar keine Vergangenheit im NS-Regime haben kann. Gegründet wurde sie aber in der Nachkriegszeit mit dem Namen, dem Emblem – und einem Teil des leitenden Personals – jener Lufthansa, die es zwischen 1926 und 1945 gab. Und zu deren Geschichte gehört auch, dass 1933, unmittelbar nach der Machtergreifung der Nazis, unter der Maske der zivilen Luftfahrt die Vorbereitungen für einen Angriffskrieg der völlig neuen Dimension beginnen. Die strengen Auflagen des Versailler Vertrags verbieten es dem Deutschen Reich, eine eigene Luftwaffe aufzubauen. Aus diesem Grund trifft Hitler ein Abkommen mit dem Vorstand der deutschen „Lufthansa“. Unter dem Vorwand der friedlichen Nutzung sollen Linienflugzeuge produziert werden, die später mit einfachen Mitteln zu Bombern umgerüstet werden können. Diese modernen Flugzeuge werden der „Lufthansa“ zur Verfügung gestellt, die darauf ihre – zunächst noch zivilen – Piloten schult. Und noch eine weitere Aufgabe fällt der „Lufthansa“ in Hitlers Eroberungsplänen zu. Sie soll im Kriegsfall hinter den Linien die Wartung und Reparatur der Flugzeuge übernehmen. Dafür werden in den besiegten und besetzten Gebieten in Osteuropa auch einheimische Arbeitskräfte rekrutiert – und in zunehmendem Maße Zwangsarbeiter eingesetzt.

So, 24. Mrz · 15:50-16:15 · 3sat
Tiber, Stolperstein und Kosher Burger

Das ehemalige Ghetto Roms ist heute eines der beliebtesten Viertel der Stadt. Nicht nur Touristen flanieren hier gern durch die engen Gassen. Auch die Römer kommen mit Vergnügen vorbei, um einen koscheren Hamburger oder die berühmten Artischocken „alla giudia“ zu genießen. Für Jahrhunderte war der Lebensraum der jüdischen Bevölkerung Roms auf diese Gassen und Straßen nahe der Tiberinsel beschränkt. Ein päpstliches Edikt hatte die Juden im Kirchenstaat hinter hohe Mauern verbannt. Mit harter Hand ließ Papst Paul IV. 1555 das Ghetto errichten und sprach dessen Bewohnern viele Rechte ab. Erst die Einigung Italiens im 19. Jahrhundert brachte die entscheidende Wende: Das Ghetto wurde geöffnet und die jüdische Bevölkerung konnte erstmals ihren Wohnsitz und ihren Beruf frei wählen. Die Freiheit dauerte jedoch nur einige Jahrzehnte. Schon bald bedrohte der Faschismus das jüdische Leben. Die 1938 vom Mussolini-Regime erlassenen Rassengesetze verbannten Juden und Jüdinnen wieder aus dem öffentlichen Leben. Und sie verloren ihre Arbeitsplätze. Unter der Besetzung durch die Hitler-Truppen wurden allein am 16. Oktober 1943 mehr als 1.000 Juden und Jüdinnen nach Auschwitz deportiert. Heute erinnern sogenannte Stolpersteine, eingelassen in die Gehsteige des Viertels, an die Opfer des NS-Regimes, und die jüdische Gemeinde zählt wieder etwa 20.000 Mitglieder. Viele von ihnen sind aus dem Norden Afrikas eingewandert und haben ihre eigenen kulturellen Traditionen mitgebracht. Roms ehemaliges Ghetto ist heute jung, bunt und selbstbewusst.

Di, 26. Mrz · 20:15-21:00 · RBB
Geschichten aus dem Prenzl’Berg

Gefängniszellen und Atombunker in einem Keller, das Depot der Pferdebahn im Multiplex-Kino, Fluchtwege unter dem Gleimtunnel: Entdeckungen im alten und neuen Szenebezirk. Die Spuren der Geschichte in Prenzlauer Berg sind unter neuem Putz und bunter Farbe versteckt, doch die Häuser und ihre Mauern erzählen. Wer weiß noch, wo zum Beispiel Anfang des 20. Jahrhunderts die italienische Kolonie mit ihren Lokalen und den berühmten Drehorgelwerkstätten lag? Prenzlauer Berg hatte auch ein vielfältiges jüdisches Leben. Vom Baruch Auerbachschen Waisenhaus zeugt noch ein Mauerrest. Nur ein paar Schritte entfernt spielte jeden Abend das Puhlmann Brettl – berühmte Künstler aus Operette, Varieté und Kabarett brachten hier die Berliner zum Lachen. Fünfundvierzig Kinos hatte der Bezirk einst, die Brüder Skladanowsky lehrten hier den Bildern das Laufen. In Hinterhöfen sind die Kuhställe einer Molkerei zu sehen, unter einer Brauerei die Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg und Gewölbe, in denen Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie arbeiten mussten. Die Werner-Seelenbinder-Halle, ehemals der Großmarkt des Schlachthofs, wurde die wichtigste Sporthalle des Ostens. Der spannende Streifzug von Autorin Dagmar Wittmers durch die Geschichte des Prenzlauer Bergs erzählt vor allem von Schicksalen und Begebenheiten, an die im Stadtbild kaum noch etwas erinnert.

Mi, 27. Mrz · 01:05-02:45 · Das Erste (ARD)
Vier Neurosen und ein Todesfall

Der jüdische Patriarch Cooperberg, eben noch kerngesund, muss sich überraschend einer Krebsoperation unterziehen. Während er unter dem Messer liegt, findet sich die zerstrittene Familie am Krankenbett des Vaters ein, um auf das Ergebnis des medizinischen Eingriffs zu warten. In dieser angespannten Situation brechen alte Wunden auf, und obwohl der Vater noch lebt, tobt schon der Konkurrenzkampf um seine Nachfolge im Geschäft. Während Edward, ein erfolgreicher Theaterproduzent, seinen jüngeren Bruder Eli auszubooten versucht, der als erfolgloser Poet ohnehin nichts von Geschäften versteht, kämpft Susan, eine überspannte Künstlerin, verzweifelt um die Liebe ihrer hartherzigen Mutter Shirley. In der dialogstarken schwarzen Komödie „Vier Neurosen und ein Todesfall“ überzeugen Ellen Burstyn, Amanda Plummer, Geneviève Bujold und Mark Blum. Nach einem Rundruf ihrer gebieterischen Mutter Shirley (Ellen Burstyn) treffen sich die erwachsenen Cooperberg-Geschwister im Hospital, um im Krankenzimmer ihres Vaters auf das Ergebnis seiner Krebsoperation zu warten. Die Mitglieder der schrecklich netten jüdischen Familie können einander nicht ausstehen, und so prallen in der angespannten Situation Ängste und gepflegte Stadtneurosen ungemindert aufeinander. Edward (Mark Blum), ein erfolgreicher Theater-Produzent und Mutters erklärter Liebling, erweist sich als notorischer Schürzenjäger. Sogar während der Vater unter dem Messer liegt, muss er zwanghaft mit einer Krankenschwester (Geneviève Brouillette) anbändeln – und wird in der Tiefgarage prompt von seiner leidgeprüften Gattin Linda (Macha Grenon) beim Seitensprung erwischt. Bruder Eli (Ted Levine), ein geborener Loser und verkrachter Poet, ist seit zehn Jahren von seiner Frau Diane (Mary McDonnell) geschieden, hat aber einmal wöchentlich mit ihr Sex auf öffentlichen Toiletten. Nesthäkchen Susan (Amanda Plummer), eine überdrehte Künstlerin, die abstrakte Bilder malt und den Eltern auf der Tasche liegt, kämpft verzweifelt um die Liebe ihrer Mutter. Um nicht erkannt zu werden, verkleidet sich Joelle (Geneviève Bujold), die heimliche Geliebte des Patriarchen, als katholische Schwester. Misstrauisch beäugt wird das illustre Familientreffen von einem schweigsamen Fernsehtechniker (Roc LaFortune), der große Mühe mit dem TV-Apparat im väterlichen Krankenzimmer hat. Aus rätselhaften Gründen ist nur ein Kanal zu empfangen, der eine endlose Dokumentation über den Holocaust zeigt. Erst als die Nachricht vom Tod des Vaters eintrifft, empfängt der Fernseher alle Programme, Sport, Krimis, Shows, Werbung.

Mi, 27. Mrz · 22:15-23:00 · PHOENIX
Propaganda, Hass, Mord – Die Geschichte des rechten Terrors

Elf Morde der Zwickauer Neonazi-Zelle – der Aufschrei ist schnell verklungen, die Gesellschaft längst wieder im Alltag angekommen. Doch wie konnte es soweit kommen? Die Dokumentation rekonstruiert, wie die Blutspur des neonazistischen Terrors vor mehr als 30 Jahren gelegt wurde. 26. September 1980: Auf dem Oktoberfest explodiert eine Bombe. Die Bilanz: 13 Tote, 200 Schwerverletzte. Der Täter stammt aus der ‚Wehrsportgruppe Hoffmann‘, einer Schmiede von Rechtsterroristen. Ein Einzeltäter? Bis heute gibt es Zweifel. 19. Dezember 1980: Das jüdische Verlegerpaar Lewi wird kaltblütig erschossen, der erste antisemitische Mord seit Kriegsende. Wenige Tage zuvor sind in Hamburg zwei Vietnamesen bei einem Brandanschlag umgekommen. Spuren – keine Beweise – führen zu Manfred Roeder, einem Terrorist und Ausschwitzleugner. Das Jahr 1980 ist ein Dammbruch – es gibt weitere rechtsextremistisch motivierte Morde, z.T. aus dem Untergrund. Terror von rechts! Dann die politische Wende in der DDR. Was im Westen weithin unbekannt ist: Auch hinter der Mauer gibt es gewaltbereite Rechtsradikale. So kommt es mit der deutschen Einheit auch zur Vereinigung von Neonazis aus Ost und West. Braune Führer aus dem Westen wie Michael Kühnen, Christian Worch oder Friedhelm Busse werden zu ‚Brandbeschleunigern‘ im Osten. In Hoyerswerda oder Rostock-Lichtenhagen kommt es zu Pogromen, die Terror-Welle erreicht auch den Westen. In Solingen und Mölln sterben Menschen qualvoll. Der Staat reagiert hart, verbietet in den 90er Jahren zahlreiche rechtsextreme Vereine und Gruppierungen. Doch die Szene ändert die Taktik. Sie bildet Kameradschaften, scheinbar lose Gruppierungen, ohne festen Ort, nur noch durch Internet und Handy verbunden. Die Sicherheitsbehörden sind dieser Taktik – trotz moderner Überwachungstechnik – anscheinend nicht gewachsen. Auch die NPD will ihre Schlagkraft auf der Straße erhöhen. Sie öffnet sich, lässt bekannte Neonazi-Größen mit ans Ruder und verschärft ihren demokratiefeindlichen Kurs. Ein Verbotsverfahren scheitert.Das ist der Nährboden, auf dem Gruppierungen wie die so genannten ‚Freien Kameradschaften‘ oder der Thüringer Heimatschutz entstehen. Hier beginnt die Mordserie der ‚Zwickauer Zelle‘. Die Dokumentation zeichnet die Geschichte rechtsextremer Gewalt seit den 1980er Jahren in der Bundesrepublik, der DDR und dem vereinten Deutschland nach. Der Blick zurück schockiert, denn es wird offenbar, dass der rechte Terror von der Politik über Jahrzehnte hinweg unterschätzt wurde.

Do, 28. Mrz · 16:45-17:00 · Das Erste (ARD)
Frauengeschichten

Zwei Frauen in Berlin entdecken jüdische Frauen der Vergangenheit – und schreiben über sie. Rachel Shneiderman, mit 61 Jahren die älteste Neuautorin, war von Beruf Krankenschwester. Sie schreibt über eine ehemalige Patientin, Charlotte Hermann. Sie will sie vor dem Vergessen bewahren und ihr ihre Identität zurückgeben: Charlotte Hermann, in Dresden geboren, in Prag im Widerstand; sie hat Auschwitz überlebt und ist in Berlin auf einem christlichen Friedhof begraben. Ein ungewöhnlicher Lebensweg und ein sehr persönliches Stück deutscher Geschichte, jetzt geschrieben aus dem Blickwinkel und der Feder einer Frau, die in Usbekistan aufwuchs. Michèle Prigoschin, deren Familie aus Russland kommt, hat gerade mit 16 Jahren Abitur gemacht, feiert Erfolge als Golferin und forscht über Rahel Varnhagen von Ense. Diese „Geselligkeitskünstlerin“ aus napoleonischer Zeit ist unter Historikern bekannt, aber wer beschäftigt sich sonst mir ihr? Michèle forscht und schreibt darüber, wie eine Frau Einfluss nimmt, auch wenn die Gesellschaft ihr keinen zugestehen will. Beide Frauen beteiligen sich an einem einzigartigen Schreibprojekt, den „writing girls“. Sie entdecken ganz neue Seiten an sich selbst: ungeahnte Jagdgelüste, Abenteuerreisen und Sehnsüchte. Der Film „Frauengeschichten“ findet im Spiegel der verstorbenen jüdischen Frauen zwei hochinteressante lebende jüdische Frauen mit ihrer ganz eigenen Migrations- und Integrationsgeschichte.

Do, 28. Mrz · 21:45-23:15 · Das Erste (ARD)
Ein Fall für Annika Bengtzon – Nobels Testament

Auf der feierlichen Gala zu Ehren der Nobelpreisträger fallen Schüsse. Zwei international renommierte Wissenschaftler sacken leblos zusammen, die Attentäterin, eine berüchtigte Auftragsmörderin, entkommt. Wer hat den Anschlag in Auftrag gegeben, und welches Motiv gibt es? Die Journalistin Annika Bengtzon ist Tatzeugin und darf unglücklicherweise nicht über den blutigen Vorfall schreiben. Von ihren eigenen Recherchen lässt die Reporterin sich jedoch nicht abhalten. Schon bald stößt sie auf einen Zusammenhang zwischen dem Attentat und der umstrittenen Vergabe der Auszeichnung an den israelischen Stammzellenforscher Aaron Wiesel. Gibt es ein politisches Motiv für die Bluttat?

Do, 28. Mrz · 22:30-00:00 · arte
Das Meer am Morgen

Frankreich, im Kriegsjahr 1941: Nachdem die deutschen Truppen ein Jahr lang wie „Gott in Frankreich“ lebten, wird in Nantes ein deutscher Offizier auf offener Straße erschossen. Die Attentäter können unerkannt entkommen. Der Führer in Berlin ordnet umgehend die Exekution von 150 französischen Geiseln als Vergeltung an. In der deutschen Kommandantur im Pariser Hotel Majestic werden der Schriftsteller Ernst Jünger und der General Otto von Stülpnagel mit der Sache befasst. Die hinzurichtenden Geiseln sollen auch aus dem Internierungslager Choisel in der Bretagne ausgewählt werden. Dort wird unter anderem der 17-jährige Guy Môquet festgehalten: Er hatte in einem Kino Flugblätter verteilt. Gemeinsam mit 26 Mithäftlingen steht Guy auf der Liste der zu Exekutierenden in Châteaubriant …

Fr, 29. Mrz · 06:45-07:15 · Das Erste (ARD)
Fünf mal Gott

Die halbstündige Dokumentation „Fünf mal Gott“ bündelt fünf Porträts von Kindern aus der „Sendung mit der Maus“, die in unterschiedlichen Glaubensrichtungen aufwachsen. Der katholische Max, die muslimische Bahar, der jüdische Lenny, die buddhistische Jade und die hinduistische Bruntha leben mitten in Deutschland und geben einen Einblick in ihre spirituelle Welt. Der preisgekrönte Dokumentarfilmer Calle Overweg erzählt von fünf Kindern, die einen sehr unverkrampften Zugang zu ihrer Religion haben. Da kann dann auch schon mal Oliver Kahn seinen Platz neben Jesus finden oder der kleine Bruder zur gemeinsamen Meditation verdonnert werden. Am Ende steht die Erkenntnis, dass es viele Wege gibt, sich Gott zu nähern.

Fr, 29. Mrz · 09:00-09:45 · HR
Horizonte: Der ultimative Religions-Check – Treffen sich ein Rabbi, eine Nonne und ein Imam …

„Treffen sich ein Rabbi, ein Iman und eine Nonne …“ so könnte ein guter Witz beginnen. Tatsache ist, dass die drei im „Horizonte“-Studio zu einem hintersinnigen Wettstreit aufeinandertreffen. Es geht um die Alltagstauglichkeit der Religionen. Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard Eigentlich haben das Judentum, das Christentum und der Islam, die sich alle drei auf den gemeinsamen Stammvater Abraham beziehen, das gleiche Ziel: das Leben auf dieser Welt zu regeln, ihm einen Sinn zu geben und die Seele ins Jenseits zu retten. Dabei sind sie auch noch ganz schön in die Jahre gekommen. Selbst die Jüngste unter ihnen, der Islam, ist schon knapp 1.400 Jahre alt. Wie aktuell und alltagstauglich sind die drei monotheistischen Religionen heute noch? „Horizonte“ will es wissen und hat einen Rabbiner, eine katholische Nonne und einen muslimischen Imam ins Studio geladen. Auf spielerische und unorthodoxe Weise sind sie gefordert, Antworten auf die Fragen zu geben, die Menschen heute beschäftigen. Es geht um Essensvorschriften, um Alkohol und Sex, um Gottesbilder, Paradiesvorstellungen und um die Frage, wie gleich und zugleich unterschiedlich die drei Religionen sind. Rede und Antwort stehen im Studio der jüdische Rabbiner Andrew Steiman, die katholische Nonne Jordana Schmidt und der islamische Imam Mustafa Cimsit. Zusätzlich hat Meinhard Schmidt-Degenhard ein „Expertenteam“ an seiner Seite, das kritisch nachfragt und kommentiert: die Kabarettisten Sinasi Dikmen und Robert Treutel (alias Bodo Bach) sowie die „Hessenschau“-Moderatorin Constanze Angermann.

Fr, 29. Mrz · 18:15-19:00 · 3sat
Mein neues Leben in Jerusalem

Elishewas Familie befolgt streng die Regeln der Thora, die durch zahllose detaillierte Gebote und Verbote den Alltag regeln. Kontakte zur säkularen Welt, Internet und Fernsehen sind unterbunden. Die Ultraorthodoxen unterhalten eigene Medien, Bücher und ihr eigenes Bildungssystem. Der soziale Umgang schreibt weitgehende Geschlechtertrennung vor. Die Jungen und Männer verbringen in der Regel die Tage in der Thora-Schule und arbeiten nur im notwendigen Rahmen. Mädchen hingegen bekommen eine bessere Allgemeinbildung, denn sie müssen später für den Unterhalt der Familie arbeiten. Finanzielle Unterstützung leisten Sponsoren und die Gesellschaft. Die Dokumentation „Mein neues Leben in Jerusalem“ ist ein Porträt der zum Judentum konvertierten Deutschen Elishewa, die in Jerusalem mit ihrem Mann und sieben Kindern das abgeschottete, entbehrungsreiche und streng reglementierte Leben der ultraorthodoxen Juden führt.

Fr, 29. Mrz · 20:15-23:10 · Das Erste (ARD)
Liebe und Tod auf Java

Java, 1939. Hellen (Muriel Baumeister), Tochter des deutschstämmigen Tabak-Plantagenbesitzers Arthur Landgraf (Michael Mendl), lernt den Bankier Hans Jakob Braun (Francis Fulton-Smith) kennen, der bei seiner Flucht aus Nazideutschland Hab und Gut zurücklassen musste. Die Liebe der beiden steht unter keinem günstigen Stern, denn mit dem Einmarsch der Nazis in Holland gelten Deutsche auch in der niederländischen Kolonie als Feinde. Es kommt zu Brandanschlägen auf die Plantage. Schließlich gibt Hellen dem Drängen ihres herzkranken Vaters nach und dem einflussreichen Holländer Joop van Boven (Filip Peeters) ihr Jawort. Diese Verbindung verspricht Schutz für Vater und Tochter. Dem Kolonialverwalter wird allerdings bald klar, dass das Herz seiner Verlobten für einen anderen schlägt. Hans wird indessen in einem Lager für Kriegsgegner interniert, da die niederländische Verwaltung in ihm trotz seiner Verfolgung als Jude in erster Linie den Deutschen sieht. Auf Hellens inständige Bitte verwendet Joop sich für den Nebenbuhler, der daraufhin wieder freikommt. Das Glück wäre perfekt, doch der Tod des alten Landgraf trifft Hellen hart. Gemäß dem Testament ist sie die Alleinerbin und gerät darüber in erbitterten Streit mit ihrem habgierigen Halbbruder Conrad (Sven Martinek). Während sie sich um Hans kümmert, der durch die Inhaftierung schwer erkrankte, reißt Conrad klammheimlich die Geschäfte an sich und führt die Plantage an den Rand des Ruins. Hellen wirft den intriganten Bruder und dessen kaltherzige Frau Ilse (Nadeshda Brennicke) aus dem Haus – doch mit Japans Kriegseintritt geschieht das Unerwartete: Die Japaner besetzen die Insel, und damit erlangen deren Verbündete auch auf Java wieder die Oberhand. Dank seiner guten Beziehungen zu den Nazis kann Conrad die verhasste Stiefschwester endlich von der Plantage verjagen. Hellen ist verzweifelt, dann aber wendet sich das Blatt erneut. Das mitreißende historische Melodram erinnert an die Besetzung Javas während des Zweiten Weltkriegs durch die mit den Nationalsozialisten verbündeten Japaner. Während auf der indonesischen Insel Deutsche und Holländer zu Feinden werden, muss sich Muriel Baumeister als Plantagenerbin zwischen Francis Fulton-Smith in der Rolle eines jüdischen Bankiers auf der Flucht vor den Nazis und Filip Peeters als holländischem Kolonialbeamten entscheiden. Sven Martinek spielt ihren Halbbruder Conrad, dessen berechnende Gattin von Nadeshda Brennicke verkörpert wird; in weiteren Rollen Michael Mendl, Sonja Kirchberger, Julia Thurnau und Gottfried John. Heidi Kranz inszenierte nach einem Buch von Christian Pfannenschmidt. Gedreht wurde in Malaysia.

Fr, 29. Mrz · 22:35-00:11 · arte
Der jüdische Kardinal

Aaron Jean-Marie Lustiger wurde gerade zu seiner großen Überraschung mitgeteilt, dass der Papst ihn zum Bischof von Orléans ernennt. Lustiger, auch „Lulu“ genannt, ist kein konventioneller Geistlicher. Mit 14 Jahren, im Jahr 1940, ließ er sich gegen den Willen seiner Eltern katholisch taufen. Er verhält sich unkonventionell, er raucht viel und fährt ein Moped, seine Predigten sind energisch und modern. Als eine katholische Zeitung seine „jüdische Herkunft“ betont, wehrt er sich vehement und provoziert einen Skandal, als er behauptet, er habe mit der Konvertierung zum Katholizismus dem Judentum keinesfalls abgeschworen. Gegenüber dem Journalisten sagt er, er sei „eine lebende Provokation, die viele dazu zwingt, das Wesen Christi zu ergründen.“ Sein Vater Charles, der von Polen nach Frankreich geflohen ist und dessen Frau im Jahr 1943 in Auschwitz ermordet worden war, akzeptiert die Entscheidung seines Sohnes nicht, das Angebot eines Papstes anzunehmen, der ausgerechnet auch noch Pole sei. Als Jean-Marie Lustiger den Papst trifft, ist er beeindruckt von seiner Persönlichkeit, seinen Ideen und seinem Humor. Die beiden Gottesmänner begegnen sich in einer ähnlichen Sicht der Welt und der Kirche. Da Johannes Paul II. Bewegung in die französische Kirche bringen will, hatte er Lustiger zum Bischof von Orléans ernannt. Bereits nach einem Jahr wird er zum Erzbischof von Paris und später auch zum Kardinal und Berater des Papstes ernannt. Aufgrund seiner jüdischen Wurzeln setzt sich Aaron Jean-Marie als Erzbischof besonders mit der Beziehung von Kirche und Juden auseinander. Vor allem nach dem Tod seines Vaters und einem Besuch in Auschwitz, gerät Lustiger in eine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen seiner doppelten Identität. Als 50 Jahre nach dem Holocaust ein Kloster im sogenannten „Theater“ von Auschwitz – einem Gebäude, das im kirchlichen Besitz war und das mit seiner Rückseite an die Umgebungsmauer des Lagers grenzt – eingerichtet wird, erregt dies gewaltigen Protest und Empörung. Lustiger muss Stellung beziehen, teilweise auch gegen den Papst …

Fr, 29. Mrz · 23:00-00:30 · ZDF
Der Junge im gestreiften Pyjama

Berlin, während des Dritten Reichs: Bruno (Asa Butterfield) wächst als Sohn eines Offiziers auf. Als sein Vater (David Thewlis) Karriere macht und befördert wird, muss die Familie die Hauptstadt verlassen, um in den Osten zu ziehen. Dort übernimmt Brunos Vater die Kommandatur eines deutschen Vernichtungslagers. Menschen aus ganz Europa, denen das Nazi-Regime ihr Lebensrecht abgesprochen hat, hauptsächlich Juden, kommen in das Lager, in dem sie grausam behandelt und eines schrecklichen Todes sterben werden. Bruno wundert sich über die neue Umgebung. Das Haus, in dem er mit seiner Familie wohnt, gleicht einer Trutzburg, Offiziere bewachen ihn, und die „Bauern“ der Umgebung sind alle in gestreifte Pyjamas gekleidet. Aus seinem Fenster kann er sehen, dass die „Bauern“ auch ihre Kinder mitgebracht haben. Ob er wohl mit denen spielen könnte? Alle Maßnahmen, einen Kontakt Brunos zu den Gefangenen zu unterbinden, schlagen fehl, denn eines Tages trifft Bruno auf Shmuel (Jack Scanlon), der sich auf der anderen Seite des Stacheldrahtzauns befindet. Bruno versteht nicht, was auch Shmuel nicht versteht – das dieser Hunger hat und eingesperrt wurde, weil er ein Jude ist. Bruno nimmt Shmuel heimlich mit ins Haus, gibt ihm Kuchen, doch als die beiden Jungen erwischt werden, ist Bruno zu feige, Shmuel zu verteidigen. Brunos Mutter (Vera Farmiga) wird schließlich klar, an was für einem Ort sie sich befindet, was ihr Mann macht. Sie zerbricht fast daran und setzt durch, dass sie mit den Kindern den Ort des Grauens verlassen kann. Doch Bruno ist verschwunden. Mit Shmuels Hilfe und nun ebenfalls in einen gestreiften Pyjama gekleidet, hat er sich in das Vernichtungslager geschlichen, um seinem Freund bei der Suche nach dessen Vater zu helfen. Als sie in eine Baracke geraten, deren Insassen gerade zum „Duschen“ geprügelt werden, ist ihr Schicksal besiegelt. Der Autor begreift sein Buch als eine Mahnung: „Wenn du dieses Buch zu lesen beginnst, wirst du früher oder später an einem Zaun ankommen. Zäune wie diese existieren überall. Wir hoffen, dass du niemals einem solchen Zaun begegnest.“ „Ähnlich zurückhaltend, wie der Film beginnt, entwickelt er sich weiter: ohne unnötiges Pathos und nahezu frei von Schockelementen. … Die Gewalt findet fast immer hinter verschlossenen Türen statt, außerhalb des kindlichen Blickfeldes. … Die Faszination des Bösen erhält hier keinen Raum. Herman stellt den Holocaust nicht aus, inszeniert keine Schreckensbilder. … Von den beiden Kindern diesseits und jenseits des Zauns großartig gespielt, nähert sich die Miramax-Produktion … dem sensiblen Thema auf behutsam-originelle Weise an. Zugleich wirft der Film … einmal mehr die Frage auf, ob man vor dem Hintergrund des Holocaust überhaupt fiktionale Geschichten erzählen darf. … Tatsächlich kann man den Holocaust (frei nach Watzlawick) nicht nicht fiktionalisieren. Es kommt also darauf an, sich mit ihm aufrichtig auseinanderzusetzen, die wichtigen Fragen zu stellen. Das gelingt Herman überraschend gut. „Der Junge im gestreiften Pyjama“ ist ein ergreifender, aufwühlender, nie rührseliger Film, der sich dem Holocaust auf eine irritierend naive, zärtliche Weise annähert und gerade dadurch dessen perverse Banalität offen legt.“

Sa, 30. Mrz · 07:30-08:00 · SWR
Die Chagall-Fenster in Mainz

Die Kirche Sankt Stephan in Mainz ist mit Fenstern des weltberühmten Künstlers Marc Chagall (1887-1985) ausgestattet, der als Jude während des Zweiten Weltkrieges von Frankreich in die USA fliehen musste. Klaus Mayer, ehemaliger Pfarrer der Kirche, musste Chagall lange dazu überreden, für einen deutschen Auftraggeber zu arbeiten. Mit den Fenstern eines jüdischen Künstlers in einer christlichen Kirche hat die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt ein wichtiges Zeichen für die jüdisch-christlichen Beziehungen gesetzt.

Sa, 30. Mrz · 20:15-21:00 · BR
Spurensuche am See Gennesaret

Franz Sedlmeier, Mitglied der Päpstlichen Theologischen Akademie und Professor für das Alte Testament, führt durch den Film über das Wirken Jesu am See Gennesaret. Das Filmteam besucht die heiligen Stätten in Israel und geht der Frage nach, was die Erzählungen von Berufung, Heilung und Sendung für unser Leben bedeuten. Prof. Sedlmeier wird einige Szenen aus der Bibel auswählen und Menschen begegnen, anhand derer sich die Aktualität der biblischen Erzählungen gut nachzeichnen lässt.

Sa, 30. Mrz · 21:45-23:55 · 3sat
John Rabe – Der gute Deutsche von Nanking

Nanking, 1937: Seit knapp 30 Jahren lebt der Hamburger Kaufmann John Rabe mit seiner Frau Dora in der damaligen chinesischen Hauptstadt. Er leitet die dortige Siemens-Niederlassung und ist Mitglied der NSDAP. Die Firmenleitung seinem Nachfolger Fließ zu übergeben und nach Berlin zurückzukehren, fällt ihm schwer. China ist ihm ans Herz gewachsen, und er weiß, dass er hier ein Mann mit Einfluss ist, in der Berliner Zentrale jedoch nur einer von vielen. Während seines Abschiedsballs wird Nanking von Fliegern der japanischen Armee bombardiert, die kurz zuvor bereits Shanghai eingenommen hat. Panik bricht aus. Rabe öffnet die Tore des Firmengeländes, um die schutzsuchenden Familien seiner Arbeiter in Sicherheit zu bringen. Während am kommenden Morgen die Feuer gelöscht und Schäden begutachtet werden, beraten die in der Stadt verbliebenen Ausländer, was sie angesichts der Bedrohung tun können. Der deutschjüdische Diplomat Dr. Rosen berichtet von einer Sicherheitszone für Zivilisten, die in Shanghai eingerichtet wurde. Die Leiterin des Girls Colleges, Valérie Dupres, ist sofort begeistert. Sie schlägt John Rabe als Vorsitzenden der Internationalen Sicherheitszone Nanking vor. Sehr zum Unwillen von Dr. Wilson, Chefarzt des lokalen Krankenhauses, den eine große Antipathie mit dem „Nazi“ Rabe verbindet. Rabe wollte eigentlich am nächsten Tag die Heimreise antreten – entscheidet sich aber, zu bleiben und stürzt sich in die Arbeit. Rabe und seinen Mitstreitern gelingt es mit Mut und Geschick, den Japanern die geplante Sicherheitszone abzutrotzen. Hunderttausende strömen in die Zone – weit mehr als erwartet. Die brutalen Übergriffe der Japaner nehmen kein Ende, und die Versorgungssituation wird immer schlechter. Schließlich planen die Japaner, die Zone unter einem Vorwand zu stürmen – für Rabe beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Sa, 30. Mrz · 22:30-00:00 · PHOENIX
Max Raabe in Israel

Im Herbst 2010 sind Max Raabe und das Palast Orchester mit ihrem Programm ?Heute Nacht oder nie? in Israel aufgetreten. Einerseits vor einem jungen Publikum, das die deutschen Lieder von damals erstmals live hören konnte, andererseits vor jenen, die die neu interpretierten Lieder aus ihrem früheren Leben kannten. Die Lieder aus den 20er Jahren, aus der Zeit ihrer Kindheit und Jugend führten dazu, dass sich wieder mit diesem Abschnitt ihrer Biographie befassten. Fast alle Textdichter waren jüdischer Herkunft, viele von ihnen wurden vom Nazi-Regime ermordet, einigen wenigen gelang die Flucht ins Ausland. Max Raabes Kunst besteht darin, Denken und Fühlen in seiner ganzen Vielschichtigkeit zum Klingen zu bringen: Zwischen Melancholie und Ironie, Rebellion und Resignation, Elegie und Komik liegen oft nur ein halber Takt und ein einziges Wort. Bei ihm klingen die 80 Jahre alten Lieder ganz nah und modern.Für Max Raabe und sein seit rund 25 Jahren bestehendes Palastorchester waren die Auftritte in Israel eine Premiere. Dass diese Tournee ein Politikum war, machte für die Musiker einerseits den Reiz aus, war Herausforderung, Geschenk und Chance der Konzertreise.